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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: MOTORPSYCHO - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 03.08.2011 20:43 
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Produktionsland: USA
Produktion: Russ Meyer
Erscheinungsjahr: 1965
Regie: Russ Meyer
Drehbuch: Russ Meyer, William E. Sprague
Kamera: Russ Meyer
Schnitt: Sharles Schelling
Musik: Igo Kantor
Länge: ca. 75 Min.
Freigabe: FSK 16

Darsteller:
Holle K. Winters: Gail Maddox
Alex Rocco: Cory Maddox, Tierarzt
Haji: Ruby Bonner
Stephen Oliver:Brahmin, Anführer der Biker
Joseph Cellini: Dante, Biker
Thomas Scott:Slick, Biker
Russ Meyer: Sheriff


Brahmin und seine beiden debilen Kumpane, vergewaltigen die Frau des Arztes Cory Maddox. Dieser hält Nichts von Polizeiarbeit und nimmt das Gesetz in die eigene Hand…

Motorpsycho ist neben Faster Pussycat kill kill! und Mudhoney, einer der Film die innerhalb der düsteren Schaffensphase von Russ Meyer entstanden sind. Demnach ist es nicht gerade überraschend, dass es sich bei Motorpsycho um einen fiesen und für die damalige Zeit recht brutalen Film handelt, welcher durchaus ein härter gesottenes Publikum anspricht. Zwar handelt es sich hier um ein Low Budget Projekt, dass in die Trash-Kategorie einzuordnen ist, allerdings auch mit einer positiven Fußnote.

Meyer präsentiert ein düsteres Revenge Cinema im Westernambiente. An den Hauptdarstellern und Darstellerinnen gibt es Nichts auszusetzen, da diese ihren Part überzeugend an den Zuschauer vermitteln. Von einer Message kann innerhalb des Films nicht die Rede sein. Meyer klagt Nichts an, er bietet leichte Erotik und Gewalt einzig zur Unterhaltung. Dieses gelingt auf ganzer Linie. Die Story ist einfach und die Lösung liegt offen auf der Hand. Gräueltaten können einzig durch Beseitigung des Täters gesühnt werden.

Die Rolle der Ruby Bonner, spielt eine gewisse Haji, die auch bei Faster Pussycat kill kill! mitwirkte.

Unter dem Strich frühes Rape and Revenge Kino, mit einem guten Unterhaltungswert.

7,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: MOTORPSYCHO - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 04.08.2011 21:11 
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Ist zwar schon einige Zeit seit der letzten Sichtung vergangen, aber der Streifen hat es mir irgendwie angetan und hat es sogar geschafft einer meiner Lieblings Russ Meyer Filme zu werden. Ich mag einfach diese Wüsterkaff-Atmo die der Film hat. Muss ich dringend mal wieder einwerfen, am besten gleich als Double-Feature mit Faster Pussycat Kill Kill!


Zuletzt geändert von B-Movie Rat am 04.08.2011 21:15, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: MOTORPSYCHO - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 04.08.2011 21:18 
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Is das nicht der Film, wo die Dame dem Typen das Schlangengift aussaugt?
Krawall in der Wüste mit einem sehr coolen Shootout zum Schluss. Zusammen mit Lonra und Faster Pussycat Kill! Kill! einer der besseren s/w Meyer.

Ich muss die Box unbedingt mal wieder weiter sichten. :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: MOTORPSYCHO - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 04.08.2011 21:40 
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Zombiebunker hat geschrieben:
Is das nicht der Film, wo die Dame dem Typen das Schlangengift aussaugt?
Krawall in der Wüste mit einem sehr coolen Shootout zum Schluss.


Jap, der is es. :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: MOTORPSYCHO - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 05.08.2011 12:26 
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B-Movie Rat hat geschrieben:
Zombiebunker hat geschrieben:
Is das nicht der Film, wo die Dame dem Typen das Schlangengift aussaugt?
Krawall in der Wüste mit einem sehr coolen Shootout zum Schluss.


Jap, der is es. :mrgreen:


Ganz genau.

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 Betreff des Beitrags: Re: MOTORPSYCHO - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 30.01.2014 21:29 
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Russ Meyer - Motorpsycho
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Deutscher Titel: Motorpsycho … wie wilde Hengste
Originaltitel: Motorpsycho
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1965
Spieldauer: ca 74 Minuten
Regie: Russ Meyer
Darsteller: Alex Rocco,Haji,Holle K. Winters,Stephen Oliver,Thomas Scott,Joseph Cellini um.
Drehbuch : Russ Meyer, William E. Sprague
Kamera: Russ Meyer
Schnitt: Sharles Schelling
Musik: Igo Kantor

Inhalt: 3 Bikern die für Angst und Schrecken sorgen vergewaltigen die Frau des Tierarztes Cory Maddox.dieser will nun Rache und nimt ie Jagd auf die die Gang auf.Unterwegs trifft er auf Ruby deren von der Gruppe Mann erschossen wurde.
Es kommt zum Showdown zwischen Cory und den wahnsinnig gewordenen Anführer,dem ehemaligen Soldaten Brahmin.


Bei Motor Psycho handelt es sich nicht nur um ein Frühwerk Meyers sonder auch um ein Frühwerk des Bikerfilms.Hier ist zwar für Meyersche Verhättnisse wenig Nackter Haut zusehen dafür ist die Story doch recht Sozialkritisch.Dazu kann der Film mit der einer Schlangengift aussauge Szene sowie dem ende Punkten.Durch die kurze Laufzeit ist der Film auch sehr kurzweilig und schnell vorbei.
Der Meister selber ist hier übrigens in einer Kleinen Rolle als Sherriff zusehen.

Wie ich finde ein Vernüftiger aber keiner der besten Russ Meyer Filme.Dafür fehlt dann doch der Humor und der Typische Erotikfaktor der zwar nicht ganz wegfällt aber auch nicht übermäßig vorhanden ist.Immerhin wirkt der Film nicht zu albern und ist etwas ernster als sonst.

6/10


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 Betreff des Beitrags: Re: MOTORPSYCHO - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 30.01.2014 22:23 
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Motorpsycho gehört für mich neben Faster Pussycat Kill Kill, Mudhoney und Black Snake zu meinen persönlichen Favoriten, aber bei R.M. Filmen falle ich geschmackstechnisch meistens aus dem gängigen Rahmen ;)


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 Betreff des Beitrags: MOTORPSYCHO - WIE WILDE HENGSTE - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 17.03.2015 21:24 
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Motorpsycho - Wie wilde Hengste (D)
Motorpsycho! - I 3 uomini di Ruby (IT)
Le gang sauvage / Les enragés de la moto (F)
Motorpsycho! (USA + int.)


USA 1965

R: Russ Meyer
D: Alex Rocco, Steve Oliver, Haji, Joseph Cellini, Thomas Scott, Sharon Lee, Arshalouis Aivazian, Holle K. Winters u.a.


dt. Kinopremiere: 22.03.1968

dt. Synchronsprecher

Score: Igo Kantor, Paul Sawtell & Bert Shefter

OFDb



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"Hör mal, diese Verbrecher haben meinen Mann umgebracht und Deine Frau vergewaltigt. Glaubst Du ich pflege Dich, damit Du kneifen kannst?
Und vergiss bitte nicht, Du bist meine Fahrkarte nach Las Vegas...
"


Eine dreiköpfige Moped-... äh, Motorradgang terrorisiert auf ihrer Tour nach Las Vegas die ländliche Bevölkerung und verbreitet Angst und Schrecken in den Provinznestern. Anführer der harten Jungs ist der etwas wahnsinnige und unberechenbare Brahmin (Steve Oliver), der gemeinsam mit seinen beiden Handlangern Dante (Joseph Cellini) und "crazy" Transistorradio-Slick (Timothy Scott) so ziemlich jeden anmacht, der ihren Weg nach Las Vegas kreuzt. Und dabei machen die halbstarken Outlaws auch vor Vergewaltigungen nicht mehr halt.... Was man möchte, wird sich einfach genommen... notfalls auch unter Ausübung von roher Gewalt.

So kommt es, dass eines Tages die hübsche Gail Maddox (Holle K. Winters) am hellichsten Tag von der unsagbaren Moped-Gang in der Öffentlichkeit aufs Übelste angemacht wird. Doch glücklicherweise rauscht genau in diesem Augenblick auch schon ihr Göttergatte Corey Maddox (Alex Rocco) an, um wutentbrannt die Halbstarken in ihre Schranken zu weisen.
Da sich die 3 von der Mopedgang aber durch das Eingreifen des Tierarztes Corey erniedrigt fühlen, geht die Party am nächsten Tag weiter, indem sie mit gesammelter Mannschaft einen unangemeldeten Überraschungsbesuch bei den Maddoxs zuhause abstatten. Da Corey aber kurz zuvor von der prall-bestückten Bauern-Matrone Jessica Fannin (Sharon Lee) zu einem Notfall wegen einem ihrer Pferde auf deren Hofgut gerufen wurde, befindet sich Gail zum Zeitpunkt des Eintreffens der 3 Gesetzlosen alleine zuhause und bekommt somit die ganze Härte der Rache des 3-Mann starken Rocker-Mobs zu spüren.

Als Corey erschöpft von seinem Einsatz zurückkehrt, findet er zu seiner (bösen) Überraschung den Scherrif und den Notarzt auf seinem Anwesen vor. Fassungslos über die grausame Tat, begleitet er seine schwer verletzte Gail im Rettungswagen zum Krankenhaus. Unterwegs unterbreitet ihm der saubere Sheriff (Russ Meyer) seine Sicht der Dinge, indem er Gail bzw. Frauen im allgemeinen als Provokateurinnen ansieht, die solche unvermeidlichen Übergriffe letztendlich herausfordern.

Wutentbrannt und vom Arm des Gesetzes alleine gelassen startet Tierarzt Corey einen einsamen und gnadenlosen Rachefeldzug, indem er zunächst die Suche nach den 3 Bikern des Verderbens startet.
Schon nach kurzer Zeit trifft er an einer Wüstenstraße auf die einsame Teilzeit-Prostituierte Ruby Bonner (Haji), die glücklicherweise einen brutalen Raubüberfall der 3 Moped-Berserker überleben konnte. Ihr Mann Harry Bonner (Coleman Francis) hatte bei dem Überfall weniger Glück und musste sein kostbares Leben im heißen Wüstensand lassen.

Gebeutelt vom jeweiligen Schicksal raufen sich die beiden gegensätzlichen Persönlichkeiten zusammen und führen ab jetzt gemeinsam den Rachefeldzug gegen die motorisierte Mörder-Gang unerbittlich fort. Doch dann bremst ein unerwarteter Schlangenbiss die Verfolger kurzzeitig aus, aber nach einer intensiver Pflege kann die unbarmherzige Jagd schon nach kurzer Zeit wieder fortgesetzt werden und endet in einem explosiven Finale mit dem faden Beigeschmack eines Vietnam-Kriegstraumas.


"Was glaubst Du, was ich alles 'hätte' tun sollen... ist ein ganzer Roman"


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Ein weiteres s/w Exemplar von Regisseur Russ Meyer aus der Zeit vor seinen prallen Sex-Film-Grotesquen, für die er bis heute eigentlich bekannt ist. Bei "Motorpsycho" gibt es zwar schon den einen oder anderen kurzen Busenblitzer zu entdecken, aber im Vergleich zu seinen späteren, eher monströsen Nackt-Inszenierungen herrscht bei diesen recht frühen s/w Roughies eine für meinen Geschmack ansprechendere Ästhetik vor

Eng genommen kann man den Vorläufer zu Faster Pussycat Kill! Kill! als dessen männliches Pendant ansehen (dieser Satz kommt mir irgendwie bekannt vor :jc_hmmm: ;) ), da hier ganz stereotypisch 3 männliche (Möchtegern-)Gesetzlose mit ihren ps-schwachen motorisierten Untersätzen ihr soziales Umfeld aufs Übelste terrorisieren.
Bei manchen Szenen erinnert der Film an eine sehr frühzeitige Ausgabe eines Rape'n Revenge Films und kommt für das Entstehungsjahr alles andere als zimperlich daher.

Die dt. Synchronisation lässt auch wieder ein Feuerwerk der flotten Sprüche auf den erstaunten Zuschauer los, wobei die Sprecherwahl bei einigen wenigen Filmcharaktere ein wenig merkwürdig anmutet und die zuvor geschnittenen Szenen (dt. KF) kommen mit einer gewöhnungsbedürftigen Neu-Synchro daher. Aber alles in Allem bereitet die dt. Synchro auch in diesem Fall einen riesen Spaß...

Die schauspielerische Leistungen schwanken von "überzeugend" bis "unterirdisch", aber allesamt bieten beste Unterhaltung. Alex Rocco legt meinem Empfinden nach, mit die Beste Leistung an den Tag, wobei Steve Oliver und Coleman Francis mit ihren Performances auch recht positiv ins Auge fallen. Haji legt mit Motorpsycho ihr "Russ Meyer Debüt" hin und wirkte später auch noch u.a. in den Werken Die Satansweiber von Tittfield, Blumen ohne Duft oder Supervixens mit.
Russ Meyer himself übernimmt auch mal wieder eine kleine Rolle, nämlich die des asozialen und fiesen Sheriffs.

Die Inszenierung ist zwar recht durchwachsen, kann aber trotzdem bestens unterhalten und bringt einen recht hohen Filmspaß mit sich. Die Filmmusik ist auch wieder ordentlich gelungen und nistet sich ziemlich schnell in den Hörgängen ein.

An die einzigartigen und unerreichbaren "Satansweiber" kommen die "Motorpsychos" nicht ganz heran, bieten aber trotzdem ein ordentliches Unterhaltungsfeuerwerk mit jeder Menge Gewalt, gemäßigteren Rundungen (ausgenommen Sharon Lee) und verhüllteren Tatsachen in einer sehr angenehmen s/w Ästhetik.


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filmdienst.de hat geschrieben:
Ein Trio von Motorradfahrern, das sich vor allem damit vergnügt, Frauen zu jagen und zu vergewaltigen, verbreitet Angst und Schrecken in der amerikanischen Einöde. Am Ende entpuppt sich der Anführer, ein Vietnam-Veteran, als geistesgestört. Russ Meyers monströse Sexvisionen treten hier zurück gegenüber einem ebenso rasanten wie primitiven Actionkino voller greller Gewalteffekte und selbstzweckhafter Grausamkeiten. Trivial bis zum Exzeß, wirkt der Film teilweise wie eine rohe Vorstudie zu späteren Motorrad-Filmen der 60er Jahre. (Videotitel: "Motorpsycho!... Wie die wilden Hengste"; Videotitel: Russ Meyer's Motorpsycho) - Wir raten ab.




www.youtube.com Video From : www.youtube.com


www.youtube.com Video From : www.youtube.com


it. Sprachfassung



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 Betreff des Beitrags: Re: MOTORPSYCHO - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 23.07.2015 15:03 
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Ein weiterer Meyer, der mir gut gefallen hat.
Ist zwar jetzt nicht so der typische Meyer, weil eben doch der Erotik-Anteil (im richtigen Ausmaß) irgendwie fehlt, aber das ist auch nicht schlimm, dafür setzt man eben mehr auf Gewalt.
Und das zur reinen Unterhaltung, was aber auch nichts neues ist, bei Meyer.
Er verzichtet komplett auf Tiefsinnigkeit, zeigt dafür eine humorlose Rape & Revenge Geschichte, die für damalige Verhältnisse recht brutal ausfällt.
Wenn es auch sicher nicht eines der besten Werke des Herrn Meyer ist, so ist der Unterhaltungswert trotz allem hoch genug, dass man am Ende zufrieden sein kann.
7,5/10

P.S. Richie Pistilli hat ebenfalls einen Thread zum Film eröffnet - bitte zusammenfügen.


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 Betreff des Beitrags: Re: MOTORPSYCHO - WIE WILDE HENGSTE - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 23.07.2015 15:44 
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MOTORPSYCHO ist einer meiner liebsten Russ Meyer-Streifen, alleine schon durch den legendären Alex Rocco (R.I.P.!) und die beiden Schönheiten Haji und Holle K. Winters. Große Kunst und danke für die schöne Rezension!

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 Betreff des Beitrags: Re: MOTORPSYCHO - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 21.03.2017 19:31 
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Motor Psycho – Russ Meyer

(USA 1965)

Januar 2003, VHS (Warner Vision, DF, 1,33:1)
13.3.2017, Kino (Kommkino Nürnberg, Beam der Arrow-DVD, OV, 1,33:1)



Inhalt:

Frank angelt sehr gerne und lässt sich dabei auch von seiner gutgebauten Freundin nicht ablenken. Als jedoch 3 Motorradrocker auftauchen und ihn und seine Freundin belästigen, nimmt er den aussichtslosen Kampf ritterlich auf, um sie zu verteidigen, zieht jedoch den Kürzeren. Wenig später vergewaltigen die Motorpsychos Gail Maddox, deren Mann Cory, ein Tierarzt, gerade ein Tier von Jessica Fannin versorgt, die zwar äußerst hübsch und gut gebaut ist, an der Cory aber aufgrund seiner Liebe zu Gail nicht interessiert ist. Als er heimkehrt und dort Polizei und Sanitätswagen vorfindet, schwört er seiner Frau Rache, besitzt also weniger Gelassenheit als der Polizist, der meint, Gail wäre nichts passiert, wofür ihr Frauenkörper nicht geschaffen wäre.

Bis Cory auf die Vergewaltiger trifft, treffen diese auf Ruby Bonner, die mit dem wesentlich älteren Harry verheiratet ist, die sich gegenseitig hassen („Du ausgediente Matratze, warum hab ich dich bloß geheiratet?“) und gemeinsam auf dem Weg nach Las Vegas sind. Als Ruby kurz aussteigt, um sich die Füße zu vertreten, greifen die Motorradfahrer Harry an, interessieren sich jedoch schnell viel mehr für die zurückkehrende Ruby; Harry verteidigt anders als Frank zu Beginn seine Frau nicht, sondern bietet ihnen seine Frau sogar zur Vergewaltigung an. Doch während Harry die Auseinandersetzung nicht überlebt, kann Ruby mit einem Streifschuss überleben und trifft wenig später auf Cory, der den Übeltätern, die ebenfalls wie Ruby auf dem Weg nach Las Vegas sind, noch immer auf der Spur ist.

Bald reduziert sich die Zahl der Verbrecher, die nun ihrerseits die Verfolgung aufgenommen haben, erst aufgrund innerer Streitigkeiten, dann nach einer versuchten Vergewaltigung Rubys – Ruby ersticht ihn in Notwehr – auf nur noch einen. Cory ist währenddessen eine Nacht lang außer Gefecht gesetzt, da er von einer Klapperschlange ins Bein gebissen wurde; das Gift musste Ruby zwar aussaugen, das verbliebene Gift in seinem Körper lässt ihn jedoch delirieren, während sich Ruby ihrer Vergewaltigung erfolgreich allein erwehrt. Brahmin, der verbliebene Anführer des Motorradtrios, beschießt nun unter wüsten Beschimpfungen immer näher kommend Ruby und Cory, die sich in einer Mulde verstecken. Als er ihnen Auge in Auge gegenübersteht, explodiert eine Sprengstoffalle, die Cory zuvor ausgelegt hat, und tötet Brahmin. Cory beschließt, Ruby, mit der er sich angefreundet hat, nach Las Vegas zu fahren und dann zu seiner Frau heimzukehren.


Review:

Nach „Mudhoney“ (1965) folgte im gleichen Jahr mit „Motor Psycho“ bereits der nächste Roughie Russ Meyers, der vor „Die Satansweiber von Tittfiled“ (1965) gedreht wurde, aber 6 Tage nach diesem seine Erstaufführung fand. Wie nah sich die beiden Filme inhaltlich sind, erklärt folgender kurzer Dialog zwischen Russ und Eve Meyer:
„Ich habe eine großartige Idee, wir werden das mit drei bösen Mädchen machen.“ – „Bist du sicher, dass das funktioniert?“ – „Absolut.“
Sämtliche Darstellerinnen in „Motor Psycho“ traten zum ersten Mal in einem Film von Meyer auf, und nur Haji, die damals 19jährige Darstellerin der Ruby, sollte in mehreren Meyer Filmen, darunter in „Die Satansweiber von Tittfield“, zurückkehren.

„Motor Psycho“ besitzt weniger psychologische Aspekte und Gesellschaftskritik als die meisten vorhergehenden Filme Russ Meyers, verzichtet jedoch nicht darauf, sondern wendet die bekannten Klischees gekonnt an, um diesmal eine erstmalig sehr geradlinig erzählte Rachegeschichte in den Vordergrund zu stellen. Was auffällt ist, welche Frauen wann Opfer der Motorradgang werden: Frank hat nur Augen für seine Angelei, als sich seine Freundin vor ihm im Bikini in die Fluten wirft, beschwert er sich, dass sie die Fische damit vertrieben hat. Ruby ist für ihren Mann, eine Unglaublichkeit an fleischgewordener Ekelhaftigkeit, nichts anderes als eine ausgediente Matratze, die er fortwährend beschimpft und Corys Frau Gail fällt der Gang zum Opfer, als ihr Mann berufsbedingt gerade fort ist. Opfer werden die Frauen also dann, wenn die Liebe des Mannes oder der liebende Mann gerade abwesend sind, und Opfer werden sie Männern, deren Lebensinhalt nur aus Hedonismus und Gewalt besteht, garniert mit einem Kriegstrauma im Falle Brahmins, des Anführers der Gang.

Während die meisten wichtigen Figuren in „Motor Psycho“ auf dem Weg nach Las Vegas sind, dem gelobten Land, das ihnen Glück verheißt, beginnt „Die Satansweiber von Tittfield“ in einem Las-Vegas-artigen Stripclub, den drei attraktive Frauen auf der Suche nach Hedonismus und Gewalt verlassen…


Fazit:

Spannend erzählter Motorradgang-Thriller, der weniger Voyeurismus als sonst bei Russ Meyer üblich bietet, aber auch etwas weniger Tiefgang.


Wertung:

7 / 10


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