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DEATH VALLEY - Dick Richards
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Autor: Blap [ 27.06.2013 22:17 ]
Betreff des Beitrags: DEATH VALLEY - Dick Richards

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BD+DVD Combo: Shout! Factory (USA)



Death Valley (USA 1982, Originaltitel: Death Valley)

Geschlitze im Tal des Todes

Billy (Peter Billingsley) leidet unter der Trennung seiner Eltern. In seiner Heimatstadt New York verabschiedet sich der kleine Junge tränenreich vom geliebten Vater (Edward Herrmann), fliegt wenig später mit seiner Mutter Sally (Catherine Hicks) in den Südwesten der USA. Während eines gemeinsamen Urlaubs soll Billy sich an Mike (Paul Le Mat) gewöhnen, Jugendliebe und neuer Lebensgefährte der Mutter. Für den kleinen Jungen keine leichte Aufgabe, ebenso eine Herausforderung für Mike und Sally. Beim Spaziergang durch die Wüste entdeckt Billy ein Wohnmobil, offenbar sind die Reisenden nicht anwesend, heimlich lässt der Eindringling eine goldene Kette samt Änhänger verschwinden. Kurz zuvor wurden drei junge Leute grausam im Camper abgeschlachtet, doch Mike, Sally und Billy verlassen den Ort ohne Kenntnis dieser fürchterlichen Vorfälle. Nach kurzer Rast geht die Reise weiter, man trifft auf eine gesicherte Unfallstelle, das zuvor von Billy betretene Wohnmobil liegt nun ausgebrannt neben der Landstrasse. Schon nagt das schlechte Gewissen an Billy, voller Reue übergibt er dem Sheriff (Wilford Brimley) die entwendete Kette, inklusive Mitteilung einer wichtigen Beobachtung. Während sich die Urlauber dem Vergnügen hingeben wollen, bringen weitere Ermittlungen nicht nur den Sheriff in akute Lebensgefahr ...

"Death Valley" reitet zwar auf der "Früh-Achtziger-Slasherwelle" mit, präsentiert aber in mancherlei Hinsicht durchaus eigenständig und erfrischend. Hier wird kein Campus zum Spielplatz des Killers, kein Maskenmann jagt bekiffte Teenies durch den finsteren Wald. Zu Beginn mutet der Streifen nach Scheidungsdrama an. Rührselige Szenen stellen uns Billy vor, ein kluger Junge, dennoch hilflos und traurig über das Zerwürfnis der Eltern. Diesen Faden nimmt man immer wieder auf, Billy lässt den neuen Mann an Mutters Seite gern auflaufen, Mike bemüht sich recht geduldig um die Zuneigung des Kindes. Meist bleibt die Kamera recht nah an den Darstellern, die weitläufige Landschaft dient lediglich als unaufdringliches Umfeld. Spannung und Härte bewegen sich in gemäßigten Bahnen, das durchweg gut aufgelegte Ensemble trägt den Film ohne wüste Exzesse durch kurzweilige 88 Minuten. Regisseur Dick Richards hat keine allzu umfassende Filmographie vorzuweisen, inszeniert gleichwohl mit entspannter Routine, kann sich ohne Ausnahme auf seine Mitstreiter vor und hinter der Kamera verlassen.

Kinder in Filmen, manchmal ein schwieriges Thema. "Death Valley" stellt zu allem Überfluß einen kleinen Jungen mit Hang zur Klugscheißerei in den Mittelpunkt, bringt überdies das Thema Scheidung ins Spiel. Keine allzu guten Vorzeichen für einen gelungenen Filmabend? Gern gebe ich Entwarnung, schnell gewöhnt man sich nicht nur an Billy, nach und nach wächst einem der kleine Bursche sogar ein wenig ans Herz. Peter Billingsley spielt erstaunlich gut, bringt die Trauer über den Verlust des bisherigen Umfelds überzeugend rüber, bereits erwähnte Besserwisserei mag ich Billy kaum anlasten, unter Druck mutiert er nicht zum Superboy, insgesamt angenehm, lobenswert und irgendwie putzig. Catherine Hicks ist jedem Horrorfan bekannt, sie wurde einige Jahre später von Chucky drangsaliert, war dort erneut als besorgte Mutter eines kleinen Jungen zu sehen. Sally gefällt mir gut, sie meistert den schwierigen Spagat zwischen Sohn und Lover erstaunlich, baut beiden Seiten immer wieder goldene Brücken. Paul Le Mat kommt folglich nicht als fieser Stiefvateranwärter daher, Mike ist der freundliche Durchschittstyp für den mittelgroßen Hunger. Als Bösewicht(e) bekommen wir es mit Stephen McHattie zu tun, einem vielbeschäftigter Schauspieler mit markanten Gesichtszügen, im Finale darf er für einige Minuten auf die Pauke hauen, zuvor sorgt er für leichte Gruselschauer. Positiv fällt auch Wilford Brimley auf, er gibt den knuffigen Sheriff, bricht das Klischee vom faulen und widerlichen Dorfbullen auf. Ihr wollt den hässlichsten Babysitter aller Zeiten sehen, obendrein verfressen, aufgedunsen und grenzdebil? Mary Steelsmith dürfte vermutlich unschlagbar sein, herrlich! Damit sind die wichtigsten Akteure genannt, freut euch auf ein sympathisches Trüppchen.

"Death Valley" ist kein Überflieger, bietet dem Genrefan jedoch gute und erfrischende Unterhaltung. Wer sich mit Slashern sonst schwer tut, darf in diesem Fall gern einen Blick riskieren. Zusammenfassend ein kurzweilig erzählter, ansprechend photographierter und überdurchschnittlich gut besetzer Streifen, der auf seinem standfesten Gerüst mit geschätzten Schablonen spielt, dabei teils erstaunlich weit über den Tellerrand blickt. Kleine Jungs mit Brille und seltsamer Frisur ... müssen nicht zwangsläufig nervige Kackbratzen sein. Wieder was gelernt, vielen Dank dafür!

Mir liegt die BD+DVD Combo aus den USA vor, beide Scheiben kommen mit Regionalcode daher. Auf Blu-ray erstrahlt "Death Valley" in sehr schöner Qualität, im Bonusbereich ist eine kleine Auswahl von Trailern zu finden. Ferner befindet sich ein Audiokommentar mit Regisseur Dick Richards an Bord, gute Veröffentlichung eines guten Films. Bisher liegt das Werk in Deutschland lediglich auf einem gekürzten Tape vor. Vielleicht kümmert sich irgendwann ein einheimisches Label um den Flick, mir ist leider nichts davon bekannt, ergo empfehle ich die importierte Version, geeignete Abspielgerätschaften vorausgesetzt.

7/10 (gut)


Lieblingszitat:

"Behind the sofa, quick."

Autor: B-Movie Rat [ 27.06.2013 23:38 ]
Betreff des Beitrags: Re: DEATH VALLEY - Dick Richards

Hört sich doch nach einem Kandidat für einen entspannten Filmabend an. Ist notiert. Wird echt Zeit für einen Codefree BD Player. Solange muss ich wohl mit der Dvd Vorlieb nehmen(wie leider auch schon bei anderen Combipacks der Scream Factory :( ).

Autor: Richie Pistilli [ 27.07.2014 20:15 ]
Betreff des Beitrags: Re: DEATH VALLEY - Dick Richards

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Death Valley (D - VHS / US)
Death Valley - Una Vacanza Nell'Estremo Terrore (IT)
La Vallée de la Mort (F)
Terror mortal (ES)

US 1982

R: Dick Richards
D: Paul Le Mat, Catherine Hicks, Peter Billingsley, Stephen McHattie, Wilford Brimley u.a.

OFDb



"Die Menschen sind den Pflanzen gleich, eine gewisse Zeit im Jahr wachsen sie und blühen auf, doch dann verwelken sie und gehen einfach ein. Deine Mutter und ich haben vieler solcher Jahreszeiten miterlebt." :shock: :)


Mit diesen emphatischen und (für einen kleinen Jungen) "sehr" verständlichen Worten, bekommt der junge Billy von seinem Vater die Nachricht über die Trennung seiner Eltern zugetragen. Im Anschluss soll er dann erst einmal gemeinsam mit seiner Mutter und deren neuen Freund Mike eine mehrwöchige Urlaubszeit in Arizona verbringen. Seine Mutter verfolgt dabei die Intention, dass sich ihr Sohn und Mike im Rahmen der Ferienreise nähern und dass Billy zu ihm Vertrauen aufbaut.

Für die Urlaubsreise sind verschiedene "Adventure" Besichtigungen wie z.B. einer Western Stadt vorgesehen und der erste Halt wird gleich bei einer stillgelegten Goldmine eingelegt.
Beim Erkunden des Arials stößt Billy auf ein verlassenes und unverschlossenes Wohnmobil, worin er eine Halskette mit einem Anhänger auf dem Boden vorfindet und dieses nichtsahnend einsteckt. Aber dies war ein folgenschwerer Fehler, denn die Halskette gehörte einem psychisch labilen Massenmörder, der zuvor den Besitzern des Wohnmobils das Leben ausgehaucht hatte und sich danach versteckte.

Da dieser nun davon ausgehen muss, dass Billy neben dem Besitz des Beweisstücks evt. noch mehr beobachtet hat, beginnt ab diesem Zeitpunkt eine mörderische Jagd auf Billy, seine Mutter und Mike. Werden alle die Jagd unbeschadet überstehen?


Nachdem ich den heutigen Tag mit einem der unbarmhezigsten Filme gestartet habe, war mir am Nachmittag doch nach etwas barmherzigeren zumute und entschied mich somit für ein Refresh dieses recht gemütlichen Sonntags-Nachmittags-Slashers aus den frühen 80ern.

Eigentlich kommt dieses Genre-Exemplar wie ein sympatischer Familienfilm daher, lediglich mit ein paar wenigen, aber dafür schon recht heftigen Gewaltspitzen gespickt. Und diese waren wohl dem damaligen dt. Verleiher auch noch zu heftig, da diese für die dt. VHS Fassung in ihrer Dauer zeitlich gestutzt wurden (Schnittbericht der dt. VHS-Fassung).

Die Rolle des recht pfiffigen Billy ist solide dargeboten und kommt stellenweise etwas altklug daher, aber seine Begründungen sind meist gerechtfertigt.

Ein gemütlicher Sonntags-Nachmittags-Slasher der schon sehr viel Charme der frühen 80er ausstrahlt und sehr sympatisch daherkommt. :231: (Goreheads könnte dieses Exemplar evt. etwas zu zahm geraten sein....)


UK Trailer:

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US Home Video Trailer

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US TV Spot

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It.Trailer

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Autor: Randolph Carter [ 21.01.2018 12:32 ]
Betreff des Beitrags: Re: DEATH VALLEY - Dick Richards

Death Valley
USA 1982 - Directed by Dick Richards
Starring: Paul Le Mat, Catherine Hicks, Peter Billingsley, Stephen McHattie, Wilford Brimley, Edward Herrmann...


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Nach der Scheidung von ihrem Mann Paul (Edward Herrmann, The Lost Boys) kehrt Sally (Catherine Hicks, Child's Play) New York den Rücken zu und zieht mit ihrem Sohn Billy (Peter Billingsley, Arcade) zurück aufs Land, wo sie mit ihrer Jugendliebe Mike (Paul Le Mat, American Graffiti) ein neues Leben beginnen will. Billy, der seinen Vater sehr liebt, ist mit dieser Situation alles andere als glücklich, verspricht aber zumindest, Mike eine Chance zu geben. Das erste Zusammentreffen der beiden verläuft suboptimal, aber immerhin nicht katastrophal. Um sich besser kennenzulernen haben sich Mike und Sally für einen Trip quer durch Arizona und Kalifornien entschieden, mit dem Ziel, sämtliche relevanten Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Bei einer Rast nahe einer alten Goldmine im Death Valley Nationalpark entdeckt Billy ein scheinbar verlassenes Wohnmobil, dessen Türe weit offensteht. Der Junge sieht sich neugierig um und findet am Boden eine Halskette mit einem merkwürdigen Anhänger, welche er spontan einsteckt. Wie sich wenig später herausstellt, wurden die drei jungen Leute, die mit dem Wohnmobil unterwegs waren, Opfer eines Serienkillers. Als Billy dem Sheriff (Wilford Brimley, The Thing) von der Halskette erzählt und sie ihm aushändigt, hat dieser endlich eine brauchbare Spur. Unglücklicherweise bekommt auch der Mörder Wind von der Sache...

Wie der ein Jahr zuvor veröffentlichte Eyes of a Stranger (Die Augen eines Fremden) ist auch der von Richard Rothstein geschriebene und von Dick Richards inszenierte Death Valley eine gelungene Melange aus Thriller- und Slasherfilmelementen. Zwar kommt er an die Klasse von Ken Wiederhorns feinen Schocker nicht heran, aber für solide in Szene gesetzten, schön photographierten, überdurchschnittlichen Thrill reicht es allemal. Death Valley schildert sehr überzeugend, wie eine im Entstehen begriffene Familie unverschuldet in eine brenzlige Situation gerät, die rasch lebensbedrohliche Ausmaße annimmt. Die recht sympathischen Figuren sind gut gezeichnet und glaubhaft gespielt, wobei insbesondere Peter Billingsley als Billy eine eindrucksvolle Leistung abliefert. Ein nervendes Balg im Zentrum hätte dem Streifen mit Sicherheit das Genick gebrochen, aber Billingsleys zurückgenommene Performance fühlt sich ziemlich echt an, obwohl er vielleicht ein bißchen zu neunmalklug rüberkommt. Aber hier ist niemand frei von Makel, was der Glaubwürdigkeit des Geschehens durchaus zugutekommt. Überzeugend und bedrohlich ist auch der Darsteller des Killers (ich verzichte aus Spoilergründen auf Nennung des Namens, obwohl spätestens gegen Mitte des Filmes klar ist, wer der Übeltäter ist), der seine Figur zu gleichen Teilen irre, gerissen, unberechenbar und überheblich anlegt.

Allgemein betrachtet hebt sich Death Valley wohltuend vom üblichen Slasher-Einerlei ab, und zwar sowohl aufgrund der Figuren (Pärchen samt kleinem Kind) und der Schauplätze (staubige Wüstenlandschaften, launige Touristenattraktionen), als auch wegen der ungewöhnlichen Musikauswahl (Country/Western-Mucke). Leider schafft es Regisseur Richards trotz manch toller Momente voll Hitchcock'schem Suspense nicht, den Spannungsbogen über die gesamte Laufzeit aufrecht zu erhalten. Speziell in der zweiten Hälfte, wenn die Identität des Killers enthüllt ist und er alles daransetzt, den unliebsamen Zeugen zu beseitigen, stört der eine oder andere Durchhänger den generell positiven Gesamteindruck. Sehr stark ist hingegen der Schlitten, mit dem der Killer auf Mordtour geht: ein goldfarbener Cadillac mit extravagantem Kühlergrill, der irgendwie bösartig und animalisch wirkt. Und auch die ausweglose Stimmung - trotz einiger Menschen entsteht in den scheinbar endlosen Weiten ein quälendes Gefühl der Einsamkeit - kann weitgehend überzeugen. Das große, nachts in einer dunklen "Burg" stattfindende Finale bildet den dramatischen Schlußpunkt dieses guten, soliden Thrillers. Etwas befremdlich ist nur, daß Richards den Überraschungstwist stolz (in Zeitlupe!) zelebriert, obwohl aufmerksame Zuseher diesen längst erspäht haben.

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