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 Betreff des Beitrags: VOM TEUFEL GERITTEN - Robert Parrish
BeitragVerfasst: 20.10.2017 23:20 
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Produktionsland/Jahr: USA 1958
Darsteller: Robert Taylor, John Cassavetes, Julie London, Royal Dano, Charles McGraw, Donald Crisp, Richard Erdman, Douglas Spencer, Ray Teal
Drehbuch: Rod Serling
Produziert von: Armand Deutsch
Musik: Elmer Bernstein

Steve Sinclair (Robert Taylor), ein ehemaliger Revolverheld, betreibt mittlerweile mit seinem jüngeren Bruder Tony (John Cassavetes) eine Farm. Das ruhige Leben hat jedoch ein Ende als Tony von einer Reise sowohl eine Frau, als auch eine speziell für ihn gefertigte Pistole mitbringt. Der regulierende Einfluss Steves auf seinen aufbrausenden Bruder schwindet zusehends und als Tony in der Stadt einen Mann erschießt und sich auf dem Heimweg noch dazu mit einer Gruppe Siedlern anlegt, gerät Steve beim Versuch zwischen Bruder, Siedlern und dem benachbarten Großgrundbesitzer zu vermitteln mehr und mehr zwischen alle Fronten.
(Ofdb)

Unter den US-Western der 50er ist VOM TEUFEL GERITTEN wohl keine große Besonderheit.
Jedoch ist und blieb es der einzige Western für John Cassavetes.
Mir, der ich mich nach wie vor nicht als großer US-Western-Fan bezeichnen könnte und möchte, war das Grund genug für eine Sichtung und es hat sich gelohnt.
Denn mag der Film auch in vielerlei Hinsicht noch so gewöhnlich sein, Cassavetes macht alles wett.
So vergehen die 80 Minuten auch für jemanden der normalerweise nicht unbedingt große Begeisterung für den US-Western hegt, recht flott.
Zum Großteil liegt es wohl an Cassavetes, wobei ich schon auch sagen muss, dass die Geschichte mit dem Bruderzwist auch ihren Reiz hat.
Das ist schon unterhaltsam, das mitzuverfolgen, zu sehen, wie sich das entwickelt.
Eben das und Cassavetes sind die großen Stärken des Films, die dafür sorgen, dass auch jene Leute Gefallen an dem Film finden könn(t)en, die sonst mit dem klassischen US-Western nicht allzu viel anfangen können.
Die Inszenierung ist im Großen und Ganzen auch in Ordnung, enttäuscht keinesfalls, aber zum Jubilieren schaut das auch gerade nicht aus.
Einige Szenen sollen angeblich unter der Regie von John Sturges entstanden sein, aber die sind, schätze ich, kaum zu erkennen.
Für mich jedenfalls schaut das alles wie aus einem Guss aus, es gibt diesbezüglich keine großen Ausreißer, weder nach oben, noch nach unten.
Im Verlauf allerdings gibt's einen gewaltigen Ausreißer aus allen Konventionen, nämlich im Finale.
Ich will nicht zuviel verraten, aber da nimmt ein (sich anbahnendes) Duell ein sehr ungewöhnliches Ende.
Das hat man so sicher nicht oft gesehen, aber es ist auf jeden Fall eine wohltuende Abweichung vom normalen erwartungsgemäßen Verlauf einer solchen Szene.
So glaube ich, kann der Western-Fan mit dem Gesamtwerk schlussendlich ganz zufrieden sein.
Von mir gibt's dafür 7,5/10.

Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: VOM TEUFEL GERITTEN - Robert Parrish
BeitragVerfasst: 21.10.2017 19:50 
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Stimme zu - der Film ist ein guter 50er-Streifen, aber kein außergewöhnliches Meisterwerk.

Besonders blieben mir in Erinnerung: Die schönen Landschaften und der Song von Julie London.

Für Robert-Taylor-Fans (bin selber einer) gibt der Film nicht sonderlich viel her. Er wurde oft besser in Szene gesetzt.


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 Betreff des Beitrags: Re: VOM TEUFEL GERITTEN - Robert Parrish
BeitragVerfasst: 21.10.2017 22:38 
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Pacer Burton hat geschrieben:
Für Robert-Taylor-Fans (bin selber einer) gibt der Film nicht sonderlich viel her.
Er wurde oft besser in Szene gesetzt.

Ja, das denke ich auch (oder besser gesagt, ich kann's verstehen).
Ich habe zwar, soweit ich mich erinnere, außer dem Film noch nichts mit ihm gesehen (wie gesagt, war der einzige Sichtungsgrund für mich John Cassavetes), aber man merkt schon, dass er ziemlich an den Rand gedrängt wird.
Dafür, dass er eine der Hauptrollen spielt, hat er tatsächlich eher wenig zu tun.


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 Betreff des Beitrags: Re: VOM TEUFEL GERITTEN - Robert Parrish
BeitragVerfasst: 22.10.2017 14:49 
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Gemessen an seinen Möglichkeiten ein etwas enttäuschender Film. Taylor, in einer seiner schwächeren Standard Rollen, und der das Method Acting gnadenlos übertreibende Cassavetes passen nur schlecht zusammen, die psychologischen Konflikte wirken oberflächlich, und Regisseur Parrish bleibt inszenatorisch und atmosphärisch weit hinter seinem schönen The Wonderful Country zurück. Schade. 5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: VOM TEUFEL GERITTEN - Robert Parrish
BeitragVerfasst: 27.02.2018 09:03 
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Stanton hat geschrieben:
(...) und Regisseur Parrish bleibt inszenatorisch und atmosphärisch weit hinter seinem schönen The Wonderful Country zurück.


Der Film wurde wieder auf ARTE gespielt.
Man stelle sich vor, Julie London singt einem mit wunderbarer Stimme a cappella "Saddle the wind" vor und streichelt einem dabei über den Kopf.
Gemessen an der Freizügigkeit späterer Filme klingt das vielleicht nicht sonderlich sexy, aber ich finde, es ist doch sehr intim und somit auch erotisch inszeniert. Spricht also auch für Parrish.


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 Betreff des Beitrags: Re: VOM TEUFEL GERITTEN - Robert Parrish
BeitragVerfasst: 27.02.2018 11:44 
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Leider fand ich Julie London nie wirklich erotisch, und ich glaube diese Gesangseinlage fand ich eher etwas daneben. Obwohl das Liedchen an sich ganz nett ist, und ich generell fast immer für Singen und Tanzen in Filmen zu haben bin. Aber leider gibt es da in den 50ern auch oft Szenen die wirken als seien sie dem Film aufgezwungen worden, das sie nur da sind um Platten zu verkaufen.

In The Wonderful Country fand ich Londons Figur auch nicht überzeugend, bzw die Liebe mehr behauptet als fühlbar, eine kleine Schwäche des Films. Eigentlich hätte ich mir für jeden ihrer Western Auftritte Felicia Farr anstatt gewünscht.

Tja, da kommen wir wohl weder mit Film noch mit Julie zusammen.


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 Betreff des Beitrags: Re: VOM TEUFEL GERITTEN - Robert Parrish
BeitragVerfasst: 27.02.2018 12:13 
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Robert Parrish hatte wohl heftige Probleme mit irgendeinem Studioangestellen, der ihm immer wieder in die Dreharbeiten reingequatscht hat (Robert Taylor sähe zu alt aus, usw.)

Parrish schmiß hin und John Sturges hat den Film dann zu Ende gedreht.

Genaueres hierzu steht im Western-Lexikon.


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 Betreff des Beitrags: Re: VOM TEUFEL GERITTEN - Robert Parrish
BeitragVerfasst: 27.02.2018 13:14 
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Katastrophenproduktion. Alle haben sich unwohl gefühlt und man spürt es.
Julie London schlecht wie meist, nur wonderful WONDERFUL COUNTRY kann se nicht verderben.
Das üble Geträllere hat aber eher am Rande mit Plattenverkäufen zu tun, das war
einfach Folklore in USA. Ist es auch immer noch. Gestern sah ich CATTLE DRIVE (Koch Media),
da singt sogar Joel McCrea (sehr netter Film, Kurt Neumann).

Phil Karlsons ähnlicher "Gunman’s Walk" ist um Klassen besser.

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: VOM TEUFEL GERITTEN - Robert Parrish
BeitragVerfasst: 27.02.2018 14:47 
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mike siegel hat geschrieben:

Phil Karlsons ähnlicher "Gunman’s Walk" ist um Klassen besser.


Absolut.

Aus Saddle the Wind hätte was werden können, aber ich finde auch daß der Film sehr halbherzig wirkt.

Laut dem Western Lexikon Interview ist die Lied Szene tatsächlich gegen Parrishs Willen in den Film gedrückt worden, und war dann der endgültige Grund die Regie niederzulegen.

Parrish ist ja so ein eher unbekannt gebliebener Handwerker, mit einem sehr uneinheitlichen Ouevre. Von seinen 4 Western kann ich noch den ziemlich unbekannten The San Francisco Story (1952) empfehlen, während A Town Called Bastard (1971) auch wieder sehr unausgegoren wirkt.


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 Betreff des Beitrags: Re: VOM TEUFEL GERITTEN - Robert Parrish
BeitragVerfasst: 27.02.2018 15:10 
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mike siegel hat geschrieben:
Das üble Geträllere hat aber eher am Rande mit Plattenverkäufen zu tun, das war
einfach Folklore in USA. Ist es auch immer noch.


Na da bin ich mir nicht so sicher. London war ja zuvor auch als Sängerin in den Charts gewesen, und Saddle the Wind ist auch als Single erschienen, und laut Wiki schon in 1957 erschienen.

Gesungen wurde in Western natürlich schon immer wieder mal, aber nach dem Erfolg von dem High Noon Lied wurde es plötzlich wichtig schon im Vorspann ein Lied zu haben (war High Noon da eventuell mit der erste, oder gar der erste Western in der Hinsicht?).

Selbst der IW hat ja noch oft genug völlig unpassende alberne Lieder in seinen Vorspännen verewigt. Soviel dann auch wieder zum teils inkonsequenten Abgrenzen des IW vom US Western.

Es gab aber auch immer wieder einzelne Lieder bei denen das wirklich gelungen war. In High Noon funktioniert das ganz ausgezeichnet. Auch das von Gunfight at the OK Corrall mag ich sehr.


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 Betreff des Beitrags: Re: VOM TEUFEL GERITTEN - Robert Parrish
BeitragVerfasst: 27.02.2018 15:45 
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Ah stimmt. Ich vergaß ihre Gesangskarriere, aus niederen persönlichen Motiven heraus :).

Das Gesinge gab's aber immer, sicher in den 50ern mehr als je zuvor. Viele nette Lieder, wenn
man offen dafür ist. OK CORRALL mag ich auch, oder NORTH TO ALASKA. RIVER OF NO RETURN!
Zu KATIE ELDER gab es auch ein Titellied (Johnny Cash!) - welches leider kurz vor Filmstart gegen Instrumental getauscht wurde.

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Zuletzt geändert von mike siegel am 27.02.2018 17:31, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: VOM TEUFEL GERITTEN - Robert Parrish
BeitragVerfasst: 27.02.2018 17:17 
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Stanton hat geschrieben:

Es gab aber auch immer wieder einzelne Lieder bei denen das wirklich gelungen war. In High Noon funktioniert das ganz ausgezeichnet. Auch das von Gunfight at the OK Corrall mag ich sehr.


Das GUNFIGHT-Lied finde ich auch genial, sowie das Titellied in "Zähl bis drei und bete"...


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 Betreff des Beitrags: Re: VOM TEUFEL GERITTEN - Robert Parrish
BeitragVerfasst: 27.02.2018 18:54 
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Howard Vernon hat geschrieben:
...das Titellied in "Zähl bis drei und bete"...



Der "3:10 TO YUMA - Song" sowie das von Frankie Lane vorgetragene Titelstück aus MAN WITHOUT A STAR (1954) gehören in dieser Hinsicht zu meinen Favoriten.

Die nicht ganz unattraktive Julie London hat einige schöne Stücke aufgenommen - "Cry me a river", einer ihrer grössten Erfolge, ist in meinen Ohren ein Klassiker.

In MAN OF THE WEST (1958) hat sie, im Gegensatz zu dem durchschnittlichen SADDLE THE WIND, auch eine richtig gute Rolle in einem noch besseren Film.
DRANGO (1957) gehört ebenfalls zu ihren starken Westernfilmen.


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 Betreff des Beitrags: Re: VOM TEUFEL GERITTEN - Robert Parrish
BeitragVerfasst: 17.03.2018 12:51 
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[quote="Sbirro di Ferro]
Einige Szenen sollen angeblich unter der Regie von John Sturges entstanden sein, aber die sind, schätze ich, kaum zu erkennen. [/quote]

Man kann ja sehen, dass in viele der Aufnahmen an Originalschauplätzen plötzlich welche aus dem Studio zwischengeschnitten wurden. Mit deren Dreh wurde Sturges beauftragt (u.a. für das Ende). Da kann man sicherlich nicht viel verlangen.


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