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 Betreff des Beitrags: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 23.08.2010 23:38 
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Das Gesicht im Dunkeln (Italien, Deutschland 1969, italienischer Originaltitel: A doppia faccia)

John Alexander (Klaus Kinski) ist mit der wohlhabenden Fabrikbesitzerin Helen (Margaret Lee) verheiratet. Obwohl John seine Gattin liebt, ist das Verhältnis zu ihr stark abgekühlt, mehr und mehr distanziert. Während ihr Gatte eine Liebschaft mit seiner Sekretärin unterhält, vergnügt sich Helen in einer lesbischen Beziehung, die sie mit der attraktiven Liz (Annabella Incontrera) auslebt. Als Helen die Villa der Eheleute verlässt, sie will für unbestimmte Zeit Abstand gewinnen, kommt sie bei einem schrecklichen Autounfall ums Leben. Da der Witwer mit der Situation überfordert ist, übernimmt Helens Stiefvater (Sydney Chaplin) zunächst die Firmenleitung. Nach seiner Rückkehr erfährt John, dass offensichtlich polizeiliche Ermittlungen angestellt wurden, die man aber inzwischen eingestellt hat. Hinter den trügerischen Kulissen, haben sich die Behörden selbstverständlich nicht auf die faule Haut gelegt. Denn als Erbe des erheblichen Vermögens der Verstorbenen, besteht ein gewisser Verdacht gegen den nun schwerreichen Hinterbliebenen. John trifft bei seiner Rückkehr in die Villa, eine junge Dame unter der Dusche an. Im Schlepptau von Christine (Christiane Krüger), findet sich John plötzlich im Hinterzimmer einer wüsten Party wieder, in dem man kleine, schäbige Erotikfilmchen vorführt. In einem dieser Machwerke, glaubt er seine angeblich verstorbene Frau zu erkennen, was ihn zu weiteren Nachforschugen antreibt. Ein nicht ungefährliches Unterfangen, wie John bald am eigenen Leibe zu spüren bekommt...

Nach "Der Mann mit dem Glasauge", der 28. von Rialto produzierten Edgar Wallace Verfilmung, ging der bewährte Regisseur Alfred Vohrer von Bord. Mit ihm verliessen viele langjährige Mitarbeiter die Produktion, die der Reihe seit Jahren ein eigenständiges Gesicht verliehen hatten. Für "Das Gesicht im Dunkeln" baute man auf die Zusammenarbeit mit italienischen Produzenten, wodurch sich der Film deutlich von den zuvor entstandenen Wallace Werken abhebt. Für die Regie zeichnet Riccardo Freda verantwortlich, der zwar nicht zu den bekanntesten Vertretern seiner Zunft zählt, aber jedem Fan des italienischen Genrekinos ein Begriff sein dürfte. Fredas Inszenierung unterscheidet sich auf den ersten Blick, deutlich von den nebelverhangenen Filmen der Schwarzweiss-Ära, hat aber mit dem irrwitzigen Popanz der späten Vohrer-Phase ebenso wenig gemein. Die Kamera schwelgt in wundervollen, stilvollen Kulissen, geradezu hippieske Momente, bilden einen unerwartet harschen Kontrast dazu, nackte Tatsachen werden hier erst gar nicht verschämt durch Albernheiten kaschiert. Doch auch "klassische Wallace Momente" werden geboten. Man beachte die Szenen, in denen der rastlose Kinski durch nächtliche Gassen schleicht, verfolgt von einer merkwürdigen Gestalt, unterlegt mit einer unheimlichen Geräuschkulisse. Einen Dämpfer erhält der Film durch den teils holprigen Schnitt. Die deutsche Version wurde um einige Minuten erleichtert, was dem Gesamtbild leider nicht unbedingt zuträglich ist. Mir liegt zusätzlich eine längere Fassung vor, die in der Tat besser funktioniert. Eine weitere Fussangel sind die "Unfallszenen", bei denen Modelle zum Einsatz kommen. Diese (sehr kurzen) Szenen, sind handwerklicher Murks ersten Grades. Nun liebe ich Modelle in Filmen bekanntlich sehr, die hier gezeigten Momente finde ich durchaus liebenswert, regelrecht knuffig (jaja, mein Lieblingswort), doch sie sind schlicht und ergreifend deplatziert. Es handelt sich nur um wenige Sekunden, auf die man damals besser verzichtet hätte. Dem Verständnis der Vorgänge wäre es nicht abträglich gewesen, denn dieses ergibt sich aus dem weiteren Verlauf. Für mich ist dieser knuffige (!) Mumpitz kein relevanter Kritikpunkt. Ich buche den offenkundig aufblitzenden Dilettantismus, unter der Rubrik "charmante Ausfälle" ab. Der unrunde Schnitt wiegt ohne Zweifel schwerer, beschädigt den Film nachhaltiger.

Klaus Kinski war zuvor stets in (mehr oder weniger) verschrobenen Nebenrollen zu sehen. Eine Ausnahme bildet der 1967 von Alfred Vohrer inszenierte Film "Die blaue Hand". Doch erst "Das Gesicht im Dunkeln", macht Kinski zum unbestrittenen Platzhirsch, der den Großteil des Werkes auf seinen Schultern trägt. Wie er dieses Werk dann trägt, ist in der Tat aller Ehren wert. Diesmal erwartet uns kein völlig irrer, grotesker Charakter, dem von einem ausufernd chargierenden Kinski Leben eingehämmert wird. Nein, wir bekommen einen verzweifelten, einsamen, trauernden und rastlosen Mann zu Gesicht. Klaus Kinski versteht es auf andere Weise, seiner Rolle Tiefe, echten Charakter zu verleihen. Er gibt sich gegenüber Dritten distanziert, wahlweise auch schroff und unnachgiebig. Doch wo er in seinen Nebenrollen zur Hysterie neigte, triumphiert nun eine heisskalte Präsenz, die mich nachhaltig beeindruckt hat. Es wundert daher kaum, dass sämtliche Nebendarsteller, letztlich lediglich wie Stichwortgeber und Füllmaterial anmuten. Doch dieses "Füllmaterial" hat Klasse, allein die Riege schöner Frauen sorgt für freudige Erregung. Zunächst begegnen wir der herrlich unterkühlt aufspielenden Margaret Lee, die später auch in "Das Schloss der blauen Vögel" (La bestia uccide a sangue freddo, 1971), zusammen mit Kinksi vor der Kamera stand. Die kaum minder anmutige Annabella Incontrera, ist als lesbische Nebenbuhlerin zu sehen. Die Dame kennt man aus diversen Gialli, die sich durchaus zum erweiterten Kreis der Genre-Prunkstücke zählen dürfen: "Das Geheimnis der blutigen Lilie" (Perché quelle strane gocce di sangue sul corpo di Jennifer?), sowie "Der schwarze Leib der Tarantel" (La tarantola dal ventre nero), seien als Beispiele angeführt. Barbara Nelli, in der Rolle der liebesbedürftigen Sekretärin, soll an dieser Stelle nicht unterschlagen werden. Ein Streitpunkt ist die Leistung von Christiane Krüger, an deren Darbietung sich die Gemüter spalten. Mir gefällt sie als leicht nuttiges Hippie-/Pippi-Mädchen, ihre laxe, teils rotzlöfflige Art, passt meiner Meinung nach unbedingt zur Rolle. Die Herren in den Nebenrollen, haben gegen einen fantastischen Kinski, ergänzt durch eine Handvoll schöner Frauen, wahrlich keinen leichten Stand. Sydney Chaplin kann als berechnender Stiefvater trotzdem Punkte sammeln. Als Ermittler bietet man uns Luciano Spadoni und Günther Stoll an, deren Rollen aber kaum Raum zur Entfaltung lassen. Besonders der sympathische Günther Stoll, kommt hier fast überhaupt nicht zum Zuge, bleibt beliebig austauschbar. Die unscheinbare Anlage der Ermittlerrollen ist nicht negativ zu bewerten, denn der Fokus liegt ganz klar auf dem Part von Klaus Kinski.

Betrachtet man das Drehbuch nur durch die "Kriminalfilmbrille", geht die Story als nicht sonderlich überraschend, vielleicht gar als recht vorhersehbar durch. Doch einen Film wie "Das Gesicht im Dunkeln", möchte ich auf keineswegs auf den Begriff "Krimi" reduzieren, damit würde man dem Werk nicht gerecht. Freda gewährt uns einen fiktiven(?) (aber ohne Frage intimen) Blick, hinter die Kulissen der sogennanten Oberschicht. Mitten im üppigen Luxus tobt der Verfall, wüten emotionale Kälte, enttäuschte Gefühle und verletzte Eitelkeiten. Helden gibt es nicht, selbst der sprichwörtliche Antiheld verharrt im Ansatz, wird in einem Inferno aus Verzweiflung, Begehren und Intrigen aufgerieben. Über das Spielfeld des Kriminalfilms hinaus, taucht der Zuschauer in die schöne Scheinwelt der späten sechziger Jahre ein. Taumelt mit der Hauptfigur durch pompöse Wohnräume, die längst ihrer Bedeutung als "Lebensräume" beraubt wurden, versinkt im Partyuntergrund drogengeschwängerter Halbwelten, ängstigt sich in nächtlichen Gassen, fragwürdigen Absteigen. Für die musikalische Untermalung sorgt der grandiose Score von Nora Orlandi, der zu den schönsten Beiträgen der gesamten Wallace Reihe zählt. An dieser Stelle wird es Zeit für den üblichen Hinweis, der wie immer den offiziellen DVD-Veröffentlichungen gilt, die in keiner gut sortieren Sammlung fehlen sollten. Es sei mir aber der Hinweis gestattet, dass man auf der deutschen DVD lediglich die gekürzte Fassung des Films vorfindet. Diese sollte man auch gesehen haben, sie ist schliesslich ein Stück einheimischer Kinogeschichte. Trotzdem rate ich ausdrücklich auch zur Beschaffung der längeren Variante, die in sich stimmiger und "runder" wirkt.

Die "Edgar Wallace Edition 8" enthält ferner folgende Titel:

- Der Mann mit dem Glasauge
- Die Tote aus der Themse
- Das Geheimnis der grünen Stecknadel
- Das Rätsel des silbernen Halbmonds

Die insgesamt fünf DVDs kommen im üblichen Schuber daher. Das ebenso übliche und informative Booklet, ist selbstverständlich auch in der achten Box vorhanden.

"Das Gesicht im Dunkeln" hat bis in die heutige Zeit keinen leichten Stand. Dem Film war an den Kinokassen kein Glück beschert, die Fangemeinde zeigt dem Streifen noch immer die kalte Schulter. Aber es finden sich mehr und mehr positive Stimmen, auch dieser weniger beachtete Film, hat längst seine Liebhaber und Fürsprecher gefunden. Als "klassischer" Wallace mag das Werk nicht funktionieren, doch auch als Giallo wird der Film nur am Rande wahrgenommen. Während die beiden letzten Beiträge zur Reihe (Das Geheimnis der grünen Stecknadel, Das Rätsel des silbernen Halbmonds), längst als Klassiker des Genres gelten, besonders "Stecknadel" lässt kaum einen Giallo-Verehrer kalt, behandelt man "Gesicht" noch immer weniger liebevoll. Es mag daran liegen, dass dem Film auch die "klassischen Giallo-Elemente" (zumindest vordergründig) abgehen. So hat Riccardo Freda einen Film gedreht, der sich zwischen alle Stühle zu setzen scheint, sich darüber hinaus (und das ist der entscheidende Punkt!) nur dem aufmerksamen Zuschauer öffnet. Lässt man sich jedoch auf "Das Gesicht im Dunkeln" ein, wird man mit einem intensiven Erlebnis belohnt.

Gern ziehe ich 7/10 (gut). Der Film hat mit starken Mitbewerbern zu kämpfen, die aber "eigentlich" gar keine Konkurrenten sind... ...oder doch...?

Lieblingszitat:

"Warum denn so eilig?"

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 04.10.2010 23:15 
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Eine wirklich fantastische Rezension die du da verfasst hast.

Ich kann dir in allen Punkten nur Recht geben. Ich habe ihn gerade zum ersten Mal gesehen und war völlig in seinem Bann. Eine unglaublich dichte Atmosphäre die der Film da aufbietet. Er ist zwar wirklich weit weg von Wallace und eigentlich auch vom Giallo, aber er hat trotzdem einige Momente. Auch stilistische Anleihen vom Gothic-Horror, obwohl die nur in der Art der Inszenierung zu finden sind.
Blöd fand ich ebenfalls die kurzen Modellbahn-Einlagen die man sich wirklich hätte sparen können. Sie brachten den Film nicht weiter und haben zu Beginn den Anschein geweckt, in einer stümperhaften Amateurproduktion zu sein. Danach drehte sich das Blatt aber komplett und ich habe einen wirklich starken Film gesehen. Spitzenklasse!


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 06.10.2010 16:39 
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Vor allem der geile Soundtrack von Nora Orlandi gehört auch nochmal hervorgehoben! :jc_doubleup:

Den Film hab ich schon länger nicht mehr gesehen, hab ihn aber als durchaus brauchbar in Erinnerung. Tolle 60´s Atmosphäre.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 26.09.2011 19:18 
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Hab ich mir gestern angesehen, pendelt ziwschen Genial und totaler Stymperei :lol:

Erstmal will ich erwähnen das die Kammerarbeit und ausleuchtung ect. erste sahne ist! Wenn Kinski des Nachts auf der suche nach seiner Frau durch in orange getauchte kleine Gässchen schlendert ist das echt geil anzusehen. Und wäre eine gute Vorlage für ein Poster ;) Oder auch als Kinski durch eine Strasse gefüllt mit Neonlichtern läuft dazu der tolle Score von Orlandi, das ist echt stark!
Dann die Hippi Disco szene, wo nackte bemalte Mädels bei einer wilden Party Tanzen, durch die Tanzmeute fahren zwei Kerle mit ihren Mottorrädern. Coole szene, wobei bei uns recht gekürzt wurde, schade...
Dann Kinski allgemein spielt sehr gut den verzweifelten Ehemann, klar ist er wieder eine leichte Bestie, darum ging ja auch seine Ehe in die Binsen...

Leider lässt der Film trotz der guten Athmo manchmal etwas Spannung missen und es gibt viele haarsträubende dinge im Drehbuch, die mir aufgefallen sind beim sehen, das ich mich vor lachen gekrümmt habe. Das meiste fält mir aber grad nicht ein... Na zb. der Unfall der Frau, mit einem billigen Modellauto, echt stümperhaft gemacht leider! Und dann am Unfallort die Aussage des Arztes " Ihr ist Schlecht geworden, da hat sie die Kontrolle über das Auto verloren" :lol: Wie bitte kann er an einer verbrannten Leiche erkennen, das dieser vorher Schlecht war? Weshalb hat die Polizei nicht erkannt das eine Bombe unter dem Kotflügel angebracht war? Muss doch jeder Blinde sehen, das eine Explosion das Auto zerstört hat oder zumindest den Reifen weggesprengt hat...

Und vorallem wollte man die ganze zeit es so aussehen lassen das jemand ganz bestimmtes der Mörder ist, von dem mir aber gleich klar war, diesmal ist er kein Mörder! Dann hätte er sich ja gleich anders verhalten...
Gut die Überraschung wer der richtige Mörder war ist gelungen....

Würde 6/10 geben ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 31.05.2012 23:52 
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Alternativer Titel: A doppia faccia
Produktionsland: Italien, Bundesrepublik Deutschland
Produktion: Horst Wendlandt
Erscheinungsjahr:
Regie: Riccardo Freda
Drehbuch: Paul Hengge, Riccardo Freda
Kamera: Gabor Pogany
Schnitt: Anna Amadei, Elisa Lanri, Jutta Hering
Musik: Nora Orlandi, Alessandro Alessandroni
Länge: ca. 78 Minuten
Freigabe: FSK 12
Darsteller:
Klaus Kinski: John Alexander
Christiane Krüger: Christine
Margaret Lee: Helen Alexander
Sydney Chaplin: Mr. Brown
Annabella Incontrera: Liz
Günther Stoll: Inspektor Steevens
Luciano Spadoni: Inspektor Gordon
Barbara Nelli: Alice
Gastone Pestucci: Peter



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Die Ehe von Helen und John steckt in einer Krise. Helen hat ein Verhältnis mit einer Frau. Als Helen bei einem Autounfall ums Leben kommt sieht es zuerst nach Mord aus, allerdings findet John durch einige Zufälle heraus, dass seine Frau wohl doch noch am Leben ist.

Der Film entstand nach der Romanvorlage „The Face in the Night“ von Edgar Wallace. Gedreht wurde in London, Liverpool und Rom. Diese 34. Edgar Wallace Verfilmung konnte als deutsch/ italienische Co-Produktion keinen großen Erfolg an den Kinokassen verbuchen. Es folgten noch Francos „Der Teufel kam aus Akasava“, „Die Tote aus der Themse“, Dallamanos großartiger Beitrag „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“ und Lenzis „Rätsel des silbernen Halbmonds“.

Nach Alfred Vohrers „Der Mann mit dem Glasauge“ schlug man innerhalb der Wallace-Verfilmungen eine andere Richtung ein. Die Regie von Ricardo Freda hauchte dem Film italienische Werte, nämlich die eines Giallo ein. Ohne hier an Bavas „Blutige Seide“ zu denken, muss man akzeptieren, dass der Film eher als Giallo und nicht als Wallace-typische Verfilmung funktioniert, dafür sorgt allein die Präsenz der kräftigen Farben. Diese lassen den Film ein sehr behagliches Gefühl erzeugen. Es wird für den geeigneten Zuschauer sehr gemütlich und dieser sieht einfach gern hin, egal ob die Handlung etwas schleppend verläuft oder nicht.



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„Das Gesicht im Dunkeln“ startet mit einer schönen Klaviermelodie und präsentiert so verstärkt die Anfangscredits. Auch die weitere Musik von Nora Orlandi und Alessandro Alessandroni erweist sich als richtig gut.

Wer auf klassische Elemente wert legt, der wird nicht enttäuscht, denn „Das Gesicht im Dunkeln“ bietet Schatten, seltsame Geräusche und ein Gewitter, so wie man es sich wünscht. Auf Nebel wurde zwar verzichtet, aber die Hauptdarsteller/ innen rauchen dermaßen viel, so dass die ein oder andere Nikotinschwade den klassischen Nebel ersetzen kann.

Was die Besetzung anbelangt, so bekommt man mit Christiane Krüger, Margaret Lee und Annabella Incontrera gleich drei attraktive Frauen geboten und muss sich nicht mit einer Uschi Glas, wie später beim silbernen Halbmond herumschlagen. Klaus Kinski ist in der Rolle des John Alexander absolut überzeugend.

Fazit: Ein guter Film der zwar zum Ende eine wenig hektisch wirkt, allerdings einiges Positives für das Auge und einen tollen Soundtrack für das Ohr zu bieten hat. Ein extrem hoher Wohlfühlfaktor wertet das Gesamtwerk zusätzlich auf.

Dieser Film kann dem Freund des italienischen Kinos einiges an Freude bereiten.


7,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 01.06.2012 00:00 
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Ich brauche mal Hilfe. Weiß jemand wie der Song heißt der von Christine Krüger unter der Dusche gehört wird?

Die restliche Musik ist von Nora Orlandi und Alessandro Alessandroni.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 01.06.2012 00:46 
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Meinst du den Song so ab 22:45? Der Song ist von Nora Orlandi (die hier auch singt).

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 01.06.2012 08:04 
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Wie ist denn die Qualität der DVD aus der Wallace Box? Vor allem im Vergleich zur Premiere Aufnahme.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 01.06.2012 10:31 
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Malastrana hat geschrieben:
Meinst du den Song so ab 22:45? Der Song ist von Nora Orlandi (die hier auch singt).

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

Heisst A DOPPIA FACIA


Absolut richtig und besten Dank. Ich hätte etwas geduldiger sein müssen (und nicht immer bei youtube auf Abbrechen klicken), da der Gesang später einsetzt.

Passt. Herrlicher Song. Gibt dem Film noch mehr.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 01.06.2012 11:48 
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Blap hat geschrieben:

Gern ziehe ich 7/10 (gut). Der Film hat mit starken Mitbewerbern zu kämpfen, die aber "eigentlich" gar keine Konkurrenten sind... ...oder doch...?



Die Konkurrenz ist "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" und "Das Rätsel des silbernen Halbmonds". gegen Erstgenannten verliert der Film, mit Zweitgenannten kann er mithalten.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 09.03.2013 20:24 
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sid.vicious hat geschrieben:
Blap hat geschrieben:

Gern ziehe ich 7/10 (gut). Der Film hat mit starken Mitbewerbern zu kämpfen, die aber "eigentlich" gar keine Konkurrenten sind... ...oder doch...?



Die Konkurrenz ist "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" und "Das Rätsel des silbernen Halbmonds". gegen Erstgenannten verliert der Film, mit Zweitgenannten kann er mithalten.


gestern erst wieder mal gesehen, würd deine einschätzung so unterschreiben!

btw kennt sich hier jemand mit den fassungen aus?

hab bisher nur die aus der wallace-box gesehen. (da steht ja "die längstmögliche restauration der dt. kinofassung"!? )
die von alfa digital soll ja länger sein.
die italienische (originalversion?) lt. wikipedia auch.
und eine französische von 1976 mit hardcore inserts gibts lt ofdb auch!?


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 11.03.2013 13:38 
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Ich finde das Gesicht im Dunkeln ist ein sehr guter Film. Klar gibt es einige Strittigkeiten im Drehbuch usw. über die ich in Anbetracht des gesamt Ergebnisses aber gerne hinwegsehe.
Regiesseur Riccardo Freda hat hier wirklich ein Feingefühl für Kameraführung/einstellung und Raum bzw. Szenenausleuchtungen bewiesen die man bei seinem Giallo die Bestie mit dem feurigen Atem vermisst. So kreiert er eine sehr dichte Atmosphäre die den Zuschauer absolut in seinen Bann zieht. Die Story wird fast schon zur Nebensache da der Film wirklich ein atemberaubendes Bild nach dem andern zeigt. Die nächtlichen Szenen sind atmosphärisch so dicht das der Zuschauer in den Film eingesogen wird, sodas das Auftreten des Kommissars fast schon störend wirkt da Freda die polizeilichen Ermittlungen durch seine Darstellung klar in den Hintergrund stellt. Dazu kommt natürlich noch ein, ich möchte fast schon sagen, übernatürlich guter Kinski der seinen Beitrag zu dem Film nahezu grandios meistert
Das ganze wird dann noch mit einem Soundtrack von Nora Orlandi und Alessandro Alssandroni veredelt und fertig ist ein kleines Meisterwerk.

Im bezug auf die anderen Edgar Wallace - Gialli würde ich sogar sagen er lässt das Geheimnis des silbernen Halbmonds hinter sich und liegt gleich auf mit der Stecknadel.

Von mir gibt es für diesen Giallo (als Wallace Film müsste ich anders bewerten) 7,5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 14.07.2013 17:43 
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Letzte Nacht habe ich endlich die komplette Rialto-Edgar Wallace-Reihe abgeschlossen - "Das Gesicht im Dunkeln" stand tatsächlich seit der VÖ 2005 ungesehen in meinem Regal!
Ich habe selten einen Film gesehen, der so stark zwischen Genialität und Stümperei pendelt. Bezüglich der grottenschlechten Modell-Auto-Exzesse war ich ja vorgewarnt, daher habe ich den Fokus besser auf den Rest des Films legen können und der hat Einiges zu bieten!
Klaus Kinski als Hauptdarsteller ist natürlich ein positiver Faktor, aber auch der restliche Cast kann sich sehen lassen - wenn ich auch die Rolle von Günter Stoll nicht begreifen kann, bzw. die Luciano Spadonis. Die beiden Inspektor-Rollen hätten bequem zusammengelegt werden können? :roll:
Ansonsten habe ich phasenweise selten so einen wunderbar ausgeleuchteten und fotografierten Film gesehen. Zwischendurch stören jedoch unnötige Handkamera-Einstellungen oder leicht ungleichmäßige Dolly-Fahrten. Dies und weitere kleinere Schlampereien wie Continuity-Fehler bei Kinskis nächtlichen Soho-Besuchen (mal ist der Hut da, mal nicht) weisen deutlich auf eine zumindest zeitweise Hektik am Set hin. Ob Freda zuviel Zeit mit einigen, dann zugegebenermaßen zum Niederknien wunderbar durchkomponierten, Einstellungen vertrödelte, die er dann bei anderen Einstellungen ohne Rücksicht auf Qualität wieder hereinholen musste, lässt sich natürlich nicht mehr rekonstruieren. Aber im Gesamten wirkt der Film einfach extrem unrund.
Das beginnt beim Drehbuch, welches im Grunde nur zwei Verdächtige aufbietet, bis zum Ende ein Verwirrspiel mit dem Zuschauer spielt um dann
am Ende ein eher ungünstiges "Ätsch-Bätsch... die Polizei wusste alles von Beginn an und hat es quasi aus Jux und Dollerei halt weiterlaufen lassen weil... ja... äääh... ist halt so!"-Ende aufzufahren.

Phasenweise erzeugt der Film jedoch durch seine wunderschönen Bilder, exquisiten Kulissen, geschmackvollen Kostüme (oder das Fehlen der solchen :lol: ) und nicht zu Letzt den kongenialen Soundtrack eine Atmosphäre mit Sogwirkung, die auch das Luft-Blasen-Drehbuch vergessen machen könnte. Diese Atmosphäre löste sich jedoch bei mir in den Szenen mit den angesprochenen Modell-Katastrophen sowie bei den hektisch herunter-gekurbelt-wirkenden Einstellungen oft auf. Auch der unrunde Schnitt trägt dazu bei.
Mit mehr Sorgfalt hätte dieser Film mit "Style-over-substance"-Habitus vielleicht bei mir 7/10 Punkten erzielen können, da aber genau diese Sorgfalt stellenweise fehlte, treten die Unzulänglichkeiten des Drehbuchs leider zu stark zu Tage und mehr als 5.5/10 kann ich hier nicht geben... :cry:


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 11.03.2014 14:43 
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DonDaniele hat geschrieben:
und eine französische von 1976 mit hardcore inserts gibts lt ofdb auch!?


Habe ich kürzlich auch bei der ofdb (Suche nach Filmen mit Alice Arno) gesehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 11.03.2014 17:24 
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Wird wohl in den laufenden Porno, der im Film vorgeführt wird, mit einkopiert worden sein, falls es denn stimmt.
Die französische Version "Liz et Helen" hat ansonsten einen unterschiedlichen Vorspann, und ein paar Winter-Szenen mit Lee und Kinski mehr zu bieten.
Man könnte allerdings auch mal Christiane Krüger fragen, ob sie sich an eine Intimbegegnung mit Alice Arno erinnern kann. :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 11.03.2014 19:44 
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Prisma hat geschrieben:
Man könnte allerdings auch mal Christiane Krüger fragen, ob sie sich an eine Intimbegegnung mit Alice Arno erinnern kann. :lol:


Wäre wohl die einfachste Lösung :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 02.04.2014 13:15 
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Mir ist gestern vor Schreck beinah das Glas aus der Hand gefallen. :shock: :shock:
TV angemacht, nicht auf den Bildschirm geguckt, grad Küche gewesen, da höre ich die wunderschönen Klänge von Nora Orlandi.

Echt baff gewesen, dass sie den gestern im TV gezeigt haben. Auch wenn ich die DVD besitze, habe ich das mit meiner "Einschaltquote" bis zum Schluss gewürdigt.
:)

Kinski mal in einer etwas anderen Rolle zu sehen, überzeugt immer wieder. Perfekt!

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 02.04.2014 13:27 
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Echt, es gibt eine HC-Fassung :shock: Ich glaub, die braucht man nicht ernsthaft...

Besonders knuffig fand ich die Spielzeug-Unfall-Szenen :mrgreen: Der Score ist natürlich absolut ehaben!

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 02.04.2014 13:28 
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Anixe sei Dank. Die haben noch mehr Kracher im Petto, u.a. die kompletten 52 Folgen von Hamburg Transit, die vermutlich zuletzt in den 70ern ausgestrahlt wurden!! Montag gerade lief auch Das Mädchen Rosemarie! :231:

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 02.04.2014 13:41 
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Malastrana hat geschrieben:
Echt, es gibt eine HC-Fassung :shock: Ich glaub, die braucht man nicht ernsthaft...

Besonders knuffig fand ich die Spielzeug-Unfall-Szenen :mrgreen: Der Score ist natürlich absolut ehaben!


Jaja die Spielzeugszene. :mrgreen: Die hatte es in sich.
Viel problematischer finde ich es, das andere Szenen rausgekürzt worden sind. Die sogar besonders wichtig sind. Es gibt nämlich eine Anfangsszene, wo Kinski liebevoll mit der hübsche Magret Lee im Schnee spielt und Schlitten fährt. Die Szene hat man im deutschen nicht, sodass der Eindruck erweckt wird, Kinksi könne dahinterstecken. Finde ich fatal. Denn wäre die dabei gewesen, würde man evtl. darüber anders denken.

Anixe wie gesagt klasse Sender. Die liebe Uschi Filme und weitere farbigge Wallace Streifen sind da sogar angekündigt.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 02.04.2014 20:31 
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Hier kann man sich "Liz et Helen" anschauen, oder zumindest die besagten Szenen die in der deutschen Version fehlen:

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 02.04.2014 20:56 
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Ich würde da aber aufpassen, bei mir wollte sich da irgendwas ungefragt installieren, irgend ein Updater???
Ganz koscher ist mir die Seite nicht...

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 02.04.2014 21:07 
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Bitte schön. Da haste die Szene auch ohne Probleme. Bin grad am durch skippen, ob es noch was fehlt. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 07.04.2014 13:37 
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Musik super, Kinski als Unschuldiger auch eine schöne Abwechslung, Christiane Krüger ist hübsch und er ist elegant und stilvoll fotografiert, aber ich fand den Film sonst weitestgehend spannungsfrei und unfassbar schlampig und unkonzentriert/desinteressiert inszeniert - und ich mag viele Filme von Ricardo Freda. Schade, hatte ich etwas mehr erwartet. Sehe es ähnlich wie fabi88 und würde auch nicht mehr als eine 5 geben... :(

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 31.07.2014 23:50 
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Habe mir gerade die Anixe Aufzeichnung angesehen. Sehr mittelmäßiger bis langweiliger Edgar-Wallace-Streifen mit langsamen Erzähltempo. Hauptdarsteller Klaus Kinski taugt als Sympathieträger herzlich wenig, so das einem irgendwie egal was da eigentlich passiert. Das Ende ist auch nicht wirklich gelungen. Zur Freude des Betrachters gibts zumindestens gelegentlich ein paar nackte Damen.

4/10

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 01.08.2014 00:10 
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Ich kann schon verstehen, wenn man den Film eher kritisch beäugt, aber der gewinnt doch erheblich beim mehrmaligen Anschauen.
Im Grunde genommen hat man es nämlich mit einer der interessantesten Geschichten der gesamten Wallace-Reihe zu tun.
Leider gibt es dann hier und da einige inszenatorische Ungereimtheiten. :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 02.08.2014 02:29 
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Ich hab bei dem immer so ein bisschen das Gefühl, dass da im Schnitt was versaubeutelt wurde... Kennt da jemand die italienische Schnittfassung? Ich finde ja die anderen Wallace-Filme mit Italo-Beteiligung auch in ihrer internationalen Fassung deutlich stimmiger.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 04.08.2014 22:15 
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DAS GESICHT IM DUNKELN / A DOPPIA FACCIA (1969)
mit Klaus Kinski, Christiane Krüger, Sydney Chaplin, Annabella Incontrera, Luciano Spadoni, Günther Stoll, Barbara Nelli und Margaret Lee
eine deutsch-italienische Co-Produktion der Rialto Film | Mega Film | Colt Produzioni Cinematografiche | im Constantin Filmverleih
ein Film von Riccardo Freda


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»Was weißt du denn von der Gräfin?«


Helen Alexander (Margaret Lee), schwerreiche Erbin der Brown Automobilwerke, verunglückt tödlich mit ihrem Sportwagen. Das Autowrack wird vollkommen ausgebrannt gefunden und man geht zunächst von einem bedauerlichen Unfall aus. Bei den Ermittlungen stoßen Inspektor Stevens (Günther Stoll) und Inspektor Gordon (Luciano Spadoni) auf zahlreiche Ungereimtheiten. Erst vor kurzem hat Helen ihren Mann John (Klaus Kinski) als Universalerben eingesetzt und dieser zeigt sich bei den Ermittlungen alles andere als kooperativ. Außerdem soll es mit der Ehe nicht mehr zum besten gestanden haben, da Helen schon sein geraumer Zeit ein Verhältnis mit der Schauspielerin Liz (Annabella Incontrera) hatte. Als John nach dem Tod seiner Frau von einer Reise zurück kommt, geschieht etwas Seltsames. Er findet in seinem Haus ein ihm unbekanntes Mädchen namens Christine (Christiane Krüger) vor, die ihn mit auf eine Party nimmt, wo Pornofilme vorgeführt werden. John traut seinen Augen nicht, als er in einem der Filme eine verschleierte Frau sieht, die einige unverkennbare Merkmale seiner verstorbenen Frau aufweist. Interessant dabei ist, dass der Streifen erst nach Helens Tod gedreht worden ist. Ist sie tatsächlich noch am leben..?

Bei "Das Gesicht im Dunkeln" handelt es sich bereits um die 29. Edgar-Wallace-Verfilmung der Rialto Film und Riccardo Fredas Beitrag stellt einen Schnitt in der Kontinuität der Serie dar. Aufgrund der mageren Zuschauer-Resonanz von nur 600.000 Besuchern, wurde die Reihe bis auf Weiteres eingestellt. Beim Durchleuchten des schwachen Geschäftsergebnisses kann man mehrere Gründe anführen, doch letztlich stehen wohl der vergleichsweise harte Stilbruch und die teils schlampige Inszenierung hauptsächlich im Vordergrund. Inszenatorisch blieb unter dem italienische Regisseur leider zu viel Potential ungenutzt, was sehr ärgerlich ist, hat man es doch mit einem der eigentlich interessantesten Stoffe des Wallace-Film-Universums zu tun. Aber wie sagt man so schön? Gedreht ist gedreht und man sollte sich lieber auf die positiven Seiten dieser Geschichte konzentrieren und man wird sehen, dass es für den geneigten Zuschauer ein Leichtes sein kann, sich mit diesem Stoff anzufreunden. Komplette Veränderungen offeriert die verlangsamte, aber dennoch sehr intelligente Erzählstruktur, die bis dato im Dunstkreis der Verfilmungen eher beispiellos war. Klar ist andererseits auch, dass dieser Film nach dem unermüdlich laufenden Vohrer-Fließband in vielerlei Hinsicht quasi wie ein Kulturschock gewirkt haben muss, wenngleich man vollkommen dem Zeitgeist entsprechend inszenierte. Das Fehlen von beispielsweise gebräuchlichem Humor schadet der Produktion zwar keineswegs und hebt den harten, beinahe sterilen Charakter ergiebig hervor, aber der Vorwurf, "Das Gesicht im Dunkeln" habe mit Wallace nichts mehr gemein ist möglicherweise berechtigt, kann aber nach allen Spielereien auch als Kompliment aufgefasst werden, und zwar insofern, dass hier nach allen vorher gegangenen, ergebnislosen Versuchen einer wirklich neuen Richtung ganze Arbeit geleistet wurde. Als End-Sechziger durfte daher eine ordentliche Prise Sex nicht fehlen, der gar nicht so sehr auf spekulativer Basis abgehandelt wurde. Freda bietet Schauwerte, die insgesamt als Mosaiksteinchen der Geschichte angesehen werden müssen und gewiss nicht aus überflüssiger, oder selbstzweckhafter Art mit eingebaut wurden.

Klaus Kinski nahm mit diesem Film, und einer alles ausfüllenden Hauptrolle seinen Abschied von Edgar Wallace. In beinahe 10 Jahren brachte er es auf eine beachtliche Anzahl von 16 Auftritten und gehört somit zu einer der bekanntesten Größen der langjährigen Reihe. Die Anlegung seiner Rolle ist im Endeffekt nicht der ganz große Überraschungs-Coup geworden, da gewisse Feinheiten in der Dramaturgie, der Ausarbeitung, und notwendige Finessen in der Darstellung fehlen. Dieser Eindruck wird zusätzlich durch die wesensfremde Synchronisation und die eher platte Dialog-Arbeit vermittelt, Klaus Kinski wirkt insgesamt nicht so, als lege er einen darstellerischen Kraftakt hin, was wohlgemerkt nicht der Rolle geschuldet ist. Dabei ist die Idee, ihn als zweifelhaften Protagonisten zu präsentieren, ein sinnvoller Einfall angesichts des Verwirrung stiftenden Themas gewesen. Dutzendfach gab er den Wahnsinnigen den Irren, den Mörder oder den Helfershelfer, wieso also sollte er nicht auch hier den Plan gehabt haben, seine Frau zu ermorden? Es wird zwar versucht, John Alexander erst gar nicht großartig als Sympathieträger in Erscheinung treten zu lassen, aber die Konzentration auf seine Person, und der Eindruck eines Komplotts ist einfach zu groß, als dass man nachhaltige Zweifel haben könnte. Hinzu kommt, dass "Das Gesicht im Dunkeln" erstmalig ungewöhnlich übersichtlich besetzt ist, so dass theoretische Möglichkeiten bei der Täterfindung ausbleiben. Dennoch kann man sich recht gut auf Klaus Kinski einlassen, in vielen Situationen arbeitet er die erforderliche Zerrissenheit gut heraus, auch die impulsiven und anteilnahmslosen Tendenzen eines in die Enge getriebenen Mannes sind nachvollziehbar. Offensichtlich war John nie abgeneigt, diverse Liebschaften zu unterhalten, was ein aufrichtiges Gefühl zu seiner Frau in Frage stellt und besonders in diesen Szenen mit Christiane Krüger und Barbara Nelli wird indirekt angedeutet, dass auch John im Zweifelsfall zu außerordentlichen Mitteln greifen kann. Egal ob Kinski hier schlussendlich Gut oder Böse bedient, es dürfte selbst für Kritiker des Films etwas Nützliches bei dieser Leistung dabei sein.



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Die wichtigsten Gastrollen ent- oder bekleiden hier die Damen. Neben Klaus Kinski, um den die komplette Geschichte ausführlich herum konstruiert wurde, fallen die Auftritte daher ziemlich knapp aus. Margaret Lee spielt Helen, die man bereits in ihrer ersten Einstellung quasi in flagranti erwischt, als sie sich von ihrer Freundin Liz im Badezimmer verwöhnen lässt. Natürlich sind diese Szenen, genau wie die des, in kurzen Sequenzen gezeigten Porno-Films, nur brav und gezügelt angedeutet, da man sich schlussendlich ja immer noch in einem echten Edgar Wallace befand. Die kurze Zeit vor Helens Abreise reicht also gerade aus, um die wichtigsten Charakterzüge und Attribute vorzustellen, die für den Verlauf zur Assoziationskette werden. Gezeigt werden daher ihre Narbe, der auffällige Ring und das noble Zigarettenetui, ihr Hund, die Pelze und ihre abweisende Art, John gegenüber, außerdem bekommt man den auffälligen Schlager von Nora Orlandi zu hören, den Helen unentwegt abspielt. Dass sie John im Ernstfall als Alleinerben eingesetzt hat, ist eigentlich schwer nachzuvollziehen und die Dialog-Passage unlogisch: »Ich habe selbstverständlich an deine Zukunft gedacht. Ich habe dich als Alleinerben eingesetzt, du wirst sorgenfrei leben können!« Sinnvoller wäre es gewesen, den Dialog in eine vollkommen andere Richtung aufzubauen und zwar insofern, dass Helen (die ja anfangs mit ihrem Mann glücklich gewesen sein soll, was die Sequenz im Ski-Urlaub, die in der deutschen Version leider entfernt wurde, andeutet) ihren Mann davon unterrichtet, dass er in nächster Zeit als Universalerbe gestrichen werde, da sich die privaten Rahmenbedingungen von Grund auf geändert haben. Interessanterweise spricht Ilse Pagé, die ja bis im Vorgängerfilm noch Miss Finley spielte, und diese Rolle häufiger gab, die Synchronstimme von Lee. Eine angenehme Tatsache, doch leider sind die Gespräche größtenteils flach und wenig ausgefeilt. Margaret Lee verabschiedet sich schnell aus dem Geschehen, doch der Verdacht wird geschürt, dass sie noch am leben ist. So bleibt sie bis zum Finale in Erinnerung und durch diesen recht gelungenen "Melissa"-Effekt, wird eine solide Grundspannung aufgebaut. Es bleibt noch zu erwähnen, dass man die Britin selten so atemberaubend schön gesehen hat.

Der Rest der Crew wird kurz, aber angenehm abgerundet. Christiane Krüger als Christine überzeugt mit ihrer frechen und freizügigen Art, Sydney Chaplin als arrogant und zielstrebig wirkender Geschäftsmann stellt ebenfalls eine Bereicherung dar. Auf der Ermittlerseite fällt die Strategie des vergleichsweise untergeordneten Handelns durch Günther Stoll und Luciano Spadoni auf, die wenig ausführlich abgehandelt wird, wobei Stolls italienischer Kollege deutlichere Akzente als er setzen kann. Annabella Incontrera und Barbara Nelli als sporadische Erscheinungen wirken durchaus angenehm, erfahren allerdings auch keine groß angelegten Entfaltungsmöglichkeiten. Abgesehen von den Crash-Szenen des Rolls-Royce und des Jaguar, sind leider weitere inszenatorische Schlampereien aufzuspüren, auch wenn es sich meistens nur um Kleinigkeiten, oder sogar Belanglosigkeiten handelt, die allerdings zu einem Gesamtbild beitragen. Bei den Szenen des Pferderennens handelt es sich beispielsweise um schlecht einkopiertes Archiv-Material, wobei die Montage insgesamt recht holprig wirkt, hin und wieder werfen Teile des Film-Equipments Schatten, wie etwa Mikrofone, Accessoires fehlen nach dem nächsten Schnitt und vollkommen bezeichnend sind einige Szenen, die urplötzlich von Tageslicht zu Stockdunkel wechseln. So eilt dem Film sein Ruf, trashy zu sein, immer wieder voraus. Dennoch ist die Bildgestaltung in vielen Bereichen sehr gelungen, edle Dekors und prächtige Farben bestimmen die Szenerie immer wieder. Die Prunkstücke allerdings, steuerte Nora Orlandi mit ihrer überragenden Musik bei, die "Das Gesicht im Dunkeln" von Anfang bis Ende auf überaus stimmige Art und Weise begleitet und prägt. Für die Edgar-Wallace-Reihe waren derartige Kompositionen bis zu diesem Zeitpunkt einfach nur beispiellos und sollten es trotz alternativer Klänge in den letzten beiden Filmen auch bleiben. Als fester Bestandteil der Serie ist Riccardo Fredas Adaption nicht wegzudenken, wenngleich es sich um einen sehr untypischen Beitrag handelt. So wird dieser Film häufig dafür verantwortlich gemacht, dass die Wallace-Reihe durch ihn ihren Todesstoß bekam, allerdings ist dieser Zeitpunkt vermutlich schon eher zu finden. Wie dem auch sei, "Das Gesicht im Dunkeln" kann letztlich von sich behaupten, dass er einer der unkonventionellsten Beiträge geworden ist, der auf seine Weise unheimlich viel Courage, Atmosphäre und eigenwilligen Charakter vermittelt. Trotz einiger Abstriche bei der Inszenierung bleibt also ein Film zurück, der nachhaltig überzeugen kann.


Christine





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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 20.01.2015 15:29 
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Das Gesicht im Dunkeln (D)
Mit doppeltem Gesicht (CH)
A doppia faccia (IT)
Liz et Helen (F)
Chaleur et jouissance (F - XXX)
Double Face (Int.)
Puzzle of Horrors


D / IT 1969

R: Riccardo Freda
D: Klaus Kinski, Margaret Lee, Christiane Krüger, Günther Stoll, Annabella Incontrera, Sydney Chaplin, Barbara Nelli u.a.


dt. Kinopremiere: 04.07.1969

dt. Synchronsprecher

Score: Nora Orlandi (aka "Joan Christian" und wohl auch "Silvie St. Laurent" (?)

OFDb



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"Also Du bist mir vielleicht 'ne Type, gibst an nur weil Dir das Haus hier gehört...."


Nach einem tödlichen Autounfall der Firmenbesitzerin Helen Alexander (Margaret Lee) geht das komplette Erbe inkl. des Werks an ihren Ehemann John Alexander (Klaus Kinski) über, der aber zunächst einmal sehr schwer an den Tod seiner geliebten Frau zu knabbern hat.
Helen stammte aus aus einer finanzstarken Familie und bekam von ihrer Mutter die Firma vermacht. Ihr Vater, Mr. Brown (Sydney Chaplin) durfte sich lediglich auf dem Papier Geschäftsführer nennen und steht auch nach dem Tod seiner Tochter in der Erbfolge hinter dem Ehemann Alexander an.
Die Ehe der Alexanders verlief kurz vor dem tödlichen Autounfall alles andere als glücklich, da Helen sich immer intensiver der Tänzerin Liz zuwendete und John immer verbitterter um die gemeinsame Liebe kämpfte.

Nachdem John mit ansehen musste wie die Polizei die bis zur Unkenntlichkeit entstellte Frauenleiche seiner geliebten Helen aus dem total zertrümmerten und ausgebrannten Autowrack barg, stürzt er sich ins Londoner Nachtleben und ertränkt seinen Schmerz in Alkohol.
Als er eines Nachts nach Hause zurück kehrt, wird er von der Lebenskünstlerin Christine (Christiane Krüger) begrüßt, die sich einfach mal bei ihm zu Hause eingenistet hat. John erwidert die reizende Begrüßung auf seine unnachahmliche und charmante Art mit ein paar Backpfeifen, doch schon kurz darauf schafft es Christine den launischen Witwer in einen abgedrehten Beatschuppen zu verschleppen, indessen Hinterzimmer privat gedrehte Sexfilmchen gezeigt werden. Plötzlich schreckt John zusammen, da er in einem der gezeigten Filme seine geliebte Helen als eine der maskierten Gespielinnen aufgrund einer markanten Narbe am Hals zu erkennen vermag. Hat seine geliebte Helen den grausamen Autounfall wohl möglich doch überlebt?
John versucht nun mit allen Mitteln die Filmrollen in seinen Besitz zu bekommen und mehr über vermeintliche Darstellerin zu erfahren. Von Christine erfährt er lediglich, dass sich die ominöse Darstellerin "die Gräfin" nennt und versucht über diese den Ankauf der Filmrollen einzufädeln zu lassen.
Doch im weiteren Verlauf verdichten sich weiterhin die Verdachtsmomente, dass Helen den Autounfall scheinbar doch überlebt hat und weiterhin in London lebendig umherwandelt.
Aber John bekommt seine Geliebte einfach nicht zu greifen und steht kurz vor dem Wahnsinn. Hinzu kommt das ständige Erklingen des Lieblingslieds seiner Helen von Band und die Tonbandgeräte scheinen jedes mal wie von Geisterhand in Funktion gesetzt zu sein.
Was in aller Welt geht hier bloß vor sich?

"Du bist zwar 'ne Type, aber Du kannst sicherlich auch furchtbar nett sein..."


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Ein weiterer Giallo aus dem EW-Repertoire der mir persönlich sehr gut gefällt. Zwar fällt "das Gesicht..." im Direktvergleich mit seinen beiden anderen EW-Gialli aufgrund seiner außergewöhnlichen Inszenierungsweise etwas aus dem Rahmen, kann aber nichts desto trotz überzeugen und gut unterhalten.
Die Geschichte ist recht spannend erzählt und die präsentierten Bilder können gefallen. Bei den Special FX-Szenen macht sich dann auch noch aufgrund des Einsatzes niedlicher Modellfahrzeuge ein massives, aber charmantes Grinsen breit :D

Die Schauspieler konnten mich durch die Bank hinweg überzeugen und hinterlassen in diesem Film eine sehr starke Leinwandpräsens. Leider fällt die Spielzeit der bezaubernden Frau Lee zeitlich mal wieder etwas sehr dünn aus :(
Dafür ist es sehr angenehm Herrn Kinski mal in einer eher für ihn ungewöhnlichen EW-Rolle zu sehen, da er dieses Mal den Part des Hauptprotagonisten übernimmt und scheinbar selbst von vermeintlich Irren ordentlich zugesetzt bekommt. Die Rolle meistert er wie fast immer mit Bravour. Zuguter letzt sei auch noch die reizende Christiane Krüger erwähnt, die in diesem Streifen auch nur positiv hervor sticht.

Als Krönung wurde dem Film dann auch noch ein großartiger und ohrwurmträchtiger Score von Nora Orlandi verliehen.


ps: Klaus Kiski fährt beim Großteil seiner Autofahrten durchs nächtliche London meistens ohne Licht.... :shock:


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Hatte im Anschluss der DVD Sichtung auch mal kurz die it. Langfassung durchgespult und dabei sind dann direkt ein paar kleinere Fassungsunterschiede ins Auge gefallen:

* Die erste Szene nach dem Vorspann spielt im Schnee und zeigt das "noch" glückliche Ehepaar Alexander beim fröhlichen Rodeln und Knuddeln im Schnee. Diese Eröffnungs-Szene fehlt in der dt. Fassung

* Neben weiteren kleinen Handlungserweiterungen ist mir dann auf die Schnelle nur noch ein Unterschied hinsichtlich der Verwendung einer Szene aufgefallen: In der dt. Fassung stürzt sich Kinski gleich nach dem Tod von Helen ins Londoner Nachtleben; bei der it. Fassung ist diese Szene erst kurz vor dem Finale zu sehen.

Die französische XXX Fassung wurde nach einem Hinweis beim OFDb Eintrag der Schauspielerin Alice Arno scheinbar erst 1976 durch Einfügen einiger HC Inserts nachträglich erstellt.

Hier noch ein paar Bilder von den fehlenden Szenen aus der it. Fassung:

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engl. Trailer: (inkl. Schnee-Szene):

www.youtube.com Video From : www.youtube.com



franz. Trailer:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Score:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


www.youtube.com Video From : www.youtube.com


www.youtube.com Video From : www.youtube.com



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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 20.01.2015 16:16 
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Richie Pistilli hat geschrieben:

"Du bist zwar 'ne Type, aber Du kannst sicherlich auch furchtbar nett sein..."




:? :lol:


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