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 Betreff des Beitrags: OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO - Jaime J. Balcázar
BeitragVerfasst: 31.12.2009 16:37 
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Oklahoma John (Rick Horn) ist in einer kleinen Stadt, in der ein unbarmherzigen Rancher sein unwesen treibt.
.......
Darsteller: Anton Geesink, José Calvo, Sabine Bethmann, Giuseppe Addobbati, Tom Felleghy, Karl-Otto Alberty, George Herzig, Maria De Nieva


Die DVD von Dorado Films ist heute eingetroffen. Nach einem kurzen Blick möcht ich die Bildqualität als durchaus okay bezeichnen. Keine Meisterleistung, aber auch echt nicht schlecht. Den Film habe ich zwar noch nicht gesehen, aber er bestätigt auf den ersten Blick den Verdacht, dass es sich eben um eher bieder-brave Euro-Frühware handelt.

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Zuletzt geändert von ephedrino am 24.04.2012 20:25, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Oklahoma John - Der Sheriff von Rio Rojo (Balcazar) 1965
BeitragVerfasst: 31.12.2009 17:04 
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ephedrino hat geschrieben:
Den Film habe ich zwar noch nicht gesehen, aber er bestätigt auf den ersten Blick den Verdacht, dass es sich eben um eher bieder-brave Euro-Frühware handelt.



Das dürfte einem ja schon beim Titel klar werden ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Oklahoma John - Der Sheriff von Rio Rojo (Balcazar) 1965
BeitragVerfasst: 01.01.2010 21:14 
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Man hat schon schlimmere US-DVDs gesehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Oklahoma John - Der Sheriff von Rio Rojo (Balcazar) 1965
BeitragVerfasst: 24.04.2012 20:33 
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Inzwischen übrigens gesehen. Einigermaßen lange 83 Minuten, viel Zeit wird im Ort verbracht, das Ende ist verschenkt. Der Hauptdarsteller ist wahrlich nicht zur Schauspielerei geboren, Alberty versucht sich als überdrehter Baddie, und der mir völlig unbekannte Georg Herzig liefert einen herrlich krakeelenden "Problemsohn-des-Großgrundbesitzers". Dafür nervt der liebenswerte Gehilfe des Sheriffs irgendwann einwenig. Trotzdem irgendwie sympathisch, aber doch sehr bieder.


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 Betreff des Beitrags: Re: Oklahoma John - Der Sheriff von Rio Rojo (Balcazar) 1965
BeitragVerfasst: 24.04.2012 20:38 
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Warum hast du denn die Screenshots entfernt ?

Da seh ich schwarz...... ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Oklahoma John - Der Sheriff von Rio Rojo (Balcazar) 1965
BeitragVerfasst: 24.04.2012 20:53 
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Die waren auf meinem alten Webspace. Leider alle weg.


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 Betreff des Beitrags: Re: OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO - Jaime J. Balc
BeitragVerfasst: 24.04.2012 23:21 
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Der wurde doch auf irgendeiner Online-Lizenzliste einer ital. Firma genannt

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 Betreff des Beitrags: Re: OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO - Jaime J. Balcázar
BeitragVerfasst: 29.04.2014 11:48 
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Habe mich die letzen Tage noch einmal ein wenig mit dem Film befasst und bin über dieses wirklich tolle review gestolpert:

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Um das Entstehungsjahr, den wirklichen Regisseur und den Hauptdarsteller (wer auch immer es ist), ranken sich ja wohl so einige Geheimnisse ;)

Jetzt habe ich umso mehr Lust auf die deutsche Fassung bekommen und hoffe, dass dem Film bei einer der nächsten Gelegenheiten (35mm Vorführung) ein Sonderstatus einberaumt wird. ;)

Oder ein Label erbarmt sich. :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO - Jaime J. Balcázar
BeitragVerfasst: 01.05.2014 10:16 
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Grinder hat geschrieben:
Habe mich die letzen Tage noch einmal ein wenig mit dem Film befasst und bin über dieses wirklich tolle review gestolpert:

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Um das Entstehungsjahr, den wirklichen Regisseur und den Hauptdarsteller (wer auch immer es ist), ranken sich ja wohl so einige Geheimnisse ;)

Jetzt habe ich umso mehr Lust auf die deutsche Fassung bekommen und hoffe, dass dem Film bei einer der nächsten Gelegenheiten (35mm Vorführung) ein Sonderstatus einberaumt wird. ;)

Oder ein Label erbarmt sich. :mrgreen:



:cry: Der Text stimmt mich echt noch mehr traurig das es damals nicht geklappt hat. Vielleicht schaffen wir es dennoch den mal zu zeigen ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO - Jaime J. Balcázar
BeitragVerfasst: 01.05.2014 10:48 
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 Betreff des Beitrags: Re: OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO - Jaime J. Balcázar
BeitragVerfasst: 14.05.2015 10:08 
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Das Rätsel um den Hauptdarsteller "Rick Horn" ist mittlerweile gelöst:
Es handelt sich um "Richard Hornsbeck", geboren 1937 in New York City. Er war 28 Jahre alt, als er die Rolle in "Oklahoma John" übernahm. 1979 heiratete er eine Italienerin und zog mit ihr in die USA. Vor kurzem ist er gestorben.
(Quelle: Westerns ...All´Italiana)


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 Betreff des Beitrags: Re: OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO - Jaime J. Balcázar
BeitragVerfasst: 14.05.2015 19:14 
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@Pistolero: Danke :)

Hatte den Beitrag auch schon anderweitig gelesen. Interessante Geschichte.


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 Betreff des Beitrags: Re: OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO - Jaime J. Balcázar
BeitragVerfasst: 10.02.2017 13:58 
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Mal wieder Werbung in eigener Sache:
Eine beinahe einmalige Gelegenheit den osbkuren Oklahoma John mal auf deutsch zu sehen:
Nächsten Freitag 17.02. um 20:13 Uhr im Filmclub 813 Köln.

Der Hauptdarsteller (Rick Horn) wird wohl von Rainer Brandt gesprochen ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO - Jaime J. Balcázar
BeitragVerfasst: 20.02.2017 14:27 
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Die deutsche Synchro ist klasse besetzt.
Hier ein paar der Sprecher:
Rick Horn..................Oklahoma John.........Rainer Brandt
Karl Otto Alberty........Hondo...................Arnold Marquis
Josè Calvo................Edwards................Curt Ackermann
Georg Herzig.............Jim Edwards...........Wolfgang Draeger

Die Kinofassung läuft ca. 86:30 Minuten. Die Anfangsszene, wo der Sheriff im Büro verprügelt wird, ist cut.
Die Fassung beginnt kurz vor den Credits, es fehlen rund 90 Sekunden.
Dagegen gibt es im Gegensatz zur spanischen und englischen Fassung am Ende noch reichlich Nachmusik auf Schwarzbild.
Ansonsten dürften die Fassungen identisch sein.

Mir hat der Film so erstmals richtig Spaß gemacht, die englische Synchro hat mir damals nicht so sehr zugesagt.
Rainer Brandt passt perfekt auf Rick Horn. Auf Sprüche wird zum Glück verzichtet.
Der Film ist für die frühe Entstehungszeit ganz OK. Es gibt halt eine Love-Story und einen Vater-Sohn Konflikt. Aber alles wird recht kurz und bündig abgehandelt.
Rick Horn macht seine Sache ordentlich und seine Mimik und Körperhaltung sind teils schön komisch.

Karl Otto Alberty und Georg Herzig mimen die bad guys mit teils herrlich entgleisenden Geischtszügen. :lol:

Die Rechte für Oklahoma John dürften nach wie vor bei Filmjuwelen liegen. Hoffen wir auf eine Auswertung.
Zur Not tut es bei der Seltenheit des Films auch die deutsche Kinofassung, schöner wäre jedoch,wenn die geschnittene Anfangsszene mit berücksichtigt würden. Diese gehört sicherlich zu den intensivsten Szenen des Films.
In jedem Fall wäre es eine Schande, wenn die deutsche Synchronfassung im Archiv versauern würde, an Stelle würdig der breiten Masse zugänglich gemacht zu werden.
Eine schöne Ausgrabung.

Hier die spanische Fassung:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO - Jaime J. Balcázar
BeitragVerfasst: 20.02.2017 16:16 
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Ärgert mich nun um so mehr das es damals nicht geklappt hat :|

Danke für den bericht Copanero!

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 Betreff des Beitrags: Re: OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO - Jaime J. Balcázar
BeitragVerfasst: 16.04.2018 11:23 
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OKLAHOMA JOHN
DER SHERIFF VON RIO ROJO


● OKLAHOMA JOHN / IL RANCH DEGLI SPIETATI / OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO (E|I|D|1964)
mit Rick Horn, Sabine Bethmann, José Calvo, Karl-Otto Alberty, Tom Felleghy, Georg Herzig, Leontine May, Jésus Puche, u.a.
eine Produktion der Balcázar Producciones Cinematográficas | CI.AS. | International Germania Film | im Hermes Filmverleih
ein Film von Jaime J. Balcázar


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»I'm here to keep the peace!«

Ein kleines Städtchen in New Mexico wird von dem mächtigen Rancher Rod Edwards (José Calvo) und seiner Gefolgschaft beherrscht. Terror und Mord sind aufgrund der allgemeinen Rücksichtslosigkeit an der Tagesordnung. Oklahoma John (Rick Horn) tritt den Posten des neuen Sheriffs an, da sein Vorgänger kaltblütig ermordet wurde, außerdem untersucht er den Fall Georgina White (Sabine Bethmann), deren Vater ebenfalls unter bislang nicht geklärten Umständen umgebracht wurde. Der neue Gesetzeshüter strahlt Autorität aus und fackelt nicht lange mit dem reichlich vorhandenen Gesindel herum, sodass Rod Edwards plötzlich um seine Machtstellung fürchten muss. Es kommt zu immer stärkerer Konfrontation und Gewalt, und für Oklahoma John ist es völlig klar, dass er den oder die Mörder unter Edwards' Lakaien suchen muss. Als schließlich Anschläge auf sein Leben folgen, sieht er sich auf der richtigen Spur, doch es erweist sich als sehr schwierig, Beweise zu sammeln. Wird er wieder Ruhe und Ordnung in der Stadt einkehren lassen und die Mörder zur Strecke bringen können..?

Jaime J. Balcázars 1964 erschienener Früh-Italowestern gefällt sich gleich von Anfang an darin, eine eindeutige Marschrichtung der Gewalt und Rücksichtslosigkeit zu skizzieren, die sich im weiteren Verlauf jedoch eher im Off abspielen wird. Interessant bei "Oklahoma John" ist, dass der Wind aufgrund der verschiedenen Produktionsländer sehr böig zu wehen scheint, was nicht immer positiv ausgelegt werden kann, da phasenweise ziemlich biedere, vielleicht sogar sentimentale Strecken auftauchen. Die unterschiedlichen Strategien, die heimischen Märkte zu bedienen, können einerseits und mitunter sicherlich für kleinere Überraschungen sorgen, doch andererseits dürfte sich bei Fans des Genres eher Enttäuschung einstellen, weil es hin und wieder einfach an Drive, Ideenreichtum und Würze fehlt. Außerdem geht es leider etwas zu vorhersehbar zu. In jenen Tagen wurden zahlreiche Western mit deutschem Blut - beziehungsweise Kapital - versehen, und die Vermarktungsstrategien beißen sich nach zahlreichen Präzedenzfällen doch sehr mit denen der anderen Produktionspartner. Davon, dass dieser Beitrag unliebsam auf den hiesigen Markt geworfen wurde, kann keine Rede sein, schließlich lag der fertige Film einige Zeit auf Eis, bis sich der kleinere Hermes Filmverleih dem Spektakel annahm, weil kein renommierter Großverleih Interesse gezeigt hatte. Dies muss allerdings nichts bedeuten, immerhin schafften es schon ganz andere Experimente oder Langweiler in die Kinos, die im Vergleich zu "Oklahoma John" qualitativ deutlich das Nachsehen haben. Der Einstieg setzt auf Tempo und es ist zu beobachten, wie ein Mann so gut wie totgeprügelt wird. In diesem Zusammenhang wird man noch einiges geboten bekommen, und es entsteht der Eindruck, dass hier hauptsächlich die Fäuste sprechen, aber natürlich auch die Colts.

Die grassierende Ungerechtigkeit ist sozusagen das Stichwort für die Titelfigur und den Protagonisten "Oklahoma John", der mit Skepsis, aber auch Hoffnung, von den Bewohnern empfangen wird, da man darauf spekuliert, dass er sich besser als seine Vorgänger behauptet, die im Endeffekt alle eines gemeinsam haben; nämlich dass sie allesamt bereits das Zeitliche gesegnet haben. Diese Anmerkungen deuten natürlich auf einen sehr hohen Verschleiß, aber auch auf brutale und unsentimentale Machenschaften hin, außerdem darauf, dass dieses Nest in New Mexico nicht gerade eine Hochburg für Recht und Ordnung sein dürfte. Die Integration der beteiligten Charaktere geschieht schnell und einprägsam, und im ansässigen Saloon bekommt nicht nur der neue Sheriff einen Überblick verschafft, mit wem er es letztlich zu tun hat. Damen und Dirnen werden belästigt, Betrunkene stellen ihre Impulsivität und Gewaltbereitschaft zur Schau, sodass die staubige Luft langsam zu brennen anfangen darf, oder wenigstens zu flackern. Zum guten Ton eines Eurowesterns gehörend, darf sich selbstverständlich eine internationale Besetzungsliste die Klinke in die Hand geben, die vom - unter Pseudonym spielenden - US-Amerikaner Rick Horn angeführt wird. Obwohl es sich offenbar um seinen ersten und einzigen Spielfilm handelt, kann man ihm eine solide Leistung bescheinigen, die schon beinahe routiniert aussieht. Mutig stellt er sich gegen das kriminelle Pack, das die Stadt im Würgegriff hält, und wundert sich daher weniger über die Anschläge auf sein Leben. Überhaupt ist sich der Verlauf für keine Konfrontation zu schade, wenngleich alles leider etwas einheitlich ausgefallen ist, was sich auch zu den Gegenspielern sagen lässt, die hier und da ruhig etwas vehementer hätten agieren dürfen. Dennoch machen José Calvo, Georg Herzig und insbesondere Karl-Otto Alberty sehr gute Figuren und wirken genau wie beispielsweise Tom Felleghy stichhaltig.

Die weibliche Hauptrolle formt Sabine Bethmann, die dem Zuschauer hauptsächlich aus Krimi, Drama, Abenteuer oder Lustspiel bekannt ist. Ihr Abstecher in das Reich der rauchenden Colts ist insofern nennenswert, da sie ihre Georgina White mit fast ungeahnten Nuancen ausstattet, zumindest für ihre Verhältnisse. Oftmals mit dem Eindruck in Verbindung gebracht, bieder und uninteressant, im Sinne von fehlenden Reibungsflächen und Tiefe zu sein, überrascht die Deutsche hier mit einer punktgenauen Interpretation, die dieser Geschichte, bei der ja effektiv ein biederer Touch mitschwingt, sehr zugute kommt. Ein Jahr zuvor noch als blasses, aber immerhin willenloses Instrument bei einem gewissen "Doktor Mabuse" unterwegs, ist die Mission Eurowestern nicht nur vergleichsweise äußerst gelungen, denn sie setzt die notwendige Körpersprache in dieser Produktion gewinnbringend ein. Die Rache einer Frau artet hier nicht in ein wildes Spektakel aus, sondern sie hasst ruhig und mit Kalkül, sie wartet passiv auf Genugtuung und Vergeltung, was sich besonders eindrucksvoll in ihren anfangs leeren Augen spiegelt, die einst voller Feuer und Vertrauen gewesen sein dürften. Zusätzlich dienstbar gemacht für eine sich anbahnende Liaison mit dem Protagonisten, manövriert sie sich ein Stück weit zurück in gängige Schablonen für die kinematografische Frau von damals, ohne dabei jedoch hilflos und nicht autonom genug zu wirken. Ihre attraktive Erscheinung, die sonst so gut wie immer zu Zwecken des schmückenden Beiwerks eingesetzt wurde, wird unter Balcázar zwar nicht umgekehrt, aber mit einer Ahnung von Tiefe ausstaffiert. Trotz eines ausgezeichneten Eindrucks hätte man sich insgesamt dennoch etwas mehr Mut gewünscht, da die positiven Aspekte ausschließlich wegen Sabine Bethmanns Person und deren Image greifen, nicht jedoch mit einer neuen Erfindung im Rahmen der Darstellung von Western-Ladys kompatibel ist.

Eindimensionalität ist eine der verschmerzbaren Krankheiten, an der das gesamte Genre mehr als nur einmal zu leiden hatte. Von daher ist es immer begrüßenswert alternative Angebote zu bekommen, und sei es nur bei der Wahl nicht handelsüblicher Darsteller. Sicherlich kann ein derartig abgestimmtes Diktat der jeweiligen Produktionsländer klassisch nach hinten losgehen, denn schließlich haben die Namen der Fehlbesetzungen auch etliche passende Gesichter gehabt, aber hier soll einfach nur betont werden, dass sich dem Empfinden nach ein zunächst unorthodox zusammengewürfelt wirkendes Ensemble sehr ökonomisch in die Hände spielt, und daher überzeugt. Was "Oklahoma John" auf der einen Seite aufwerten kann, wird andererseits im Rahmen der Dramaturgie abgewertet, da die Geschichte eigentlich nicht viel Neues offenbart, und das trotz des frühen Produktionsjahres. Die Zutaten Rache, Verstrickungen, Machthunger oder Hass hören sich vorab immer gut an für ein gut bekömmliches Gebräu, doch hier bekommt man den Eindruck nicht los, dass ein paar Höhepunkte, auf die ja sichtlich hingearbeitet wird, leider liegen gelassen worden sind, was auch insbesondere für das Finale gilt. Im Gegensatz dazu ist allerdings der wirklich routinierte Inszenierungsstil des spanischen Regisseurs Jaime J. Balcázar zu nennen, der seinen Film unaufgeregt und linear abhandelt. Besonders ohrenschmeichlerisch wirkt die Musik von Francesco De Masi, die Stimmungen unterstreicht und Situationen adäquat zu färben weiß. Alles in allem ist "Oklahoma John - Der Sheriff von Rio Rojo" als weitgehend gelungen zu bezeichnen, vorausgesetzt man hat ein paar Antennen für den zeitweise starren Tenor dieses Beitrags, und falls man ihm seine tatsächlich konservative Färbung verzeihen kann. Allesseher könnten also ihren verhaltenen Spaß mit dieser spanisch-italienisch-deutschen Melange haben, wobei Western-Gourmets und Desinteressenten sicherlich reserviert bis gelangweilt zurückbleiben dürften.


— ITALO-CINEMA —


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 Betreff des Beitrags: Re: OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO - Jaime J. Balcázar
BeitragVerfasst: 17.04.2018 14:03 
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Hier mal in aller Kürze meine Gedanken zum Streifen:

Auch für mich war „Der Sheriff vom Rio Rojo“ die Überraschung des 2. IW-Festivals im Komm-Kino. Natürlich keine Granate, auch kein Geheimtipp, aber doch äußerst unterhaltsam. Vor allem solide inszeniert, insbesondere auch die obligatorische Saloonschlägerei war mehr als gelungenen. Dieser „Oklahoma John“ hat irgendwie seinen ganz eigenen, kuriosen Charme. Und jeder Menge selten bis noch nie gesehener Gesichter.

Zum sagenumwobenen Hauptdarsteller „Rick Horn“ ist ja schon einiges geschriebenen worden, der hat es ja nicht auf viel mehr Filme gebracht. Wenn denn sein Schauspiel als Parodie angelegt war, dann war es grandios. Wenn nicht, dann na ja,… :shock: Zumindest immer für Lacher gut. ;)
Aber auch der deutsche Darsteller des Rancher-Sohns, Georg Herzig, ist ein ziemlich unbeschriebenes Blatt, dessen 2. und zugleich letzter Kino-Auftritt dies hier war. Ansonsten bietet seine Filmografie nur noch ein paar TV-Rollen, woran das wohl lag?
Bei Karl-Otto Alberty, der hier den Oberschurken „Hondo“ mimt, war ich mir die ganze Zeit sicher, die Vierkantvisage aus irgendeinem Weltkriegsstreifen zu kennen. Und richtig, das war doch der Nazioffizier der Richard Attenborough und Gordon Jackson beim Einsteigen in den Bus in „Gesprengte Ketten“ entarnt und verhaftet. Danach dann auch in „Die Letzte Schlacht“, „Brennt Paris?“, „Die Teufelsbrigade“ (1968), „Die Luftschlacht um England“ und „Strosstrupp Gold“ jedesmal in der Rolle eines Nazis zu sehen, wenn das mal kein Typecasting war. Kein Wunder bei der Attitüde, die er auch hier an den Tag legt.
Ähnlich vertraut war mir auch das Gesicht des Sidekicks von „Oklahoma John“ mit dem poetischen Namen „Cruck“. Der war nämlich kurz darauf auch in der Rolle des kurzsichtigen Bahnhofvorstehers Mike im „langen Tag der Rache“ zu sehen. Allerdings war dieser zugleich nicht nur seine letzte Kinorolle, sondern auch einer von nur 3 Filmen, die es ins deutsche Kino schafften (der 3. war „Vergeltung in Catano“). Ansonsten war er vor allem in den 50er Jahren im spanischen Kino viel beschäftigt.
Sabine Bethmann macht ihre Sache ganz ordentlich, hätte ich gerne noch öfter gesehen, Ida Galli hätte ihr ruhig noch eine Rolle abtreten dürfen.

Zu Jose Calvo (Silvanito aus dem ersten Dollar-Film) und Tom Felleghy muss man glaub ich nichts sagen, die sind schon die reine IW-Routine. Auch wenn es für beide natürlich eine der ersten Genre-Rollen war.

Interessant wäre in diesem Zusammenhang mal die Frage, wann der erst im Mai 1966 in Deutschland angelaufene Film denn tatsächlich gedreht wurde, denn wenn ich Grinders Ansprache richtig in Erinnerung habe, wurde der allgemein auf 1965 datierte Film bereits 1963 der spanischen Zensur vorgelegt. (Ein weiterer Mitstreiter erwähnte am Wochenende noch, das zu dem Film ein (Dreh?)Bericht in einer zeitgenössischen „Bravo“ vorlag, wäre doch mal interessant aus welchen Monat/Jahr die war)

Von mir jedenfalls 6 von 10, dank viel Gesichtsakrobatik und unfreiwilliger (?) Komik. Schön, so einen seltenen Genre-Vertreter mal auf der Leinwand sehen zu dürfen, dafür noch mal ein Danke an den/die Organisator(en)!


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 Betreff des Beitrags: Re: OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO - Jaime J. Balcázar
BeitragVerfasst: 18.04.2018 09:06 
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Danke für das klasse Review Companero. :)

Freut mich wirklich, dass es bereits während des Festivals so viel Resonanz zu dem Film gab.
Da hat sich der damalige Kauf der 35mm Kopie wirklich gelohnt, wenn der Film dann doch einigen Leuten viel Freude gebracht hat. ;)

Ich habe mich bei der Ansprache überwiegend auf das Review aus der Spaghetti Western Database bezogen. Dort wurde ja auch vermutet, dass das Finale in der Stadt ggf. später gedreht worden sein könnte.
Es lohnt auch ggf. bei den gängigen Videoportalen nach dem Film zu suchen. Da gibt es nämlich die komplette und brutale Anfangssequenz zu sehen.

Die Saloonschlägerei fand ich auch richtig gut. Teils krachen die Stuntleute ohne Schnitt aus großer Höhe bis auf den Boden. Wenn man dagegen die schlecht coreographierten Schlägereien von Caianos ES GEHT UM DEINEN KOPF AMIGO von Freitag Abend heranzieht, kann man fast schon von einer Meisterleistung sprechen ;)

Hier noch weitere Infos zu "Rick Horn":
"Rick Horn is Richard Stuart Hornbeck born on April 4, 1937 in New York City. He appeared on one documented episode of the Cheyenne TV series. He went to Italy to become a chiropractor and there appeared as Rick Horn in The Man from Oklahoma. He appeared in one other unknown western and a Maciste/Hercules film according to his wife Rosaria. The couple then moved back to the U.S.A. and Richard opened his chiropractic business in El Segundo, California, a suburb of Los Angeles. The couple then moved to Seneca, South Carolina and then retired to Manor where he died on May 6, 2015 of congestive heart failure." (Quelle:Spaghetti Western Database).

Schade, dass die Identität erst nach seinem Tod bekannt wurde. Der Mann hätte sicherlich das ein oder andere "Rätsel" zu dem Film lösen können.


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 Betreff des Beitrags: Re: OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO - Jaime J. Balcázar
BeitragVerfasst: 18.04.2018 14:34 
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Ich sollte mal wieder mehr bei der SW-Database forschen, das hab ich die letzten Jahre doch sträflich vernachlässigt... den Thread zu Oklahoma John habe ich jedenfalls gerade zum ersten Mal gelesen. Kann ich nur jedem empfehlen, liest sich sehr spannend. Es ist schon unheimlich erheiternd und verwirrend zugleich, das sowohl der "echte" Rick Horn, als auch die zunächst verdächtigten Anton Geesink und Samson Burke alle auch noch in (mindestens) einem italienischem Sandalenfilm mitwirkten. Und sich auch noch ähnlich sahen. Und der Herr Burke in dem verlinktem Interview nicht mal direkt abstreitet, Oklahoma John gewesen zu sein... :D

Was ich ganz vergessen hab: für allgemeines Schmunzeln in Nürnberg sorgte ja auch die Szene, als Oklahoma John die Baddies verfolgt, und die Suche dann unterbricht, da ja "bereits Nacht wird", obwohl auf der Leinwand strahlender Sonnenschein herrschte. Offensichtlich wurde hier in der deutschen Version vergessen, das ganze "abzudunkeln". Ist das in den anderen bekannten Fassungen (Dorado-DVD z. B.) auch so?


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 Betreff des Beitrags: Re: OKLAHOMA JOHN - DER SHERIFF VON RIO ROJO - Jaime J. Balcázar
BeitragVerfasst: 18.04.2018 14:47 
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Loco Burro hat geschrieben:
Was ich ganz vergessen hab: für allgemeines Schmunzeln in Nürnberg sorgte ja auch die Szene, als Oklahoma John die Baddies verfolgt, und die Suche dann unterbricht, da ja "bereits Nacht wird", obwohl auf der Leinwand strahlender Sonnenschein herrschte. Offensichtlich wurde hier in der deutschen Version vergessen, das ganze "abzudunkeln". Ist das in den anderen bekannten Fassungen (Dorado-DVD z. B.) auch so?

Ein wahrhaft großartiger Moment! :D
Die ungeschnittene Fassung auf den gängigen Videoportalen weist an dieser Stelle übrigens auch eine recht sonnige Tageshelle auf.

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