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 Betreff des Beitrags: DJANGO- UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE - Mario Lanfranchi
BeitragVerfasst: 09.05.2011 12:58 
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Django – unbarmherzig wie die Sonne (Sentenza di morte; ITA 1968)
R: Mario Lanfranchi

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I play this game to win,
So you’d better pray for help somehow.
The tricks you’ve been using,
Won’t stop you from losing,
Cause I’m the winner now.

(Titellied Last Game)

Vier Männer ermorden den Bruder von Cash und schießen ihn selber in den Arm. Jahre später, und vom Alkoholismus geheilt, ist die Zeit der Rache gekommen und Cash knöpft sich die Männer von einst vor: einen nach dem anderen, ohne Erbarmen.

Regisseur Mario Lanfranchi war in Italien bereits ein sehr bekannter Theater- und Fernsehregisseur bevor er begann einige Spielfilme zu inszenieren. Dabei setzte er seine damalige Ehefrau, die Sopranistin Anna Moffo, unter anderem in Opern wie Giacomo Puccinis Madam Butterfly oder Bellinis La sonnambula in Szene. Außerdem war er als Darsteller in mehreren Filmen zu sehen, allerdings nur in kleineren Rollen. Dazu zählen etwa Sergio Corbuccis Navajo Joe oder Damiano Damianis La Noia (Die Nackte).

Sein erster Spielfilm war nun der Western Sentenza di morte, dessen Geschichte eigentlich ursprünglich in Sizilien spielen sollte, laut dem Regisseur aber besser in ein Westernszenario passte. Lanfranchi, der sich neben der Regie auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, treibt mit Sentenza di morte die Genrezutaten teils stark auf die Spitze. Der Film ist in vier Episoden eingeteilt, in denen sich der eiskalte Rächer jeweils an einen der vier Mörder seines Bruders rächt. Cash geht dabei äußerst kalkuliert und unerbittlich vor und schnappt sich einen nach dem anderen. Robin Clark, hier in seiner ersten Filmrolle überhaupt, ist eine sehr gute Wahl als Rächer mit dem Engelsgesicht, der keinerlei menschliche Emotionen oder Gefühle zu haben scheint. Lanfranchi selber beschreibt ihn nicht nur als unsterblich sondern auch als "a merciless man, pitiless. As a real hero should be".

Bild Bild Bild Bild Bild Bild

Seine Opfer sind vier völlig unterschiedliche Charaktere, die nur der Mord an Cashs Bruder miteinander zu verbinden scheint. Als erstes muss der mexikanische Großgrundbesitzer Diaz, den Cash durch die Wüste verfolgt, daran glauben. Diaz hat die Waffen mit sich, Cash das Wasser, aber was von beiden ist in der Wüste wohl wertvoller. Der Amerikaner Richard Conte verkörpert den geläuterten und durchaus sympathischen Diaz, der sich eine gute Existenz aufgebaut hat und durch Cash nun mit seiner unrühmlichen Vergangenheit konfrontiert wird. Der zweite Name auf der Liste ist der Spieler Montero, der in einem kleinen Kaff ein paar Pistoleros um sich schert. Montero wird dargestellt durch den italienischen Theaterstar Enrico Maria Salerno, der so manchen Italowestern mit seiner Präsenz veredelte. Er spielte beispielsweise die Hauptrolle in Massimo Dallamanos großartigem Bandidos, wo er als ehemaliger Revolverheld nach Rache dürstet. Hier spielt er mit Cash Poker, und zwar um nichts Geringeres als um sein Leben (Montero: "Was willst du noch mehr?" – Cash: "Du besitzt noch etwas sehr kostbares." – Montero: "Was?" – Cash: "Dein Leben").

Nachdem Montero kein Glück beim Kartenspielen hatte nimmt sich Cash nun Nummer drei auf seiner Abschussliste vor. Dabei handelt es sich um Bruder Baldwin, einen Priester, der wieder mal beweist, dass man die Bibel nach gut dünken auslegen kann. Mit seiner Bande von barmherzigen Brüdern, die fast alle elegante Anzüge tragen, terrorisiert er die Bürger einer kleinen mexikanischen Stadt. Bruder Baldwin wird gespielt von Adolfo Celi, der ein paar Jahre zu vor schon den vergeblichen Versuch startete James Bond zur Hölle zu schicken. Der letzte der fünf Mörder ist O’Hara, der absolut verrückt nach Gold und blonden Frauen ist. Zudem hat die Figur vampireske Züge an sich, wie das Vermeiden von Sonnenlicht. Tomás Milian ist wohl die Idealbesetzung für diese Rolle, in der er sein Overacting perfekt einsetzten kann. Noch kurz zu sehen ist Luciano Rossi, der Cash dabei hilft einige Goldkisten zu transportieren.

Bild Bild Bild Bild Bild Bild

Lanfranchi verzichtet bei der Geschichte auf so ziemlich alles Unnütze und reduziert sie auf das Wesentliche, nämlich auf die Ermordung der fünf Männer. So rückt die exzellente Inszenierung in den Vordergrund und diverse vermeintlich logische Löcher in der Geschichte fallen dadurch auch nicht weiter ins Gewicht. Neben der stringenten Story und der hervorragenden Besetzung sind die wunderbaren Schauplätze ein weiterer Pluspunkt den Sentenza di morte vorzuweisen hat. Neben sehr schönen Aufnahmen der spanischen Wüste, in der ein großer Teil des Films spielt, gibt es noch jede Menge tolle Nachtszenen zu bewundern. Vor allem der Schluss, bei dem sich Cash mit O’Hara auseinandersetzt, hat in dieser Beziehung einiges zu bieten. Da ja O’Hara so seine Schwierigkeiten mit dem Sonnenlicht hat spielt sich dieses letzte Duell fast ausschließlich in der Nacht ab und zwar in einer wunderbaren, gespenstischen alten Kirche samt dazugehörigem Friedhof. Überhaupt ist der ganze Film von einer schaurigen, horrormäßigen Atmosphäre durchzogen durch die der Racheengel Cash seine Bahnen zieht. Unterstützt wird diese Atmosphäre durch den ausgezeichneten Soundtrack von Gianni Ferrio. Die deutsche Synchro geht zwar in Ordnung, trotzdem sollte man sich den Film in Italienisch ansehen, da die Stimmen besser passen und die Dialoge wesentlich besser funktionieren.

Sentenza di morte ist einer dieser wunderbaren und außergewöhnlichen Exemplare des Italowestern und ein wesentlicher Grund weshalb mir dieses Genre so am Herzen liegt. Der Film besitzt eine tolle Atmosphäre, erstklassige Darsteller, hervorragende Schauplätze und die dazugehörige Kameraarbeit ist ebenso gelungen wie die Musik von Gianni Ferrio. Jeder der nur ein kleinwenig für den italienischen Western übrig hat sollte sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen zumal es ihn auch noch auf einer sehr gelungenen Scheibe von Koch zu bewundern gibt. Das dort vorhandene Interview des etwas exzentrischen Mario Lanfranchi mit sich selbst sollte man sich auch nicht entgehen lassen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO- UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE - Mario Lanfranchi
BeitragVerfasst: 09.05.2011 18:21 
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Das ist doch der mit Milian als Albino, diesen Film mag ich sehr gerne! Das ende in dieser Schwefelmine ist superb. Der ganze film ist superb, einer der Besseren IW!!!!

Wie nerofranco schrieb, nicht entgehen lassen!!!!

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO- UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE - Mario Lanfranchi
BeitragVerfasst: 09.05.2011 18:27 
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Klasse Review :!:
Finde das schnörkellose Abarbeiten des Racheplans in diesem IW auch sehr gut und die ausgezeichnete VÖ von Koch veredelt das Ganze natürlich noch.
Starker Streifen !


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO- UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE - Mario Lanfranchi
BeitragVerfasst: 10.05.2011 11:13 
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Hier gibts schon 1-2 Meinungen, ich muss nach wie vor leider sagen, dass ich ihn, trotz toller Optik nicht besonders mag.

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO- UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE - Mario Lanfranchi
BeitragVerfasst: 10.05.2011 12:32 
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Guter Film den ich dem ähnlich episodisch aufgebauten 5 blutige Stricke in fast jeder Hinsicht vorziehe. Besser inszeniert und besser entwickelte Geschichte.


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO- UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE - Mario Lanfranchi
BeitragVerfasst: 10.05.2011 13:25 
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Stanton hat geschrieben:
Guter Film den ich dem ähnlich episodisch aufgebauten 5 blutige Stricke in fast jeder Hinsicht vorziehe. Besser inszeniert und besser entwickelte Geschichte.


Dafür ist Harrison ein echter Kerl :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO- UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE - Mario Lanfranchi
BeitragVerfasst: 10.05.2011 19:27 
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Anti-Hero hat geschrieben:
Dafür ist Harrison ein echter Kerl :mrgreen:


Wohl wahr ...


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO- UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE - Mario Lanfranchi
BeitragVerfasst: 24.05.2012 09:38 
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Vier Männer ermorden den Bruder von Cash und schießen ihn selber in den Arm. Jahre später, und vom Alkoholismus geheilt, ist die Zeit der Rache gekommen und Cash knöpft sich die Männer von einst vor: einen nach dem anderen, ohne Erbarmen.

Regisseur Mario Lanfranchi war in Italien bereits ein sehr bekannter Theater- und Fernsehregisseur bevor er begann einige Spielfilme zu inszenieren. Dabei setzte er seine damalige Ehefrau, die Sopranistin Anna Moffo, unter anderem in Opern wie Giacomo Puccinis Madam Butterfly oder Bellinis La sonnambula in Szene. Außerdem war er als Darsteller in mehreren Filmen zu sehen, allerdings nur in kleineren Rollen. Dazu zählen etwa Sergio Corbuccis Navajo Joe oder Damiano Damianis La Noia (Die Nackte).

Sein erster Spielfilm war nun der Western Sentenza di morte, dessen Geschichte eigentlich ursprünglich in Sizilien spielen sollte, laut dem Regisseur aber besser in ein Westernszenario passte. Lanfranchi, der sich neben der Regie auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, treibt mit Sentenza di morte die Genrezutaten teils stark auf die Spitze. Der Film ist in vier Episoden eingeteilt, in denen sich der eiskalte Rächer jeweils an einen der vier Mörder seines Bruders rächt. Cash geht dabei äußerst kalkuliert und unerbittlich vor und schnappt sich einen nach dem anderen. Robin Clark, hier in seiner ersten Filmrolle überhaupt, ist eine sehr gute Wahl als Rächer mit dem Engelsgesicht, der keinerlei menschliche Emotionen oder Gefühle zu haben scheint. Lanfranchi selber beschreibt ihn nicht nur als unsterblich sondern auch als "a merciless man, pitiless. As a real hero should be".

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Seine Opfer sind vier völlig unterschiedliche Charaktere, die nur der Mord an Cashs Bruder miteinander zu verbinden scheint. Als erstes muss der mexikanische Großgrundbesitzer Diaz, den Cash durch die Wüste verfolgt, daran glauben. Diaz hat die Waffen mit sich, Cash das Wasser, aber was von beiden ist in der Wüste wohl wertvoller. Der Amerikaner Richard Conte verkörpert den geläuterten und durchaus sympathischen Diaz, der sich eine gute Existenz aufgebaut hat und durch Cash nun mit seiner unrühmlichen Vergangenheit konfrontiert wird. Der zweite Name auf der Liste ist der Spieler Montero, der in einem kleinen Kaff ein paar Pistoleros um sich schert. Montero wird dargestellt durch den italienischen Theaterstar Enrico Maria Salerno, der so manchen Italowestern mit seiner Präsenz veredelte. Er spielte beispielsweise die Hauptrolle in Massimo Dallamanos großartigem Bandidos, wo er als ehemaliger Revolverheld nach Rache dürstet. Hier spielt er mit Cash Poker, und zwar um nichts Geringeres als um sein Leben (Montero: "Was willst du noch mehr?" – Cash: "Du besitzt noch etwas sehr kostbares." – Montero: "Was?" – Cash: "Dein Leben").

Nachdem Montero kein Glück beim Kartenspielen hatte nimmt sich Cash nun Nummer drei auf seiner Abschussliste vor. Dabei handelt es sich um Bruder Baldwin, einen Priester, der wieder mal beweist, dass man die Bibel nach gut dünken auslegen kann. Mit seiner Bande von barmherzigen Brüdern, die fast alle elegante Anzüge tragen, terrorisiert er die Bürger einer kleinen mexikanischen Stadt. Bruder Baldwin wird gespielt von Adolfo Celi, der ein paar Jahre zu vor schon den vergeblichen Versuch startete James Bond zur Hölle zu schicken. Der letzte der fünf Mörder ist O’Hara, der absolut verrückt nach Gold und blonden Frauen ist. Zudem hat die Figur vampireske Züge an sich, wie das Vermeiden von Sonnenlicht. Tomás Milian ist wohl die Idealbesetzung für diese Rolle, in der er sein Overacting perfekt einsetzten kann. Noch kurz zu sehen ist Luciano Rossi, der Cash dabei hilft einige Goldkisten zu transportieren.

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Lanfranchi verzichtet bei der Geschichte auf so ziemlich alles Unnütze und reduziert sie auf das Wesentliche, nämlich auf die Ermordung der fünf Männer. So rückt die exzellente Inszenierung in den Vordergrund und diverse vermeintlich logische Löcher in der Geschichte fallen dadurch auch nicht weiter ins Gewicht. Neben der stringenten Story und der hervorragenden Besetzung sind die wunderbaren Schauplätze ein weiterer Pluspunkt den Sentenza di morte vorzuweisen hat. Neben sehr schönen Aufnahmen der spanischen Wüste, in der ein großer Teil des Films spielt, gibt es noch jede Menge tolle Nachtszenen zu bewundern. Vor allem der Schluss, bei dem sich Cash mit O’Hara auseinandersetzt, hat in dieser Beziehung einiges zu bieten. Da ja O’Hara so seine Schwierigkeiten mit dem Sonnenlicht hat spielt sich dieses letzte Duell fast ausschließlich in der Nacht ab und zwar in einer wunderbaren, gespenstischen alten Kirche samt dazugehörigem Friedhof. Überhaupt ist der ganze Film von einer schaurigen, horrormäßigen Atmosphäre durchzogen durch die der Racheengel Cash seine Bahnen zieht. Unterstützt wird diese Atmosphäre durch den ausgezeichneten Soundtrack von Gianni Ferrio. Die deutsche Synchro geht zwar in Ordnung, trotzdem sollte man sich den Film in Italienisch ansehen, da die Stimmen besser passen und die Dialoge wesentlich besser funktionieren.

Sentenza di morte ist einer dieser wunderbaren und außergewöhnlichen Exemplare des Italowestern und ein wesentlicher Grund weshalb mir dieses Genre so am Herzen liegt. Der Film besitzt eine tolle Atmosphäre, erstklassige Darsteller, hervorragende Schauplätze und die dazugehörige Kameraarbeit ist ebenso gelungen wie die Musik von Gianni Ferrio. Jeder der nur ein kleinwenig für den italienischen Western übrig hat sollte sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen zumal es ihn auch noch auf einer sehr gelungenen Scheibe von Koch zu bewundern gibt. Das dort vorhandene Interview des etwas exzentrischen Mario Lanfranchi mit sich selbst sollte man sich auch nicht entgehen lassen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO- UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE - Mario Lanfranchi
BeitragVerfasst: 24.05.2012 10:29 
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Einer meiner liebsten Italowestern und die VÖ von Koch ist großartig. Habe den Film mal, als ich mich als VJ auf einer Party versucht habe, im Hintergrund laufen lassen. Habe selten so viele Anfragen bekommen, was das denn für ein Film sei (OK, bei Danger:Diabolik kamen noch mehr Anfragen ;) )

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO- UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE - Mario Lanfranchi
BeitragVerfasst: 29.06.2012 10:16 
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Von dem etwas unbekannteren IW auch einer meiner absoluten Lieblinge. Geniale Atmosphäre & Story. Sehr außergewöhnlich und eigenartig inszeniert. Tomas Milian ist wieder mal Traumhaft gut und dank Koch Media auch sorgfältig Veröffentlicht ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO- UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE - Mario Lanfranchi
BeitragVerfasst: 22.07.2012 19:13 
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DJANGO - UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE ist für mich ein richtig guter Italo-Western. Ich finde den Film optisch auch sehr gelungen, dabei noch der Song, das passt schon prima. Die Szenen mit Tomas Milian als Albino sind auch klasse!

8/10


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO- UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE - Mario Lanfranchi
BeitragVerfasst: 29.10.2012 19:56 
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Alternativer Titel: Sentenza di Morte
Produktionsland: Italien, Spanien
Produktion: Sandro Bolchi, Mario Lanfranchi
Erscheinungsjahr: 1968
Regie: Mario Lanfranchi
Drehbuch: Mario Lanfranchi
Kamera: Antonio Secchi
Schnitt: Franco Attenni
Musik: Gianni Ferrio
Länge: ca. 90 Min.
Freigabe: FSK 12
Darsteller:
Robin Clarke: Django/ Cash
Richard Conte: Diaz
Enrico Maria Salerno: Montero
Adolfo Celi: Bruder Baldwin
Tomas Milian: O’Hara



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Djangos Bruder wurde von vier Männern getötet. Für Django zählt es nun, Rache zu nehmen. Zu diesem Zweck lauert er einen nach dem anderen Mörder auf.

Eine Wüstenlandschaft ist das erste was Mario Lanfranchi in seinem Western dem Zuschauer präsentiert. Zu diesem optisch einwandfreien Bild erklingt mit „The last Game“ der Titelsong gesungen von Nevil Cameron. Nach dem Abspielen der Credits zeigt sich tatsächlich die Unbarmherzigkeit der Sonne, die ihre Spuren in die Gesichter von Django (im Original Cash) und Diaz eingebrannt hat. Das erste Duell des Films steht an und Django hat das Bedürfnis das Ende für seinen Gegner so lang und so qualvoll wie möglich herauszuziehen.

Ein wichtiger Aspekt, der sich hier auftut, denn Django zelebriert seine Rache äußerst ausgiebig und beabsichtigt seine Gegner mit deren eigenen Waffen (im übertragenden Sinne) zu schlagen. Was den Film dabei sehr gut tut, ist die hervorragende Kameraarbeit von Antonio Secchi. Die Bilder sind brillant und auch die Nahaufnahmen sind zum richtigen Zeitpunkt praktiziert worden. Optisch ist Djangos unbarmherzige Sonne ein wahrer Genuss. Auch auf eine Einstellung bzw. Schießerei im Schlamm muss nicht verzichtet werden.

Was die Story anbelangt, so ist diese so minimalistisch angelegt, dass man erst annehmen könnte etwas übersehen zu haben. Dieses lässt allerdings die Episodenhaftigkeit, mit der Lanfranchi vorgeht, resultieren. Mit zwei Rückblicken wird der Handlungsstrang schnell definiert und alles Weitere ergibt sich aus den jeweiligen Situationen.

„Du besitzt noch etwas Kostbares.“ (Django/ Cash)
„Was?“ (Montero)
„Dein Leben!“ (Django/ Cash)

Vom schauspielerischen her gesehen mach Robin Clarke in der Django-Rolle einen ordentlichen Eindruck. Gerade in der Anfangsphase innerhalb der Wüste ist Robin Clarke richtig gut. Adolfo Celi macht seine Sache als Bruder Baldwin ebenfalls gut. Um Celi herum schart sich übrigens eine Gemeinschaft die ein wenig der Waffen SS gleicht. Das Highlight ist allerdings erwartungsgemäß Tomas Milian der den Part des Albinos O’Hara verkörpert. Tomas ist als O’Hara irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn anzusiedeln. Er hat es einfach drauf.

Fazit: Wenn es in der Wüste zu kalt wird und die Haut nicht schmoren kann, dann schickt Django seine Gegner umgehend direkt in die Hölle. Ein optisch hervorragender IW, der eine Art Psychotouch beinhaltet und mit guten Darstellern gespickt ist.

8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO- UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE - Mario Lanfranchi
BeitragVerfasst: 14.02.2014 22:34 
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Ich bin geplättet, das Ding ist absolut genial!
Sehr eigenartiger, episodisch aufgebauter Western.
Die bekannten Gesichter stellen alle (bis auf einen Gastauftritt von Luciano Rossi in der Milian-Episode) die jeweiligen Gegner von Django dar.

1. Episode: Diaz (Richard Conte)
Nach einem schleppenden, zähen Beginn wird´s immer besser und auch die Schießerei ist sehr gut inszeniert, trotzdem ist es für mich die schwächste Episode.
Auch deswegen, weil das was hier passiert auch in einen stinknormalen Durchschnitts-IW gepasst hätte und ich hier keine für IW außergewöhnliche Szenen finden konnte.

2. Episode: Montero (Enrico Maria Salerno)
Hat mir etwas besser gefallen, als die erste Episode.
Hier ist besonders die gute Kameraarbeit während der Pokerpartien zu erwähnen, speziell während des letzten Spiels zwischen Django und Montero. (Nahaufnahmen von der Seite und auch bei der Wetteinlösung - Spiegel - Schuss)

3. Episode: Bruder Baldwin (Adolfo Celi)
Spätestens bei dieser Episode wird klar, dass das NICHT irgendein x-beliebiger Durchschnitts-IW ist, denn hier geht´s manchmal schon in Richtung Mystery. (Celi auf dem Berg, seine Männer umkreisen Django, im Hintergrund gruselfilmartige Musik)

4. Episode: O´Hara (Tomas Milian)
Für mich die beste Episode.
Milian als Albino komplett in Weiß sieht anfangs ein bisschen seltsam aus, aber daran gewöhnt man sich und außerdem passt er sehr gut auf die Rolle.
Das mit seinem Faible für Blondinen ist, finde ich, auch eine nette Idee, passt ja zu ihm.
Das Finale auf dem Friedhof ist einfach genial.

Zwei Kritikpunkte: Der schleppende Beginn und die Musik, die ist zwar nicht schlecht, ich hätte mir aber doch mehr erwartet von Ferrio, denn dieser Score zählt sicher nicht zu seinen besten.
Aber, wie gesagt: Schlecht ist er Nicht.

Fazit: Eine echte Genre-Perle.
Schade, dass Lanfranchi nur diesen einen IW gedreht hat.
9/10


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO- UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE - Mario Lanfranchi
BeitragVerfasst: 15.02.2014 17:41 
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Den Film finde ich mit jeden Mal sehen besser. Leider hat meine Kochscheibe einen Hänger und nach zweimal austauschen (was Koch damals ohne Meckern gemacht hat) hängt sie immer noch an derselben Stelle...


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO- UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE - Mario Lanfranchi
BeitragVerfasst: 15.12.2017 12:39 
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#58 "Django - Unbarmherzig wie die Sonne" ist ein Italowestern in dem Django sich an den 4 Männern rächen will, die für den Tod seines Bruders verantwortlich sind. Die Rachegeschichte wird uns dabei episodenhaft in 4 Teilen präsentiert, wobei Django sich in jeder Episode einem der Mörder widmet. Die Episoden sind alle von Grund auf verschieden und jede in ihrer Art und Weise wirklich sehenswert. Das Gesamtbild, dass dabei gezeichnet wird ist wahnsinnig gut geworden. Auf alle Fälle haben wir es hier mit einem sehr außergewöhnlichen Italowestern zu tun, der in keiner gut sortierten IW-Sammlung fehlen sollte.
Angefangen bei den wirklich sehr gut ausgewählten Drehorten, die mit einer gelungenen und verspielten Kameraführung eingefangen werden, über eine schöne musikalische Untermalung, einem einmaligen Storyaufbau, sehr gut gewählten Darstellern, bis hin zu den packenden Actionszenen und den außergewöhnlichen Ideen, stimmt hier so gut wie alles. Das einzige Manko ist für mich der Django-Darsteller. Er macht seine Sache nicht schlecht, aber wenn die Rolle jemand wie Nero oder Garko gespielt hätte wäre der Film noch besser geworden.
Ein Italowestern den man sich definitiv öfter ansehen kann und der vermutlich in der Gunst eines jeden Fans des Genres sehr hoch angesiedelt sein dürfte.
8,5/10 Punkte kriegt der Film von mir und somit zählt er mit zu den besten Italowestern die ich bei meiner Retrospektive bisher gesehen habe.

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it just means that a million people are stupid as fuck


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