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Rettet die älteste Videothek der Welt!
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Autor: FX-DoG [ 03.09.2017 13:35 ]
Betreff des Beitrags: Rettet die älteste Videothek der Welt!



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Autor: november2 [ 14.09.2017 14:45 ]
Betreff des Beitrags: Re: Rettet die älteste Videothek der Welt!

Schade, dass dieses Thema so untergegangen ist. So traurig, wie es jetzt aussieht (nur noch 8 Stunden und erst weniger als die Hälfte des Fundingziels erreicht), geht diese bedeutende Stätte der Filmkultur in Kürze unwiderruflich verloren.

Autor: DJANGOdzilla [ 14.09.2017 18:00 ]
Betreff des Beitrags: Re: Rettet die älteste Videothek der Welt!

Was nützt es denn auch, sowas künstlich am Leben zu erhalten? Die Zeit der Videotheken ist einfach vorüber. Keine Finanzspritze der Welt würde daran auf Dauer etwas ändern.

Autor: november2 [ 14.09.2017 20:00 ]
Betreff des Beitrags: Re: Rettet die älteste Videothek der Welt!

Du hast natürlich recht, die Zeit der Videotheken geht vorbei. Beim Film-Shop in Kassel handelt es sich allerdings um ein m. E. erhaltenswertes Kulturdenkmal. Wenn ich das Konzept der Initiatoren des Crowdfundings richtig verstanden habe, soll zwar der Verleihbetrieb aufrecht erhalten werden, es geht aber nicht um eine kommerzielle Weiterführung (die wäre in der Tat aussichtslos), sondern in erster Linie um den musealen Erhalt. Durch Veranstaltungen und ein Filmcafé sollten weitere Einnahmequellen erschlossen werden und der Laden über den Verleihbetrieb hinaus als regionaler Treffpunkt etabliert werden. Schade, dass es wohl nicht dazu kommen wird. Durch die Geschäftspolitik Baums, auch von älteren Veröffentlichungen immer ein Exemplar zu behalten, ist über die Jahrzehnte zudem ein umfangreicher Filmbestand inklusive zahlreicher Raritäten entstanden, der in dieser Form wohl sonst nur in der Video-City in Frankfurt vorhanden ist, die sich durch Umzug in ein kleineres Ladenlokal unlängst noch retten konnte. Hier in Köln wurde kürzlich mit der Traumathek eine auf Arthouse und Weltkino spezialisierte Videothek durch Spenden, Patenschaften und öffentliche Förderung zumindest für die nächsten Jahre gerettet. Diese Spezialisierung fehlt dem Film-Shop vielleicht, um die allgemeine Anerkennung als kulturell bedeutsame Institution zu erhalten. Die Bedeutung als kulturhistorische Stätte und gleichzeitig als eine Art "öffentlich zugängliches Archiv" sollte aber nicht unterschätzt werden. Das (voraussichtliche) Scheitern der Kampagne ist aber m. E. weniger auf ein allzu breites Desinteresse der Filmcommunity zurückzuführen; es spielt hier sicherlich auch die nicht ausreichende Mobilisierung durch die Initiatoren eine Rolle. Hätte man das Projekt speziell in filmaffinen Foren (und nicht nur national, sondern weltweit) massiv promoted, hätte diese Kampagne zum Erfolg geführt, davon bin ich überzeugt.

Autor: Grinder [ 15.09.2017 09:25 ]
Betreff des Beitrags: Re: Rettet die älteste Videothek der Welt!

november2 hat geschrieben:
Du hast natürlich recht, die Zeit der Videotheken geht vorbei. Beim Film-Shop in Kassel handelt es sich allerdings um ein m. E. erhaltenswertes Kulturdenkmal. Wenn ich das Konzept der Initiatoren des Crowdfundings richtig verstanden habe, soll zwar der Verleihbetrieb aufrecht erhalten werden, es geht aber nicht um eine kommerzielle Weiterführung (die wäre in der Tat aussichtslos), sondern in erster Linie um den musealen Erhalt. Durch Veranstaltungen und ein Filmcafé sollten weitere Einnahmequellen erschlossen werden und der Laden über den Verleihbetrieb hinaus als regionaler Treffpunkt etabliert werden. Schade, dass es wohl nicht dazu kommen wird. Durch die Geschäftspolitik Baums, auch von älteren Veröffentlichungen immer ein Exemplar zu behalten, ist über die Jahrzehnte zudem ein umfangreicher Filmbestand inklusive zahlreicher Raritäten entstanden, der in dieser Form wohl sonst nur in der Video-City in Frankfurt vorhanden ist, die sich durch Umzug in ein kleineres Ladenlokal unlängst noch retten konnte. Hier in Köln wurde kürzlich mit der Traumathek eine auf Arthouse und Weltkino spezialisierte Videothek durch Spenden, Patenschaften und öffentliche Förderung zumindest für die nächsten Jahre gerettet. Diese Spezialisierung fehlt dem Film-Shop vielleicht, um die allgemeine Anerkennung als kulturell bedeutsame Institution zu erhalten. Die Bedeutung als kulturhistorische Stätte und gleichzeitig als eine Art "öffentlich zugängliches Archiv" sollte aber nicht unterschätzt werden. Das (voraussichtliche) Scheitern der Kampagne ist aber m. E. weniger auf ein allzu breites Desinteresse der Filmcommunity zurückzuführen; es spielt hier sicherlich auch die nicht ausreichende Mobilisierung durch die Initiatoren eine Rolle. Hätte man das Projekt speziell in filmaffinen Foren (und nicht nur national, sondern weltweit) massiv promoted, hätte diese Kampagne zum Erfolg geführt, davon bin ich überzeugt.


Das sehe ich auch so.
Habe erst hier davon gelesen.
Da Videotheken in den 80er und 90er Jahren doch maßgeblich die Stadtbilder geprägt haben, wäre es m.E. wichtig diese vereinzelt zu erhalten. Ggf. mit "Museumscharakter", da man mit dem kommerziellen Filmverleih sicherlich nix mehr reissen kann. I.d.R. sollten man doch auch Kulturdezernate dafür interessieren können, oder?

Autor: november2 [ 15.09.2017 11:33 ]
Betreff des Beitrags: Re: Rettet die älteste Videothek der Welt!

Wie gesagt, bei der Traumathek in Köln hat das Kulturamt Gelder bereitgestellt. In Kassel ist man bei der Stadtverwaltung wohl auf taube Ohren gestoßen. Vielleicht, weil sich der Film-Shop nicht speziell dem "künstlerisch wertvollen" Film verschrieben hat? Jedenfalls hätte die Kampagne sicherlich die 29.000 € erreichen können, wenn man nicht nur im regionalen Umfeld dafür die Werbetrommel gerührt, sondern sich darum bemüht hätte, dass jeder Filminteressierte in Deutschland und auch viele aus dem Ausland davon erfahren. Die Kampagne ist m. E. daran gescheitert, dass sie zu provinziell gedacht war. Die globale Bedeutung als erste Videothek der Welt (oder eine der ersten beiden; mit Atkinson und Baum scheint das in etwa so zu sein wie mit den Lumières und den Skladanowskys) hätte sogar Unterstützer finden können, die vielleicht auf Grund der Entfernung im Leben nie die Gelegenheit haben würden, dort vorbeizuschauen.

Autor: Steven Ogg [ 15.09.2017 12:03 ]
Betreff des Beitrags: Re: Rettet die älteste Videothek der Welt!

Die Organisatoren hätten die Schwelle bei Startnext ausnutzen sollen, um einen niedrigeren Betrag abzusichern.
Mit der Schwelle kann man es so steuern das auch bei Nichterreichen des vollständigen Ziel das Geld zu bekommen ist,
was bis dahin eingesammelt wurde. So ähnlich wie bei Indiegogo.

Und man sollte nicht vergessen, das die 29000 nicht das tatsächlich benötigte Geld sind,
sondern der Betrag enthält alleine schon 7% Gebühren. Das macht 2030 Euro.
Zieht man die ab, ist der Auszahlbetrag bei 26970 Euro und je nach Steuerstatus fallen da eben auch noch Steuern an.
Bei angenommenen 19% Mwst. werden davon 4306 Euro an den Fiskus fällig und es bleiben unterm Strich rund 22670 Euro übrig.
Die 29000 können daher nicht der benötigte Finanzierungsbetrag sein um die Bude am Leben zu halten,
denn wäre es so, wäre selbst bei erfolgreichem Ausgang aufgrund der Abzüge das Licht aus.
Es wird eher so sein, das schon mit 20000 Euro der Fortbestand gesichert wäre.
Hätte man die Schwelle vielleicht bei 15000 gesetzt statt das klassische "all or nothing" Prinzip, wäre es erfolgreich gewesen
und sie bekämen einen Auszahlbetrag von rund 11700 Euro. Nicht das komplett benötigte Geld, aber schonmal die Hälfte davon.

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