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OFF KINO in Bielefeld (NRW)
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Autor: Logan5514 [ 28.01.2014 23:09 ]
Betreff des Beitrags: OFF KINO in Bielefeld (NRW)

OFF KINO IN BIELEFELD (im Filmhaus)

Bild


Da hier ja schon einige User Kinos und spezielle Programme in ihrer Nähe vorgestellt haben, möchte ich das mit dem (sehr) kleinen, aber feinen OFF KINO auch mal machen. Das Kino findet man in Bielefeld, kurz vor der Innenstadt und es werden dort hauptsächlich Filme von 35mm gezeigt. Alles "Special Interest" und teilweise wirkliche Perlen.

Wenn man aus NRW kommt, sollte man an einem der Freitage mal einen Blick riskieren, an denen wöchentlich ab 20:30 die Filmge gezeigt werden.


Hier mal die Adress-Daten:
Freies Kino Bielefeld e.V.
Bahnhofstr. 46
33602 Bielefeld

Webseite: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


Wenn man da mal einen Blick ins Archiv wirft, sieht man, was man alles schon verpasst hat.... :x :cry:

Autor: Logan5514 [ 28.01.2014 23:11 ]
Betreff des Beitrags: Re: OFF KINO in Bielefeld (NRW)

PROGRAMM im Januar 2014:




Solo Sunny von Konrad Wolf - am 31. Januar 2014
DDR 1980
102 Min., 35mm
Mit Renate Krößner, Alexander Lang, Heide Kipp, Dieter Montag u.a.


Zum Film:
Der Film erzählt von der eher mittelmäßigen Schlagersängerin Ingrid Sommer, genannt Sunny, die mit einer Band, den Tornados, und anderen Unterhaltungskünstlern durch die DDR-Provinz tingelt, bei Festen und in Clubhäusern auftritt. Das Publikum ist von Sunny nicht unbedingt begeistert – auch sie selbst nicht von ihrer Situation. Ingrid Sommer träumt von einem anderen Leben. Von Respekt und Anerkennung. Beides bleibt jedoch nicht nur in beruflicher Hinsicht aus, auch im Privatleben erlebt Sunny Rückschläge und Enttäuschungen. Doch sie kämpft weiter. Konsequent fordert sie ihr Recht ein, endlich als jemand zu gelten – und zwar so wie sie nun mal ist. Auch dann noch, als sie an ihrer Umwelt zu verzweifeln droht und fast an ihren Ansprüchen. […]

[Solo Sunny] erzählt eine höchst universelle, letztlich zeitlose Geschichte. Ob DDR, BRD, USA, ob 1979 oder 2012 - den Konflikt zwischen dem brennenden Bedürfnis nach eigener Individualität und dem Druck gesellschaftlicher Erwartungen konnte und kann vermutlich jeder nachvollziehen. Jeder will doch sein Solo haben, niemand unbeachtet in der Masse untergehen. Vielleicht gilt dies heute mehr denn je. […]

Konrad Wolf hat einmal gesagt: „Seitdem ich mit der Filmarbeit in Berührung kam, (...) suchte ich mein Thema. Dieses Thema muss gefunden werden, da man als Künstler die herrliche, aber außergewöhnlich verantwortungsvolle Möglichkeit hat, sich an tausende, ja Millionen Menschen zu wenden. Man muss also diesen Menschen etwas zu sagen haben, etwas Wichtiges, etwas im Herzen Brennendes.“ Selten hat Konrad Wolfs Herz so schön gebrannt wie in Solo Sunny, dieser so kraftvollen, so komischen, so schmerzlichen und so berührenden Hymne an das selbstbestimmte Leben.

Timo Gößler


Autor: Logan5514 [ 28.01.2014 23:24 ]
Betreff des Beitrags: Re: OFF KINO in Bielefeld (NRW)

PROGRAMM im Februar 2014:




Die Frau in den Dünen von Hiroshi Teshigahara - am 7. Februar
Japan 1964
147 Min., 35mm, s/w, DF (!!!!!!!!!)
Mit Kyoko Kishida, Eiji Okada, Hiroko Ito u.a.
Drehbuch: Kōbō Abe


Zum Film:
Ein Mann begibt sich auf der Suche nach seltenen Insekten in eine einsame Küstengegend. Als er eine Unterkunft für die Nacht sucht, wird er von einigen Dorfbewohner_innen zum Haus einer allein lebenden Frau gebracht, das unter einer Klippe liegt, die er mit Hilfe einer Strickleiter hinunterklettern muss. Die Frau bewirtet ihn, und beginnt, während er sich schlafen legt, den durch jede Ritze dringenden Sand wegzuschaffen. Am nächsten Morgen muss er feststellen, dass das Haus nicht nur von der Klippe sondern auch von unüberwindbaren Dünen rundum umgeben ist und dass die Leiter entfernt wurde. Er ist gefangen. Von der Frau erfährt er, dass er zu ihrer Unterstützung festgehalten wird, da sie alleine nicht gegen die vordringenden Dünen ankämpfen könnte, von denen auch das Dorf bedroht ist. Empört unternimmt er mehrere vergebliche Ausbruchversuche und verweigert anfänglich die Kooperation, doch ist letztendlich gezwungen, sich mit der neuen Situation zu arrangieren.

„Die Frau in den Dünen“ ist eine faszinierende Parabel, in der sich Teshigahara gezielt der Verfremdung und Anonymisierung bedient. Er thematisiert u.a. die Auseinandersetzung des Einzelnen mit der Gesellschaft, deren Normen und Anforderungen wie der Sand permanent und erbarmungslos durch die Ritzen des menschlichen Geistes eindringen und sein Bewusstsein und Selbstverständnis formen. Mit fantastischen Großaufnahmen und Bildern des fast wie Wasser dahinfließenden Sandes schafft Teshigahara, der auch als Dokumentarfilmer arbeitete, eine gleichermaßen bezaubernde wie verstörende Atmosphäre.

(Textquelle: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***)



Die sieben Samurai von Akira Kurosawa - am 14. Februar
Japan 1954
206 Min., 35mm, s/w, DF
Mit Takashi Shimura, Toshiro Mifune, Yoshio Inaba, Seiji Miyaguchi, Minoru Chiaki, Daisuke Kato u.a.


Zum Film:
„Wir haben gesiegt. Und trotzdem haben wir verloren.“

Japan im 16. Jahrhundert. Ein Bauerndorf will sich gegen marodierende Banden zur Wehr setzen: Sie engagieren sieben Samurai als Schutztruppe, um es mit den Feinden aufzunehmen und ihr Hab und Gut zu verteidigen. Aus deren Langeweile und Ruhmsucht wird bald aufrichtige Solidarität mit den unterdrückten Bauern.

Neben seiner präzisen Charakterzeichnungen besticht dieser unvergleichliche Film durch seine visuelle Brillanz. Eine ungewöhnliche Schärfentiefe erhöhte die Ausdruckskraft des kontrastreichen Schwarz-Weiß-Bildes. Ruhige Phasen der Kontemplation und schnell geschnittene, dynamische Momente des Kampfes verschmelzen hier auf symbiotische Weise. Für die besonders dramatischen Momente des Tötens verwendet Kurosawa die Zeitlupe, eine Prinzip, dass Sam Peckinpahs bahnbrechender Western „The Wild Bunch“ merklich beeinflusste. Für „Die glorreichen Sieben“ (Remake) hat sich Kurosawa übrigens bei John Sturges bedankt – mit einem japanischen Zeremonie-Schwert. Auch Melville ("Der eiskalte Engel"), Jarmusch ("Ghost Dog") und Tarantino ("Kill Bill Vol.1+2") haben sich an Kurosawas Samurai-Filmepos orientiert.

„Vielleicht war deshalb „Die sieben Samurai“ sein schönster Film, die Geschichte vom Sieg des Pfluges über das Schwert, der bäuerlichen über der ritterlichen Welt. In einer der bewegendsten Szenen des Film sieht man nur, wie der Reis angebaut wird, liebevoll, mühselig, demütig. Kurosawa, der sich selbst als ,humanistische Heulsuse' bezeichnete, brachte den Krieg nie um seiner selbst willen auf die Leinwand. Der Meister der Schlachtgemälde hasste die Schlacht.“ Die Zeit

1954 gewann der Film den „Silbernen Löwen“ in Venedig. Im selben Jahr wurde er für zwei Oscars nominiert.






Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben von Apichatpong Weerasethakul - am 21. Februar
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Zum Film:
Text folgt!



Ghost in the Shell von Mamoru Oshii - am 28. Februar
OT: Kōkaku Kidōtai
Japan 1995
82 Min., 35mm, O(engl)mU
Musik: Kenji Kawai


Zum Film:
Major Motoko Kusanagi, ein weiblicher Cyborg mit einer menschlichen Restexistenz, jagt den sogenannten Puppet Master, einen Ghost-Hacker. Dieser ist in der Lage sich durch die allseits vernetzen Gehirne der Menschen zu hacken und sogar deren Individualität, den "Ghost", zu manipulieren. Im Laufe der Recherche beginnt Motoko an den Grundlagen ihrer eigenen Existenz zu zweifeln. Sie spürt, dass das Zusammentreffen mit dem Ghost-Hacker, der zunehmend vielmehr als Software denn als menschliches Wesen erscheint, ihre Bestimmung sein kann. Doch nicht nur Motoko jagt den Geheimnisvollen...

Die Animation ist großartig, die Bewegungen und die Hintergründe sind fast beängstigend real. Absolut beeindruckend. Wirklich grandios ist aber, wie Regisseur Mamoru Oshii es schafft, trotz der dicht gedrängten Handlung dem Film phasenweise einen fast meditativen Charakter zu verleihen, der exzellent zu den universellen Fragestellungen passt. Oshii geht aber noch weiter und nutzt diese Stimmungsgemälde gezielt, um den Erzählfluss zu steuern und dem Zuschauer Pausen zum Nachdenken und Innehalten zu bieten, in denen zugleich die in ihrer Schlichtheit umso mitreißendere Musik Kenji Kawais ihre ganze Wirkung entfalten kann.

Die Stimmung der Stadt, der Panoramen ist sehr düster und klaustrophobisch. Das große Vorbild war unverkennbar "Blade Runner", was Oshii bestätigte: Er verehrt den Klassiker selbst als unerreichbaren Meilenstein der Science Fiction. Mittels der besonderen Abstraktionsmöglichkeiten der Anime sowie ungewöhnlicher Perspektiven, Zeitlupeneffekte und der seltsamen Fremdartigkeit der Stadt, erreicht "Ghost in the Shell" einen ausgeprägten, ganz eigenen Surrealismus, wie er in einem Realfilm niemals möglich wäre. Kein Wunder, dass sich die Wachowski-Brothers für "Matrix" hier nicht nur die Titelsequenz mit den grünen Symbolreihen abgeguckt haben.

(Japankino)

VORFILM: Dimension Bomb



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