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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DER WEITE RITT - Peter Fonda
PostPosted: 01.05.2017 14:45 
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Produktionsland/Jahr: USA 1971
Darsteller: Peter Fonda, Warren Oates, Verna Bloom, Robert Pratt, Severn Darden, Rita Rogers, Ann Doran, Ted Markland, Owen Orr, Megan Denver, Michael McClure, Gray Johnson
Drehbuch: Alan Sharp
Produziert von: William Hayward
Musik: Bruce Langhorne

Harry verließ einst seine Familie, um dem Ruf des Wilden Westens zu folgen. Doch traumatische Erfahrungen bringen ihn wieder zurück zu Frau und Tochter. Durch sein Vagabundenleben entfremdet, blüht das Glück nur langsam wieder in der Familie auf. Doch eines Tages erhält Harry eine blutige Botschaft aus seiner Vergangenheit. Voller Hass zieht er los, um sein altes Leben ein für alle mal zu beenden.
(Moviepilot)

Die erste von nur drei Regiearbeiten von Peter Fonda.
In mehrfacher Hinsicht handelt es sich dabei um einen höchst eigenwilligen Film.
Gleich zu Beginn fällt es beim Schnitt sehr stark auf, denn Fonda arbeitet (speziell in der Anfangsphase) ungewöhnlich viel mit Überblenden anstatt einem harten Schnitt.
Dadurch entsteht (in Kombination mit der sowieso großartigen Kameraarbeit von Vilmos Zsigmond) eine ganz eigene, fast möchte ich meinen poetisch anmutende, Bildsprache.
Dazu kommt die mitunter sehr andersartige Musik von Bruce Langhorne.
Banjo, Gitarre, Geige - die allerdings immer sehr dezent und minimalistisch eingesetzt und wirklich melodisch in das auch seltenst, wenn überhaupt.
Soweit also noch nichts wirklich besonderes, aber was mich an einer Stelle doch sehr überrascht hat (öfter wurde er, glaube ich, nicht verwendet): Ein Synthesizer.
Jetzt könnte man sich natürlich fragen: "Was hat ein Synthesizer in einem Score für einen Western zu suchen?"
Normalerweise vermutlich nichts, aber in diesem Film ist ja kaum irgendetwas gewöhnliches zu finden und in der Szene, die damit untermalt wurde, passt es tatsächlich.
Richtig eingesetzt - ebenso dezent, wie der Rest der Musik - fügt es sich ins Gesamtbild wunderbar ein, wirkt nicht wie ein Fremdkörper.
Auf die Inszenierung trifft das gleiche zu, es ist ein Film der leisen Töne.
Gewalt ist eine Seltenheit und wenn, dann sind jene Szenen möglichst kurz gehalten.
Aber genau unter diesen wenigen kurzen Szenen, findet sich auch die eine, von der ich angesichts des restlichen Films doch sehr enttäuscht war.
Gemeint ist die Schießerei gegen Ende, die Befreiungsaktion.
Das ist für mich die einzige negative Überraschung, der einzige Schwachpunkt des Films.
Alles, wirklich alles, andere gibt mir ein Gefühl von: "Schade, dass es der einzige richtige Western von Peter Fonda ist, er wäre noch zu Großem in dem Genre fähig gewesen, wenn er nur gewollt hätte."
Deshalb verdient der Film m. E. mindestens 9/10.

Trailer:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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