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 Betreff des Beitrags: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 17.10.2012 19:48 
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Alternativer Titel: High Noon
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1952
Regie: Fred Zinnemann
Drehbuch: Carl Foreman
Kamera: Floyd Crosby
Schnitt: Elmo Williams
Musik: Dimitri Tiomkin
Länge: ca. 81 Min.
Freigabe: FSK 12
Darsteller:
Gary Cooper: Marshal Will Kane
Grace Kelly: Amy Kane
Thomas Mitchell: Jonas Henderson
Lloyd Bridges: Deputy Harvey Pell
Katy Jurado: Helen Ramirez
Otto Kruger: Richter Percy Mettrick
Lon Chaney jun.: Martin Howe
Ian MacDonald: Frank Miller
Sheb Wooley: Benn Miller
Lee van Cleef: Jack Colby
Robert J. Wilke: Jim Pierce



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Will Kane will das Amt des Sheriffs niederlegen und sich mit seiner Frau Amy zur Ruhe setzen. Während seiner Abreisevorbereitungen erfährt Kane jedoch, dass Frank Miller zusammen mit Jack Colby, Ben Miller und Jim Pierce auf den Weg in die Stadt ist um sich an Kane zu rächen.

Mit dem unvergesslichen „Do not forsake me, oh my Darling“ gesungen von Tex Ritter wird mit Lee van Cleef in der Rolle des Jack Colby auch gleich das erste Highlight in Fred Zinnemanns Film präsentiert. Lee ist einfach genial, er redet nicht ein einziges Wort, aber seine Mimik ist dermaßen brillant, so dass man es toleriert, dass der rechte Halfter des Revolvergurts zu Beginn des Films wagerecht zur Seite absteht. Mit Sheb Wooley kommt auch gleich Franks Bruder, Ben Miller dazu und das Empfangstrio wird durch den äußerst fies wirkenden Jim Pierce (gespielt von Robert J. Wilke) komplettiert. Das Ziel des Trios ist die Unterstützung von Frank Miller der seinen Schwur, Will Kane zu töten in die Tat umsetzen will.

Eigentlich eine altbackene Allerweltsstory, allerdings wirklich hervorragend umgesetzt. Zu diesem Zweck bedient man sich nicht allein am Western-Schema, sondern bringt weiterhin eine gewisse Art von Suspense ein. Hier ist natürlich das Einblenden der tickenden Uhr, dem Echtzeitspielchen das von dem Erwarten des Zwölf-Uhr-Zugs begleitet wird von großer Bedeutung. Auf diese Weise gelingt es den Zuschauer wesentlich mehr in das Geschehen einzubinden, so dass dieser auf gewisse Weise zu einem Teil des Geschehens wird.

Die kontinuierliche Steigerung der Situation lässt einen sehr guten Storyaufbau resultieren. Ein Aufbau der ab Minute 65 zum Auftakt des Showdowns einläutet. Innerhalb dieser 65. und 66. Minute werden alle Register eines Spannungsbogens gezogen. Die Musik wird leicht hektisch, die Schnittabfolgen rasant und das bewährte Muster von Nahaufnahmen der Gesichter hinzugefügt. Ein hervorragendes Spiel das Zinnemann hier mit dem Zuschauer treibt.


„Mich werdet ihr nie hängen. Ich komme wieder und ich werde dich töten Will Kane. Ich schwöre, ich werde dich töten.“


Frank Millers Racheschwur lässt in der nächsten Szene schlagartig die auf dem Bahngleis zerspringende Whiskeyflasche von Ben Miller folgen. Einfach ein großartiger Moment, der durch diese Schnittfolge eingebracht wird. Von diesen feinen und versteckten, aber auch genialen Momenten streut Fred Zinnemann einige aus. Die Bekreuzigung einer Stadtbewohnerin, nachdem sie Ben Miller, Colby und Pierce in die Stadt einreiten sieht oder Bens scheuendes Pferd vor dem Marshall-Office. Feinheiten die dem Film zusätzliche Würze geben.

Was die Darstellerriege anbelangt, so kann Gary Cooper in der Rolle des Marshals Will Kane überzeugen. Sein Spiel ist zwischen Enttäuschung, Angst und Hilflosigkeit ausgelegt. Will Kane ist chancenlos gegen die Übermacht und in einer Szene sieht man gar den Angstschweiß auf seiner Stirn.

Grace Kelly kommt ihren Aufgaben in der Rolle der Amy Kane nach. Ein naiver Mensch, der nicht weiß wie er sich zu verhalten hat. Doch auch Amy Kane lernt, da sie die Lehre von Helen Ramirez (gespielt von Katy Jurado) annimmt.

Was bei „High Noon“ besonders auffällt ist die Menschlichkeit seines Helden. Will Kane ist ein Mensch der mit seiner Angst zu kämpfen hat und dieses zeigt Fred Zinnemann in direkter und unverblümter Weise. Das ich persönlich Will Kane hasse, weil er mein großes Idol Jack Colby erschossen hat… ist eine andere Geschichte.

10/10

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 17.10.2012 23:14 
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sid.vicious hat geschrieben:
Will Kane ist chancenlos gegen die Übermacht und in einer Szene sieht man gar den Angstscheiß auf seiner Stirn.


So schlimm hatte ich das gar nicht in Erinnerung :|

Hervorragender Film, sollte ich mir eigentlich mal wieder ansehen ...

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Higurashi no Naku Koro ni


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 18.10.2012 19:17 
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Adalmar hat geschrieben:
sid.vicious hat geschrieben:
Will Kane ist chancenlos gegen die Übermacht und in einer Szene sieht man gar den Angstscheiß auf seiner Stirn.


So schlimm hatte ich das gar nicht in Erinnerung :|

Hervorragender Film, sollte ich mir eigentlich mal wieder ansehen ...


Man kann den Schweiß auf der Stirn erkennen, auch wenn die DVD Qualität nicht gerade die beste ist :-)

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 18.10.2012 19:27 
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Den Film find ich auch richtig toll. Mit Sicherheit einer meiner liebsten US-Western und Gary Cooper gefällt mir eigentlich auch immer recht gut. Konnte ihn in diesem Sommer im Freiluftkino genießen. Ein aufkommendes Gewitter hat den Film sogar noch spannender und eindringlicher gemacht :) .


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 19.10.2012 22:50 
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sid.vicious hat geschrieben:
Adalmar hat geschrieben:
sid.vicious hat geschrieben:
Will Kane ist chancenlos gegen die Übermacht und in einer Szene sieht man gar den Angstscheiß auf seiner Stirn.


So schlimm hatte ich das gar nicht in Erinnerung :|

Hervorragender Film, sollte ich mir eigentlich mal wieder ansehen ...


Man kann den Schweiß auf der Stirn erkennen, auch wenn die DVD Qualität nicht gerade die beste ist :-)


Den Schweiß dürfte Adalmar nicht gemeint haben... :D

Denn was ist das wichtigste beim schweißen?

Richtig: das "W" ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 20.10.2012 13:14 
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ugo-piazza hat geschrieben:
sid.vicious hat geschrieben:
Adalmar hat geschrieben:
sid.vicious hat geschrieben:
Will Kane ist chancenlos gegen die Übermacht und in einer Szene sieht man gar den Angstscheiß auf seiner Stirn.


So schlimm hatte ich das gar nicht in Erinnerung :|

Hervorragender Film, sollte ich mir eigentlich mal wieder ansehen ...


Man kann den Schweiß auf der Stirn erkennen, auch wenn die DVD Qualität nicht gerade die beste ist :-)


Den Schweiß dürfte Adalmar nicht gemeint haben... :D

Denn was ist das wichtigste beim schweißen?

Richtig: das "W" ;)


Oh oh :o

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 20.10.2012 13:26 
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Ich versteh nicht, wie dieser Film zu diesem Status gekommen ist...

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 26.10.2012 22:51 
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Sicherlich ein guter Film, aber meiner Meinung nach
hoffnungslos überbewertet (*duck` weg*)


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 27.10.2012 16:44 
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Er ist z.B. exzellent inszeniert, hat eine tolle Atmosphäre, erstklassige Kameraarbeit, bemerkenswerten Schnitt, einen sehr schönen Score, eine gute Geschichte, und dann auch noch tolle Action am Ende.


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 27.10.2012 18:57 
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Stanton hat geschrieben:
Er ist z.B. exzellent inszeniert, hat eine tolle Atmosphäre, erstklassige Kameraarbeit, bemerkenswerten Schnitt, einen sehr schönen Score, eine gute Geschichte, und dann auch noch tolle Action am Ende.


...und einen enormen Spannungsaufbau.

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 27.10.2012 19:30 
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Das sowieso


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 27.10.2012 20:02 
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hmmm... nee

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 28.10.2012 02:32 
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sid.vicious hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Er ist z.B. exzellent inszeniert, hat eine tolle Atmosphäre, erstklassige Kameraarbeit, bemerkenswerten Schnitt, einen sehr schönen Score, eine gute Geschichte, und dann auch noch tolle Action am Ende.


...und einen enormen Spannungsaufbau.


Na ja, ab und an eine tickende Uhr einzublenden
empfinde ich nicht grad` als sonderlich einfallsreich ;)

In Sachen Atmosphäre hat Zinnemann vor-und
nachher in meinen Augen weitaus dichtere Streifen
inszeniert.
Beste Beispiele: Das grandiose ( und leider etwas
in Vergessenheit geratene ) "Das siebte Kreuz"
von 1944 oder das Spätwerk "Der Schakal".
Ausserdem halte ich Cooper für glatt fehlbesetzt,
Spencer Tracy oder James Cagney beispielsweise
hätten für mich eher gepasst.

Wie gesagt, ich hab` nichts gegen den Film, aber
wenn einem, im Vergleich wirklich wegweisenden,
Werk wie dem ein Jahr später entstandene "Nackte
Gewalt" von Mann auch nur ein drittel der Aufmer-
ksamkeit eines "Zwölf..." entgegengebracht worden
wäre, sähe das für mich schon etwas freundlicher
aus ;)

Immerhin Kelly ist extrem toll anzuschauen :D


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 28.10.2012 10:01 
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trainspotting hat geschrieben:
sid.vicious hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Er ist z.B. exzellent inszeniert, hat eine tolle Atmosphäre, erstklassige Kameraarbeit, bemerkenswerten Schnitt, einen sehr schönen Score, eine gute Geschichte, und dann auch noch tolle Action am Ende.


...und einen enormen Spannungsaufbau.


Na ja, ab und an eine tickende Uhr einzublenden
empfinde ich nicht grad` als sonderlich einfallsreich ;)


War es aber damals ...
Die tickend Uhr macht jetzt auch nicht den Spannungsaufbau aus, aber sie gehört zu den formalen Qualitäten des Films.
Zitat:
In Sachen Atmosphäre hat Zinnemann vor-und
nachher in meinen Augen weitaus dichtere Streifen
inszeniert.
Beste Beispiele: Das grandiose ( und leider etwas
in Vergessenheit geratene ) "Das siebte Kreuz"
von 1944 oder das Spätwerk "Der Schakal".


Zinnemann hat sicher noch viele andere gute Filme gemacht, gerade auch vor HN, aber ich mag HN am meisten.
Den Schakal fand ich allerdings ziemlich lahm.



Zitat:
Ausserdem halte ich Cooper für glatt fehlbesetzt,
Spencer Tracy oder James Cagney beispielsweise
hätten für mich eher gepasst.


Ich mag Cooper an sich nicht so sehr ,aber hier finde ich ihn ausnahmsweise mal großartig. Tracy sah damals schon zu alt aus, auch wenn er nur ein Jahr älter war als Cooper, aber generell hätte er das natürlich schon spieln könnne. Aber das Energiebündel Cagney wäre schon gar nicht gegangen.

Das hätten natürlcih vilee andere auch spielen können. Problemlos.
Zitat:
Wie gesagt, ich hab` nichts gegen den Film, aber
wenn einem, im Vergleich wirklich wegweisenden,
Werk wie dem ein Jahr später entstandene "Nackte
Gewalt" von Mann auch nur ein drittel der Aufmer-
ksamkeit eines "Zwölf..." entgegengebracht worden
wäre, sähe das für mich schon etwas freundlicher
aus ;)



Aber Nackte Gewalt ist doch auch ein anerkannter Klassiker des Genres.

Und inwiefern war der "wirklich" wegweisend?
Und HN dann wohl nur scheinbar wegweisend?


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 28.10.2012 17:08 
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"Nackte Gewalt" war in meinen Augen "Wirklich"
wegweisend, weil er in seiner Charakter-
zeichnung in dieser ausgeprägten Form erstmals
den Weg vorgab, der später in, zugebenermaßen
weit drastischerer Form, für den Italo-Western
so typisch werden sollte.

Und "HN" ist für mich( und augenscheinlich nur für
mich ;) ) nur "scheinbar" wegweisend,weil er einfach
ein wenig kritiklos zu dem gemacht wurde ;)

Ich glaube wir kommen diesbezüglich bei dem
Streifen nicht zusammen, ich freu` mich aber
das er Dir so ausgesprochen zusagt ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 28.10.2012 22:27 
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trainspotting hat geschrieben:
"Nackte Gewalt" war in meinen Augen "Wirklich"
wegweisend, weil er in seiner Charakter-
zeichnung in dieser ausgeprägten Form erstmals
den Weg vorgab, der später in, zugebenermaßen
weit drastischerer Form, für den Italo-Western
so typisch werden sollte.


Die egozentische Zerissenheit des Howard Kamp in "Nackte Gewalt".

Als ich vor ca. 15 Jahren (hatte noch keinen Internetzugang) alles mögliche Material über Western aus der Bücherei entliehen habe um Infos über Italo Western zu bekommen, bin ich immer wieder über dieses Thema gestolpert. Auf jeden Fall ein wegweisender Charakter.

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 06.04.2014 12:11 
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High Noon spaltet sicherlich die Gemüter, aber bei allem Streit um die Qualität des Films per se darf man nicht vergessen, dass er ganz definitiv einen enormen Einfluss auf die damals nachwachsende Regiegeneration hatte. In Europa berufen sich Leone, Corbucci, Melville und auch die ganzen Nouvelle Vague Filmer oft auf Zinnemanns Werk und in den USA hatte er ebenfalls seine Auswirkungen und sei es durch Anti-High Noon Filme wie Rio Bravo.

Also dass, was Zinnemann gemacht hat, hat die Leute definitiv angeregt und bewegt und dass sollte man bei solchen Bewertungen sicherlich auch berücksichtigen.


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 21.07.2014 17:05 
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Ich glaube, das war der erste US-Western, den ich mir bewusst angesehen habe.
Es ist tatsächlich ein Meisterwerk und das heißt schon was, wenn ich so etwas über einen US-Western sage.
Ich bin gewiss kein US-Western-Experte, aber ich glaube, dass dieser Film sehr aus der Masse hervorsticht, denn hier gibt's keine riesigen Viehherden und endlose Landschaften.
Und dieses untypische, ist genau das, warum mir der Film gefällt.
Hier gibt's keine Viehtreiber, sondern nur eine Stadt voller mieser Hunde.
Die Geschichte hat mir ebenfalls gut gefallen, weil der Hauptcharakter hier nicht als furchtloser Held dargestellt wird, dem nichts und niemand etwas anhaben kann, den alle gern haben, sondern als Mann, dem man nicht nur deutlich seine Angst ansieht, sondern der noch dazu die ganze Stadt gegen sich hat.
Alle raten ihm schnellstmöglich abzuhauen.
Nun muss er sich entscheiden: Will er verschwinden und mit seiner Frau glücklich leben oder will er Frank Miller und seine Leute zur Hölle schicken?
Was man bei diesem Film hinsichtlich der Geschichte außerdem noch positiv erwähnen muss, ist, dass das ganze nie in ein Liebesdrama abrutscht, sondern immer bei der Sache bleibt.
Die Inszenierung der Schießerei ist für US-Verhältnisse sogar recht gelungen, außerdem ist auch die Kameraarbeit und der Schnitt (im ganzen Film) hervorragend.
An dieser Stelle möchte ich besonders die Szene gegen Ende hervorheben, als nochmal auf die wichtigsten Beteiligten geschnitten wird und dann plötzlich der Zug ertönt.
Außerdem möchte ich noch die Szene in der Kirche erwähnen, denn hier wird zum ersten Mal richtig deutlich, wie die Bürger über das Vorhaben von Kane denken.
Die Musik von Dimitri Tiomkin passt wunderbar dazu und gefällt selbstverständlich auch.
Vom schauspielerischen her, alles mehr als solide; hier möchte ich besonders Katy Jurado erwähnen.
Lee Van Cleef hat hier seine erste Rolle.

Fazit: Wahrhaftig ein genialer Film, der zurecht als Klassiker gilt.
9,5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 16.07.2015 12:47 
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Ich liebe den Film.
Schon das Intro finde ich genial mit dem jungen Lee Van Cleef und der tollen Musik. :D
Der film ist spannend, hat ne tolle story und ein starkes Finale. Zu Recht ein Klassiker!
Habe seit Monaten die BD eingeschweißt bei mir im Regal. Bin auf die Quali gespannt. Und auf die Extras.

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


9/10

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 16.07.2015 16:30 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Ich bin gewiss kein US-Western-Experte, aber ich glaube, dass dieser Film sehr aus der Masse hervorsticht, denn hier gibt's keine riesigen Viehherden und endlose Landschaften.

9,5/10


In der Masse der US Western gibt es keine Viehherden ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWÖLF UHR MITTAGS - Fred Zinnemann
BeitragVerfasst: 16.07.2015 16:33 
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Du musst bedenken, dieser Post ist fast ein Jahr her.
Mittlerweile weiß ich im Bezug auf US-Western doch ein klein wenig mehr, vor allem Dank dir und Stanton!


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