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 Betreff des Beitrags: DIE RE-INKARNATION DES PETER PROUD - Jack Lee Thompson
BeitragVerfasst: 23.03.2017 14:02 
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Die Reinkarnation des Peter Proud aka Deep Death - Bis dass der Tod sie scheidet
("The Reincarnation of Peter Proud" USA 1975, Regie: Jack Lee Thompson)

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Peter (Michael Sarrazin) hat immer wieder die gleichen Alpträume, in denen er von einer unbekannten Frau erschlagen wird. Als ihm klar wird, dass diese Träume aus seinem früheren Leben stammen, macht er sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit. Langsam bekommt er die Erkenntnis wer er früher war und was der wirkliche Grund für seinen Tod war. Seine Odyssee führt ihn zu der mysteriösen Marcia (Margot Kidder) und ihrer Tochter Ann (Jennifer O'Neil). In letztere verliebt er sich prompt, doch die düstere Vergangenheit lässt ihn nicht los. (OFDb, geändert)

Ganz nach dem Vorbild Alfred Hitchocks entspinnt Thriller-Experte Jack Lee Thompson hier ein vertracktes und raffiniert inszeniertes Thriller-Drama. Die Vorlage lieferte eine Novelle von Max Ehrlich, die 1973 erschien. Durch suggestiv eingestreute Bilderfolgen und dem hervorragenden Soundtrack entsteht eine mysteriöse, geradezu hypnotische Atmosphäre. Komponist Jerry Goldsmith stimmte seine schrillen Electro-Sounds perfekt mit den Bildfragmenten ab, die immer wieder kurz eingeblendet werden und mehr und mehr das Geheimnis offenbaren, das hinter ihnen steckt. Neben Hitchcock orientierte sich Thompson anscheinend auch an den Frühwerken von Brian De Palma. Vor allem der zeitgleich entstandene "Obsession" ist in seiner Grundstimmung sehr ähnlich. Margot Kidder war zuvor in De Palmas "Sisters" zu sehen.

Auf eine VÖ auf BD/DVD muss man hierzulande leider noch warten. Doch auch im Ausland scheint es noch keine Alternative zur VHS zu geben. So ist die deutsche VHS von Lightning Video mittlerweile ein echtes Schätzchen und dürfte nicht mehr so leicht zu bekommen sein.

8/10

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PHOBOS (Trailer - deutsch)


THC statt TTIP!


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE RE-INKARNATION DES PETER PROUD - Jack Lee Thompson
BeitragVerfasst: 24.03.2017 14:59 
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Sehr guter Thriller !!! Hab mir den schon 3 mal angesehen. Mzß den mal wieder sehen. :D

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Blu Ray und DVD Holzkistenverpackungen sind Sondermüll....
und echte Filmfans brauchen sowas nicht !!!


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE RE-INKARNATION DES PETER PROUD - Jack Lee Thompson
BeitragVerfasst: 31.03.2018 13:25 
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Guilala hat geschrieben:

Auf eine VÖ auf BD/DVD muss man hierzulande leider noch warten. Doch auch im Ausland scheint es noch keine Alternative zur VHS zu geben.

8/10


Das Warten hat jetzt ein Ende, dank "Kino Cinema Classics":

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diabolikdvd schreibt zur kommenden Blu Ray aus den USA, die im Mai veröffentlicht werden soll:

"Brand New HD Master from a 4K Scan of the Original 35mm Negative by Paramount Pictures Archives | Audio Commentary by Film Historian Lee Gambin | Spanish Super 8 Bathtub Scene with Spanish Audio | Spanish Super 8 vs US – Side by Side w English Audio | TV Spot | 30 Second Radio Spot | 60 Second Radio Spot | Animated Image Gallery – International Posters and Lobby Cards (5:38) | Animated Image Gallery – International Promotional Material (1:55) | Animated Image Gallery – International Home Video Releases (0:48) | Animated Image Gallery – Promotional Stills (0:35) | Original Theatrical Trailer | Original German Trailer"


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE RE-INKARNATION DES PETER PROUD - Jack Lee Thompson
BeitragVerfasst: 27.01.2019 16:42 
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„The Reincarnation of Peter Proud“

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Bereits die erste Szene dieses ungewöhnlichen Thrillers initiiert jene mysteriös Schicksal-beladene Stimmung, die den gesamten Film bis zum grandiosen, wenn auch nicht gänzlich überraschenden Finale durchziehen wird: Wir sehen einen jungen Mann, der vollkommen nackt in einem See während der Nacht schwimmt, und der schließlich durch eine junge Frau – die er offensichtlich kennt – erschlagen wird. Parallel dazu erscheint im Hintergrund ein Hotel am Ufer, welches im Namen auf den Puritanismus anspielt. Gleichsam stellt sich heraus, dass das gerade Gesehene eine Traumerfahrung gewesen war, die den Universitätsprofessor Peter Proud nun schon seit mehreren Wochen aus seinem Schlaf aufschrecken lässt. Physisch wie psychisch erschöpft, sucht Proud Hilfe bei einem Psychologen, der ihn in seinem Schlaflabor beobachten will. Aber auch das führt zu keinem Ergebnis – die Alpträume bleiben. Proud entdeckt unterdes in einem Fernsehbericht eine Stadt in New England, die exakt jene zu sein scheint, die er in seinen Träumen immer wieder wahrnimmt. Zusammen mit seiner (skeptischen) Freundin reist er dorthin, um dem Geheimnis seiner wiederkehrenden Alpträume auf die Spur zu kommen…

Die im Originaltitel verkündete Reinkarnation des Peter Proud bedeutet zugleich aber auch ein beschlossenes Schicksal, dem sich der Protagonist nicht entziehen kann – oder sogar will. Wie in einem „Film Noir“ der Detektiv, so sucht denn auch hier die Hauptfigur nach Spuren, die in die Vergangenheit führen, um dort auf ein tödliches Geheimnis zu stoßen. Mehr und mehr streift der Wissenschaftler sein rationales Weltbild ab (da es ihm bei seiner Suche nach Wahrheit und Erkenntnis nichts nützt), und akzeptiert stetig mehr ein Erklärungsmodell, welches auf einer esoterischen Grundlage fußt, nämlich auf der Möglichkeit, dass durch Peter Proud eine wiedergeborene Seele kenntlich wird – und diese muss nicht unbedingt Schuld-unbeladen sein. Die Schuld, die in diesem Film thematisiert wird, umspielt das Motiv der Untreue, wie es schon in der Eingangssequenz durch die Nacktheit, dem Mord und dem Verweis auf den Puritanismus (also auf eine bestimmte religiöse Sexualmoral) etabliert worden ist. Die Reise der Hauptfigur führt dann auch ins puritanische New England, in eine Stadt mit einem Denkmal (das wohl eine puritanische Figur darstellt), gleichwie jedoch die Brückenpfeiler, aber auch der Kirchturm phallisch in den Himmel ragen. Und ohne es zu wollen (oder es bewusst zu tun) wird sich dann ebenso Peter Proud dieselbe „Schuld“ aufladen, die den Kreislauf von Untreue und Bestrafung ursprünglich ausgelöst hat…

Es ist nicht nur der langsame Spannungsaufbau, der J. Lee Thompsons Film so besonders macht. Vor allem auch die diskontinuierliche Montagetechnik, die den Plot nicht linear fortführt, sondern immer wieder das Vergangene in der (filmischen) Gegenwart einbrechen lässt, wirkt auf den Betrachter ungemein verstörend und steigert die Intensität. Hinzu kommt ein meisterhafter Soundtrack von Jerry Goldsmith, der mitunter elektronische Effekte einsetzt und damit das Ungewöhnliche, das esoterische Phänomen der Reinkarnation, sodann auch akustisch in den Plot integriert. Überblickt man J. Lee Thompsons Filmographie, dann fällt hier „The Reincarnation of Peter Proud“ doch eher heraus. Thompson hatte sonst vor allem Action-orientierte Werke inszeniert – und dies eher in einer konventionellen Filmsprache (zum Beispiel: „Die Kanonen von Navarone“, „Ein Köder für die Bestie“, oder die späten „Murphys Gesetz“ und „Death Wish 4 - Das Weiße im Auge“). „Die schwarze 13“ – ein Thompson-Film, den ich ebenfalls sehr mag – kommt dabei vielleicht noch am ehesten in die gestalterische Nähe von „The Reincarnation of Peter Proud“ – ohne aber ähnlich innovativ auf der technischen Ebene zu sein. Ein Lob steht darüber hinaus dem Hauptcharakter zu: Michael Sarrazin spielt den „Peter Proud“ wie einen Schlafwandler, der quasi magisch von seinem Schicksal und dem Zielort der Ereignisse geleitet und angezogen wird. Ähnlich bewusst „inaktiv“ (da Schicksals-bestimmt) spielt auch Margot Kidder ihre „Marcia“. Abschließend: Eine Empfehlung möchte ich hinsichtlich des Rezeptionsmediums aussprechen: die neuerschienene Blu Ray von Kino Lorber bietet den Film in einem 4K—Scan an und hat mir meine Erstsichtung des Films durch ihre brillante Qualität sehr versüßt…


Trailer:
youtu.be Video From : youtu.be


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