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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 04.02.2015 15:10 
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Produktionsland/Jahr: USA 1980
Darsteller: Michael Caine, Angie Dickinson, Nancy Allen, Keith Gordon, Dennis Franz, David Margulies
Drehbuch: Brian De Palma
Produziert von: George Litto
Musik: Pino Donaggio

Kate Miller (Angie Dickinson) ist eine sexuell frustrierte Ehefrau, der selbst ihr engagierter Psychiater Dr. Elliot (Michael Caine) nicht recht helfen kann, da sie aus Verzweiflung sogar ihn verführen will. Eines Tages trifft sie nach einer Sitzung im Museum einen Fremden und lässt sich auf ein Liebesabenteuer ein, muss danach jedoch feststellen, dass ihr Liebhaber an einer Geschlechtskrankheit leidet. Als sie fluchtartig sein Apartment verlässt, wird sie im Fahrstuhl von einer Blondine mit einem Rasiermesser niedergemetzelt.
Zeugin dieses Mordes wird die Edelprostituierte Liz (Nancy Allen), die die Blondine sogar noch sieht. Trotzdem bleibt sie für die unwillige Polizei wegen ihres Standes die Hauptverdächtige. Da schaltet sich Kate Millers minderjähriger Sohn Peter in das Geschehen ein. Der bastelfreudige Junge vermutet nämlich den Killer unter Dr. Elliots Patienten, was er auch beweisen kann. Jetzt wird Liz zum Lockvogel...
(Ofdb)

Eine Liebeserklärung an den Giallo von Brian De Palma, bei der er sich natürlich auch einige Hitchcock-Elemente nicht verkneifen konnte.
Diese Verbindung von Giallo- und Hitchcock-Anleihen wird sehr überzeugend in Szene gesetzt.
Schon bei der Eröffnungsszene mit Angie Dickinson unter der Dusche haben wir die erste Hitchcock-Hommage.
Bald darauf wird auch der Giallo ins Spiel gebracht, beim Aufzug-Mord, der nebenbei gesagt genial gefilmt wurde.
Bezüglich Kameraarbeit sind desweiteren auch noch die vielen Splitscreen-Einstellungen zu erwähnen.
In Sachen schauspielerische Leistungen gibt's nichts zu kritisieren.
Der Score von Pino Donaggio ist wieder als sehr gelungen zu bezeichnen, da seine Musik maßgeblich zur Spannung beiträgt.

Fazit: Ein weiteres Meisterwerk von Brian De Palma.
9/10

Trailer
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Szene im Museum
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 04.02.2015 21:18 
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Brian de Palma ... den gab's ja auch noch. Muss aber zugeben, von all seinen Werken mit Hitchcock-Motiven, gefällt mir "Dressed to Kill" am besten. Allein die Szene im Museum mit der furiosen Musik von Donaggio und der genialen Kamerafahrt ist schon Gold wert.


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 05.02.2015 14:46 
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Unfassbar: so oft wurde über den Film geredet und es gab noch keinen eigenen Eintrag??? Danke!! Kurz von mir: habe ihn zuerst für eytrem langweilig empfunden, dann für ganz nett und inzwischen ist er in den Top Ten!!


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 05.02.2015 21:38 
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Hammer Film,aber nur in der Unrated-Fassung.(Die DVD ist nur R-Rated,die alte VHS war noch Unrated,ebenso die früheren Fernsehausstrahlungen).
Das waren noch Zeiten als de Palma Filme wie "Sisters",
"Dressed to Kill", "Der Tod kommt zweimal" oder "Scarface" rausgehauen hat. Wieso ist der Mitte der 80er bloß so abgestürzt?


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 05.02.2015 21:59 
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Klassikerfan wrote:
Hammer Film,aber nur in der Unrated-Fassung.(Die DVD ist nur R-Rated,die alte VHS war noch Unrated,ebenso die früheren Fernsehausstrahlungen).
Das waren noch Zeiten als de Palma Filme wie "Sisters",
"Dressed to Kill", "Der Tod kommt zweimal" oder "Scarface" rausgehauen hat. Wieso ist der Mitte der 80er bloß so abgestürzt?


Der ist doch gar nicht abgestürzt. Carlito's Way, Mission:Impossible und besonders Spiel auf Zeit sind ganz starke Werke.

Mission to Mars war kein Kracher, aber immer noch solide und stellenwesie recht unterhaltsam. Passion - sein jüngstes Werk - ist ein guter Thriller geworden und der - zu Unrecht - völlig unbekannte Redacted ein wunderbar ungewöhnliches Filmvergnügen.

Die einzigen Schwachpunkte in seiner Filmographie sind meiner Ansicht nach der langweilige Femme Fatale und der überambitionierte und zähe The Black Dahlia.

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DER NAME DER ROSE (ARD-HDTV-Fassung), FASSBINDER COLLECTION (Limited Edition/Arrow),

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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 06.02.2015 10:39 
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"Femme Fatale" finde ich ganz großartig, den wenig beachteten "Raising Cain" ebenfalls. Ich konnte sogar mit "The Bonfire of the Vanities" etwas anfangen, obschon der Streifen kein Höhepunkt im De Palma-Kosmos darstellt. "Scarface" ist recht unterhaltsam, doch das asoziale Gehabe und das davon angezogene Publikum finde ich ein wenig befremdlich, ich alte Spießersau.

"Dressed to kill" ist freilich ganz großes Kino, mehr als eine Verneigung vor Meister Hitchcock. Ein packender und erotischer Augenschmaus. Mir gefällt das alte High Heels Plakatmotiv extrem gut (siehe Eröffnungspost), leider wurde eine neue und entschärfte Version erstellt, siehe z. B. Cover der US-BD. Sehr unangenehm.

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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 13.02.2015 01:14 
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Don Ricuzzo wrote:
Klassikerfan wrote:
Hammer Film,aber nur in der Unrated-Fassung.(Die DVD ist nur R-Rated,die alte VHS war noch Unrated,ebenso die früheren Fernsehausstrahlungen).
Das waren noch Zeiten als de Palma Filme wie "Sisters",
"Dressed to Kill", "Der Tod kommt zweimal" oder "Scarface" rausgehauen hat. Wieso ist der Mitte der 80er bloß so abgestürzt?


Der ist doch gar nicht abgestürzt. Carlito's Way, Mission:Impossible und besonders Spiel auf Zeit sind ganz starke Werke.

Mission to Mars war kein Kracher, aber immer noch solide und stellenwesie recht unterhaltsam. Passion - sein jüngstes Werk - ist ein guter Thriller geworden und der - zu Unrecht - völlig unbekannte Redacted ein wunderbar ungewöhnliches Filmvergnügen.

Die einzigen Schwachpunkte in seiner Filmographie sind meiner Ansicht nach der langweilige Femme Fatale und der überambitionierte und zähe The Black Dahlia.


Das ist dann wohl Ansichtssache. Ich finde keiner der von dir erwähnten Filme kann mit den Meisterwerken,die ich aufgezählt habe,mithalten. Und "Mission Impossible" sowie "Spiel auf Zeit" entstanden Mitte bzw. Ende der 90er. Was war zwischendrin? "Carlitos Way"? Na,ja!
"Mein Bruder Kain"? Funktioniert als B-Psychothriller ganz gut aber im Vergleich zu "Dressed to Kill" oder
"Der Tod kommt zweimal" muss er sich chancenlos geschlagen geben!


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 07.06.2018 17:15 
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Es gibt doch hier sicher jemand, der sich das Filmconfect-Mediabook/Digipak/Steelbook besorgt hat, oder?
Ist da wirklich nur die R-Rated-Fassung enthalten?
Bin mir da nicht sicher, Beschreibungen und manche Reviews sagen Unrated, es gibt aber auch Reviews, die meinen "gekürzte R-Rated-Fassung".
Meine TV-Aufnahme (WDR) geht 98 Min., dürfte folglich auch im Vergleich zur R-Rated-Fassung noch zusätzlich gekürzt sein, ist das richtig?
Wenn ja, ist die Filmconfect-VÖ insgesamt brauchbar?
Von den Extras her schaut's ja nicht schlecht aus, aber es wäre eben auch interessant zu wissen, welche Fassung ich denn nun mit der VÖ bekäme.


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 07.06.2018 17:25 
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Kenne mich bei diesem Film zwar nicht mit den diversen Schnittfassungen aus, aber die BD von Filmconfect weist eine Laufzeit von 1:45:08 auf. Vielleicht hilft Dir diese Angabe auch schon weiter...


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 07.06.2018 17:30 
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Das wäre in PAL auf DVD umgerechnet ungefähr 1:40 (wenn bei den 1:45 der Abspann ist) und das würde, wenn die Angaben in der Ofdb stimmen, der R-Rated entsprechen.
Scheiße das...
Das hieße, dass das einzige, was die Scheibe von meiner TV-Aufnahme unterscheidet, der bis zum Schluss ausgehaltene Abspann ist, so wie ich das verstehe.


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 07.06.2018 17:39 
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Sbirro Di Ferro wrote:
Es gibt doch hier sicher jemand, der sich das Filmconfect-Mediabook/Digipak/Steelbook besorgt hat, oder?
Ist da wirklich nur die R-Rated-Fassung enthalten?
Bin mir da nicht sicher, Beschreibungen und manche Reviews sagen Unrated, es gibt aber auch Reviews, die meinen "gekürzte R-Rated-Fassung".
Meine TV-Aufnahme (WDR) geht 98 Min., dürfte folglich auch im Vergleich zur R-Rated-Fassung noch zusätzlich gekürzt sein, ist das richtig?
Wenn ja, ist die Filmconfect-VÖ insgesamt brauchbar?


Ich hab den Film nicht, aber auch mal die Rezensionen auf amazon gelesen:
Die DVD ist gekürzt, wogegen die Blu mit 105 min uncut sein soll.


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 07.06.2018 17:42 
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Wenn Du die deutsche Sprachfassung nicht unbedingt brauchst, dann würde ich Dir die BD von Arrow empfehlen,
die Angaben sprechen wiederum von:

105 Minuten (wie ja auch auf der deutschen BD angegeben), wobei noch ein Vergleich zwischen Unrated, R-Rated und TV-Rated dabei wäre... wenn die einen solchen Vergleich bringen,
dann wird hier doch sicherlich die unrated-Fassung vorliegend sein...


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 07.06.2018 17:46 
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Den Vergleich hat die Filmconfect-VÖ laut Angabe auch drauf, daher sollte man meinen, dass die Unrated-Fassung dabei ist, aber wenn man zig unterschiedliche Sachen liest, was was ist und wie was wo gehört, ist man dann doch ein bisschen verunsichert.


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 07.06.2018 18:10 
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Howard Vernon wrote:
105 Minuten (wie ja auch auf der deutschen BD angegeben), wobei noch ein Vergleich zwischen Unrated, R-Rated und TV-Rated dabei wäre...


Auf der Filmconfect BD lautet dieses Feature "Versionenvergleich - geschnitten vs ungeschnitten vs TV-Version, wobei die enthaltene Filmfassung als "ungeschnittene Fassung" betitelt ist :unknown:


Sbirro Di Ferro wrote:
Das wäre in PAL auf DVD umgerechnet ungefähr 1:40 (wenn bei den 1:45 der Abspann ist)


Die 105 min beziehen sich auf die vom Player angezeigte und somit gesamte Spieldauer der BD.
Ohne den Abspann läuft die Fassung der deutschen BD haargenau 102 min und 23 Sekunden


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 07.06.2018 18:29 
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Richie Pistilli wrote:
Sbirro Di Ferro wrote:
Das wäre in PAL auf DVD umgerechnet ungefähr 1:40 (wenn bei den 1:45 der Abspann ist)


Die 105 min beziehen sich auf die vom Player angezeigte und somit gesamte Spieldauer der BD.
Ohne den Abspann läuft die Fassung der deutschen BD haargenau 102 min und 23 Sekunden

Das wäre dann ohne Abspann auf DVD zurückgerechnet nur eine knappe halbe Minute länger, als was in der Ofdb für die R-Rated-DVD angegeben ist.
Das heißt, die Schnittfassung ist doch nur die gekürzte R-Rated (?).


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 07.06.2018 19:10 
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Sbirro Di Ferro wrote:
Das heißt, die Schnittfassung ist doch nur die gekürzte R-Rated (?).

Ich glaube nicht, dass es sich bei der BD von Filmconfect um die zensierte R-Rated Fassung handelt, denn alle Szenen, die im folgenden Schnittbericht gezeigt werden, sind auch in der dt. BD-Fassung zu sehen:

*** The link is only visible for members, go to login. ***

:unknown:



wuthe57 wrote:
Ich hab den Film nicht, aber auch mal die Rezensionen auf amazon gelesen:
Die DVD ist gekürzt, wogegen die Blu mit 105 min uncut sein soll.

Dieser Fassungshinweis dürfte die Sache auch auf den Punkt bringen:


Die Edition wird mit ungeschnitten beworben, und aus meiner Sicht handelt es sich auch nicht um die gekürzte R-Rated Version. Die umstrittenen Szenen scheinen mir der Unrated-Fassung zu entsprechen. Auf dem Player wird als Laufzeit des Films 105:08 angezeigt. Allerdings sind die letzten knapp 15 Sekunden Logo und Einblendungen zu den Synchronsprechern,

Quelle


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 07.06.2018 22:22 
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Aha, also die im Schnittbericht angeführten Szenen sind auf der Filmconfect-BD alle enthalten...
Sehr schön, passt, dann kenne ich mich aus.
Dann kann ich wohl bei der VÖ beruhigt zugreifen.


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 07.06.2018 23:13 
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Wie wär's wenn ihr einfach mal kurz bei der Ofbd nachschaut, ihr Blitzbirnen! :roll:
Da steht hinter jeder Filmconfect-VÖ dick und deutlich: UNRATED!!!

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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 26.07.2019 17:00 
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Dressed to kill
USA 1980
Regie: Brian De Palma
Angie Dickinson, Michael Caine, Nancy Allen, Keith Gordon, Dennis Franz, Ken Baker, David Margulies, Susanna Clemm, Brandon Maggart, Amalie
Collier, Sean O’Rinn, Fred Weber


Kate Miller ist eine gut situierte und sexuell frustrierte weiße Ehefrau in New York, und in dieser Eigenschaft nutzt sie die Chance, als sich zufällig ein Stelldichein mit einem Unbekannten im Museum ergibt. Man landet im Taxi, man landet im Bett, und alles könnte so schön sein. Doch beim Verlassen des Apartments wartet ein Unbekannter auf Kate und metzelt sie im Aufzug mit einem Rasiermesser in kleine Stücke. Die zufällig vorbeikommende Edelhure Liz Blake sieht nicht nur die Leiche, sondern dummerweise auch den Mörder. Und da sie als einzige Zeugin fast automatisch unter schwerem Verdacht steht, tut sie sich mit Kates Sohn zusammen, um den wahren Mörder zu finden. Der natürlich seinerseits davon ausgehen muss erkannt worden zu sein, und wiederum Jagd macht auf Liz.

Früher, in jungen Jahren, konnte ich mit Herrn De Palma nichts anfangen. DER TOD KOMMT ZWEIMAL fand ich eher schwachsinnig, und weil die Kritiken immer so überschwenglich waren, habe ich mir DRESSED TO KILL im Kino angeschaut. Danach war das Thema De Palma für mich erstmal erledigt.
Sehr viele Jahre und unergründlich viele Lobeshymnen später kam dann REDACTED, und das Interesse wuchs wieder. FEMME FATALE und PASSION rissen mich total vom Hocker, woraufhin ich es mit dem ach so gelobten Frühwerk noch einmal versuchte. Also die Filme bis etwa 1980. SCHWARZER ENGEL ist nett, sagen wir besser bemüht, TEUFELSKREIS ALPHA war wirklich gut, und BLOW OUT macht tatsächlich absolut alles absolut richtig. Meine Beziehung zu Brian hat sich etwas normalisiert, warum also nicht mal wieder DRESSED TO KILL?

Jetzt weiß ich warum ich den so lange vor mir hergeschoben habe. Gut unterhalten hat er ja, und ich habe kaum gemerkt wie die Zeit vergeht. Aber so viele Peinlichkeiten, so aufdringliche und alles zukleisternde Musik, und vor allem: So ein grauenhafter Schluss … Wo ist da das Meisterwerk, von dem alle reden?

Also mal von vorne: Der Anfang ist gut, die Musik von Pino Donaggio schmeichelt den Ohren, Angie Dickinson befriedigt sich unter der Dusche, und der, urplötzlich in der Nasszelle sich transformierende, Butzemann ist ziemlich klar als Traum zu erkennen. OK, dann gibt es routinemäßigen Sex mit dem Ehemann, lässt seine in erster Linie sexuellen Frustrationen am Psychiater aus und geht ins Museum. Dort beginnt es dann allerdings wirklich interessant zu werden. Es werden heimliche Zeichen mit einem Unbekannten ausgetauscht, Handschuhe werden liegen gelassen und wieder aufgesammelt, und eine prickelnde Verfolgungsjagd zwischen notgeiler Milf und abenteuerlustigem Phantom macht ordentlich Stimmung und heizt die Spannung an. Hier beginnt die Musik das erste Mal zu nerven. War sie bis dahin noch verspielt und heiter, so beginnt sie hier schwer und massiv über dem gesamten Konstrukt zu liegen und alles zu erdrücken. Rein prinzipiell klingt Donaggio hier wie Bernard Hermann, aber es einfach alles zu viel und zu massig. Es fehlen die Pausen in der drohenden Klangkulisse, die Spannung aufbauen und Dynamik hineinbringen …
Kurz und gut bleibt die Musik im Wesentlichen so, und mal abgesehen von den deutlichen PSYCHO-Verweisen bei den Duschszenen kommt da auch nichts Innovatives mehr. Zu viel Bombast, zu wenig Gefühl für den Film. Haken dran …

Aber bleiben wir beim Film, denn der kommt jetzt zu den ersten echten Höhepunkten: Der Sex im Taxi (war der Unbekannte etwa der geile Taxi-Ficker?), das Stöbern im Schreibtisch, die Entdeckung der medizinischen Unterlagen, die Flucht aus der Wohnung, und die Erkenntnis, ein wesentliches Kleidungsstück vergessen zu haben. Ein unglaublich schöne Sequenz die Brian hier gedreht hat, mit perfekten Timing und einer traumhaften Kameraführung. Man merkt, welchen Einfluss die italienischen Gialli auf ihn gehabt haben müssen, und wie er versucht, deren besondere Stimmung zu fassen und, auf amerikanische Verhältnisse umgemünzt, einzubauen.
Es folgt die Metzgerei mit der sehr eindrücklichen Szene, wenn Liz den Mörder in einem gewölbten Spiegel sieht … und aus die Maus. Das war’s, fertig der spannende Thriller. Der Perspektivwechsel von Kate Miller zu Liz Blake ist erzähltechnisch interessant und sehr spannend, aber Nancy Allen kann den Film halt einfach nicht tragen. Angie Dickinson hat mit ihrer ganzen Ausstrahlung und ihrer ruhigen Art viel dazu beigetragen, ihren Teil des Films in trockene Tücher zu bringen. Aber Nancy Allen, wie soll ich es sagen? Sie bringt es einfach nicht. Beim Polizeiverhör tischt Dennis Franz so ziemlich alle Stereotypen auf die einem über NYC-Cops einfallen, und sticht sie damit mehr als locker aus. Sie bleibt blass und kann zwar ihre Rolle als burschikose Edelnutte gut ausfüllen, aber von einer Identifikationsfigur ist sie weit entfernt. Genauso wie Michael Caine mit seiner Ich-wünsche-mich-gerade-ganz-weit-weg-Performance, die einem gestressten New Yorker Psychiater vielleicht gut stehen mag, aber dem Film nur bedingt gut tut.

Im weiteren Verlauf wechseln sich dann Licht und Schatten konsequent ab. Die Sequenz in der U-Bahn ist Suspense-Kino vom Feinsten! Das kleine Mädchen, verfolgt von einer ganzen Auswahl verschiedener böser Wölfe, und ist der eine Wolf abgehängt springt gleich der nächste aus seinem Versteck. Dazu die feine Kameraführung – das hätte gerne noch ein wenig so weitergehen können um ordentlich an den Nerven zu zerren. Aber irgendwann muss Schluss sein, das sehe ich ein, aber ob da nicht noch mehr hätte drin sein können?
Wesentlich mehr hätte man meines Erachtens aus der Splitscreen-Szene machen können, in der Michael Caine seinen Anrufbeantworter abhört, fernsieht, und parallel dazu Nancy Allen ebenfalls fernsieht. So eine gute Idee der Splitscreen in diesem Augenblick auch sein mag – Ich verstehe den Zusammenhang zwischen den beiden Szenen ganz einfach nicht! Ich hatte große Mühe den gesprochenen Wörtern auf den beiden Seiten zu folgen, nur um herauszubekommen, dass sie über längere Strecken hinweg nichts zu bedeuten haben. Das ganze wirkt auf mich wie Kunst um der Kunst willen: Schaut her, ich kann auch Splitscreen, ist das nicht toll? Viele Jahre später wird der gleiche Regisseur in PASSION eine Splitscreen-Sequenz einbauen, in der tatsächlich eine Beziehung zwischen den Szenen besteht, und die gehörig an der Spannungsschraube dreht. Gerade dadurch? Mag sein, in DRESSED TO KILL empfand ich die Szene jedenfalls einfach nur als nervig.

In Summe wirkt der Film auf mich wie der Versuch, die Eleganz und Effizienz der italienischen Gialli auf US-amerikanische Sehverhältnisse umzubauen, ohne den europäischen Anteil komplett über Bord zu werfen. Ein sehr hoher Anspruch, der nach meinem Dafürhalten nicht erfüllt werden kann. Die Vorbilder Luciano Ercoli und Dario Argento werden deutlich nicht erreicht, der Film bleibt im unteren Mittelmaß stecken. Symptomatisch dafür ist der Schluss: Die Identität des Mörders kann schon einige Zeit vor der Auflösung erraten werden, die Enttarnung erfolgt, tatsächlich wie in so manch einem Italo-Vehikel, durch einen Deus Ex Machina, und danach wird eigentlich nur noch palavert und alles erklärt erklärt erklärt. Ein vorsichtiger Blick auf die Laufzeit lässt schlimmes ahnen, und richtig: Es folgt eine Abschlusssequenz, die weder Sinn oder Verstand hat, und auch keine Spannung mehr erzeugt. Kein Aus-dem-Sessel-Heber wie das Ende in PASSION es sein wird, sondern ein eher sinnbefreites Wiederkäuen des Beginns. Deutlich als Traum zu erkennen, was zwar eine hübsche Referenz auf die ersten Filmminuten ist und einen Kreis schließt, aber eben sinnbefreit. Oder anders ausgedrückt: Ärgerlich! Auch wenn man nun wohlwollend sein könnte und an das merkwürdige Ende von, sagen wir zum Beispiel, DAS GEHEIMNIS DES MAGISCHEN KREISES denkt, so kann ich mir nicht vorstellen, dass Herr De Palma den Anspruch hatte, einen Film wie den von Mario Siciliano zu drehen oder zu kopieren…

Gesehen wurde die R-Rated Fassung der DVD :roll: Was dann zur Frage führt, ob die unrated-Fassung wirklich so ein anderes Bild vermittelt? Ja, ich habe selbstverständlich in die Schnittberichte reingeschaut, aber eure Meinung tät mich interessieren: Ergibt sich aufgrund der Schnitte wirklich ein so grundlegend anderer Film? Oder bin ich einfach nur ein ignoranter Depp, der die Genialität De Palmas partout nicht erkennen will ...?

6/10

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 26.07.2019 19:32 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:
Ergibt sich aufgrund der Schnitte wirklich ein so grundlegend anderer Film? Oder bin ich einfach nur ein ignoranter Depp, der die Genialität De Palmas partout nicht erkennen will ...?]

Nein, es ergibt sich aufgrund der Schnitte in der R-Rated kein grundlegend anderer Film.
Ja, du bist ein ignoranter Depp, weil du den unterirdisch miesen PASSION über den exquisit grandiosen DRESSED TO KILL stellst. :mrgreen: :P ;)

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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 27.07.2019 09:12 
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TRAXX wrote:
Ja, du bist ein ignoranter Depp, weil du den unterirdisch miesen PASSION über den exquisit grandiosen DRESSED TO KILL stellst. :mrgreen: :P ;)

Nicht wirklich, oder? Ich finde es halt immer etwas unschön, wenn die zweite Hälfte eines Films gegenüber der ersten Hälfte nachlässt. Das wirkt sich immer so ungünstig aufs Gesamtergebnis aus. PASSION bietet bessere Schauspieler, mehr Nervenkitzel, bessere Twists, aber leider auch 45 Minuten Zickenterror - in der ersten Hälfte. DRESSED TO KILL hat doch dagegen nur Angie Dickinson zu bieten. Die erste Hälfte DRESSED und die zweite Häfte PASSION, das könnte das Optimum sein ...

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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 27.07.2019 14:10 
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Immer wieder interessant, wie unterschiedlich Filme bewertet werden. PASSION kenne ich nicht, mag aber DRESSED TO KILL sehr gerne. Auch das Ende, wohingegen ich das Ende von BLOW OUT (der für dich absolut alles absolut richtig macht) absolut lächerlich finde, und es für mich den ganzen Film zerstört. Fast wie aus einem Zucker/Abrahams/Zucker Film... :lol:


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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 31.07.2019 20:14 
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Ich hab nun wirklich einige Zeit nachgedacht, aber ich komme nicht mehr auf den Schluss von BLOW OUT. Ich weiß nur noch, dass ich damals total perplex war von wegen Spannung und genialer Schnitt und tolle Szenenabfolge. Ist aber einige viele Jahre her, wer weiß wie ich es heute empfinden würde ...
Bis zu einer Neusichtung allerdings werde ich eine Antwort auf den Vergleich DRESSED TO KILL <-> BLOW OUT schuldig bleiben müssen ...

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 Post subject: Re: DRESSED TO KILL - Brian De Palma
PostPosted: 11.02.2020 13:30 
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Kate Miller (Angie Dickinson) ist eine sexuell frustrierte Ehefrau, der selbst ihr engagierter Psychiater Dr. Elliot (Michael Caine) nicht recht helfen kann, da sie aus Verzweiflung sogar ihn verführen will. Eines Tages trifft sie nach einer Sitzung im Museum einen Fremden und läßt sich auf ein Liebesabenteuer ein,
muß danach jedoch feststellen, daß ihr Liebhaber an einer Geschlechtskrankheit leidet
. Als sie fluchtartig sein Apartment verläßt, wird sie im Fahrstuhl von einer Blondine mit einem Rasiermesser niedergemetzelt. Zeugin dieses Mordes wird die Edelprostituierte Liz (Nancy Allen), die die Blondine sogar noch sieht. Trotzdem bleibt sie für die Polizei die Hauptverdächtige, da sie dummerweise auch das Rasiermesser angefasst hat, das der Killer am Tatort zurückließ. Da schaltet sich Kate Millers minderjähriger Sohn Peter (Keith Gordon) in das Geschehen ein. Der technikversierte Junge vermutet nämlich den Killer unter Dr. Elliots Patienten und bastelt sich eine Art Überwachungskamera, die er heimlich vor Dr. Elliots Haus positioniert. Liz wird derweil zum Lockvogel, denn sie muss ihre Unschuld beweisen und lässt sich auf ein gefährliches Abenteuer ein. (OFDb, geändert)

Es gibt wohl kaum einen Regisseur, der seine Bewunderung für Alfred Hitchcock so offen und so exzessiv auf die Leinwand brachte, wie Brian De Palma. Gerade seine Frühwerke sind regelrechte Liebeserklärungen an den Meister des Suspense. Doch sie sind weit mehr, als bloße Hommagen an das große Vorbild. Brian De Palma hatte nämlich seine ganz eigenen Vorstellungen und seinen ganz eigenen Stil. Elegante Kamerafahrten, lange Plansequenzen, Weichzeichner, spezielle Kameralinsen und nicht zuletzt die Splitscreen, mit der er gerne experimentierte. Alles Stilmittel, die De Palma brilliant einzusetzen wusste, ohne sie zum Selbstzweck werden zu lassen. Denn auch auf emotionaler Ebene verstand es Brian De Palma hervorragend den Zuschauer zu packen, wobei auch die Musik eine große Rolle spielte. So arbeitete er zunächst mit Hitchcocks Stammkomponisten Bernard Herrmann zusammen, der jedoch leider 1975 starb. Mit Pino Donaggio hatte er genau den richtigen Nachfolger gefunden, der viele von De Palmas Werken musikalisch begleitete und ihnen einen weiteren unverwechselbaren Stempel aufdrückte. In "Dressed To Kill" fließen alle Merkmale zusammen, die Brian De Palmas Frühwerke auszeichnen und vereinen sich zu einem audiovisuellen Fest für die Sinne. Als Vorbild stand hier "Psycho" Pate, man könnte sogar fast sagen, dass "Dressed To Kill" eine Neuinterpretation von Hitchcocks Klassiker ist.

Arthouse und Exploitation geben sich hier die Klinke in die Hand, denn "Dressed To Kill" spielt auch raffiniert mit der Lust des Zuschauers - die Lust am Sex und an der Gewalt. Bereits die Anfangssequenz führt beides auf elegante Weise zusammen und verdeutlicht die Gelüste der (vorläufigen) Protagonistin, die sich nach sexueller Befriedigung sehnt, aber auch nicht unbedingt mit Samthandschuhen angefasst werden möchte. Kate Miller sucht das Abenteuer und möchte aus der Routine des gutbürgerlichen Lebens ausbrechen, das zwar Sicherheit, aber kaum Aufregung bietet. Zu seiner Entstehungszeit sorgte der Film noch für einen echten Skandal, denn vor allem Frauenverbände liefen Sturm gegen das vermeintlich frauenverachtende Werk. Inzwischen ist "Dressed To Kill" längst ein Klassiker und seit einiger Zeit auch in der Unrated-Fassung ab 16 Jahren freigegeben, die etwas mehr Erotik und blutige Details zeigt.

"Dressed To Kill" kommt über weite Strecken ohne Dialog aus, fordert aber die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Wie es De Palma hier schafft, alleine mit Bildern und der Musik die Geschichte zu erzählen, ist meisterhaft und offenbart auch nach mehrmaligem Ansehen immer noch Details, die einem vorher nicht aufgefallen sind - oder zumindest nicht bewusst. So ging es mir jedenfalls. Dem Verständnis der Geschichte tut dies aber keinen Abbruch, die ist eigentlich ziemlich simpel und die Identität des Killers ist am Ende auch keine große Überraschung. Bei "Dressed To Kill" geht es um die Suspense. Oft weiß der Zuschauer mehr, als die Figuren im Film, oder hat zumindest schon eine Ahnung, was passieren könnte. Die Frage ist aber, WIE es passiert. Und es ist einfach aufregend zu sehen, wie sich das Ganze entwickelt. Den ganzen Film durchzieht eine knisternde Spannung und man wird regelrecht hypnotisiert von den Eindrücken, die sich einem da offenbaren. Ein Film, der mich immer wieder aufs Neue fesselt und fasziniert. "Dressed To Kill" ist verspielt und ästhetisch, aber zugleich auch psychologisch vielschichtig und abgründig. Ein Film, an dem auch Giallo-Fans ihre helle Freude haben dürften.

Nancy Allen wiederholte quasi ihre Rolle aus "Dressed To Kill" im nachfolgenden De Palma-Film "Blow Out".

10/10

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PHOBOS (Trailer - deutsch)


THC statt TTIP!


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