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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: LICHT IM DUNKEL - Arthur Penn
PostPosted: 12.03.2020 05:08 
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Produktionsland/Jahr: USA 1962
Darsteller: Anne Bancroft, Patty Duke, Victor Jory, Inga Swenson, Andrew Prine, Kathleen Comegys
Drehbuch: William Gibson
Produziert von: Fred Coe
Musik: Laurence Rosenthal

Mit nicht einmal zwei Jahren wird die 1880 geborene Helen Keller taubblind. Ihre fürsorgliche Mutter und ihr autoritärer Vater, Captain Arthur Keller, sehen sich außerstande, der Taubblinden eine angemessene Erziehung zukommen zu lassen - geschweige denn, mit ihr zu kommunizieren: Helen Keller entwickelt sich folglich zu einem ungebildeten, aggressiven, kaum händelbaren Mädchen, bis der Vater immer deutlicher darauf verweist, dass die Einweisung in ein Behindertenheim unumgänglich sei.
Doch letztlich wendet man sich 1887 an das Perkins-Institut, welches die junge, unerfahrene und ihrerseits erheblich sehbehinderte Lehrerin Anne Sullivan zu den Kellers schickt. Von den Familienmitgliedern teils skeptisch beäugt, bei Helen Keller alsbald nahezu verhasst, versucht Sullivan dem Mädchen nicht bloß - im Sinne Captain Kellers - Gehorsam & Manieren, sondern auch das Fingeralphabet beizubringen. Als sich das im Rahmen der gewohnten Umgebung als unmöglich erweist, erbittet sich Sullivan das Recht, Helen für zwei Wochen im nahegelegenen Gartenhaus betreuen zu dürfen. Captain Keller stimmt zu: Zwei Wochen, um einem taubblinden Mädchen eine komplexe Form der Kommunikation zu lehren...
(Ofdb)

Die Geschichte der Helen Keller, basierend auf dem Theaterstück "The Miracle Worker" von William Gibson, dem wiederum die Autobiografie von Helen Keller "The Story of my Life" zugrunde liegt.
Das Leben (oder zumindest die jungen Jahre) eines taubblinden Menschen zu verfilmen, was bedeutet zu einem großen Teil auch auf die Gebärdensprache zurückzugreifen - Respekt, da hat sich jemand etwas vorgenommen.
Ein doppelt schwieriges Unterfangen für alle Beteiligten, könnte ich mir denken, aber das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen.
Wunderbar geschrieben von William Gibson und sehr sensibel inszeniert von Arthur Penn, schafft es der Film mühelos in vielen Szenen zu berühren - wenn man es zulässt.
Stellenweise geht es aber auch in eine ganz andere Richtung, wobei ich nicht glaube, dass eine derartige Wirkung von Penn beabsichtigt war.
Manchmal wird es fast schon komisch (speziell die Szene in der Anne Helen das Essen mit dem Löffel beibringen will und sich mit ihr im Esszimmer abkämpfen muss) und ich kann mir vor allem bei der Thematik eigentlich nicht vorstellen, dass Penn das Ganze wirkungsmäßig in Richtung belustigend drehen wollte.
Es drängt sich irgendwie in den Vordergrund, aber trotzdem würde ich das nicht als negativ sehen.
Denn, ich glaube, hinter dieser scheinbaren Komik geht es viel eher darum, zu zeigen, dass ein Mensch auch in einem solchen Zustand noch immer ein Mensch ist, der einen eigenen Willen hat und dementsprechend behandelt werden sollte.
Genau das wurde Helen nämlich von ihrer Familie nicht zugestanden - von der Mutter verhätschelt und damit quasi fast zu einem Hund gemacht, vom Bruder als Affe bezeichnet und der zu Wutausbrüchen neigende Vater ist mit seiner dominanten, aber auch übervorsichtigen Art auch keine Hilfe.
Was sie alle drei über lange Zeit verbindet: Überforderung und Unverständnis.
Und in diese Konstellation bricht nun die Lehrerin Anne Sullivan ein, die selbst noch jung, unerfahren und obendrein auch sehbehindert ist.
Aber sie hat eine Engelsgeduld (gegenüber allen, nicht nur Helen) und das ist ihr Schlüssel zum Erfolg.
Und an dieser Stelle, wenn ich schon bei der Figur Anne Sullivan bin, möchte ich noch einen Vergleich zum ELEFANTENMENSCH ziehen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich Lynch in der Vorbereitung darauf, LICHT IM DUNKEL sehr genau angeschaut hat.
Atmosphärisch und stilistisch sind sich die zwei Filme ja sehr ähnlich und dass er Anne Bancroft mit der Mrs. Kendal auch noch eine Rolle gibt, die der der Anne Sullivan sogar gleicht, indem letztlich beide das gleiche Ziel haben, nämlich einem Außenseiter/einer Außenseiterin zu einem besseren Leben zu verhelfen, bestätigt dies m.E. nur noch.
Zu LICHT IM DUNKEL bleibt jetzt eigentlich nicht mehr viel zu sagen, ich kann nur meine vollste Empfehlung aussprechen.
Und die Moral von der Geschicht': Geduld zu haben, bereut man nicht!
9/10

Trailer:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com

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