Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 22.08.2019 20:54 
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Anders, der Film ist anders - das trifft es wohl am besten.
Was auch immer man sich von einem Tarantino (vor allem im Bezug auf die Thematik) erwarten mag, vergisst man am besten ganz schnell wieder.
Auch PF, der ja im Vorfeld oft im Zusammenhang mit dem Film genannt wurde, sollte lieber nicht als Maßstab bzgl. der Erwartungen herangezogen werden.
Was wir hier haben, ist eine oft sonnendurchflutete, nostalgisch umwehte Bildercollage mit unzähligen Referenzen, Hommagen, Zitaten usw.
Alles ohne eine wirklich durchgehende stringente Handlung, dafür weitgehend sehr fragmentarisch dargereicht, das ist in dem Ausmaß sicher neu im Tarantino-Universum.
Das kann in Anbetracht der Überlänge streckenweise anstregend werden (was es in meinen Augen zweifellos auch tut), aber spätestens sobald Margot Robbie als Sharon Tate wieder auf der Bildfläche erscheint, war es mir plötzlich wieder vollkommen egal.
Dazwischen labt man sich eben an den Hommagen/Zitaten, dem hohen Maß an Lässigkeit und Coolness von Mr. Pitt und Ms. Robbie, den absolut herrlichen Bildern von L.A., den Sets, den Kostümen,...
Die Szene in der Playboy-Mansion, das Italien-Intermezzo, das Finale, wo Tarantino
wieder einmal die Geschichte neu schreibt und das zeigt, was, denke ich, uns allen lieber gewesen wäre, als das, was tatsächlich passiert ist,
...
Und - bevor ich es vergesse - natürlich die Musikauswahl.
Da beweist Tarantino einmal mehr sehr viel Feingefühl, was die Einsatzstellen der jeweiligen Lieder betrifft, das kann er auf jeden Fall noch.
Aber sein Hollywood-Märchen hat auch seine Schattenseiten:
Die paar Cameos, die nicht unter den Tisch gefallen sind, sind eigentlich kaum weiter erwähnenswert, Dalton, also DiCaprio, mit seinem gefühlten Dauergestottere nervt nach einiger Zeit ziemlich und überhaupt scheint Tarantino das Gefühl für die Dialoge - immerhin bisher seine Paradedisziplin - abhanden gekommen zu sein.
Langweilig wird's dadurch zwar noch nicht, aber es war tatsächlich der erste Tarantino, den ich nicht mit einem euphorischen Gefühl beendet habe.
Trotzdem: Auf ein Wiedersehen im Jänner, bis dahin gibt's aber nur 6/10.


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 22.08.2019 21:00 
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Ich habe mal n Spoiler-Tag gesetzt... für diesen halben Spoiler da... ;)

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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 23.08.2019 09:34 
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"Nach mehr als zwei Stunden entsteht der Eindruck, dass Tarantino sich zu sehr auf seinen beiden Hauptdarstellern ausruht, dass die 60er-Jahre für ihn ein schöner Vorwand für coole Szenen und schöne Ausstattung sind. Um aus der erzählerischen Sackgasse herauszukommen, inszeniert er einen finalen Gewaltexzess. Diese Gewalt ist roh, sadistisch und pseudo-cool. Und letztlich ist sie Ausdruck der Ratlosigkeit eines Regisseurs, der großartig inszenieren kann, aber nicht mehr weiß, was er mit seinen Bildern erzählen soll."

Quelle: *** The link is only visible for members, go to login. *** ... me100.html


Dem kann ich nur zustimmen. Tarantinos schwächstes Werk. Einen Abgesang auf das alte Hollywood, wie manche Kritiker behaupten, sehe ich nicht. Vielmehr eine Aneinanderreihung von guten und weniger guten Szenen, die storytechnisch kein ausgewogenes Ganzes ergeben. Bei mir schafft der Film noch gerade die 6-7/10, dank der hervorragenden Leistung von Leonardo DiCaprio und Brad Pitt.


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 23.08.2019 12:45 
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Mir hat der Film viel Spaß gemacht, und ich bin mir sicher, daß sich da noch einiges entwickelt beim 2. Ansehen.

Erzählerisch mäandernd und mit ein paar starken Szenen durchsetzt war OuTH zwar zunächst etwas seltsam, aber dabei durchweg sehr unterhaltsam, bevor die scheinbare dramaturgische Ziellosigkeit sich dann durch das (an sich) überraschende Ende in etwas Großes wandelt. Das Ende war auch überraschend komisch, und mit der letzten Szene hat mich QT dann doch noch irgendwie glücklich gemacht.

Da mich seine beiden Western nicht so überzeugt haben ist das hier ein schönes Comeback. Teil 2 wäre cool ...


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 05.09.2019 17:42 
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Am Dienstag war ich endlich im Kino. Fand den Film zwar ganz cool, aber fernab von einem Meisterwerk. Würde ihn im unteren Tarantino Drittel einordnen. Pulp Fiction, Jackie Brown, Hateful Eight oder Reservoir Dogs gefallen mir weitaus besser. Die Bruce Lee-Szene war albern, DiCaprios Rolle hat mir nicht gefallen, 165 Minuten waren eindeutig zu lang. Schön, dass Antonio Margheriti und Corbucci Erwähnung fanden. Die Szene mit den Hippie-Kommune war sehr stark und das Ende war auch ziemlich lustig und hätte ich so auch nicht erwartet erwartet. Brad Pitt war schon echt cool und Kurt Russell ist immer willkommen bei mir. Margaret Qualley war das Beste am Film! Die hat mich echt scharf gemacht :D Schön auch, dass Danielle Harris eine kleine Rolle hatte. Ich weiß auch nicht, ich hab mir irgendwie mehr erhofft. Schlecht fand ich den Film aber definitiv nicht! In den nächsten 3 Jahren brauch ich den aber nicht nochmal zu sehen.

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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 05.09.2019 21:42 
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Djabartana wrote:
Margaret Qualley war das Beste am Film! Die hat mich echt scharf gemacht :D

Naja, ich würde sagen, die geht in Ordnung, aber die Hose wäre mir nicht davongeflogen.
Dagegen Margot Robbie als Sharon Tate: DIE biegt alles gerade... :D


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 05.09.2019 22:37 
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Ja die is natürlich auch hot :D Vor allem in der Szene im Kino wo sie ne Riesenbrille trägt und so sympathisch am lachen is die ganze Zeit :jc_doubleup:

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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 07.09.2019 09:07 
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Ein paar mal musste ich an "Inglourious Basterds" denken und das nicht nur wegen der Szene, wo Rick Dalton als Nazijäger vor der Kamera steht und mit 'nem Flammenwerfer Nazis grillt. Wieder nimmt Tarantino reale Geschehnisse aus der Geschichte und bastelt sich seine ganz eigene Pulp Fiction daraus. In diesem Fall ist es der tragische Mord an Sharon Tate durch fanatisierte Charles Manson-Jünger, wobei Charles Manson nur einmal kurz im Film auftaucht - soviel sei verraten. Denn eigentlich geht es um Rick Dalton, ein (fiktiver) Westernstar, dem langsam bewusst wird, dass seine Karriere den Bach runtergeht und in eine Identitätskrise gerät. Zusammen mit seinem Stuntman Cliff, der auch gleichzeitig sein bester Freund ist, lässt er sich vollaufen und versucht das beste aus seiner Lage zu machen. Spaghetti-Western in Europa drehen? Kommt nicht in Frage, die Italiener drehen doch nur Müll. :twisted:

Doch Rick kann sich seine Rollen nun nicht mehr aussuchen, wie früher, also was soll's. In der Nachbarschaft ist gerade ein junger aufstrebender Regisseur aus Polen eingezogen: Roman "Fucking Rosemary's Baby" Polanski mit seiner heißen Braut Sharon Tate. Rick kann's nicht fassen. Der "Summer Of Love" zieht überall seine Kreise, alle sind gut drauf, nur Rick macht sich Sorgen um seine Zukunft. Und schon bald zeigt sich die Flower Power von ihrer dunklen Seite, denn abseits der Traumfabrik hat sich eine Kommune um einen gewissen Charlie gebildet. Und diese Kommune wirkt nicht gerade vertrauenserweckend. Schon bald ziehen ein paar mordlüsterne Psycho-Hippies durch die Hood und landen ausgerechnet in der Gegend, wo Rick gerade etwas in seinem Pool entspannen will und Cliff sich einen gepflegten LSD-Trip gönnt...

"Once Upon a Time in Hollywood" funktioniert nach dem Motto: Es kommt nicht darauf welche Geschichte Du erzählst, sondern wie Du sie erzählst. Tarantino versteht es wieder einmal blendend, seine Darsteller zu inszenieren und Details, die eigentlich eher nebensächlich sind, zu zelebrieren. Da braucht gar nicht mal großartig was passieren, es ist einfach eine Freude zu sehen, wie Tarantino seine Darsteller aufblühen lässt. Er lässt ihnen viel Raum ihre Rollen zu formen und vieles wirkt, als wäre es zufällig beim Dreh entstanden. Und ja - auch diesmal ließ es sich Tarantino nicht nehmen seinem Fuß-Fetischismus zu fröhnen. So dürfen diesmal Margot Robbie und Margaret Qualley ihre Quanten in die Kamera halten. :lol:

Und natürlich baut Tarantino massig Hommagen und Anspielungen auf das Kino dieser Zeit ein, würdigt Regisseure wie Andrew V. McLaglen, Sergio Corbucci und lässt einige Stars dieser Zeit wieder aufleben. Vor allem Damian Lewis ist als Steve McQueen passend besetzt. Und er bringt fast vergessene Filme wieder ins Gespräch, wie z. B. die Matt Helm-Filme mit Dean Martin. Da hatte ich nun richtig Bock drauf und mir die Reihe gleich noch mal angeschaut - schöne Filmreihe! :D

"Once Upon a Time in Hollywood" ist tiefenentspanntes Kino von einem Filmverrückten für Filmverrückte. Ein echter Tarantino eben. Ich würde sagen, ich habe das genau das bekommen, was ich mir erhofft hatte. Nicht so, wie ich es erwartet habe, aber genauso cool, wie ich es mir vorgestellt habe. Und ich hoffe, dass Tarantino noch mehr als einen Film dreht. Seine Werke sind immer noch eine Klasse für sich und es ist schon bemerkenswert, dass er sie immer noch auf die große Leinwand bringen kann. Ohne solche Filmemacher wie Tarantino, wäre das Kino ein ganzes Stück ärmer, mMn.

8,5/10

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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 20.10.2019 08:09 
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Zur Info -> Quentin Tarantino Won't Recut 'Once Upon a Time in Hollywood' for China (Exclusive)


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 20.10.2019 15:46 
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Die Bruce Lee Szene ist mir echt mega sauer aufgestoßen, gerade wenn man sich mit dem Menschen wirklich auskennt. Auch, wenn der Film Fantasie ist, bezieht er sich auf einen echten Menschen und den lächerlich zu machen finde ich enttäuschend.


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 20.10.2019 16:24 
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Marco wrote:
Die Bruce Lee Szene ist mir echt mega sauer aufgestoßen, gerade wenn man sich mit dem Menschen wirklich auskennt. Auch, wenn der Film Fantasie ist, bezieht er sich auf einen echten Menschen und den lächerlich zu machen finde ich enttäuschend.


Und respektlos / beleidigend. Aber da reagieren Lee - Jünger (& Freunde & Familie) halt etwas empfindlicher
als der gemeine Zuschauer. Die letzten 45 Minuten des Filmes waren klasse, aber er hat sich nicht gerade
als Lee-Fan geoutet. Die Szene runterkürzen (die kurzen späteren Einschnitte waren prima) und es
wäre der erste von mir willkommene Zensurfall der Filmgeschichte :D . (und ein noch besserer Film)

passende Wanddeko im Arbeitszimmer:
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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
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Marco wrote:
Die Bruce Lee Szene ist mir echt mega sauer aufgestoßen, gerade wenn man sich mit dem Menschen wirklich auskennt. Auch, wenn der Film Fantasie ist, bezieht er sich auf einen echten Menschen und den lächerlich zu machen finde ich enttäuschend.

Ging mir genauso.
Bin bei sowas nie zimperlich und natürlich muss jeder Regisseur seiner Fantasie freien Lauf lassen können, aber deshalb muss mir das letztendlich ja nicht gefallen - und hier hat es mir sogar extremst missfallen! Es machte im Kontext auch überhaupt keinen Sinn! Das trug nichts zur Charkterisierung von Brad Pitts Figur bei, sondern fungierte einfach so, ganz lose, als "kleiner Gag zwischendurch", der Bruce Lee als arroganten Fatzken darstellt, der nichts kann.
Da habe ich mich nur noch fragen könen:

"WTF, Mr. Tarantino!!??"

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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 20.10.2019 22:02 
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Wer weiß, was er sich dabei gedacht hat, was das werden sollte?
Als Hommage erdacht, dann aber in der Ausführung zur Parodie geworden und am Ende weiß niemand mehr, wie er es nehmen soll?
Fragwürdig ist es natürlich schon irgendwie, aber dass ich mich ewig darüber aufrege, würde mir nicht einfallen.
Ihr könnt mich jetzt gern Banause nennen, aber ich konzentriere mich da viel lieber auf Kurt Russell und den Gastauftritt von Zoe Bell.


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 21.10.2019 08:06 
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Der Gastauftritt von Zoe Bell war sowas von plump, ungelenk und ungeschickt, dass der wiederum etwas Komisches hatte.


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
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Ich muss sagen im O-Ton kommt die Szene nicht ganz so "komisch" rüber. Ansonsten: Mimimimimi... :roll: Find sie witzig und in keinem Fall respektlos, beleidigend und lächerlich. Tarantino vorzuwerfen er würde sich mit Bruce Lee nicht auskennen ist auch Quatsch. Der ist ein größerer Filmfreak als die meisten Leute hier. :lol:

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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 22.10.2019 11:40 
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Wer sich aber mit Bruce Lee auskennt, erkennt, dass tarantino es nicht tut. Tut mir Leid, aber die Zeitzeugen werden es wohl besser wissen und die sagen was anderes...

Tarantino hat sich da leider nicht als Kenner geoutet.

Einfach nur Filme gucken und Namen auswendig lernen und Szenen kopieren reicht wohl doch nicht.

Letztens kannte er in nem Podcast nicht mal den Unterschied zwischen George Eastman und Hilton, aber wirft mit den Namen um sich.


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 22.10.2019 12:57 
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So ähnlich schaut's aus. Aber er hat ja nie behauptet, dass er alles und jeden kennt... Zumindest
gibt's wenig Leut' in LA die soviel Ahnung wie er vom Eurokino haben (und den 70er-Filmen allgemein).

Ich konnte mit ihm mal über RIO BRAVO plaudern, das hat Spaß gemacht. Aber was Euro betrifft
mag er die (für mich) zweite und dritte Garde viel lieber als ich. Liegt sicher an Seherlebnissen
der frühen Jahre. Denn er selber ist ein Garant für hochkarätige Filmästhetik, seine C-Helden und Zitatquellen wie
Castellari etc. eher nicht. Petri, Damiani, Sollima oder Di Leo sind mir da 10x lieber.

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PostPosted: 22.10.2019 13:27 
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Hab mir gleich gedacht, dass ich lieber nix hätte schreiben sollen, wie so oft. Tag die Herren...

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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 22.10.2019 15:00 
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andeh wrote:
Hab mir gleich gedacht, dass ich lieber nix hätte schreiben sollen, wie so oft. Tag die Herren...


:mrgreen:


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 22.10.2019 18:55 
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andeh wrote:
Hab mir gleich gedacht, dass ich lieber nix hätte schreiben sollen, wie so oft. Tag die Herren...


Keine Sorgen ich sehe das genau so wie du.
Ich mag die Szene, und da OuTH zum einen keine Dokumentation ist (und selbst dann wäre es eine Meinung), und zum anderen ohnehin Geschichte umschreibt, kann er auch den Bruce so darstellen wie es ihm ins erzählerische Konzept passt. Zumal ich denke, daß er insgesamt gar nicht so negativ dargestellt wird.


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 22.10.2019 19:09 
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andeh wrote:
Hab mir gleich gedacht, dass ich lieber nix hätte schreiben sollen, wie so oft. Tag die Herren...

Da kann man dir dein in den Raum gepfeffertes "Mimimimimi" direkt wieder zurück an die Birne schleudern! ;)

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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 22.10.2019 19:11 
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TRAXX wrote:
Marco wrote:
Es machte im Kontext auch überhaupt keinen Sinn! Das trug nichts zur Charkterisierung von Brad Pitts Figur bei, sondern fungierte einfach so, ganz lose, als "kleiner Gag zwischendurch", der Bruce Lee als arroganten Fatzken darstellt, der nichts kann.


Man kann über Tarantinos Vorgehen denken was man will. Aber hier bin ich absolut anderer Meinung, als du.

Brad Pitts Figur ist doch ganz klar als ein Larger-Than-Life-Charakter angelegt, quasi die Meta-Reinkarnation der Hollywood-Helden, welche in dem Film portraitiert werden. Da passt es meiner Meinung nach perfekt ins Bild, dass eben jener (augenscheinlich) unfehlbare "Held" mal eben so mit Leichtigkeit eine Martial Arts Legende platt macht. Dass er hinter dieser Fassade eigebtlich ein gebrochener Mann ist, der nur versucht den Sinn in seinem Leben zu finden, spiegelt hier auch das traurige Doppelleben eben jener Leinwandhelden der 60er Jahre wieder.

Ich sah in dieser Inszenierung daher deutlich mehr als der reine Selbstzweck.

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PostPosted: 22.10.2019 19:24 
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roother wrote:
TRAXX wrote:
Es machte im Kontext auch überhaupt keinen Sinn! Das trug nichts zur Charkterisierung von Brad Pitts Figur bei, sondern fungierte einfach so, ganz lose, als "kleiner Gag zwischendurch", der Bruce Lee als arroganten Fatzken darstellt, der nichts kann.


Man kann über Tarantinos Vorgehen denken was man will. Aber hier bin ich absolut anderer Meinung, als du.

Brad Pitts Figur ist doch ganz klar als ein Larger-Than-Life-Charakter angelegt, quasi die Meta-Reinkarnation der Hollywood-Helden, welche in dem Film portraitiert werden.

Hä? Verwechselst du hier gerade Pitt mit diCaprio? Wo ist Pitts Charakter denn Larger-than-Life angelegt? Wo ist er Held?
Er ist 'n Stuntman und Lakai eines Hollywood-Wanna-be-Helden. Er ist der, der alles organisiert und regelt. Ein eher rationaler als emotionaler Typ.

roother wrote:
Da passt es meiner Meinung nach perfekt ins Bild, dass eben jener (augenscheinlich) unfehlbare "Held" mal eben so mit Leichtigkeit eine Martial Arts Legende platt macht. Dass er hinter dieser Fassade eigebtlich ein gebrochener Mann ist, der nur versucht den Sinn in seinem Leben zu finden, spiegelt hier auch das traurige Doppelleben eben jener Leinwandhelden der 60er Jahre wieder.

Dann würde es vielleicht noch Sinn machen, wenn man diese Story als Fantasie, Lügenmärchen, It's-all-in-your-Head etc. deuten würde - okay, damit könnte ich noch mit leben.

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PostPosted: 22.10.2019 19:32 
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Nur so lässt sich das over-the-Top Ende sinnvoll in den inhaltlichen Gesamtzusammenhang einordnen- und spätestens der Ausgang des Filmes macht doch klar, dass es Tarantino viel mehr darum ging, eine Hommage, eine Stimmung der damaligen Zeit einzufangen, als ein realistisches Zeitdokument

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PostPosted: 22.10.2019 19:54 
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roother wrote:
Nur so lässt sich das over-the-Top Ende sinnvoll in den inhaltlichen Gesamtzusammenhang einordnen- und spätestens der Ausgang des Filmes macht doch klar, dass es Tarantino viel mehr darum ging, eine Hommage, eine Stimmung der damaligen Zeit einzufangen, als ein realistisches Zeitdokument

Ich muss den Film eh nochmal sehen, da mir überhaupt nicht klar war/ist, was Tarantino da wollte oder nicht wollte. ;)

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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 22.10.2019 23:02 
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TRAXX wrote:
roother wrote:
TRAXX wrote:
Es machte im Kontext auch überhaupt keinen Sinn! Das trug nichts zur Charkterisierung von Brad Pitts Figur bei, sondern fungierte einfach so, ganz lose, als "kleiner Gag zwischendurch", der Bruce Lee als arroganten Fatzken darstellt, der nichts kann.


Man kann über Tarantinos Vorgehen denken was man will. Aber hier bin ich absolut anderer Meinung, als du.

Brad Pitts Figur ist doch ganz klar als ein Larger-Than-Life-Charakter angelegt, quasi die Meta-Reinkarnation der Hollywood-Helden, welche in dem Film portraitiert werden.

Hä? Verwechselst du hier gerade Pitt mit diCaprio? Wo ist Pitts Charakter denn Larger-than-Life angelegt? Wo ist er Held?
Er ist 'n Stuntman und Lakai eines Hollywood-Wanna-be-Helden. Er ist der, der alles organisiert und regelt. Ein eher rationaler als emotionaler Typ.
.


Völlig überlesen, sorry.

Doch doch. Ich meine schon Brad Pitt. Natürlich ist er kein "Held" im Sinne eines Western-Helden im TV, deshlab schrieb ich ja Meta-Reinkarnation. Für mich destiliert Tarantino hier die Quintessenz eines Helden der damaligen Zeit. Was macht diesen aus?
Diese Helden a la Rick Dalton sind kühl, immer Herr der Lage, zeigen kaum Emotionen und handeln immer zur rechten Zeit mit der rechten Härte. All das trifft oberflächlich betrachtet auf den Stuntman zu. Allein das Ende....
Dass er natürlich alles andere als ein Held ist, wird dann klar, wenn wir in völlig fernab vom Trubel rund um seinen Schützlich sehen: ein einsamer Mann, der bis auf den Job als Lakai kaum einen Sinn im Leben hat.

Zumindest ist das mein Verständnis des Charakters. Bereits im Kino dachte ich mir, dass dieser Stunman schon eine "echt coole Sau" ist. Wenn er keinen Bock mehr auf die Alte hat, denn "wird er sie los", Wenn dieser Möchtergern Kung-Fu-Typ den großen Macker raus hängen lässt, dann macht er ihn kurz platt.
Das Bild wie er oben ohne die Antenne von DiCaprio repariert ist 1:1 aus "Legenden der Leidenschaft". Nur dass hier hinter dieser Fassade nciht viel Substanz ist. Und
wie kaltschnäuzig und extrem übertrieben er im Finale (ohne mit der Wimper zu zucken die Manson-Jünger abschlachtet
untermauert meiner Meinung nach dieses Bild.

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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 24.10.2019 09:03 
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Stanton wrote:
andeh wrote:
Hab mir gleich gedacht, dass ich lieber nix hätte schreiben sollen, wie so oft. Tag die Herren...


Keine Sorgen ich sehe das genau so wie du.
Ich mag die Szene, und da OuTH zum einen keine Dokumentation ist (und selbst dann wäre es eine Meinung), und zum anderen ohnehin Geschichte umschreibt, kann er auch den Bruce so darstellen wie es ihm ins erzählerische Konzept passt. Zumal ich denke, daß er insgesamt gar nicht so negativ dargestellt wird.


Eine Hommage war das nicht. Der arme Kerl wird in der Szene doch vollkommen verarscht. Bruce Lee als Großmaul und Schaumschläger dargestellt. Perfider gehts nicht.


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 24.10.2019 17:40 
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giant_claw wrote:

Eine Hommage war das nicht. Der arme Kerl wird in der Szene doch vollkommen verarscht. Bruce Lee als Großmaul und Schaumschläger dargestellt. Perfider gehts nicht.


Good man THE GIANT CLAW !

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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 24.10.2019 17:52 
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Hat Tarantino "seinen" Bruce Lee nicht nach der ersten Biografie über ihn, die dessen Frau (?) verfasst hat, in der er eben so geschildert wird, geschrieben ?

Ich meine das er das zumindest in einem Interview gesagt hat :?


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 24.10.2019 18:12 
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Il Nero wrote:
Hat Tarantino "seinen" Bruce Lee nicht nach der ersten Biografie über ihn, die dessen Frau (?) verfasst hat, in der er eben so geschildert wird, geschrieben ?

Ich meine das er das zumindest in einem Interview gesagt hat :?


? Was gibt's da viel zu schreiben? Eine Szene?
Das Bruce "cocky" war, is ja nix neues. Er hat in Kalifornien jahrelang
versucht, irgendwie in die Industrie zu gelangen - ohne großen Erfolg.
Dabei war er der Beste, is ja nix neues. Rassismus halt. Vor 19 Jahren
hat mir James Coburn erzählt, wie er 1969/70 oft mit ihm darüber
gesprochen hat - alle wollten Unterricht (McQueen, Polanski etc. etc.)
aber ne gute Rolle wollte ihm keiner geben. "N' kleiner Chinese ??"
Coburn meinte, "mach Filme in Asien oder Europa, und schnell wird
man in LA sehen welches Potential du hast!" Hat er dann gemacht.
Der Bursch war der Beste und hat die Welt verändert, auch die Ost-West
Kluft verkleinert... (innerhalb 2 Jahren!) Die Szene ist und bleibt respektlos.

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