Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 22.08.2019 21:54 
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Anders, der Film ist anders - das trifft es wohl am besten.
Was auch immer man sich von einem Tarantino (vor allem im Bezug auf die Thematik) erwarten mag, vergisst man am besten ganz schnell wieder.
Auch PF, der ja im Vorfeld oft im Zusammenhang mit dem Film genannt wurde, sollte lieber nicht als Maßstab bzgl. der Erwartungen herangezogen werden.
Was wir hier haben, ist eine oft sonnendurchflutete, nostalgisch umwehte Bildercollage mit unzähligen Referenzen, Hommagen, Zitaten usw.
Alles ohne eine wirklich durchgehende stringente Handlung, dafür weitgehend sehr fragmentarisch dargereicht, das ist in dem Ausmaß sicher neu im Tarantino-Universum.
Das kann in Anbetracht der Überlänge streckenweise anstregend werden (was es in meinen Augen zweifellos auch tut), aber spätestens sobald Margot Robbie als Sharon Tate wieder auf der Bildfläche erscheint, war es mir plötzlich wieder vollkommen egal.
Dazwischen labt man sich eben an den Hommagen/Zitaten, dem hohen Maß an Lässigkeit und Coolness von Mr. Pitt und Ms. Robbie, den absolut herrlichen Bildern von L.A., den Sets, den Kostümen,...
Die Szene in der Playboy-Mansion, das Italien-Intermezzo, das Finale, wo Tarantino
wieder einmal die Geschichte neu schreibt und das zeigt, was, denke ich, uns allen lieber gewesen wäre, als das, was tatsächlich passiert ist,
...
Und - bevor ich es vergesse - natürlich die Musikauswahl.
Da beweist Tarantino einmal mehr sehr viel Feingefühl, was die Einsatzstellen der jeweiligen Lieder betrifft, das kann er auf jeden Fall noch.
Aber sein Hollywood-Märchen hat auch seine Schattenseiten:
Die paar Cameos, die nicht unter den Tisch gefallen sind, sind eigentlich kaum weiter erwähnenswert, Dalton, also DiCaprio, mit seinem gefühlten Dauergestottere nervt nach einiger Zeit ziemlich und überhaupt scheint Tarantino das Gefühl für die Dialoge - immerhin bisher seine Paradedisziplin - abhanden gekommen zu sein.
Langweilig wird's dadurch zwar noch nicht, aber es war tatsächlich der erste Tarantino, den ich nicht mit einem euphorischen Gefühl beendet habe.
Trotzdem: Auf ein Wiedersehen im Jänner, bis dahin gibt's aber nur 6/10.


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 22.08.2019 22:00 
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Ich habe mal n Spoiler-Tag gesetzt... für diesen halben Spoiler da... ;)

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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 23.08.2019 10:34 
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"Nach mehr als zwei Stunden entsteht der Eindruck, dass Tarantino sich zu sehr auf seinen beiden Hauptdarstellern ausruht, dass die 60er-Jahre für ihn ein schöner Vorwand für coole Szenen und schöne Ausstattung sind. Um aus der erzählerischen Sackgasse herauszukommen, inszeniert er einen finalen Gewaltexzess. Diese Gewalt ist roh, sadistisch und pseudo-cool. Und letztlich ist sie Ausdruck der Ratlosigkeit eines Regisseurs, der großartig inszenieren kann, aber nicht mehr weiß, was er mit seinen Bildern erzählen soll."

Quelle: *** The link is only visible for members, go to login. *** ... me100.html


Dem kann ich nur zustimmen. Tarantinos schwächstes Werk. Einen Abgesang auf das alte Hollywood, wie manche Kritiker behaupten, sehe ich nicht. Vielmehr eine Aneinanderreihung von guten und weniger guten Szenen, die storytechnisch kein ausgewogenes Ganzes ergeben. Bei mir schafft der Film noch gerade die 6-7/10, dank der hervorragenden Leistung von Leonardo DiCaprio und Brad Pitt.


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 23.08.2019 13:45 
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Mir hat der Film viel Spaß gemacht, und ich bin mir sicher, daß sich da noch einiges entwickelt beim 2. Ansehen.

Erzählerisch mäandernd und mit ein paar starken Szenen durchsetzt war OuTH zwar zunächst etwas seltsam, aber dabei durchweg sehr unterhaltsam, bevor die scheinbare dramaturgische Ziellosigkeit sich dann durch das (an sich) überraschende Ende in etwas Großes wandelt. Das Ende war auch überraschend komisch, und mit der letzten Szene hat mich QT dann doch noch irgendwie glücklich gemacht.

Da mich seine beiden Western nicht so überzeugt haben ist das hier ein schönes Comeback. Teil 2 wäre cool ...


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 05.09.2019 18:42 
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Am Dienstag war ich endlich im Kino. Fand den Film zwar ganz cool, aber fernab von einem Meisterwerk. Würde ihn im unteren Tarantino Drittel einordnen. Pulp Fiction, Jackie Brown, Hateful Eight oder Reservoir Dogs gefallen mir weitaus besser. Die Bruce Lee-Szene war albern, DiCaprios Rolle hat mir nicht gefallen, 165 Minuten waren eindeutig zu lang. Schön, dass Antonio Margheriti und Corbucci Erwähnung fanden. Die Szene mit den Hippie-Kommune war sehr stark und das Ende war auch ziemlich lustig und hätte ich so auch nicht erwartet erwartet. Brad Pitt war schon echt cool und Kurt Russell ist immer willkommen bei mir. Margaret Qualley war das Beste am Film! Die hat mich echt scharf gemacht :D Schön auch, dass Danielle Harris eine kleine Rolle hatte. Ich weiß auch nicht, ich hab mir irgendwie mehr erhofft. Schlecht fand ich den Film aber definitiv nicht! In den nächsten 3 Jahren brauch ich den aber nicht nochmal zu sehen.

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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 05.09.2019 22:42 
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Djabartana wrote:
Margaret Qualley war das Beste am Film! Die hat mich echt scharf gemacht :D

Naja, ich würde sagen, die geht in Ordnung, aber die Hose wäre mir nicht davongeflogen.
Dagegen Margot Robbie als Sharon Tate: DIE biegt alles gerade... :D


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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 05.09.2019 23:37 
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Ja die is natürlich auch hot :D Vor allem in der Szene im Kino wo sie ne Riesenbrille trägt und so sympathisch am lachen is die ganze Zeit :jc_doubleup:

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 Post subject: Re: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD - Quentin Tarantino
PostPosted: 07.09.2019 10:07 
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Ein paar mal musste ich an "Inglourious Basterds" denken und das nicht nur wegen der Szene, wo Rick Dalton als Nazijäger vor der Kamera steht und mit 'nem Flammenwerfer Nazis grillt. Wieder nimmt Tarantino reale Geschehnisse aus der Geschichte und bastelt sich seine ganz eigene Pulp Fiction daraus. In diesem Fall ist es der tragische Mord an Sharon Tate durch fanatisierte Charles Manson-Jünger, wobei Charles Manson nur einmal kurz im Film auftaucht - soviel sei verraten. Denn eigentlich geht es um Rick Dalton, ein (fiktiver) Westernstar, dem langsam bewusst wird, dass seine Karriere den Bach runtergeht und in eine Identitätskrise gerät. Zusammen mit seinem Stuntman Cliff, der auch gleichzeitig sein bester Freund ist, lässt er sich vollaufen und versucht das beste aus seiner Lage zu machen. Spaghetti-Western in Europa drehen? Kommt nicht in Frage, die Italiener drehen doch nur Müll. :twisted:

Doch Rick kann sich seine Rollen nun nicht mehr aussuchen, wie früher, also was soll's. In der Nachbarschaft ist gerade ein junger aufstrebender Regisseur aus Polen eingezogen: Roman "Fucking Rosemary's Baby" Polanski mit seiner heißen Braut Sharon Tate. Rick kann's nicht fassen. Der "Summer Of Love" zieht überall seine Kreise, alle sind gut drauf, nur Rick macht sich Sorgen um seine Zukunft. Und schon bald zeigt sich die Flower Power von ihrer dunklen Seite, denn abseits der Traumfabrik hat sich eine Kommune um einen gewissen Charlie gebildet. Und diese Kommune wirkt nicht gerade vertrauenserweckend. Schon bald ziehen ein paar mordlüsterne Psycho-Hippies durch die Hood und landen ausgerechnet in der Gegend, wo Rick gerade etwas in seinem Pool entspannen will und Cliff sich einen gepflegten LSD-Trip gönnt...

"Once Upon a Time in Hollywood" funktioniert nach dem Motto: Es kommt nicht darauf welche Geschichte Du erzählst, sondern wie Du sie erzählst. Tarantino versteht es wieder einmal blendend, seine Darsteller zu inszenieren und Details, die eigentlich eher nebensächlich sind, zu zelebrieren. Da braucht gar nicht mal großartig was passieren, es ist einfach eine Freude zu sehen, wie Tarantino seine Darsteller aufblühen lässt. Er lässt ihnen viel Raum ihre Rollen zu formen und vieles wirkt, als wäre es zufällig beim Dreh entstanden. Und ja - auch diesmal ließ es sich Tarantino nicht nehmen seinem Fuß-Fetischismus zu fröhnen. So dürfen diesmal Margot Robbie und Margaret Qualley ihre Quanten in die Kamera halten. :lol:

Und natürlich baut Tarantino massig Hommagen und Anspielungen auf das Kino dieser Zeit ein, würdigt Regisseure wie Andrew V. McLaglen, Sergio Corbucci und lässt einige Stars dieser Zeit wieder aufleben. Vor allem Damian Lewis ist als Steve McQueen passend besetzt. Und er bringt fast vergessene Filme wieder ins Gespräch, wie z. B. die Matt Helm-Filme mit Dean Martin. Da hatte ich nun richtig Bock drauf und mir die Reihe gleich noch mal angeschaut - schöne Filmreihe! :D

"Once Upon a Time in Hollywood" ist tiefenentspanntes Kino von einem Filmverrückten für Filmverrückte. Ein echter Tarantino eben. Ich würde sagen, ich habe das genau das bekommen, was ich mir erhofft hatte. Nicht so, wie ich es erwartet habe, aber genauso cool, wie ich es mir vorgestellt habe. Und ich hoffe, dass Tarantino noch mehr als einen Film dreht. Seine Werke sind immer noch eine Klasse für sich und es ist schon bemerkenswert, dass er sie immer noch auf die große Leinwand bringen kann. Ohne solche Filmemacher wie Tarantino, wäre das Kino ein ganzes Stück ärmer, mMn.

8,5/10

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PHOBOS (Trailer - deutsch)


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