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 Betreff des Beitrags: DAS RÄTSEL DER ROTEN ORCHIDEE - Helmuth Ashley
BeitragVerfasst: 09.04.2013 18:36 
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Alternativer Titel: Das Rätsel der roten Orchidee
Produktionsland: Bundesrepublik Deutschland
Produktion: Horst Wendlandt
Erscheinungsjahr: 1962
Regie: Helmuth Ashley
Drehbuch: Trygve Larsen, Piet ter Ulen
Kamera: Franz X. Lederle
Schnitt: Herbert Taschner
Musik: Peter Thomas
Länge: ca. 81 Min.
Freigabe: FSK 16
Darsteller:
Christopher Lee: Captain Allerman
Adrian Hoven: Inspektor Weston
Marisa Mell: Lilian Ranger
Pinkas Braun: Edwin Tanner
Christiane Nielsen: Cora Minelli
Eric Pohlmann: Kerkie Minelli
Klaus Kinski: „der schöne Steve“
Eddi Arent: „Todesbutler“ Parker
Fritz Rasp: Tanner
Wolfgang Büttner: Chefinspektor Tetley
Herbert A. E. Böhme: Oberst Drood
Günther Jerschke: Shelby
Sigrid von Richthofen: Mrs. Moore
Hans Paetsch: Lord Arlington
Edgar Wenzel: Babyface
Hans Zesch-Ballot: Sir John



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Zwei Banden erpressen Schutzgelder von reichen Londoner Bürgern, wer nicht zahlt wird eliminiert. Inspektor Weston von Scotland Yard und Captain Allerman vom FBI werden auf den Fall angesetzt.

Die Credits lassen bereits einen guten Film erhoffen, denn die Namen Christopher Lee, Adrian Hoven, Marisa Mell und Pinkas Braun verkünden eine Bank. In der Tat machen die Genannten ihre Sache gut und sind jederzeit in der Lage zu überzeugen. In erster Linie sei Marisa Mell als Lilian Ranger erwähnt. Mit natürlichem Charme kann die gebürtige und viel zu früh verstorbene Österreicherin sehr viele Sympathien für sich gewinnen. Auf Platz 2 folgt der ominöse Edwin Tanner, gespielt von Pinkas Braun.

Christopher Lee hat zwar nicht sehr viel Spielzeit, nutzt diese allerdings in der Rolle des Captain Allerman positiv aus. Adrian Hoven ist als leicht eifersüchtiger Inspektor Weston ebenfalls als gut zu bezeichnen. Adrian Hoven hält sich fern von dummen Sprüchen und kommt der Darbietung als ernsthafter Mime erfolgreich nach. Für die dummen Sprüche ist leider Eddi Arent als Butler Parker zuständig und dieser kann einem schon den letzten Nerv rauben. Auf einen Auftritt von Klaus Kinski muss ebenfalls nicht verzichtet werden und Klaus ist als Erpresser und Tabakhändler mit dem Namen „Der schöne Steve“ aktiv.

Abgesehen von Eddi Arent verzichtet „Das Rätsel der roten Orchidee“ auf „Humor“ und geht ernsthaft zu Werke, was dem Film auch gut zu Gesicht steht. Die Story ist gut aufgebaut und gibt sich keiner überflüssigen Hektik hin. Die aus anderen Wallace-Verfilmungen bekannten Gruselmomente bleiben aus. Es gibt kein Schloss oder ähnliches und auf ein Unheimliches wird ebenfalls nicht zurückgegriffen. Bei den nächtlichen Außenaufnahmen werden allerdings die wichtigen und Spannungsfördernden Elemente wie z.B. Schattenspiele erfolgreich um- bzw. eingesetzt.

Fazit: Eine gute Edgar Wallace Verfilmung mit ebenfalls guten Darstellern.

7,5/10



www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS RÄTSEL DER ROTEN ORCHIDEE - Helmuth Ashley
BeitragVerfasst: 10.04.2013 15:16 
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Unterhaltsamer Film.
Obwohl die Story vom üblichen Wallace-Schema abweicht und auch die typischen
Grusel-Elemente fehlen, gehört "Das Rätsel der roten Orchidee" zu den gelungenen Beiträgen der Reihe.
Helmut Ashley inszenierte handwerklich perfekt und die Besetzung ist stimmig.
Neben den ausgezeichneten Darstellern überzeugt auch die Musik von Peter Thomas.
Und ich finde sogar Eddi Arent als Todesbutler hier noch einigermaßen erträglich.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS RÄTSEL DER ROTEN ORCHIDEE - Helmuth Ashley
BeitragVerfasst: 10.04.2013 17:09 
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Pistolero hat geschrieben:
U
Und ich finde sogar Eddi Arent als Todesbutler hier noch einigermaßen erträglich.


Er war schon mal penetranter, aber er ist auch hier sehr schlimm. Ich warte noch auf Blaps negative Worte zu Marisa Mell, die ich widerum sehr gut innerhalb des Films fand.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS RÄTSEL DER ROTEN ORCHIDEE - Helmuth Ashley
BeitragVerfasst: 10.04.2013 17:16 
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Schließe mich der Punktevergabe des Herrn Sicious an. Älterer Kurzkommentar:


Das Rätsel der roten Orchidee (Deutschland, 1962, Originaltitel: Das Rätsel der roten Orchidee)

Wohlhabende Einwohner Londons erhalten Post von Erpressern. Wer der Zahlungsaufforderung nicht nachkommt -oder gar die Polizei einschaltet- wird unbarmherzig ermordet. Inspector Weston (Adrian Hoven), gerade in die für die Aufklärung derartiger Verbrechen zuständige Abteilung versetzt, wird bei seinen Ermittlungen von Captain Allerman (Christopher Lee) tatkräftig unterstützt. Allerman hält sich als Gast in England auf, üblicherweise ist der Amerikaner bei der Polizei in Chigaco tätig. Inspector Weston hat an einer jungen Dame namens Lilian (Marisa Mell) zwar nicht nur berufliches Interesse, doch ihr Arbeitgeber wird gekillt, schließlich gerät Lilian ins Visier der Gangster. Allerman kennt Methoden und Motive der Täter, es scheint sich ein Krieg zwischen rivalisierenden Banden anzubahnen...

Oft ermitteln Joachim Fuchsberger oder Heinz Drache in den schönen Edgar Wallace Klassikern. Diesmal sorgen der geschätzte Christopher Lee und Adrian Hoven für die Ausführung dieser Aufgabe. Als grosser Chris Lee Verehrer freut mich dies natürlich besonders. Darüber hinaus bekommen wir die Standardschädel Klaus Kinski und Eddi Arent präsentiert, Pinkas Braun soll nicht unerwähnt bleiben. Während Eddi Arent die übliche Knallschote gibt, erwischte der stets liebenswerte Herr Kinski eine weitaus interessante Rolle, gleiches gilt für seinen Kollegen Pinkas Braun. Die Damenriege bietet die hübsche Christiane Nielsen auf, während ich Marisa Mell auch hier nicht sonderlich attraktiv finde, obwohl sie recht gut in ihre Rolle passt. Später wurde Frau Mell zu einem Sternchen am Himmel des italienischen Genrekinos. Eben deshalb fällt mir ihr Erscheinungsbild leider immer ein wenig unangenehm auf, ich verbinde mit den betreffenden Filmen Schönheiten wie Edwige Fenech oder Barbara Bouchet. Selbst im Vergleich zur durchschnittlichen Anita Strindberg sieht Frau Mell reichlich eckschädelig aus. (Alte Chauvisau, komm nicht zu sehr vom Thema ab!) ... *Räusper* ... Tjo, die Story der roten Orchidee bietet ein paar interessante Überraschungen, für einen Wallace Film wird recht viel geballert, vorzugsweise per Maschinenpistole. Damit unterstreicht das Treiben offensichtlich den "Ami-Style" des Verbrecherpacks. Mission geglückt, obwohl man eine deutsche MP40 einsetzt, sicher nicht die bevorzugte Wumme amerikanischer und britischer Ganoven. Naja, ich will nicht kleinlich sein. ;)

"Das Rätsel der roten Orchidee" gehört nicht zu den bekanntesten Vertretern aus den Reihen der Edgar Wallace Verflimungen. Schade, denn der Film bietet sehr angenehme Unterhaltung, ist gut besetzt, der Humor bleibt glücklichweise im Rahmen. Mir liegt der Film als Bestandteil der "Edgar Wallace Edtion 4" vor. Die Box ist nett aufgemacht, der Streifen wird in ordentlicher Qualität präsentiert. Für Freunde klassischer Krimikost eine klare Pflichtveranstaltung!

Gut bis sehr gut = 7,5/10

Lieblingszitat:

"Verzeihen Sie mein Herr, der Vogel ist schlecht erzogen!"

_________________
Blap V 3.0 regaining paradise

***
Vom Ursprung her verdorben


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS RÄTSEL DER ROTEN ORCHIDEE - Helmuth Ashley
BeitragVerfasst: 17.02.2019 20:15 
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"Das Rätsel der roten Orchidee" (Deutschland 1961/62)
mit: Christopher Lee, Marisa Mell, Adrian Hoven, Pinkas Braun, Eric Pohlmann, Christiane Nielsen, Fritz Rasp, Klaus Kinski, Eddi Arent, Wolfgang Büttner, Hans Paetsch, Sigrid von Richthofen, Edgar Wenzel, Günther Jerschke, Herbert A. E. Boehme, Kurt A. Jung, Horst Breitkreuz, Hans Zesch-Ballot, Friedrich G. Beckhaus, Lutz Schwiers, Benno Gellenbeck, Florent Antony u.a. | Drehbuch: Trygve Larsen (= Egon Eis) nach dem Roman "Gangster in London" von Edgar Wallace | Regie: Helmuth Ashley

Kerkie Minelli, der Boss einer berüchtigten Verbrecherorganisation wird aus den USA ausgewiesen und lässt sich in London nieder. Bei einem Sprengstoffanschlag auf seinen stärksten Konkurrenten wurden bis auf den "schönen Steve" alle Mitglieder um den gefährlichen O'Connor getötet. Dennoch erhalten vermögende Londoner Bürger Erpresserbriefe, die genau nach dem Vorbild der beiden rivalisierenden Banden verfasst wurden. Captain Allerman vom FBI unterstützt seinen Kollegen Inspektor Weston von Scotland Yard, doch da die Gangster ihren Drohungen prompt Taten folgen lassen, ziehen die Opfer ihre Anzeigen aus Angst wieder zurück und zahlen. Als der alte Tanner ermordet wird, erscheint sein Neffe Edwin bei der Testamentseröffnung, doch überraschenderweise ist nicht er der Erbe seines Onkels, sondern dessen Sekretärin Lilian Ranger. Bald darauf erhält Miss Ranger einen Erpresserbrief. Wird auch sie dem "Patronat" zum Opfer fallen und welche Rolle spielt der geheimnisvolle Diener, der sich Todesbutler nennt?

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Die Edgar-Wallace-Reihe war ihrer Zeit voraus, auch wenn der heutige Betrachter ein gleichbleibendes (Erfolgs-)Muster zu erkennen glaubt, so bot doch jeder Film etwas Neues. Es schien vor allem in den ersten Jahren, als wollte sich das Konzept mit jeder weiteren Produktion neu erfinden und ausprobieren, was möglich ist und sich mittelfristig am kassenträchtigsten bewähren sollte. Die Romane des britischen Autors dienten dabei als stabile Basis, auf der die Handlung aufgebaut, jedoch nicht in jedem Fall detailgetreu übernommen wurde. Je weiter die Rialto-Film-Reihe voranschritt, desto mehr künstlerische Freiheiten nahm man sich und änderte die Vorlage zugunsten vereinfachter Charakterzeichnungen und mehr dynamischer Action. Egon Eis setzt in seiner Arbeit auf den Nostalgiefaktor der "Goldenen Zwanziger Jahre", als Mafiagrößen wie Al Capone die Metropole Chicago zum Inbegriff von Korruption, Gewalt und Gesetzlosigkeit machten. Der Schatten der gefürchteten, aber auch zu internationalem Ruhm gelangten Verbrecher, liegt in stimmiger Weise über "Gangster in London" wie die Buchvorlage von Edgar Wallace heißt. Klingende Namen wie Kerkie Minelli, O'Connor oder "der schöne Steve" versprechen ruchloses Vorgehen, Nerven wie Drahtseile und eiskalt geplante Aktionen. Sie sind die Antihelden des Films und stehen in schillerndem Gegensatz zur biederen Londoner Kriminalpolizei, deren Repräsentanten von den unorthodoxen Methoden der neuen Verbrechersparte überfordert sind. Regisseur Helmuth Ashley ist bekannt dafür, dass Emotionen in seinen Filmen und Serien-Folgen eine bedeutsame Rolle spielen. Kritiker werfen dem Spielleiter von "Das schwarze Schaf" und "Mörderspiel" deshalb gern vor, er hätte das Edgar-Wallace-Filmprojekt auf die leichte Schulter genommen und die Handlung ohne die nötige Härte oder den Zynismus seiner Kollegen Reinl und Vohrer inszeniert. Dabei übersehen die negativ gesinnten Kommentatoren, dass der Film über gleich mehrere Aspekte verfügt, die ihn so bekömmlich machen und ihn vor Abnutzungserscheinungen bewahren. Er bricht mit den meisten Vorgaben für einen typischen Edgar-Wallace-Film und tanzt absichtlich und mit Vergnügen aus der Reihe. Visuell äußert sich dies in besonders harten Schwarzweiß-Kontrasten, einer düsteren Szenerie und Figuren, deren Motivation ihrer rabenschwarzen Gesinnung entspringt. Der zynische Realismus des amerikanischen Film Noir stand in mehr als einer Szene Pate und bringt erneut die Vielfalt der oft von intellektuellen Filmwissenschaftlern belächelten Filmreihe zur Geltung.

Das Ensemble der Darsteller bietet neben konventionellen Akteuren mehrere charakteristische und genretypische Schauspieler der Filmreihe auf, wobei ein häufig geäußerter Kritikpunkt die Besetzung von Adrian Hoven als Inspektor von Scotland Yard ist. Der ehrgeizige Künstler, dem es bald nicht mehr genügen sollte, nur als männlicher Blickfang in Heimat- oder Schlagerfilmen zu agieren und der sich mit seiner drei Jahre später gegründeten Produktionsfirma in verschiedenen Genres teils erfolgreich ausprobieren konnte, verleiht seinem Inspektor Weston nüchterne Züge, denen zwar das Charisma eines Joachim Fuchsberger oder die Kaltschnäuzigkeit eines Heinz Drache fehlen, der jedoch eine dem Rahmen angemessene Leistung erbringt. Die Präsenz eines Christopher Lee als versierter und erfahrener Ermittler vom FBI harmoniert weitaus besser mit den abgebrühten Gangstern aus Chicago. Eindrucksvoll von Statur und Ausstrahlung, schafft es Lee, dem Film internationales Flair zu verleihen und der Thematik der länderübergreifend agierenden Banden ein adäquates Gesicht zu geben. Sein emotionsloses Handeln richtet den Fokus auf das Wesentliche. Eine bedrohte Erbin wird kurzerhand in Schutzhaft genommen und einer rationalen Lösung anvertraut, die den Gangstern die Grundlage entzieht, da ein menschlich zu engagierter Beamter ein leichtes Ziel für die nach Schwachstellen suchenden Verbrecher darstellen würde. Marisa Mell fügt sich mit ihrem präzisen Spiel passgenau in das Schema des Films, der auf schwarzen Humor und zahlreiche gewaltsame Wendungen setzt. Sie bringt mit ihrer erfrischenden Art Leben in die trocken und steif wirkende Atmosphäre des Umfelds, in dem sich die Figur der Lilian Ranger bewegt. Der strukturierte Ablauf eines Arbeitstages im Büro wird von ihr mit gelassenem Ernst und augenzwinkernder Ironie aufgebrochen. Während sich ihr Umfeld an Fakten klammert, sucht sie nach einer Alternative und lässt die an sie herangetragenen Offerten - privater oder beruflicher Natur - erst einmal neutral im Raum stehen. Sie wahrt eine gesunde Distanz zu den Ereignissen, was sie im Gegensatz zu mancher Kollegin von vornherein aus der Gruppe der weiblichen Opfer aussortiert. Um Lilian Ranger muss der Zuseher nicht bangen, weil ihr Naturell jene Eigenschaften entbehrt, mit denen eine typische Wallace-Heldin im Allgemeinen ausgestattet wird. Marisa Mell verhindert somit, dass sie zur Serienfigur wird, da ihre selbstbewusste Ausstrahlung den Weg in eine andere Richtung fernab des konventionellen Publikumsgeschmacks deutet.

Pinkas Braun, Eric Pohlmann und Klaus Kinski stellen die markanten Gesichter der Bösewichte und setzen mehr als deutlich Akzente, die sowohl List, Heimtücke und Neid, als auch Tragik transportieren. Die profilierten Darsteller erhalten viel Raum, sich nachhaltig zu positionieren, wobei gerade Kinski und Braun klassische Porträts moderner Großstadtgangster liefern. Die unnahbare Eleganz, die beide Rollen auszeichnet, hebt sich wohltuend von ihren teilweise grotesk überzeichneten anderen Engagements innerhalb der Edgar-Wallace-Reihe ab. Durch die starken Figuren wird die Handlung immer wieder dynamisch vorangetrieben, was anhand der konstanten Spiellaune der Beteiligten für ein kurzweiliges Sehvergnügen sorgt. Positiv ergänzend wirkt sich dabei die Musik von Peter Thomas aus, die das Geschehen auf betont augenzwinkernde, amüsierte oder abwechselnd ironische Weise untermalt, wobei der Einfallsreichtum der Vertonung teilweise geradezu verwegen erscheint. Das sprühende akustische Feuerwerk versteht sich aber auch auf die leisen Töne: Gefahr wird stimmig betont, wobei die Szene im Keller der Dorris-Bank ein besonders gelungenes Beispiel darstellt. Insgesamt macht "Das Rätsel der roten Orchidee" den Eindruck, dass die Materie mit Esprit inszeniert worden ist, ohne groß auf das Umfeld der Reihe zu achten oder sich Gedanken über möglichst akribische Romantreue zu machen. So zeigt der fertige Film alle Anzeichen eines Regie-Gastspiels, das zwar eigene Duftnoten setzen kann, jedoch kein Muster zur Kopieranleitung darstellt. Die Produktion unterscheidet sich deshalb klar von den anderen Vertretern der Reihe, was ihr ein angenehmes Alleinstellungsmerkmal verleiht. Die Stärken des Films liegen eindeutig bei dem originellen Schauspieler-Ensemble, der hervorragenden Kameraarbeit von Franz-Xaver Lederle und der swingenden Musik von Peter Thomas. Der Plot schreitet mit hohem Tempo voran und macht den Film damit zur actionreichen Unterhaltung. Innerhalb der Rialto-Serie unterscheidet er sich schon allein durch sein eigensinniges Flair, das so vieler Versatzstücke aus den anderen Exemplaren des Wallace-Kosmos entbehrt, dass er in jedem Fall ungewöhnlich und deshalb wohl allgemein auch weniger populär ist. Gerade diese Experimentierfreude stellt für mich den hohen Unterhaltungswert dar und macht die "Orchidee" mitsamt seiner Riege an gerngesehenen Schauspielern zu einem Film, der im Durchschnitt weitaus häufiger zum Einsatz kommt als seine traditionellen Kollegen.


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