Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
It is currently 23.06.2021 17:46

All times are UTC + 1 hour [ DST ]




Post new topic Reply to topic  [ 3 posts ] 
AuthorMessage
 Post subject: DER MANN MIT DEM GLASAUGE - Alfred Vohrer
PostPosted: 09.08.2011 22:20 
Offline
Forum Admin
User avatar

Joined: 06.2010
Posts: 10933
Location: Fuck You, I´m Millwall!
Gender: Male
Image


Produktionsland: Bundesrepublik Deutschland
Produktion: Horst Wendlandt
Erscheinungsjahr: 1969
Regie: Alfred Vohrer
Drehbuch: Paul Hengge, Ladislas Fodor
Kamera: Karl Löb
Schnitt: Jutta Hering
Musik: Peter Thomas
Länge: ca. Peter Thomas
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Horst Tappert, Karin Hübner, Hubert von Meyerinck, Christiane Krüger, Fritz Wepper, Iris Berben, Stefan Behrens, Ilse Pagé, Ewa Stroemberg


Die Tänzerin Leila und ihr Liebhaber werden ermordet. Eine Geschichte die Inspektor Perkins und Scotland Yard auf den Plan ruft. Einige Spuren führen die Beamten über das Odeon-Theater zu einem seltsamen Billard-Club.

Eine durchschnittliche Wallace-Verfilmung von Alfred Vohrer.

Stefan Behrens ist in der Rolle des Sergeant Pepper ein kleiner Alptraum, der zwar Humor einbringen soll, allerdings einzig an den Nervensträngen des Zuschauers sägt. Der herangetragene Humor wirkt sehr aufgesetzt und mündet in einen Quell von Überflüssigkeit. Ursprünglich war Uwe Friedrichsen für diesen Part vorgesehen, der allerdings anderweitig verpflichtet war. Horst Tappert spielt die Rolle des Inspektor Perkins durchaus gut, wird allerdings locker von Karin Hübner in der Rolle der Yvonne Duval getoppt. Karin Hübner ist zweifelsohne das schauspielerische Highlight des Films. Des weiteren wird man innerhalb des Films auch Ewa Strömberg begegnen.

Der Mann mit dem Glasauge steigert sich (mit wachsender Laufzeit) und gewinnt zum Ende hin durchaus ein wenig mehr Ernsthaftigkeit. Einige Mordszenen wirken zudem nicht allein theatralisch, sondern ganz einfach nur dilettantisch. Es ist atemberaubend anzusehen, in welcher Art und Weise man zu Boden fällt, wenn man von einer Kugel getroffen wird. Sehr fein.

Fazit: Unter dem Strich ein unterhaltsamer Film, der von einer gut aufgelegten Karin Hübner dominiert wird.


6/10

_________________
Image


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: DER MANN MIT DEM GLASAUGE - Alfred Vohrer
PostPosted: 19.09.2016 17:48 
Offline
User avatar

Joined: 07.2013
Posts: 4382
Gender: Male


ImageImageImage

● CHRISTIANE KRÜGER als LINDA SVENSSON in
DER MANN MIT DEM GLASAUGE (D|1969)



Christiane Krüger erhielt in ihrer noch jungen Karriere ihren ersten von zwei Auftritten in der ausklingenden Edgar-Wallace-Reihe, da sie erst 1967 schauspielerisch tätig wurde, handelt es sich auch erst um ihren zweiten Spielfilm. In Alfred Vohrers "Der Mann mit dem Glasauge" sieht man die Hamburgerin als Linda Svennson stets im Doppelpack mit ihrer ebenfalls sehr attraktiven Kollegin Marlies Draeger als Leslie und es drängen sich Vergleiche auf, da die ebenfalls noch am Anfang ihres schauspielerischen Werdegangs stehende Draeger den augenscheinlich besseren Part erwischt hatte. Von mehr Screentime kann keine Rede sein, treten sie doch immer gemeinsam auf, allerdings fungiert die in Thüringen geborene Darstellerin als Wortführerin und kann ihre Stärken klassisch ausspielen. Dem Anschein nach profiliert sie sich wesentlich besser als ihre blonde Konkurrentin, deren Karriere allerdings noch ganz andere Dimensionen annehmen sollte. Für Marlies Draeger war nach 12 Kino- und TV-Produktionen bereits Schluss und ihre Spur verliert sich bereits Mitte der 70er-Jahre, was angesichts ihres Repertoires wirklich schade ist. Christiane Krüger hingegen wurde im Nachfolge-Wallace "Das Gesicht im Dunkeln" mit der weiblichen Hauptrolle betraut und es ist sehr schön, dass man sich gleich wieder an sie erinnerte. Als Tänzerin der Las-Vegas-Girls ist Linda nur eine von vielen reizenden jungen Frauen, die durch Verbrecherhand gefährdet ist. So sieht man Karin Hübner, aber auch Ewa Stroemberg, Iris Berben oder Heidrun Hankammer in diesem Kreis und was bleibt ist die Gewissheit, dass sie alle schön waren und hierbei kein Konkurrenzkampf entsteht. Christiane Krüger wird kurz und knapp als stilles und verhalten wirkendes Pendant zu Marlies Draeger aufgebaut. Beide Frauen erhalten eine verlockende Einladung zu einer Gesellschaft und wittern offensichtlich die Nacht ihres Lebens, oder zumindest berufliche Vorteile.

Wo sie schließlich landen, kommt einem luxuriösen Gefängnis nahe und Leslie ergreift das Wort gegen ihren unfreiwilligen Gastgeber, der beide nicht nur verängstigt, sondern auch sichtlich anwidert. Die Konstellation der beiden Frauen gibt schließlich angenehme Kontraste her und Krüger verteidigt das Feld trotz untergeordneter Funktion als ruhiger Pol, soweit dies eben möglich ist. Warnend redet sie in Anspielung auf den Geisteszustand des Herren auf ihre Freundin ein, in der Gewissheit dass sie beruhigend fungieren muss, da es sonst zum Eklat kommen könnte, falls Leslie verbal zu weit geht. Ein plötzlicher Mord befreit die jungen Damen aus ihrem Verlies mit Swimming-Pool und sie eilen schnurstracks in ihre Pension, um Scotland-Yard zu alarmieren. Bevor sie jedoch zum Mordfall und den rätselhaften Tatumständen verhört werden können, werden sie zwischendurch noch gekidnappt, sodass über Linda und Leslie eine solide Spannung aufgebaut wird. Die insgesamt ausfüllende Funktion entsteht aus der Stärke von beiden Interpretinnen und im Fall Christiane Krüger kristallisiert sich in kürzester Zeit heraus, dass man es mit einer anpassungsfähigen und soliden Schauspielerin zu tun hat, die naturgemäß alle nötigen Referenzen für die große Leinwand mitgebracht hat. Umso logischer, dass man sie für eine derartige Reihe mit beispiellosen Erfolgszahlen verpflichtete, denn dem Sprichwort nach kehren neue Besen ja gut. Der Anforderung entsprechend ist also eine angespannte Christiane Krüger zu sehen, die die Rolle des zu beschützenden Opfers optimal skizziert, wenngleich ihr starke, selbstbewusste Frauen immer eine deutliche Spur besser standen. Im Übrigen sind ihre Einsätze in Kinofilmen immer ein besonderes Vergnügen, da sie bei der Betrachtung ihrer Filmografie eher rar gesät waren und Fernsehproduktionen ihre klassische Domäne werden sollten. Trotz der Kürze der Rolle bleibt Linda Svensson dennoch in sehr lebhafter Erinnerung.


Last edited by Prisma on 25.01.2020 16:24, edited 1 time in total.

Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: DER MANN MIT DEM GLASAUGE - Alfred Vohrer
PostPosted: 10.11.2019 20:28 
Offline
User avatar

Joined: 07.2013
Posts: 4382
Gender: Male
"Der Mann mit dem Glasauge" markiert das Ende einer von Regisseur Alfred Vohrer dominierten Phase, in der er 7 der letzten 10 Wallace-Filme inszenierte und der sich thematisch und inszenatorisch gesehen härtere Stilbrüche anschließen sollten. So wird "Der Mann mit dem Glasauge" nicht selten als letzter, der klassischen Vorstellung entsprechender Wallace angesehen, was allerdings je nach Sichtweise variiert - vorausgesetzt, man teilt die Reihe nicht in Phasen zwischen echt oder nicht nicht echt ein. Dieser bereits 28. Beitrag der Rialto-Film bedient sich wie bereits im Vorgänger der Konstellation Inspector Perkins und Sergeant Pepper, wobei nur Horst Tappert die ermittelnde Rolle beibehalten hat. Uwe Friedrichsen wurde hier leider durch Stefan Behrens ersetzt. Dennoch gelingt es dem Duo, frischen Wind, flapsige Sprüche und ein gutes Tempo in die Geschichte zu bringen, die mit zahlreichen neuen Gesichtern aufzuwarten versucht. Dies gelingt bei der Raffinesse und Ausdrucksstärke der Alternativ-Besetzungen in besonderer Weise, sodass unterm Strich schon einmal von einem herrlichen Schauspielerfilm gesprochen werden kann. Karin Hübner bringt so viele unterschiedliche Facetten mit, von denen man fast sagen möchte, dass sie für die Reihe beispiellos geblieben sind, und stattet die Story mit gewinnbringenden Gegensätzlichkeiten und ungewohnter Tragik aus. Ein weiteres Highlight liefert Friedel Schuster, die die Boshaftigkeit neu definiert und dabei eine Pointe nach der anderen liefert. Insgesamt ist der Film großartig besetzt und alleine deswegen kommt nie Leerlauf auf. Die Geschichte an sich ist hingegen kaum als neu einzustufen, wirkt durch Vohrers variantenreiche Regie aber nicht so abgenutzt, wie sie vielleicht sein müsste. Alles in allem ein turbulenter und bunter Zeitvertreib mit einer schaurig-schön zurecht gemachten Titelrolle.


Top
 Profile  
 
Display posts from previous:  Sort by  
Post new topic Reply to topic  [ 3 posts ] 

All times are UTC + 1 hour [ DST ]


You cannot post new topics in this forum
You cannot reply to topics in this forum
You cannot edit your posts in this forum
You cannot delete your posts in this forum
You cannot post attachments in this forum

Search for:
© phpBB® Forum Software | phpBB3 free Forum by UserBoard.org | All Rights Reserved.
» Contact & Abuse Support-Forum Gooof Webdesign free forum Dein Forumo Forum web tracker