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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 26.11.2009 23:25 
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Originaltitel: Die Nackte und der Satan
Alternativtitel: Des Satans nackte Sklavin / A Head for the Devil
Herstellungsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 1959
Regie: Victor Trivas
Darsteller: Horst Frank, Karin Kernke, Helmut Schmid, Paul Dahlke, Dieter Eppler, Kurt Müller-Graf, Christiane Maybach u.a.

Inhalt:
Professor Dr. Abel ist das Unmögliche gelungen. Er hat es geschafft, den abgetrennten Kopf eines Hundes für 4 Monate am Leben zu erhalten. Als der Prof. verstirbt, sieht sein ehemaliger Assistent Dr. Brandt darin die Chance, auch den Kopf von Abel am Leben zu erhalten. Doch das ist ihm nicht genug. Nur wenige Zeit später setzt er den Kopf der deformierten Schwester Irene, auf den Körper der schönen Stripperin Stella. Wie lange wird er diesen Wahnsinn noch fortsetzen?...

Quelle: *** The link is only visible for members, go to login. ***

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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 27.11.2009 00:03 
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Einer der geilsten deutschen Filme überhaupt. Mit einem überragendem Horst Frank.

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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 27.11.2009 01:13 
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Verdammt...den will ich mir schon länger zulegen, aber irgendwie gebe ich mein Geld immer für andere Filme aus. :roll:

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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 27.11.2009 09:31 
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Lobbykiller wrote:
Einer der geilsten deutschen Filme überhaupt. Mit einem überragendem Horst Frank.


Aber sowas von!

Hier mein Review: *** The link is only visible for members, go to login. ***
Vorsicht, hab derb gespoilert. :lol:

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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 27.11.2009 13:35 
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der war in der tat witzig. lief der nicht mal bei something weird?

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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 27.11.2009 13:37 
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Thomas Morus wrote:
der war in der tat witzig. lief der nicht mal bei something weird?


Jep.

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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 18.12.2009 20:12 
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Thomas Morus wrote:
der war in der tat witzig. lief der nicht mal bei something weird?


Da ich den damals im Filmhaus unfreiwillig komisch fand und wir eine Menge Spaß hatten, ist die DVD heute in meinem Warenkorb gelandet. Gibt es momentan für unschlagbare 4,99 Euro beim Kölner Saturn. Freue mich schon, den Film bald mal wieder zu sehen... :)

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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 18.12.2009 22:59 
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Oh, dann hätt ich den doch mal schauen sollen beim SWC... :cry:
Ich wurd ja sogar gewarnt dass der rocken soll, aber S/W u. dann auch noch n deutscher Film... mmmf... :P

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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 09.06.2011 20:35 
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Gestern gesehen, ganz ok...
Horst Frank als Mad Scientist, mit riesigen Augenbrauen... Später hatte er die nimmer :?
Einer buckligen Krankenschwester verhilft er zu einem neuen Körper und zwar dem einer Stripperin... Die Krankenschwester findet nach der Op herraus das die Stripperin für ihren schönen körper sterben musste...
Frank will sich an die nun scharfe Krankenschwester herranmachen, aber die Luft wir ihm immer dünner!
Ach den Kopf seines Prof. hat er auch abgetrennt und am leben erhalten... Diesen musste er vorher ausschalten um ungestört arbeiten zu können. Der Prof hatte eine Flüssigkeit entworfen die Totes am leben erhalten konnte...
Nunja ne Nakte gibts nicht zu sehen, da ist die Stripperin gemeint, die bleibt aber in Desous...
Der Film ist von 59 und SW was will man erwarten..
Der Score versucht mit viel getöse Szenen schokierender zu machen, was meiner Meinung nach aber überhaupt nicht passt!
Die Darsteller sind toll, 6,5/10 deutsche Nostalgie punkte!

Die Dvd von Ostalgika bietet ordentliche Qualli...
Massig Extras die aber nicht Filmbezogen sind, bis auf dem Trailer und nen schreckliches Musikstück...
Es gibt nen weiteren SW Film zu sehen über eine Gehirn Op, nach 15 min hab ich aber abgebrochen da schon spät, in englisch, mal sehen wie der sich genau schimpft...
Dann sind noch diverse Damen die Strippe enthalten auch SW, hier gibts Möpse zu sehen ;) unterlegt mit irgendwelchen gut goutierbaren Oldies! Jemand zufällig Titel parat?


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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 20.08.2012 07:44 
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reggie wrote:
Die Dvd von Ostalgika bietet ordentliche Qualli...


Hmmm. Ich werde den Verdacht nicht los, das die DVD von einem XVID bzw. DIVX gemastert wurde.


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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 20.08.2012 15:36 
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Ja, würde ich auch sagen. Die DVD ist in jedem Fall von einer stark (!) komprimierten Vorlage erstellt worden ("700mb Xvid" MPEG4 liegt durchaus nahe), was Schade ist, da das Master (welches sich hintern dem ganzen Matsch und Geschwimme befindet) gar nicht mal schlecht ist.

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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 20.08.2012 21:25 
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XviD, umgerechnet und als Kauf-DVD angeboten... das wäre allerdings skandalös.
Wenn ich diese Screenshots sehe, bin ich froh, meine DVD-Überspielung einer VHS-Aufnahme von Premiere (!) nicht entsorgt zu haben. Es ist wirklich traurig, das zwei so seltene und prächtige Beispiele sleaziger, früher deutscher Horrorkost (auch EIN TOTER HING IM NETZ) auf DVD so verpfuscht worden sind.

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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 20.08.2012 21:35 
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Ist nicht auch die Frage der Unterschiede einiger wahrscheinlich unterschiedlicher Schnittfassungen noch ungeklärt?


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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 20.08.2012 22:06 
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Auch das, sowohl bei der NACKTEN als auch bei EIN TOTER HING IM NETZ. Beide sollen angeblich im Kino länger gewesen sein, bei beiden mangelt es an Vergleichsmöglichkeiten. Ich habe vor einigen Jahren Letzteren auf 35mm gesehen, könnte allerdings vermutlich heute keine Unterschiede zur DVD-Fassung mehr ausmachen.

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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 20.08.2012 22:41 
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Teufelsanflöter wrote:
Ist nicht auch die Frage der Unterschiede einiger wahrscheinlich unterschiedlicher Schnittfassungen noch ungeklärt?

Ups... sorry, habe mich vertan.
Ich habe den mit EIN TOTER HING IM NETZ verwechselt. Auf den ist mein Kommentar bezogen.


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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 20.08.2012 23:34 
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Teufelsanflöter wrote:
Teufelsanflöter wrote:
Ist nicht auch die Frage der Unterschiede einiger wahrscheinlich unterschiedlicher Schnittfassungen noch ungeklärt?

Ups... sorry, habe mich vertan.
Ich habe den mit EIN TOTER HING IM NETZ verwechselt. Auf den ist mein Kommentar bezogen.

EIN TOTER... hatte bei der Erstaufführung noch einige "freizügige" Szenen. Die scheinen aber wohl nicht mehr auffindbar zu sein. :|


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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 20.08.2012 23:42 
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möglich, ja....
...und dann gibt es ja auch noch die US-Fassung von der evt. auch noch mehrere Versionen existieren.
Von denen hätte ich sogar 2 verschiedene DVDs da. Und einen legalen PD-Download gibt es bestimmt auch noch. Das wäre mal was für die Schnittberichte-Leute die dt. TV-Fassungen, die DVD-Version und die US-Versionen zu zerpflücken.


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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 20.08.2012 23:49 
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Meines Wissens gibt es 3 Schnittfassungen. Das habe ich u.a. mal in dem Buch "Keep watching the skies" gelesen.
Bei der deutschen DVD ist die zweitlängste Fassung drauf. Die längste Fassung inkl. der freizügigen Szenen gibt es weltweit nicht im Homebereich. Das Label SUBKULTUR hatte auch schon ein wenig nachgeforscht und nichts ausfindig machen können...schade. :(


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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 07.06.2013 23:43 
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Huch, ein deutscher "Mad Scientist"-Film aus der Wolf C. Hartwig Schmiede mit Horst Frank in der Hauptrolle? Ood - Ood- Tod, so lautet Horsts Motto, das manchen kopflos agieren lässt. Unterhaltsam ist der Film allemal, auch wenn man in einem Film, der wahlweise "Die Nackte und der Satan" oder "Des Satans nackte Sklavin" heißt und in dem eine Stripperin eine tragende Rolle innehat, doch wohl sehr viel mehr Nuditäten erwarten dürfte (nur einmal darf man kurz einen Blick auf blanke Brüste erhaschen). Auch fand ich sehr bedauerlich, dass Dr. Ood leider als
auch wahnsinnig geschildert wird, anstatt ihn einfach als völlig von sich selbst eingenommenen Soziopathen darzustellen. Damit hätte Ood noch bedrohlicher gewirkt. Gerade Frank wäre dafür doch prädestiniert gewesen.


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 Post subject: Re: DIE NACKTE UND DER SATAN - Victor Trivas
PostPosted: 03.10.2013 17:52 
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DIE NACKTE UND DER SATAN / DES SATANS NACKTE SKLAVIN (1959)

mit Horst Frank und Karin Kernke
Christiane Maybach, Helmut Schmid, Paul Dahlke, Dieter Eppler, Kurt Müller-Graf und Michel Simon
eine Wolfgang Hartwig Produktion der Rapid-Film im Prisma Filmverleih
ein Film von Victor Trivas


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»Ohne Neugier gäbe es keinen Fortschritt und keine Wissenschaft!«


Professor Dr. Abel (Michel Simon) ist ein Spitzenwissenschaftler. Er hat es geschafft, den abgetrennten Kopf eines Hundes einige Monate am Leben zu halten. Da er aber gesundheitlich sehr angeschlagen ist, sind seine Experimente in Gefahr. Er benötigt dringend eine Herztransplantation und ein Unfallopfer ist auch schon für den Eingriff gefunden. Der neue Assistent des Professors, Dr. Brandt (Horst Frank), soll den Eingriff vornehmen. Auftretende Komplikationen bei der Operation führen jedoch zum Tode des Professors. Um wissenschaftlich weiterzukommen, trennt Dr. Brandt den Kopf des Verstorbenen ab, und hält diesen ebenfalls künstlich am Leben. Doch damit ist es noch nicht genug, denn er möchte weitaus mehr erreichen. Er ermordet die Stripteasetänzerin Stella (Christiane Maybach) um ihren Körper mit dem einer beeinträchtigten, buckligen Nonne namens Irene Sander (Karin Kernke) auszutauschen. Der Wahnsinn mit Methode gerät außer Kontrolle. Wer wird den geisteskranken Doktor aufhalten können...?

Regisseur Victor Trivas inszenierte mit "Des Satans nackte Sklavin" seinen letzten Film. Erstaunlich dabei ist, dass der Film zu einer Zeit der Heimat- und Liebesfilme entstand, und somit einen der Ausnahmefälle in der damaligen Kinolandschaft darstellte. Seine Horror- und Gruselelemente stellen den Film in ein recht interessantes Licht und das Thema übt eine zwar allgemeine, wenn auch zeitübergreifende Kritik an moralischem Verfall, dem Ignorieren von Grundsätzen und dem rücksichtslosen Streben nach Makellosigkeit, insbesondere in der Wissenschaft. Der Film vermittelt eine gelungene Atmosphäre, phasenweise kommt allerdings leichter Leerlauf auf, und alles wirkt so steril wie die Utensilien im Operationssaal. Für damalige Verhältnisse ist diese Produktion, die heute eher weniger ernstzunehmen ist, als gewagt zu bezeichnen, oder ganz bestimmt als nicht alltäglich. Die Riege der Schauspieler ist überzeugend, wenn sie auch ziemlich bunt zusammengewürfelt erscheint, und manchmal sogar eher Theater-Atmosphäre transportiert. Aber mit Horst Frank in der Hauptrolle hatte man den richtigen Mann engagiert, auch die übrigen Darsteller können überzeugen.

Horst Frank spielt die Rolle des mad scientist mit Bravour. Sicher ist seine Rolle vollkommen stereotyp angelegt und verleitet daher zu maßlosen Übertreibungen, aber Horst Frank liefert das passende, Furcht erregende Gesicht dazu. Ihm kann man dabei zusehen, wie er immer mehr dem Wahn verfällt und daher auch vor außerordentlichen Mitteln nicht zurückschreckt. Um restlos glaubhaft zu erscheinen, wurde er noch recht bizarr zurecht gemacht. Ich bin immer wieder verblüfft darüber, wie dieser Schauspieler, der doch seit jeher einen so riesengroßen Stempel auf der Stirn hatte, seine oft einheitlichen Rollen so differenziert gestalten konnte. Michel Simon, den man bereits als Hausierer Jacqier in "Es geschah am hellichten Tag" sehen konnte, zeigt ebenfalls eine passable Interpretation. Zwar sieht man fast ausschließlich nur seinen Kopf, aber er bleibt in Erinnerung. Horst Frank erwähnte in einem Interview, dass man bei dem abgetrennten Kopf mit Spiegeltechnik arbeitete, und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Helmut Schmid und Dieter Eppler bereichern das Geschehen mit weniger auffälligen Rollen und Paul Dahlke als Kommissar Sturm bietet mal wieder eine Art hausgemachte Interpretation des Ermittlers. Ein starkes Ensemble.

Die weibliche Hauptrolle übernahm Karin Kernke in ihrem ersten Spielfilm. Bei ihr fragte ich mich immer, warum sie keine besonders große Karriere als Kinoschauspielerin machte, denn darstellerisch wirkt sie sehr überzeugend. Aber auch sie wurde schnell festgelegt auf wenig sympathische Charaktere oder Besetzungen in sogenannten Skandal-Filmen, wie beispielsweise "Die Sendung der Lysistrata" mit Romy Schneider. Außerdem war sie sehr umfangreich am Theater tätig. Komischerweise fand ich sie auch nie besonders attraktiv, womit in diesem Film aber aufgeräumt wird. Hier wird Karin Kernke stark hervorgehoben. Zwar ist sie für geraume Zeit von oben bis unten verhüllt und muss gebeugt umher gehen, außerdem erweckt ihr nicht besonders authentisch wirkender Buckel Mitleid, aber dann kommt die Metamorphose. Die Konzentration liegt also ausschließlich auf ihrem, hier unerhört schön wirkendem Gesicht, mit dem die Kamera sich gerne beschäftigt. Als sie nachher als attraktive Dame mit neuem Körper dasteht, wurde mir klar, was mich an ihr gestört hat. Es sind wohl ihre fürchterlichen Frisuren gewesen. Karin Kernke, die hier leider synchronisiert wurde, was ja später ihre eigene große Stärke sein sollte, sehe ich immer gerne als erfrischende Alternative zu geläufigen Besetzungen. Leider kam das ja nicht sehr häufig vor. Des Weiteren sieht man noch die aparte Christiane Maybach in der Rolle der Stripteasetänzerin, die gewohnt aufspielt ohne jedoch großartig gefordert gewesen zu sein. Ursprünglich für diese Rolle soll übrigens Kai Fischer vorgesehen gewesen sein.

"Die Nackte und der Satan" ist wirklich ein merkwürdiger Film seiner Zeit, den man sicherlich wie ein Experiment betrachten kann. Wie erwähnt vermittelt er eine sehr dichte Atmosphäre, die durch harte Schwarz/Weiß-Kontraste untermalt wird. Angenehmer Grusel lauert hin und wieder zwischen den Kulissen, dennoch wirkt vieles heute einfach ziemlich überholt. Die Musik von Willy Mattes hätte tatsächlich in einem frühen Edgar Wallace-Film angemessen Verwendung gefunden, eines der Musikthemen ist übrigens das Gleiche wie in der Lolita-Bar aus "Der Frosch mit der Maske". Die Darsteller, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so angemessen zusammenzupassen scheinen, holen das Optimum aus dieser teils etwas weit hergeholt wirkenden, wenn auch gut ausgearbeiteten Geschichte heraus. Eins kann der Film jedoch von sich behaupten. Er hat etwas Außergewöhnliches an sich, und das ist nicht nur im zeitlichen Rahmen so zu sehen. Schon alleine der Darsteller wegen, sollte man "Des Satans nackte Sklavin" einmal gesehen haben, obwohl die reißerischen Titel wenig über die diskrete Raffinesse des Streifens aussagen. Der Film zeigt in jeder Hinsicht gelungene Experimente.


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