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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 26.11.2009 23:14 
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Originaltitel: Ein Toter hing im Netz
Alternativtitel: Horrors of Spider Island
Herstellungsland: Deutschland
Jugoslawien
Erscheinungsjahr: 1960
Regie: Fritz Böttger
Darsteller: Alexander D'Arcy, Harald Maresch, Barbara Valentin, Helga Franck, Allen Turner, Helga Neuner u.a.

Inhalt:
Eine Tanztruppe stürzt mit dem Flugzeug irgendwo über dem Meer ab und rettet sich auf eine einsame Insel. Hier wird der Manager der Gruppe von einer großen Spinne gebissen und beginnt anschließend auf beängstigende Weise zu einem Spinnenwesen zu mutieren, dem mehrere Überlebende zum Opfer fallen.

Quelle: *** The link is only visible for members, go to login. ***

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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 24.01.2011 23:29 
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Ein Flugzeug mit einer Tänzerinnentruppe und ihrem Manager Gary stürzt auf dem Weg nach Singapur ab. Zum Glück können sich die Hüpfdohlen auf einer Insel retten. Beim Erkunden stößt man überraschend auf einen Hammer, was Gary zu der Überlegung verleitet, dass es auf der Insel Metall geben müsse, oder gar... Uran? :?

Dann entdecken sie eine Hütte, in der eine schockierende Entdeckung gemacht wird, ein riesiges Spinnennetz, in dem ein toter Mann hängt! Schock! Bald wird auch Gary von der mutierten Spinne gebissen, er kann sie zwar noch mit seinem Revolver erschießen, doch mutiert er selbst zu einem Spinnenmann (geile Maske!), der versucht, die Mädels zu erwürgen. Das gelingt aber nicht durchgängig...

Unterdessen landen in einem Boot (auf der kleinen Insel jenseits der Zivilisation) zwei Männer auf dem Eiland, offenbar Assistenten jenes toten Professors aus der Hütte. Einer der beiden heisst übrigens Robby und baggert schnell JEDE der Frauen an. Gespielt wird er übrigens von einem jungen Rainer Brandt, der allerdings nicht die Dialoge geschrieben hat. Nach dem üblichen Catfight zeichnet sich ein Happy-End ab, aber nicht für Gary...

Ein Happy-End gibt es auch für den Zuschauer, denn dieser Film sorgt (wenn auch eher unfreiwillig) für gute Laune. Schon das Casting zu Beginn schlägt jede einschlägige Show im Privatfernsehen um Längen. Die Spinne sorgt auch bei Arachnophobikern nur für Lachanfälle, wie auch so manch andere Szene. Barbara Valentin gibt die Schlampe der Truppe und neben dem Catfight auch eine oben-ohne-Duschszene, in der sie aber nur von hinten gezeigt wird. Immerhin kehrte über 20 Jahre später auf die Todesinsel zurück und drehte mit der Fassbinder-Clique "Die Insel der blutigen Plantage", muss also ein großer Spaß für "Bäbs" (ihr Name im Film!) gewesen sein.


Ach ja:
- Uran (Radioaktivität!)

- ein durch Radioaktivität mutierter Mann, der tötet,

- aber bei Nennung seines Namens sich offenbar erinnert und abläßt

- eine völlig sinnfreie Rettung durch ein kleines Boot (wie ist man damit dahin gekommen?)

Gibt es jemanden, der NICHT glaubt, dass dieses Werk Joe D'Amato zu seinem "Porno Holocaust" beeinflusst hat?


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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 25.01.2011 10:15 
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Unfassbarer Trash "Made in Germany" den man mal gesehen haben sollte. Unglaublich, was früher hierzulande so alles gedreht wurde.
Die Spinne ist total niedlich, die hätte ich auch gerne zu hause. :mrgreen:
Ganz großes Kino!!!


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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 25.01.2011 18:26 
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Echt witziges Filmchen. Hab ich obskurerweise aber noch nie auf deutsch, sondern nur mit englischer Synchro gesehen, da ich den Film nur in der 50 Sci-Fi Classics Box von Mill Creek Entertainment hab. Wie ist denn die deutsche DVD von Ostalgia, lohnt sich da die Anschaffung?
Soll ja auch wie alle anderen VÖ´s des Film, von denen ich weiß irgendwie gekürzt sein. Nehme mal an, dass da irgendwelche Freizügigkeiten fehlen!? Weiß jemand, ob es da überhaupt eine komplette Fassung gibt?


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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 25.01.2011 19:28 
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Die Ostalgica enthält die dt. Kinofassung, die immerhin ein bisschen länger ist, als die verschiedenen US-Versionen.


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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 25.01.2011 20:23 
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Mich würde mal interessieren, was da eigentlich fehlt. Hat den jemand schonmal ungeschnitten gesehen?

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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 25.01.2011 20:33 
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Echt witziges Filmchen. Hab ich obskurerweise aber noch nie auf deutsch, sondern nur mit englischer Synchro gesehen, da ich den Film nur in der 50 Sci-Fi Classics Box von Mill Creek Entertainment hab. Wie ist denn die deutsche DVD von Ostalgia, lohnt sich da die Anschaffung?
Soll ja auch wie alle anderen VÖ´s des Film, von denen ich weiß irgendwie gekürzt sein. Nehme mal an, dass da irgendwelche Freizügigkeiten fehlen!? Weiß jemand, ob es da überhaupt eine komplette Fassung gibt?


Sonntag im Kino wurde auch die sog. "Sexy-Fassung" erwähnt (manche Szenen sollen da freizügiger gewesen sein), die aber als verschollen gelte.


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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 25.01.2011 21:23 
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Vielleicht leg ich mir die deutsche DVD dann mal zu. Kostet ja nicht die Welt.


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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 25.01.2011 21:25 
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B-Movie Rat wrote:
Echt witziges Filmchen. Hab ich obskurerweise aber noch nie auf deutsch, sondern nur mit englischer Synchro gesehen, da ich den Film nur in der 50 Sci-Fi Classics Box von Mill Creek Entertainment hab. Wie ist denn die deutsche DVD von Ostalgia, lohnt sich da die Anschaffung?
Soll ja auch wie alle anderen VÖ´s des Film, von denen ich weiß irgendwie gekürzt sein. Nehme mal an, dass da irgendwelche Freizügigkeiten fehlen!? Weiß jemand, ob es da überhaupt eine komplette Fassung gibt?

Die DVD von OSTALGICA soll für die Tonne sein. Viiiiiiiiiele Macken im Bild, Sprünge usw. usw.
Der Film läuft aber auch momentan hin und wieder auf SKY. Die nächsten Termine sind der 28.01./////08.02. und 14.02.


EDIT:
Was die längere Fassung betrifft, bin ich ein wenig verwirrt. Sie lief unter dem Titel "IT´S HOT IN PARADISE" und soll laut IMDB bei SOMETHING WEIRD erschienen sein. Bei OFDB und auf der SOMETHING WEIRD Seite steht da allerdings nichts von. Hatte sie daraufhin mal kontaktiert und sie sagten mir, dass sie die lange Version haben.............sehr rätselhaft :?


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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 25.01.2011 21:44 
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Sendet SKY denn von einem besseren Master?

Gruß, G.


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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 25.01.2011 21:52 
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Habe den Film auf SKY noch nicht geschaut. Vor Jahren lief der mal auf PREMIERE, da kann ich mich zumindest an Sprünge nicht erinnern. Gehe mal davon aus, dass es bei SKY heutzutage noch das Master von PREMIERE ist.

Übrigends aber auch nur die CUT-Fassung.


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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 26.01.2011 09:22 
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Meine Premiere-Aufzeichnung (ca. 2 Jahre alt) läuft 79 Minuten. Die Bildqualität finde ich ok.


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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 26.01.2011 13:14 
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Die DVD ist trotz Sprünge zu empfehlen ..... ist halt nichts für Bluray Feteschisten .... aber bei dem Preis kann man nicht motzen .... hat echt Spaß gemacht ....

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Blu Ray und DVD Holzkistenverpackungen sind Sondermüll....
und echte Filmfans brauchen sowas nicht !!!


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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 26.01.2011 14:52 
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Trash wrote:
Die DVD ist trotz Sprünge zu empfehlen ..... ist halt nichts für Bluray Feteschisten .... aber bei dem Preis kann man nicht motzen .... hat echt Spaß gemacht ....


Ja, denke für rund 7 Euro kann man da nicht viel falsch machen (erwarte bei Ostalgica eh keine super Qualität). Geht mir halt hauptsächlich darum den Film auch mal auf deutsch zu sehen (auch wenn die englische Synchro schon irgendwie spassig ist). Und da ich kein Sky hab, ist die DVD denk ich mal keine schlechte Alternative.


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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 26.01.2011 15:45 
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Also ich habe eben die Fassung von Sky mit der ostalgica-DVD verglichen und bin doch tatsächlich froh den noch aufgenommen zu haben. Allein die Schärfe und der Kontrast ist bei der Sky-Fassung um Welten (meiner Ansicht nach) besser als bei der ostalgica.
Ich hatte mir die DVD damals voller Vorfreude vorbestellt, da eine falsche Laufzeit angegeben wurde und ich die längere bisher unbekannte Fassung erwartet habe, da kannte ich die Produkte von ostalgica noch nicht!!!
Da ich ein großer Fan des Films bin interessiert mich diese lange Fassung natürlich brennend. Falls da noch jemand Infos drüber bekommt, immer her damit!!!

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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 26.01.2011 17:26 
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Danke SinfulDwarf, das ist mal ne klare Ansage von einem der beides kennt und wirklich vergleichen kann.

Mit Ostalgica und der Regel "schlechte Quali" sollte man zumindest nach der remasterten anamorphen Neuausgabe von "Colossus" imo schon mal vorsichtiger sein - die haben sich vielleicht die eine oder andere Beschwerde zu Herzen genommen und zumindest, was diesen Streifen angeht, eine Top-VÖ abgeliefert!

Gruß, G.


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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 01.02.2011 12:46 
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Na dann hab ich ja noch Hoffnung dass das Label sich doch noch zum Geheimtip entwickelt!
Leider habe ich bisher bei allen ostalgica-Titeln eine herbe Enttäuschung erleben müssen. Ich habe mir unter anderem noch "Des Satans nackte Sklavin" geholt und bin auch hier froh den auf Premiere aufgezeichnet zu haben. Der ist meiner Meinung nach schon fast auf youtube-Video Qualität.

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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 01.02.2011 21:33 
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Also nur schlechte Erfahrungen, habe ich mit OSTALGICA nicht gemacht :!: Die Bildqualität beim "GESANDTEN" ist nicht übel und bei "PANIK IM JAHRE NULL" ist alles hervorragend.

Ansonsten habe ich von denen noch "IKARIE XB1". Auch hier kann man nicht gross meckern.


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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 01.02.2011 22:42 
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Richtig, den Gesandten hatte ich mir auch zugelegt, der ist tatsächlich ganz gut. Naja ich denke es ist auch immer eine Frage des vorhandenen Masters bzw. der Beschaffungskosten für solche speziellen Sachen.

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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 02.02.2011 00:01 
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Mir scheint die DVDs werden allmählich besser, ebenso die Cover. Das Cover von "Des Satans nackte Sklavin" beispielsweise ist auch abgrundtief hässlich. Von so manchem Schreibfehler ganz zu schweigen. Wurde Horst Frank dort nicht zu Horst Franke? ;)


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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 02.02.2011 00:08 
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Ja richtig, der Horst FrankE :D Sehr lieblos!!!!

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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 24.11.2011 02:49 
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EIN TOTER HING IM NETZ
[Deutschland][1960]

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Regie: Fritz Böttger
Darsteller: Alexander D'Arcy, Barbara Valentin, Helga Franck, Helga Neuner, Rainer Brandt, Harald Maresch,...


Ein Toter im Netz? Vor innerem Auge erscheint ein beleibter Mittzwanziger, der vor lauter 'World of Warcraft' vergessen hat, sich die nächste Pizza zu bestellen und nun auf halb Acht im Chefsessel hängt.
Doch halt! Erscheinungsjahr ist 1960. Scheint sich also doch um etwas Anderes zu handeln:

Ein paar exotische Tänzerinnen sitzen erwartungsfroh im Vorzimmer des Büros von Gary Webster [Alexander D'Arcy]. Der Manager veranstaltet nämlich ein großes Casting für eine Show in Südostasien.

Nach und nach bitte er die Damen herein, doch die meisten müssen nicht mal vortanzen: Nackte Tatsachen reichen für ein Arrangement zur Not völlig aus – ungefähr so seriös wie 'Deutschland sucht den Superstar' also.

Nachdem Gary sich seine Lieblingsflittchen ausgeguckt hat, begibt man sich gleich in den nächsten Flieger, doch das Glück ist ihnen nicht hold:
Aus unersichtlichen Gründen stürzt die Maschine ins offene Meer (die kreischenden Damen, die man in die Archivaufnahme eines Flugzeugabsturzes geschnitten hat, sitzen freilich überall, aber ganz gewiss nicht in einem abstürzenden Flugzeug).

Obwohl den gezeigten Absturz eigentlich nicht mal Chuck Norris überlebt haben könnte, hocken sämtliche Damen in der folgenden Szene ohne den kleinsten Kratzer gemeinsam mit Gary im Schlauchboot.
Kurz bevor man sich wegen der zur Neige gehenden Wasservorräte gegenseitig die Lichter ausknipst, retten sich die Verunglückten auf eine scheinbar einsame Insel.

Mit Stöckelschuh und Handtäschchen erkunden die Tanzmäuse nun das Eiland.
Als eine von ihnen einen Hammer findet, schlussfolgert Gary messerscharf:

Gary:
„Ein Hammer mit einem langen Stil? Das würde bedeuten, dass hier jemand nach Metall sucht – oder sogar nach Uran.“
Tanzmaus: „Kann man das essen?“

Schließlich entdecken sie eine alte Blockhütte. Als sie in Erwartung einer helfenden Person hineinstürmen, erschrecken sie sich fast zu Tode: In dem Haus hängt ein toter Mann in einem riesigen Spinnennetz.

Aus den Tagebuchaufzeichnungen des Toten geht hervor, dass es sich im Professor Green handelt, der auf der Insel nach Uran gesucht hat (ein Fuchs, dieser Gary!), sich in letzter Zeit jedoch von etwas Unbekanntem bedroht fühlte.

Nachdem der erste Schock verflogen ist, nistet man sich dennoch in der Hütte ein, bietet sie doch immerhin Lebensmittel für ein paar Tage.

Pflichtbewusst machen die feinen Damen erstmal ihr neues Domizil sauber. Doch als ihnen nach ein paar Tagen einfällt, dass sie alle gleichzeitig in Gary verliebt sind, liefert man sich erstmal ein paar heftige Stutenbeißereien, bei dem einiges Mobiliar zu Bruch geht. So ist das mit den Frauen!

Doch schon bald haben sie ganz andere Sorgen, denn das Spinnennetz muss ja irgendwo hergekommen sein.
Und tatsächlich haust ein überdimensionaler Achtbeiner auf der Insel.
Das Ding sieht allerdings dermaßen knuffig aus (besonders, wenn es angestrengt einen Baum hinaufkriecht), dass man es auf Anhieb knuddeln möchte.
Genaugenommen sieht es nicht mal wie ne Spinne aus, sondern eher wie Herr von Bödefeld aus der 'Sesamstraße', dem Samson mal so gehörig die Schnauze verbogen hat.

Auf einem seiner Erkundungsstreifzüge wird Gary schließlich von der Spinne gebissen, wobei 'gebissen' hier bedeutet, dass er sich den Gummi-Bödefeld an den Hals drückt und ganz fürchterlich dabei schreit.

Zwar kann er das Untier durch ein paar Schüsse aus seinem Revolver erlegen (generell ein sehr wirksames Mittel zur Spinnenbekämpfung), doch mutiert er im Anschluss zu einem...äääh...Spinner?
Jedenfalls wachsen ihm plötzlich Haare an ganz komischen Stellen – im Gesicht nämlich (allerdings auch nur dort, für mehr Haare hat das Budget wohl nicht gereicht).

Aber wo Peter Parker an dieser Stelle anfing über Hochhäuser zu springen, bekommt Gary Webster hier einfach nur gesteigerten Appetit auf junge Damen (wer kennt das nicht?).

Es dauert nicht lang, da hat er die erste auch schon kalt gemacht. Logisch, dass den Hopfdohlen nun etwas flau im Magen wird und jeder Streit erstmal vergessen ist (nun sieht der Gary ja auch nicht mehr wirklich attraktiv aus).
Als bekannt wird, dass die Vorräte nur noch für drei Tage reichen, liegen die Nerven endgültig blank.
Komischerweise plantschen die Damen in der folgenden Szene dennoch wieder gackernd im Wasser. Wenn schon verhungern, dann wenigstens gut gelaunt - gute Einstellung!

Aber dann passiert etwas, mit dem keiner gerechnet hat: Rainer Brandt landet auf der Insel! Richtig gehört: Der spätere Synchronblödelmeister, der nicht unschuldig ist an der Beliebtheit der Spencer-/Hill-Filme hierzulande, spielt Robby, Assistent des Professors, der auch hier schon nen ganzen Strauss voller Macho-Sprüche klopft, während er zusammen mit seinem Kollegen Joe [Harald Maresch] auf der Insel nach dem Professor sucht.

Robby und Joe können ihr Glück kaum fassen, als sie statt des alten Knackers einen Haufen junger Hühner antreffen.

Auch die Damen sind sofort entzückt. Die erste liegt mit Robby schon nach drei Minuten im Schilf. Nach einem Monat auf einsamer Insel, ohne Nahrung, den Tod vor Augen, den Manager zu einer mordlüsternden Werspinne mutiert wissend, hat man ja auch keine andere Sorgen, als sich mit dem nächstbesten Besucher im Gras zu wälzen.
Allerdings ist Robby ja auch
„ein forscher Forscher“, wie eine der Damen so treffend bemerkt.

Eine frohe Botschaft haben die beiden Herren dann auch noch im Gepäck: In zwei Tagen kommt ein Expeditionsschiff vorbei – die Tanzmäuse sind also gerettet.

Alle Schrecken sind vergessen und man fängt an, die letzten Tage wild zu feiern – es wird getanzt, geknutscht und gefummelt, bis die Schwarte kracht.

Doch gerade, als man ihn fast vergessen hätte, kommt Spider-Gary wieder aus dem Gebüsch gekräucht. Kein Wunder, bei dem Krach!


Bemühte das deutsche Nachkriegskino hauptsächlich Förster und Silberwälder, um die Schrecken des Krieges vergessen zu machen, stolpert mit EIN TOTER HING IM NETZ der etwas zaghafte Versuch eines frühen Exploitationfilms vorbei.
Obwohl die typischen Zutaten vorhanden sind (nacktes Fleisch, blanker Horror, beknackte Handlung), wusste man wenig damit anzufangen.

Es fällt wahrlich schwer, sich diesen Stinker schönzureden, bietet er die meiste Zeit doch eher Langeweile.
Sind die Ereignisse anfangs noch recht flott erzählt, ist spätestens nach Ankunft der beiden Männer der Ofen aus. Den Machern fiel ab da nichts anderes mehr ein, als die Mädels ebenso sinn- wie endlos auf der Insel herumtanzen zu lassen. Und da man sich in den Anfängen der 60er Jahre bewegt, sind die Hüftschwünge dermaßen züchtig, dass sie heute nicht mal mehr nen 14jährigen hinter dem Ofen hervorlocken.

So bleibt das Werk dann hauptsächlich als ebenso erheiterndes wie sympathisches Kuriosum des deutschen Nachkriegskinos im Gedächtnis, bei dem so mancher Kinobesucher wohl damals schon gedacht hat: 'Ich glaub, ich Spinne!'

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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 24.02.2012 12:15 
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Alternativer Titel: Horrors of Spider Island
Produktionsland: Deutschland, Jugoslawien
Produktion: Gaston Hakim, Wolfgang Hartwig
Erscheinungsjahr:
Regie: Fritz Böttger
Drehbuch: Fritz Böttger (als Jamie Nolan) , Eldon Howard, Albert G. Miller
Kamera: Georg Krause
Schnitt: Heidi Genée
Spezialeffekte: Karl Hanoszek
Musik: Karl Bette, Tony Crombie, Willy Mattes
Länge: ca. 89 Min., 81 Min. (Deutschland)
Freigabe: FSK 12
Darsteller: Alexander D'Arcy, Harald Maresch, Barbara Valentin, Helga Franck, Allen Turner, Helga Neuner, Temple Foster, Donna Ulsike, Norma Townes, Rainer Brandt


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Eine Tanzgruppe und deren Manager stürzen mit dem Flugzeug über dem Meer ab. Sie können sich allerdings auf ein Schlauchboot retten (wie immer das auch möglich gewesen ist, bitte Nichts hinterfragen) und treiben auf offener See bis sie auf eine einsame Insel gelangen. Dort wird der Manager der Damen von einer Spinne gebissen und mutiert zu einem Spinnenwesen.

Das hört sich doch recht gut an, wenn man Trash offen gegenüber steht und Freude an schlechten Handlungsabläufen hat. Im Prinzip wird man diesbezüglich auch nicht enttäuscht. Schlechte Darsteller und ein vereinzelnd Kaugummiziehender Handlungsstrang. Es ist als große Preisfrage zu sehen, wie man das Werk von Fritz Böttger kategorisch bezeichnen soll. Exploitation, Krautploitation oder ein mit Pseudoerotik gepickte/r (s) C- Horror Movie? Jedenfalls lässt der Film so einiges an Subgenreeigenschaften anklingen.

Die Darstellerinnen agieren z.B. extrem überzogen und sehr untalentiert. Manche Tanzszenen, die eigentlich erotisch wirken sollen, wirken endlos dahin gezogen- wie eine Straße ins Nichts. Die kleinen Kampfeinlagen der Damen wirken hingegen schon belustigender. Die Dialoge die der Film bietet sind in die Kategorie „Selten dämlich“ einzuordnen. Dazu stolpert eine dralle oder soll ich sagen übergewichtige Barbara Valentin (Gott habe sie selig) durch das Bild.

Wenn man der Ansicht ist, der Film würde an Fahrt aufnehmen und es endlich richtig losgehen, dann verlässt dieser diese Hoffnungsspur wieder. Die sechs oder sieben guten Minuten beziehen sich auf die Maske des Spinnenwesens, sprich die des Managers der Tanzgruppe und die kurzen Auftritte der Spinne. Ein schönes B-Movie Ambiente, dass leider zu schnell in eine andere Richtung abdriftet. Allerdings reichen diese Momente um einen wirklich viel versprechenden Trailer zu füllen und den Film für Freaks des eher Ausgefallenen interessant zu machen. Schade, denn hier war wesentlich mehr drin.

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 Post subject: Re: EIN TOTER HING IM NETZ - Fritz Böttger
PostPosted: 03.10.2013 19:14 
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EIN TOTER HING IM NETZ (1960)

mit Helga Franck, Alexander D'Arcy, Dorothee Parker, Harald Maresch, Rainer Brandt und Barbara Valentin
eine Wolfgang Hartwig Produktion der Rapid-Film | Intercontinental Film GmbH | im Verleih der NF
ein Film von Fritz Böttger


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»Ach, ist es hier nicht wie im Paradies?«


Acht amerikanische Revuetänzerinnen sind auf dem Weg zu ihrem neuen Engagement, für das sie gerade frisch gebucht wurden. Auf der Reise nach Singapur kommt es allerdings zur Katastrophe, denn die Maschine stürzt über dem offenen Meer ab. Wie durch ein Wunder überleben die acht Frauen und ihr Manager, doch sie treiben in einem Rettungsboot geradewegs ins Nirgendwo. Die Nerven liegen blank, und kurz vor dem Verdursten geschieht ein weiteres Wunder. Es ist Land in Sicht. Die Überlebenden können sich auf die, dem Anschein nach, verlassene Insel retten, doch sie machen eine grauenhafte Entdeckung. Ein Professor, der diese Insel bewohnt, hängt tot in einem riesigen Spinnennetz. Von nun an ist niemand mehr sicher denn das Entsetzen lauert überall...

Ich denke bei Fritz Böttgers "Ein Toter hing im Netz" kann man die Katze direkt und ohne Umschweife aus dem Sack lassen. Es handelt sich nämlich um eine Trash-Granate der eindeutigen Sorte, die billig zusammen geschnipselt und unbeholfen inszeniert wurde, darüber hinaus vollgestopft mit laienhaft wirkenden Darstellern und sinnlosen, unwahrscheinlichen Inhalten. Das Gute dabei ist, so etwas kann ja auch wirklich Spaß machen, denn dieser Film kann und will seine Minderleistungen erst gar nicht verschleiern. Vielleicht würden ihn andere sogar in der Kategorie Unterhaltungsfilm ansiedeln? Für das Produktionsjahr 1960 bleibt jedoch anzumerken, dass man es durchaus mit einem unkonventionellen Beitrag zu tun hat, der für damalige Verhältnisse schon ordentlicher auf die seichte Erotik-Tube drücken sollte, und angereichert mit seinen Horror-Elementen beinahe exotisch wirkt, zumindest für deutsche Verhältnisse. Ansonsten ist hier alles, was die Umsetzung angeht, tatsächlich grauenhaft. Billige Kulissen, spärliche Atmosphäre, miserable Tricks, Willy Mattes' deplatziert anmutende Musik, die sich in einem frühen Edgar Wallace sicherlich viel wohler gefühlt hätte, und siehe da, wie sich später herausstellt, dies auch tatsächlich in "Der Frosch mit der Maske" getan hat, entsetzlich einfältige Dialoge, aber was für mich am schlimmsten ist, unterdurchschnittliche darstellerische Leistungen. Zu Recht fand diese DVD ihr trauriges Ende auf diversen Wühltischen.

Die Besetzung von "Ein Toter hing im Netz" ist im Großen und Ganzen ein Fiasko! Lediglich Helga Franck, die 1963 unter mysteriösen Umständen, durch den Sturz aus dem fünften Stock einer Münchner Wohnung ums Leben kam, wirkt hier vergleichsweise sehr überzeugend. Dennoch hat man es insbesondere bei den Revuetänzerinnen mit schrecklich einheitlichen Rollen ohne Tiefgang und ohne jegliche Nachhaltigkeit zu tun. Ängstlich haben sie durch die schäbigen Kulissen zu stolpern, pausenlos müssen sie sich produzieren, sich herumräkeln und in leichtere Monturen werfen, das Leben einer gestrandeten Tänzerin ist schon ziemlich eingeschränkt und langweilig ohne eine ausreichende Verfügbarkeit an Männern. Für die zickigen Einlagen, und diverse Sticheleien und Handgreiflichkeiten sorgt die üppige Barbara Valentin, die man in eigentlich jedem anderen Film schon wesentlich besser gesehen hat. Unglücklicherweise taucht irgendwann auch noch Rainer Brandt auf und bereichert die Angelegenheit mit gewohnt flotten Sprüchen, die man aus seiner Arbeit als Synchron-Sprecher kennt. Barmherzig wie er eben ist, stellt er sich gleich allen Damen zur Verfügung, sucht aber insgeheim mal ausnahmsweise nach einem aufrichtigen Mädchen. Ob ihm das wild gewordene Monster da wohl einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen wird? Ach, die Besetzung ist durch und durch schwach, und es lohnt sich nicht, die wenigen positiven Aspekte herauszufiltern, da es kaum welche gibt. Doch ein großer Name in der Besetzungsliste hätte auch kein Wunder bei diesem Filmchen vollbringen können.

Alles in allem handelt es sich bei diesem Werk um einen sehr bescheidenen Beitrag, egal welchem Genre man ihn schließlich zuordnen möchte. Für einen Horror-Film reicht die Maskerade bei Weitem nicht aus, der Erotik-Einschlag soll von zahlreichen Defiziten ablenken, doch das gelingt natürlich nicht. Spannung kommt so gut wie nie auf, denn alle Grusel-Elemente offenbaren unfreiwillige Komik. Die Spinne und das Monster sehen eher zum Schmunzeln, als zum Fürchten aus, wenigstens gibt es einige Passagen, in denen etwas Atmosphäre aufkommen will, beispielsweise, wenn die Krallen des Monsters nach den (angeblich) unschuldigen Frauen greifen, oder sie durch die Wildnis gejagt werden. Bis zum kleinen Finale hat man es aber leider mit einer guten halben Stunde Leerlauf zu tun, in der quasi nichts passiert, außer dass sich die Damen umkleiden, baden gehen, sich in der Sonne räkeln und ihren wenigen Männern Privat-Shows bieten. Über den Sinn der Geschichte braucht man nicht großartig zu diskutieren, aber ein wenig mehr Ernsthaftigkeit hätte dem Film trotz allem sicherlich gut gestanden und es hätte durchaus mehr daraus werden können! Ein Flugzeug das abstürzt und im Ozean explodiert, Überlebende die im Schlauchboot ohne einen Kratzer nach Land suchen; es fängt schon holprig an und endet genau so. Trash-Fans werden diesem Horror-Experiment aus deutschen Landen (und die Produktionsgelder kamen offenbar aus Liechtenstein) gewiss einiges abgewinnen können und unterhaltsam war er für meine Begriffe unbedingt. Trotz allem muss man eben rückblickend betonen, dass es doch schön ist, solche Kuriositäten zu haben und daher probiere ich weiterhin, "Ein Toter hing im Netz" mit einem doppelten Augenzwinkern wahrzunehmen.


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