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 Betreff des Beitrags: LOCKVOGEL DER NACHT - Wilm ten Haaf
BeitragVerfasst: 11.02.2019 18:28 
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LOCKVOGEL DER NACHT

● LOCKVOGEL DER NACHT (D|1959)
mit Erika Remberg, Peter van Eyck, Peter Mosbacher, Maria Holst, Inge Egger, Eva Schreiber, Horst Naumann,
Alf Marholm, Erich Fiedler, Agnes Windeck, Gerd Frickhöffer, Erik Radolf sowie Kai Fischer und Helmut Schmid
eine Produktion der Cinelux Film | Alfa | im Verleih der Deutsche Cosmopol Film
ein Film von Wilm ten Haaf


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»Außerdem bist du kein Detektiv, sondern ein Zuhälter!«

Klaus Petzold (Peter Mosbacher) betreibt zusammen mit seinem Mitarbeiter Albert Zanecki (Alf Marholm) eine Agentur, deren Klientel ausschließlich aus scheidungswilligen Damen besteht. Falls es an Gründen bei den anvisierten Trennungen hapert, wird kurzerhand nachgeholfen. Mit ihren attraktiven Lockvögeln, Ingeborg (Erika Remberg) und Else (Kai Fischer), bringen sie die Männer der Abschussliste in kompromittierende Situationen, die zu Belastungszwecken von Petzold höchstpersönlich abfotografiert werden. Ingeborgs nächster Auftrag ist der Modehausbesitzer Amsel (Peter van Eyck), doch hier scheint die Masche nicht so reibungslos zu funktionieren wie üblich...

Film- und Fernsehregisseur Wilm ten Haaf gilt als einer der Pioniere des deutschen TV und drehte in seiner Laufbahn allerdings nur wenige Kinofilme. Sein 1959 entstandener Beitrag "Lockvogel der Nacht" wartet mit einer prominenten Besetzung und einer für die damalige Zeit handelsüblichen Skandal-Geschichte auf, die für heutige Verhältnisse sicherlich nur noch harmlos wirken will, aber gewiss nicht ohne Reiz ist. Die Story rund um die Agentur, die auf einseitig lukrative Scheidungen für sich selbst spezialisiert ist, wird mithilfe der richtigen Interpreten eingängig vorgestellt, bekommt vor allem durch Erika Remberg und Kai Fischer glaubhafte Konturen, da die Reize der Hochstaplerinnen gewinnbringend und anschaulich eingesetzt werden. Obwohl deftige Rosenkriege hier ausbleiben werden, stellt sich phasenweise doch eine gewisse Brisanz ein, vor allem wenn Inhalte der Planung aus dem Ruder laufen. Wilm ten Haaf behandelt hier ganz augenscheinlich ein Populärthema der damaligen Zeit, als männlich-weibliche Rollenverteilungen noch wesentlich klarer voneinander getrennt, vor allem aber rückständiger definiert waren. Die Rollen von Kai Fischer und insbesondere Erika Remberg wirken für heutige Begriffe wie gut konstruierte Klischees, repräsentieren für damalige Verhältnisse allerdings ein klassisches Ausbrechen aus Schablonen, da sich die Damen gegen jegliche gesellschaftliche Norm stellen und sich von ihren Auftraggebern zu dem degradieren lassen, was die Allgemeinheit über Frauen dieses Schlages zu erzählen hatte. Käufliche Animierdamen, denen noch mehr als das zugetraut wurde. Die in Anspruch nehmende Männerriege wird in diesem Zusammenhang naturgemäß ausgeklammert und von jedem Verdacht frei gesprochen, geraten sie doch in die Fänge hinterhältiger Verführerinnen, denen nur mit starren Paragraphen beizukommen ist. Der Verlauf der Geschichte ist somit sehr stark in eine gewisse Vorhersehbarkeit eingefasst worden, aber dennoch kommt es zu begrüßenswerten Intervallen.

Vor allem die Darsteller tun ihr Bestes, um für Glaubwürdigkeit, Feuer und spürbares Unbehagen zu sorgen. Erika Remberg und Peter Mosbacher werden als überzeugendes Duo integriert, die eine Masche entwickelt haben, die ihre anvisierten Opfer mit Leichtigkeit zu Fall bringen, beziehungsweise dies mit Leichtigkeit könnten. Vor allem die zu jener Zeit gut beschäftigte Österreicherin Erika Remberg zeigt eine dynamische Leistung, die trotz ihrer Anlegung Sympathie vermittelt und dabei tragische Konturen zu zeichnen versucht. Als eine Art Prototyp der halbseidenen Verführerin zeigt sie in aller Schnelle, warum sie die richtige Wahl für den attraktiven Lockvogel darstellt. Ihre weniger prominent in den Fokus gerückte Kollegin Kai Fischer tut ihr Übriges dazu. Peter van Eyck, der im Film noch vor dem Titel genannt wird, interpretiert hier lediglich die nominelle Hauptrolle, aber es ist immer wieder ein Vergnügen diesem überaus begabten Darsteller zuzusehen. Zusätzliche Darbietungen von Helmut Schmid, Alf Marholm oder Maria Holst sorgen für vertraute Eindrücke, und unterm Strich hatte Wilm ten Haaf eine sehr ansprechende Entourage zur Verfügung. Musikalisch begleitet von Peter Thomas, entstehen gut choreografierte Sequenzen, die im Rahmen des Zeitfensters keine großartigen Überholmanöver in Sachen Erotik und Provokation gestalten können, wenngleich es im Jahr 1959 stellenweise natürlich anrüchig oder sogar skandalös gewirkt haben dürfte, da schließlich eine Thematik behandelt wurde, die es zwar gegeben haben dürfte, aber über die keinesfalls gesprochen werden sollte. "Lockvogel der Nacht" bewegt sich insgesamt sehr sicher in einem gut ausbalancierten Unterhaltungsmodus, versprüht eine ausgiebige Portion biedere Erotik, und auch Krimi-Inhalte bekommen eine kleinere Bühne eingeräumt. Daher ist dieser Beitrag als weitgehend gelungen zu bezeichnen und stellt ein weiteres Beispiel dafür dar, dass das willige Werkzeug erneut ein deutlich härteres Schicksal ereilen muss, als es beim Handwerker der Fall ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: LOCKVOGEL DER NACHT - Wilm ten Haaf
BeitragVerfasst: 11.02.2019 18:41 
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Den Film fand ich auch nicht schlecht; gleichwohl ich allerdings mehr einen Krimi erwartet hätte (wohl wegen der Mitwirkung von van Eyck); man bekommt ja eher eine Art Tragödie (oder Gesellschaftsstudie), die sich dann im Finale noch einigermaßen "glättet" - Erika Remberg fand ich richtig gut, doch die Figur von Peter van Eyck hatte einfach zu wenig Spielzeit; Peter Thomas' Soundtrack passt natürlich zu den Nachtclubszenen; der typische Thomas-Stil ist hier aber noch nicht entwickelt, heißt: ich war dann doch etwas überrascht, dass die (recht konventionelle) Musik von ihm ist...


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 Betreff des Beitrags: Re: LOCKVOGEL DER NACHT - Wilm ten Haaf
BeitragVerfasst: 12.02.2019 17:53 
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Howard Vernon hat geschrieben:
gleichwohl ich allerdings mehr einen Krimi erwartet hätte

Das ging mir ganz genauso, hat aber im Endeffekt nichts an meinem positiven Eindruck ändern können, zumal der Filmtitel in diesem Fall ja sogar ganz treffend formuliert ist. Viele Filme (und sogar Krimis) suggerierten über diese Schiene ja häufig etwas Erotik oder nicht eingehaltene reißerische Elemente. Dass Peter van Eyck nur so kurz zu sehen ist, fand ich auch richtig schade, denn ihn sehe ich stets gerne. Ein exzellenter Darsteller. Peter Mosbacher hat da schon die üppigere und tatsächlich interessantere Rolle abbekommen, wirkt dementsprechend ein wenig gegen ein Ungleichgewicht bei den Rollenverteilungen, denn insbesondere Erika Remberg schmeißt ja sozusagen den kompletten Film. Bei ihr denke ich immer wieder, dass ich sie gerne häufiger in tragenden Rollen gesehen hätte, denn sie steht den etablierten Stars der Branche in nichts nach. Peter Thomas bringt hier natürlich noch nicht eine der Hymnen, die man bereits ein paar Jahre später quasi erwarten konnte, aber seine Themen aus diesem Zeitfenster kommen dem sehr nahe, was man in "Lockvogel der Nacht" geboten bekommt. Ich habe mich jedenfalls gefreut, dass der Film aus der Versenkung geholt wurde. Es kann gerne so weiter gehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: LOCKVOGEL DER NACHT - Wilm ten Haaf
BeitragVerfasst: 12.02.2019 18:13 
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Prisma hat geschrieben:
Dass Peter van Eyck nur so kurz zu sehen ist, fand ich auch richtig schade, denn ihn sehe ich stets gerne.


Zumal mit dem Auftreten der Figur van Eycks die Handlung sich auf den Erpressungsplot hätte konzentrieren können; so aber wird diese Szene, wenn van Eycks Charakter in die Falle tappt, einfach nur als weitere Episode im Film präsentiert und der Plot fokussiert sich dann gänzlich nur auf das Drama um den weiblichen "Lockvogel der Nacht"... wie gesagt, schade, dass hier nicht mehr Filmzeit für van Eyck drin war...


Prisma hat geschrieben:
Ich habe mich jedenfalls gefreut, dass der Film aus der Versenkung geholt wurde.


Ja, ich auch, wobei die DVD wirklich ein tolle Bildqualität hat...


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 Betreff des Beitrags: Re: LOCKVOGEL DER NACHT - Wilm ten Haaf
BeitragVerfasst: 13.02.2019 11:34 
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Howard Vernon hat geschrieben:
Zumal mit dem Auftreten der Figur van Eycks die Handlung sich auf den Erpressungsplot hätte konzentrieren können; so aber wird diese Szene, wenn van Eycks Charakter in die Falle tappt, einfach nur als weitere Episode im Film präsentiert und der Plot fokussiert sich dann gänzlich nur auf das Drama um den weiblichen "Lockvogel der Nacht"... wie gesagt, schade, dass hier nicht mehr Filmzeit für van Eyck drin war...

Wahrscheinlich genügte es der Produktion, Peter van Eyck als Zugpferd zu präsentieren. Reduziert auf seine natürliche Präsenz und den großen Namen.
Wenn ich so überlege, hätte ich ihn mir auch gut anstelle von Peter Mosbacher als weltmännisch wirkenden Zuhälter vorstellen können.
Das wäre vielleicht eine noch gewinnbringendere Option für den Verlauf gewesen.


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 Betreff des Beitrags: Re: LOCKVOGEL DER NACHT - Wilm ten Haaf
BeitragVerfasst: 13.02.2019 15:03 
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Prisma hat geschrieben:
Wenn ich so überlege, hätte ich ihn [van Eyck] mir auch gut anstelle von Peter Mosbacher als weltmännisch wirkenden Zuhälter vorstellen können.
Das wäre vielleicht eine noch gewinnbringendere Option für den Verlauf gewesen.


Ich denke, dass wollte möglicherweise van Eyck oder die Produktion nicht, da ihm die "Heldenrolle" ja eigentlich - zumindest in deutschsprachigen Werken - immer zugewiesen wurde; als Schauspieler müsste solch ein Wechsel von typischen Rollen eigentlich ja interessant sein; doch vielleicht bestand die "Angst", dass solch eine Bösewicht-Figur nicht zum Star van Eyck passen würde und die Zuschauer deshalb weg bleiben würden... obwohl ich jetzt auch nicht weiß, ob 1959 van Eyck schon sooo ein großer Name im deutschen Kino gewesen ist...


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 Betreff des Beitrags: Re: LOCKVOGEL DER NACHT - Wilm ten Haaf
BeitragVerfasst: 13.02.2019 16:49 
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Howard Vernon hat geschrieben:
obwohl ich jetzt auch nicht weiß, ob 1959 van Eyck schon sooo ein großer Name im deutschen Kino gewesen ist...

Würde ich schon sagen, immerhin war Peter van Eyck schon an die 15 Jahre im Einsatz, also zumindest gut etabliert.
Er hat ja auch etliche Einsätze in internationalen Produktionen gehabt; wurde gerne als böser Deutscher eingesetzt.


Howard Vernon hat geschrieben:
Ich denke, dass wollte möglicherweise van Eyck oder die Produktion nicht, da ihm die "Heldenrolle" ja eigentlich - zumindest in deutschsprachigen Werken - immer zugewiesen wurde

Immer kann man eigentlich auch nicht sagen, vielleicht eher hauptsächlich. Peter van Eyck hat nämlich etliche Rollen gespielt, in denen er auch die andere Seite des Gesetzes bediente oder nicht einwandfreie Charaktere darstellte. Vielleicht kam es vornehmlich erst nach 1960 dazu, aber für mich sieht es schon so aus, dass er sich nicht gerade davor gescheut hat. Unabhängig von anderen Produktionen führt da insbesondere ein Weg zurück, und zwar zu Rolf Thieles Großerfolg "Das Mädchen Rosemarie" von 1958, in dem er den rücksichtslosen Geschäftsmann Fribert spielte. Erprobt war er in dieser Sparte also allemal. Aufgrund dieser Darbietung wäre Mosbachers Rolle für ihn schon eine Fingerübung gewesen, für den Zuschauer denke ich auch.


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 Betreff des Beitrags: Re: LOCKVOGEL DER NACHT - Wilm ten Haaf
BeitragVerfasst: 13.02.2019 17:46 
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Prisma hat geschrieben:
Unabhängig von anderen Produktionen führt da insbesondere ein Weg zurück, und zwar zu Rolf Thieles Großerfolg "Das Mädchen Rosemarie" von 1958, in dem er den rücksichtslosen Geschäftsmann Fribert spielte. Erprobt war er in dieser Sparte also allemal. Aufgrund dieser Darbietung wäre Mosbachers Rolle für ihn schon eine Fingerübung gewesen, für den Zuschauer denke ich auch.[/align]


Dann scheint es wohl doch so zu sein, dass van Eyck ganz bewusst - und ohne Angst vor einer Rollenveränderung - die Nebenrolle gewählt hatte; da Du aber "Das Mädchen Rosemarie" erwähnst: das Reportage-artige kann man ja auch im "Lockvogel" finden, sicherlich wurde hier dann auch auf den Erfolg von "Rosemarie" geschielt... und van Eyck hat dann in beiden Filmen mitgespielt, was man ja immer gut für die Kinokasse vermarkten kann...


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 Betreff des Beitrags: Re: LOCKVOGEL DER NACHT - Wilm ten Haaf
BeitragVerfasst: 13.02.2019 18:18 
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Vielleicht hat er die Rolle auch einfach nur gewählt, weil er seine Miete zahlen musste.

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FILM MÄG, Print-Fanzine im 12. Jahrgang

"Danach kam ja nur noch der subventionierte Staatsfilm."
(Herbert Fux. Er meinte die Zeit ab Mitte der 70er.)


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 Betreff des Beitrags: Re: LOCKVOGEL DER NACHT - Wilm ten Haaf
BeitragVerfasst: 13.02.2019 18:34 
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effetess hat geschrieben:
Vielleicht hat er die Rolle auch einfach nur gewählt, weil er seine Miete zahlen musste.


Das ist natürlich klar, dass ein Schauspieler für Geld sein Können anbietet; wir diskutieren hier nur, warum der damals bekannte Schauspieler eine Nebenrolle bekam oder gewählt hatte - welche Gründe dahinter standen (möglicherweise um Typecasting zu vermeiden etc.)... alles höchst spekulativ und auf eine Metaebene gehoben... ...aber macht doch trotzdem Spaß, wenn man sich darüber austauscht...


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 Betreff des Beitrags: Re: LOCKVOGEL DER NACHT - Wilm ten Haaf
BeitragVerfasst: 15.02.2019 22:49 
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Howard Vernon hat geschrieben:
...aber macht doch trotzdem Spaß, wenn man sich darüber austauscht...

Das finde ich auch. Auch wenn es wie schon gesagt nur Spekulationen sind, kann man trotzdem über die möglichen Gründe diskutieren, oder wenigstens äußern, dass es wie in diesem Fall einfach auffällig war, dass die Beteiligung letztlich so schmal ausgefallen ist. Und es gibt ja viele mögliche Gründe: Enger Terminplan, daher weniger Drehtage, dennoch vertraglich verpflichtet, Verträge über mehrere Filme mit einer Produktionsfirma, oder einfach Zugpferd fürs Publikum, etc. Ich finde solche Themen immer ganz spannend!


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 Betreff des Beitrags: Re: LOCKVOGEL DER NACHT - Wilm ten Haaf
BeitragVerfasst: Gestern 14:10 
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Peter Van Eyck, ein Schauspieler mit einer faszinierenden Präsenz (und einem bewegten Leben!). Tragisch, dass er nur 56 Jahre alt wurde und anno 1969 durch eine Blutvergiftung abberufen wurde (und betrüblich für die Film-Welt, auf diesen Mann hätten in den 70er oder 80er Jahren noch ein paar Charakter-Rollen gewartet). Mit diesem Schauspieler und dessen Filmografie beschäftige ich mich erst seit ein paar Jahren näher und habe dadurch einige interessante Perlen des deutschen bzw. europäischen Filmes der 50er/60er Jahre entdecken können. Ich besorge mir inzwischen eigentlich jeden Film mit Peter Van Eyck auf DVD, so auch "Lockvogel der Nacht", der mich auch wieder auf eigentümliche Art und Weise eingenommen hat.

Um eine Filmszene beneide ich Peter Van Eyck fast ein bisschen: Im französischen Film "La fete espagnole" aus dem Jahre 1960 liegt er zusammen mit Daliah Lavi (eine Frau, für die ich auch als Nachgeborener immer wieder ins Schwärmen gerate) bei ihrer einzigen "Oben ohne"-Szene im Bett und darf sogar "Hand anlegen". Eine sehr erotische (Daliah!), wenn auch aus heutiger Sicht natürlich trotzdem harmlose Szene, aber anno 1960? Zu jener Zeit gab es sowohl in amerikanischen (dort sowieso!) wie auch in europäischen Spiel-Filmen noch keine nackten Tatsachen zu bewundern. Ich entsinne mich jetzt keines Mainstream-Filmes vorher mit einer solchen Szene (Filmhistoriker mögen mich da korrigieren), die europäischen Filme wurden erst DANACH freizügiger (klar, es gibt beispielsweise "Die Sünderin" mit der Knef, aber deren Nacktszene dauert nun wirklich nur einen Wimpernschlag, da gibt es keinen Zoom auf die volle Pracht). Bis ich eines besseren belehrt werde, ist diese Szene mit Peter Van Eyck und Daliah für mich eine Pionier-Leistung innerhalb des erotischen Films.

Peter Van Eyck und Daliah Lavi (die auch noch einen weiteren gemeinsamen Film-Auftritt in "Das grosse Liebesspiel", Deutschland 1963, hatten), sind für mich wunderbare Künstler, welche beide auch abseits der Kino-Leinwand ein bewegtes Leben hatten. Sowohl über das Leben von Peter wie auch von Daliahs würde ich gerne mehr wissen, am liebsten in Form einer ausführlichen Biographie, die spärlichen Informationen auf dem Netz genügen mir eigentlich nicht. Leider bleibt dies infolge mangelnden Interesses der Öffentlichkeit reines Wunschdenken. Daliah dürfte aufgrund ihrer späteren Schlager-Karriere in den 70ern und ihres Mitwirkens in "Old Shatterhand" noch bei vielen Leuten in bester Erinnerung sein, Peter Van Eyck aber ist ausserhalb des ganz engen Film-Fan-Zirkels kompett vergessen und das finde ich äusserst schade!


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 Betreff des Beitrags: Re: LOCKVOGEL DER NACHT - Wilm ten Haaf
BeitragVerfasst: Gestern 15:31 
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swampula hat geschrieben:
Im französischen Film "La fete espagnole" aus dem Jahre 1960 liegt er zusammen mit Daliah Lavi bei ihrer einzigen "Oben ohne"-Szene im Bett und darf sogar "Hand anlegen". Eine sehr erotische (Daliah!), wenn auch aus heutiger Sicht natürlich trotzdem harmlose Szene, aber anno 1960? Zu jener Zeit gab es sowohl in amerikanischen (dort sowieso!) wie auch in europäischen Spiel-Filmen noch keine nackten Tatsachen zu bewundern. Ich entsinne mich jetzt keines Mainstream-Filmes vorher mit einer solchen Szene (Filmhistoriker mögen mich da korrigieren), die europäischen Filme wurden erst DANACH freizügiger (klar, es gibt beispielsweise "Die Sünderin" mit der Knef, aber deren Nacktszene dauert nun wirklich nur einen Wimpernschlag, da gibt es keinen Zoom auf die volle Pracht). Bis ich eines besseren belehrt werde, ist diese Szene mit Peter Van Eyck und Daliah für mich eine Pionier-Leistung innerhalb des erotischen Films.


Doch, da gabs schon vorher die eine oder andere Oben-Ohne-Szene. Ich erinnere mich z.B. an den ein Jahr zuvor entstandenen Truffaut-Film "Schießen Sie auf den Pianisten", wo Charles Aznavour mit der barbusigen Michelle Mercier im Bett lag. Aber auch hierzulande gab es z.B. im Film "Für zwei Groschen Zärtlichkeit" von 1957 eine Oben-Ohne-Szene mit Kai Fischer. Und sicher noch einiges mehr, z.B. "Madeleine Tel 13 62 11 von 1958.

"La Fête Espagnole" lief übrigens hierzulande unter dem Titel "Bevor der Mensch zum Teufel geht". Das Drehbuch schrieb kein geringerer als José Bénazéraf. Wäre bestimmt wert, wiederentdeckt zu werden. (Pidax, keep your eyes peeled!)

Deine Meinung zu Peter van Eyck teile ich im übrigen uneingeschränkt.


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 Betreff des Beitrags: Re: LOCKVOGEL DER NACHT - Wilm ten Haaf
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Ragory hat geschrieben:
swampula hat geschrieben:
Im französischen Film "La fete espagnole" aus dem Jahre 1960 liegt er zusammen mit Daliah Lavi bei ihrer einzigen "Oben ohne"-Szene im Bett und darf sogar "Hand anlegen". Eine sehr erotische (Daliah!), wenn auch aus heutiger Sicht natürlich trotzdem harmlose Szene, aber anno 1960? Zu jener Zeit gab es sowohl in amerikanischen (dort sowieso!) wie auch in europäischen Spiel-Filmen noch keine nackten Tatsachen zu bewundern. Ich entsinne mich jetzt keines Mainstream-Filmes vorher mit einer solchen Szene (Filmhistoriker mögen mich da korrigieren), die europäischen Filme wurden erst DANACH freizügiger (klar, es gibt beispielsweise "Die Sünderin" mit der Knef, aber deren Nacktszene dauert nun wirklich nur einen Wimpernschlag, da gibt es keinen Zoom auf die volle Pracht). Bis ich eines besseren belehrt werde, ist diese Szene mit Peter Van Eyck und Daliah für mich eine Pionier-Leistung innerhalb des erotischen Films.


Doch, da gabs schon vorher die eine oder andere Oben-Ohne-Szene. Ich erinnere mich z.B. an den ein Jahr zuvor entstandenen Truffaut-Film "Schießen Sie auf den Pianisten", wo Charles Aznavour mit der barbusigen Michelle Mercier im Bett lag. Aber auch hierzulande gab es z.B. im Film "Für zwei Groschen Zärtlichkeit" von 1957 eine Oben-Ohne-Szene mit Kai Fischer. Und sicher noch einiges mehr, z.B. "Madeleine Tel 13 62 11 von 1958.

"La Fête Espagnole" lief übrigens hierzulande unter dem Titel "Bevor der Mensch zum Teufel geht". Das Drehbuch schrieb kein geringerer als José Bénazéraf. Wäre bestimmt wert, wiederentdeckt zu werden. (Pidax, keep your eyes peeled!)

Deine Meinung zu Peter van Eyck teile ich im übrigen uneingeschränkt.

Und in dem frühen Louis de Funès-Streifen DIE KNALLSCHOTE von 1954(!) ist einiges an unverblümter Nacktheit zu sehen, ohne das die Kamera sich abwendet. Da wird einfach draufgehalten - Den Film hätte ich von der Moral her glatt 15 Jahre später angesiedelt ...

Sowohl Peter van Eyck wie auch Daliah Lavi sehe ich beide unglaublich gerne (danke für den Tipp mit der spanischen Fete!), und beide sind heute tatsächlich viel zu vergessen. Als ich klein war und ein Film mit van Eyck im Fernsehen lief sagte mein Vater, dass ich mir den merken solle - Der spiele immer die zwielichtigen Charaktere und sei einer der ganz Großen. Nun ja, ich habe ihn mir gemerkt, und habe bis heute eben ein Faible für diesen herausragenden Schauspieler.

_________________
Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Betreff des Beitrags: Re: LOCKVOGEL DER NACHT - Wilm ten Haaf
BeitragVerfasst: Gestern 21:05 
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Sehr schön, diese Meldungen zu Peter van Eyck, den ich ebenso gerne sehe und als variablen Schauspieler schätze. Auf den ersten Blick sind viele seiner Einsätze ja ähnlich, was vor allem an seiner unverkennbaren Note liegt. Dennoch hat er viele unterschiedliche Rollen gespielt, auch häufiger einmal die Gegenseite des Gesetzes bedient, was ihm durchaus gut zu Gesicht gestanden hat. So blieb eine starre Festlegung seiner Person weitgehend aus, wenngleich man stets sicher sein konnte, was man von ihm geboten bekommen wird. Da hier die bezaubernde Daliah Lavi genannt wurde, ist mir gleich "Verführung am Meer" von 1963 eingefallen. Dort hatte Peter van Eyck mit Elke Sommer eine ebenso attraktive Partnerin zur Seite und es kommt genügend erotische Spannung auf.


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