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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: 48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Klaus Lemke
PostPosted: 10.01.2016 18:29 
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48 STUNDEN BIS ACAPULCO

● 48 STUNDEN BIS ACAPULCO (D|1967)
mit Dieter Geissler, Christiane Krüger, Alexander Kerst, Charly Kommer, Manuel Rivera und Monika Zinnenberg
und als Gäste Ilse Pagé, Michael Maien, Teddy Stauffer, Rod Carter
eine Produktion der Seven Star Film | im Verleih der Cinema Service
ein Film von Klaus Lemke


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»Macht mit eurem Stoff was ihr wollt. Meinetwegen raucht ihn selber!«


Frank Murnau (Dieter Geissler) träumt von einem unbeschwerten Leben, das ihm die Heirat mit der reichen Fabrikantentochter Laura Gruner (Christiane Krüger) ermöglichen könnte. Doch Frank will mehr. Mit seiner Geliebten Monika (Monika Zinnenberg) schmiedet er einen Plan und setzt sich nach Acapulco ab, um sein Wissen über die dunklen Geschäfte seines designierten Schwiegervaters Gruner (Alexander Kerst) zu Geld zu machen. In Mexiko angekommen, stößt der mehrgleisig fahrende junge Mann allerdings schnell an seine Grenzen, da er sich im Vorfeld nicht ausmalen konnte, mit welchen Leuten er sich anlegt. Innerhalb von 48 Stunden wird sich sein Schicksal, und das einiger Anderer, entscheiden...

Klaus Lemke lieferte mit seinem subtilen Thriller "48 Stunden bis Acapulco" ein bemerkenswertes Spielfilmdebüt ab. Der Verlauf wird dabei in auffälliger Weise von eingängiger Musik, exzellenten Bildern und außergewöhnlichen Typen getragen, die Geschichte orientiert sich offensichtlich an amerikanischen Vorbildern, ohne sich jedoch dabei als lose Kopie abzuqualifizieren. Derartige Anläufe des Jungen Deutschen Films warten mit zahlreichen Neuerungen auf, die sonst in höherer Konzentration eher nicht zu finden waren und man stellt sich hier selbstbewusst gegen herkömmliche Erzählstrukturen. So findet das Streben nach Unabhängigkeit und Freiheit ihre Verwendung in einer straff aufgezogenen Kriminalgeschichte, die versucht, ihre Kraft aus der Grunderneuerung zu ziehen. Ins Auge dabei fällt zunächst die Sprache der Bilder und deren moderne Gestaltung, Kontraste und rasche Ortswechsel fabrizieren die Spannung, die sich zunächst nicht aus der Story ableiten lässt. Allerdings bleibt zu betonen, dass Lemkes auf vielen Ebenen anlockender Film kein handelsüblicher Reißer sein möchte. So konzentriert man sich also auf das vermeintlich Wesentliche und der Verlauf erscheint derartig kompakt inszeniert zu sein, dass weder Längen aufkommen, noch der Eindruck entsteht, dass auch nur eine Minute als Füllmaterial herhalten musste. Diese Strategie lässt sich vor allem aus der Dialogarbeit herausfiltern, die manchmal im regelrechten Telegrammstil vonstatten geht. Die Personen sprechen miteinander, liefern dem Zuschauer dabei aber nur eine Grundversorgung an Informationen und reden hin und wieder sogar aneinander vorbei, sodass die Bildgewalt ihr Überholmanöver starten darf. Wortkarge Typen, schöne Frauen und ein paar unberechenbare Personen bilden die übersichtlich angelegte Besetzungsliste, die beim genauen Hinschauen durch die Bank für beeindruckende Momente sorgen kann.

Dieter Geissler stattet seine Rolle nach einem minimalistischen Prinzip aus, was hier aber durchaus erforderlich erscheint. Man sieht kaum eine Regung von ihm und seine Ruhe steht in vielen Situationen ziemlich konträr zum Grundtenor des Geschehens, in dem man dennoch keine Hysterie finden wird. Seinen großen Traum nimmt man ihm auch ohne ausladende Erklärungen sofort ab, in Einstellungen, in denen er sich insgeheim schon am lang ersehnten Ziel sieht, fällt eine spürbare Last von ihm ab. In seinem Sport-Cabriolet fährt er mit "Summer in the City" seinen Wünschen, ja, dem anvisierten neuen Leben entgegen und es bleiben Sequenzen in Erinnerung, die vor allem in Verbindung mit der exzellenten und hoch-atmosphärischen Musik des Österreicher Jazz-Musikers Roland Kovac gebracht werden können. An seiner Seite befinden sich attraktive Frauen, die sich von ihrer Optik her kaum voneinander unterscheiden werden, was die charakterlichen Eigenschaften nur mehr in den Fokus rückt. Christiane Krüger sieht man erstmalig in einem Spielfilm, außerdem so schön wie nie, und was sie und die Kamera betrifft, darf man ohne jeden Zweifel von einer Liebe auf den allerersten Blick sprechen. Christiane Krüger gewährt dem Zuschauer vor allem einen oberflächlichen Blick auf ihre makellose Hülle, jedoch findet man zwischen den Zeilen einige Momente, die eine Art Intimität zu vermitteln wissen. Es bleibt ein fulminanter Einstieg in die Filmwelt und angesichts ihrer Karriere sogar eine Basis im Sinne eines Modell-Charakters. Monika Zinnenberg darf man erneut auf ihrem sichersten Terrain begleiten, denn sie sorgt für Unruhe, Skepsis und Unfrieden wo sie nur kann. Dabei ist erneut das grundeigene Potential zu sehen, dass sie in bestimmten Situationen sehr giftig und bestimmend werden kann.

Zwar handelt es sich bei ihr quasi um ein Rollen-Abonnement, aber um ehrlich zu sein liefert sie genau unter dieser Voraussetzung das ab, was sie ab besten kann. Im Endeffekt entsteht nicht zuletzt wegen der immer wieder beeindruckenden Monika Zinnenberg ein spürbares Tauziehen, bei dem sich schließlich herausstellt, dass eigentlich nur der Mann als Tauwerk dienstbar gemacht wird. Weitere Auftritte die für Wiedersehensfreude sorgen liefern Routinier Alexander Kerst, mit seiner gewohnt weltmännischen bis zwielichtig-berechnenden Note, und einige der angekündigten Gäste des Geschehens. Sie werden ohne größere Ankündigungen und Erklärungen auftauchen und ihre Aufgaben minutiös übernehmen, doch im Endeffekt dreht sich alles um die unaufdringliche Hauptperson Frank Murnau, die dem Anschein nach versucht, seine unaufgeregte Art auf den Zuschauer übertragen zu wollen. Vielleicht lässt sich diese Tatsache hin und wieder mit Spannungsarmut verwechseln, ist dem Konzept und dem linearen Aufbau der Geschichte allerdings perfekt angepasst worden und charakterisiert überdies die Sinnhaftigkeit des Titels dieser Produktion. Klaus Lemke ebnet einen Weg bei dem es von vorne herein eigentlich außer Frage steht, dass groß angelegte Überraschungen auftauchen könnten. Die Geradlinigkeit der Geschichte offenbart eine Effizienz, bei der es den Anschein hat, dass sie von vorne herein en détail geplant gewesen sein wird. Somit ist ein sehr schönes und noch viel mehr aussagekräftiges Exemplar des Jungen Deutschen Films entstanden, das viele Stärken ohne halsbrecherische Kapriolen zu bieten hat und mit einer beinahe genialen Einfachheit auftrumpfen möchte. Die These, dass man Ideen auch ohne ein Mammut-Budget in eine besondere Gestalt bringen kann, wird von Klaus Lemke mit "48 Stunden bis Acapulco" in eindrucksvoller Manier belegt. Ein edles Sehvergnügen!


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 Post subject: Re: 48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Klaus Lemke
PostPosted: 10.01.2016 19:40 
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Prisma wrote:
Die These, dass man Ideen auch ohne ein Mammut-Budget in eine besondere Gestalt bringen kann, wird von Klaus Lemke mit "48 Stunden bis Acapulco" in eindrucksvoller Manier belegt. Ein edles Sehvergnügen!


Sehr gut formuliert, das sehe ich nämlich genau so :dh:

Habe den Film auch als sehr beeindruckend in Erinnerung. Deine Rezension hat außerdem gerade erneut die Laune auf den Streifen geweckt und vielleicht steuere ich dem Thread im Laufe der Woche noch eine kleine Bildergalerie bei ;)


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 Post subject: Re: 48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Klaus Lemke
PostPosted: 10.01.2016 20:32 
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Na, bei einer deiner legendären Bildstrecken sage ich bestimmt nicht nein! :D

Mir ist beim heutigen Anschauen aufgefallen, wie sehr der Film doch gewinnen konnte. Den hatte ich erstmalig vor etlichen Jahren im TV gesehen und er hat mich damals nicht sonderlich beeindruckt, weil ich vermutlich eine konventionelle Kriminal-Schablone erwartet hatte. Gut, das war zu einer Zeit, in der mir die beteiligten Schauspieler auch noch nicht so sehr viel sagten, außer Christiane Krüger und Ilse Pagé von einigen Edgar-Wallace-Filmen her. Betrachtet man die Sache komplett losgelöst davon, funktioniert der Film mittlerweile, beziehungsweise generell wirklich hervorragend.


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 Post subject: Re: 48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Klaus Lemke
PostPosted: 10.01.2016 20:33 
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Gibt es noch nicht auf DVD, schade. Würde ich auch gern mal sehen. Die Zinnenberg hab ich ja in diesem Köln-Krimi kürzlich kennengelernt.


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 Post subject: Re: 48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Klaus Lemke
PostPosted: 11.01.2016 11:33 
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wuthe57 wrote:
Die Zinnenberg hab ich ja in diesem Köln-Krimi kürzlich kennengelernt.

Ich denke mal, sie ist in lebhafter Erinnerung geblieben? :D

Monika Zinnenberg macht auch hier einen sehr guten Eindruck, wobei sie vergleichsweise nicht so sehr auf die Tube zu drücken hat. Allerdings glänzt sie mal wieder durch Kalkül und eine vollkommen anti-emotionale Haltung, macht schon Spaß ihr dabei zuzusehen. Ich habe gerade mal nachgeschaut und "48 Stunden bis Acapulco" war im Jahr 1967 bereits ihr achter Film! Das ist schon bemerkenswert, aber leider war ja dann schnell wieder Schluss mit der Schauspielerei.


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 Post subject: Re: 48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Klaus Lemke
PostPosted: 18.01.2016 22:23 
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Aufgrund des spontanen Wintereinbruchs verabschiedete ich mich vor einigen Tagen spontan auf einen 48 stündigen Kurztrip ins wohl temperierte und sonnige Acapulco, von dem ich dann soeben mit einer ganzen Menge Urlaubsbilder im Gepäck wieder zurückgekehrt bin.... ;)


Doch ganz so warm und wohlig wie im Voraus vermutet wurde es dann schließlich doch nicht, da Klaus Lemkes Inszenierung durchwegs recht unterkühlt daher kommt und in Verbindung mit seiner minimalistischen Machart sogar ein ganz klein wenig wie ein deutscher Film Noir wirkt. Während des Filmverlaufs kam mir auch immer wieder Godards "Außer Atem" in den Sinn, der Lemke vermutlich für sein Leinwanddebüt inspirierte.

Kommen wir zu den anwesenden Urlaubsgästen, die allesamt alles andere als sommerlich gut gelaunt unterwegs waren, da jeder nur mit sich selbst beschäftigt war und dabei auch nur den eigenen Vorteilsgewinn im Auge hatte. Da war zum einen der kleinkriminelle Drogenhändler Dieter, der dachte, er könnte das Geschäft seines Lebens machen und endlich seinem zu engen Leben entfliehen, da er im Auftrag des reichen Fabrikanten Alexander Kerst spionagerelevante Unterlagen für diesen bei Roland Carey in Rom erwerben sollte. Nachdem er die benötigte Kaufsumme in Höhe von 100.000 DM übergeben bekam, machte er sich auch sogleich -gemeinsam mit der Kerst Tochter Christiane Krüger im Gepäck- auf den Weg ins stiefellförmige Land, um dort schließlich gemeinsam mit seiner Münchner Geliebten Monika Zinnenberg sein eigenes Ding durch zu ziehen. Die kesse Moni hatte nämlich einen viel lukrativeren Interessenten aus Acapulco an der Angel, der für die gleichen spionagerelevanten Unterlagen eine Unsumme von sage und schreibe 1er Million DM zahlen wollte und somit am Ende des Tages den Zuschlag vom Dieter zugesprochen bekam.
Doch zunächst musste Dieter erst einmal in den Besitz der wertvollen Unterlagen kommen und nachdem er gemeinsam mit seiner Verlobten Christiane ein Treffen mit dem Verkäufer Roland arrangieren konnte, zeigte Herr Geissler plötzlich sein wahres Gesicht und die Situation begann so langsam nach und nach auf allen Ebenen zu eskalieren...


Als einziger Lichtblick verblieb die grandiose Urlaubsmusik, die hier von vielen verschieden Künstlern zusammen getragen wurde. Neben "Sunny" (Cher), gab es auch neu arrangierte Versionen von "Hey Jude" (Paul Nero) oder "Summer in the City" (The Ventures) auf die Ohren. Die Hauptverantwortlichen für diesen fantastischen Sommer-Sonne-Strand-Sound-Mix waren letztendlich aber Roland Kovać und Paul Nero aka Klaus Doldinger, wobei das elektrisierende Dabada-ba alles andere in den Schatten stellte :tanzen4:


Score : Orchester Roland Kovać, Paul Nero #2 (= Klaus Doldinger), The Ventures, Cher, Johnny Rivers & Lee Shane


Fazit: Ein fantastischer Film, der aufgrund seiner tollen Bilder und der wohlig unterkühlten Atmosphäre unumschränkt fesseln kann. Die Darsteller steuern dann den Rest bei.... :dh:



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Filmausschnitt #1

Filmausschnitt #2

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Soundtrack:

Orchester Roland Kovać - Dabada-ba :dh:

Orchester Roland Kovać - Acapulco

Paul Nero (Klaus Doldinger) - Wade in the Water



ps: Auf Cinema.de wurden scheinbar versehentlich Aushangfotos von Negresco abgebildet.... :jc_hmmm:



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 Post subject: Re: 48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Klaus Lemke
PostPosted: 20.01.2016 07:02 
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Dann vielen Dank für diesen schönen Beitrag! Wenn man sich die Screenshots anschaut, bekommt man einen guten Eindruck über den hochwertigen Charakter des Films, denn der ist einfach durchgehend toll fotografiert worden. Ich denke, dass der in Farbe sicherlich Einiges an Wirkung eingebüßt hätte. Mir hat ja auch die Musik besonders gut gefallen, die ist richtig fantastisch und tönt so ganz anders daher, als man es aus deutschen Filmen dieser Zeit gewöhnt ist.


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 Post subject: Re: 48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Klaus Lemke
PostPosted: 21.01.2016 06:54 
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Hatte mir tatsächlich auch während des Filmverlaufs des Öfteren selbst die Frage gestellt, wie dieser Film wohl in Farbe wirken würde, bin dann aber auch jedes mal zum gleichen Ergebnis gekommen: Dieser Film funktioniert nur in seiner s/w Ästhetik!

Dabei gibt es viele andere s/w Filme, die ich brennend gerne im heißgeliebten Farbenrausch erlebt hätte, aber "48 Stunden bis Acapulco" wäre in Farbe dann wohl tatsächlich zu einem belangloseren Urlaubsfilmchen verkommen. War bereits bei meiner Premiere sehr von dieser sehr eigenwilligen, aber auch zugleich famosen Inszenierung angetan, wobei ich im Vorhinein etwas komplett anderes erwartet hatte.

Der Soundtrack klingt einfach nur fabelhaft, obwohl mich die etwas außergewöhnliche Selektion das ein oder andere mal doch kurzzeitig etwas irritierten konnte... :? (natürlich im positiven Sinn ;) )


Eigentlich wären sowohl der Soundtrack, als auch der eigentliche Film beides heiße Kandidaten für eine längst überfällige (Wieder-)Veröffentlichung in digitaler Form :pray:


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 Post subject: Re: 48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Klaus Lemke
PostPosted: 24.01.2016 16:07 
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Richie Pistilli wrote:
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Mir kam der Gedanke mit der Farbe nur wegen dieses schönen Kinoplakats in den Sinn, denn sonst mache ich mir da eigentlich keine Gedanken drüber und nehme jeden Film so an, wie er ist.


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 Post subject: Re: 48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Klaus Lemke
PostPosted: 24.01.2016 18:02 
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In der Regel mache ich mir die auch nicht, aber bei bestimmten Filmen ab Mitte der 60er kommt mir der -wie würde dieser Film wohl in Farbe wirken- Gedanke dann doch ab und an i.d. Sinn.

Wie Du weißt, schaue ich mir gerade die Edgar Wallace in chronologischer Reihenfolge an und dabei ist mir gerade bei den letzten s/w Teilen der gleiche Gedanke gekommen. Ein weiterer Vertreter war In Frankfurt sind die Nächte heiß, wobei der s/w-Look dieser Sause sehr gut steht. Der Gedanke hierbei wurde aber auch aufgrund der weiter unten im Thread geposteten Farbfotografien geweckt... ;)


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 Post subject: Re: 48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Klaus Lemke
PostPosted: 25.01.2016 09:07 
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Ja, bei Wallace wird man häufig mit der Nase drauf gestoßen, weil es in etlichen s/w-Filmen bunte Credits gibt, oft sieht man ja auch einen kompletten Farbvorspann, wie beispielsweise bei "Zimmer 13" oder "Der unheimliche Mönch". Da muss ich sagen, dass den Gedanken an einen kompletten Farbfilm schon sehr oft gehabt habe, stimmt. Spontan fällt mir noch "Kitty und die große Welt" mit Romy Schneider ein, der ursprünglich in Farbe hergestellt wurde, es aber nur zu einer s/w-Veröffentlichung brachte, weil das Material nicht mehr auffindbar war. Da hätte ich den Film schon gerne in der ursprünglichen Version gesehen, eben so, wie er gedacht war. Trotzdem war ich bei "48 Stunden bis Acapulco" relativ überrascht, weil es außer dem Plakat sonst keine derartigen Verbindungen gibt.


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 Post subject: Re: 48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Klaus Lemke
PostPosted: 25.01.2016 20:02 
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Prisma wrote:
Trotzdem war ich bei "48 Stunden bis Acapulco" relativ überrascht, weil es außer dem Plakat sonst keine derartigen Verbindungen gibt.


Bei mir waren in diesem Fall die (s/w-unterkühlt) sommerlichen Kulissen und das Entstehungsjahr für das farbliche Gedankenspiel ausschlaggebend ;) Bei deutschen s/w Filmen ab den Jahren 1966/67 kommt mir immer unweigerlich der durchwegs farbenfrohe “Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn” als Vergleichswert in den Sinn... :?



Hatte mir soeben auch das s/w Glanzstück “The Lady of the Lake” in aller Ruhe zu Gemüte geführt, während dessen Verlauf aber noch nicht einmal der Ansatz eines colorierten Gedankengangs aufkam... Scheinbar hat das Ganze bei mir etwas mit ganz bestimmten Filmingredienzien und dem entsprechenden Entstehungsjahr zu tun... :unknown: :)


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 Post subject: Re: 48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Klaus Lemke
PostPosted: 18.12.2016 14:51 
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Hi Leute,

den Filme suche ich jetzt schon ewig, hat jemand einen Tipp, wo man ihn überhaupt bekommen kann? Auf DVD ist er offenbar noch nicht erschienen, alte VHS-Kassetten im Angebot habe ich keine gefunden und Streams ebensowenig.

=> Wo bekommt man den Streifen zu sehen?

Grüße!


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 Post subject: Re: 48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Klaus Lemke
PostPosted: 27.08.2018 20:08 
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Ein stiller, unspektakulärer, kostengünstig inszenierter Film, der trotz genannter Eigenschaften fortwährend zu fesseln weiß. Dafür sorgen unter anderem ein toller Look, der grandiose Score sowie die guten Darsteller. Hatten die Hippies doch einst jegliche Anzugträger als Spießer und Faschisten tituliert, so wird hier mal wieder das absolute Gegenteil suggeriert. Ich mochte Hippies noch nie, und wenn ich ein Ticket für die Zeitmaschine bekommen könnte, dann würde meine Reise, selbsterklärend mit Anzug und schlakzig gebundener Krawatte, in die 1960er führen und dann, ja dann fordere ich eine halbe Millionen für die Papiere. Welche Papiere? Egal!

Das deutsche Kino gleicht einer tief verbuddelten Schatztruhe, die zahlreiche unbekannte Juwelen birgt. Ein wirklich cooler Film mit einem ebenso coolen Finale.

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 Post subject: Re: 48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Klaus Lemke
PostPosted: 27.08.2018 22:01 
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sid.vicious wrote:
Das deutsche Kino gleicht einer tief verbuddelten Schatztruhe, die zahlreiche unbekannte Juwelen birgt.

Schön gesagt!
Ich bin auch immer wieder überrascht darüber, was alles zutage kommt, obwohl ich oft das Gefühl hatte, dass da nicht mehr so viel Neues kommen dürfte.
"48 Stunden bis Acapulco" ist wirklich sehenswert, und obendrein eine Art charismatisches Aushängeschild des modernen deutschen Films dieser Zeit geworden.
Könnte gerne einmal veröffentlicht werden!


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