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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: ...UND NOCH NICHT 16 - Peter Baumgartner
PostPosted: 08.03.2015 01:09 
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D 1967


D: Rosy-Rosy, Helen Vita, Peter Capra


Rosy ist noch keine sechzehn Jahre alt, hat aber im Leben schon viel mitgemacht. Die frühreife Fünfzehnjährige hält es im Fürsorgeheim nicht mehr aus und türmt. Helen, eine verlebte Sängerin, gewährt ihr Unterschlupf. Allerdings ist der Schutz, den sie bei ihr findet, nur von geringer Dauer. Als ein älterer Herr, der sich als Bankdirektor ausgibt, auftaucht, beginnt neues Leid für das junge Mädchen. Er sorgt dafür, dass die Minderjährige Schäferstündchen mit einigen Herren verbringt und erpresst die Verführer anschließend. Dann lernt Rosy jedoch einen Studenten kennen, für den sie mehr empfindet. Kann er ihr helfen und sie aus ihrer misslichen Lage befreien? (Amazon)


Die Inhaltsangabe hat mal wieder ihre Tücken, ein Bankdirektor ist nämlich weit und breit nicht zu sehen, dafür aber der künstliche Direktor der Sängerin Helen, der ein Hang zu Arschlochismus und Erpressung hat. Bei dieser Sängerin handelt es sich um Helen Vita, die hier sich mehr oder weniger selbst spielt und frivole Songs zum besten gibt, die etwas andere Version eines Schlagerfilms, sozusagen. Diverse Nacktszenen dürften damals noch einen gewissen Aufsehenheitserregungsfaktor gehabt haben, die 18er-Freigabe ist aus heutiger Sicht freilich längst überholt. Storymäßig kommt der gerade mal 70 Minuten lange Film nicht so richtig in die Hufe, und diverse Gesangseinlagen der Vita lassen seine Nettolänge unter eine Stunde sinken. So handelt es sich um ein interessantes Zeitdokument, das aber nicht unbedingt gesehen haben muss. Für Peter Baumgartner war es das einzige Mal, das er auf dem Regiestuhl Platz nehmen durfte, dafür fungierte er danach als rechte Hand von Erwin Dietrich, als Kameramann, Cutter, Vertoner, Filmeinkäufer etc. pp, und das ist ja auch was.


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 Post subject: Re: ...UND NOCH NICHT 16 - Peter Baumgartner
PostPosted: 20.01.2016 20:02 
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…und noch nicht sechzehn – Peter Baumgartner

(Deutschland 1968)

9.1.2016; Kino (35mm, Kommkino Nürnberg) / 1,66:1



Kurzrezension

Die 15jährige Rosy gerät als obdachlose Waise in die kriminelle Halbwelt des großstädtischen Nachtklubmilieus, freundet sich mit Gästen und der Sängerin Helen an, wird aber teils auch ausgenutzt bis hin zur Prostitution. Am Ende gibt es eine tragische Wendung in ihrem Leben.

Peter Baumgartner ist in erster Linie Kameramann, seine einzige Regiearbeit neben einer ungenannten Ko-Regie bei „Ich – ein Groupie“ (1970) ist stilistisch sehr nahe an „St. Pauli zwischen Nacht und Morgen“ (José Bénazéraf, 1967), bei dem er wie bei „…und noch nicht sechzehn“ die Kamera führte. Diese zeigt sehr stimmungsvolle Straßenpanoramen, empfindungsvolle Gesichter in verrauchten Nachtklubs und starke, schwarz/weiß-Kontraste – und ist als Film des Produzenten Erwin C. Dietrich in dessen s/w-Phase der späten 60erjahre entstanden. Die Handlung ist sehr rudimentär entwickelt, Stadt, Gesang und Fühlen stehen im Vordergrund und vermögen es, den Zuschauer zu fesseln.

Helen Vita, die eine Nachtklubsängerin spielt, darf drei verruchte Lieder singen, darunter das den Filmtitel inspirierende „Sexy und noch nicht 16“ gleich zu Beginn des Films. Getextet hat es Walter Baumgartner, ihr Ehemann, Filmkomponist (auch dieses Films) und Onkel von Peter Baumgartner. So lasziv-sexy, wie Helen Vita singt, ist teils auch der Film geschrieben. Teils, denn es gibt auch die für die Entstehungszeit so typischen chauvinistischen Sprüche: „Ein Mann ist so alt wie er sich fühlt, eine Frau ist so alt, wie sie sich anfühlt“.

Der Film wurde als Nachholvorstellung auf dem 15. außerordentlichen Filmkongress des Hofbauer-Kommandos gezeigt, nachdem die Vorstellung auf dem 1. auswärtigen Sondergipfel in Frankfurt im Herbst 2014 nicht geklappt hat. Der Kongress ließ sich von den stimmungsvollen Bildern gefangennehmen und war dem Film gegenüber positiv gestimmt. Entgegen der falsch angegebenen Lauflänge bei filmportal.de und der daraus resultierenden Vermutung im Aufrisstext zum Kongress dauert der Film nicht 90 Minuten und die pidax-DVD ist ungeschnitten!


Fazit:

Gefühlvoller Großstadtimpressionismus ohne Sentimentalitäten oder Kitsch.

Wertung:

6,5 / 10


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 Post subject: Re: ...UND NOCH NICHT 16 - Peter Baumgartner
PostPosted: 09.03.2020 23:38 
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Jau, ein absolut kitschfreies Vehikel, das mir unter anderem aufgrund seiner negativ geprägten Veranlagung recht gut gefallen hat.

7 von 10

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