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 Betreff des Beitrags: THERESE UND ISABELL - Radley Metzger
BeitragVerfasst: 11.01.2019 17:41 
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Therese und Isabell – Radley Metzger

(D / USA / F / NL 1968)

2.1.2019, Kino (Kommkino Nürnberg, 35mm, DF)



Inhalt:

Um ihre Erinnerungen aufzufrischen, besucht Therese nach 20 Jahren wieder ihr Mädcheninternat, das inzwischen verlassen ist. Vor ihren Augen entstehen die Bilder, wie sie ihre große Liebe Isabell kennenlernte, die vor den strengen Lehrerinnen und auch Mitschülerinnen geheim gehalten werden musste, bis Isabell schließlich verschwand und Therese sie nie wieder sah.


Review:

Radley Metzger drehte mit dem deutschen Kameramann Hans Jura ein Jahr zuvor bereits „Carmen Baby“; wie bei diesem zeichnete sich auch Jesse Vogel mitverantwortlich für das Drehbuch aus. Der zugrundeliegende Roman von Violette Leduc ist ein Opfer der französischen Zensurgeschichte: Als zweiteiliger Roman „Ravages“ 1954 um die erste Hälfte „Thérèse et Isabelle“ verboten, erschien diese 1966 gekürzt und erst 2000 mit dem Schlussteil vollständig. Der Film bezieht sich nur auf den „Thérèse-und-Isabelle“-Teil.

In wie gewohnt bei Radley Metzger perfekten Kamerabildern wird – diesmal in schwarz/weiß – gefühlvoll und ohne jede Exploitation eine lesbische Liebesgeschichte erzählt. Die eher zahmen Sex- und Nacktszenen sorgten jedoch dafür, dass der Film in einigen Ländern zensiert und skandalisiert wurde. Metzger und Jura gelang in „Therese und Isabell“ entgegen der Zensorenmeinung in einigen Szenen große, an den Surrealismus grenzende Kunst: Es wird viel mit Kontrasten gearbeitet – enge Internatsräume, erste Streicheleinheiten der beiden in einer Telefonzelle vs. viel freie Natur, Gärten und Biergärten; Sex zwischen den beiden findet einmal in einer Kirche statt, der Kontrast hier muss vermutlich nicht erklärt werden – und in einer Szene kommuniziert und interagiert die 20 Jahre ältere Gegenwarts-Therese mit der Isabell der Vergangenheit. - - Wo Licht ist, ist auch Schatten: Zu allen Liebesszenen in dem Film werden erotische Romanauszüge aus dem Off vorgelesen, da die starken Bilder für sich selbst sprechen – eine sehr lange in einer Einstellung gedrehte Szene zeigt ausschließlich Extreme-Close-ups – bringt das keinen Mehrwert und nervt nach einiger Zeit sogar.

Störend wirkt auch die manchmal allzuflapsige Synchronisation: „Er (ein Vogel) war ein Geschenk von Oswald Kolle. Er ist leider eingeschlafen. An Übersättigung“

Der Film wurde auf dem 18. Außerordentlichen Filmkongress des Hofbauer-Kommandos gezeigt und wurde vom Publikum positiv aufgenommen.


Fazit:

Ein schöner, wenn auch vergleichsweise schwacher Film von Radley Metzger.


Wertung:

6,5 / 10


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