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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: KOCHENDES BLUT - Santos Alcocer
PostPosted: 27.06.2018 00:32 
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KOCHENDES BLUT

● EL COLECCIONISTA DE CADÁVERES / CAULDRON OF BLOOD / CHILDREN OF BLOOD / KOCHENDES BLUT (E|US|GB|1970)
mit Jean-Pierre Aumont, Boris Karloff, Viveca Lindfors, Rosenda Monteros, Milo Quesada, Dyanik Zurakowska und Jacqui Speed
hergestellt durch die Producciones Cinematográficas Hispamer Films | Robert D. Weinbach Productions
ein Film von Santos Alcocer


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»Die Zigeuner wissen genau, wann der Teufel kommt!«

Der Journalist Claude Marchand (Jean-Pierre Aumont) hat den Auftrag, ein Interview mit Franz Badulescu (Boris Karloff) zu führen, einem sehr bekannten Bildhauer. Durch einen von seiner Frau Tania (Viveca Lindfors) verursachten Unfall ist der Virtuose jedoch erblindet und zusätzlich auch körperlich weitgehend eingeschränkt. Um seine Arbeit fortführen zu können, benötigt er für die Architektur seiner Skulpturen menschliche Skelette, die ihm seine eigene Ehefrau permanent beschafft. Claude Marchand findet schließlich heraus, welch hohen Preis Andere für die Kunst zu bezahlen haben und versucht dem teuflischen Treiben ein Ende zu bereiten...

Die Arbeiten des spanischen Regisseurs Santos Alcocer sind relativ rar gesät und nachdem er 1959 erstmals auf dem Regiestuhl platz nahm, um beispielsweise einen Genre-Vertreter wie "Erotik in der Folterkammer" zu inszenieren, war mit "Kochendes Blut" auch schon wieder das Ende seiner Zeit als Regisseur gekommen. Manch einer mag hier möglicherweise einen direkten Zusammenhang mit dem Endergebnis dieses 1970 entstandenen Vertreters des Horrorfilms sehen, da es in mancherlei Hinsicht und gewissermaßen für sich selbst spricht, teilweise auch eine eigenartige Symbiose zwischen bizarrem Trash und hoffnungsvoller Ambition eingeht. Dem hoch atmosphärischen Vorspann folgt ein früher Mord mit einer Drahtschlinge, bei dem der Täter nicht zu identifizieren ist, sodass sie die Hoffnung über einen gut angelegten Whodunit etabliert, was zumindest ein bisschen frühe Spannung aufkommen lässt, sich aber nicht durchsetzt. Vor der traumhaften Kulisse an Strand und Meer entfaltet sich allerdings alles andere als Urlaubsflair, da man den dort ansässigen Leuten lieber nicht in die Hände fallen würde. Interessiert schaut man daher nicht nur auf besonders krude Charaktere, die maßgeblich daran beteiligt sind, dass sich die gewünschte Atmosphäre entfalten kann, sondern auch auf eine ebenso rabiate Geschichte, deren Effekte zugegebenermaßen in recht limitiert wirkenden Möglichkeiten daherkommen. Interessant ist sicherlich vor allem die Partizipation des britischen Darstellers und Horrorfilm-Ikone Boris Karloff, der hier in einer der Hauptrollen als blinder Bildhauer in einem seiner letzten Filme zu sehen ist und der Produktion zumindest ein paar Vorschusslorbeeren verleihen kann, wenngleich die wirklich denkwürdigen Leistungen von anderen Interpreten zu sehen sind.


Das neue Lexikon des Horrorfilms wrote:
Boris Karloff war bei den Aufnahmen 80 Jahre alt und mehr tot als lebendig: Sein rechtes Bein wurde von einer Stahlschiene gestützt, ohne die er nicht mehr gehen konnte. Des Weiteren musste ihm ständig Sauerstoff zugeführt werden, er litt an einer schweren Arthritis und hatte nur noch eine halbe Lunge. Kochendes Blut wurde erst drei Jahre nach dem Tod des Hauptdarstellers aufgeführt. Obwohl die Produktion an einem Fast-Null-Budget krankte (und Santos Alcocer, dem Regisseur, kaum der Ruf vorauseilte, ein besonders begabter Filmemacher zu sein, fand der Film in den USA und speziell in Mexiko sein Publikum: »Es handelt sich um jene Art Stoff, den das Publikum ernst nehmen oder belächeln kann. Spaß werden beide Zuschauergruppen daran haben.«

Bevor der Film in bestimmten Intervallen immer wieder an Fahrt aufnehmen und spannende Momente transportieren wird, kann auf ein sehenswertes Genre-Gemisch mit altbekannten Zutaten geblickt werden, das in bunten Bildern für die nötige Intensität sorgen kann. In darstellerischer Hinsicht wird insgesamt Adäquates geboten. Der französische Hauptdarsteller Jean-Pierre Aumont führt den internationalen Cast unaufgeregt aber charmant an und kann demzufolge einen guten Eindruck hinterlassen. Neben insbesondere Boris Karloff sind einige weitere gute alte Bekannte des Filmgeschäfts zu sehen, wie beispielsweise Milo Quesada oder Manuel de Blas. Auch die hübsche Rosenda Monteros kann für ein gewisses Aufsehen sorgen. Die womöglich denkwürdigste und daher beste Leistung liefert jedoch die gebürtige Schwedin Viveca Lindfors, als unangenehm dominante und gebieterisch wirkende Ehefrau des blinden Künstlers Franz Badulescu, bei der einem das Blut in den Adern gefriert. Als beispielsweise ein bestialischer Mord geschieht, gefällt sie sich als Zuschauerin und möglicherweise Drahtzieherin darin, sich erst einmal genüsslich eine Zigarette anzuzünden, um dabei ungeduldig ein Likörchen zu genießen. Nicht schlecht, denn solche Charaktere braucht ein Film wie dieser, um fernab der klassischen Inszenierung zu funktionieren. Aber das tut "Kochendes Blut" auch so, und schließlich sieht man einem kleinen, aber feinen Beitrag, der in dem Bereichen Atmosphäre und Spannung zumindest immer einmal wieder kleinere Duftmarken setzen kann. Viele Intervalle sind zugegebenermaßen etwas zäh geworden, da auch eine Art von leichtem Humor verbreitet wird, für den man in einem solchen Film einfach bereit sein muss. Wenn sich die Geschichte jedoch löst und man die Abwege der Vergangenheit gefunden hat, darf man im Großen und Ganzen recht zufrieden mit Santos Alcocers Filmchen sein, der seinen Dienst am Kunden gut erfüllen kann.


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