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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: TERRORGANG - Tomás Aznar
PostPosted: 13.07.2018 22:42 
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Terrorgang (D)
Más allá del terror (ES)
Au-delà de la terreur (F)
Beyond Terror (USA)
Further Than Fear (USA)

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ES 1980

R: Tomas Aznar
D: David Forrest, Alexia Loreto, Raquel Ramirez, Emilio Siegrist, Francisco Sanchez, Antonio Jabalera, Martin Kordas u.a.

Score: Francisco Andrada, Albert Verrecchia, Steven Gold, Jean-Pierre Decerf & Leo Van Beers -- (7" & LP)

Italo-Cinema.de

OFDb



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Mir gefällt es, ich sehe gerne Menschen sterben.


Ein verheißungsvolles Schäferstündchen im Freien wird einem Stelzbock fortgeschrittenen Alters eines schönen Nachmittags zum tödlichen Verhängnis, da er sich nichtsahnend die teuflische Lola (Raquel Ramírez) als Kopulationspartnerin auserkoren hat. Und da die barbarische Terrorgangbraut ihrem Gegenüber alles andere als amoröse Gefühle hegt, sticht sie diesen nicht nur kurzerhand mit einem edelstählernen Messer bestialisch nieder, sondern erleichtert ihn daraufhin seiner mitgeführten Finanzen, denn der dauerhaufte Konsum harter Drogen geht bekanntlich ganz schön ins Geld. Doch leider reicht die mitgeführte Geldsumme des mittlerweile gehimmelten Stelzbocks für die benötigte Stoffmenge noch lange nicht aus, so dass Lola gemeinsam mit ihren beiden skrupellosen Terrorgangkumpanen Chema (Francisco Sánchez Grajera) und Nico (Emilio Siegrist) sowohl das nächstgelegene Pub brandschatzen, als auch ein auf der Durchreise befindliches Liebespaar für die anschließende Flucht vor der Polizei als Geiseln nehmen. Zeugen werden dabei übrigens keine zurückgelassen!


Und wie es der Zufall so will, stoßen die drei mordlüsternen Bestien bereits kurz darauf auf ein in der spanischen Einöde abgelegenes Haus, welches schließlich von einer älteren Dame, deren Enkel und einem beißwütigen Schäferhund bewohnt wird. Was folgt, ist eine gewaltsame Übernahme der Baulichkeit, bei der auch nicht lange gefackelt wird, denn schon im nächsten Augenblick geht die alte Dame samt ihrem Anhang lichterloh in Flammen auf. Doch bevor sie ihre letzten Lebensgeister endgültig verlassen, gelingt es der recht leichtentflammbaren Dame dem unersättlichen Pack noch rechtzeitig einen todbringenden Rachefluch an die Backe zu wünschen, wodurch sich wiederum eine ganze Armada an bösen Mächten an deren Fersen heftet. Wird es dem teuflischen Trio gelingen, den rachedürstigen Mächten lebend zu entrinnen?


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Was für ein fieses Filmwerk! Was zunächst wie eine gangmäßige Terrorfilmsause beginnt, endet schließlich in einem rachegeladenen Horrorspektakel!.



"Bis die Köpfe platzen!"

Drei berserkerhafte Hallodris terrorisieren in der spanischen Provinz unschuldige Dorfbewohner und knallen sich dabei durchwegs ihre Birnen mit allen möglichen Rauschmitteln zu, denn egal ob lähmender Kiff, aufpeitschendes Marschpulver oder allmachtsfantasieauslösende Opiate, hauptsache es knallt! Obendrein scheinen die drei entfesselten Jungspunde auch keine ordentliche Kinderstube genossen zu haben, da neben dem fehlenden Einfühlungsvermögen gegenüber ihren Mitmenschen auch ohrenscheinlich ihr Sprachvermögen auf der Strecke geblieben ist, denn die Gossensprache der iberischen Terrorgang besteht fast ausschließlich aus üblen Schimpfwörtern und allgemeinen Vulgarismen.


Aber auch die zunächst unschuldig wirkenden Geiseln haben es faustdick hinter den Ohren, denn diese setzen alles daran, damit man sie schließlich auch nicht mögen kann. So bietet beispielsweise der rückgratlose Immobilienmarkler Jorge (Antonio Jabalera) seine hilflos ausgelieferte Sekretärin und Geliebte Linda (Alexia Loreto ) völlig selbstlos den diabolischen Outlaws an, um dadurch sein erbärmliches Leben retten zu können. Seine Geliebte steht im dabei aber in Puncto Ruchlosigkeit in rein gar nichts nach, denn auch Linda würde ihren geliebten Chef zum eigenen Vorteilsgewinn -ohne dabei auch nur mit der Wimper zu zucken- den blutrünstigen Bestien zum Fraß vorwerfen. Alles in Allem bietet dieses abgründige Filmspektakel dem entgeisterten Betrachter also keinen einzigen Sympathieträger, wodurch diesem auch zugleich eine mögliche Identifikationsfigur von vorneherein genommen wird. Hinzu gesellt sich eine dermaßen hanebüchene Story, bei der man sich dann ständig fragen muss: passiert das jetzt tatsächlich?


Diese unbeschreibliche Euro-Grindhouse-Sause beginnt sogleich mit dem eiskalten Mord an dem endlos aufgegeilten Stelzbock, woraufhin nahtlos das schändliche Raubüberfallmassaker auf das provinziale Pub mit der einhergehenden Geißelnahme des Liebespaares von statten geht. Mit der anschließenden Hausbesetzung endet dann aber auch schon der terrorlastige Teil der Inszenierung im flammenden Inferno, was wiederum dazu führt, dass der horrorlastige Rache-Teil seine Fahrt aufnimmt und bereits nach kürzester Zeit das gezeigte Treiben bis zum endgültigen Finale unumstößlich bestimmt. Ausgelöst durch einen von der lichterloh brennenden Dame verhängten Rachefluch, versuchen von da an böse Mächte der tötungswütigen Brut nicht nur ans Leder zu gehen, sondern im weiteren Filmverlauf auch endgültig den Garaus zu machen. Nebenbei kommt es auch noch zu einer Selbstentzündung eines Autos, woraufhin sowohl einer der Insassen als auch ein millionen-dollar-schwerer Koffer den Flammen zum Opfer fallen. Geführt von den bösen Mächten des Racheschwurs strandet die Gang schließlich in einer verlassenen und von der Zivilisation weit abgelegenen Kapelle, wo dann auch noch ein brandheißes und zugleich orgasmisches Ritual zu Ehren des allerhöchsten Belzebubs abgehalten wird.


Als Krönung wurde dieser abgründigen Filmsause außerdem eine mehr als passende und zugleich hochgradig vulgäre Synchronisation verpasst, die schließlich dem asozialen Treiben der Terrorgang in rein gar nichts nachsteht. Leider wirkt das Ganze nicht nur recht steril produziert, sondern weist auch eine ungünstige Sprecherwahl auf. Als weiterer Wermutstropfen kann der recht spärliche Einsatz der zwei-trackstarken Filmmusik angeprangert werden, da diese (zumindest in deutschen Synchronfassung) neben der Untermalung des Vor- und Abspanns lediglich an einer weiteren kurzen Filmstelle ihre Verwendung fand.


Zu guter Letzt erinnert der zweigeteilte Inszenierungstil an Filme wie beispielsweise BLUTNACHT DES TEUFELS oder FROM DUSK TILL DAWN, wobei sich der erstgenannte Titel dem Zuschauer zunächst als ein regulärer Bikerstreifen eröffnet, bevor sich dieser dann irgendwann in eine völlig abgedrehte Okkult-Horror-Sause mit motorradfahrenden Werwölfen verwandelt. FROM DUSK TILL DAWN beginnt wiederum als wahnsinniger Action-Road-Movie und endet völlig unerwartet als splatterige Vampirangelegenheit.


Fazit: Ein niederträchtiges Stück Film, welches zunächst im Gewand eines terrorhaften Bikerfilms daher kommt, dann aber völlig unerwartet zu einer rachedürstenden Horrorsause mutiert. Fies Deluxe!


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Filmausschnitt:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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 Post subject: Re: TERRORGANG - Tomás Aznar
PostPosted: 14.07.2018 09:21 
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Wahnsinn was du da wieder ausgegraben hast. 😲

Hört sich genau nach meinem Geschmack an.
Schön das man immer wieder hier was unbekanntes entdecken kann.


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 Post subject: Re: TERRORGANG - Tomás Aznar
PostPosted: 14.07.2018 11:10 
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Produktionsland: Spanien
Erscheinungsjahr: 1980
Regie: Tomas Aznar
Produktion: Juan Piquer Simón
Drehbuch: Tomás Aznar, Miguel Lizondo, Juan Piquer Simón
Kamera: Julio Bragado
Schnitt: María Luisa Soriano
Spezialeffekte: Francisco García San José, Pablo Pérez
Länge: ca. 80 Min.
Freigabe: FSK 18
Darsteller: David Forrest, Alexia Loreto, Raquel Ramirez, Emilio Siegrist, Francisco Sanchez, Antonio Jabalera, Martin Kordas

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Lola, Chema und Nico sind vom Leben nicht verwöhnt worden, aber muss man deshalb so ausrasten? Dieses Trio (ursprünglich vier, einer wird aber bei einem Überfall abgeschossen) anscheinend schon, denn sie ziehen mordend und plündernd durch die Lande, ohne ein Ziel vor Augen zu haben. Als das erbarmungslose Pack (das mittlerweile auch zwei Geiseln im Schlepptau hat) eine alte Dame und ihren Enkel in deren Haus verbrennt, spricht die gequälte Oma vor ihrem Ableben einen Fluch aus. Fortan greifen die Krallen der Hölle nach dem erbarmungslosen und obendrein noch drogensüchtigen Mordgesindel.

Nach nun annährend 3 Jahrzehnten habe ich heute (11. Juni 2018) endlich wieder TERRORGANG geschaut. Ein ganz toller und teilweise extrem asozialer Streifen, der als Terrorfilm beginnt und zum Horrorfilm transformiert. Die deutsche Synchronisation ist phänomenal, die Darsteller/innen agieren richtig gut.

Fazit: Niederträchtig und abartig! Ein ganz feines Filmchen!

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 Post subject: Re: TERRORGANG - Tomás Aznar
PostPosted: 14.07.2018 17:19 
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Matze5878 wrote:
Hört sich genau nach meinem Geschmack an.

Oh ja, diese abgründige Terrorsause dürfte tatsächlich genau Deinem Gusto entsprechen :)

Matze5878 wrote:
Wahnsinn was du da wieder ausgegraben hast. 😲
Schön das man immer wieder hier was unbekanntes entdecken kann.

Hatte bereits vor längerer Zeit einen Filmthread im spanischen Unterforum eröffnet, der aber dann im Rahmen des schicksalhaften Update-Crashs leider mit über die Wupper ging.... :cry:


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