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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: THE ICE HOUSE - Derek Lister
PostPosted: 30.12.2017 13:23 
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The Ice House
(Ghost Story for Christmas: The Ice House)
Großbritannien 1978 - Directed by Derek Lister
Starring: John Stride, Elizabeth Romilly, Geoffrey Burridge, David Beames, Gladys Spencer...


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Das Geschwisterpaar Jessica (Elizabeth Romilly) und Clovis (Geoffrey Burridge) betreibt in aller Abgeschiedenheit eine idyllische Wohlfühloase auf dem Lande, speziell zugeschnitten auf ältere, alleinstehende Männer und Frauen, denen der Kuraufenthalt so angenehm wie möglich gestaltet wird. Einer der Handvoll Gäste ist der von seiner Frau verlassene Paul (John Stride, The Omen), welcher einige Wochen in diesem exklusiven Resort gebucht hat, um nach diesem schmerzhaften Einschnitt in seinem Leben wieder auf die Beine zu kommen. Doch je länger sein Aufenthalt dauert und je mehr er über die Anlage in Erfahrung bringt, desto stärker nehmen seine Paranoia sowie seine Beunruhigung zu. Die anderen Gäste verhalten sich ausgesprochen seltsam, kalte Schauer ziehen wegen löchriger Fenster durch sein Zimmer, und Jessica und Clovis scheinen rund um die Uhr für ihn da zu sein, während sie die anderen Kurgäste vernachlässigen. Außerdem hat sein Masseur Bob (David Beames) ungewöhnlich kalte Hände, und eines Tages bittet er Paul aus heiterem Himmel, er möge ihm doch dabei behilflich sein, diesen Ort zu verlassen, alleine würde er es nicht schaffen. Am nächsten Tag ist Bob jedoch spurlos verschwunden. Bei seinen Streifzügen durch den Park landet Paul immer wieder beim kleinen, steinernen Eishaus, das einsam und verlassen in einer Ecke steht. Schließlich treibt ihn die Neugier dazu, das kleine Häuschen zu betreten.

Mit The Ice House nimmt die kultige "A Ghost Story for Christmas"-Reihe der BBC ein (vorläufiges) Ende. Nach dem Abgang von Lawrence Gordon Clark, der alle bisherigen Episoden inszeniert hatte, wurde nun Derek Lister (Coronation Street) mit der Regie beauftragt, und er erledigte die Sache sehr ordentlich. Wie schon zuvor Stigma basiert auch The Ice House nicht auf einer literarischen Vorlage, sondern auf einem Originaldrehbuch, welches diesmal von John Bowen (The Treasure of Abbot Thomas) verfaßt wurde. Die sehr simpel strukturierte und überaus rätselhafte Geschichte ist nicht gerade aufregend, jedoch wird sie geschickt und sehr stimmungsvoll aufgebaut, bis mit der großen Enthüllung gegen Ende der Sack zugemacht wird. Interessanterweise spielt diese Enthüllung, obwohl ansprechend in Szene gesetzt, nur eine eher untergeordnete Rolle. The Ice House ist kein One-Trick-Pony, dessen letzter Twist sein alleiniger Daseinszweck ist. Vielmehr ist der mit Andeutungen gespickte Weg das Ziel, gekoppelt mit der seltsamen Atmosphäre, die irgendwie an David Lynch erinnert. Es würde mich jedenfalls gar nicht überraschen, wenn man vier, fünf Autominuten nach Verlassen des Erholungsresorts plötzlich von einer Ortstafel begrüßt werden würde, auf der die Worte Twin Peaks stehen. Zu dieser fast schon surreal anmutenden, mit der Zeit immer schauriger und beunruhigender werdenden Stimmung tragen viele Faktoren bei.

Wie das Geschwisterpärchen, welches wie eine jüngere Ausgabe der beiden schrulligen Vermieter aus dem Film Burnt Offerings (Landhaus der toten Seelen) wirkt. So freundlich, hilfsbereit und besorgt ihre Fassade auch ist, man spürt sofort, daß sich dahinter gewaltige Abgründe auftun. Außerdem wecken ihre ständigen Beteuerungen bezüglich des ominösen Eishauses ("We use it for ice. It was built for that.") erst recht Pauls Neugierde. Aber auch das isolierte, verzweigte Anwesen, das sonderbare Verhalten der Gäste sowie die immer wieder ins Zentrum gerückte, neben dem Eishaus wachsende Trompetenblume (die einen rauschhaften Duft verströmt und angeblich nie stirbt) prägen die befremdliche Mystery-Atmosphäre entscheidend. Von diesem merkwürdigen Flair abgesehen ist der am 25. Dezember 1978 erstmals ausgestrahlte The Ice House solide in allen Belangen. Schauspieler, Kamera, Schnitt, Musik... da gibt es überhaupt nichts dran auszusetzen, obwohl es zu keiner Zeit besonders positiv ins Auge fällt. The Ice House ist einfach ein sehr angenehmes Mood-Piece, aufgrund seiner kurzen Laufzeit von etwas mehr als dreißig Minuten ein kleines, unspektakuläres Häppchen für zwischendurch, welches zumindest Fans von britischen Gruselfilmen zufrieden stellen sollte. Vorausgesetzt natürlich, sie haben ein Faible für rätselhafte Auflösungen, die genug Interpretationsspielraum lassen. Denn Erklärungen für das mitunter bizarre Geschehen werden keine mitgeliefert.

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