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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 05.11.2010 17:33 
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Inhalt:
Ein gellender Schrei in der Nacht, dann Stille - Totenstille. Als sich der dichte Nebel auf der kleinen Insel vor der englischen Küste lichtet, bietet sich ein Bild des Grauens.
Vier grausam zugerichtete Leichen liegen in der Umgebung des alten Leuchtturms. Für die Polizei steht die einzige Überlebende dieses Massakers - die Amerikanerin Penelope Reed - als Täterin fest. Detektiv Brent aber ist skeptisch, zumal der Leuchtturmwächter mitsamt seiner Familie auf rätselhafte Weise verschollen ist. Brent beginnt Nachforschungen anzustellen, um diesem und anderen geheimnisvollen Vorgängen auf den Grund zu gehen. Die Spur führt in die finsteren Gänge unter dem Leuchtturm, zu einer Kultstätte des Gottes 'Baal'. Aus Neugier wird die Gier nach Gold, die einem nach dem anderen das Leben kostet.


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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 05.11.2010 20:28 
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Genialer Film, einer meiner absoluten Lieblinge. Die Insel aus Pappe, der Leuchtturm und die unterirdischen Gänge verpassen dem Film einen ordentlichen Grusel-Touch. Ein paar blutige Szenen gibt es auch zu bewundern, für das Alter des Films sind diese sogar ziemlich heftig ausgefallen. Die Darsteller machen ihre Sache auch sehr gut und es ist mal eine Wohltat in so einem Film nicht die übliche Teenie-Clique ertragen zu müssen.

Absolut stimmungsvolles Kino
10/10 Pkt

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Only the good die young


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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 05.11.2010 21:44 
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Leider habe ich die E-M-S DVD damals verpennt. Es wurde schon vor längerer Zeit eine Neuauflage von Anolis angekündigt. Scheint ein Film nach meinem Geschmack zu sein.

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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 06.11.2010 09:37 
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gibt es diesen oder auch die unter auf dem Bild aufgeführten so wie man sie dort sieht im Super-Jewel-Case?
Hab die nur als Amaray.
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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 06.11.2010 09:40 
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Easteregg

Bei der EMS DVD Kapitel 25 auswählen und bestaunen. :D

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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 06.11.2010 11:09 
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Man fasst es nicht. Da besitz ich die olle e-m-s Disc seit Anbeginn, aber ein Easter-Egg hab ich nicht mal geahnt... Danke SicK0!


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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 06.11.2010 12:38 
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Also ich kenne die nur als Amaray, Super Jewels hab ich nur von BMG in der Sammlung...

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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 12.03.2011 00:51 
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Muss mich mal wieder durchforsten, welche Filme hier schon reingestellt wurden und bin somit auf diesen hier gestoßen.

Genialer Film, freue mich, dass er bald von ANOLIS mit neuem Bildmaster auf DVD erscheint. Ich habe den Film noch auf VHS. Kann mich noch (als ob es heute gewesen wäre) dran erinnern, als ich den vor vielen vielen Jahren mit einem Schulkollegen geschaut habe. Vor lauter Aufregung hat er seinen Lederhandschuh so lange gedreht, bis er dünn wie ein Bleistift war :mrgreen: .

Ach ja.....herrliche Erinnerungen.


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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 26.07.2015 08:46 
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Britischer Horror aus einer wundervollen Zeit, garniert mit nackter Haut und Mettgut, überwiegend in sehr stimmungsvollen Studiokulissen produziert. Sehr angenehm, sehr, sehr angenehm.

Zunächst wollte ich die US-BD kaufen, es kam jedoch stets anderer Stoff dazwischen. So wanderte letztlich die Anolis BD in meine Sammlung, nicht ohne gewisse Bauchschmerzen. Angenehmerweise ist BD jedoch empfehlenswert, ergo waren meine Bedenken in diesem Fall unbegründet. Vor dem Film kann der geneigte Betrachter sich rund 16 Minuten Ausführungen von Marcus Stiglegger geben, keine Angst, auf ärgerliche Spoiler wird verzichtet. Zwar richtet sich das Vorwort eher an Einsteiger, in der kurzen Zeit ist vermutlich nicht viel mehr möglich. Insgesamt hörenswert, nur die falsche Aussprache des Nachnamens von Herrn Cushing schmerzt, darüber hinaus ist "Hammer Studios" keine korrekte Bezeichnung, aber das ist beklopptes Nerd-Genörgel.

Empfohlen!

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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 26.07.2015 18:19 
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Kaschings Arbeiten zu seinen Brei-Studio Zeiten sind mir die Liebsten.

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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 26.07.2015 18:51 
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War bisher der Meinung, dass es "Kusching" heißt, lasse mich aber eines besseren belehren.


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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 26.07.2015 18:57 
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Frank hat geschrieben:
War bisher der Meinung, dass es "Kusching" heißt, lasse mich aber eines besseren belehren.



Nö, da hast du ganz recht. "Kusching" ist sein Name.


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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 26.07.2015 19:18 
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Richtig. Ähnlich wie Schien Konnerie.

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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 26.07.2015 19:35 
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mike siegel hat geschrieben:
Richtig. Ähnlich wie Schien Konnerie.


Wenn Iren/Briten ihren Landsmann mit "Kusching" ankündigen, dann glaube ich denen mehr, als einem unlustigen Michael Siegel.

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 26.07.2015 19:41 
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Frank hat geschrieben:
War bisher der Meinung, dass es "Kusching" heißt, lasse mich aber eines besseren belehren.


So ist es. Wollte hier allerdings wegen der bekannten "Kasching statt Kusching" Problematik kein Fass aufmachen. :lol: ... obwohl ...

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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 26.07.2015 21:58 
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Da gibt es keine Problematik. Peter Cushing spricht man schon immer "Kusching". Sean Connery ist ja auch klar eigentlich. Nicht bei allen Medienmenschen allerdings... "Schien'' hört man leider immer wieder.

Und wer ist dieser humorlose anonyme Robert Shaw, der meinen Vornamen kennt? Nicht wichtig zum Glück...

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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 27.07.2015 09:04 
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mike siegel hat geschrieben:
Da gibt es keine Problematik. Peter Cushing spricht man schon immer "Kusching".


Die "Problematik" gibt es unangenehmerweise durchaus, leider wird Herr Cushings werter Name oft "Kasching" statt "Kusching" ausgesprochen, so geschehen im Vorwort von Marcus Stiglegger. Ein wenig schmerzhaft für einen alten Fanboy wie mich. Kein Weltuntergang, doch ein paar leichte Stockhiebe halte ich für angemessen ...

Sicherheitshinweis: Bitte um Beachtung der Grinsefratze!
--->>> ;) <<<---

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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 27.07.2015 10:28 
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Weiß ich doch :).
Ich meinte nur, es ist halt ein Fakt wie er heißt :).
Die Problematik entsteht ja nicht durch seinen Namen, sondern
durch Sprachkenntnisse. Mich stört es im privaten Bereich nie,
andere können anderes besser. Professionell lugt es eher unangenehm
vor (TV - Ansager z.B. Ich erinnere mich an DONALD SASSERLAAND,
MIRÄLLE DARK, ERNEST BORGNIENE und den guten alten SCHIEN CONNERY natürlich).

Egal, schließen wir's ab. Wie wäre es mit einem Thread "Aussprachehilfen". Mit
polnischen Namen hatte ich immer so meine Probleme. Auch mit ungarischen ...

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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 27.07.2015 16:27 
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mike siegel hat geschrieben:
Weiß ich doch :).
Ich meinte nur, es ist halt ein Fakt wie er heißt :).


Schon klar, habe nichts anderes behauptet. :D

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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 29.07.2017 11:40 
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Tower of Evil
(Turm der lebenden Leichen / Devil's Tower - Der Schreckensturm der Zombies / Horror on Snape Island / Horror of Snape Island / Beyond the Fog)
Großbritannien/USA 1972 - Directed by Jim O'Connolly
Starring: Bryant Haliday, Jill Haworth, Mark Edwards, Jack Watson, Anna Palk, Derek Fowlds...


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Adam: "Well, there's one thing that's certain."
Dan: "What's that?"
Adam: "That this is not the luckiest island in the world, is it?"
Hamp: "That'd be true. Snape Island never brought anything but unhappiness and tragedy for anyone."


Zwei verschiedene Gruppen Menschen statten der unwirtlichen Felseninsel Snape Island zu unterschiedlichen Zeiten einen verhängnisvollen Besuch ab. Die eine besteht aus vier amerikanischen Teenagern, die nach einem Jazz-Festival ein prickelndes Abenteuer suchen, die andere ist ein kleines, bunt zusammengewürfeltes Team aus Archäologen, welche auf der Insel verborgene Schätze der Phönizier vermuten. Als Tower of Evil beginnt, hat die jungen Amerikaner ihr grausiges Schicksal bereits ereilt. Gary (John Hamill, Trog), Des (Robin Askwith, Horror Hospital) und Mae (Seretta Wilson, Psychomania) sind tot, ihre leblosen Körper auf der kleinen Insel verstreut. Lediglich Penelope (Candace Glendenning, Satan's Slave) hat den Abstecher nach Snape Island überlebt, allerdings konnte ihr fragiler Geist den erlebten Schrecken nicht verarbeiten und ist in den Wahnsinn geflüchtet. Daß etwas Gräßliches passiert ist, steht also schon nach wenigen Minuten fest. Wie es dazu gekommen ist, daß der eine aufgespießt an der Wand endet, daß der zweite am felsigen Strand regelrecht abgeschlachtet wurde und daß die dritte nackt am Steinboden im oberen Bereich des schmucklosen Leuchtturms liegt, wird im weiteren Verlauf des Filmes nach und nach enthüllt.

Die Archäologen wissen über das Massaker Bescheid, wagen sich aber dennoch nach Snape Island. Schließlich kam der ermittelnde Polizist zum Schluß, daß Penelope in einem Anfall von wahnsinniger Raserei ihre Freunde getötet hat. Begleitet werden Adam (Mark Edwards, Blood from the Mummy's Tomb), Dan (Derek Fowlds, Frankenstein Created Woman), Nora (Anna Palk, The Nightcomers) und Rose (Jill Haworth, The Mutations) von einem Detektiv namens Brent (Bryant Haliday, Devil Doll), der denkt, daß an der ganzen Sache etwas faul ist, sowie von Hamp (Jack Watson, Schizo) und dessen Neffen Brom (Gary Hamilton), welche die Besucher mit ihrem Boot auf das Eiland bringen. Die sieben Menschen wähnen sich alleine auf der Insel, doch bald schon mehren sich die Zeichen, daß dem nicht so ist. Und daß von der unerbetenen Gesellschaft möglicherweise eine tödliche Gefahr ausgeht. Anfang der 1970er-Jahre befand sich der britische Genrefilm im Umbruch. Der übernatürliche (Fantasy-)Horror aus dem Hause Hammer Films, jahrelang ein verläßlicher Erfolgsgarant, war plötzlich passé, auch wenn das Studio das vorerst nicht wahrhaben wollte und im Jahre 1972 mit Vampire Circus (Circus der Vampire) und Dracula A.D. 1972 (Dracula jagt Mini-Mädchen) gleich zwei neue Vampirstreifen in die Kinos brachte.

Der überwiegende Teil des Publikums hatte genug von den klassischen Schreckgestalten; Graf Dracula, Baron Frankenstein (und dessen Kreatur), die Mumie und wie sie alle heißen, sie wurden verdrängt von einer neuen Art von Horror. Einer realistischeren, grimmigeren, garstigeren Art von Horror. Im selben Jahr wie Tower of Evil schuf Alfred Hitchcock Frenzy, präsentierte Pete Walker The Flesh and Blood Show (Im Rampenlicht des Bösen) und drehte Gary Sherman Death Line (Tunnel der lebenden Leichen). Dagegen kamen Vampire nicht an, und die goldene Ära der Hammer Films war damit Geschichte. Tower of Evil ist beileibe nicht der beste britische Schocker des Jahres, aber Regisseur Jim O'Connolly (The Valley of Gwangi), der George Baxts ersten Drehbuchentwurf komplett umschrieb, gelangen einige erstaunlich effektive Momente puren Horrors. Die Eröffnungsszene, beginnend mit einer ungeheuer stimmungsvollen Luftaufnahme des Leuchtturm(modell)s, der unheildräuend aus dem nebelverhangenen Felsboden der Insel emporwächst, ist großartig. Die nächsten Minuten, in welchen zwei Männer die Insel erkunden und unter anderem über die Leichen der Touristen stolpern, sind ebenso toll. Gekrönt wird diese so unheimliche wie grausige Einleitung mit zwei ganz famosen Schocksequenzen, die einen auch heute noch unwillkürlich zusammenzucken lassen.

Leider erreicht Tower of Evil das Niveau dieses furiosen Beginns in weiterer Folge nur noch ein einziges Mal, und zwar als Penelopes Schilderung der Ereignisse im Rahmen einer psychedelischen Hypnotherapie den Höhepunkt erreicht. Da knallt uns O'Connolly gekonnt eine dermaßen effektiv zusammengeschnittene Szenencollage des Gemetzels vor den Latz, daß man völlig baff ist und nur anerkennend staunen kann. Diese paar wuchtigen Sekunden schaffen es eindringlich, das Grauen, dem Penelope ausgesetzt war, fühlbar zu machen. Da wundert man sich dann auch nicht mehr, wieso sie den Verstand verloren hat. Der Rest des Filmes steht dann völlig im Schatten dieser fulminanten Sequenz. Das soll jetzt nicht heißen, daß die zweite Hälfte des Streifens schlecht wäre, aber man hat irgendwie das Gefühl, daß die Luft etwas raus ist, zumal nach diesem Höhepunkt für einige Zeit kaum etwas von Belang passiert. Ein klarer Fall von zu früh verschossenem Pulver. Aufgrund der nicht uninteressanten Figurenkonstellation, der erstklassigen (Studio-)Location, den guten Schauspielern und des bis kurz vor Ende nicht völlig gelüfteten Mystery-Elements bleibt man als Zuschauer gerne dran, nicht zuletzt, weil die Geschichte mit diversen gefälligen Exploitationzutaten wie nackte Haut, recht blutige Morde und makabre Nahaufnahmen (etwa einer schleimigen, verfaulenden Leiche) gewürzt ist.

Wie Mario Bavas im Jahr zuvor entstandener Reazione a catena (Im Blutrausch des Satans) nimmt auch Tower of Evil vieles von dem vorweg, was im populären Genre des Slasherfilms, welches nach Halloween (1978) und Friday the 13th (1980) erst so richtig zu voller Blüte reifte, zum Standard zählen wird. Ein begrenzter Schauplatz, ein irrer Killer, kreative und blutige Mordtableaus, weibliche Brüste, ein Final Girl, das es mit dem Scheusal aufnehmen muß... das alles wird hier schon recht ansprechend in Szene gesetzt. Selbst die in Filmen dieser Art fast schon allgemeingültige Regel "Sex bedeutet Tod" wird hier bereits etabliert (freche Ansagen wie "What's a girl to do when her husband's away? Masturbation is so boring!" erhöhen die Lebenserwartung der Frau, welche diesen Spruch losläßt, nicht unbedingt). Positiv hervorzuheben ist die Idee mit den phönizischen Artefakten respektive dem Altar zu Ehren des Fruchtbarkeitsgottes Baal, welche das unheimliche Flair, das Snape Island umgibt, noch ein wenig verstärkt. Auch in Punkto unheilschwangerer Atmosphäre kann Tower of Evil überzeugen; man spürt quasi das Verderben, das über die Besucher hereinbrechen wird, lange bevor es soweit ist. Die reichlich angestaubten Make-Up- und Gore-Effekte sind okay (ein Glück, daß Desmond Dickinsons Kamera nicht zu lange draufhält), und auch Kenneth V. Jones' Score ist recht ordentlich geraten.

Und ordentlich ist auch das passende Wort für den Film. Tower of Evil ist gute, kurzweilige Horrorkost mit so manchem denkwürdigen Moment. Schade ist nur, daß der Film ab etwa der Mitte die sichere und konventionellere Route wählt und viel zu früh zum Höhepunkt kommt. Das gelungene Finale entschädigt dann jedoch wieder für dieses Malheur sowie für den einen oder anderen Durchhänger.

PS: Egal, wie intensiv man sucht, aber man wird in Tower of Evil trotz der deutschen Titel Turm der lebenden Leichen bzw. Devil's Tower - Der Schreckensturm der Zombies keine lebenden Toten finden.

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 Betreff des Beitrags: Re: TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Jim O'Connolly
BeitragVerfasst: 04.11.2018 18:23 
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TURM DER LEBENDEN LEICHEN

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„Da der B[aal]-Kult die Höhlenheiligtümer […] bevorzugt […], befinden sich unter den Ba’alim zahlreiche Bergbewohner, deren heiliger Steinpfeiler […] nicht selten neben dem Kultpfahl […] der großen Fruchtbarkeitsgöttin Astart […] anzutreffen war […].“ (Siehe: DER KLEINE PAULY, Band I, Spalte 703)

Wie schafft es ein 1972 gedrehter britischer Horrorfilm (in Co-Produktion mit den USA), der auf einer dortigen Insel spielt, den Mythos der phönizischen Gottheit Baal in seinen Plot zu integrieren? Nun, die antike Beschreibung des Baal-Kults im PAULY verweist auf zweierlei Dinge: zunächst einmal weist sie dem Kult einen subterranen Handlungsplatz zu (was für die spätere, christlich konnotierte Zuschreibung des Gottes als infernale Teufelspräfiguration sprechen könnte) – und zum anderen wird der Baal-Gott mit Fruchtbarkeit, folglich mit Sexualität, in Verbindung gebracht. Regisseur Jim O'Connolly führt den zweiten Aspekt gleich zu Beginn seines Films in einer meisterhaften Rückblendenmontage ein, indem ein blutiges Massaker an jungen Leuten, die allesamt nackt wären, auf einer Leuchtturminsel dargestellt wird. Wobei sich in einer weiteren Rückschau dann zeigt, dass diesem Massaker an den Nackten zuvor sexuelle Handlungen vorausgegangen sind (ein junges Mädchen, das nicht zum Geschlechtsakt bereit ist, beruhigt ihren Freund denn damit, dass sie die „Situation“ trotzdem zu meistern weiß – worauf ihr Kopf den Bildausschnitt nach unten verlässt). Eine Überlebende, nämlich die, die nicht zum Sex bereit war, kann die Insel verlassen, worauf sie angeschuldigt wird, dass sie ihre Freunde umgebracht hätte (möglicherweise war daran ja das Jazz-Festival schuld, welches vor dem Inselausflug besucht wurde und die jungen Leute durch die „entfesselte“ Musik aufgestachelt hatte)…

Nach diesen Vorsequenzen schneidet TOWER OF EVIL in die filmische Gegenwart: Vorgestellt wird eine Forschergruppe, die auf der Leuchtturminsel einen phönizischen Schatz vermutet, da ein goldener Opferspeer gefunden wurde (offenbar gab es in der Antike einen Handelsaustausch mit den Phöniziern, weshalb auf der britischen Insel ein phönizisches Schiff gestrandet wäre). Mit von der Partie ist auch ein privater Ermittler, der von den Eltern des überlebenden Mädchens den Auftrag erhalten hat, sich selbst ein Urteil über die vorausgegangenen Ereignisse zu machen – und bestenfalls die Tochter mit Beweisen zu entlasten. Und dass der Gott Baal auf der Insel seinen „teuflischen“ Einfluss ausübt, wird dann auch an der Forschergruppe schnell deutlich – besonders der sexuelle Aspekt lässt eine Forscherin intime Kontakte mit einem männlichen Begleiter knüpfen, was die Gesamtsituation der Gruppe auf der Insel nicht unbedingt einfacher macht (dafür aber den Plot immer mehr in die Richtung eines blutigen Finales einspannt). Das Forscherteam vermutet unterirdische Gänge auf der Insel, wo sich der Schatz befinden müsste. Die Suche ist schließlich von Erfolg gekrönt und es wird die Kultstätte mit den wertvollen Opfergegenständen gefunden. Dabei gibt es aber noch einen weiteren Inselbewohner, der sich dazu berufen fühlt, den Opferkult für die Gottheit auszuführen. Scheinbar ist es nicht der Bruder eines der Schiffer, der die Gruppe auf die Insel gebracht hat. Denn einer, der eigentlich nicht mehr leben sollte, betritt in einem feurigen Finale die Bühne, um Baal zu dienen…

Horrorfilme, die das Motiv des rituellen Opfers in ihren Plot einbauen, gab es in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren zu genüge. Die britische Filmindustrie hat diesbezüglich etwa CURSE OF THE CRIMSON ALTAR oder BLOOD ON SATAN’S CLAW herausgebracht. Dahingehend fügt sich dann auch TOWER OF EVIL in eine kommerziell erfolgreiche Reihe ein, die den Ritualmord mit einem damals aktuellen Zeitphänomen assoziierte – sicherlich waren dabei die in den Medien ausgeschlachteten Manson-Morde in den Köpfen der Zuschauer fest verankert. Und auch das Sexuelle, welches Hand in Hand mit den Schwarzen Messe einhergeht, bot besten Zeige-Stoff, um daraus einen wunderbaren B-Film zu inszenieren. In TOWER OF EVIL ist es erstaunlich, dass vor allem aber auch der männlichen Nacktheit gehörige Schauwerte zugewiesen sind. Ich würde hier von einer regelrechten „Geschlechtergleichheit“ sprechen, was nun die Darstellung von nackten Körpern betrifft (vergleiche beispielsweise die äußerst voyeuristische Gestaltung der Sexszene im Leuchtturm, wo die Kamera genüsslich das Öffnern eines Reißverschlusses in halbtotaler Perspektive einfängt – wohlgemerkt: von einem Mann). Als weiteres zentrales Hauptmotiv des Films wird ein sehr traditionelles Schauerelement aus Literatur und Film verwendet: Das wahnsinnige und zudem gefährliche Familienmitglied, welches vor der Außenwelt versteckt gehalten wird. Sprich: Die Leibesfrucht, die oftmals aus einer inzestuösen Verbindung hervorgegangen ist, schafft es aus ihrem Versteck und bedroht die Allgemeinheit. In TOWER OF EVIL ist es die Gruppe auf der Insel, die diesem gotischen Schauerphänomen gegenübersteht – wobei dann der Leuchtturm eine Variation der gotischen (= mittelalterlichen) Burg wäre, die eine Gesellschaft von der Normalität des Alltags abschottet und wo der Schrecken sodann Einzug hält. Bezogen auf den zeitgenössischen Kontext von TOWER OF EVIL fällt zum Beispiel der 1970 entstandene THE BEAST IN THE CELLAR ein, der sich dieses Motivs ebenfalls bedient – noch früher: THE BLACK TORMENT von 1964. Zugleich sei gesagt, dass mich das Finale von TOWER OF EVIL
– etwa: wie das „Monster“ gestaltet ist und seine feurige Inszenierung im Finale –
doch sehr an das Ende von PHENOMENIA denken ließ – hier wirft der britische Film seine Schatten voraus…

Denn hätte sich TOWER OF EVIL nur auf seinen Handlungsstrang mit der einführenden Teenagergruppe bezogen, die – nachdem sie Sex hatte – in einer Nacht an einem isolierten Ort abgeschlachtet wird, dann wäre heute wohl dem Film das Prädikat nicht abzusprechen, dass er den typischen Slasher-Film, wie er seit HALLOWEEN verstanden wird, bereits vollständig in seiner Erzählstruktur vorweggenommen hat. Doch auch der demographische Wechsel zur älteren Forschergruppe ändert daran nicht viel, da auch dort zumeist Minirock getragen wird, man sich sexuell orientiert und somit die britische Aristokratie aus dem 10-Little-Indians-Plot gänzlich ausgeschlossen wird – ein übriggebliebenes Relikt der Filmaristokratie ist hier wohl das Erscheinen von Dennis Price, der in seiner Rolle als Kurator die Gruppe zusammenbringt. Insofern erneuert TOWER OF EVIL den damaligen britischen Horrorfilm und streift seine HAMMER-Haut der Gotik ab. Filmfreunde, die solche Werke wie THE FLESH AND BLOOD SHOW und DEATH LINE mögen, werden an TOWER OF EVIL viel Spaß haben…

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die wunderbar künstliche Studio-Atmosphäre, in der der Film angesiedelt ist, erinnert an die artifiziellen Bauten von CITIZEN KANE oder an LA MASCHERA DEL DEMONIO - und dies im Pop-Art-Stil...
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Grand Guignol und Sexploitation paaren sich in TOWER OF EVIL zu einem prägenden Vorbild des bald kommenden typischen Slasher-Films...
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(Bildquelle: imdb.com)

Trailer in HD:
youtu.be Video From : youtu.be


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BeitragVerfasst: 06.11.2018 16:59 
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Vor ner halben Ewigkeit gesehen.Hat Jemand einen Tipp,wo ich den günstig schiessen kann ? Habe schon ein wenig gestöbert, aber nichts gefunden :(


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BeitragVerfasst: 08.11.2018 14:37 
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