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 Betreff des Beitrags: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 26.01.2019 23:45 
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Sean Connery

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● YOU ONLY LIVE TWICE / 007 WA NIDO SHINU / JAMES BOND 007 - MAN LEBT NUR ZWEIMAL (GB|USA|JP|1966)
mit Akiko Wakabayashi, Mie Hama, Tetsurô Tanba, Teru Shimada, Bernard Lee, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn,
Charles Gray, Tsai Chin, Peter Fanene Maivia, Burt Kwouk, Jeanne Roland sowie Donald Pleasence und Karin Dor
eine Produktion der Eon Productions | Danjaq | im Verleih der United Artists
Ein Film von Lewis Gilbert


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»Kein Vogel baut sein Nest in einem kahlen Baum.«

Um ihre Vormachtstellung im Weltall zu auszubauen, liefern sich die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion ein Wettrüsten bei der bemannten Raumfahrt, doch es kommt zu rätselhaften Zwischenfällen. Ein unbekanntes Flugobjekt entführt zuerst die amerikanische und anschließend die russische Raumkapsel. Da sich die beiden Großmächte gegenseitig beschuldigen, diese Entführungen inszeniert zu haben, steht ein Atomkrieg unmittelbar bevor. Der britische Geheimdienst hingegen glaubt, dass die Gefahr von Japan aus geplant und koordiniert wurde. Um Schlimmeres zu verhindern, schickt man den Geheimagenten James Bond (Sean Connery) dorthin, um die Hintergründe zu erforschen. Vor Ort soll ihm der japanische Kollege Tiger Tanaka (Tetsurō Tamba) zur Seite stehen. Die gefährlichen Ermittlungen führen James Bond schon bald in die Osato Chemiewerke, die offenbar in Verbindung mit einer mächtigen, aber genauso unbekannten Verbrecherorganisation stehen...

In der filmischen Bond-Chronologie war zunächst geplant, "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" vor Lewis Gilberts Spektakel ins Rennen zu schicken, doch "Man lebt nur zweimal" erhielt letztlich den Vorzug. Der nach dem gleichnamigen Roman von Ian Fleming inszenierte Film hatte ein Produktionsbudget von etwa 9,5 Mio. US-Dollar zur Verfügung und avancierte zu einem internationalen Erfolg und innerhalb der langjährigen Reihe avanciert er in der ewigen Erfolgsliste immer noch sehr weit in oberen Sphären. Unter Aufgreifen eines für die damalige Zeit aktuellen Themas, zeigt sich die Produktion im international gefärbten Flair, und die dargestellte Brisanz kann selbst heute noch eine beunruhigende Wirkung entfalten. Für die kurzweilige Geschichte liefert der von außen gelenkte Plan der Inszenierung eines potentiellen Atomkrieges genügend Zündstoff für einen Selbstläufer in Bond-Manier, in dem die Hauptfigur sich von ihrer besten und agilsten Seite zeigen kann, wenngleich zur Produktionszeit bereits Gerüchte kursierten, dass Hauptdarsteller Sean Connery seinen Anzug an den Nagel hängen wollte. Ein atmosphärischer und ebenso verwirrender Einstieg mit dem fingierten Tod des Titelhelden ebnet ein nötiges Inkognito, um die absolut verworfenen und ohne Skrupel agierenden Gegenspieler nicht gleich zum Äußersten zu zwingen. Obwohl hauptsächlich Schauplätze in Japan zu sehen sind, rückt das essentielle britische Flair nie in die zweite Reihe, was nicht zuletzt der hauptsächlich routinierten Zeichnung Connerys zu verdanken ist. Ausgestattet mit vielen internationalen Stars, darf die mit einem guten Erzählfluss ausgestatteten Geschichte sehr interessante Konturen annehmen.

Bereits zum fünften Mal ist der Schotte Sean Connery in der Rolle des James Bond zu sehen, und abermals ist er mit der Erhaltung des Weltfriedens betraut. Obwohl die Gefahren groß und für zahlreiche Beteiligte tödlich sein werden, entsteht nie ein Zweifel daran, dass Bond die schwierige Aufgabe nicht meistern könnte. Genau diese Omnipotenz in allen Lebens- und Arbeitsbereichen ist essentieller Bestandteil für den im Dienste Ihrer Majestät stehenden Agenten, dessen Mission aufgrund der Gnadenlosigkeit der konspirativen Macht im Hintergrund manchmal aussichtslos erscheinen würde, wenn der Zuschauer nicht schon hinlänglich von seinen Qualitäten überzeugt worden wäre. Mit Hilfe seiner wie ein Uhrwerk funktionierenden Behörde, beziehungsweise Entourage, kommt es zu allerlei technischen Spielereien, die für Aufsehen sorgen. Sein Weg wird immer wieder von den schönsten Frauen gekreuzt, die sich nicht nur durch seine physische Erscheinung angezogen fühlen, sondern ebenfalls durch den unerschöpflich wirkenden Sachverstand und selbstverständlich seinem ihm vorauseilenden Ruf, der unter anderem außergewöhnliche Qualitäten als Liebhaber verspricht. Connery zeigt auch hier keine Ermüdungserscheinungen und gefällt mit trockenem Humor, sowie resoluter und dynamischer Vorgehensweise. Ganz dem Land des Geschehens angepasst, bekommt James Bond erneut einige der bezauberndsten Frauen zur Seite gestellt. Die attraktiven japanischen Interpretinnen Akiko Wakabayashi und Mie Hama machen bei der Jagd nach dem Phantom nicht nur eine gute Figur, sondern fallen auch über willkommene Kontraste auf.

Nicht nur zweimal helfen sie dem Helden aus brenzligen Situationen und finden gleichzeitig ihren Einsatz als Zielscheiben, sodass der Zuschauer genügend Grund hat, mit den beiden loyalen Damen mitzufiebern. Neben der Stammbesetzung, bestehend aus Bernard Lee, Lois Maxwell und Desmond Llewelyn, agieren beispielsweise Tetsurô Tanba, Teru Shimada oder Donald Pleasence auf gutem Niveau, außerdem kommt insbesondere der deutsche Zuseher wegen Karin Dors Auftritt auf seine Kosten. Hier präsentiert sie ungewöhnlicherweise eine Art Melange aus Stilsicherheit und Angepasstheit, aber sie bewegt sich erinnerungswürdig auf internationalem Parkett, vor allem wegen ihrer finalen Szene. Ein großes Plus dieser Produktion sind und bleiben die beeindruckenden Kulissen, die wunderbar simulierten Weltraumbilder oder die vielen pyrotechnischen Spielereien, von denen auch heute noch die typische Bond-Faszination ausgeht. Hinzu kommt ein dem Spannungsaufbau förderliches, über weite Strecken gesichtsloses, aber vollkommen liquidierungslustiges Phantom im Hintergrund, dessen Enttarnung eine lange Zeit auf sich warten lässt, und man in der Zwischenzeit nur die Katze des Superverbrechers zu sehen bekommt. "Man lebt nur zweimal" profitiert enorm von seinem Momentum und der Tatsache, dass sich die Geschichte in beinahe glaubwürdigen Sphären abspielt. Viele Charakterköpfe, unvergessliche Szenen und Schockmomente, ein exzellenter Soundtrack sowie ein fulminantes Finale lassen Lewis Gilberts Werk zu einem verdienten Klassiker der langjährigen Reihe werden, der mit zahlreichen Urängsten des Zuschauers zu spielen weiß.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 27.01.2019 10:12 
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@ Prisma: Der Kunstgriff, das "liquidierungslustige Phantom" von einer Katze versinnbildlichen zu lassen, ist auch in meinen Augen klug gewählt, weil der Haupttäter im Gegensatz zum titelgebenden "Goldfinger" über keine so eindrucksvoll dämonische Ausstrahlung verfügt wie Gert Fröbe. Die Katze als satte, selbstzufriedene und teilweise gelangweilt wirkende Repräsentantin der Entourage hält die Spannung um das Rätsel bis zum Ende hoch.


"Man lebt nur zweimal" (You only live twice) (Großbritannien 1967)
mit: Sean Connery, Akiko Wakabayashi, Tetsuro Tamba, Mie Hama, Teru Shimada, Karin Dor, Donald Pleasence, Bernard Lee, Lois Maxwell, Charles Gray, Desmond Llewelyn, Ronald Rich, Tsai Chin, David Bauer, Peter Fanene Maivia u.a. | Drehbuch: Roald Dahl nach dem Roman von Ian Fleming | Regie: Lewis Gilbert

Die USA und die Sowjetunion kämpfen jeweils um die Vorherrschaft im Weltraum und schicken benannte Raumschiffe ins All, um ihre Stärke zu untermauern. Als ein unbekanntes Raumfahrzeug zunächst eine amerikanische und dann eine russische Raumkapsel entführt, beschuldigen sich die Großmächte gegenseitig der Täterschaft. Offensichtlich zieht jemand im Hintergrund die Fäden, um einen atomaren Konflikt zu provozieren. Die Briten glauben, dass die Operation von Japan aus gelenkt wird und schicken deshalb ihren Geheimagenten 007 dorthin, wo er mit dem Chef des japanischen Geheimdienstes, Tiger Tanaka, Kontakt aufnimmt. Osato, der Chef eines Chemiekonzerns, scheint in den Diensten der mysteriösen Verbrecherorganisation zu stehen, weshalb sich Bond dort gründlich umsieht. Mehr als einmal läuft er dabei Gefahr, liquidiert zu werden, besonders von Nr. 11, einer attraktiven Mitarbeiterin von SPECTRE....

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James Bond, der unverwundbare Geheimagent Ihrer Majestät (in der Realität wohnte Königin Elizabeth II. höchstpersönlich der Filmpremiere in London bei) navigiert erfolgreich zwischen den Welten, diesmal reicht sein potentielles Einsatzgebiet sogar bis in die unendlichen Weiten des Universums. Sein britisches Understatement würzt er mit einem Charme, den er lässig aus den Ärmeln seiner Maßanzüge schüttelt, wobei er sich über nichts mehr zu amüsieren scheint als über die unglaubliche Berechenbarkeit seiner Umgebung. Frauen finden ihn anziehend, Männer geraten bei seinem Anblick in Rage - sei es aus Neid oder wegen seiner gefährlichen Entschlossenheit, seinen Auftrag um jeden Preis auszuführen. Der Weg zu dem großen Unbekannten führt über mehrere Helfer der mittleren Führungsebene, deren Beweggründe selten erläutert werden. Ob die Solidarität und Loyalität zum Boss nun aus finanziellen oder ideologischen Gründen erfolgt, ist einerlei. Gerade die weiblichen Mitglieder der Organisation finden oft ein grausames und abschreckendes Ende, wobei man sich nicht lange mit Bedauern aufhält. Die nahtlose Aneinanderreihung von Spionagearbeit, tödlichen Kämpfen und erotischen Intermezzi unterstreicht die Wendigkeit von Bond, der mit wenig Worten auskommt, weil seine Taten für ihn sprechen. Im Grunde ist er ein Angestellter, der einen Auftrag ausführt - nur in einem weitaus glamouröseren und abwechslungsreicheren Umfeld als jenem des Durchschnittsbürgers. Ein modernes Märchen für Erwachsene, die Bond um seine technischen Spielzeuge beneiden, selbst jedoch kaum einen Nagel in die Wand bekommen. Jedes Mal wartet man gespannt darauf, welche Superautos und versteckten Waffen 007 diesmal benutzen wird. Ob zu Land, auf See oder in der Luft - die Kombination aus schnellen und schnittigen Verkehrsmitteln lässt das Herz höher schlagen als die spärlichen zwischenmenschlichen Kontakte, die sich meist auf Tarnen und Töten beschränken. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. So wie die kollegiale Partnerschaft mit Tanaka, der über den selben trockenen Humor verfügt wie sein europäischer Gast.

Sean Connery verkörpert den Agenten routiniert, wobei sich alle Personen oft den Weiten der Landschaft und den utopischen Kulissen beugen müssen. Der beeindruckende Weltraumbahnhof im Schlund eines erloschenen Vulkans lässt die handelnden Personen winzig wirken und wie Marionetten einer im Verborgenen lauernden Spinne agieren. Donald Pleasence schmückt sich mit den Attributen des Exzentrikers, wobei es klug ist, ihn über lange Zeit nur in seinem Sessel sitzend zu zeigen. Er erlangt dadurch eine unheimliche Aura, die ein Hüne wie Gert Fröbe als "Goldfinger" allein durch seine Präsenz besitzt - man denke an den Schreckensmoment, als er im Präsidenten-Jet den Vorhang zur Seite reißt und sich dem verblüfften Bond präsentiert. Neben den beiden einheimischen Bondgirls gibt es mit der Deutschen Karin Dor einen Gaststar, der keine halbe Stunde anwesend ist. Ihre roten Haare wirken zunächst ungewohnt, sind aber dem Umstand geschuldet, sie optisch von ihren Kolleginnen abzuheben und sie innerhalb der Organisation zu isolieren. Welche Motive brachten sie zu SPECTRE? Wie kommt eine (Ost-?)Deutsche in den Dunstkreis eines Gangsters, der zusammen mit den Chinesen die Weltherrschaft an sich reißen will? Karin Dor gibt sich unterkühlt und unnahbar. Sie zeigt, dass sie die Rolle hochkonzentriert und korrekt meistern und dabei keinen Fehler machen möchte. Vielleicht liegt gerade hier das Manko ihres Auftritts: ihre Persönlichkeit bleibt auf der Strecke. Besonders treffend lassen sich die Szenen mit Sean Connery mit jenen vergleichen, die sie in "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" mit Lex Barker absolvierte. Der rasche Wechsel zwischen charmanter Umgarnung und skrupelloser Täuschung gelingt ihr bei Bond nicht: sie bleibt immer angespannt und man hat das Gefühl, dass aus ihrem großen internationalen Auftritt bei weitem nicht alles herausgeholt wurde. Die Synchronstimme von Ute Marin verleiht ihr Härte und betont die Fremdheit, die das Publikum verspürt. Man möchte gern mehr über Helga Brandt erfahren, doch sie ist nur ein Rädchen im Getriebe und Werkzeug eines Mannes ohne Skrupel, der weder Abfertigungen, noch Renten ausbezahlt.

Ins Ohr des deutschen Publikums dringen mit den Stimmen von Gert Günther Hoffmann, Maria Körber, Wolfgang Büttner, Beate Hasenau, Hans Hinrich, Siegfried Schürenberg, Werner Peters, Claus Biederstaedt und Friedrich Schoenfelder vertraute Klänge. Um die Traditionen Japans zu würdigen, zeigt man dem Zuschauer nicht nur die kampfstarken Ninjas, sondern auch Zeremonien in Landestracht. Die Exotik drängt den Geheimagenten stellenweise in den Hintergrund, wobei anzumerken ist, dass ihm die Verkleidung als Asiate nicht besonders überzeugend zu Gesicht steht. In gewohntem Fahrwasser verläuft die Handlung in den Verfolgungsszenen mit den klassischen Utensilien wie Sportwagen und Fluggeräten. Die Weltraumatmosphäre empfinde ich als reizvoll, gerade auch in den Momenten der Unfähigkeit bzw. Hilflosigkeit des obersten Militärs, das tatenlos zusehen muss, wie seine Astronauten im wahrsten Sinne des Wortes verschluckt werden. Es sind die Augenblicke der größenwahnsinnigen Ideen, die den Bondfilmen ihre Faszination verleihen. Das Unmögliche wagen, das Establishment herausfordern, nach todbringender Macht greifen und die Menschheit an den Rande der Zerstörung zu bringen - diese Ziele seiner Gegner treiben James Bond zu Höchstleistungen an und sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Der kalte Krieg zwischen den Atommächten USA und Sowjetunion liefert einmal mehr den Hintergrund für finstere Intrigen und ein Vabanquespiel eines unsichtbaren Dritten. James Bond übt sich im Land des Lächelns zeitweise in Zurückhaltung, weil er der Tarnung verpflichtet ist, was seine Figur in den Hintergrund treten lässt und die Handlung prolongiert. Im furiosen Finale kann Bond dann wieder auf gewohntem Terrain agieren und seine Talente zur Zufriedenheit des Publikums eindrucksvoll unter Beweis stellen.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 27.01.2019 10:23 
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Percy Lister hat geschrieben:
Neben den beiden einheimischen Bondgirls gibt es mit der Deutschen Karin Dor einen Gaststar, der keine halbe Stunde anwesend ist. Ihre roten Haare wirken zunächst ungewohnt, sind aber dem Umstand geschuldet, sie optisch von ihren Kolleginnen abzuheben und sie innerhalb der Organisation zu isolieren. Welche Motive brachten sie zu SPECTRE? Wie kommt eine (Ost-?)Deutsche in den Dunstkreis eines Gangsters, der zusammen mit den Chinesen die Weltherrschaft an sich reißen will? Karin Dor gibt sich unterkühlt und unnahbar. Sie zeigt, dass sie die Rolle hochkonzentriert und korrekt meistern und dabei keinen Fehler machen möchte. Vielleicht liegt gerade hier das Manko ihres Auftritts: ihre Persönlichkeit bleibt auf der Strecke. Besonders treffend lassen sich die Szenen mit Sean Connery mit jenen vergleichen, die sie in "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" mit Lex Barker absolvierte. Der rasche Wechsel zwischen charmanter Umgarnung und skrupelloser Täuschung gelingt ihr bei Bond nicht: sie bleibt immer angespannt und man hat das Gefühl, dass aus ihrem großen internationalen Auftritt bei weitem nicht alles herausgeholt wurde. Die Synchronstimme von Ute Marin verleiht ihr Härte und betont die Fremdheit, die das Publikum verspürt. Man möchte gern mehr über Helga Brandt erfahren, doch sie ist nur ein Rädchen im Getriebe und Werkzeug eines Mannes ohne Skrupel, der weder Abfertigungen, noch Renten ausbezahlt.



Vermutlich hat sich Karin Dor aus Zeitgründen nicht selbst synchronisiert, was ich gerade bei einem Bond Film für einen riesen Fehler halte.
Ich finde ihre Rolle schon recht besonders und speziell in der Originalfassung kommt mehr Karin Dor rüber, weil dort ihre eigene Stimme zu hören ist.
Man kann von ihrer Rolle halten was man will aber sie hat eine der einprägsamsten Bond Girl Szenen der gesamten Serie, wenn sie ihm ziemlich hart ins Gesicht schlägt und sich daraufhin an dem "gefesselten" Agenten vergeht. Das bleibt nachhaltig in Erinnerung und man nimmt es ihr ab.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 27.01.2019 10:49 
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@ Ryan: Ja, leider war das nicht der einzige - wenn auch vermutlich der wichtigste Fall - dass sich Karin Dor für die deutsche Fassung nicht selbst gesprochen hat. Spontan fällt mir die unpassende, sehr mädchenhafte Stimme von Ursula Herwig für Dors Rolle der Ann Learner in "Der Teppich des Grauens" ein, aber es gab auch andere Filme, z.B. "Der Mann mit den tausend Masken" oder "Die Nibelungen", wo ihre charakteristische, wohlklingende Stimme fehlte. Ein wichtiges Kriterium, wie ich finde, weil die ganze Person fremd und fremdbestimmt wirkt.

Bei James Bond war es wohl der Bonus des Stargastes, aber ich bin dennoch der Meinung, dass sie mehr screentime verdient hätte. Allerdings lag das wohl in der Intention der Produktion, das Publikum mit ihrem unerwarteten, raschen Abgang zu schockieren. Ähnlich wie in "Psycho" (1960) wo der Star Janet Leigh schon innerhalb der ersten zwanzig Minuten von der Bildfläche verschwindet.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 27.01.2019 11:20 
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Percy Lister hat geschrieben:
@ Ryan: Ja, leider war das nicht der einzige - wenn auch vermutlich der wichtigste Fall - dass sich Karin Dor für die deutsche Fassung nicht selbst gesprochen hat. Spontan fällt mir die unpassende, sehr mädchenhafte Stimme von Ursula Herwig für Dors Rolle der Ann Learner in "Der Teppich des Grauens" ein, aber es gab auch andere Filme, z.B. "Der Mann mit den tausend Masken" oder "Die Nibelungen", wo ihre charakteristische, wohlklingende Stimme fehlte. Ein wichtiges Kriterium, wie ich finde, weil die ganze Person fremd und fremdbestimmt wirkt.

Bei James Bond war es wohl der Bonus des Stargastes, aber ich bin dennoch der Meinung, dass sie mehr screentime verdient hätte. Allerdings lag das wohl in der Intention der Produktion, das Publikum mit ihrem unerwarteten, raschen Abgang zu schockieren. Ähnlich wie in "Psycho" (1960) wo der Star Janet Leigh schon innerhalb der ersten zwanzig Minuten von der Bildfläche verschwindet.



Ich denke eher, man musste mit der Rolle von Karin Dor einen Ausgleich schaffen, zu den hauptsächlich asiatischen Girls.
Bei TEPPICH DES GRAUENS habe ich auch ein Problem mit der Synchron STimme von Karin Dor aber in DRACULA JAGT FRANKENSTEIN finde ich Beate Hasenau auf Dor geradezu göttlich.

Weil Du die NIBELUNGEN erwähnst wird mir bewusst dass sich Dor in keinem ihrer 5 Filme, die in 1966 gedreht wurden selbst synchronisert hat. Ganz sicher ein Zeitproblem.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 27.01.2019 12:29 
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Ryan hat geschrieben:
Ich denke eher, man musste mit der Rolle von Karin Dor einen Ausgleich schaffen, zu den hauptsächlich asiatischen Girls.

Das ist bestimmt richtig, hat aber mit der Person Karin Dor an sich nicht viel zu tun. Ich denke, dass die Produktion im Vorfeld eine Deutsche oder deutschsprachige Schauspielerin für die Rolle der Helga Brandt haben wollte, was vor allem in einem direkten Zusammenhang mit dem asiatischen Setting zu sehen ist. Deutsche Arbeitsmoral und Tugenden, die insbesondere dort sehr bewundert wurden und angesehen waren, möglicherweise immer noch sind, sollten die Rolle von Grund auf mit dem auskleiden, was aufgrund der kurzen Screentime naturgemäß nicht allzu ausladend ausgearbeitet werden konnte. Für viele dürfte Helga Brandt wie der Prototyp der Deutschen wirken, die loyal untergeben ist ist und funktioniert wie ein Uhrwerk. Vielleicht eines der typischen und vielen Bond-Klischees, außerdem wurden immer gerne deutsche Stars für die Rolle der Bösewichte und willenlosen Werkzeuge verpflichtet.

Zu Brandts Aufgaben gehört nicht nur die terminliche Koordination, das pünktliche Ausschänken von edlem Dom Pérignon oder die permanente Abrufbarkeit, sondern auch Maßnahmen, die die Aufgaben einer Privatsekretärin in Unermessliche überschreiten. Immer wenn sie ihr Notizbuch zückt, konnte sie den genauen Termin einer Liquidierung notieren; ganz selbstverständlich und unsentimental. Für mich war die Mitwirkung von Karin Dor von Anfang an wie eine kleine Sensation, da es sich um eine international wahrgenommene Rolle handelt und ich sie bei der Erstsichtung nur aus vornehmlich deutschen Produktionen kannte. Dass ihre Figur insbesondere Akiko Wakabayashi und Mie Hama untergeordnet wirkt, hat im Endeffekt rein dramaturgische Gründe. Im internen Bondgirl-Vergleich wird Karin Dor insgesamt aber nicht der Status einer der großen Bond-Ikonen zugebilligt, was zahlreiche Gründe haben dürfte.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 27.01.2019 13:42 
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Ryan hat geschrieben:
Man kann von ihrer Rolle halten was man will aber sie hat eine der einprägsamsten Bond Girl Szenen der gesamten Serie, wenn sie ihm ziemlich hart ins Gesicht schlägt und sich daraufhin an dem "gefesselten" Agenten vergeht. Das bleibt nachhaltig in Erinnerung und man nimmt es ihr ab.

Das ist wie immer persönliche Ansichtssache, denn wie bereits an anderer Stelle angemerkt, überzeugte mich der Bond-Girl-Auftritt von Frau Dor eher weniger... Die Darbietungen von Diana Rigg, Claudine Auger, Luciana Paluzzi, Ursula Andress und sogar Daniela Bianchi empfand ich im Rahmen meiner momentanen Bond-Retrospektive weitaus überzeugender.




Prisma hat geschrieben:
Ich denke, dass die Produktion im Vorfeld eine Deutsche oder deutschsprachige Schauspielerin für die Rolle der Helga Brandt haben wollte, was vor allem in einem direkten Zusammenhang mit dem asiatischen Setting zu sehen ist.

Keine Ahnung, warum Broccoli und Saltzman unbedingt Frau Dor haben wollten, zumal diese den beiden die gepfefferte Rekordgage von 250.000 DM abverlangte - die vorausgegangenen Bond-Girls erhielten bis dahin nur um die 10.000$. Im Buch wird auch nebenbei erwähnt, dass Eva Renzi angeblich die Rolle in ihrem jugendlichen Leichtsinn abgelehnt habe - der Vermutung des Autors nach, wäre ihr wohl die angebotene Gage zu niedrig gewesen...



Für heute Abend steht mit DIAMANTENFIEBER übrigens der letzte Connery-Bond auf dem Programm, bevor es dann in der kommenden Woche mit der Moore-Ära weitergeht. Bin schon schwer gespannt, wie sich Jill St. John und die ganzen Moore-Bond-Girls im Vergleich zu ihren Vorgängerinnen schlagen werden... :)


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 27.01.2019 14:23 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Das ist wie immer persönliche Ansichtssache, denn wie bereits an anderer Stelle angemerkt, überzeugte mich der Bond-Girl-Auftritt von Frau Dor eher weniger... Die Darbietungen von Diana Rigg, Claudine Auger, Luciana Paluzzi, Ursula Andress und sogar Daniela Bianchi empfand ich im Rahmen meiner momentanen Bond-Retrospektive weitaus überzeugender.

Als Kind und Wallace-Fan habe ich die Rolle seinerzeit nie hinterfragt. Wenn man dann alle Bond-Filme durch hat, zeigen sich mitunter jedoch deutliche Unterschiede im Vergleich. Karin Dor kann rückblickend tatsächlich mehr als Star-Gast betrachtet werden, als dass sie eine Bond-Ikone wäre. Im Vergleich mit den von Dir genannten Interpretinnen muss man Karin Dor aber auch zugute halten, dass sich ihre Rolle von der eindeutigen Anlegung her fundamental von den meisten anderen unterscheidet. Bei ihr kommt kaum der Eindruck auf, dass sie sich für die gute Seite entscheiden könnte, was bei Kolleginnen mehr herausgearbeitet wurde. Bei ihrem Ende kommt daher auch kaum ein Gefühl von Mitleid auf, da sie im Film absolut eindeutig positioniert wurde. Trotzdem mag ich diesen Auftritt nach wie vor ganz gerne, was beinahe ausschließlich dem persönlichen Geschmack zuzuschreiben ist.



Richie Pistilli hat geschrieben:
Im Buch wird auch nebenbei erwähnt, dass Eva Renzi angeblich die Rolle in ihrem jugendlichen Leichtsinn abgelehnt habe - der Vermutung des Autors nach, wäre ihr wohl die angebotene Gage zu niedrig gewesen...

Das ist sicher eine plausible Begründung. Eva Renzi selbst hat es eher auf ihren Ehemann Paul Hubschmid geschoben, ich sehe da aber auch ihre eigene Person, der solche Rollen vielleicht zu oberflächlich waren, oder sie einfach wieder vollkommen impulsiv reagiert hat. Immerhin hat sie als Deutsche in "Finale in Berlin" eine israelische Spionin gespielt, was sie selbst als bedeutend angesehen hat. Der Film wurde ja ebenfalls vom Bond-Produzenten Saltzman finanziert, daher liegt es für mich auf der Hand, dass er aufgrund der unmittelbar zuvor gewonnenen Erfahrung unbedingt Eva Renzi haben wollte, und Karin Dor die zweite, wenn auch iht schlechteste Wahl war. So ist aber wohl das Business: Renzi hat stattdessen unbedeutende Filme gemacht, die heute keiner mehr in Erinnerung hat. Aber die Vorstellung, dass ich sie als Helga Brandt hätte sehen können, ist nach wie vor eine meiner schönsten.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 27.01.2019 14:53 
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In der Tat war Eva Renzi die Wunschkandidatin von Produzent Saltzman. Sie wollte jedoch kein Bond-Girl sein und lehnte die Rolle ab, womit sie Saltzman sehr verärgerte. Danach wurde Sabina Sesselmann angefragt. Diese hatte sich aber kurz vorher aus dem Filmgeschäft zurückgezogen, um nur noch Ehefrau und Mutter zu sein.
Dass Karin Dor die Rolle bekam, verdankt sie ihrer Agentin.
Karin Dor erzählte, sie sei zu Bond gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Sie hatte mehrere Filme hintereinander gedreht und wollte eigentlich Urlaub machen. Doch ihre Agentin buchte ihr einen Flug nach London und begleitete sie. Am Flughafen kaufte sie ihr noch High Heels, in denen sie gar nicht laufen konnte, da die Produzenten eigentlich eine 1,75 m große Blondine suchten.


Zuletzt geändert von Pistolero am 10.02.2019 19:10, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 27.01.2019 15:48 
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Pistolero hat geschrieben:
In der Tat war Eva Renzi die Wunschkandidatin von Produzent Saltzman. Sie wollte jedoch kein Bond-Girl sein und lehnte die Rolle ab, womit sie Saltzman sehr verärgerte. Danach wurde Sabina Sesselmann angefragt. Diese hatte sich aber kurz vorher aus dem Filmgeschäft zurückgezogen und plante gerade ihre Hochzeit.

Danke für die interessanten Hintergrundinformationen! Ich dachte mir schon immer, dass es sich im Fall Eva Renzi so verhalten haben muss, da sie sich in "Finale in Berlin" bereits empfohlen hat. Sehr interessant finde ich auch die Notiz, dass Sabina Sesselmann - die ich sehr gerne sehe - anvisiert gewesen ist, die ich mir hier auch gut hätte vorstellen können, da sie von ihrem Wesen her ohnehin eine oft transportierte Kühle und Reserviertheit angeboten hat. Hätte der Helga Brandt sicherlich auch gut zu Gesicht gestanden. Dass Karin Dor das Rennen gemacht hat, verdient insbesondere unter Betrachtung der ausgeschütteten Gage und der Umstände, die Rolle überhaupt bekommen zu haben, aber auch Anerkennung.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 27.01.2019 20:25 
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Dass die Bond Rolle Karin Dor schauspielerisch nicht allzu viel Platz gelassen hat, dürfte auf der Hand liegen und deswegen hätte sie Eva Renzi vermutlich nicht besser ausfüllen können.

Das Sabina Sesselmann für Bond im Gespräch war, halte ich übrigens für ein Gerücht.

Eva Renzi war mir in Filmen immer symphatisch, bis ich sie im Interview auf der Blue Underground DVD gesehen hatte.
Dort schiebt sie die Schuld immer nur auf andere und belächelt Karin Dors Bond Rolle.
Unterm Strich wirkt sie da wie eine verbitterte alte Frau, die früh in ihrer Karriere fatale Entscheidungsfehler gemacht hat und schiebt allen anderen Schuld zu, nur ihr selbst nicht.
Sie zerreißt auch noch den "fürchterlichen" Argento Film den sie gemacht hat und hatte dabei keinerlei Ahnung, dass das ihr wohl weltweit berühmtester Kult Film ist, von den wenigen die sie gedreht hat.

Saltzman wollte Dor auf Gedeih und Verderb haben und hat zähneknirschend 250.000 Dollar bezahlt.
Ungefähr das 25fache der bisherigen Bond Girl Gagen.
Da dürfte Karin Dor mit ihren knackigen 28 schon besondere Wirkung gezeigt haben,
insofern die Gagenverhandlung scheinbar laut Dor sehr krass war und sich ihre Agentin Ruth Killer danach erstmal übergeben musste. :mrgreen: Letzteres hat Karin Dor übrigens selbst erzählt.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 27.01.2019 20:49 
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Gerade entdeckt. Passt hier zur Auflockerung rein. :mrgreen: Bildzeitung vom 19.10.1976


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 27.01.2019 22:15 
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Ryan hat geschrieben:
Bildzeitung vom 19.10.1976


Wie alt bist du nochmal ? :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 28.01.2019 01:01 
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Anti-Hero hat geschrieben:
Ryan hat geschrieben:
Bildzeitung vom 19.10.1976


Wie alt bist du nochmal ? :mrgreen:


Ich kanns nicht gewesen sein. :lol:


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BeitragVerfasst: 29.01.2019 00:36 
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Ryan hat geschrieben:
Dass die Bond Rolle Karin Dor schauspielerisch nicht allzu viel Platz gelassen hat, dürfte auf der Hand liegen und deswegen hätte sie Eva Renzi vermutlich nicht besser ausfüllen können.

Dass die Rolle darstellerisch nicht so viel Raum gewährt, gehört vielleicht irgendwie naturgemäß zu Bondgirls. Man darf nicht vergessen, dass niemand außer der Titelrolle derartig exponierten Raum zur Verfügung hat, was ja auch vollkommen logisch ist. Ich habe es gerade im Fall Karin Dor auch selten so verstanden, dass ihre Leistung bemängelt wurde. Angesichts der untergeordneten Rollen und der dementsprechenden Anforderungen hätten vielleicht viele Schauspielerinnen Bondgirls werden können. Es ist schlicht und einfach eine Frage des Images und der Präferenz des Zuschauers. Karin Dor werden die klassischen Charakteristika des Bondgirls einfach nicht so schnell attestiert, wie es bei anderen geschieht. Im Großen und Ganzen verhält es sich so, dass sie – was weiß ich? - zu seriös wirkt, oder einen zu nervös choreografierten Sex-Appeal anbietet. Ihre Szenen mit dem gefesselten James Bond wirken vergleichsweise gestelzt und hier setzt ihr ein Vergleich, etwa mit Eva Renzi, zu, die hin und wieder als berüchtigter Vamp zu sehen war, somit ein vollkommen anderes Image pflegte. So gesehen hätte sie einfach über mehrere erwartete Eigenschaften verfügt, die der Zuschauer längst gewöhnt war. Diese manchmal aufkommende Kritik an Karin Dor kann sie aber gut wegstecken, denn schließlich ist sie es, die den Zuschlag für die Rolle bekommen hat und final auf den Leinwänden zu sehen war.

Hier lässt sich übrigens auch eine gute Brücke zu Eva Renzis letztem Interview bauen: Sie redet keineswegs schlecht über Karin Dor und ihre darstellerischen Fähigkeiten; immerhin erwähnt sie Dor nur in einem eingeschobenen Nebensatz, nämlich, dass Karin Dor die Rolle gespielt habe. Vielmehr möchte Renzi wohl darauf hinweisen, wie sie zu derartigen Rollen-Schablonen und insbesondere den Bondgirl-Rollen steht, oder eben dieser speziellen. In ihrer Filmografie lassen sich derartige Schemata kaum finden. Dass sie Fehlentscheidungen getroffen hat, belegt zweifellos ihre eigene Filmografie - gar keine Frage. Für mich persönlich bleibt unterm Strich jedoch einfach stehen, dass ich Eva Renzi wesentlich lieber als Helga Brandt gesehen hätte, so sehr ich die tatsächliche Mitwirkung von Karin Dor auch schätze. Eva Renzi hätte mehr meinem Bild von einem klassischen Bondgirl entsprochen, sogar darüber hinaus, und ich bin mir sicher, dass sie Sean Connery ein bisschen mehr Feuer unterm Hintern hätte machen können.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 29.01.2019 08:11 
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Prisma hat geschrieben:
Ryan hat geschrieben:
Dass die Bond Rolle Karin Dor schauspielerisch nicht allzu viel Platz gelassen hat, dürfte auf der Hand liegen und deswegen hätte sie Eva Renzi vermutlich nicht besser ausfüllen können.

Dass die Rolle darstellerisch nicht so viel Raum gewährt, gehört vielleicht irgendwie naturgemäß zu Bondgirls. Man darf nicht vergessen, dass niemand außer der Titelrolle derartig exponierten Raum zur Verfügung hat, was ja auch vollkommen logisch ist. Ich habe es gerade im Fall Karin Dor auch selten so verstanden, dass ihre Leistung bemängelt wurde. Angesichts der untergeordneten Rollen und der dementsprechenden Anforderungen hätten vielleicht viele Schauspielerinnen Bondgirls werden können. Es ist schlicht und einfach eine Frage des Images und der Präferenz des Zuschauers. Karin Dor werden die klassischen Charakteristika des Bondgirls einfach nicht so schnell attestiert, wie es bei anderen geschieht. Im Großen und Ganzen verhält es sich so, dass sie – was weiß ich? - zu seriös wirkt, oder einen zu nervös choreografierten Sex-Appeal anbietet. Ihre Szenen mit dem gefesselten James Bond wirken vergleichsweise gestelzt und hier setzt ihr ein Vergleich, etwa mit Eva Renzi, zu, die hin und wieder als berüchtigter Vamp zu sehen war, somit ein vollkommen anderes Image pflegte. So gesehen hätte sie einfach über mehrere erwartete Eigenschaften verfügt, die der Zuschauer längst gewöhnt war. Diese manchmal aufkommende Kritik an Karin Dor kann sie aber gut wegstecken, denn schließlich ist sie es, die den Zuschlag für die Rolle bekommen hat und final auf den Leinwänden zu sehen war.


Hierzu fällt mir noch was ein.
Ich dürfte so ca. 12 gewesen sein, als ich den Film noch mit Kinderaugen sah und vermutlich war meine damalige Einschätzung treffender als mir bis jetzt bewusst war.
Ich kannte Karin Dor damals nur als das wunderschöne und symphatische Mädchen.
Als ich den Bond Film sah war ich schon etwas enttäuscht, weil das nicht die Karin Dor war, die ich kannte.
Sowohl die Rolle als auch der Look standen ihr aus meiner damaligen Perspektive nicht gut zu Gesicht und damals dachte ich, dass ich sie in der Rolle des guten Bondgirls lieber gesehen hätte.
Erst im etwas reiferen Alter verstand ich die sexuell besonders aufgeladene Szene, die aber nicht Karin Dors gewohnten Image
entsprach. Trotz allem finde ich gerade die Sexzene (Kuss/gefesselter Bond) "heute" einzigartig in der Bond Historie.

Interessant ist auch noch, dass Karin Dor auf dem absoluten Höhepunkt der Bond Welle mitgespielt hat.
Eine Zeit in der die Bond Figur maßlos alle anderen Charaktere, einschließlich Blofeld, überragte und die Technik dominierte.
In einem solchen Film mitzuspielen war sicherlich für Dors Image super aber nicht für die Qualität der Rolle selbst.
Neben Connery und der Technik gab es einfach nicht viel Platz in der Zeit.


Ach übrigens, wenn Du gerne Eva Renzi als Helga Brandt gesehen hättest, hätte ich gern Karin Dor als Fiona Volpe in Feuerball gesehen. Luciana Paluzzi war unglaublich gut in der Rolle und es hätte mich brennend interessiert, wie eine sehr gute Schauspielerin wie Karin Dor, in der Rolle zwei Jahre früher im zarten Alter von 26 rübergekommen wäre.
Paluzzi hatte in Feuerball eine unglaubliche Ausstrahlung und ihr Gesicht spiegelte eine unglaubliche Kälte und trotzdem sexuelle Attraktivität wider. Bei Paluzzi haben einfach nur ihre Blicke gereicht.
Übrigens hat Karin Dor in einem ihrer trashigsten Filme, mit Blicken und Mimik mega Wirkung erziehlt und zwar in "Dracula jagt Frankenstein", in dem sie ihr schauspielerisches Könnenl total wortkarg über das Gesicht zeigen musste. Das war schon mega!


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 29.01.2019 14:14 
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Ich denke, Karin Dor hatte "klassischere" Vorstellungen von einer Schauspielkarriere als die unkonventionelle Eva Renzi. Diese wollte nie nur spielen, um beschäftigt zu sein oder Geld zu verdienen. In einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" vom 30. Juni 1979 sagte sie: "Ich bin doch nicht Schauspielerin geworden, um mich als Klischee verkaufen zu lassen. Das hat man jahrelang mit mir gemacht. Und leider war ich zu dumm, es zu verhindern." Eva Renzi hätte vermutlich gern einen weiblichen Bond gespielt, jedoch nur ein Schmuckstück in dessen Damen-Galerie zu sein, war ihr zu wenig - so sehr wir uns auch vorstellen, wie eigenwillig sie ihre Rolle ausgestattet und welchen Glamour sie dem Film verliehen hätte. Eine Bondgirl-Rolle ist immer eine "Nummer Sicher", so viel internationales Prestige sie auch bietet. Karin Dor sah die Chance, sich weltweit einen Namen zu machen und griff zu - auch wenn sie sich vermutlich nicht "wohl" dabei fühlte. Jedenfalls hat sie einen soliden Eindruck hinterlassen und ihrem Repertoire eine weitere Facette hinzugefügt. Ich denke, das ist im Endeffekt entscheidend und anerkennenswert.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 29.01.2019 15:17 
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Percy Lister hat geschrieben:
Ich denke, Karin Dor hatte "klassischere" Vorstellungen von einer Schauspielkarriere als die unkonventionelle Eva Renzi. Diese wollte nie nur spielen, um beschäftigt zu sein oder Geld zu verdienen. In einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" vom 30. Juni 1979 sagte sie: "Ich bin doch nicht Schauspielerin geworden, um mich als Klischee verkaufen zu lassen. Das hat man jahrelang mit mir gemacht. Und leider war ich zu dumm, es zu verhindern." Eva Renzi hätte vermutlich gern einen weiblichen Bond gespielt, jedoch nur ein Schmuckstück in dessen Damen-Galerie zu sein, war ihr zu wenig - so sehr wir uns auch vorstellen, wie eigenwillig sie ihre Rolle ausgestattet und welchen Glamour sie dem Film verliehen hätte. Eine Bondgirl-Rolle ist immer eine "Nummer Sicher", so viel internationales Prestige sie auch bietet. Karin Dor sah die Chance, sich weltweit einen Namen zu machen und griff zu - auch wenn sie sich vermutlich nicht "wohl" dabei fühlte. Jedenfalls hat sie einen soliden Eindruck hinterlassen und ihrem Repertoire eine weitere Facette hinzugefügt. Ich denke, das ist im Endeffekt entscheidend und anerkennenswert.



Die Bond Rolle anzunehmen war aber in jedem fall klug, weil sie sich bei den Bond Fans damit unsterblich gemacht hat.
Es heißt ja so oft "Bond Girls are forever" und da ist schon was dran.
Außerdem ist sie bis heute das erste und bisher einzige deutsche James Bond Girl und wenn man bedenkt, dass das Bond Girl für sie bis ins hohe Alter ein äußerst lukrativer Nebenjob war ist das schon bestens für sie gelaufen.
Noch vor 3 Jahren wurde sie nach London eingeladen um dort Autogramme zu geben und hatte in den vergangenen Jahrzehnten Hunderte von Events und TV Interviews als Bond Girl.
Somit hat ihr der Film noch viel mehr eingebracht, als die bis dato höchste Gage , die je ein Bond Girl zuvor bekommen hatte.


Übrigens wurde sie bei Hitchcock nicht aufgrund ihres Bond Ruhms aus 200 der prominentesten Mitbewerberinnen ausgesucht.
Karin Dor war schon etwas Besonderes, auch wenn die 60er nicht unbedingt gesät waren, von starken Frauenrollen und die weltweite Kinokrise in den 70ern sich auch bei ihr spürbar gemacht hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 31.01.2019 00:45 
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Für meinen Geschmack einer der schönsten Bond-Themen überhaupt:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 31.01.2019 01:17 
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Prisma hat geschrieben:
einer der schönsten Bond-Themen
Meine N°2 auf der Liste der besten Bond Songs.

Die anders arrangierte Film Version ist sogar besser als die 7" Version.

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 31.01.2019 07:30 
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Gerade fällt mir noch ein dass die Blofeld Figur, die von Donald Pleasence in Man lebt nur zwei mal dargestellt wurde, die maßgeblichste wurde. Der Blofeld Look wurde mit diesem Film geprägt. Ob der kleine Mini Me in den Austin Powers Filmen oder andere Parodien richteten sich immer nach dem Blofeld in Man lebt nur zwei mal.


Außerdem stellt der Film den klassischen Bond Technik Overkill dar, der erst wieder mit Der Spion der mich liebte zurückkam.

Man lebt nur zwei mal hat übrigens auch DAS typische Reißbrett Konzept der Bond Filme, welches unzählige Male funktioniert hat und von dem man sich erst mal wieder wegbewegt hat. Spätestens Der Spion der mich liebte funktioniert dann wieder nach dem Man lebt nur zwei mal Konzept, welches besonders auffällig im Tanker Endkampf kopiert wurde. Aber auch Moonraker etc. funktioniert nach diesem Konzept.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 31.01.2019 15:51 
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Interessant; wenn ich an Blofeld denke, habe ich auch immer zuerst Donald Pleasence vor Augen. Das liegt wohl zum einen an der langen Verschleierung seiner Person und dem auffällig abstoßenden Äußeren, zum anderen aber auch an der auffälligen Brutalität, mit der er vorzugehen pflegt. Nicht, dass gewisse andere Darsteller ihm in etwas nachstehen würden, aber Pleasence liefert einen besonders nachhaltigen und kalten Eindruck. Vielleicht liegt es wirklich am guten Aufbau der Rolle, denn darstellerisch wurde ihm ja sicherlich auch nicht das Maximum abverlangt.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 31.01.2019 16:34 
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Hier mal die damalige deutsche Lied-Version, MAN LEBT NUR ZWEIMAL
Das wurde seinerzeit von Gissy André gesungen.

Video ist leider derzeit aus YouTube weg :?

_________________
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Zuletzt geändert von Graf von Karnstein am 10.02.2019 16:50, insgesamt 4-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 31.01.2019 19:25 
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Prisma hat geschrieben:
Interessant; wenn ich an Blofeld denke, habe ich auch immer zuerst Donald Pleasence vor Augen. Das liegt wohl zum einen an der langen Verschleierung seiner Person und dem auffällig abstoßenden Äußeren, zum anderen aber auch an der auffälligen Brutalität, mit der er vorzugehen pflegt. Nicht, dass gewisse andere Darsteller ihm in etwas nachstehen würden, aber Pleasence liefert einen besonders nachhaltigen und kalten Eindruck. Vielleicht liegt es wirklich am guten Aufbau der Rolle, denn darstellerisch wurde ihm ja sicherlich auch nicht das Maximum abverlangt.


Ich denke nicht dass das an der Rolle selbst liegt. Stilbildend sind meiner Meinung nach eher die Glatze, das Mao Tse-tung Outfit und die weiße Katze gewesen. Einfach der Mix. Das bleibt enorm hängen und jeder der an Blofeld denkt, denkt daran.
Donald Pleasence ist definitiv DER Kult Blofeld. Auch wenn mir Telly Savallas noch etwas besser gefallen hat, ist alles auf Pleasence in Man lebt nur zweimal zurückzuführen.

Ich denke Man lebt nur zwei mal ist in vielen Bereichen einer der maßgeblichsten Bond Filme, auch wenn es einige bessere gibt.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 31.01.2019 19:31 
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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 31.01.2019 23:23 
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c-s-t hat geschrieben:
Meine N°2 auf der Liste der besten Bond Songs.

Und welches Thema ist denn Deine Nummer 1?

Die alternative Version kannte ich übrigens bislang noch nicht, genau wie die deutsche von Gissy André.
Hört sich auch alles gut an, ber mein Favorit bleibt dann doch die handelsübliche Version.


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 02.02.2019 00:02 
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Prisma hat geschrieben:
aber mein Favorit bleibt dann doch die handelsübliche Version.
Die "handelsübliche Version" ist aber die 2. Aufnahme. Die wurde damals im Radio gespielt und war auch auf den ganzen folgenden Nancy Sinatra Samplern.

Die Film Version war wahrscheinlich nur auf den wenigen "Bond related" Samplern und nicht so einfach zu finden.

In den comments unter diesem youtube Video versucht einer zu erklären, dass die 2. Version wohl besser für das "AM Radio" geeignet war.
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Zitat:
The actual Reprise single had a slightly different mix, with more mids likely for AM radio.



Prisma hat geschrieben:
Und welches Thema ist denn Deine Nummer 1?

Meine absolute N°1

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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 10.02.2019 15:10 
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● KARIN DOR als HELGA BRANDT in
MAN LEBT NUR ZWEIMAL (GB|USA|JP|1966)



Um die Partizipation von Karin Dor in der fünften Bond-Produktion "Man lebt nur zweimal" haben sich über all die Jahre einige kleinere Legenden gebildet, doch wenn man bei den Tatsachen bleibt, handelt es sich neben Alfred Hitchcocks "Topas" zweifellos um die international erfolgreichste Rolle in einer Ausnahmekarriere. Karin Dor fällt im Vergleich zu anderen Bond-Kolleginnen etwas aus dem Rahmen, demonstriert sie im Rahmen der Aura doch bei Weitem nicht die übliche Anpassungsfähigkeit an die bestehenden Umstände. Was die Rolle der Helga Brandt in Bezug auf die Anlegung betrifft, ist diese wiederum ein Musterbeispiel der Anpassungsfähigkeit und blinden Loyalität, konspirativen Mächten gegenüber. Im Vergleich wirkt die Deutsche empfundenermaßen jedoch angespannt und unterkühlt, was viele Fans der obligatorischen Damenriegen vielleicht etwas irritieren, wenn nicht sogar abschrecken dürfte. Die genannten Eigenschaften müssen allerdings in unmittelbarem Einklang mit Karin Dors Aufgabe unter Lewis Gilbert in Zusammenhang gebracht werden. Hin und wieder heißt es, dass deutsche Tugenden insbesondere in Japan bewundert werden, und genauso ist die hier angebotene Anlegung in erster Linie zu betrachten. Helga Brandt stellt hundertprozentig dar, was die Dramaturgie verlangt. Im Rahmen der Kürze und der deshalb naturgemäß limitierten Ausdrucksmöglichkeiten eines derartigen Auftritts, liefert Karin Dor genau das, was eine glaubhafte und nachhaltige Zeichnung ihrer Rolle erforderte. Die angebotene Reserviertheit und Kühle ist fundamentaler Bestandteil für eine nachhaltige Wirkung beim Zuschauer, wenngleich natürlich Stimmen laut werden, dass etwas mehr hätte geboten werden müssen. Derartige Wünsche laufen vor allem in eine Richtung, nämlich die des obligatorischen Bondgirl-Sex-Appeals. Karin Dor wird in diesem Zusammenhang zwar dienstbar gemacht, doch es handelt sich vergleichsweise eher um einen gestelzten Versuch, einen klassischen Spagat hinzubekommen. Erstens soll die übliche Determination der Rolle nicht aufgebrochen werden, also nicht zu viel offerieren und andersartig wirken, und zweitens gleichzeitig nonkonform aussehen.

Im Fall Helga Brandt kann daher beinahe von einer undankbaren Rolle gesprochen werden, da sie eine tückische Zwickmühle beinhaltet. Die Lösung, die die Deutsche hierbei jedoch anzubieten weiß, ist wesentlich mehr als nur zufriedenstellend. Zwar scheitert der Versuch, Alleinstellungsmerkmale für den Verlauf und darüber hinaus für den gesamten Bond-Orbit zu erarbeiten und zu etablieren, aber dennoch bleibt eine eigenartig konträr wirkende Darbietung in Erinnerung, die auch nach dem (beziehungsweise ihrem eigenen) Finale noch beschäftigen wird. Eines kann dieser Helga Brandt sicherlich nicht nachgesagt werden; nämlich, dass sie einer Fehl-Anlegung aufgesessen wäre. Die loyale Sekretärin und rechte Hand ihres Chefs Osato ist in jeder Beziehung dienstbar zu machen. Nicht nur, dass sie den Stil und die Fähigkeiten besitzt, Geschäftspartner im Sinne ihres Chefs zufriedenzustellen, sondern sie scheint auch wie ein deutsches Uhrwerk zu funktionieren, welches sich eigene Fehler am wenigsten verzeiht, im Zweifelsfall sogar zur ausführenden Instanz der Bürokratie des Grauens wird. Ihre wenigen Minuten spiegeln ein seltsames Wechselspiel zwischen Anspannung und Souveränität wider; ihre Szenen mit James Bond werden hin und wieder sogar mit begrüßenswerter Impulsivität angereichert. Ihren nicht zu leugnenden, aber vollends angepasst wirkenden Sex-Appeal einer gut organisierten Geschäftsfrau nimmt man ihr daher eher ab, als jenen der Chirurgin im Abendkleid, in dem sie sich dem Empfinden nach immer wieder gegen eine undefinierbare Unsicherheit zu stellen hat, obwohl sie in der besseren Ausgangsposition ist. Karin Dors Gastspiel in diesem unterhaltsamen Bond bleibt letztlich in angenehmer Erinnerung, zumal der deutsche Titel "Man lebt nur zweimal" nicht für die Dame, die blind Befehle ausführt, gelten wird. Ihre letzten Minuten können ohne jeden Zweifel als solche der großen Momente der langjährigen Serie bezeichnet werden, obwohl die Konkurrenz in diesem Zusammenhang bestimmt nicht geschlafen hat. Alles in allem bleibt Karin Dors Spiel in diesem unübersichtlichen Piranha-Becken gleich im doppelten Sinn einmalig; selbst wenn man alles nur durch die deutsche Zuschauerbrille sehen möchte.


www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 11.02.2019 14:31 
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Der schwächste Connery Bond, und einer der 4 ödesten Beiträge der gesamten Serie. Es ist schon sehr leichtsinnig aus einem so coolen Stoff mit versteckten vulkankraterbasierten Raketenabschußbasen einen so einfallsarmen Film zu machen. Die alberne Narbe im Gesicht von Blofeld weist den Weg ...
Die spannendste Frage ist sicherlich wie Roald Dahl es geschafft hat dafür als Drehbuchautor genannt zu werden.


Zuletzt geändert von Stanton am 12.02.2019 10:42, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: JAMES BOND - MAN LEBT NUR ZWEIMAL - Lewis Gilbert
BeitragVerfasst: 11.02.2019 15:25 
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Der schwächste Connery, sicherlich.
Aber bei 007 ist das Gejammere ja zum Glück auf hohem Niveau, bei mir
zumindest - wenn man Filme andauernd immer wieder anschaut, können sie
nicht wirklich schlecht oder "öde" sein :) .
FEUERBALL hatte nach den Serienhöhepunkten FROM RUSSIA und GOLDFINGER
schon einige Probleme bezüglich der Länge und der laangsamen Unterwasseraction,
ist aber voller Glanzpunkte wie der Musik, den Mädels, den Locations etc.

Bei ZWEIMAL ist Connery leider schwerfällig und wenig motiviert, die 10 Kilo
Übergewicht und seine fehlende Lust sind das Hauptproblem des Filmes.
Pleasance als kurzfistige Umbesetzung klappte freilich überhaupt nicht, da fehlt ihm
einfach die Potenz eines Telly Savalas. Die olle Narbe im Gesicht lässt
an Edgar Wallace - Kinderfilme erinnern. Und Karin Dor mit roten Haaren, schlimm.
Auch die Space F/X sind nicht gut, man bedenke dass war nach 2001...

Aber er punktet mit der vielleicht schönsten Titelsequenz, den Ken Adam-Supersets,
nem Toyota 2000, Little Nellie, Japan-Flair und einem 007 Top-3 Soundtrack...

_________________
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