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 Betreff des Beitrags: KOMMISSAR X JAGT DIE ROTEN TIGER - Harald Reinl
BeitragVerfasst: 26.09.2018 13:04 
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● KOMMISSAR X JAGT DIE ROTEN TIGER / F.B.I. OPERAZIONE PAKISTAN / TIGER GANG (D|I|PA|1971)
mit Tony Kendall, Brad Harris, Gisela Hahn, Mohammad Ali, Ernst Fritz Fürbringer, Zeba, Rainer Basedow, Nino Korda, u.a.
eine Produktion der Divina Film | Regina Film | Virginia Cinematografica | Montana Films | im Gloria Filmverleih
Ein Film von Harald Reinl


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»Du hast zwar Mundgeruch, aber mach trotzdem die Schnauze auf!«

Die Bande der roten Tiger schmuggelt Rauschgift im großen Stil aus Afghanistan über den Chaiber-Pass nach Pakistan. Um dieses Millionengeschäft nicht zu gefährden, werden Widersacher brutal beseitigt. Um die Bande unschädlich zu machen, werden Kommissar X (Tony Kendall) und Captain Tom Rowland (Brad Harris) nach Pakistan geschickt, und sie müssen schnell erfahren, mit welch rücksichtslosen Gegnern sie es zu tun haben. Ihre drei Kontaktadressen sollen bei der schwierigen Mission behilflich sein, doch einer dieser Leute fällt einem verbrecherischen Anschlag zum Opfer. Die Untersuchungen führen dennoch zu brauchbaren Erfolgen, denn die aufmerksamen Ermittler können sich an einige verdächtige Personen heften. Werden sie den roten Tiger zur Strecke bringen können..?

Der siebte und finale Teil der "Kommissar X"-Reihe wurde seinerzeit nach zweijähriger Pause gedreht. Um der Reihe nochmals neuen Schwung zu geben, wurde die Inszenierung Krimi-Spezialist Harald Reinl anvertraut und in diesem Zusammenhang lässt sich sagen, dass es schon alleine stilistisch gesehen markante Unterschiede bei der qualitativen Verarbeitung gibt. Der Film wurde im Vergleich zu Teilen der internen Konkurrenz nochmals aufwändiger gestaltet und es ist der aufmerksamen Regie zu verdanken, dass sich einige neue Impulse im Becken der Routine finden lassen, außerdem eine härtere Gangart wahrzunehmen ist. Leider schreibt es das Gesetz der Serie aber naturgemäß vor, dass die Luft nach so vielen Jahren etwas heraus sein muss, sodass keine weiteren Teile mehr produziert wurden. Der atmosphärische Einstieg zeigt die Lakaien des Chefs, des sogenannten roten Tigers, der seine präzisen Anweisungen aus dem Off gibt und dabei unmissverständlich darauf hinweist, dass man unerbittlich mit Widersachern zu verfahren hat. Vor exotischer Kulisse darf sich die Geschichte also formen und die Personen charakterisieren sich praktischerweise selbst. Schnelle Morde lassen die Szenerie äußerst bedrohlich wirken, und obwohl der langjährige "Kommissar X"- Fan schon einiges miterleben durfte, wirkt das Konzept zu keinem Zeitpunkt besonders langatmig, wenngleich etwas abgenutzt. Interessant ist, dass man hier optisch in den beginnenden 70er-Jahren angekommen ist. Die Geschichte erzählt von Mord, Totschlag und Drogenhandel, was subversive Kräfte mobilisiert. Die Dichte der flotten Sprüche ist in "Kommissar X jagt die roten Tiger" ungewöhnlich hoch, sodass es je nach persönlichem Gusto hin und wieder etwas schwerfallen kann, nicht ausgiebig mit dem Kopf zu schütteln. Dennoch bleibt es actionreich und spannend, zumal man es mit bekannten Helden und einem netten Whodunit zu tun bekommt, den Harald Reinl allerdings gegen Ende etwas verspielt.

Die Stammbesetzung ist wie üblich gut aufgestellt und kommt dem Empfinden nach noch um Einiges abgebrühter und cooler daher, als man es ohnehin gewöhnt war, was vielleicht zusätzlich an der teils überschwänglichen Dialogarbeit liegen mag. Tony Kendall in der Titelrolle wirkt spritzig und dynamisch; von Abnutzungserscheinungen kann hier keine Rede sein, was sich auch über seinen Kollegen Brad Harris sagen lässt. Zwar wirkt er wie immer um einiges agiler als sein Partner, doch "Kommissar X" ist erfahrungsgemäß nicht der Mann, der sich mit der bloßen Drecksarbeit befassen möchte, sondern es bleibt Zeit für die schönen Dinge des Lebens. So ist beispielsweise ist eine außergewöhnlich schön sowie anziehend wirkende Gisela Hahn zu erwähnen, die ihre Performance angenehm gestaltet und mit dem nötigen Sex-Appeal ausstattet, ohne dabei jedoch einen darstellerischen Kraftakt hinlegen zu müssen. Ähnliches gilt für die Inderin Zeba, deren Leistung durchaus in Erinnerung bleibt. Bei den weiteren Rollen sind beispielsweise Routinier Ernst Fritz Fürbringer oder Mohammad Ali hervorzuheben. Die turbulente Geschichte ist insgesamt gesehen ein vielleicht nicht krönender Abschluss einer erfolgreichen Reihe, jedoch machen sich die noch einmal verwendeten frischen Impulse sehr gut, dass man es schlussendlich mit einer durch und durch kurzweiligen Angelegenheit zu tun bekommt. Am Ende wird auch hier wieder die Gerechtigkeit siegen und offensichtlich wurde ein Hintertürchen für eine Fortsetzung offen gelassen, da der Zuschauer vollmundig von Captain Rowland, beziehungsweise Rainer Brandt in der deutschen Version, den nächsten Fall angekündigt bekommt. Schade, dass es nicht mehr dazu kommen sollte, denn immerhin hatte man es in der "Kommissar X"-Reihe mit einem ergiebigen Format zu tun, welches mit jedem einzigen Spielfilm mehr oder weniger überzeugen, aber vor allem unterhalten konnte. Harald Reinls Beitrag kann sich insgesamt sehen lassen und weiß bei jeder erneuten Sichtung erstaunlich gut zu unterhalten.


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 Betreff des Beitrags: Re: KOMMISSAR X JAGT DIE ROTEN TIGER - Harald Reinl
BeitragVerfasst: 19.11.2018 00:54 
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Die deutschen Dialoge stammen von Rainer Brandt, der auch Synchronregie führte und Brad Harris sprach (was ja auch schon in anderen Filmen der Reihe so war). Daher kein Wunder, dass es in dem Film eine hohe Sprüchedichte gab.

Allerdings entstand die Synchro diesmal bei einer Münchner Firma, so dass alle anderen Sprecher aus dem Münchner Raum kamen. Daher wurde Tony Kendall hier zum ersten (und einzigen) Mal nicht von Gert Günther Hoffmann gesprochen, sondern von Harald Leipnitz.

Rainer Basedow (der ja später Mitglied der Münchner Lach- und Schießgesellschaft wurde) und Ernst Fritz Fürbringer sprachen sich selbst, Gisela Hahn jedoch bekam eine andere Stimme verpasst.

Modisch ist die Reihe hier in der Tat in den 70ern angekommen. Die Kragen sind weit und spitz, die Krawatten breit, die Hosen haben heftige Schlagseite. Tony Kendall hatte vorher noch nie so lange Haare. Sogar Brad Harris hat sich Koteletten wachsen lassen, macht aber ansonsten die Hippiemode ersichtlich nicht mit.

Der Film ist auch wirklich härter als seine Vorgänger aus den 60ern, was aber damals (1971) eine allgemeine Erscheinung war. Im selben Jahr kamen auch DIRTY HARRY und FRENCH CONNECTION in die Kinos.

Auffällig schon am Anfang die Sequenz mit den Drogen konsumierenden jungen Leuten (die sehr danach aussieht, als sei sie in Deutschland gedreht worden, obwohl unmittelbar danach die Skyline von Manhattan kommt – Jerry Cotton lässt grüßen). Und fast schon schockierend dann in der 2. Hälfte des Films der Blick in die Drogenhöhle in Pakistan. So harte Bilder war man bis dahin von Kommissar X nicht gewöhnt.

Auch die Schlägereien, die in den Filmen der 60er schon oft ins Slapstickhafte tendierten, kommen hier wieder ernster daher. Allerdings sieht manches etwas lächerlich aus (zumindest aus heutiger Sicht), da sehr oft Zeitrafferaufnahmen benutzt werden, auch beim finalen Duell zwischen Rowland und seinem Gegner.

In der deutschen Fassung wird der ernstere Grundton natürlich extrem konterkariert (um nicht zu sagen zunichte gemacht) durch die Sprüche von Jo Walker und Tom Rowland, die sich unterhalten wie Brett Sinclair und Danny Wilde in „Die Zwei“.

Fazit: Insgesamt ein recht gelungener Abschluss der Kommissar X-Filmreihe.


Zuletzt geändert von Riccardo am 19.11.2018 21:02, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: KOMMISSAR X JAGT DIE ROTEN TIGER - Harald Reinl
BeitragVerfasst: 19.11.2018 18:56 
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Riccardo hat geschrieben:
Insgesamt ein recht gelungener Abschluss der Kommissar X-Filmreihe.

Sehe ich ganz genauso. Vielleicht war der Abschluss nicht krönend, aber unterhaltsam sind "die roten Tiger" allemal.
Ich ziehe diesen "Kommissar X"-Vertreter so manch anderem vor, gerade weil Harald Reinl hier noch einmal versucht hat, das Ganze quasi zu reanimieren.
Ein paar frische Impulse hier und da machen sich durchaus bemerkbar, aber das Konzept der Reihe war wohl insgesamt zu abgenutzt.

Eine Bitte hätte ich noch, Riccardo: Hinweise zur Auflösung lieber in Spoiler-Tags setzen, da den Film bestimmt nicht jeder kennt. ;)

Riccardo hat geschrieben:
Ernst Fritz Fürbringer (der sich nicht zum ersten Mal in einem Kommissar X-Film als Bösewicht entpuppte)


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 Betreff des Beitrags: Re: KOMMISSAR X JAGT DIE ROTEN TIGER - Harald Reinl
BeitragVerfasst: 19.11.2018 21:03 
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Ich habe die Passage lieber komplett gelöscht. ;-)


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