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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 01.02.2018 18:37 
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Heute ist ein wichtiger Tag für TERZA VISIONE und wir freuen uns, zwei Neuigkeiten verkünden zu können:

Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr wird die 5. Ausgabe des Festivals erneut im Kino des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt am Main stattfinden, und auch die Rahmenbedingungen bleiben unverändert: Wir behalten zugunsten der dadurch ermöglichten programmatischen Vielfalt den letztjährigen Umfang von 14 Filmen in vier Tagen bei, die Ticketpreise bleiben mit 7 € für Einzelkarten und 70 € für Dauerkarten stabil, und auch der Termin wird abermals auf das letzte Juli-Wochenende fallen, was für uns viele Vorteile hat, aber natürlich auch mit potenziellen Urlaubsplanungen unserer Besucher kollidieren könnte – daher ist es für entsprechende Planungen sicherlich praktisch, dass das Datum nun bereits etwa ein halbes Jahr vorher verbindlich feststeht: Von Do. 26.07. bis So. 29.07.2018 wird die 5. Ausgabe steigen!

Die zweite Neuigkeit ist gleichzeitig ein Aufruf, denn um das bislang mit viel passioniertem, zu großen Teilen ehrenamtlichem Einsatz auf No-Budget-Niveau durchgeführte Festival in seiner ambitionierten Ausrichtung (inklusive zahlreicher aus dem Ausland importierter, eigens zu untertitelnder Deutschlandpremieren) auf stabilere finanzielle Beine zu stellen und gleichzeitig den Mitwirkenden eine faire Honorierung zu ermöglichen, haben wir uns bei der kulturMut-Kampage für Kulturprojekte im Rhein-Main-Gebiet beworben. Deren Prinzip ist die Verknüpfung von Crowdfunding und Kulturförderung, indem statt einer Jury oder eines Gremiums die Beteiligung der „Crowd“ über die Vergabe der Fördermittel entscheidet: Wenn man eine gewisse Anzahl an Unterstützern für sein Projekt begeistern kann, wird der Fehlbetrag zwischen Crowdfunding-Ertrag und Fundingziel aus dem kulturMut-Pool aufgestockt. Um im Ranking der Projekte auf der sicheren Seite zu sein, bräuchten wir voraussichtlich etwa 200 Unterstützer mit insgesamt etwa 4.000 bis 5.000 Euro und setzen dabei natürlich vor allem auf euch, unser treues, leidenschaftliches und hochgeschätztes Publikum!
Das Beste ist: Im Grunde muss dafür niemand mehr zahlen, als er/sie es ohnehin tun würde, sondern sich lediglich jetzt zum richtigen Zeitpunkt zu den normalen Konditionen bereits eine Festival-Dauerkarte und/oder ein Exemplar der liebevollen Blu-ray-Edition von Forgotten Film Entertainment zur bei Terza Visione wiederentdeckten psychedelischen Rarität „Escalation“ (1968) sichern. Für wen beides nicht in Frage kommt, wer aber trotzdem gerne TERZA VISIONE als filmkulturelles Projekt unterstützen möchte (oder auch ein paar Leute im Umfeld dazu motivieren könnte), kann uns auch einfach mit dem Mindestbetrag von 5 € unterstützen, was uns ebenfalls sehr weiterhelfen würde, weil für das Ranking maßgeblich auch die Anzahl der einzelnen Unterstützer entscheidend ist.

Kurzum: Was für euch nur einen kleinen Schritt und paar Klicks bedeutet, bringt uns und die filmkulturelle Vielfalt in großen Schritten voran!

In diesem Sinne freuen wir uns bereits sehr auf die nächste Festivalausgabe und auf bessere Bedingungen zu deren Durchführung. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und für jede Unterstützung!

Und hier der entsprechende Link für die Unterstützung bis Ende Februar:
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Weitere Hintergrundinfos unter: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Auf der Facebook-Seite von Terza Visione (*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***) gibt es außerdem unregelmäßig Updates und Neuigkeiten rund um das Festival!


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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 01.02.2018 18:58 
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Eine feine Sache, die natürlich unterstützt wird. :dh:

Muss Morgen nur noch einmal die Urlaubsplanung anpassen und genehmigen lassen, bevor dann im Anschluss sofort der heiß ersehnte Festivalpass geordert wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 02.02.2018 14:27 
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Drücke die Daumen, und hoffe es kommen fleißig Spenden zusammen! :!:

Habe ich das richtig verstanden: wenn jeder der irgendwie an der Sache interessiert ist oder diese unterstützenswert findet lediglich 1 Euro spendet, würde das auch helfen?
Weil ja auch die Anzahl der Unterstützer sehr wichtig ist?

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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 03.02.2018 07:36 
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Dr. Zombi hat geschrieben:
Habe ich das richtig verstanden: wenn jeder der irgendwie an der Sache interessiert ist oder diese unterstützenswert findet lediglich 1 Euro spendet, würde das auch helfen?
Weil ja auch die Anzahl der Unterstützer sehr wichtig ist?


Ja, das ist korrekt - entscheidend ist auch die Anzahl der Stimmen.

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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 03.02.2018 22:17 
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Keine Ahnung was diese glatzköpfige Leder-Schwulette da in dem Video für'n Unsinn verzapft, aber ich glaub das unterstütz ich mal mit 'emn Dollar. :mrgreen: ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 05.02.2018 10:40 
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McKenzie hat geschrieben:
Dr. Zombi hat geschrieben:
Habe ich das richtig verstanden: wenn jeder der irgendwie an der Sache interessiert ist oder diese unterstützenswert findet lediglich 1 Euro spendet, würde das auch helfen?
Weil ja auch die Anzahl der Unterstützer sehr wichtig ist?


Ja, das ist korrekt - entscheidend ist auch die Anzahl der Stimmen.


Gut zu wissen. Werde dann im Laufe des Monats auch noch mein Scherflein dazu beitragen.
Momentan sieht es ja ganz gut aus. :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 10.02.2018 08:43 
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Aus welchem Grund können die limitierten 'Dankeschöns' denn nicht per Vorkasse bezahlt werden?
Wollte gerade meinen Beitrag leisten, aber die besagte Bezahlmethode steht für die angedachte Wahl leider nicht zur Verfügung :?


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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 12.02.2018 09:26 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Aus welchem Grund können die limitierten 'Dankeschöns' denn nicht per Vorkasse bezahlt werden?
Wollte gerade meinen Beitrag leisten, aber die besagte Bezahlmethode steht für die angedachte Wahl leider nicht zur Verfügung :?


Daran sind wir tatsächlich unschuldig, das schreibt Startnext so vor, siehe FAQ (unter "Mit welchen Bezahlmethoden kann ich unterstützen?"):

"Bei limitierten Dankeschöns ist Vorkasse-Überweisung nicht verfügbar." :(

Wir möchten aber auch nochmals betonen, dass uns tatsächlich mit schnöden 5 Euro fast genauso sehr geholfen ist, wie mit 50 - am Ende der Kampagne ist die Anzahl der Unterstützer entscheidender als die Gesamtsumme aller Spenden. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 24.05.2018 17:52 
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Einige Monate sind ins Land gegangen, und wir waren still, aber fleißig, sodass wir nun langsam mit der Bekanntgabe des Programms beginnen können. Unser Eröffnungsfilm heißt:


LOVEMAKER – DER MANN, MIT DEM MAN LIEBE MACHT
(Lovemaker – L'uomo per fare l'amore)
Italien/BRD 1969
99 Min., Originalfassung mit deutschen Untertiteln, 35mm (1:1,85)
Regie: Ugo Liberatore
Produktion: Gianni Hecht Lucari, Fausto Saraceni
Buch: Fulvio Gicca Palli, Ugo Liberatore
Kamera: Dario Di Palma
Schnitt: Giancarlo Cappelli
Musik: Armando Trovajoli, Melody Holländer (als Katja Holländer)
Darsteller: Doris Kunstmann, Antonio Sabato, Christiane Krüger, Roger Fritz, Peter Kraus


Aus Langeweile und Rassismus provoziert die verwöhnte Studentin Christiane am Münchner Marienplatz einen Übergriff eines italienischen Gastarbeiters, um diesen anschließend von ihren Begleitern verprügeln zu lassen, bis der junge Bauleiter Giorgio dazwischen geht. Trotz ihrer Ressentiments beginnen Christiane und ihre Freundin Helga bald, den gutaussehenden Mann zu umwerben. Der hat jedoch ganz eigene Vorstellungen davon, was es heißt, mit einer Deutschen zu schlafen...

Das swingende München des Jahres 1969, gesehen von einem Filmemacher, der hinter der ehrwürdigen Fassade der seinerzeit werdenden Weltstadt eben jene toxischen Zusammenhänge zwischen Klassenbewusstsein und Xenophobie aufspürt, die auch im Zentrum seiner vorherigen (BORA BORA, 1968) und nachfolgenden (ALBA PAGANA, 1970) Regiearbeiten stehen. Statt eines didaktischen Traktats inszeniert Ugo Liberatore den "culture clash" zwischen Münchner Jungschickeria und italienischem Gastarbeiter jedoch als morbiden Tanz ambivalenter Gefühle und vergletscherter Seelen, der in einer zutiefst sarkastischen Katharsis kulminiert. Trotz seines teutonischen Settings und seiner prominenten Besetzung gelangte der Film seinerzeit nie in die deutschen Kinos und erlebt nun im Rahmen der "Terza Visione" seine deutsche Erstaufführung.

Eine besondere Freude ist es uns daher, zu diesem besonderen Anlass am 26.07. um 18:30 Doris Kunstmann höchstpersönlich im Kino des deutschen Filmmuseums begrüßen und im Anschluss an die Vorführung mit ihr über ihre drei Filme umfassende Zusammenarbeit mit Ugo Liberatore sprechen zu können!

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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 24.05.2018 18:04 
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Wow! :shock:

Das fängt ja schon wieder gut an.... :)

LOVEMAKER hatte ich bis dato noch gar nicht auf meinem Schirm, aber was ich darüber so lese, klingt mehr als interessant. Der Film könnte genau auf meiner Wellenlänge liegen. Und sowohl Ugo Liberatore als auch Doris Kunstmann sind sowieso immer gern gesehen...

Top! :dh:


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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 24.05.2018 23:30 
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McKenzie hat geschrieben:
LOVEMAKER – DER MANN, MIT DEM MAN LIEBE MACHT

Das ist ja mal eine geile Ankündigung, wollte ich schon immer mal sehen!

(Fehlt mir nämlich noch in meiner Christiane Krüger-Liste. :D )


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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 27.05.2018 16:57 
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Prisma hat geschrieben:
(Fehlt mir nämlich noch in meiner Christiane Krüger-Liste. :D )[/size]


Christiane spielt die beste Freundin von Doris Kunstmann, und sie balzen gemeinsam um Antonio Sabato, der sich da natürlich kaum entscheiden kann. :mrgreen:

Gesehen habt ihr den letzten Film unseres diesjährigen Programms vermutlich alle, doch da ihm - ebenso wie unserem Eröffnungsfilm - nie ein deutscher Kinostart vergönnt war, dürften ihn hierzulande die wenigsten tatsächlich so erlebt haben, wie es ihm gebührt: Auf der Kinoleinwand in werkgetreuer analoger Projektion. Eben dieses Erlebnis möchten wir euch daher am 29.07. um 22:30 zum Ausklang des Festivalwochenendes ermöglichen und malen mit:

ROSSO – DIE FARBE DES TODES
(Profondo rosso)
Italien 1975
126 Min., Originalfassung mit deutschen Untertiteln, 35mm (1:2,35)
Regie: Dario Argento
Produktion: Claudio Argento, Salvatore Argento
Buch: Dario Argento, Bernardino Zapponi
Kamera: Luigi Kuveiller
Schnitt: Franco Fraticelli
Musik: Giorgio Gaslini, Goblin
Darsteller: David Hemmings, Daria Nicolodi, Gabriele Lavia, Clara Calamai, Glauco Mauri, Giuliana Calandra


"Mit PROFONDO ROSSO erklimmt Dario Argento erstmals die vollen Höhen seiner Stilisierungskunst – und zelebriert Kino als unio mystica von Telepathie und Tod. Im tiefroten Theater tritt eine Gedankenleserin bei der Parapsychologischen Konferenz auf und gerät außer sich, als sie im vollen Raum eine böse Präsenz wahrnimmt. Des Nachts dann, daheim, wird sie vom Killer attackiert. Ein fremdländischer Jazzmusiker wird Zeuge ihrer bizarren Ermordung und folgt der Fährte einer Melodie zu einer frisch verputzten, verstörenden Wandmalerei. Sinfonie der Angstlust: Die Schönheit von Argentos Tableaus wird durch Blutspritzer noch veredelt, der Rausch eleganter Kamerafahrten (durch schmerzhaft realistische Todesszenarien) noch verstärkt vom Power-Sound der Progrocker Goblin. Abgesehen von komischen Zwischenspielen eine filmische Vision von überwältigender Intensität: Kino-Auge und trügerische Erinnerung, Analyse von Michelangelo Antonionis BLOW UP, Vorstudie zu Brian De Palmas BLOW OUT." (Christoph Huber)

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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 28.05.2018 15:37 
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McKenzie hat geschrieben:
Prisma hat geschrieben:
(Fehlt mir nämlich noch in meiner Christiane Krüger-Liste. :D )

Christiane spielt die beste Freundin von Doris Kunstmann, und sie balzen gemeinsam um Antonio Sabato, der sich da natürlich kaum entscheiden kann. :mrgreen:

Finde ich nur allzu verständlich, dass man sich da kaum entscheiden kann! :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 08.06.2018 19:25 
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Und weiter geht es mit den Ankündigungen: Am 27.07. um 20:00 geht ihr mit Frauen hinter Gittern durch

DIE HÖLLE IN DER STADT
(Nella città l'inferno)
Italien/Frankreich 1959
105 Min., Originalfasssung mit englischen Untertiteln, 35mm (1:2,35)
Regie: Renato Castellani
Produktion: Giuseppe Amato
Buch: Suso Cecchi D'Amico, nach dem Roman "Die Hölle in der Stadt" von Isa Mari
Kamera: Leonida Barboni
Schnitt: Jolanda Benvenuti
Musik: Roman Vlad
Darsteller: Anna Magnani, Giulietta Masina, Cristina Gaioni, Anita Durante, Milly Monti

Lina landet in einem römischen Frauengefängnis, weil ihr die Beteiligung an einem Einbruch vorgeworfen wird. Zuerst ist sie vom Knastalltag hoffnungslos überfordert, aber als Egle, eine abgebrühte, temperamentvolle Insassin, sie unter ihre Fittiche nimmt, wird sie selbstbewusster und beschließt, um ihre Freiheit zu kämpfen. Marietta, eine junge Zellengenossin Egles, verliebt sich derweil in einen jungen Mann, den sie durch die Gitterstäbe hindurch in der Straße vor dem Gefängnis erspäht.

Regisseur Renato Castellani über seine Hauptdarstellerin: “Anna Magnani hat sich auf diesen Film gestürzt wie eine Löwin”. In der Tat präsentiert NELLA CITTÀ L'INFERNO Magnani, die Grande Dame des italienischen Kinos der 1950er Jahre, in einer ihrer schönsten, intensivsten Rollen: Als inoffizielle Königin des engen Frauenknasts klebt sie spinnengleich hinter den Gitterstäben, singend, flirtend, tobend, ihrer Freiheit beraubt und doch außer Rand und Band. Um sie herum entwerfen Castellani und die legendäre Drehbuchautorin Suso Cecchi d’Amico einen schwitzigen Gefängnisfilm, der gleichzeitig Psychodrama und Sozialpanorama ist, einerseits das Erbe des Neorealismus fortschreibt und andererseits doch schon mehr als nur eine Ahnung enthält von der Women-in-Prison-Exploitation späterer Dekaden. Noch jedoch dominiert ein menschenfreundlicher Tonfall: Die Frauen bilden, allen Streitereien zum Trotz, eine Solidargemeinschaft der Verkommenen und auch hinter Egles spitzer Zunge verbirgt sich ein großes Herz. (Lukas Foerster)

Gezeigt wird der gegenüber der italienischen wie auch deutschen Kinofassung 10 Minuten längere Director's Cut. Zudem freuen wir uns auf einführende Worte von Prof. Dr. Annette Brauerhoch, Professorin für Filmwissenschaft an der Universität Paderborn.

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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 14.06.2018 19:27 
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Den zweiten Festivaltag beginnen wir am 27.07. um 12:30 Uhr, wenn eine leider bereits vom unaufhaltsamen Verfall gekennzeichnete italienische Erstaufführungskopie ihre vermutlich letzte Aufführung erleben wird und wir ihn euch schicken, den

SICARIO 77, TOT ODER LEBENDIG
(Sicario 77, vivo o morto)
Italien/Spanien 1966
98 Min., Originalfassung mit englischen Untertiteln, 35mm (1:2,35)
Regie: Mino Guerrini
Produktion: Alfonso Balcazar, Attilio Riccio
Buch: Mino Guerrini, Adriano Bolzoni, Alfonso Balcazar, Sabatino Ciuffini
Kamera: Aldo Scavarda, Vittorio Storaro, Camillo Bazzoni
Schnitt: Roberto Perpignani
Musik: Giorgio Zinzi
Darsteller: Rod Dana, Alicia Brandet, John Stacy, José Bódalo, Sonja Romanoff


Auf Bitten des CIA heftet sich der britische Geheimagent Lester an die Fersen des ominösen Wissenschaftlers George King, der den Mächtigen der Welt nach der erfolgreichen Sabotage eines amerikanischen Raketenstarts angekündigt hat, jedwede Atomwaffe außer Gefecht setzen zu können...

Hätten die Amerikaner recht und wäre Kino eine Frage des Was, SICARIO 77 VIVO O MORTO wäre nur ein generischer Stoff, der sich unter einem generischen Titel im glühenden Agentenfilmfieber seiner Entstehungszeit platziert. Sichtlich berauscht von Sidney J. Furies stilisiertem Meisterparanoikum THE IPCRESS FILE (1965), flicht Guerrini mit seinen Autoren und Kameraleuten aus diesem generischen Stoff ein intrikates, selbstironisches Vlies aus Genre-Posen und -Reizbildern, das mit einigen Fasern kafkaesken Schalks durchwebt scheint. Der Film wurde der Auftakt für ein Trio zunehmend idiosynkratischer Agentenfilme, die Guerrini zwischen 1966 und 1968 inszenierte.

Vor dem Hauptfilm werden wir einige thematisch passende historische 35mm-Trailer zeigen.

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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 14.06.2018 20:31 
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Ähh... isch han no nisch'ma SICARIO 2 jesehn, Alda! :o :shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 14.06.2018 21:02 
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TRAXX hat geschrieben:
Ähh... isch han no nisch'ma SICARIO 2 jesehn, Alda! :o :shock:


:lol:

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Regelmäßig neue Reviews von Stuart Redman und DJANGOdzilla bei
JÄGER DER VERLORENEN FILME


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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 20.06.2018 09:53 
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DJANGOdzilla hat geschrieben:
TRAXX hat geschrieben:
Ähh... isch han no nisch'ma SICARIO 2 jesehn, Alda! :o :shock:


:lol:


I saw that one coming! :mrgreen:

Friday Night Fever besonderer Art entfachte letztes Jahr eine denkwürdige Vorführung von SCHWEDEN - HÖLLE ODER PARADIES. Auch dieses Jahr rechnen wir am Freitag zu fortgeschrittener Stunde mit ausgelassener Stimmung, doch statt Mondo-Irrwitz der infamen Sorte geht es diesmal deutlich naiv-hoffnungsvoller zu, wenn sie am 27.07. um 22:45 Uhr steigt, die

BREAKDANCE SENSATION 1984
(Dance music)
Italien 1984
81 Min., deutsche Fassung, 35mm (1:1,85)
Regie: Vittorio De Sisti
Produktion: Galliano Juso
Buch: Mario Amendola, Bruno Corbucci
Kamera: Giorgio Di Battista
Schnitt: Daniele Alabiso
Musik: Paolo Casa, Roberto Puleo
Darsteller: Maria Cristina Mastrangeli (als Mary Strange), Luciano Melandri, Patrizia Pellegrino, Claudio Rocco, Roberta Stefani (als Roberta Stevens)


Eine junge italienische Tanzgruppe will eines Tages den Durchbruch schaffen. Bis dahin lauern zunächst einige Hürden und Schwierigkeiten, doch dann sieht man in einem Wettbewerb in New York die große Chance gekommen.

Das Schielen des italienischen Genrekinos zu den Topoi und Kassenschlagern des Hollywood-Kinos war in seiner Blütezeit eine Befruchtung, bei der Inspiration von außen und ästhetische Eigenständigkeit in funkensprühender Wechselwirkung standen. Daraus wurde in den 1980ern der schamlose Hang zum Plagiat und zur Aneignung, wie dieses seinerzeitige Jugendkultur ausschlachtende Exemplar im Windschatten von Tanzfilm-Hits und (vor allem in der deutschen Vermarktung) Breakdance-Hype geradezu mustergültig belegt - und dabei unbeirrt eine Traumhochzeit von Grandezza und Schäbigkeit, Style und Geschmacklosigkeit, Selbstvertrauen und Entgleisung feiert. Ein wummernd-gelenkiges Delirium der beats und moves, Ekstase der Teenie-Schwärmerei und Taumel der Bewegungs-Koordination zwischen Straßentanz und rappelvollen Schuppen. Die 80er in ihrer ganzen Grässlichkeit und Herrlichkeit. Föhnfrisuren und Bomberjacken, Glitzerstaub und Nebelmaschinen - einige der essentiellen Zutaten für dieses berauscht groovende Stück Disco-Psychedelia.

Vorab werden ausgewählte Kinowerbung sowie Kinotrailer zur Einstimmung gezeigt.

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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 20.06.2018 19:30 
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Zitat:
BREAKDANCE SENSATION 1984

Oh, dann muss ich wohl in diesem Jahr auch noch den obligatorischen Ghetto-Blaster, die altgedienten Steppschuhe und den zwar mittlerweile schon viel zu kleinen, aber dafür immer noch hochglänzenden Trainingsanzug mit einpacken. 8-)

McKenzie hat geschrieben:
Ein wummernd-gelenkiges Delirium der beats und moves, Ekstase der Teenie-Schwärmerei und Taumel der Bewegungs-Koordination zwischen Straßentanz und rappelvollen Schuppen. Die 80er in ihrer ganzen Grässlichkeit und Herrlichkeit. Föhnfrisuren und Bomberjacken, Glitzerstaub und Nebelmaschinen - einige der essentiellen Zutaten für dieses berauscht groovende Stück Disco-Psychedelia.

Das klingt doch schon sehr vielversprechend :D

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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 21.06.2018 20:36 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Zitat:
BREAKDANCE SENSATION 1984

Oh, dann muss ich wohl in diesem Jahr auch noch den obligatorischen Ghetto-Blaster, die altgedienten Steppschuhe und den zwar mittlerweile schon viel zu kleinen, aber dafür immer noch hochglänzenden Trainingsanzug mit einpacken. 8-)


Wenn du zur Vorführung DAMIT aufschlägst, gebe ich dir einen aus! :shock: :mrgreen:

Und weiter geht's mit einer Deutschlandpremiere - in der Spätvorstellung am ersten Festivaltag, also am 26.07. um 22 Uhr, zeigen wir euch den vorletzten Film eines Veteranen des italienischen Genrekinos, der nie zuvor in Deutschland zu sehen war:

AUS DEN GEHEIMEN POLIZEIAKTEN EINER EUROPÄISCHEN HAUPTSTADT
(Estratto dagli archivi segreti della polizia di un capitale europea)
Italien/Spanien 1972
91 Min., Originalfassung mit englischen Untertiteln, 35mm (1:1,85)
Regie: Riccardo Freda (als Robert Hampton), Filippo Walter Ratti (Nachdrehs; ungenannt)
Produktion: José Gutiérrez Maesso (ungenannt)
Buch: Mario Bianchi, José Gutiérrez Maesso, Leonardo Martín, nach einer Idee von Mario Bianchi
Kamera: Francisco Fraile
Schnitt: Jolanda Benvenuti, Angel Serrano
Musik: Stelvio Cipriani
Darsteller: Camille Keaton, Antonio Ysbert (als Tony Isbert), Máximo Valverde, Luciana Paluzzi, Luigi Pistilli, Paul Müller


Von einer Autopanne und einem Unwetter in ländlicher Einöde überrascht, sucht eine Gruppe junger Camper Zuflucht in einem Herrenhaus. Dessen Bewohner, Lord und Lady Alexander, zeigen sich hilfsbereit und gastfreundlich - dem Ritual, das sie gerade vorbereiten, fehlt es noch an Beisitzern...

Als mediterraner Backwood-Horrorfilm, in dem Alter und Jugend einen ungleichen Grubenkampf auf Leben und Tod austragen, ließe sich Riccardo Fredas stoisch dem Absurden ergebene Spätwerk beschreiben. Seinem renommierten, zum Zeitpunkt der Dreharbeiten jedoch bereits von der Filmindustrie verlassenen Schöpfer war der offenkundige B-Film so peinlich, dass er ihn später unterschlug – scheinbar blind für die oneirischen Qualitäten seiner anderweltlichen Nachtmusik, in der Violine und E-Gitarre reizvoll Saite an Saite den Protagonisten der blutrünstigen Erzählung ein minimalistisches Requiem spielen.

Wir freuen uns, als Gast den Filmhistoriker Roberto Curti begrüßen zu können, der 2017 mit "Riccardo Freda: The Life and Works of a Born Filmmaker" das erste englischsprachige Buch über Riccardo Freda publizierte und einen Einblick in die problembehaftete Produktionsgeschichte des Films geben wird.

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"Wir haben zulange Menschen, denen Film als Kunstform nichts bedeutet, das Geschäft bestimmen lassen, und jetzt pissen sie ihm das letzte Fleisch von den Knochen."
- Tim Lucas (im Zusammenhang mit diesem Artikel)

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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 22.06.2018 09:48 
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Wer sich von unseren Programmen bisher emotional unausgelastet fühlte, wird bei der kommenden Ausgabe möglicherweise mehr als bisher auf seine Kosten kommen, denn am 29.07. um 20 Uhr fällt

DER LETZTE SCHNEE DES FRÜHLINGS
(L'ultima neve di primavera)
Italien 1973
94 Min., Originalfassung mit englischen Untertiteln, 35mm (Technicolor; 1:1,85)
Regie: Raimondo Del Balzo
Produktion: Ovidio G. Assonitis, Enzo Doria, Giorgio Carlo Rossi
Buch: Raimondo Del Balzo, Antonio Troiso, nach einer Idee von Mario Gariazzo
Kamera: Roberto D'Ettorre Piazzoli
Schnitt: Angelo Curi
Musik: Franco Micalizzi
Darsteller: Renato Cestiè, Bekim Fehmiu, Agostina Belli, Nino Segurini, Margherita Horowitz


Weil seine Arbeit es nicht zulässt, dass er sich selbst um seinen Sohn kümmert, schickt der erfolgreiche, jedoch frisch verwitwete Anwalt Roberto seinen zehnjährigen Sohn Luca auf ein Internat, wo der Junge unter der Abwesenheit seiner Eltern leidet und gehänselt wird. Ein Kurzurlaub bringt Roberto und Luca einander wieder näher, doch bei einer Untersuchung nach einem Unfall wird bei Luca Leukämie festgestellt...

"Lacrima movies" ("Tränenfilme") waren eine jener intensiven Erfolgsgeschichten des italienischen Genrefilms, die zu kurz blieben, um sich im filmhistorischen Gedächtnis zu verfangen. Die oft so bezeichneten, schamlos sentimentalen Familienmelodramen trafen einige Jahre lang den Nerv eines Publikums, das sich inmitten einer sozial und politisch unruhigen, beharrlich eine Erneuerung fordernden Zeit nach einer Beschwörung familiären Zusammenhalts als gesellschaftliche Konstante sehnte. Der enorme Erfolg, der dabei L'ULTIMA NEVE DELLA PRIMAVERA nicht nur in Italien, sondern etwa auch in England und Japan beschieden war, führte zu einer bis in die späten 1970er Jahre andauernden Welle thematisch ähnlicher Rührstücke, deren Unbarmherzigkeit mit ihren kindlichen Protagonisten Millionen von Eltern beim abendlichen Kinobesuch des Äußerste abverlangte.

Vor der Vorführung werde ich das Phänomen der "lacrima movies" noch ein wenig näher erläutern.

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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 25.06.2018 16:50 
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Ich war ja zwei mal dabei. Werde aber aussetzen, da ich mich immer wieder darüber ärgere, dass man jeden italo Film für eine Komödie hält. Gerade bei Deep Red würde mir das sauer aufstoßen und das Filmvergnügen zerstören.

Schade eigentlich, die Filmauswahl fand ich immer gut, nur fehlte mir oft der Respekt vor den Werken. Bei Trash schön und gut, aber nicht bei jedem Film...


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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 25.06.2018 17:00 
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Marco hat geschrieben:
... da ich mich immer wieder darüber ärgere, dass man jeden italo Film für eine Komödie hält. Gerade bei Deep Red würde mir das sauer aufstoßen und das Filmvergnügen zerstören.

Schade eigentlich, die Filmauswahl fand ich immer gut, nur fehlte mir oft der Respekt vor den Werken.

Wer soll denn dieser 'jemand' sein, der jeden Italo Film für eine Komödie hält? :jc_hmmm:


Kann Deine Kritik ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, da weder DEEP RED irgendwo verballhornt, noch falscher Respekt gegenüber den gezeigten Werken gezollt wurde...
Und was meinst Du eigentlich konkret mit dem Begriff 'Respektlosigkeit'? :unknown:


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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 25.06.2018 17:18 
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Mit „man“ meine ich einen Teil des Publikums.

Bei Deep red ist es eher eine Befürchtung in die Zukunft. Ist mir besonders bei phenomena letztes Jahr aufgefallen, gerade im Vergleich zu suspiria dieses Jahr nach dem Goblin Konzert in Hamburg.

Habe den Eindruck, das wird alles „ironisch“ geguckt und man lacht über die Filme bzw. Filmemacher anstatt mit ihnen. Frage mich, ob man sich genau so verhalten würde, wenn der Regisseur vor Ort wäre. Das ist für mich ein gutes Indiz, ob man respektvoll ist.

Aber ist nur mein persönliches Empfinden. Kann gerne jeder halten, wie er/sie möchte. Halt nur nichts für mich. Guck dann lieber zuhause in Ruhe.


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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 25.06.2018 17:48 
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Marco hat geschrieben:
Habe den Eindruck, das wird alles „ironisch“ geguckt und man lacht über die Filme bzw. Filmemacher anstatt mit ihnen. Frage mich, ob man sich genau so verhalten würde, wenn der Regisseur vor Ort wäre. Das ist für mich ein gutes Indiz, ob man respektvoll ist.

Ok, hier liegt also der Grund für unsere unterschiedlichen Wahrnehmungen, denn ich hatte in den letzten drei Jahre keinesfalls den Eindruck, dass über die Filme gelacht wird, die man zuvor monatelang unter Einsatz von Blut, Schweiß und echten Tränen überhaupt erst wieder abspielbar gemacht hat. Obendrein hatte ich zumindest auf den letztjährigen Festivals nur 'filmliebende' Menschen kennen gelernt...


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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 28.06.2018 06:00 
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Marco hat geschrieben:
Mit „man“ meine ich einen Teil des Publikums.

Bei Deep red ist es eher eine Befürchtung in die Zukunft. Ist mir besonders bei phenomena letztes Jahr aufgefallen, gerade im Vergleich zu suspiria dieses Jahr nach dem Goblin Konzert in Hamburg.

Habe den Eindruck, das wird alles „ironisch“ geguckt und man lacht über die Filme bzw. Filmemacher anstatt mit ihnen. Frage mich, ob man sich genau so verhalten würde, wenn der Regisseur vor Ort wäre. Das ist für mich ein gutes Indiz, ob man respektvoll ist.

Aber ist nur mein persönliches Empfinden. Kann gerne jeder halten, wie er/sie möchte. Halt nur nichts für mich. Guck dann lieber zuhause in Ruhe.


Es ist leider richtig, dass im letzten Jahr hier und da Teile des Publikums durch unangemessenes Verhalten in dieser Richtung aufgefallen sind, aber es hielt sich größtenteils in Grenzen, und wir werden dieses Jahr auch nochmal betonen, dass wir nicht wünschen, dass über die Filme im Kinosaal gesprochen und dadurch Sitznachbarn gestört werden. Und das Lachen - es gibt das gehässige, ja, unschön, aber manchmal missversteht man das auch - bei PHENOMENA saß z. B. schräg vor mir ein guter Freund, der den Film noch nie (!) gesehen hatte, aber langjähriger Horrofilmfan ist, und sehr viel vor schierer Freude, Überraschung und Staunen gelacht. Für ihn war es eines der größten Kinoerlebnisse des Jahres, und das nicht aus Ironie und Häme, sondern aus reiner Liebe. Gut, und ich selbst gebe zu, dass ich vielleicht zwei, drei Mal über die englische Nachsynchronisation lachen musste, vor allem bei Daria Nicolodi (die Arme, was ist da nur passiert?). Man sollte den Film lieber auf Italienisch sehen, das bekommt ihm dann insgesamt doch besser.

Dieses Jahr darf aber viel freiwillig gelacht werden, denn nach dem düsteren Programm des letzten Jahres lassen wir es heuer bewusst etwas leichtfüßiger angehen. Schwere Zeiten wie die unseren verlangen nach Humor. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 08.07.2018 23:17 
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 Betreff des Beitrags: Re: TERZA VISIONE - 5. Festival des italienischen Genrefilms (Juli 2018, Frankfurt)
BeitragVerfasst: 31.07.2018 21:09 
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Nachdem mich der heutige Arbeitstag (leider) wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbrachte, bin ich nun auch wieder halbwegs imstande etwas zu Schreiben....


Zunächst einmal ein ganz dickes Danke schön sowohl an die Veranstalter als auch an alle tatkräftigen Unterstützer, denn auch das 5. Terza Visione war durchwegs gelungen. Neben einer tollen Festival-Atmosphäre, sehr angenehmen Besuchern und zahlreichen Filmfachplaudereien war es wieder mal die tiefgreifende Leidenschaft aller Beteiligten, die einem tagtäglich im Kinosaal unweigerlich entgegen schlug.
:laie_69:


Nach einer wohltemperierten Anreise mit der deutschen Bahn und einer ersten kollektiven Nahrungsaufnahme im kleinen Kreis folgte bereits mit dem Eröffnungsfilm mein persönliches Festival-Highlight, denn LOVEMAKER - L'UOMO PER FARE L'AMORE beeindruckte mich (im Nachhinein) von allen gezeigten Filmen am meisten. Eine Schande, dass diese Perle damals von Co-Produzent Artur CCC Brauner verschmäht wurde ( :x ) Die anschließende Gesprächs- und Fragerunde mit Doris Kunstmann und Roger Fritz rundete mein Festival-Highlight dann vollends ab. Vielen Dank für diesen unvergesslichen Abend!


Als zweitgrößte Überraschung entpuppte sich für mich die Lucio Fulci "Komödie" MIT DAMENBEDIENUNG: Anstatt einfach belanglose Albernheiten am laufenden Band zu zelebrieren, übt Fulci mit seinem inszenierten Frohsinn sowohl unverblümt Kritik an den vorherrschenden Moralvorstellungen der italienischen Gesellschaft zu Beginn der 60er als auch an der katholischen Kirche und ihren Parteiablegern. Obendrein sorgte die Original-Kinosynchro für weitere Verblüffung, da diese nicht nur mit erstklassigen Sprechern besetzt war, sondern auch die harsche Kritik der italienischen Fassung unvermindert auf den Punkt brachte. Ein filmischer Geniestreich in Form eines gesellschaftskritischen Massagespektakels!


Weitere (persönliche) Höhepunkte des Wochenendes:

- EIN SOMMER VOLLER ZÄRTLICHKEIT
- VAMPIRE GEGEN HERAKLES
- FREI, BEWAFFNET UND GEFÄHRLICH
und selbstverständlich:
- BREAKDANCE SENSATION! (ein sehr mitreißender Film, denn sämtliche der Anwesenden -mich mit eingeschlossen- waren danach wie wild am Herumwippen) :D


Zum krönenden Abschluss brachte der meisterhafte PROFONDO ROSSO dann als 14. Film des Wochenendes nicht nur sämtliche meiner bereits überreizten Sinne wieder auf Hochtouren, sondern auch irgendwann zum Explodieren, denn obwohl ich Argentos Glanzstück bereits unzählige Male gesehen habe, war die Intensität des Films noch nie so hoch gewesen!
Was für ein großartiger Trip! :shock:


Danke Terza Visione und liebe Grüße an alle üblichen Verdächtigen - habe die vier Tage Frankfurt mit Euch allen wieder sehr genossen.
Bis spätestens 2019! :hutheben:




Kleine Kuriosität am Rande: Gleich drei der gezeigten it. Originalfassungen enthielten deutschsprechende Nebenfiguren, von denen dann 'Helga Ulmann' zwar die überraschendste aber auch zugleich schwächste Sprach-Performance abgab. Und 'DIE MÖWE JONATHAN' durfte natürlich auch nicht fehlen: Positioniert zwischen zwei Trailern zu Argento-Filmen wirkte die Möwe Jonathan wie ein passendes Comic Relief, welches zugleich auf die zahlreichen komödiantischen Brüche in PROFONDO ROSSO anspielte ;)


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