Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Jungfrauenhatz
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Svět patří nám / The world is ours- Regie: Martin Fric - Tschechoslowakei 1937
Darsteller: George Voskovec, Jiri Werich, Vladimir Smeral,



Voskovec und Werich waren 2Slapstickkomödianten aus Tschechien und dieser Film der letzte, 1937, den sie zusammen machten, bevor Nazigruppen das Duo splitteten. Die beiden waren zur damaligen Zeit sehr bekannt, hauptsächlich durch das befreite Theater. Sie haben nur 4 Filme zusammen drehen können bevor die Tschechoslowakei okkupiert wurde.
Viele Anleihen haben sie von Charlie Chaplins. Wird auch öfters zitiert, in dem Film u.a. Modern Times.
Kannte die beiden bisher nur von ihren Dramen, hauptsächlich Cäsar. War sehr witzig.
Das hier auch. Spielt, soweit ich es mitbekam (Olle VHS, fiese Tonqualität, oft Dunkel) in der Tschechoslowakei.Was gibt es: große Anspielungen auf die eigene Politikzeit, ein industrieller Naziarsch der mithilfe ein paar gelackt aussehender die Massen mobilisieren will und schussendlich putschen will.
Dazwischen dann zum einen die Arbeiter, mit, natürlich, kommunistischen Anheleihen und die beiden: Voskovec und Werich. Tauchen erst in der Mitte des Filmes richtig auf und geraten zwischen die Fronten.
Schöne Stelle: Schmieren Propaganda an die Wände und schreiben erst all die Diakritischen Zeichen (Also längen, Haken usw.) an die Wand, bevor dann die Worte kommen, sieht aber vorher tatsächlich aus wie das eine Morgenstern-Gedicht.
Aber trotzdem: Es gibt sogar Morde, einen dämlichen Polen der einen Yeti spielt, und zum Schluss einen großen Showdown mit Gasmasken und harten Gefechten.
www.youtube.com Video from : www.youtube.com
Trailer


They live - Sie leben Regie: John Carpenter - USA 1988
Darsteller: Roddy Piper, Keith David, Meg Foster, George 'Buck' Flower, Peter Jason


Der Bauarbeiter Roddy gelangt an an eine Spezialzauberbrille. Mit dieser sieht er die Welt wie sie wirklich ist: Voller Aliens, Schwarz/Weiß und statt Werbung stehen dort Aufforderungen: Gehorche / Konsumiere usw.Ihr merkt: Ziemlich subversiv. Er ist natürlich rasend, läuft mit der Brille torkelnd durch die Straßen. Aber er ist ein amerikanischer Mann mit Vokuhila der mit den Händen arbeitet. Ihm kommt gar nicht in den Sinn, da hinterrücks irgendwie so intellektuellenscheiße abzuziehen und zu versuchen die Urheber ausfindig zu machen.
Nein, er geht mit einem grotesk großem Maschinengewehr (keine Ahnung woher er es hat) in eine Bank, haut kecke Sprüche raus (Du hast ja gar kein Gesicht, du siehst aus wie Lakritze) und ballert die miesen Aliens weg. Die normalen Menschen wissen ja gar nicht, was los ist mit ihm, das er ja da im Recht ist. Also haben sie Angst von einem wahnsinnigen paranoiden Killer. Roddy zieht los, entführt, tötet. Sein bester Freund glaubt ihm nicht, also prügelt er ihn halb besinnungslos, damit er seinem dann wehrlosen Freund die Brille aufziehen kann, damit auch er erkennt. Sie ziehen durch die Straßen, unerkannt. Also, nicht das sie sich keine Mühe geben würden, die Waffen zu verstecken und an Fahndungsplakaten vorbeizuspazieren. Es fällt halt einfach niemandem auf. Später geraten sie in eine Untergrundorganisation. Alles voller Waffen. Der Untergrundorganisationschef sagt: "Wir brauchen eine Spezialkampfeinheit". Roddy blitzschnell: "Ihr habt sie- mich!".
Roddy ist kräftig, also wäscht er sich noch schnell oberkörperfrei mit einem Waschlappen. Dann geht es los: Ballern (Toll gemacht auch von Carpenter, die Polizeisoldaten treten ins Bild und hinter ihnen zünden sofort rot Gasgranaten, das schafft Stimmung). Roddy kommt durch einen blöden Zufall in die Welthauptzentrale der Aliens. (Die ist nur ne Tür von einem Fernsehstudio entfernt). Das Oberalien erzählt der kooperierenden Menschenelite von den wirtschaftlichen Zielen und klärt sie und Roddy und den Zuschauer auf das sie ausserirdische Renditenazis sind, die die Erderwärmungen forcieren, damit es ihnen selbst klimatisch besser passt, das sie die Menschen zu Konsum erziehen, mittels Fernhypnose, damit die Menschenelite auch verdient. Roddy läuft fassungslos durch die Versammlung, samt Vokuhila und Bauarbeiterdress. Aber er fällt da nicht auf zwischen all den Anzugträgern. Also findet Roddy wieder eine Maschinengewehr und legt los: Sein Ziel: Den Hauptsendezentralmast der Fernhypnose zerstören, damit die Menschheit, damit die Amerikaner aus der Lethargie erwachen!
Der Showdown beginnt.
Toller Film.



Afghan Breakdown - Hölle ohne Ausweg Regie: Vladimir Borkto /Russland Italien 1990
Originaltitel: Afganskij izlom
Darsteller: Michele Placido, Tatyana Dogileva, Mikhail Zhigalov, Filipp Yankovsky, Aleksei Serebryakov, Nina Ruslanova


Spielt in den letzten Tagen des Krieges zwischen R/Afghanistan. Offiziell herrscht Frieden, die Schränke werden schon zum Verladen verpackt. Nur der eine Dorfkrieger mit seiner Armee gibt noch keine Ruhe. Nachdem sie sich ein heftiges Gefecht lieferten bekommt der russische Lagerkommandant den Befehl den Afghanenfeinden 50 Kalaschnikows und Munition zu bringen, um ein freies Geleit zugesichert zu bekommen.
Der Film war sehr gut. Also da war auch so viel Gore drin, da sind mir fast die Augen rausgefallen. Brauch ich ja eigentlich nicht mehr, aber gut, ist halt Schauspielkrieg dort. Gezeigt wird das Lagerleben, dem einen wird das Lebens schwer gemacht, der wird traktiert bis er sich das Leben nehmen will, nachdem sie ihm n Pimmel auf die Schulter tätowierten. Sein Schikanierer ist der russische Lundgren. Immer Oberkörperfrei und nur Goldzähne.
Frauen werden untereinander aufgeteilt. Später kommt noch ein Genralssohn, soll sich Lorbeeren verdienen. Sehr hübscher Bub. Nun, Film läuft und läuft, 3 Stunden, wird viel auf die Characktere eingegangen die eigentlich alle eher unsympathisch sind und ziemliche Haudegen sind die saufen wie Löcher. Später kommt es dann zu einem Massaker. Das war auch schön dargestellt, end80er Action halt, alles explodiert und so. Was nicht sein musste, ist dass sie die Ziegen mit Rauchgranaten und Knallfröschen aufschrecken mussten. Die haben laut geheult. Sind ja keine Schauspieler. Bizarrste Szene: Auf einem Afghanenmarkt:Ein Russe erschießt einen afghanischen Zwerg mit Pluderhosen.

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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
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Assassination - Der Mordanschlag–USA 1987 – Regie: Peter Hunt
Darsteller: Charles Bronson, Jill Ireland, Stephen Elliott, Jan Gan Boyd, Randy Brooks


Charles Bronson ist der Dienstälteste und auch weltbeste Bodyguard des Secret Service und hat somit ein Anrecht den Präsident zu beschützen. Doch der ist impotent also muss er dessen Frau beschützen. Alle bemitleiden ihn, die hat Haare auf den Zähnen also eigene Meinungen auch.
Seine Kollegen erzählen ihm Anekdoten wie die Art Frau ist: Meine war eine Gleichberechtigungsfanaktikerin- War das peinlich haha.
Der Film ist insgesamt aber sehr weiblich. Die Fragen auf Pressekonferenzen stellen Frauen, der einzige Mann der eine stellt fragt nach Gossip. Die Männer haben ihre Stellen (Dein Hemd muss gewaschen werden. Bronson: Tu’s in den Schrank) kommen aber kaum gegen die Frauen an.
Story: Da der Präsident impotent ist und sich die First Lady dann eventuell scheiden lässt, denkt sein engster Vertrauter das es besser ist, er gehe als Witwer den weiteren Lebensweg. Aber ohne Bronson. Da es dann zu einigen Verschwörungen kommt müssen Bronson und sie undercover flüchten. Eine klassische Odyssee, es macht dem Zuschauer viel Spaß: Strandbuggyfahrten, Motorräder, Autos, Helikopter, Züge, es wird jedes Reisemittel ausprbiert.
Auch Amerika lernen sie kennen, ein Indiander mit Indianerbemalung verkauft Gebrauchtwagen, von dem bekommen sie den Strandbuggy. Auch Bronson darf sich zeigen: Motorradfahren mit Maschinengewehr und Raketenwerfer, es sieht so doof aus, wie es klingt und wie wir es auch von Chuck Norris kennen.


Splav Meduze - Das Floß der Medusa -/Regie: Karpo Godina / Yugoslawien 1980
Darsteller: Olga Kacijan,Vladislava Milosavljevic, Boris Komnenic, Erol Kadic, Frano Lasic


Ein DaDaFilm, spielt ~1920er Jahre in der Vojvodina. Wer zu der Zeit gelebt hat oder zumindest den Krleza gelesen hat, weiß was das heißt: Schlamm, Schlamm, Schlamm.
Wir folgen anfangs dem langweiligen Leben zweier Lehrerinnen, sehen zu wie sie zu unterrichtszwecken Mäuse unter Käseglocken töten und dabei rauchen.
Später kommt eine Männergruppe - Künstler - Dadaisten.
Dazu dann Briefwechsel, Fotoaufnahmen, das Kennenlernen des stärksten Mannes der Welt und anschließendem herumreisen durch das Zwischenkriegsjugoslawien. Gut kommt ihre Kunst nicht gerade an (Siehe Krleza)- also viel Revolution, Futurismus und Schießeisen.
Toll: Die Kunstquerverweise am laufenden Bande.
Toll: Film
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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
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Még kér a nép/Red Psalm - Ungarn 1972: Regie: Miklos Jancso.
Darsteller: Andrea Ajtony, András Ambrus, Lajos Balázsovits


Wir leben im Jahr 1898 in der Puszta. Der Film beginnt mit zwei Frauen, die erst Tauben, dann eine Waffe in der Hand halten. Damit ist der Verlauf des Filmes vorherbestimmt. Der Film findet auf einem großen Feld statt. Auf der einen Seite das ungarische Landvolk, in Trachten, das von der Idee des Sozialismus begeistert ist und viel tanzen und singen.
Auf der anderen Seite Soldaten, die demgegenüber von staatswegen nicht so aufgeschlossen gegenüber stehen.

Protagonisten gibt es nicht. Jancso arbeitet mit Kollektiven. Land-Militär; Jung-alt, Mann-Frau. Vereinzelt kommt es zu Übertritten, ein Soldat schließt sich den Revolutionären an und wird erschossen.
Auch Dialoge gibt es keine herkömmlichen. Interagiert wird hauptsächlich mithilfe der Musik, Entkleidungen usw. Der Film ist hervorragend choreographiert - wie ein modernes Musikvideo. Die Gruppen bewegen sich in bestimmten Abläufen, während sich andere Gruppen in eigenen dazwischen bewegen.

Die erste Soldatengruppe wird später ersetzt. Der Landbesitzer kommt und hält eine Ansprache - und stirbt auf natürlichem Wege. Ein Pfarrer - Vertreter des Status Quo kommt dazu und verteidigt die Obrigkeit. Seine Kirche brennt.

Am Ende kommt es zur Eskalation. Es kommt eine große Soldatengruppe per Zug. Anfangs tanzen und feiern sie mit den Revolutionären, wir betrachten das aus der Vogelperspektive. Es erfolgt ein Signal, die Soldaten lösen sich aus der Gruppe, formieren sich um eben jene und schießen. Der Bach färbt sich Blutrot. ...
Doch noch läuft der Film 20 Minuten.

Ein Meisterwerk, all die Symbolik, christliche, Farbsymbole usw. usf. Die Choreographien, die Musik.
*hach*
Falls hier irgendjemand heterosexuell sein sollte: Es gibt auch viele Möpse.


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The Lickerish Quartet /Italien/USA 1970- Regie: Radley Metzger
Darsteller: Silvana Venturelli, Frank Wolff, Erika Remberg, PAOLO TURCO


Mit dem wunderschönen Jüngling Paolo Turco: Diesmal mit Stiefeln bis zu den Knien und modischer Beatlesfrisur.
Er lebt mit seinen Eltern auf einem 700 Jahre alten, schottischen Schloß. Der Vater zeigt ihnen einen Pornofilm.
Sie diskutieren darüber, der Sohn wird kurz Emotional und, um ihn zu beschwichtigen, gehen sie zum Zirkus in der Stadt.
(Die Probleme Pubertierender mit sexueller Freizügigkeit zieht sich ja wie ein Faden durch die letzten Jahrzehnte, Artur in Mrozeks Tango will sie gleich ganz töten, auch weil der Vater den Hosenschlitz nie zumacht.)


Dort ist eine Motorradshow, eine der Fahrerinnen: Eine der Pornodarstellerinnen. Sie sind entzückt und nehmen sie mit auf das Schloß (um ihr den Film zu zeigen). Der Sohn (*hach*) verkleidet sich als Zauberer und führt Stücke auf, erzählt von Kindheitsträumen von der heiligen Saint Margarete. Doch dann hält das phantastische Einzug: Im Pornofilm spielt auf einmal eine andere mit!.
weiter weiter weiter
Die Fremde schläft erst mit dem Vater in der geilsten Bibliothek der Welt (Der Fußboden besteht aus Ficklexikaeinträgen). Dann mit dem Sohn, dann mit der Mutter.

wichtigste Symbole: Zirkus, Jungfrau und, als Polarität: der Frosch.


Was ist zu sagen: Der Film ist metametadiegeditsch (mindestens). Es gibt Schnitte in die Zukunft und in die Vergangenheit, mit Handlungen die sich fließend in die Gegenwart überschneiden. Der Höhepunkt die Simultanität gegen Ende: Als die Fremde mit der Mutter schläft, läuft genau das auch auf der Leinwand. Im Film und im FilmFilm doppeln sich auch die Gegenstände.
Die letzten 2 Minuten hätten nicht sein müßen, sie waren zu viel des guten: Die Pornodarsteller sehen die Sexszenen der Filmfamilie, halten darüber den gleichen Dialog wie jene davor und gehen dann zum Zirkus.

Wenn ich das außer Acht lasse ist der Film ein Meisterwerk, nicht nur, weil Paolo nackt zu sehen ist und wegen der Bibliothek.

Zitat des Films:
God knows who his father was: Yes!

Schönste Stelle gestern bei Bronson: In seinen Filmen wurde ja viele seiner Liebsten vergewaltigt und getötet und er hat meist nur geschnaubt, aber im Mordanschlag wird er richtig gefühlsduselig und wird zu schauspielerischen Höchstleistungen angetrieben: Die eine Frau kommt ihm mit irgendetwas feministischem und er weiß keine Antwort und ist durch und durch verwirrt also wedelt er nur schnell mit den Armen ab, ich kann mich nicht an viele Stellen Erinnern in denen er so menshclich gewirkt hat.

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 Post subject: Die Kuh im tschechischen Kino
PostPosted: 19.07.2013 17:06 
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So, zwei Filme mit Kühen in tschechischen Filmen aus den 60er Jahren. Einmal erlebt sie Glückseligkeit einmal wird sie gesnufft:


Konec srpna v Hotelu Ozon - End of August in Hotel Ozon /Jan Schmidt/Pavel Juracek -Tschechien 1967
Darsteller: Vladimír Hlavatý, Jitka Horejsi, Ondrej Jariabek



Der kalte Krieg eskalierte. In den ersten Sekunden des Filmes hören wir einen Countdown rückwärts zählen, mutmaßlich eine Raketenabschußanlage, also wir sehen in eine sterile High-Tech Welt. Diese ist aber nach dem Ende des Countdowns vorbei. Die Atombomben wurden abgeworfen und fast alles Leben auf der Erde vernichtet. Es ist POSTAPOKALYPSE: Wir wissen, was das in Italien bedeutet hat: Männerspielereien in Baugruben.
Nicht so in Tschechien: Die Männer sind alle verreckt, wegen eines schlechteren Immunsystem.

Also müssen wir notgedrungen einer Amazonenhorde durch die Baugruben Tschechiens folgen, allesamt kurz nach dem Weltende geboren. Sie stehen unter der Führung einer älteren Dame die die Vorwelt noch mitbekam.
Die Frauen =Tiere. Gesellschaftliche Konventionen gibt es nicht mehr.
Der Film ist furchtbar deprimierend. Sie ziehen durchs Land, verhalten sich wie Hyänen und sonst passiert nichts. Außer das sie Tiere töten. So etwa eine Kuh die sie antreffen. Die Kuh als potentielle Milch- und somit Lebensspenderin ist ausgeweidetes passe. Auch mit anderen Tieren sind sie nicht zimperlich. Einen Hund locken sie an nur um ihn dann mit Steinabwürfen wieder zu vertreiben und schlussendlich grausam zu ermorden.
Nachdem Kuhmord hören sie es laut wimmern. Ein Überlebender und Kuhbesitzer. Die Anführerin kann ihren Mördertrupp grade noch davon abhalten auch ihn zu ermorden.. Er ist froh sie zu sehen, führt sie zu sich und bewirtet sie. Ihre Anführerin stirbt, er bewirtet sie (Mit der letzten Kuhmilch) (Tolle Vogelperspektiv-Sonnenschirmaufspannszene). Einige Robert Bresson Aufnahmen und ein Abendmahl.
Sie ziehen weiter.
Der Film endet.

Ein ziemlich hoffnungsloser Film, die Frauen dort hätten ohne Umstände auch in Klimovs Idi i smotri mitspielen können.

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So, aber wie kann es Kühen noch gehen?

Kdo chce zabít Jessii? - Who wants to kill Jessi? Tschechoslowakei 1966 Regie: Václav Vorlíček
Darsteller: Dana Medrická, Jirí Sovák, Olga Schoberová, Juraj Visny


Ein toller Film. Soviel vornweg.
Es lebt ein Professor, der beschäftigt sich mit Zukunftskram und liest gerne Comics von so einer tschechischen Barbarella mit Comicachselhaar: Jessii.
Es geht im Comic um einen Antigravitationshandschuh. Er selbst ist einer der typischen mad scientiests als Schreibtischtäter. Erschuf etwas, das Träume wahr werden lässt. (Er injiziert das einer Kuh: Sie doktoren an ihrem Hirn herum und projizieren ihre Träume auf einen TV-Bildschirm: Sie liegt nun in einer Hängematte mit COCKtail und hat eine Streichergruppe zur Unterhaltung, eine sehr witzige Stelle). Der Wissenschaftler aber ist natürlich sowjetisch geerdet, hat eine Hornbrille, eine ältere dröge Ehefrau und eine Wohnung wie ein Konsummitarbeiter. Er ist aber auch eher Unglücklich mit seiner Frau, sie isst wie Garfield und hängt ihren Kopf auf den Teller zum Essen.

Er nun probiert dieses Mittel an sich selbst aus und sein luzider Traum führt ihn in seine geliebte Comicwelt. Zu Jessi und ihren beiden Erzfeinden, dem dümmlichen Cowboy und einem californisierten, muskelbepackten Antisupermann. Er will sie retten, denn die beiden Bösewichter haben das dringende Bedürfnis sie zu peitschen.
Das Problem aber ist, die Realitätsebenen vermengen sich und wir landen in einem Falschen Spiel mit Roger Rabbit. Die Superheldin und die 2 Bösewichter kommen in die Realität und hauen bei ihrem Katz und Mausspiel alles klein. Gestoppt werden sie dann vom sowjetischen Kollektiv. 50 Wissenschaftler tümmeln sich auf die Schurken.
Die aber entkommen durch einen perfiden Trick.

Sehr zur Freude der Ehefrau des Wissenschaftlers, sie schrubbt ihn gern in der Badewanne sauber. :lol: So eine Art Mann gab es ja damals auch nicht.

Nun, jedenfalls eine sehr witzige Komödie. Ein besonderer Clou auch: Sie sprechen mit Sprechblasen.
Also ein Superheldenfilm aus dem Tschechien dieser Zeit ist sicher singulär, dazu tolle Jazzmusik und viel Erotik.
Ich kann ihn empfehlen.

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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
PostPosted: 20.07.2013 11:08 
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Other side of the underneath - Jane Arden - GB 1972
Mit: Sheila Allen, Jane Arden, Liz Danciger, Bill Deasey, Elaine Donovan, Susanka Fraey, Liz Kustow, Ann Lynn, Rosie Marcham, Sally Minford, Jenny Moss Penny Slinger

[Such den Mann]

Auf diesen Film war ich ganz wild, seit BFI da vor einigen Monaten einen zusammengewürfelten Jane Arden Trailer hochlud.
Es ist schwer, den Anfang für diesen Film zu finden: Also werde ich kurz ein oder zwei Sätze zu R.D. Laing schreiben, ein britischer Psychiater der eine antipsychiatrische Bewegung gründete. Er erklärte psychische Störungen seien nichts wie eine Grippe. Eine Störung wird ausgelöst durch einen Kollaps des gesellschaftlichen Ichs, eines fremden Ich, das entsteht um in der Familie/Gesellschaft zu überleben. Die Heilung - und damit bekomme ich auch langsam den Bogen zum Film- kann nur existenziell erfolgen, die Leiden müssen nacherlebt werden, der Psychiater gleichrangig mit den Erkrankten zusammenleben. (So, ich habe davon aber auch keine Ahnung, das ist jetzt zusammengesetzt aus groben Fundschnippseln)


Stringente narrative Logik ist in dem Film nicht das allerwichtigste also fasse ich kurz die Eckdaten zusammen:
Zu Beginn wird ein Mädchen halbtot aus dem Wasser gezogen - und in eine psychiatrische Klinik gebracht. Dort ist es als würde eine älter gewordene Alice eine psychiatrische Klinik erleben. Eine Clockwork Orange Figur besucht sie in ihrem Bett (siehe Bild). Neben ihr im Bett liegt ein Schaf. Die Szenen sind alptraumhaft, unterstrichen wird das durch die, dem Bild gleichberechtigte, Musik, staccato (Adjektiv?), lautmalerische Cellospielereien. Das gemahnt an lautmalerische Cartoon oder futuristische Klangexperimente ala Russolo. Querverweise, neben Věra Chytilová sind für mich bei Jan Švankmajer zu finden.
In späteren Kapiteln kommen dann die antipsychiatrischen Sitzungen. Dazwischen immer wieder viele Symbole und Archetypen. Kind auf Pferd aus dunkler Grube. Spiegelmesser, Hochzeit überblendet mit einer Beerdigung, braut im Sarg. We're ready to fight, we're ready to die Kampflieder mit Marschvideos auf Grabsteine projiziert

Dazwischen klingt Kindheitsmissbrauch durch (Daddy, your big hairy spider, I’m your girl, stroke my legs). Eine andere Szene zeigt sie hinter Gitterstäben, hinter ihr ein Christuskreuz, ein Altar und Kerzen, sie befriedigt sich halbnackt selbst während sie zwischen Selbstekel und Selbstbefriedigung oszilliert.
Der zweite Teil des Filmes spielt auf einem Hippiekommunenfest (Die Filmmitarbeiter). Jugendprügeleien (mit Blut), Schweineschlachtereien, usw.

Arden mimt Gottseidank nicht den georgischen Fantasiefeind Abuladze sondern hat einen Film gedreht, mit dem sich beschäftigen lässt. Er ist ziemlich wild, unangenehm und sprunghaft. Wirklich sehenswert.

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Die beiden Bilder sind toll. Im ersten sehen wir sie am Haus vorbeilaufen, aus dem Haus schaut eine beängstigende Familie. Schnitt, wir sehen sie noch spazieren, aber die Häuser haben nun Puppengröße
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Die Darstellerinnen schauen auch auf einem Konzert vorbei.

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 Post subject: Die ewige Wiederkehr des gleichen
PostPosted: 21.07.2013 15:19 
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Road House -USA 1989- Regie: Rowdy Herrington
Darsteller: Patrick Swayze, Kelly Lynch, Sam Elliott, Ben Gazzara


James (Swayze)ist ein an einer Hoschschule ausgebildeter Philosoph. Leider hat er, total schuldlos, jemanden getötet und zieht deswegen in eine andere Stadt. Die wird von einem Provinzbösewicht beherrscht. James beginnt als Türsteher in einem Lokal und bekommt sich schnell mit dem Schurken in die Haare. James hat nämlich ein Gerechtigkeitsgefühl usw.
Ja, also es gibt viele Reibereien und am Ende viele Tote. Das war dann auch der Plot.

Der Schurke hat eigentlich den ganzen Film eher wie ein Disney-Highschool-bully gewirkt. Man hat es ja auch an seinen Handlangern gemerkt, sie waren eher doof. Die Schurken fahren sogar in einem Monstertruck, wie in einer Wrestlingshow! Er hat das halbe Dorf erpresst und niemand hat versucht gegen ihn aufzubegehren. Habe da aber den Konflikt nie so erkannt, es hätte sicher auch mit einer überregionalen Polizeistelle gelöst werden können. Und es sind die 80er, also der Philosoph (Warum nicht gleich Linguist oder Pferdearzt? Wieso nicht Einzelhandelskaufmann?) betreibt dann auch Exotik: Schwitzende Kung-Fu-Gymnastik (=), sehr konzentriert das, er simuliert das wirklich gut. Am Schluß dreht der Schurke dann auf, legt Brände, lässt lachend den Monstertruck über Neuwagen fahren. Lässt sogar töten. Polizei gibt es aber keine also muss die Bestrafung der Philosoph in die Hände nehmen.

Er geht in die Villa des Bösen und tötet. Am Ende haben auch endlich die Einwohner Eier in der Hose und töten auch. Den Schurken, der kann nämlich knapp 10 Kugeln einstecken und immer wieder erschrocken schauen, bevor er dann stirbt. Dann kommt sogar die Polizei. Aber das ist sehr witzig. Jeder der beteiligten sagt, im Beisein der 8 Leichen und mit den Mordwaffen in den Händen: Ich habe nichts gesehen.. Also Abschlusswitz: ein dicker Schurke hat überlebt und sagt: Ein Bär hat sich an mir vergangen. Da hat nur noch die Lachspule gefehlt.
Die Toten, das waren bloße Abziehbilder, ihr Tot sollte gar nicht berühren.

Aber ich habe auch leicht reden: Swayze wurde von Damen mit Babyöl eingerieben, hat seinen Körper präsentiert, durfte vielleicht sogar mal Monster Truck fahren und ich sitze schwitzend auf einem Billigsofa und guck ihm dabei zu. Und sich über die Logik in dieser Art Film zu beschweren ist in etwa so erhaben wie ein Mathewettbewerb gegen ein Kind zu gewinnen.
Der Gewinner bin nicht ich. Der Gewinner ist Swayze.
Respekt.


G.I. Joe - Die Abrechnung -USA/Kanada 2013 Regie: Jon M. Chu
Darsteller: Dwayne Johnson, Adrianne Palicki, Channing Tatum, Jonathan Pryce, Lee Byung-hun


Der US Präsident wurde entführt und geheimerweise durch ein mimetisch begabten Cobrasektenführer ersetzt. Der will die Weltherrschaft und muss auch die G.I. Joes töten, eine US-Spezialspezialeinheit. Die gewinnen aber doch.
Das war dann auch der Plot.

Also zuerst: Es ist eine tolle Erklärung für die US-Außenpolitik, für das militärische operieren in anderen souveränen Staaten: Eine psychopathische Sekte regiert das Weiße Haus. Der Film ist ziemlich 80s. Es gibt viele Samuraikämpfe, viel Feuer und noch viel mehr Fantasienamen. Das war mein erster Kontakt mit G.I. Joe, kannte das gar nicht. Also hatte da auch Probleme, zu erkennen, wer nun der Böse war und wer gut usw. Etwa bei der Gefängnisstürmung. Ich war fest davon überzeugt, der Gefängnischef (unrasiert) ist ein Schuft und die Insassen sind Helden. Und habe mich auch dann natürlich total gefreut als die Gefängniswärter dann alle getötet wurden. Aber Pusteblume! Die Insassen waren total verkommene Subjekte.

Jedenfalls: Fast alle G.I. Joes sind tot, es leben nur noch so 5-6 Stück. U.a. The Rock. Sie haben alle Namen wie Snake Eye, Storm Shadow und so.
Wer dann gegen wen kämpft und warum ist ja auch ganz langweilig. Die guten gewinnen, es ist ja klar, also nur ein paar Anmerkungen:
Was mich wundert, ist, warum es in dieser Art Film nie irgendeine Vergebung gibt. Sie haben alle furchtbare Egos und Ehrgefühle. Es ist diese: Du hast vor 20 Jahren mit meiner Mutter geschlafen, dir geb ich nicht die Hand -Attitüde. In dem Film ist einer Storm Shadow (der ultraheiße Lee Byeong-heon - hoffentlich bekommt seine Figur ein Spin-off wo ihm der Anzug geklaut wird und er muss ihn sich, den ganzen Film über im Schlüpfer zurückerobern) und er wurde als Kind betrogen und verstoßen. Alle dachten er hätte jemanden getötet aber das hat er nicht. Das stellte sich dann als Lüge heraus. Und er war aber immer noch total verletzt und wollte nichts mit den Guten zu tun haben, also er hat nur mit ihnen zusammen gearbeitet um die Welt zu retten.
Ich denke, da wäre mal eine Umarmung gut gewesen von Snake Eyes.

Klar, die Bösen, die müssen bestraft werden, der Satan und der Cobra Commander. Die haben Mist gebaut, dafür müssen sie grade stehen. Die sind auch nicht so leicht zu resozialisieren wie ein Gorilla Grodd. Aber Storm Shadow: Ich denke, da wäre eine Gruppentherapie gewinnbringend, mit The Rock usw.

Und das Ende war eher langweilig. Also, ich hätte mich über ein paar Schwertkämpfe gefreut. Aber das Hauptaugenmerk lag darauf, wie der Stuntman von The Rock in einem Raketenbuggy rumfährt und CGI-Panzer in die Luft sprengt.
Was mir auch nicht gefiel war, dass sie aufpeitschende Rockmusik spielten, während es Schusswechsel gab. Das ist ein grässlicher Effekt, auf einer Stufe mit dem Hang der Tschechen in ihren Filmen die FF Taste zu drücken.

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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
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Ko to tamo peva -Who's singing over there -Jugoslawien ~1980 Regie: Slobodan Sijan
Darsteller: Pavle Vuisic, Dragan Nikolic, Danilo 'Bata' Stojkovic


Ein Road-trip Film . Komödie.

Plot: Eine Busfahrt vom Lande nach Beograd.


Der Bus repräsentiert Serbien, eine olle Dreckkarre ( :lol: ). Der Besitzer ist ein schmieriger Arsch der wie Günther Grass aussieht (folgerichtig), gefahren wird der Bus von seinem Sohn einem Bilderbuchidioten.
Die Figuren in dem Bus sind alle grundverschieden und repräsentieren jeweils einen speziellen Typus des Jugo-Slawen. Einer mit TBC, ein schießwütiger Mann mit Pistole, ein Germanophiler (Der Film spielt 1941- in den letzten Stunden vorm ersten Angriff auf Beograd), Ein jüngeres Roma Bruderpaar (herzlich wie immer), dazu ein ganz frisch verheiratetes Paar, ein Schürzenjäger, später auch ein religiöser Vertreter usw usf.

Der Bus muss öfter stoppen: Die Gründe sind vielfältige, eine nicht passierbare Brücke die einen großen Umweg verlangt, Wegelagerer die Gefälligkeiten verlangen bevor der Bus über ihre Staubpiste darf, und auch menschliche Bedürfnisse wie Hunger der gestillt werden will.
Die Streckendauer zieht sich wie Kaugummi und es entstehen auch immer wieder Konflikte. Während der Fahrt bandelt einer der Fahrgäste mit der frischverheirateten Braut an, während der Bräutigam (hübsch: der junge Slavko Stimac) arglos daneben sitzt und Fleisch nascht.

Die Situationen in die sie mit ihrem Bus geraten sind teilweise ziemlich skurril, sie müssen etwa an einer Beerdigung teilnehmen, später wird der Bus vom Militär gestoppt. Für den alten Furz, ein dekorierter Veteran der wohl schon dutzende Kriege überlebt hat interessiert es sich nicht - was an seinem Stolz kratzt.
Ganz hinten sitzt eine ältere Dame die im ganzen Film nur zweimal eingeblendet wird. Sie redet nichts, sie sitzt nur, schwarzgekleidet, im Schatten und schaut. Die letzten Szene im Bus,
kurz vor der Auslöschung durch einen Fliegerangriff
, ist aus ihrer Sicht- der TODESSICHT, gedreht. Das ist toll gemacht.

Das Ende des Filmes ist ziemlich traurig, also die Mitfahrer zeigen sich von ihrer schlechtesten- einer rassistischen, antizyganistischen- Seite sie verdächtigen die Rom des Diebstahls.
Die Musik ist wunderbar, die Rom-Musik wird leitmotivisch benutzt, an allen wichtigeren Stellen packen sie das Akkordeon aus.

In der Zeit gab es viele wunderbare Filme aus der Region, mein liebster ist noch der ein Jahr später entstandene Sjecas li se, Dolly Bell von Emir Kusturica.
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Der Bus hat schon einen Tag Verspätung.
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Es gibt auch Sex
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Und alle schauen zu

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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
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Upír z Feratu - Der Autovampir :Tschechoslowakei 1982 - Regie: Juraj Herz
Darsteller: Jirí Menzel, Dagmar Havlová, Jana Brezková, Petr Cepek


Wer sich ein wenig mit dem tschechischen Kino auskennt, weiß wer der allerbeste Regisseur ist: Juraj Herz. Derjenige von dem Spielberg für Schindlers Liste klaute, den seine Tschechenkollegen als Puppenspieler verspotteten, der für das Regime Gurken wie: Bulldogen und Kirschen drehen musste.


Hier haben wir einen Vampirfilm. Der Film beginnt mit einer Krankenwagenfahrt, der Arzt ist Jiri Menzel (Einer der größten Schauspieler dort, war u.a. in Verbrechen in der Mädchenschule und Liebe nach Fahrplan), neben ihm sitzt seine Assistentin in die er auch ein bisschen verknallt ist. Sie werden gegängelt von irgendeinem Rowdie in einem schwarzen Todesmobil (Skoda). Er bringt sie in einige gefahrenvolle Situationen. Die Lady ist außer sich. Sie stellen den Fahrer: Eine Frau! Die klagt. Hat einen ganz blauen Fuß.
Später sehen sie das Auto wieder: Die Fahrerraserin ist tot. Die Assistentin setzt sich rein, und wir merken: Sie hat sich ein bisschen verändert.

Der Arzt will der Sache auf den Grund gehen, gibt auch an Ort und Stelle ein TV-Interview, gibt die Schuld dem Auto. Doch er wird verspottet (natürlich).
Am nächsten Tag springt ein bärtiger Mann mit Zeitung in sein Bett. Er KENNT die Wahrheit, WEIL er sie in der Zeitung gelesen hat. Er schnappt sich den Arzt und sie fahren mit dem Taxi ins Irrenhaus um einen Ingenieur (? habe den Film nur auf Tschechisch sehen können) aufzusuchen.
Jiri scheint seinen Job zu kündigen und macht sich auf die Suche, nach der Ursache dieses Autos.

Es kommt raus: Es ist ein Vampirauto. Es fährt mit menschlichem Blut. Was für eine Verschwörung einer skrupellosen Autofirma. Und ausgerechnet die Frau, in die er heimlich verliebt ist, fährt die Karre nun und bereitet sich auf ein wichtiges Autorennen vor. Es ist ein Desaster, sie wird immer Blutärmer, aber das Auto ist wie Heroin.
In der Folge sehen wir noch Peter Cepek (Der andere große tschechische Schauspieler- der aus Svankmajers Faust) als versoffenen Krüppel und viele, viele Szenen im Leichenschauhaus.
Jiri landet sogar kurz im Bett mit dem Neuvampir, sie zieht sich aus (Möpse), und: BEIßT. Undankbares Stück.

Das Autorennen beginnt. (....)

Guter Horrorfilm. Herz arbeitet ja auch viel mit Humor, und es sind einige running gags dabei. Jiri Menzel fährt immer in irgendeiner Art osteuropäischen Mini (kenne mich da nicht so gut aus) und wird auch von den anderen Fahrern ziemlich gedemütigt auf der Straße. Bis sein Auto plattgewalzt wird.
Guter Genrefilm.

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Die schöne
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Arbeitskollegen
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Das Auto

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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
PostPosted: 23.07.2013 00:25 
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Jungejunge, dieser Thread ist ja bisher vollkommen an mir vorbeigerauscht. Du gräbst hier ja eine flotte Masse an ultra-seltenen und ultra-seltsamen Filmen aus! Sehr schön, weiter so... :)

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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
PostPosted: 23.07.2013 18:26 
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Vielen Dank Diabolik! :)


Limonádový Joe aneb Konská opera - Limonaden Joe oder die Pferdeoper - Oldřich Lipsky -Tschechien 1964
Mit: Olga Schoberová, Květa Fialová, Miloš Kopecký, Karel Fiala, Waldemar Matuška, Karel Effa, Josef Hlinomaz, Karel Gott, Eman Fiala, Bohus Záhorský, Jirí Steimar


Das ist eine tschechische Western-Parodie mit Farbfilter und Musical-Einlagen. Tschechien war zu dieser Zeit auch an Western - Karl May -interessiert und die Verfilmungen stießen dort auf großes Interesse.

Der Film spielt in Stetson City, im Jahre 1885. Er beginnt mit einer Barschlägerei, ganz klassisch, dazu Klaviermusik. Die Szene ist ziemlich überdreht und Klischeebeladen und es wird auch teilweise doppelt so schnell abgespielt.
In der nächsten Szene ist ein reitender Cowboy zu betrachten: glattrasiert, bubenhaft, blond, weiße Kleidung, er singt amerikanische Songs, die, unfassbar, so untertitelt werden: Mej houly star du aj lej sou gej (Das ist amerikanisch). Er reitet in die Stadt.

Die Bar ist eine Whiskeybar. Sie essen dort auch Musikinstrumente und Gläser, sie sind insgesamt ziemlich unrasiert und versoffen. Der Engel-Cowboy tritt ein, er hat einige tolle Tricks mit der Pistole drauf und er wird schnell respektiert. Doch dann will er eine Kolaloka, eine Limonade. Das sorgt für hochgehobene Augenbrauen. Doch er setzt sich durch. Die ganze Stadt trinkt nun im Nachbarsaloon, die schenken nur Limo aus mit Strohhalm.
Die Schnapsbar bekommt in Sekunden dicke Spinnweben.
Der Wind dreht sich aber schnell mit der Ankunft von Hogologo, einem verrückten Vaudeville Zauberer, der den Sheriff tötet und die Besucher wieder in die Schnapsbar führt.

Konflikt: Das Gute gegen das Böse. Wer setzt sich durch der teuflische Alkohol oder die Limonade? Die Namen geben das auch vor: Goodman gegen Badman.


Das mag jetzt alles eher uninteressant klingen, zumal die Musicaleinlagen. Dieser Film ist gewollt naiv das wunderbare aber sind die Trickszenen. Der Film hat einige Überschneidungen mit damaligen Animationskünstlern, der Hauptdarsteller ist aus dem letzten Karel Zeman Film, Jiří Trnka hing da auch mit drin usw.
Es ist also teilweise ähnlich Comichaft wie der Jessi Film.
Ich habe mir viele Stellen notiert mit Bildern die ich hier reinstellen wollte aber muss mich da ja auch beschränken also es gibt Zigarettenrauchzeichen die das Kartenspielblatt des Gegners aufdecken, riesige Blumentöpfe auf Köpfen, Zeman-artige Überblendungen (Pyramiden auf einmal im Wüstenhimmel), der Falschspieler sucht seine, ihm entwendeten, gezinkten Karten und holt aus seinen Taschen Tücher, Zeug und sogar einen Feldhasen (die großen!) und dazu all die wunderbare Musik. Es wird auch mit Genres gespielt, unversehens fallen wir in einen Gothic-Film. Der Bestatter erinnert stark an den aus Lucky Luke.

Die Figur des Limo-Joe ist zwangsläufig uninteressant, den habe ich auch nicht als Bild festgehalten. Er ist eh ambivalent, also er vertritt die Prohibition, Gewinndenken und Aktien (In der ersten Liebesszene verhandelt er über seine Prozentbeteiligung und, bei Gott, ein Dicker penetriert ihn mit einer dicken Zigarre was homoerotisch bis zum geht nicht mehr war.

Weltklasse aber wieder Olga Schoberová. Sie hatte auch die Hauptrolle in Kdo chce zabít Jessii?, war mit Brad Harris verheiratet (Ein Kind) und hatte die Hauptrolle in dem Hammer Film: The Vengeance of She. Sie ist dem Forum also sicher geläufig.
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Goodman wird gedemütigt.
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Fantastisch: Der Zauberer und Verkleidungskünstler macht den Walraff.
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Leider eine Sekunde zu spät, eine der Zigarrenrauchstellen.
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Die Gothiv-Verschwörung
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Eine der tollsten Szenen. Der Zauberer singt sein Leben. Es wird auf ein Wandbild geblendet, die Geschichte verlagert sich nun auf das Bild. Die Figuren laufen im Bild umher, das Bild wird dann langsam ausgeblendet und die Geschichte geht im leeren Raum weiter.
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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
PostPosted: 23.07.2013 18:39 
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Ich lese hier auch von Beginn an begeistert mit.
Mein Lieblingssatz ist immer noch
Quote:
Falls hier irgendjemand heterosexuell sein sollte: Es gibt auch viele Möpse.
:lol:
Das doofe ist nur, daß nur ein Bruchteil der vorgestellten Filme eine Chance hat in D zu erscheinen.

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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
PostPosted: 23.07.2013 21:16 
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Ganz ganz toll. Und auch schön geschrieben:). Da werde ich mir wohl einige Filme anschauen müssen.


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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
PostPosted: 24.07.2013 12:59 
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anti wrote:
Das doofe ist nur, daß nur ein Bruchteil der vorgestellten Filme eine Chance hat in D zu erscheinen.


Ja, das stimmt wohl. Zumindest Polen und Tschechien stellen sich dem internationalen Markt aber halbwegs. Ich bestelle für Tschechisches/Slowakisches meistens bei *** The link is only visible for members, go to login. *** Da haben einige Filme auch Englische Untertitel, aber bei weitem nicht alle, upir z feratu etwa nicht. Die Übersetzung der Seite ist auch nicht vollständig, also wenn ihr einen Film in der Suchleiste habt und schauen wollt: Englisch heisst: angličtina. Die Filme kosten meistens auch nur 4-6 Euro.
Für Polnisches bin ich meistens bei *** The link is only visible for members, go to login. *** da gibt es von Telewizja Kino Polska eine DVD Reihe mit Boxen für je knapp 15-20 Euro (3-4 Filme) zu jeweiligen Regisseuren, etwa Zulawski, Has usw. Und sie haben alle englische Untertitel und sind wirklich gut restauriert. Ich weiß nicht, wer die unzähligen Versionen von Zulawskis silver globe kennt (Facets! :o ) weiß wie erbärmlich das teilweise ist. Aber als ich die von TKP gesehen habe sind mir fast die Augen aus dem Kopf gefallen ich hätte nie gedacht, dass es möglich ist diesen Film wie einen Film aussehen zu lassen.
Was Serbien/Kroatien usw. angeht bin ich ratlos. Also sie veröffentlichen ab und an ältere Filme auf DVD aber fast ausschließlich im O-Ton und dafür auch ohne Untertitel damit auch das Wörterbuch nicht weiterhilft. Und das ist sehr schade, sie haben einige tolle Filme aber es ist auch schwer zu verstehen.
Zu den Tschechischen: Gibt auch eine Torrentseite, wo man die Filme mit einem Klick herunterladen kann. Dazu kann man sich ja dann die jeweiligen .srt Files (Gibt's so gut wie zu allen Filmen, sogar 30er Jahre Kriegsschinken) runterladen. Legale Wege gibt es da für einige Filme leider nicht um sie mit erlernter Sprache zu verstehen. Wer den Link mag kann ja fragen.


The Shout/ Der Todesschrei -GB 1978 Regie: Jerzy Skolimowski
Mit: Alan Bates, Susannah York, John Hurt, Robert Stephens,Tim Curry, Julian Hough


Das ist der Regisseur von Deep End, der ja hier auch einen eigenen Thread hat. Die Besetzung ist auch erstklassig. Die deutsche DVD ist ein wenig irritierend also das Cover sieht aus als wäre es so konzipiert möglichst wenige Menschen zum in die Hand nehmen zu Bewegen. Das DVD Menü sieht auch spektakulär altbacken aus.

Um was geht es? Ein Mann besucht den Arzt einer Psychiatrie und wird gebeten mit einem anderen (Alan Bates) beim Cricketspiel die Punkte zu zählen. Bates beginnt ihm eine Geschichte zu erzählen: Und nun beginnt der hauptsächliche Film. Bates kommt in ein kleines englisches Dorf und nistet sich bei einem Ehepaar ein. Der Mann ist Soundexperimentator und Kirchenorganist bei einem sterbenslangweiligen Pfarrer, die Frau hat keinen Beruf (70er). Er erzählt, dass er 18 Jahre bei den Aborigines gelebt hat und dort einen Todesschrei erlernt hat, wenn er nicht grade seine eigenen Kinder tötete. Er fängt an, sich in die Beziehung des Paares zu drängen und belegt die Frau mit einem Liebeszauber. Der Ehemann (John Hurt) ist hilflos. Der Todesschrei wird auch vorgeführt.

Es ist schwer, den Film adäquat wiederzugeben. Die Anfangsszene wird noch einmal am Ende genau so abgespielt, den Musiker sehen wir auch mit auf dem Psychiatrie-Cricketfeld (Also nach der Todesschrei Geschichte), die verschiedenen Handlungsstränge und Zeiten überschneiden sich ebenfalls öfter.
Der Film konnte aber viele Pluspunkte sammeln, also zum einen die Musik die teilweise an Twin Peaks erinnerte, dann natürlich die Landschaftsaufnahmen, wir sehen die Protagonisten öfter in Weitsicht in den Sanddünen spazieren.
Als der Mann dem die Geschichte erzählt wird die Psychiatrie betritt möchte er eine Frau nach dem Weg fragen, sie tritt die Treppe hinunter als er bei entschuldigen sie ist, bemerkt sie ihn und blafft ihn an: SCHAUEN SIE MIR NICHT UNTER DEN ROCK und schmeißt sich an die Wand und gleitet im Katzenschritt, die Arme ausgebreitet an die Wand, die Treppe hinunter.

Das Bates, der Todesschrei-Mann seine Interessen durchsetzt ist, nehmen wir auch an verschiedenen Stellen wahr: Wir bekommen eine Fußszene, Bates tritt seinem Nachbar auf den Schuh und schiebt ihn aus seinem Bereichskreis, danach Blende auf sein streng schauendes Gesicht.
Bates erzählt auch irgendwann von einem Aboriginezauberer, der einen militärischen Gehrock trug und, um Regen in das Dürre geplagte Land zu bekommen, sich mit einem Stein die Taille aufschnitt und das Blut in Wasserfällen floss, der Musiker fragt dann nur nach, woher er denn den Gehrock gehabt haben könnte.
Am Abschluss des Filmes sind wir wieder bei dem Cricketspiel in der Psychiatrie und ein Gewitter zieht auf. Und jeder der Psychatrieinsassen reagiert anders es bricht ein wahres Inferno aus, es ist wirklich gut anzusehen. Die DVD kostet auch nur 3-4 Euro.

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Das DVD Menü
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Bates im Ehebett der Fremden, kurz bevor er die Frau penetriert. Ich liebe dieses Bild, er durch diesen rosa Schlitz schauend. :lol:
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Der Cricketschiedsrichterwagen, in Rasen ein Nackter.



Kladivo na čarodějnice - Hexenjagd Regie: Otakar Vavra -Tschechien 1970
Darsteller: Vladimír Smeral, Elo Romancik, Josef Kemr


Schwarz/Weiß. Erste Szene: Ein nicht mit dem Film zusammenhängendes Baderitual junger, schöner, nackter Damen. Sie sehen nicht aus wie Mittelalter, trotz Achselhaar, -eher wie FHM. Die nächste Sequenz dann zeitgemäßer: Amputierte ältere Pestbeulen ohne Zähne.

Wir sind in Nordmähren im Jahre 1678. Eine Bettlerin stiehlt Oblaten damit ihre Kuh mehr Milch gibt. Es wird entdeckt und es gibt einige Diskussionen. Man schickt jemanden Los um einen Inquisitor aufzutreiben der die Situation bewerten soll. Den finden die Suchenden: Er ist ein schmieriger Kneipenwirt der die Gelegenheit ergreift und mit Tamtam ins Dorf einzieht.
Es ist ein Kostümdrama, auf wahren Begebenheiten. Es gibt viel mittelalterliche Flötenmusik. Es gibt auch einen Erzähler. Zahnlos mit Kutte, mit schwarzen Hintergrund, in vormoderner Sprache die Erzählung vorantreibend.

Zurück zum Inquisitor. Er hat ein Buch so schwer wie ein Mensch. Darin sind alle Verhaltensweisen und Adjektive aufgelistet die auf den Teufel schließen lassen (u.a. Schönheit). Die Oblatendiebin lässt er foltern, erpresst weitere Geständnisse, das zieht weitere Kreise, immer mehr werden gefoltert (und wie! =Mittelalter. Daumenschrauben, Streckbank, Wadenquetscher usw. und das explizit eingeblendet).
Nach dem Geständnis geht es auf den Scheiterhaufen.

Ein Pfarrer stellt sich dagegen. Ihn ereilt das gleiche Schicksal. Dem Inquisitor gefällt es. Er bekommt Provision und trägt festliche Gewändern und eine Perücke.Das ist Motivation genug. An den Teufel glaubt er nicht, denke ich, es liegt nur am Geld und dem guten Essen. Es sterben dutzende deswegen. Aber er lässt sich sogar füttern und den Mund danach abtupfen (!). Er lässt sich auch von einem Mann die öligen Beine massieren während er von nackten Frauen erzählt und stöhnt.
Toller Film. Symbolbeladen und expressiv. Ein echter tschechischer Inquisitionsfilm aus den 70ern mit derber Obrigkeitskritik.
(Gibt eine DVD mit englischen Untertiteln)

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Frauen
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Der Erzähler
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Lebensfreude

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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
PostPosted: 26.07.2013 21:43 
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štićenik /Sticenik- Jugoslawien 1973 - Regie Djordje Kadijevic
Darsteller: Milan Mihailovic, Branko Plesa, Dusan Janicijevic


štićenik ist ein Mündel.
Der Film ist S/W. Am Anfang sehen wir einen jungen Mann auf einem Feld, er rennt weg. Wovor sehen wir einige Einstellungen später: Ein Mann mit einem altmodischen Mantel und Melone (Hut- nicht Gemüse) verfolgt ihn, gehend.
Der Verfolgte trifft auf ein riesiges Anwesen, er klopft und bittet aufgeregt um Einlass. Es ist ein Irrenhaus.Der Verfolger bleibt stehen und schaut aus sicherer Entfernung auf die Szene. Ein Schaukelstuhl, der im Film öfter eingeblendet wird und eine wichtige Rolle zu spielen scheint, wird leer aber schaukelnd eingeblendet.
Der Irrenhausleiter nimmt den jungen Mann auf und bietet ihm Schutz. Der schwarz gekleidete Verfolger versucht sich mehrmals Zutritt zu verschaffen, probiert es über das Dach und mit Wärterwürgen.
Anderes wiederholt auftretendes Objekt: Ein alter, abgestorbener Baum. Und eine Reihe von Einstellungen auf Skulpturen im Irrenhaus mit Zoom auf deren abgebrochenen Nasen.
Ich weiß nicht worum es in dem Film genau ging, es war kryptisch, die Handlung konnte in einem Satz beschrieben werden. Die Einstellungen waren Klasse, der Sound auch, Orgeln, pfeifender Wind usw.
Gruselig.
Gut.
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Der Schaukelstuhl + Tänzerin.


Legenda o lapotu Jugoslawien 1972 -Regie: Goran Paskaljevic
Darsteller: Tisa Radenkovic u.a.


Lapot ist eine serbische Legende, die besagt, dass ältere Dorfmitglieder, die unnütz geworden sind, mit dem Beil getötet werden. Diese Legende wurde dann irgendwann so rumgedreht als wäre das tatsächlich so gewesen.[Über Serben nur das schlimmste Denken :lol: ]. Vielleicht war es das auch.
Dieser Film nun jedenfalls sieht aus wie eine Doku, gesprochen wird nicht. Und, wie ihr es euch denken könnt, gibt es einen älteren Mann, mit einem Krüppelbein, der dann unter ritueller Teilnahme des ganzen Dorfes, mit Fackelmarsch zum steinigen Berggipfel gebracht wird. Dann kommen die Steinwürfe.
Der Film hat Dogma-Züge,die einzige Ausnahme sind Trommelschläge während des Rituals die nachträglich eingefügt scheinen.
Traurig: Die Augen des alten Mannes.
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Haus + Ponypferd.
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Trauriger alter Mann der vom Sohn umgarnt wird bevor er ihn steinigt.


Dan in Real Life / Dan Mitten im Leben - USA 2007 - Peter Hedges
Darsteller: Steve Carell, Juliette Binoche, Dane Cook


Eine Komödie mit Steve Carrell, den ich mag. Also die Komödie ist so durchschnittlich das ich es sicher in 2 Sätzen schaffe: Alleinerziehender Vater ist Erziehungstippkolumnist und hat 3 Töchter. Sie fahren auf ein Familientreffen, er lernt ne tolle Frau kennen, die ist aber mit dem Bruder zusammen. Um 21.45 Uhr ist dann der schlimme Moment, an dem es auffliegt, dass er mit ihr anbandelte und die Familie sich eine Minute ábwendet nur um nach der Werbepause wieder zueinander zu finden.
Was war auffällig? Die Familie war eher unangenehm: Spieleabende, gemeinsame Sportspiele, ein Kleinkunstabend (Sie waren knapp 10 nicht 50 Menschen) und der Bruder, nach der Trennung, aufgelöst, geht zum Kühlschrank und nimmt sich eine Flasche Wasser.

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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
PostPosted: 27.07.2013 20:19 
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Death Wish 2 - Der Mann ohne Gnade -USA 1982 - Michael Winner
Darsteller: Charles Bronson, Jill Ireland, Vincent Gardenia


Habe meinen Freund überreden können zu diesem Film. Er fängt auch gut an, Bronson ist um die 70 (wie immer) und kurz davor zu heiraten. Seine Tochter aus erster Ehe ist auch wieder besser drauf, seit dem Ende des letzten Filmes. Ihre Therapie trägt Früchte.
Fruchteis will Bronson, ihm wird aber von einer fiesen Drogenpunkband das Geld abgeluchst.
Er ist aber NOCH friedlich. Will seine Tochter nicht verängstigen. Lässt es auf sich beruhen.
Die Drogenpunks haben aber keine zweite Ebene, sie sind nur böse, da sie seine Geldbörse mit Anschrift haben, fahren sie zu seinem Haus wollen auf ihn warten und ihn töten. Er ist nicht da, also vergewaltigen sie die Haushälterin.
Sie kommen. Dann kommt er.
Sie schnappen sich die Tochter, vergewaltigen sie, sie stirbt.
Bronson stellt die Ehe hinten an, mietet sich ein mieses kleines Zimmer und geht auf Menschenjagd.

Einer der Fieslinge ist Laurence Fishburn.
Nun, der Filmverlauf ist in Ordnung, das Ende klar, wir alle wissen, dass er sie alle vernichten wird. Das Ende zeigt aber auch die Unvereinbarkeit seiner Tätigkeit mit dem Glück des Mittelschichtlers. Seine Liebe verlässt ihn.
Prima.


orbis Pictus -Slowakei 1997 -Martin Šulík
Darsteller: Dorota Nvotová , Marián Zednikovič, Július Satinský, Hana Gregorová


Benannt nach dem Comenius-Lehrbuch aus dem 17. Jahrhundert.
Der Film handelt von einer 16 jährigen, sie fliegt aus der Schule und bekommt einen Brief mit an die Mutter nur keine Reisemittel also muß sie sich in die Hauptstadt durchschlagen.
Eine klassische Odyssee bei der sich Realität und Traum vermischen.
Sie kommt mit verschiedenen Personen in Kontakt, ein LKW-Fahrer dessen Job es ist seine Waren zu verbrennen (Bei einer Überblendung einer eskortierten Limousine), eine vereinsamte Oma die sie ausbuddelt und die ihr von ihren 11 Kindern erzählt, eine Hochzeit eines gleichaltrigen Buben der eine Frau heiratet die seine Mutter sein könnte, ein berühmter Fernsehmann der ihr unbekannt ist usw.

Der Film entstand 7 Jahre nach dem Zusammenbruch und wir sehen hier einige Irrungen der neuen materiellen Verfügbarkeit (siehe Verbrennen von Neuwaren) auch die Freiheit scheint grotesk (Der Fernsehmann sieht seine Freiheit darin als Geisterfahrer zu fahren und Unfälle zu provozieren).Es kommen Themen auf wie Landflucht usw.
Das Mädel ist ja nur auf der Suche nach ihrer Mutter, also dem Inbegriff der Geborgenheit, diese ist aber nur groß wie eine Streichholzschachtel und eines der ersten Dinge das sie fragt ist ob die, kaum pubertäre, schon Orgasmen vortäuschen kann.

Der Film ist nicht schlecht aber auch nicht sonderlich gut.

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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
PostPosted: 28.07.2013 19:42 
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Eigentlich wollte ich etwas über Young men in Prison schreiben, das women in prison Genre liegt mir sehr am Herzen und habe nun einige Filme gesehen mit jungen Männern die frauenlos in totalitären Organisationen stecken. Aber es ist ein wenig Arbeit, einige DVDs haben keinen Regionalcode, den mein PC erkennt und ich müsste sie vorher runterladen um Screenshots zu machen ausserdem würde ich gern noch eine kleine Lektüre dazu beenden. Es bleiben nicht viele Möglichkeiten. Ich hoffe, euch bald viele junge schöne Männerkörper zeigen zu können aber nun bleibe ich bei einem Film über einen Laden der Katzen verleiht.



POSTAVA K PODPÍRÁNÍ - Josef Kilian.Tschechoslowakei 1963 - Pavel Jurácek und Jan Schmidts
Darsteller: Pavel Bartl, Pavel Silhánek, Stanislav Michler


Pavel Juracek ist ein unbekannter Superstar des tschechischen Kinos, er selbst konnte nur 2 Langfilme veröffentlichen hat aber die Drehbücher zu Daisies/Tausendschönchen (Bildstörung) konec sprnu v hoteu ozon (Habe schon darüber geschrieben) und Ikarie XB-1 geschrieben.
Dieser Film: Josef Kilian soll dieses Jahr noch von Second Run veröffentlicht werden, was eine kleine Sensation ist, da 40 Minütige Filme aus dieser Zeit aus diesem Land eher selten in westlichen Ländern veröffentlicht werden.

Anfangs ist die Kamera auf eine Straße gerichtet. Wir hören einen Marschschritt. Eine Horde Kinder samt Aufpasserin alle uniformiert in weiß gehen von links nach rechts direkt aus dem Bildrand. Nachdem sie weg sind laufen von rechts nach links Soldaten im Marschschritt. Als sie weg sind (Tolle Satzanfänge, eh) kommt abschließend ein Trauerzug wieder von Links nach Rechts.
Ein Mann bleibt während des Trauerzuges stehen und kommt näher.
Er ist der Protagonist.
Er schreitet durch eine Tür und kommt an einer riesigen Sammlung staubiger Stalin-Politsprüche vorbei. Die der ganz üblen Sorte, Cholera ist der Bruder der USA und so. Das passt natürlich nicht in das Tschechien der 60er, Stalin ist tot und Tschechien ist dabei sich zu normalisieren. Die Sprüche wirken ungewohnt hart und veraltet und ...naja ..idiotisch.

Später: Er bleibt vor einem Laden stehen, ein Katzenverleih. Die Idee gefällt ihm. Er leiht sich eine, nimmt sie mit zu sich und sie hören zusammen Schlager.
Am nächsten Tag möchte er sie wieder abgeben - doch der Laden ist geschlossen. Er fragt Passanten nach dem Laden, doch die Kommunikation funktioniert nicht so recht, sie wollen ihn zum Tierarzt, oder zu einer 19 fachen Katzenbesitzerin schicken oder sprechen gleich ganz russisch. Die mangelnde Kommunkation ist auch leitmotivisch. Später liest er eine Zeitung mit arabischen Lettern.

Die Katze hat er aber nun an der Backe bzw. in der Aktentasche, da transportiert er sie nämlich drin, nur der Kopf schaut raus.
Wieder heim macht er ihr eine Thunfischbüchse auf. Was für ein lieber Kerl, denke ich. Bestimmt selten dort, und dann für die Katz' - aber es sind industriell konservierte tote Mäuse. Die nächste wenig subtile Lebensmittelknappheitskritik im nächsten Bild, er serviert ihr Milch im Weinglas.

Er macht sich auf die Suche nach dem Katzenverleih oder deren Verantwortlichen und durchschreitet verschiedene Büros. Niemand kann ihm helfen und alle sind abweisend, am Ende des Filmes ist er fast am Ziel: er wartet er mit 20 anderen in einem Wartezimmer. Wir hören den Sekundenzeiger, die Szene dauert Minuten, die Kamera wechselt alle paar Sekunden die Gesichter, ein Mann bläst auf seiner Pfeife, der Transportduschträger kommt. Nach einiger Zeit will einer schnell durch die Tür zum Verantwortlichen aber alle anderen springen auf und huschen auch zur Tür. Nächstes Bild: Alle stehen in einem leeren Zimmer. Das Telefon auf dem Boden klingelt.
Der Film endet dann auch bald.

So.
Okay, ne Seite lang nacherzählt, also nun zum Film: Stalin kommt zweimal vor, einmal schon erwähnt, das zweite Mal sehen wir eine weltklasse Aufnahme des weltgrößten Stalindenkmals: Wir sehen links und rechts je ganz unten die zwei Engel. Das war es. *** The link is only visible for members, go to login. ***(Das Denkmal)

Experimente: Das Bild wird immer mal eingefroren. Gewisse Sequenzen werden auch vor und zurück gespult, die Katze etwa drei mal vom Sofa geschubst. (Das lieben die Tschechen, es gibt diesen einen Film: happy end von Oldrich Lipsky 1967, der beginnt mit dem Ende und wird einfach zurückgespult und erzählt so die Geschichte - 70 Minuten lang. Also ein Kopf an einer Guillotine rollt zurück zum Körper, der Mann wird auf die Guillotine gelegt usw. usf. es ist ein Wahnsinn)
Er im Dialog mit einem Bürorist. Dialog-Schuss-Gegenschuss. Der Protagonist immer an der gleichen Stelle, der Büromann immer mit dem Rücken zur Kamera und in jeder Einstellung an einem anderen Ort, vor dem Fenster oder verschiedenen Bildern.

Im Treppenhaus sind die Zimmernummern mit Richtungspfeil so angeschrieben: 47,46,45,44,43,42,41,40,39,38,37.
Auffallend fand ich die Nähe zu Zdenek Brynychs: Und der fünfte Reiter ist Angst. Einige Orte müssten die gleichen gewesen sein, auch die Kameraeinstellungen waren sich teils sehr ähnlich, das die Figuren etwa nicht in der Bildmitte standen sondern schon fast aus dem Bild raus, oder ganz unten.
Auch ein Kamerablick vom Treppenhaus von unten nach oben filmend war nahezu identisch, dazu einige Bilder des Überflusses.
Film also Absurd, Film wird auch oft mit Kafka genannt der in diesen Jahren in Tschechien wiederentdeckt wurde.
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Die Katze
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*** The link is only visible for members, go to login. ***Fünfte Reiter ist Angst.
Überfluss
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Der Mann taucht öfter auf, mit dem Ding ist er auch in einer Bar.
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Das Büro

Toller Film, habe mir viel mehr notiert als ich nun geschrieben habe, ich wollte es prägnant halten - aber daraus wurde nichs.

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Beau Travail - Regie: Claire Denis -Frankreich 1999
Darsteller: Denis Lavant, Michel Subor, Grégoire Colin


Der Plot ist das Grundgerüst von Melvilles Billy Budd. Ein junger, schöner Mann stößt zu einer festen Gemeinschaft, ist beliebt und zieht sich den Zorn des Vorarbeiters auf sich. Dessen Vorgesetzter mag den Schönen, der Vorarbeiter stellt ihm eine Falle um wieder sein Gleichgewicht in die Mannschaft zu bekommen.
Beau Travail spielt irgendwo in Somalia, am Meer, die Gruppe sind Fremdenlegionäre.

Zu Beginn hören wir ein Lied der Fremdenlegion, Ehre Frankreich und dieses Pipapo. Eingeblendet werden gemalte Kriegshandlungen auf einer an eine Bergwand erinnernden Wand, die Farbe blättert ab, es sieht ziemlich schäbig aus und da haben wir auch den Kontrast zwischen dem Selbstverständnis der Fremdenlegion, mit dieser pathetischen Musik und der anderen Seite. Die Legion ist irgendwo mitten im Niemandsland, es gibt nur Geröll und ob der seltsamen Arbeiten der Legionäre verwundert dreinschauende Eingeborene.
Die Erzählstimme gehört dem Vorarbeiter, dem alternden, vermutlich nicht so beliebten und daher doppelt so hart arbeitenden Galoup. Er erzählt im Rückblick, der Einheit gehört er nicht mehr an, da er entlassen wurde. Er provozierte den Schönen nur damit ihn dieser schlägt. Dadurch bekommt Galoup einen Grund ihn zu bestrafen ihn ohne Wasser und dafür mit kaputtem Kompass in der Wüste auszusetzen. Er kam nie zurück. Sein Vorgesetzter war sehr wütend auf Galoup, jeder mochte den schönen Sentain.

Was gibt es zu sagen: Josef Topol: Wir schlagen die Zeit tot, bevor die Zeit uns tot schlägt.

Wir folgen der Gruppe bei ihren täglichen Leibesübungen die oft etwas kryptisches an sich haben, da die Kameraeinstellung oft nur Ausschnitte ihrer Einheiten zeigt, die keine Rückschlüsse auf die Art der Leibesertüchtigung zulassen, es erinnert oft an Ballett. Die Aufnahmen sind homoerotisch bis zum Anschlag und wunderschön, sie üben etwa umarmen (Sicher eine Nahkampftechnik).
Sie tauchen auch, wenn wir Näher hinsehen, sehen wir Kampfmesser in ihren Händen. Sie üben für einen Ernstfall der nicht Eintritt. Ihr Leben ist ihre Fitness. Sie bügeln gemeinsam, kochen gemeinsam, schneiden die Zwiebeln gemeinsam.
Dazwischen machen sie sinnlose Aufgaben, mit der Schaufel in der Gruppe im Geröll graben. Die Eingeborenen schauen oft zu, sind verwundert. Die Gruppe zieht etwa Stacheldraht entlang, im nächsten Blick eine Familie die über den Stacheldraht zu ihnen schaut, die Grenze zwischen ihnen ist gezogen. Es ist auch symptomatisch, sie sind einander die Familie, ohne fruchtbare Frauen oder Kinder nur junge Männer.

Die Landschaft dort ist so detaillos wie Counter-Strike 1.0.
Am Ende steht vermutlich der Selbstmord des zivil gewordenen Galoup. Er tanzt wie ein Derwisch allein zu Rythm of the night. Ihm gehört auch der Film. Er ist die Hauptperson, sein Handeln, seinen Hass auf den schönen können wir uns nicht logisch erklären.
Zentral das Absurde.
Schöner Film, also sehr erotisch auch, hat mir viel, viel Spaß bereitet.
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Sie üben umarmen.
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Hängen Wäsche auf.
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Erleben Abenteuer.


So, dazu dann einige Bücher:
http://dirtypictures.phpbb8.de/post138874.html#p138874


Taxi zum Klo -Deutschland 1983 - Frank Ripploh
Darsteller: Frank Ripploh, Bernd Broaderup, Orpha Termin


Ein Film über einen schwulen Lehrer im Berlin der Voraids-Zeit. Also es müsste die gleiche Zeit sein wie Kalt wie Eis.
Der Film ist für ab 16 ziemlich explizit. Wir sehen Frank beim kacken, beim anpinkeln, beim auf die Zunge ejakulieren und wir sehen Frank wie er sich vom Arzt rektal mit einem Eisenstab untersuchen lässt wegen seinem Analpilz.
Die erste Aufnahme von Frank ist nicht Franks Gesicht sondern Franks haariges Arschloch.
Jedenfalls, Frank unterrichtet kleine Kinder und die Aufsätze kontrolliert er dann auf schwulen öffentlichen Klos mit weniger glorious holes. Die sexuellen Vorlieben schreibt er dann auf so eine kleine Kindertafel. Er lernt dann auch einen kennen. Der ist ziemlich spießig, er will eine Familie, ein mongoloides Kind adoptieren und aufs Land ziehen.
Frank will mit so etwas konservativem nichts zu tun haben. Er rudelbumst trotzdem. Bernd, sein Freund ist traurig.
Einige Szenen sehen ziemlich unwirklich aus, die Cruising Szenen etwa, wenn Frank einen Ledermann betatscht und sie sich betrachten und betatschen erinnert es an einen Balztanz.
Andere Szenen, beim Arzt: Eine Frau mit Milchtütenbrüsten erzählt von ihren Freiern, das einer sie mit nem Eimer Schweineblut übergoss und sich dann einen blasen lassen wollte.
Bernd erinnert am Ende an den aus Vase de Noces, die Geborgenheit sucht er bei einem Schaf
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Bernd (Matrosenuniform) und das Schaf.
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Gespräch beim Arzt.

Der Film ist eher amateurhaft, sie sprechen wie in einem Huillet-Straub Film. Einige Stellen haben meinen Freund zum angeekelten quieken animiert. Ich habe auch oft wegen der Bilder protestiert.
Der Film ist okay, aber nicht so wunderbar wie Beau Travail.

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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
PostPosted: 29.07.2013 21:24 
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Dann werde ich auch mal auf dein Tagebuch antworten:
Zuerst einmal kenne ich ja schon einen Teil deiner Vorstellungen, aber dahingehend hattest du mich ja vorgewarnt. Auch schön ist zu sehen, dass du deine Faszination für das Kino Osteuropas nicht verloren hast, auch wenn ich zu meinem Bedauern gestehen muss, dass ich die beiden von dir immer noch nicht gesehen habe, aber sie liegen auf meinen stetig wachsenden „das schaust du als nächstes“-Stapel (aber irgendwie landen die Neuerwerbungen dann doch meist ganz oben, weshalb ich ihn auch nicht wirklich abarbeite). Auch ist es schön, dass du endlich User auf Brüste hinweisen kannst.
PS: was mich am meisten überrascht: du hast seit fast 2 Wochen diesen Thread und nur einmal einen Zwerg erwähnt!


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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
PostPosted: 29.07.2013 22:21 
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Schön dich hier zu sehen! :)
Die Maulwurfspaddelhände von Agent 003 1/2 haben mir den Spaß an Zwergenfilmen ein wenig vergällt im Moment - aber es wird sich wieder ändern.
Schau dir mal den Beau Travail an, auch wenn du deinem bisherigen Geschmäckle folgend wohl eher zum Amateurfilm neigen wirst. Aber Taxi zum Klo ist superschwul, ich habe nur darauf gewartet, bis der Lederbennett aus Phantom Kommando aus einem der Klosetts kommt und ruft: Komm steck ihn mir rein. du willst es doch auch.
Die Outfits ähnelten sich auch sehr zwischen den geschlechtskranken Taxiklolern und Bennett.

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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
PostPosted: 31.07.2013 21:19 
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Eigentlich habe ich mein ganzes erspartes Geld zusammengekratzt um 3 Tage Jahresurlaub am Bodensee hinzubekommen, dieses Jahr. Leider musste das einen Tag vor Abreise über den Haufen geworfen werden und zu dem Zeitpunkt als wir los wollten saß ich auf dem Zahnarztstuhl und ließ mir Weisheitszähne ziehen.
Habe den Tag im halbdunkeln weinerlich auf dem Sofa verbracht und verschiedene Filme gestartet die ich noch im Regal hatte, der lahmste war da sicher Insatiability. Ein polnischer Film von 2003, basiert auf einem Roman von Witkiewicz, den ich mag, da überfallen die Chinesen Polen (?) und der Hauptdarsteller, ein Jüngling hängt in besseren Kreisen rum, als dann aber ein genialer Pianist, ein alternder buckliger Versuchte ihn zu überzeugen, dass er ihm in den Arsch ficken sollte habe ich ausgeschaltet.

Der Film, den ich dann schlussendlich gesehen habe war da einige Grade sexueller:


Youngblood Bodycheck-Peter Markle USA 1986
Darsteller: Rob Lowe, Cynthia Gibb, Patrick Swayze


Rob Lowe ist Youngblood, ein amerikanischer Teenager mit dem Namen eines indianischen Pferdes. Er möchte den Bauernhof des Vaters und seinen einäugigen Bruder verlassen um Eishockeyprofi zu werden. Der Vater winkt ab, schon der eine Sohn habe es nicht gepackt - ausserdem bräuchte er jede Hand beim Düngen.
Youngblood geht doch zum Profitraining. Er hat sehr gute Chancen, die anderen, die zum Profiververtragvorspielen kamen hatten alle das erste Mal Schlittschuh an und lagen mehr als das sie standen geschweige denn spielten.
Es offenbarte sich aber auch die schlimmste Schwäche: Er kann weder einstecken noch austeilen! Fatal!

Den Job bekommt er trotzdem, er spielt nun also unter der Leitung von Ed Lauter. In seinem Jugendteam sind u.a. Keanu Reeves und der 34 jährige Patrick Swayze, der trotz des Alters noch immer selbstverliebte, eitle Teenager spielen kann.
Anfangs kommen die Initationsriten: Youngblood wird von der Herbergsmutti beim Tee eingebumst. Sie ist da ein Profi, sie bumst das ganze Team, wir erfahren das in geselliger Runde. Später rasiert ihm dann Patrick Swayze die Schamhaare am Pimmel, da wird sich sicher auch ein heterosexueller Grund zu einfallen lassen, wenn man lang genug darüber nachdenkt.

Youngblood bumst aber auch so viel. Unter anderem die Tochter des Coaches. Und das sind tolle Softsexaufnahmen mit öligen Leibern vor dem Zimmerkamin (Tolle herbergen dort). Die Tochter ist aber eher intellektuell, will ihn dazu überreden Moby Dick zu lesen, er kauft sich das Buch Nymphoman dazu. Das zeigt er dann aus Versehen dem Vater, als dieser die beiden Nachts vor dem Buchladen erwischt und Youngblood sich beim Beweisbuchtütengreifen vergreift.

Eishockey wird auch gespielt. Wir sehen so 2-3 spiele, es sind natürlich Halbfinale und Finale. Und sie spielen gegen das fieseste Team des Planeten. Die Spieler dort sind teilweise noch älter als Swayze und sie verletzten diesen auch schwer.
Der Coach ist stinksauer, es gibt nur eine Möglichkeit: Sie müssen ebenfalls unfair spielen und foulen üben.
Das aber erst Mal ohne Youngblood der ist traurig wegen Swayzes Verletzung und geht Heim zum Hof. Dort bringt ihm der Vater Faustkämpfe bei.

Ja, Ende, der Film ist fast vorbei, Youngblood durfte nach einer Woche Kacke schippen und Team verlassen trotzdem ohne Umstände wieder ins Team und dann, nachdem er die 3 Finaltore geschossen hat darf er auch endlich den Oberbösewicht nach dessen Finalniederlage auch endlich körperlich bestrafen und demütigen. Alle lachen und freuen sich.

Toller Film, tolle Musik auch.
Ich hatte diese 80er Sportfilme gar nicht mehr so sexuell in Erinnerung.

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Er will den Schurken bestrafen.
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Von hinten

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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
PostPosted: 01.08.2013 13:45 
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Vtáčkovia, siroty a blázni - Vögel, Waisen, Narren /Slowakei/Frankreich 1968 :Juraj Jakubisko
Darsteller: Philippe Avron, Jirí Sýkora, Magda Vásáryová


Der Dreh begann im November 1968, knapp 2-3 Monate nach dem Einmarsch der sowjetischen Freunde und dem Beginn der Normalisierung. Der Film wurde zu Ende gedreht (Frankreich glaube ich) und war dann die nähsten 30 Jahre unter Verschluss.

Zu Beginn sind wir bei einem Fest in einem Heim für geistig behinderte Kinder (Gibt es da eigentlich auch einen weniger scheußlichen Begriff?), es ist ein Fest, die Kinder lachen, turnen herum, besprühen sich mit Sahne und tragen die buntesten Kostüme. Die Gesichter =unschuldig und fröhlich.
Das Motiv des Wahnsinns greifen auch die späteren Protagonisten auf. 2 Erwachsene Männer Yorick und Andrej. Sie leben in einer Ruine, zusammen mit einem alten Mann der wohl soetwas wie ein König ist. Andrej lernt später noch eine junge Frau kennen Marta (Das ist Magda Vasaryova die schönste Frau aus der Zeit), eine Jüdin. Sie zieht zu ihnen. Yorick ist davon nicht angetan, er hasst Juden, da diese seine Eltern töteten.
Die Eltern von Yorick und Andrej töteten sich gegenseitig, aus irgendwelchen gesellschaftlichen Anlässen, die diese beiden nun zu umgehen versuchen in dem sie Wahnsinn vortäuschen.

Und wie es ist bei einer Konstellation von 2 jungen Männern und einer Frau. Es kommt Liebe ins Spiel. Und einer bleibt außen vor. Das ist auch wichtig, um die Kindernarren (Jetzt reite ich mich hier aber rein :lol: ) von den Erwachsenen unterscheidet. Während die Kinder tatsächlich unschuldig sind, können die Erwachsenen diese reine Form des Tölpeltums nicht annehmen, da ihnen die Liebe dazwischen kommt.

Alles was nicht du bist, ist Einbildung. Also gehe in dich. Wenn sie dein Haus zerstört haben, baue es wieder auf, aber in deiner Seele. Gehe in dich, Baue ein Haus in dir, lebe in ihm und du findest das Glück.

Die beiden jungen Männer sind eigentlich eins, 2 verschiedene Adjektivausprägungen eines Geistes und Polar zueinander. (Laut Jakubisko), Marta hingegen ist der Katalysator der Gedanken des Schizophrenen. Sie soll ihre Zukunft repräsentieren. Was auch in einer Schwangerschaft mündet. Und das zu einer Zeit in der Yorik im Gefängnis saß, als er heim kommt, ist er Eifersüchtig bis auf den Tod. Der Tod ist am Ende des Filmes auch dominierend.

Das Leben ist wunderbar!

Ach, es tut mir leid, der Film ist ein Wahnsinn, also die ganze Zeit schwirren die bunten kostümierten Kinder umher, Männer spielen Billard mit Vögeln und Eiern, Omas schießen mit Maschinengewehren, Die Leute benutzen die Hausgegenstände nicht üblich, also Schränke auf dem Boden liegend und sie schlafen darin, in den Wänden sind Löcher, wir sehen das Kamerateam umherlaufen. Die Bilderwelt ist ein Spektakel, es erinnert an die ganz großen surrealistischen Meisterwerke, der Film hat so viel Narratologie gar nicht, wie ich sie hier linear aufgemüht habe, es ist irrational und wahnsinnig.
Ein Meisterwerk!

Klar, sind auch gängige Symbole dabei, etwa der Vogel im Titel und in den Bildern: Sinnbild des Freien, Grenzenlosen, kein festes Heim, einer der Vögel ist dann später im Glas gefangen, während Marta einen Fisch im Mund hat und Klavier spielt.

Der Film ist einerseits natürlich fröhlich, viel Humor, lachende Kinder, aber das hauptsächliche ist die Tragik, der Verlust der Zukunft usw.


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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
PostPosted: 01.08.2013 22:08 
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Da ich ja momentan eh nur auf dem Sofa rumhängen kann, kann ich auch ab und an mal Vox-TV ausschalten und einen Film einschalten:


Den-en ni shisu
Pastoral: To Die in the Country
- Shuji Terayama -Japan 1974
Darsteller: Kantarô Suga, Hiroyuki Takano, Sen Hara

Der Film steht auch in meiner 50 Lieblingsfilme Liste, habe ihn nun auch schon einige Male gesehen, also:

Whatever you do, don't touch the horse!
Der Film handelt vom 15 jährigen Terayama, er lebt allein mit seiner Mutter und verliebt sich in die Nachbarin. Sie wollen zusammen nach Tokyo flüchten. Die Mutter aber ist herrschsüchtig, sie will ihn nicht er-wachsen sehen (Sie:Lies Comics! Er:Aber die halten mich ab davon groß zu werden!). Er stürmt aus dem Haus und geht zum Scary Mountain, den toten Vater aufsuchen.
Das Unbekannte, wir müssten uns im Japan der Nachkriegszeit befinden, kommt in die Gegend: Der Zirkus. Ein wunderbarer Zirkus, Bodybuilderzwerge mit Irokesen, Gruppensex, Frauen in aufblasbaren Fettanzügen und die Farben sind reich, die Zirkusaufnahmen sind so bunt, in so warmen Farben, wie möglich.

Ich sollte mir die Augenlider abschneiden, um besser zu sehen!

Er flüchtet nun. Und das zweimal. Einmal mit seiner geliebten Nachbarin. Das andere Mal wiederholt sich die Szene und sie wartet nicht am vereinbarten Treffpunkt. Er schreitet allein den Weg aus dem Dorf des Aberglaubens (Das Kind ist ein Bastard, tötet es!) auf den Bahnschienen gen Techno-Tokyo.
Die Kamera zoomt raus. Wir sehen Terayama, einen Schauspieler, der Terayama spielt, im Kinosaal, er hadert mit dem Film und spricht darüber mit einem Kritiker. Wir sind nun also in einem Film im Film. Der alte Terayama reist in die Vergangenheit um sein 15 jähriges ich zu treffen. Der alte kommt mit siner Vergangenheit nicht zurecht, sie verfolgt ihn, er will sie ändern, redigieren. Mit dem Kritiker kam er auf das Paradoxon der Zeitreise zu sprechen: Wenn ich in der Zeit zurück reise und meine Großmutter töte, wo bleibe dann ich?

Der junge und der alte unterhalten sich, spielen Schach dabei, im Hintergrund eine riesige Streichholzschachtel die sich öffnet und aus der Frauen schreiten.. Die Kulisse und die Erinnerung ändert sich während des Spiels beständig. Der alte weiß was er tun muss, er muss seine eigene Mutter von vor 20 Jahren töten.
Der junge Terayama wird von einer älteren Kindsmörderin vergewaltigt.

Ein Wahnsinn von einem Film. Die Kulissen sind grotesk, im freien hängen Glühbirnen vom Himmel, die Seen sind aus Blut, auch der Himmel färbt sich blutrot, es liegen riesige Hammer herum, dazu überall tickende Uhren.
Und mit das beste am Film ist die Musik von J.A. Ceasar. Einer meiner Lieblingsmusiker aller Zeiten.

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Dans la maison/In ihrem Haus .Francois Ozon. Frankreich 2012
Darsteller: Fabrice Luchini, Vincent Schmitt, Ernst Umhauer

Den Ozon mag ich. Er dreht so viele Filme und jeder ist ganz anders. Dieser hier nun mit einem dürren, in Kleidung ganz ansehnlichen 16 jährigen.

Wir sind in Frankreich in einer Schule. 10. Klasse. Der Lehrer ist ein eher kulturkonservativer, liest die großen Klassiker, Schopenhauer usw. Seine Schüler sind eher scheiße. Für ihre Aufsätze benötigen sie 2 Sätze. Die verteilten 6er sind ihm eine Genugtuung. Doch ein Schüler sticht heraus. Er beschreibt eine Mittelschichtsfamilie bei der er den Nachmittag verbrachte.
Der Lehrer ist angefixt. Er hat Talent! Vielleicht kann er ihn aufbauen, und zumindest an der Entstehung eines tollen Autors mitwirken, wenn es schon bei ihm nichts wurde, mangels Talent.

Der Junge schreibt weiter über die Familie, er klinkt sich in das Familienleben ein, schreibt aus Distanz über sie: Den Vater und Sohn, beste Freunde, beide den gleichen Vornamen, beide spielen gemeinsam in einem Basketballteam und schauen Abends gemeinsam TV. Dazu die Mutter, eine jene verdörrten Hausmütter, deren Lebensimpulse mit der Geburt abstarben (Wie es der Bub sieht). Der Vater erzählt von seinen 2 Wochen in China, nun weiß er alles von China. Erzählt pausenlos davon.

Der junge intrigiert, Will aus der Familie eine Geschichte ziehen und gibt dem Lehrer die Texte. Sie gehen sie gemeinsam durch und der Leherer macht Erzähltextanalysen. Wir befinden uns nun in der Familie, die Story geht voran. Dann ein Freezeframe, der Lehrer tritt hinzu, erklärt, was er besser machen könnte.
Wir sehen einige Familienszenen auch öfter. Diesmal mit veränderten Stilmitteln. Es hat mir viel Spaß bereitet.
Der Film: Tragisch.
Toll: Die Frau des Lehrers: Macht erfolglose Kunstausstellungen mit Hitlergummipuppen, Pimmelhakenkreuzen. Es ist sagenhaft schlecht.

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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
PostPosted: 02.08.2013 17:02 
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Bariera/Barriere -Jerzy Skolimowski -Polen 1966
Mit: Jan Nowicki (Sanatorium zur Todesanzeige, Ein Drittel der Nacht usw.), Joanna Szczerbic usw.


Ein Mann kniet, Rumpf nach vorn gebeugt, die Hände werden ihm gefesselt. Das Bild steht still, die Namensliste der Macher, Schauspieler läuft runter. Es geht weiter. Wir sehen nur den Mann, die Umgebung ist weiß, der Mann fällt. Ein nächster kommt auf die gleiche Position in gleicher Haltung, auch er fällt vorn über.
Die Kamera nimmt eine andere Position ein. Der Vorgang scheint weniger bedrohlich zu sein als angenommen. Da steht ein Mann im Schlüpfer. Es sind 4 Kommilitonen der medizinischen Fakultät. Es geht um das gemeinsam gesparte Geld im Sparschwein, wer es schafft, gefesselt einen Gegenstand zu ergreifen gewinnt das Geld. Aber wir sehen sie erst einmal 5 Minuten auf Kinne, Schultern und Köpfe fallen. (Die armen Schauspieler). Jeder sagt während des Vorgangs was er damit anfangen will. Jeder will es behalten, außer der Schlüpfermann, der will es verteilen, ein toller Sozialismus-wink- brüderliches teilen und eh keine Geheimnisse haben also auch ohne Kleidung herumlaufen können. Welch Ideal!
Der Protagonist will sich nicht im Blutstrom der Gesellschaft bewegen und kein Mediziner werden, er will was eigenes. Er gewinnt auch das Geld.

Doch das eigene ist schwer. Er tritt aus dem Brutalismusbau, es wird rausgezoomt, er ist groß wie eine Ameise, es wäre auch egal wenn er nicht im Bild wäre.
Er besucht den Vater, sagt er wolle morgen heiraten, der erwidert: Ich willn Stift.. Doch ein Vater bleibt ein Vater und er überschreibt ihm einen Säbel, er muss ihn nur noch abholen.

Die Säbelbesitzerin ist eine Frau, wir hören im Haus furchtbare Schmerzensschreie, an der Wand hängen Geweihe, sie zwingt ihm zum Baden. Er tut es. Die Schreie kommen aus dem Nachbarzimmer, eine Zahnarztpraxis.
Viel Selbstbestimmung hat er also nicht, in seinen ersten Schritten, er zieht nun mit diesem eher nutzlosen Säbel umher.
Und lernt eine Straßenbahnfahrerin kennen. Er lässt die Straßenbahn im Nirgendwo anhalten, steigt aus, dort ist eine Telefonzelle, er ruft Mutti an, spricht von seiner neuen Verlobten, reicht ihr den Hörer, sie lehnt sich aus der Straßenbahn.

Sie gehen auf ein Fest. Veteranen sind dort, singen.Die Frauen sitzen gelangweilt an ihren Tischen. Das Fest endet. Der Film wiederholt ab nun viele Motive aus der ersten Hälfte. Die beiden finden zueinander, verlieren sich aus den Augen und schaffen es doch.


Es ist meine große Stärke Filme ohne große Handlung einfach gelangweilt linear runterzurattern. Der Film ist sehr, sehr witzig, also komische Situationen (aha). Auch die Kulissen sind teilweise absurd. Es schimmern die Grundmotive der polnischen Literatur(Und Film) durch, Heirat, also Geborgenheit, Heim, Verschmelzung (Wsypianski: Die Heirat, Gombrowicz: Die Trauung- auch transnational bei Gogol und Tschechow) und das Erbe der Väter die ihren ruhmreichen Kriegssieg feiern und das Suchen der Söhne nach einem eigenen Platz bei diesen dominanten Vätern (Ganz stark in Rozewiczs: Die Kartothek).
Die Veteranen hier tragen Papierhüte und hüpfen auf und ab und singen patriotische Lieder.

Sie: Sie haben ihre Kriegslieder, aber was haben wir?

Dort spielt auch ein anderes Leitmotiv ein: Das Blutspenden, es sind viele Plakate dort mit großem Zeigefinger auf den Betrachter: Christus gab Blut und Leben. Gebt wenigstens Blut.

Der Protagonist beschwert sich über eine dreckige Gabel während seines Dates. Der Kellner trägt einen Tisch heran und wechselt die Tische einfach aus. Der Protagonist tanzt mit seinem Schwert Tango mit einem Auto das mit Regenplane fährt. Er klettert eine Hauswand hoch, überall hängen Hühnchenhasen. Es wird rausgezoomt. Alle schauen zu.
Toller Film. Qualität war leider miserabel (Die Box mit 3 seiner frühen Filme, in weitaus besserer Qualität gibt es u.a. bei *** The link is only visible for members, go to login. *** )

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 Post subject: Das Ouzo-Orakel
PostPosted: 03.08.2013 00:35 
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Deadbeat at dawn -USA 1988 Regie: Jim van Bebber
Darsteller: Paul Harper, Jim Van Bebber, Megan Murphy


Es gibt in diesem Film wahnsinnig gelungene Stadtaufnahmen, heruntergekommene Viertel, Passanten und all das und diese Aufnahmen werden immer wieder eingestreut, gleich ganz am Anfang wechseln sie sich mit vereinzelten Aufnahmen der Protagonisten ab. Stadt, dann Aufnahme von Verbrechern den Bronson ohne mit der Wimper zu zucken sofort erschossen hätte.
Zu erst wird Danny eingeführt ein blonder Psychopath, er wil grade eine Lady vergewaltigen. Die nächste Aufnahme gehört Goose, er ritzt die Kugeln an.

Es kommt zu einem Straßenkampf, Goose und Danny sind ERZfeinde in einem heruntergekommenem Scheißviertel. Sie tragen Mad-Max Outfits und bekriegen sich sinnigerweise auf einem Friedhof. und wie! Diese Waffen die auch die Ninja Turtles benutzten! Und taktische Kampfmesser. Für die habe ich eine wenig ausgeprägte Obsession, seit ich in einer dieser Burroughs-Ausstellungen war, wo die Kuratoren Hausmüll in die Vitrinen schütteten, Katzenmagazine usw. und da waren auch Magazine dabei mit der Aufschrift: Tactical knifes. Schaue mir da auch sehr gern auf Youtube Videovorführungen an.

Naja, jedenfalls der Film: Goose verletzt Danny und flüchtet zu seiner Freundin. Er ist ziemlich cool drauf, ein Gewinnertyp. Seine Freundin sieht das nicht so, sie will ihn von dieser Gang losbekommen, deren Anführer er ist. Sie sagt: Werd' doch mal erwachsen! Trag' die Voodoo-kette die Gefahren abwehrt!
Er will ihr eine Freude machen und tötet vermutlich einen Motorradbesitzer um an ein Motorrad zu kommen. Nun sehen wir die beiden glücklich auf dem Ding, Liebesmusik, Herbstlaub, Freiheit, es ist rührend. Er will sich ändern, dealt jetzt mit Drogen, und, da das ein richtiger Job ist, trägt er sogar eine Art Sakko. Er geht, sagt, ich schließe ab.. Er schließt ab. Vorhängeschloss von außen.
Danny ist aber pampig auf Goose, wegen der Friedhofssache, er lässt, die Tür auf- und der Freundin die Knochen brechen, sie ausweiden, das Gesicht zerfetzen.

Goose ist traurig: Meine Freundin wurde ausgeweidet, jetzt ist Handbetrieb angesagt. Er erzählt es auch seinem Vater (?): Der antwortet spontan so: Haste n bisschen Geld?
Goose beginnt zu saufen, ist wieder in der Gang, Überfälle, ein großes Ding, viel Geld. Er wills der Schwester der Toten geben, bestellt sie ein. Doch die trifft ausgerechnet zum blutigen Finale ein. Sie schreit viel, während sich die gestandenen Männer die Messer in die Leiber rammen.

Der Film ist ein Wahnsinn. Sehr blutig, an den Wänden sogar deutsche Graffiti:

Der Stadt ist scheiß.
E=hell²
Die, zugegebenermaßen untere, Mittelschicht kommt kaum in den Blick, nur einmal. Goose überfällt den Tankwart. Enkel tankt mit Oma. Enkel nimmt die Knarre, zielt vorbei erschießt den Tankwart, die Oma verlangt den Hurensohn zu töten.
Ja, also das tolle: Die Kämpfe. Es gibt viele. Viele Bang-Geräusche auch.


Combat Shock /USA 1986 Regie Buddy Giovinazzo
Darsteller: Rick Giovinazzo, Veronica Stork, Mitch Maglio


Am Anfang sind wir in Vietnam. Es gibt Massaker, zweigeteilte Leichen, umherliegende Köpfe usw. Was mich anfangs störte war der Ton, es klang wie durch einen Filter, als würden wir das nicht tatsächlich miterleben sondern durch eine Konserve.
Die ganze Szenerie ist mit Dronemusik unterlegt, dazwischen werden die Effekte mit Keyboardklängen untermalt. Etwa wenn er von kleinen Vietnamesen mit dem Stock gepiekst wird (Was so bizarr wirkt wie es klingt).
Dann sind wir wieder in der Gegenwart. 80er Jahre. Reagan-Zeit. Irgendwo in New York. Die Wirtschaft ist am Boden die ganze Gegend von oben bis unten verschissen. Aus den Gehwegbetonplatten ragt kniehohes Gestrüpp. Die Läden sind alle geschlossen.
Franke ist inzwischen verheiratet. Das Baby sieht aus als hätte es seine Frau mit Agent Orange getrieben. Es ist ein Schleimmonster. Das =Zukunft =nicht vorhanden. Die Frau ist geschminkt. Die Augen sind schwarz. Was sie verschönern sollte macht sie nur noch viel hässlicher und abstoßender. Sie hat Hunger und quängelt. Im Kühlschrank steht ein Glas Wasser (!). Und Milch. Die ist verdorben. Milch als Lebensquell =ungenießbar. Die Zukunft zeichnet sich ab.

Er zieht los, einen Job suchen. Wird von 3 Punks angehalten und geprügelt. Die Typen sehen aus wie aus einem der Castellari-Sandplatzabenteuerfilmen.
Frankie zieht weiter, sieht in einem Schlagloch einen Hund liegen, DER hat was zu freßen, nagt an Fleisch (Ne Ratte oder ein Mensch, wer weiß das).
Dazwischen einige Flashbacks. Er erinnert sich an seine 2 Jahre Krankenhaus nach der Vietnamfolter. Der Arzt ist alt und trägt ein Frauenoberhemd.
Sein Vater hielt ihn für Tot, Frankie ruft ihn an, um Geld zu pumpen. Doch der Sohn bleibt tot für ihn. (Bist du immer noch mit DER verheiratet? Die will nur dein Geld ( :lol: )).
Der Vergleich mit Vietnam zieht wieder auf. Eine Frau entdeckt einen toten Junkie. Was tut sie? Stupst ihn mit einem 2 Meter Stock an und kontrolliert dann seine Taschen. Keine Emotionen, nur Raub.

Frankie ist am Ende und das Ende ist der ultimative Liebesbeweis für seine Familie.

Infernialischer Film. Fast russisch.

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 Post subject: Balkanchronik
PostPosted: 06.08.2013 18:03 
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Nach alleroberflächlichsten Recherchen habe ich gesehen, dass es von Gogols Der Wij einige Verfilmungen gab. Darunter Bavas Die Stunde, wenn Dracula kommt Kropachyov und Yershovs Wij von 1967 und vom Meister des serbischen Horrors Djordje Kadijevic Sveto Mesto aus dem Jahre 1990.
Sie werden hoffentlich in den nächsten Tagen in meinem Briefkasten landen, anfangen werde ich mit:


Sveto Mesto: Djordje Kadijevic 1990 - Jugoslawien
Darsteller: Dragan Jovanovic, Branka Pujic, Aleksandar Bercek


So die literarische Vorlage: Gibt es in einer weniger guten Übersetzung komplett online bei projektgutenberg. Die Zusammenfassung auch bei Wikipedia.
Kadijevic hält sich nah an der literarischen Vorlage, was den Plot betrifft, einige Abänderungen gibt es: Es gibt keinen Wij (vermutlich weil es kein Geld dafür gab) und keinen Humor, dafür gibt es mehr Lesbenszenen. Die Handlung spielt nicht in Kiew sondern eher im slawonischen Gebiet.

Der Film wird mit Orgelmusik eingeleitet, 3 junge Männer wollen zum Priesterseminar und spazieren irgendwo durch's nirgendwo, nur Natur. Sie hören einen Wolf und wollen sich so schnell wie Möglich ein Nachtlager suchen. Sie finden nichts und es beginnt schon zu dunkeln auf einmal erkennen sie eine alte Strohhütte, sie gehen davor. Die erste Nahaufnahme ist ein Ochsenkopfskelett über der Tür. Die nächste Einstellung geht dann auf das alte Weib das aus der Hütte kommt. Es ist also schon vorgegeben, dass sie nicht sonderlich positiv konnotiert ist. Sie lässt sich erweichen und lässt sie bei sich übernachten separiert aber Thoma von den anderen beiden. Über den will sie sich dann in der Nacht hermachen - er will es nicht - klar, 60 Jahre Altersunterschied. Sie beginnt ihn zu reiten, er ist außer sich! Er bekommt sie zu fassen und drischt sie Tod. Im sterben verwandelt sie sich in eine junge schöne Frau. Er rennt weg in den Nebel. Wir sehen seinen Rücken. Nächste Einstellung: Wir sehen ihn von vorn, es ist wieder hell, er stürmt eine Treppe nach unten. Er muss also wirklich stundenlang gerannt sein.

Im Seminar bekommt er den Auftrag die 3 nächtige Totenmesse für eine junge Adlige auf dem Land zu halten, sie wurde ermordet. Er zieht los und kommt an. Die Tote ist die von ihm getötete. Er bleibt auf dem Weiler und nimmt am ersten Tag am gemeinsamen Essen der Angestellten des Vaters und des Vaters selbst teil.
Ihm fällt ein Bild auf, ein ziemlich furchteinflössendes, es ist das der verstorbenen Ehefrau des Vaters. Später hängt er mit den Angestellten herum, sie erzählen ihm Geschichten über die Tochter die wir dann in Rückblenden miterleben. Die ersten handelt vom Dorfdepp, den wir auf dem Dudelsack (Tatsächlich ein gebräuchliches (früher) Instrument in Pannonien) spielen hören. Er wurde von der Tochter in den Stall gelockt, sie befahl ihm, sich die Hosen auszuziehen und auf den Boden zu legen.
Sie stieg ihm auf die Genitalien und sprang darauf herum wie eine Hexe. Sie hat ihn entmannt und in den Wahnsinn getrieben!

Abends dann ist er von der Gruppe separiert, er muss alleine essen und geht in die Kirche. Die Kirche wurde vom Vater gebaut, nach dem Tod seiner Frau. Sie starb nämlich, da er ein Verhältnis hatte mit ihrer Tochter, und die Kirche war dann eine Art Gewissensbereinigung. Aber wir wissen es: Keine Mutter kommt zur Ruhe und ins Jenseits, wenn derartiges nicht gelöst wurde, also lebt sie im Körper ihrer Tochter weiter.

Und es muss grässlich für den Vater sein, ihr riesiges Porträt hängt über dem Esstisch und starrt ihn grimmig an. Sie will Rache - und das ist bei den Südslawen etwas. Es können 99 Morde vergeben werden aber nicht die Verunglimpfung der Ehre eines Mädchens! (Matl - Die Kultur der Südslawen). Wir finden auch heraus, dass der Wolf ein Werwolf- die Hexe ist. (Siehe u.a. Peuckert: Geheimkulte). Das Kircheninnere ist dann Horrorfilmgemäß, Spinnweben, Kerzen, Bilder orthodoxer heiliger. Der Priester betet vor dem Sarg, sie erwacht und die Aufnahmen sind billig und gruselig. Also, es ist ein wenig langsamer abgedreht, mit Musik untermalt und der üblichen Windmaschine. Die Nächte sind dann in märchentypischer Dreizahl.

Der Vater nimmt die Sache aber nicht so krumm, dass seine Frau eventuell in der Tochter steckt. Er lässt sich ein Aktbild seiner Tochter malen. Eine spätere Rückblende: Die Tochter (nackt) verführt die Haushälterin nachdem sie von einer schwarzen Katze gebissen wurde.
In der dritten Nacht dann sind die Genitalien des Priesters dran, nachdem er in den Sarg gelockt wurde. Am Morgen danach kommt der Vater samt Entourage. Sie sehen ihn im Sarg mit der nackten Toten! Nekrophilie! Er wird gelyncht.

Dann die Wiederholung des Anfangs. Wieder kommen 2 Priester mit dem toten Priester auf dem Esel bei der Hexe vorbei. Das Spiel wiederholt sich (Und das nicht angedeutet sondern 5 Minuten zu lang, also inklusive Verführung, Hexenritt usw., es ist störend).

Es sind einige slawische Einflüsse dabei etwa der Ausspruch eines besoffenen, dass jede Walachin über 40 zwangsläufig eine Hexe wird. Die Baba-Jaga tritt oft bei Reifungsprozessen auf (Er will Priester werden) und das auch als Vernichterin. Baba-jaga heißt etwa in Bulgarien: Baba-Vampirka oder gleich Upyr' (Vampir).
Interessant ist die sexuelle Komponente, hat mir gut gefallen. Ich weiß nicht, wie ausgearbeitet es war aber der Film lässt schon einigen Interpretationsspielraum was den Auslöser betrifft. Ist die Hexe schon immer da und holt sich einfach immer mal junge Priester zum vernichten oder ist der Vater der Auslöser, der eine inzestiöse Beziehung mit seiner Tochter begann? Zum Hexenritt gibt es auch einen Spruch von wegen es reiten ihn Hexen was bedeutet: Er leidet unter nächtlichen Samenergüssen.
Interessant ist die Art von Entmannung, darüber würde ich gern mehr erfahren, ob Kadijevic sich das ausgedacht hat oder ob es da tatsächlich historische Bezüge zu gibt. Das nihilistische scheint den ganzen Film durch auch in den Dialogen: Ist es nicht besser zu sterben? Wir sterben alle!
Der Film ist sehr ernst und auch eher langsam aber durchaus interessant.

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Hier ist ein englischsprachiges Interview mit dem Regisseur aus dem Jahr 2010

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Zivi i mrtvi - Reflections of war 2007 Regie: Kristijan Milic - Kroatien/Bosnien-Herzegowina
Darsteller: Filip Sovagovic, Velibor Topic, Slaven Knezovic


Bosnien im Jahr 1993, es herrscht Krieg. Wir folgen einer klitzekleinen Armeeeinheit die sich in die Berge zurückzieht, da die Muslime die Stadt angreifen. Es sind 5-6 Männer und ein zusammengewürfelter Haufen.
Ein US-Amerikaner der wohl nur das Abenteuer suchte und ein Mitläufertyp ist und bei jedem gehörten Schuss anfängt zu weinen,
- einer der in Deutschland groß wurde aber für den der Krieg eine ganz günstige Gelegenheit ist, da er im Boxring in D grade einen Türken erschlug
- und noch 4 Einheimische aus der Ortschaft.
Von einem Auftrag erfahren wir nichts, sie ziehen einfach in die Wälder Richtung Friedhofshügel. Dann kommt es zu einer Rückblende, 1943, also 50 Jahre früher, der gleiche Ort. Die Ustascha, die faschistische schwarze Legion hat ebenfalls ein paar Männer ohne gescheite Kriegsausbildung um sich geschart, sie sind auf Kommunistenjagd. Hier ist die Konstellation eine andere: Muslime, Serben und sicher auch Kroaten kämpfen gegen einen ideologischen Feind, 50 Jahre später geht es um die Nationalität und Religion. Die beiden Erzählstränge wechseln sich ab, sie ziehen im Laufe eines halben Jahrzehnts durch den gleichen Wald und haben die gleichen Erlebnisse.
Die 1943er erzählen sich von ihren Großvätern, die schon auf diesem Friedhofshügel bei Kämpfen starben, die Geschichte hat sich also schon bei ihnen zig-fach wiederholt nur in anderen Gruppen und Feindeskonstellationen.

Es ist traurig in den 90er Jahren. Sie sehen irgendwo 3 Mann in einer Hütte, einer spielt Akkordeon, es sind Muslime. Sie gehen runter und töten sie. Den Akkordeonspieler kannten sie, 2 waren mit ihm in der Schule. Einem macht es etwas aus, der andere klaut ihm mit einem Messer die Goldzähne.
Der Film ist nicht sonderlich spannend, sie ziehen nur herum und es passiert kaum etwas. Aber die Aussage ist natürlich eine interessante, diese absurde Komponente des Krieges: Niemand weiß worum es eigentlich geht, man erschießt Leute mit denen man vor nem Jahr noch Bier zusammen trank, und das konzentriert auf ein bestimmtes Naturstück, wo sich vermutlich schon vor 400 Jahren die Türken mit den Einheimischen die Köpfe einschlugen. Das Ende ist wieder ziemliche scheiße, es macht die vorher schon kaum implizite Aussage noch mal ganz deutlich, da wurde kein großer Wert auf Vorstellungskraft gelegt.

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Sanatorium pod klepsydra/ Hourglass Sanatorium - Jerzy Has- Polen 1974
Darsteller: Jan Nowicki, Tadeusz Kondrat, Irena Orska




Eine opulente, phantastische Verfilmung nach einigen Erzählungen Bruno Schulz'.
Wir sehen einen schwarzen Puppenvogelschatten über eine Kulisse fliegen. Damit ist die Richtung vorgegeben: Keine freudige. Aber gleich sind wir unter Menschen: Wir sitzen in einem Zug. Die Mitfahrenden sehen aus wie Tote oder Schaufensterpuppen, bald taucht auch Jan Nowicki auf der Jozef spielt. Der blinde Schaffner kommt und bestätigt ihm seine Haltestelle, er springt aus dem fahrenden Zug. Er landet im Dickicht und schlägt sich zu einer riesigen verfallenen Anstalt vor, dem Sanatorium zur Sanduhr. Dort liegt sein Vater, im übrigen Polen ist er tot, nur dort lebt er noch, da die Zeit zurückgedreht wurde.Er ist weder lebend noch sterbend. Die Zeit ist ein zerfallendes Gut:

Wir alle wissen, daß sich dieses disziplinlose Element eigentlich nur mit unablässigen Züchtigungen, fürsorglicher Pflege, sorgfältiger Regulation und der Korrektur seiner Mutwilligkeiten notdürftig unter Kontrolle halten läßt. Ohne diese Betreuung neigt es sofort zu Überschreitungen, zu wilden Aberrationen, zu unberechenbaren Streichen und plumpen Clownerien. Die Zeit meines Vaters und meine eigene Zeit paßten nicht mehr zusammen.

Das Santorium ist verlassen, irgendwann trifft er die frisch geschnackselte Krankenschwester, sie sagt, der Arzt schlafe gerade, im allgemeinen werde hier eigentlich immer geschlafen. Jozef trödelt herum und schaut aus dem Fenster, er sieht sich gerade ankommen. Die Realität ist dünn wie Papier. Er sieht auch Anzeichen des Willhelminismus: Ein Junge in Matrosenuniform, bei dem sich später herausstellt, dass er der K.U.K. Rudolf ist (Siehe Jancsos Große Orgie, genau DER Rudelbums-Rudolf).

Die Zeit ist ein Knäuel, der Raum ist mit eingeknäuelt.Und Jozef verheddert sich maßlos wie ein Hans Henny Jahnn, der Film nimmt ein spektakuläres Ende. Doch vor dem Ende, im Sanatorium: Er trifft seine Mutter, sie erkennt ihn als kleinen Jungen, er kriecht unter ein Bett und ist auf einmal im südamerikanischen Dschungel, er öffnet andere Türen und befindet sich mitten auf ostjüdischen Marktplätzen voller orthodoxer Juden die freudig singen. Die Marktplätze sind schlammig, es werden rote Teppiche darüber gerollt. Er dreht sich um und da sind SCHWARZE! In Uniformen, sie ziehen ausgestopfte Hunde auf Rollen hinter sich her, die Hunde bellen! Aber:
Mohren, Mohren, überall Mohren, wo kommen die her um diese Jahreszeit?

Er irrt herum sucht seinen Vater,findet ihn immer wieder, auch doppelt, aber da sind auch Elefanten (Ein polnischer Film aus den 70ern!), sein Vater küsst einen schönen Jüngling (Polen 70er Jahre!).
Der Franz-Joseph-Albtraum setzt sich durch, die Form (Schulz verehrte auch Gombrowicz) erstarrt, die Uniformträger sind bloße Puppen, unfähig sich zu bewegen.
Köpfe werden in Borschtch konserviert. Der Vater sammelt Vögel, bunte Vögel doch am Ende zerfällt die Zeit gänzlich, die Vögel werden von Ungeziefer aufgefressen. Das Schabengeschlecht siegt.

Der Subtext des Filmes wurde von einigen durch die Shoah gedeutet, wenn schon wäre es für mich eher eine Diaspora, bei all den Flüchtereien aber ich denke auch nicht, dass das das passende ist. Die literarische Vorlage hatte eine überbordende Fantasie und ich zähle die Erzählungen von Schulz mit zu den allergrößten Prosa-Texten der Weltliteratur, so auf einer Stufe mit Moby-Dick. Die Shoah-Bezüge ließen sich leicht herstellen, etwa die grauslige Zugfahrt zu Beginn mit all ihrer Todessymbolik, aber die ursprüngliche Erzählung ist aus den Hitlerfernen 20ern sein, der Text kurz nach der Zugfahrt:
Das chronische Grau der Aura hatte sich noch um einige Nuancen vertieft, Man sah diesen Tag wie durch einen Trauerschleier.
Ich konnte mich nicht satt sehen an diesem Landschafts-Nocturno, an dieser samtenen, saftigen Schwärze der dunkelsten Partien, an der Skala erloschenen Graus und flaumiger Asche, die auf Passagen von dumpfen, gedämpften und gebrochenen Tönen vorüberzog.
(Frühere Stelle-Eisenbahn genauso düster).

Das Ding ist: Das leben der Ostjuden war selten wie in Jabotinskys Fünf,eher wie in Ivan Olbrachts Texten, das Leben war ein ärmliches, es gab Luftmenschen, die so hießen, weil sie sich von nichts als Luft ernähren konnten, der jüdische Marktplatz sieht verdreckt und abstoßend aus, weil sie es nun einmal waren. Die Kriegsszenen, die flüchtenden Juden haben auch nichts mit der Shoah zu tun in meinen Augen, es ist der Kampf der K.u.K. Form, der erstarrten Inhaltsleere gegen die kindliche Fantasie.
Die Welt war damals von Franz Joseph I. begrenzt.Auf jeder Briefmarke, auf jeder Münze und auf jedem Stempel bestätigte sein Bildnis die Unabänderlichkeit der Welt, das unantastbare Dogma ihrer Eindeutigkeit.

So Bücher:
Bruno Schulz: Sanatorium zur Sanduhr und Die Zimtläden.
2008/2011 bei hanser erschienen, übersetzt von Doreen Daume. Die Übersetzung ist herausragend.
Der Film auch, nix Holocaust - nur Phantasie im Übermaß. Und natürlich sind viele religiöse Bezüge zu finden - wie in den Büchern. Aber es ist ja nicht so interessant hier.
Der Film: Yeah!

Sequenzprotokoll bei: Alexander Klotz': Der Blick aus dem Augenwinkel.

Und Mopsbilder:

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 Post subject: Re: Jungfrauenhatz
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Svolochi /Bastards/Russland 2006 -Aleksandr Atanesyan
Darsteller: Andrey Panin, Andrey Krasko, Aleksandr Golovin



Es ist wie es auf all den Arthaus-Filmen angepriesen wird: Basiert auf wahren Begebenheiten. Auch Ataneysan sucht die Fakten und wir Zuschauer glauben ihm sofort: Er hat da nämlich einen Gesetzestext und liest darüber irgendeinen Stalin-Erlass, Kriminelle Teenager ab an die Front. Der Erlass wird auch gleich für uns nachgestellt wie bei Aktenzeichen XY ungelöst, ein konspiratives Bürotreffen im Halbschatten, die Sache ist schnell geritzt. Die Idee ist gut.

Nun lernen wir die teilnehmenden Waisenbuben kennen:
Der Film beginnt mit einer Jugendrowdiegang. Sie sind vernarbt, haben Wunden und sind vom Wesen eher wie Straßenkatzen in Bangok die ihre eigenen Kinder fressen würden. Sie töten. Und das zu Stalins Zeiten, während des zweiten Weltkriegs. Sie brechen irgendwo ein und messern arme Bauern die für ne Zwiebel und einen verdörrten Fisch auf die Hallen aufpassen. Die Sache fliegt auf und die, die nicht sofort getötet werden von der anrückenden Militärpolizei werden mitgenommen:
Ihnen wird ein Angebot gemacht: Militärschule oder Strang. Sie rotzen aus, beschimpfen Mütter und gehen auf die Schule. Vorher werden sie aber noch dort behalten. Sie leben zu zwanzigst in einem Raum und die Sowjets schicken noch drei ältere Verbrecher in ihr Zimmer. Sie sind voll tätowiert und dumm wie Stroh. Ich denke, sie sollten den Kindern einfach Angst machen und sie ein wenig mobben, sie auf die harte russische Schule einstimmen. Als die Wärter später reinkommen sind die drei älteren nur noch blutige Fleischklumpen.

Auf der Schule sterben schon einige. Die eine Szene ist übler als die Straßenschlacht in Gangs of New York. Ein Riesenrudel russischer Waisen und Mörder dreschen und Messern sich.
Sie haben weder Angst vor Gott, dem Teufel noch vor der sowjetischen Armee.

Im Laufe des Filmes kommt es aber dann auch zu Charakterisierungen. 2 Buben kristallisieren sich raus, werden sogar sympathisch. Auch die Ausbilder handeln teilweise wie Menschen. Sie haben eine harte Ausbildung bei der sicher auch einige aus Full Metal Jacket verreckt wären. Es ist wie in den amerikanischen Sportfilmen, eine harte Ausbildung, geübter Zusammenhalt usw. nur das ab und an Buben von anderen umgebracht werden. Die Aufnahmen aus dem Camp sind wirklich toll, irgendein vereister russischer Berg. Es sind tolle Landschaftsaufnahmen.
Dann geht es Los: Eine Himmelfahrtsmission. Sie sollen eine wichtige Deutsche Anlage zerstören, per Fallschirmabsprung. Das mit dem überleben ist natürlich eine andere Sache.

Das Ende war ziemlich kitschig, spielt dann im Jahr 2005.
Der Film war ziemlich gut, also, ...das sie da halbwüchsige 16 jährige eingeölt rumlaufen lassen...Bitte.
Aber so: Die Charaktere waren glaubhaft, die Story prima.
Ich will nicht meckern.

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 Post subject: Die drei Stigmata des Palmer Eldritch
PostPosted: 10.08.2013 23:56 
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Altered States/Todesrausch /USA 1980 Regie: Ken Russell
Darsteller: William Hurt, Blair Brown, Bob Balaban



Wir haben den Wissenschaftler, hochbegabt, wenig sozialkompatibel, er experimentiert mit seinem Geist in einem Wassertank. Er ist angefixt. Dann lässt Ken Russell immer mal ein paar Jahre überspringen. Er heiratet (Mit einer der bizarrsten Hochzeitseinwilligungserklärungen der Filmgeschichte), ist nun Superprofessor in Harvard, hat Kinder, also ganz bürgerlich Aber wir fragen und natürlich auch gleich: Wie ist der Sex mit ihm?

like I'm being harpooned by some raging monk in the act of receiving God .

Die Karriere und das ruhige Familienleben will er nicht, er strebt nach höherem, reist nach Mexiko und nimmt an einem schamanistischen Drogentrip teil, so richtig mit Eigenblut. Und der war nicht so gut für ihn. Er ist zurück und ist wieder ganz wild auf den Wassertank, er will zu den Ursprüngen des Menschen, er will sich transformieren, Gott erforschen und die Welt.

Seine 2 Kumpels, kamen im Film öfter vor, lassen ihn einige Stunde allein im Tank, er ist isoliert und halluziniert und hat da noch seine unerforschten Mexikodrogen im Gepäck und es beginnt: Er durchbricht Raum und Zeit, er entwickelt sich zurück zu einem Urmenschen. Und diese Effekte sind nichts anderes als spektakulär (also für die Zeit hehe), das war teilweise wie beim Brakhage (Also nicht das Video, wo er die Geburt seiner Tochter in Nahaufnahme filmt sondern die mit dem anmalen).
Darin dann auch ganz viel Symbolik.

Wunderbarer Film, schmerzhafte Musik auch.


Verlierer /D 1987 -Regie: Bernd Schadewald
Darsteller: Müshim Ay, Besat Ayyildiz, Luzian Walter Bappert, Ralf Richter, Campino


Spielt im Pott der 80er in der Subkultur. Auf der einen Seite Ralf Richter und Campino als Sharks. Auf der anderen Seite so eine Türkengang (?): Die Rats.
Film wie in der Postapokalypse Castellaris. Brennender Müll (Und Nebelmaschinen in Müllcontainern?), Sozialblocks, die Zeche Carl usw.
Die Rowdys sind Parasiten, ziehen umher, klauen, prügeln. Sind ansatzweise konsumkritisch.
Der kleine Mücke, Richters Bruder findet den großen Bruder natürlich cool, zieht mit einem kleinen Türken (eine Art Romeo und Julia Geschichte später- streng heterosexuell natürlich) durch einen U-Bahn Waggon, täuschen Kung-Fu Tritte gegen Rentner und die Mittelschicht an. Nazis töten spielen sie.
Die Bullen auch Faschos: Nennen die Türken: Kanaken, rufen sie: Nicht so schnell, auf euch warte doch eh niemand.

Dem fetten Nazi der Sharks wird das Geld gesperrt. Er sitzt im 5 qm Zimmer ist traurig, sein kleiner UntermittelschichtsBruder gibt ihm ein Bier. Die Naziaugen glänzen. Er ist ein Verlierer mit Gefühlen. Dann brechen 10 Türken in sein Zimmer ein.

In einer Lustkneipe klauen Richter und Campino Geld. Niemand greift ein. Niemand riskiert seine Vokuhila. Richter kann machen was er will. Niemand kann ihn aufhalten. Bzw. sie lassen den pissigen Penner einfach machen, wird eh nicht lange gut gehen mit dem.

Toll der Quotentürke im Richter-Clan. Er hat ne Puhdysfrisur, weiße Jogginghose und ne Collegejacke. Mitrauben darf er nicht. Dafür ist er der erste an der Pulle. und der erste der geschnappt wird von den Bullen. Ein Verlierer durch und durch. in einer Aufnahme ist sogar sein Papa, traurig natürlich.

Im Film: Generationskonflikte, Auswegslosigkeit, Arbeitslosigkeit, Schuldzuweisungen, Machtspielchen (ja, Deminutiv), keine Liebe.
Toller Film. Ausser Campino, der ist selbstverständlich wie immer: Scheiße.



Decoder -BRD 1984 - Muscha
Darsteller: FM Einheit, William Rice, Christiane Felscherinow

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Der Cast ist ja schon der Hammer: Bill Rice, William S. Burroughs, Christiane F. Genesis P.Orridge, Ralf Richter und der immernochsuperstar FM Einheit in einer Hauptrolle. Musik dann von Soft Cell, Dave Bell (mit Soft cell ^^) usw.

Der Film: Viele Frösche, viele bunte Lichter. Westberlin oder gleich die ganze Welt wird von irgendeiner totalen Organisation beherrscht. Sie spielen überall (McDonalds) Muzakmusik die die Menschen beruhigt. Einheit findet das selbst raus, durch Denkarbeit und verändert den Muzak zu toller Einheit-Musik, Unterstützung findet er bei Genesis, der ein kirchlicher Führer (?) ist. Sie wollen die Menschen befreien aus ihrem drögen Mitläufertum und der Gehirnwäscherei.
Wenig angetan davon ist die Macht, die wird vertreten von Bill Rice und, und das ist das spektakulärste an diesem Film: Ralf Richter. Ralf Richter trägt in diesem Film nämlich ein weißes Hemd un hat eine Lohnarbeit. Wenn man sich die anderen Filme von ihm aus den 80ern anschaut Verlierer etwa oder Abwärts, wo er einen rassistischen Fahrstuhlmonteur spielt ist das wirklich eine ungewöhnliche und tolle Besetzung.

Nun, die Macht, als Bill Rice wird gleich zu Beginn eingeführt: Er läuft minutenlang durch kalte, leere Bürogänge und gibt immer mal Anweisungen. Dann trinkt Ralf Richter Ketchup aus der Tube.
Auf der Gegenseite dann Einheit, der mich ein wenig an Snake Plissken erinnert hat, also er bekommt seine Quest und nur er kann die Welt retten, er lehnt sich auf. Seine Lady, Christiane F., im Film die Froschfrau, spottet über ihn: Der große Krieger fühlt sich mal wieder unverstanden.

Der Film ist natürlich so simpel wie er nur sein kann, es gibt auch Leibesertüchtigungsübungen der Machtanwärter, da geht es dann um Liegestütze und die maschinisierung des Menschen mit Abfragerei und auswendig gelernten Antworten (Morgens muss man sich rasieren und schön sein ist auch ganz wichtig), das Licht in der Szene ist natürlich auch ein rotes GEFAHRENLICHT.

Der Film war schon doof. Aber immerhin schön bunt.

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 Post subject: Das Kamel geht durch das Nadelöhr
PostPosted: 11.08.2013 19:52 
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Slnko v sieti/A sun in the net -Stefan Uhrer Slowakei 1962
Darsteller: Marián Bielik, Jana Beláková, Olga Salagová



Was haben wir?
Es gibt dieses junge Pärchen, Fajolo und Bela, sie leben in einer größeren Stadt, also in einer größeren Arbeitssiedlung und wir erleben die beiden über einen Sommer lang. Sie sind teilweise ziemlich rüde zueinander (Gut, er ist ein Arschloch) und sonnen sich auf den Dächern, es gibt eine Sonnenfinsternis und einen Streit. Fajolo verlässt sie und geht zur Arbeitsbrigade, Heu stapeln (?), die Arbeiter dort sind eher ineffektiv, es gibt Streit zwischen dem Vorarbeiter und dem Boss. Fajolo fühlt sich trotzdem wohl, wird ein richtiger Mann, also er hat auch Sex. Er vermisst auch seine Bela, und schreibt ihr Briefe, von wegen er sei ein Robinson, habe das Leben erkannt usw. Sie liest es lachend ihrem Neuen vor.

Es sind aber nicht nur diese beiden: Es gibt noch ein altes Fischerpaar und die Eltern von Fajolo-Bela. Fajolos Mutter arbeitet nur, wir nehmen nur von ihr Notiz mittels des Essens im Kühlschrank. Immer noch besser als Belas Mutter. Die wollte sich umbringen, weil ihr Mann ein Schuft ist, leider ging es schief und sie irrt nun als Blinde durch den Film, die sich die Begebenheiten von ihren Kindern erklären lässt. Und der Sohn ist sehr lieb, erklärt ihr die Sonnenfinsternis wie ein Dichter.
Das war es dann auch im großen und ganzen.

Also: Im Film ist elektronische Musik, musique concrete von Zeljenka Zvuk, dazu westliche Popmusik die die drögen Behausungen der Protagonisten aufpeppt.Wir haben all die Polaritäten - Jung-alt, Liebe-Hass, das Stadt und Landleben usw. Dann natürlich die Blindheit, blind wird man ja auch, wenn man einfach in die Sonne(nfinsternis) schaut, also haben sie eine Zeit lang alle dreckige Glasscheiben in der Hand. Es klingt alles nicht so aufregend aber die Kamera ist schlichtweg atemberaubend, es sind ganz wunderbare Bilder. Fajolo spielt einen Fotografen, der eine Vorliebe für Hände hat.
Es gibt all die Stadtaufnahmen, die in ihrer Ausweglosigkeit und Unendlichkeit sogar Judge Dredd die Augen wässern würden.
Dazu auch Muzak-Kritik wie bei Decoder:
Die Leute benutzen die Fahrstühle nur wegen der Musik.. Eine Aufnahme sieht aus, als wäre es aus einem der Charlotte Reiniger Filme.

Der Film wird morgen bei Second Run veröffentlicht.
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 Post subject: Das Wasserhuhn und die Nonne
PostPosted: 12.08.2013 23:22 
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Rapid Fire /USA 1992 Dwight H. Little
Darsteller: Brandon Lee, Powers Boothe, Nick Mancuso


Kunststudent Brandon Lee (Sohn von Bruce) beobachtet den Mord eines Mafiosi. Das FBI nimmt ihn ins Zeugenschutzprogramm nach Chicago. Leider sind einige Polizisten korrupt. Deswegen muss er viel mit dem Motorrad fahren und vertraut sich später einer Polizeieinheit um Mace an. Mace ist ein gradliniger Cop mit 3-Tage Bart. Er raucht gerne aber anfangs gibt es da auch gewissen Spannungen mit Brandon Lee. Weil Mace ihn einfach so sehr an seinen Vater erinnert. Ja, also Brandon Lee schaltet kurz mit seinen Fäusten 2 Drogenbanden aus. Die Italiener (Mit Kriegsmaschinengewehren) und die Chinesen.
Und wie!
Sie kämpfen mit Feuerhandtüchern, Morgensternen, Pistolen, Latten, Tischen, Schürhaken (Wie der Wittgenstein!). Und das zum einen unterlegt mit fernöstlicher Flötenmusik und andererseits mit 80er Jahre Gitarrensolirock. Die besten Stellen sind die, in denen Brandon oberkörperfrei kämpft. Da habe ich einige Male lustvoll gestöhnt. Also schon empfehlenswert.



Delta Force USA 1986 - Menahem Golan
Darsteller: Chuck Norris, Lee Marvin, Martin Balsam


2 Stunden ging der! Mit Chuck Norris. Norris wollte eigentlich aufhören mit Kriegen, aber dann bettelt der US-Amerikanische Präsident von Amerika mittels eines amerikanischen Faxes den patriotischen Amerikaneramerikaner Norris um Hilfe: Ein amerikanisches Flugzeug wurde entführt, mit einer amerikanischen Schwangeren, und vielen amerikanischen Zivilisten. Ein Job für Norris und seine Delta Force. Angeführt wird sie von einer Witzfigur. Einem knapp 80jährigem coolen Haudegen, der sich sein Gesicht mit Tarnfarbe beschmiert und immerzu schießt. Die Terroristen wollen eine Revolution oder so, sind islamische Araberschweine. Die immer die Schwangere treten, Marines misshandeln, Juden prügeln. Sehr emotionale Szene: Der Oberterrorist Abdullah befiehlt Ingrid, die Deutsche, die Juden zu selektieren und nach vorn zu holen.
Sie heult: Aber ich bin Deutsche, die Lager, die Züge, verstehen sie doch!.Sie muss trotzdem. Auch der Klassenfeind steht auf der amerikanischen Seite: Ein Ex-Russe: Ich liebe Amerika. Es ist das tollste Land der Welt. Später: Die Amerikaner werden in einem Arabernest versteckt gehalten. Eine ehemalige Schule. Von dort werfen sie immer mal christliche Geistliche aus dem Fenster. Alles schwer bewacht, hunderte Terroristen. Norris räumt auf. Er tritt und schießt. Seine Geheimwaffe: Ein Motorrad mit Rakentenwerfern vorne und hinten. Damit kriegt er sie alle, die Nicht-Amerikaner.

Das schlimmste: Abgesehen von den 1000 Terroristen wurde hinterrücks auch ein US-Soldaten schwer verletzt. Nachdem Norris die Flucht noch gelang, er balancierte stehend auf einem Motorrad (DEM Motorrad!) und kletterte mittels eines Seils in das startende Flugzeug, geht er zu dem Verletzten. Der Intelektuelle (Brille!) Arzt behandelt ihn. Norris zeigt auf den Soldat, sagt: Was ist da los! Der Arzt reanimiert. Norris steht direkt daneben, hilft nicht, Frauenarbeit.
Der Soldat stirbt. Nahaufnahme Norris: Er hat feuchte Augen. Eine Sekunde später. Fröhliche Blaskapelle wegen der Geretteten.
Hat mir gut gefallen.

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