Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 18.07.2016 13:39 
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Geschlecht: männlich
Produktionsland: USA
Produktion: Arthur P. Jacobs
Erscheinungsjahr: 1968
Regie: Franklin J. Schaffner
Drehbuch: Michael Wilson und Rad Serling
Kamera: Leaon Shamroy
Schnitt: Hugh S.Fowler
Spezialeffekte: L.B. Abbott, Art Cruickshank und Emil Kosa Jr.
Budget: ca. 5.800.000 $
Musik: Jerry Goldsmith
Länge: ca. 112 min
Freigabe: FSK 12


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Eine Notlandung befördert den Astronauten Taylor und zwei seiner Kollegen auf einen fremden Planeten. Die Zeit ist 2000 Jahre vorangeschritten und die Machtverhältnisse haben sich gedreht. Der Mensch wird als Tier suggeriert (das wussten wir doch eh), der Planet von Affen beherrscht. Taylor wird fortan in einem Käfig gefangen gehalten. Seine einzige Hoffnung sind zwei Schimpansen-Wissenschaftler.

„Dann erzählt mir doch, ob die Menschen auf der Erde, die unbedingt wollten, dass wir den Weltraum erkunden, sich immer noch nicht vertragen und sich immer noch - da unten - gegenseitig umbringen.“

So die weisen Worte von George Taylor, einem Exzentriker der „alten Welt“. Dieser Part kann natürlich nur von einer Person verkörpert werden: Charlton Heston. Wie beim OMEGA-MANN und JAHR 2022… DIE ÜBERLEBEN WOLLEN, verkörpert Heston den letzten Rebellen. Eine Person die der Gegenwart trotzt, da sie schon immer auf den negativen Wandel vorbereitet war. Seinen Idealen folgend, im Kampf für eine bessere Welt. Charlton Heston ist, in der Rolle des George Taylor, wieder einmal brillant. Wie es sich für einen Exzentriker gehört, kämpft er mit allen Mitteln gegen eine Übermacht. Eine Schlacht, dessen Aussichtslosigkeit auf Erfolg - beim Einzelkämpfer Taylor - zusätzliche Motivation erzeugt.

Franklin J. Schaffners Film wird mit Credits eingeläutet, wie man sie u.a. von Progressiv-Rock-Covern kennt. Ein futuristischer Schrifttyp, der bestens auf den Film vorbereitet. Anschließend folgen die Bilder einer steinigen Landschaft. Als einer der Astronauten, Landon, eine amerikanische Flagge in den Sand steckt, sorgt die Aktion bei Taylor für Gelächter. Hier zeigt sich deutlich wie sehr Taylor vom Patriotismus abgeneigt ist. Für ihn ist die Menschheit (siehe obiges Zitat) alles andere als klug. Von Sarkasmus untermauert teilt man Taylor mit, dass er auf dem fremden Planet ja nun die Chance hätte, eine bessere Welt zu finden. Das der Schuss nach hinten losgehen würde…

PLANET DER AFFEN hält dem Menschen den Spiegel vors Gesicht. Die Rollen sind vertauscht. Die Menschen sind Tiere, die Affen die Herren. Wir können jetzt gern über das Thema Nietzsche und Herrenmenschenideologie reden, denn PLANET DER AFFEN klagt eben solche Tendenzen eindeutig an. Wer die Augen davor verschließt, der unterstützt die „Maschinerie“ auf ihrem Weg in den Abgrund.

Wer (wie ich) das Finale von SOYLENT GREEN liebt, der wird gewisse vier Worte niemals vergessen. Eben so prägnant (und vordergründig resignativ) ist Charlton Hestons emotionaler Ausbruch bei PLANET OF THE APES.

„You maniacs! You blew it up! Oh, damn you!“


Was für eine geniale Pointe. Charlton Heston rules!!!

Fazit: Toll gefilmt, intelligent und spannend inszeniert. Ein zeitloser Klassiker.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 21.07.2016 13:03 
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DIE RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN

Produktionsland: USA
Produktion: Arthur P. Jacobs
Erscheinungsjahr: 1970
Regie: Ted Post
Drehbuch: Paul Dehn und Mort Abrahams
Kamera: Milton Krasner
Schnitt: Marion Rothmann
Spezialeffekte: L.B. Abbott und Art Cruickshank
Budget: ca. 3.000.000 $
Musik: Leonard Rosenmann
Länge: ca. 95 min
Freigabe: FSK 12


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Der Astronaut Brent durchbricht – bei seiner Suche nach dem verschwundenen Taylor – die Zeitbarriere. Angekommen auf dem „Planet der Affen“, gelangt er in eine unterirdische Stadt. Dort trifft er auf die Überlebenden des Atomkriegs. Mutanten, die die Atombombe anbeten und, die in der Lage sind, die Gedanken anderer steuern.

DIE RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN setzt dort an wo sein Vorgänger endet. Nach der Präsentation der Credits treffen wir allerdings auf den neuen Hauptcharakter: den Astronauten Brent. Dieser wird uns fortan begleiten - und dabei den Irrsinn von Menschheit, sowie der neuen Herrenrasse, veranschaulichen.

Ted Posts „Affen-Nachfolger“ muss sich nicht unbedingt hinter seinem Vorgänger verstecken. Die Klasse vom PANET DER AFFEN kann zwar nicht ganz erreicht werden, aber die RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN ist (definitiv) ein starker Genrevertreter.

„My god. It´s a city of apes!“ (Brent)

Die Rolle des Astronauten Brent wird von James Franciscus (bekannt aus Argentos DIE NEUNSCHWÄNZIGE KATZE) gespielt. Franciscus macht seine Sache gut (Vergleiche zu Charton Heston mag ich nicht ziehen). Brents Weggefährtin Linda Harrison redet (als Nova) nur ein Wort, aber sie ist optisch (wieder einmal) ein Leckerbissen.

Im Vergleich zum Vorgänger geht der Film weniger auf seine Charaktere ein. Ted Post konzentriert sich eher darauf, den Irrsinn des Krieges zu vermitteln. Dabei lässt er den Gorilla Ursus als eine Art Adolf Hitler erscheinen, der mit begeisternden Reden die verblendeten Affen zur „Weltherrschaft“ führen will.

Fazit: Etwas Westernflair und viel Gesellschaftskritik. Durchweg spannend verpackt. Ein guter Film und zugleich würdiger (PLANET DER AFFEN-)Nachfolger.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 22.07.2016 12:54 
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DIE FLUCHT VOM PLANET DER AFFEN

Produktionsland: USA
Produktion: Arthur P. Jacobs
Erscheinungsjahr: 1971
Regie: Don Tylor
Drehbuch: Paul Dehn
Kamera: Joseph Biroc
Schnitt: Marion Rothmann
Budget: ca. 2.500.000 $
Musik: Jerry Goldsmith
Länge: ca. 98 min
Freigabe: FSK 12
Darsteller: Roddy McDowall, Kim Hunter, Bradford Dillman, Natalie Trundy, Eric Braeden, William Windom, Sal Mineo, Albert Salmi, Jason Evers, John Randolph, Harry Lauter, M. Emmet Walsh


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Cornelius, Zira und Milo konnten - kurz vor der Explosion der Erde in ein Rauschiff flüchten und - in der Zeit zurückreisen. Angekommen auf dem „Planet der Menschen“ werden sie bestaunt und von den Medien gefeiert. Als man herausbekommt, dass Sira in der Zukunft Menschen sezierte, wechselt die Euphorie in Hass. Die Affen müssen flüchten, und werden vom CIA gejagt.

Nachdem die „Welt der Zukunft“ bei RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN zerstört wurde, verlagert FLUCHT VOM PLANET DER AFFEN das Geschehen in die Vergangenheit. Cornelius, Zira und Milo konnten die Katastrophe überleben, da sie mit einem Raumschiff flüchteten. Somit sich die Vorzeichen – im Vergleich zu den beiden Vorgängern – vertauscht. Die drei Schimpansen sind nun die Kuriositäten in der „Welt der Menschen“.

„Where we come from, apes talk. Humans are dumb.”

Der Film verlässt seine düstere Aura, von der er in seinen Vorgängern zu zehren wusste. Es kommt zu zahlreichen Humorspitzen die sich auf satirische Weise mit den Medien auseinandersetzen. Teilweise wird es etwas albern sowie „knuffig“. Die Affen werden zu Schauobjekten und Sensationen der Medienwelt. Der Humor wirkt auf Dauer etwas überreizt. Demnach ist es erfreulich, dass der Film irgendwann in seine ernsthafte Schiene findet. Dabei stellt sich die Frage: ob der Mensch das Recht hat in den Lauf der Dinge einzugreifen?

Fazit: Lang nicht so stark wie seine beiden Vorgänger. Trotzdem ein ordentlicher – mit Gesellschafts- und Medienkritik – gespickter Teil der Affen-Pentalogie.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 25.07.2016 21:53 
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EXITUS INTERRUSPTUS - DER TOD IST ERST DER ANFANG

Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2006
Regie: Andreas Bethmann
Drehbuch: Andreas Bethmann
Länge: ca. 115 Minuten
Freigabe: FSK Keine Jugendfreigabe
Darsteller: Renee Pornero, Anja Gebel, Andreas Bethmann


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Manuela wurde von fünf Jahren das Opfer einer Vergewaltigung. Seitdem ist sie in psychiatrischer Behandlung. Ein weiterer Rückhalt – um das Trauma zu verarbeiten – ist ihre Freundin Monique. Als die beiden Frauen eine Discotheke besuchen, wird Manuela Zeugin eines Mords. Der Mörder überwältigt Manuela, und entführt sie in ein abgelegenes Haus. Dort ist sie dem Terror des Psychopathen ausgesetzt. Wird sich die junge Frau aus den Klauen des Wahnsinnigen befreien können?

Schau'n mer mal. (Franz Beckenbauer)


Der folgende Text bezieht sich auf die Exportversion (Laufzeit: 115 Min.)

Nachdem ich mir kürzlich K 3 - PRISON OF HELL angeschaut habe, war ich vorerst von deutschen Sexploitation-, WIP-, Hardcore- oder kurz gesagt: von deutschem Schwein-Kram bedient. Vom Trauma erholt und wieder stabilisiert, traute ich mich heute an EXITUS INTERRUSPTUS ran. Und siehe da, das Teil hat mir richtig gut gefallen. Ein Film der auf HC (bis auf eine Ausnahme) verzichtet. (Die überdimensionale - fast penetrante - Darstellung weiblicher Genitalien klammere ich ebenfalls aus.)

EXITUS INTERRUPTUS verzichtet zu 90% auf den ganzen Schweinkram und konzentriert sich darauf einen bedrückenden Psycho-Thriller zu schaffen. Ab Minute 30, geht das Teil in die Vollen. Der Terror spielt sich auf geistiger Ebene ab. Dabei ist die teils monotone Musik ein hilfreicher Begleiter.

Die Story ist nichts Besonderes, aber die Umsetzung weiß (mir zumindest) zu gefallen. Andreas Bethmann macht bei diesem Film nicht den Fehler, dass er die wenigen Sexszenen bis ins Unermessliche ausdehnt. Die Szenen sind kurz und knackig, und fungieren als ein Teil der Handlung. Sie werden nicht in den Vordergrund gerückt, so dass der Terror (den der Film zu verbreiten weiß) immer erhalten bleibt.

Das optische Highlight ist eine Traumsequenz in der mit den klassischen Elementen des Horrorfilms gespielt wird. Sehr gut beleuchtet und mit einem draußen tobenden Unwetter akustisch betont.

Fazit: Ein Psycho-Thriller mit Anleihen bei TCM. Spielt in einer Liga mit TERROR CREEK.

Macht Laune. (Werner Brösel)

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 26.07.2016 12:37 
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DIE FARBEN DER NACHT

Alternativer Titel: Demons of the Dead
Produktionsland: Italien, Spanien
Produktion: Mino Loy, Luciano Martino
Erscheinungsjahr: 1972
Regie: Sergio Martino
Drehbuch: Ernesto Gastaldi, Santiago Moncada Sauro Scavolini
Kamera: Miguel Fernández Mila, Giancarlo Ferrando
Schnitt: Eugenio Alabiso
Musik: Bruno Nicolai
Länge: ca. 91 Min.
Freigabe: FSK 18
Darsteller: George Hilton, Edwige Fenech, Ivan Rassimov, Julián Ugarte, George Rigaud, Maria Cumani Quasimodo, Nieves Navarro, Marina Malfatti, Luciano Pigozzi, Dominique Boschero, Lisa Leonardi, Renato Chiantoni


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Jane leidet an Alpträumen und Verfolgungswahn. Der Psychiater kann ihr nicht helfen. Also befolgt Jane den Rat einer Nachbarin, und sucht eine geheimnisvolle Vereinigung auf. Doch nun beginnt der Terror real zu werden. Ist Jane dem Wahnsinn verfallen?

Meine mittlerweile dritte Sichtung von DIE FARBEN DER NACHT ermöglichte mir den Film (in HD) neu zu entdecken. Dieses hat zur Folge, dass DIE FARBEN DER NACHT nun endlich (bei mir) gezündet hat. Ein facettenreicher Film der sich nicht so einfach in eine Schublade packen lässt. Angefangen beim brillanten Score von Bruno Nicolai, hin zum Spiel zwischen Imagination und Realität. Ein Spiel, welches sich vom typischen Giallo-Muster entfernt und (teilweise) im Okkult-Thriller wieder finden lässt. Ähnlich wie Francesco Barillis DAS PARFÜM DER DAME IN SCHWARZ. Angelehnt am Polanski-Stoff (ROSEMARIES BABY) sowie an Hitchcock (DAS FENSTER ZUM HOF, MARNIE). Die Kamerafahrt entlang der Hausfassade, die ominöse Nachbarin etc..

Edwige Fenech spielt den Part der (an sich selbst zweifelnden) Jane sehr gut. Sie wirkt hilflos und von emotionaler Labilität gesteuert. Lässt sich leicht beeinflussen und landet in einem immer größer werdenden Schlamassel. Diese Leichtigkeit des Beeinflussens führt den Zuschauer, zusammen mit der Hauptprotagonistin, in ein Tal voller Fragezeichen. Was ist Realität? Was ist Einbildung? Sind die Personen real oder sind sie Imagination? Das Ganze fügt sich zu einem fruchtenden Thema zusammen und kann den Zuschauer zum eifrigen Ermittler werden lassen. Weitere weibliche Rollen, wie die von Nieves Navarro und Marina Malfatti, sind eher kurz geraten, allerdings sehr wichtig für das Filmverständnis. Von George Hilton und Ivan Rassimov hätte ich mir etwas mehr Spielzeit gewünscht.

Wie schon erwähnt, distanziert sich DIE FARBEN DER NACHT vom klassischen Giallo. Es gibt keinen Mörder mit schwarzen Handschuhen und ob die Morde der Realität entsprechen ist mit einem fetten Fragezeichen zu versehen. Die Lösung…

…ich sag nichts mehr. Mir hat die Aufklärung jedenfalls zugesagt.

Fazit: Lernt die Farben der Nacht kennen, lasst sie wirken, und schaut was sich hinter der bunten Fassade versteckt. Ein guter Film mit einem hervorragenden Soundtrack von Bruno Nicolai. Manchmal bedarf es ein paar Jahre um einen Film schätzen zu lernen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 29.07.2016 13:15 
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EROBERUNG VOM PLANET DER AFFEN

Produktionsland: USA
Produktion: Arthur P, Jacobs
Erscheinungsjahr: 1972
Regie: J. Lee Thompson
Drehbuch: Paul Dehn
Kamera: Bruce Surtees
Schnitt: Majorie Fowler und Allan Jaggs
Budget: ca. 1.700.000 $
Musik: Tom Scott
Länge: Kinofassung ca. 86 min / Erweiterte Fassung ca. 88 min (nur auf Blu-Ray erhältlich)
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Roddy McDowall, Don Murray, Natalie Trundy, Hari Rhodes, Severn Darden, Lou Wagner, John Randolph, Asa Maynor, H.M. Wynant, David Chow, Buck Kartalian, John Dennis


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Caesar, der Sohn von Cornelius und Zira, wird von der Regierung gesucht. Man glaubt nicht dass der Affe getötet wurde. Auf Grund seiner Intelligenz kann er zu einer großen Gefahr für die Menschheit werden. Die Menschen halten sich derweil die Affen als Sklaven. Erniedrigen sie, und schüren deren Hass. Wird Caesar der Anführer einer Revolution?

EROBERUNG VOM PLANET DER AFFEN gelingt ein guter Übergang von seinem Vorgänger FLUCHT VOM PLANET DER AFFEN. Die „Herrenrasse Mensch“ kommt ihrer Dominanz nach, und lässt die Affen zu KZ-Häftlingen werden. Die Polizei ist in schwarze Unformen gehüllt und schnürt ihre Kampfstiefel mit weißen Schnürsenkeln. Den Mythos der weißen Schnürsenkel mag ich nicht ansprechen, da dieser mit einem Schubladendenken konform geht. In diesem Fall ist es einleuchtend, aber gegenwärtig würde ich diesem nicht viel beimessen. Punks der ersten Stunde haben sich auch Hakenkreuze auf die Jacke gemalt um die Spießbürger zu provozieren. Gleiches gilt für die legendären weißen Schnürsenkel in Rangers oder Doc Martens.

Der vierte Film der Affen-Pentalogie fährt eine harte und düstere Schiene. Der Film unterscheidet sich demnach ganz deutlich von seinem (teils humorvollen) Vorgänger FLUCHT VOM PLANET DER AFFEN. Mir gefällt dieses radikale Vorgehen sehr gut. Im Prinzip zeigt der Film das, was die ersten beiden Affen-Filme demonstrieren - nur mit vertauschten Rollen.


„Voll geschulter Bettenmacher. Güteklasse A.“


So die Beschreibung eines Affen, der auf dem Sklavenmarkt angeboten wird. Wenn man spitzfindig ist, und seinen bösen Gedanken freien Lauf lässt, so wirkt die Beschreibung auch nicht anders als auf dem gegenwärtigen Arbeitsmarkt. Der Minister für tiefgreifende Arbeitsmarktreformen – und ungekrönter König der Zeitarbeit - hat diese Ära (und gleichzeitig den Untergang des Sozialismus) eingeläutet. Nur so nebenbei erwähnt.

EROBERUNG VOM PLANET DER AFFEN zeigt den Menschen als das war er ist: eine Bestie. Er foltert in „bester“ NS-Tradition und bestätigt das Lieblingswort der Katholischen Filmkommission: Herrenmenschenideologie. Wen wundert es bei so viel geistiger Armut, dass der einzig (menschlich) denkende Mensch ein Farbiger ist? Aide MacDonald ist das, was Ben - bei Romeros „Night“ - verkörpert. Er ist allen anderen geistig überlegen.

EROBERUNG VOM PLANET DER AFFEN ist der härteste und radikalste Film der Affen-Reihe. Ein geiler Film.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 29.07.2016 18:37 
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KRESSIN UND DER MANN MIT DEM GELBEN KOFFER

Produktionsland: Deutschland
Produktion: Gunther Witte
Erscheinungsjahr: 1973
Regie: Dr. Michael Verhoeven
Drehbuch: Wolfgang Menge
Kamera: Werner Kurz
Schnitt: Liesgret Schmitt-Klink
Musik: Klaus Doldinger
Länge: ca. 85 Min.
Darsteller: Sieghardt Rupp, Ivan Desny, Paul Verhoeven, Günther Stoll, Kerstin de Ahna, Inken Sommer, Gunther Malzacher, Rudolf Schündler, Rolf Castell


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Vor dem Bundeshaus in Bonn wird ein Mann erschossen. Dem Opfer wird – wahrscheinlich vom Komplizen des Killers - ein gelber Koffer entwendet. Kressin kommt durch einen Zufall auf dessen Spur. Diese führt ihn zu Waffenhändlern und einem alten Bekannten.

Kressin regiert! Dieser Aussage werde ich auf ewig treu bleiben. Der 1972 inszenierte „Tatort“ ist gleichzeitig der fünfte Fall des coolen Zollfahnders. Dieser führt ihn u.a. zum Gentleman-Gangster Sievers. Ein Charakter den wir bereits aus dem ersten Kressin-Tatort (DER TOTE MANN IM FLEET) kennen. Gespielt vom (ich bin mal so frei und nenne ihn den) „deutschen David Niven“ - Ivan Desny. Einer der ganz großen Namen die diesen Tatort bereichern. Dazu kommen viele weitere Bekannte. Fritz Eckhardt als Inspektor Marek, der den Wiener Schmäh telefonisch nach Kölle trägt. Der spätere Tatort-Kommissar, Eberhard Feik, als Polizeiwachtmeister sowie, „Edgar Wallace Ermittler“, Günther Stoll als Killer. Dazu kommen Friedrich Nowottny und Ernst-Dieter Lueg als… na was wohl? Als Journalisten.

Der Fall um den gelben Koffer ist nicht so einfach zu durchschauen. Der Mörder ist zwar von Anfang an bekannt, aber die Hintermänner und deren Beteiligungen kommen erst nach und nach ans Tageslicht. Demnach muss man eine ganze Zeit mit Fragezeichen leben – und bitte nicht zu sehr an die Logik denken. Es werden zahlreiche Charaktere eingebaut, und man sollte den Dialogen aufmerksam folgen.

Kressin hat erst in der zweiten Hälfte mehr Spielzeit. Er raucht wie ein Schlot, trinkt während der Arbeitszeit gern einen Whiskey, und schwitzt (beinahe bestialisch) unter den Achseln. Ferner erfahren wir, dass Kressin eine Jahreskarte beim 1 FC Köln hat. Sein Vorname wird uns allerdings auf ewig ein Geheimnis bleiben.

Ein angenehmer Trip in die frühe Phase des „Tatorts“. Eine Zeit in der es noch funktionierte, gute Unterhaltung zu fabrizieren. Weit entfernt von dem Mythenvernichtern der Gegenwart. In diesem Sinne:

Ich fordere (wahrscheinlich vergeblich) eine HD-Auswertung der sieben Zollfahnder-Tatorte!

Kressin regiert!

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 01.08.2016 14:11 
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DIE SCHLACHT UM DEN PLANET DER AFFEN

Produktionsland: USA
Produktion: Arthur P. Jacobs
Erscheinungsjahr: 1973
Regie: J. Lee Thompson
Drehbuch: Paul Dehn
Kamera: Richard H.Kline
Schnitt: John C. Horger und Alan J. Jaggs
Spezialeffekte: Gerald Endler
Budget: ca. 1.800.000 $
Musik: Leonard Rosenmann
Länge: ca. 87 min
Freigabe: FSK 12
Darsteller: Roddy McDowall, Claude Akins, Natalie Trundy, Severn Darden, Lew Ayres, Paul Williams, Austin Stoker, Noah Keen, Richard Eastham, France Nuyen, Paul Stevens, Heather Lowe


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2670: Der Frieden zwischen Mensch und Affe ist in Gefahr. Die Gorillas wollen die Menschen vernichten. Die Mutanten aus der „Verbotenen Stadt“ wollen die Affen vernichten. Können der Schimpanse Caesar und den Mensch MacDonald die Zukunft für ein friedliches Zusammenleben retten? Oder wird das Chaos regieren?

Die finale SCHLACHT UM DEN PLANET DER AFFEN. Nach dem (der) grandiosen EROBERUNG VOM PLANET DER AFFEN, nahm J. Lee Thompson erneut auf dem Regiestuhl Platz. Dass der gute Mann den Vorgänger nicht mehr toppen konnte, sollte selbsterklärend sein. Trotzdem gelang es dem Regisseur, einen beachtlichen Abschluss des Affen-Zyklus zu schaffen. Der Film beginnt mit Rückblicken auf den dritten und vierten Film der Reihe. Anschließend verlagert er das Geschehen ins Jahr 2670.

Der Schimpanse Caesar ist mittlerweile als (weiser) Herrscher tätig. Ihm schwebt ein friedliches Gemeinsam von Affen und Menschen vor. Seine Rolle kann durchaus mit dem Leben und Streben des Martin Luther King verglichen werden. Caesar glaubt an das Gute. In ihm lebt die Hoffnung der letzten Überlebenden der Katastrophe. Na ja, nicht so ganz. Die Gorillas sind Kriegsgeil und ihr Chef Aldo verbreitet sein faschistisches Denken. Dazu kommt die Bedrohung aus der „verbotenen Stadt“. (Nein, nicht die Zecken. In meiner Heimatstadt, wird Dortmund als die „Verbotene Stadt“ gesehen, aber das ist eine andere Geschichte.) Bei der SCHLACHT UM DEN PLANET DER AFFEN kommen (nicht die Borussen, sondern) die Mutanten zum Hauptdomizil der Affen und Menschen, mit dem Ziel der Vernichtung. Dieser Einmarsch - und die teils in der Wüste gefilmten Bilder - lassen etwas an das Italo-Endzeit-Kino denken.

Obwohl DIE SCHLACHT UM DEN PLANET DER AFFEN anfänglich nicht so recht in die Gänge kommen mag, kann sich der Film zusehends steigern. Geboten wird ein unterhaltsamer letzter Kampf um die Vorherrschaft auf der Erde im postnuklearen Zeitalter.

„Wenn wir Menschen überleben wollen, dann müssen die Affen sterben.“

Immer wenn wir meinen, die Gorillas seien die ärgste Bedrohung des Friedens, kommt ein Mensch daher der diese Einsicht widerlegt. Die Welt ist und bleibt von Arschlöchern besiedelt. Frieden ist die Utopie der Optimisten, Krieg und Hass sind die Tatsachen der Gegenwart. Eine Konstellation die dem Pessimisten, der nicht an ein friedliches Zusammenleben von Affen und Menschen glaubt, Recht gibt. DIE SCHLACHT UM DEN PLANET DER AFFEN lässt uns mit harmonischen Bildern zurück, aber es ist nur eine Frage der Zeit, dass diese Idylle wieder zerstört wird. Die Möglichkeit dem Film ein weiteres Sequel zu verschaffen wird nicht genutzt und das ist auch gut so. Somit schließt sich die „Pentalogie der Affen“ ohne langweilig zu werden.

Gemessen an der Klasse aller Film ergibt sich aus meiner Sicht folgende Reihenfolge:

Nr. 1, der Vierte: EROBERUNG VOM PLANET DER AFFEN
Nr. 2, der Erste: PLANET DER AFFEN
Nr. 3, der Zweite: DIE RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN
Nr. 4, der Fünfte: DIE SCHLACHT UM DEN PLANET DER AFFEN
Nr. 5, der Dritte FLUCHT VOM PLANET DER AFFEN

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 02.08.2016 13:11 
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HIDEKI - THE KILLER

Produktionsland: Japan
Produktion: Mitsuo Fujita, Naokatsu Itô
Erscheinungsjahr: 1991
Regie: Izô Hashimoto
Drehbuch: Izô Hashimoto, Chiaki Konaka
Kamera: Osamu Fujiishi
Schnitt: Shin'ya Tadano
Musik: Masaya Abe
Länge: ca. 98 Min.
Freigabe: Ungeprüft
Darsteller: Enomoto Shouta, Nakajima Shouko, Sano Shirou, Kondou Rie, Kitarô, Ikenami Shino, Hiraiziumi Sei, Ruby Moreno, Arai Yasuhiro, Tsunogae Kazue, Ooshima Youko, Maeda Jun


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Die Fernseh-Reporterin Ami ist erfolgreich in ihrem Job sowie in ihrem Privatleben. Sie ist das Gegenteil von, ihrer fetten Freundin und Filmvorführerin, Aki. Um ihr ein Erfolgserlebnis zu verschaffen, nötigt Ami ihren Freund mit Aki zu schlafen. Auf den Straßen tobt derweil der Terror. Ein Killer tötet junge Frauen und schneidet ihnen die Eierstöcke raus. Was hat der Killer mit den beiden Frauen zu tun? Oder ist eine von ihnen „der Mörder“?

HIDEKI: THE KILLER ist ein recht schräger – und nicht leicht zugänglicher – Stoff. Der Film pendelt zwischen Realität und Vision. Zeitweise ist es schwierig einzuschätzen wo wir uns gerade befinden. Das Ganze lässt sich nicht so leicht durchschauen. Somit werden viele Zuschauer schon in den ersten 30 Minuten „das Handtuch werfen“.

Der Film konzentriert sich weniger auf die Taten des Serienkillers. Eine polizeiliche Ermittlung gibt es ebenfalls nicht. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Bildsprache. Die Bildgestaltungen sollen surreal und kunstvoll wirken, was überwiegend auch gelingt. Allerdings leidet dabei der Realismus und somit die Spannung. Eine Geflogenheit die man häufig bei Filmen aus Südkorea beobachten kann.

Einige Momente des Films erinnern übrigens an das europäische Kino.

-Primärfarben, Autofahrt, starker Regen. So wie es uns ein Film zeigt, dessen Handlung in Freiburg spielt.

-Wasser, Messer, Killer. So wie in einem Film der in der Schweiz spielt.

-Teppichmesser, weißes Laken, Blut. Ähnlich dem Vorgehen eines Films dessen Handlungsort, Rom ist

u.s.w..

Alles nett anzuschauen. Allerdings bleibt – wie schon erwähnt – die Spannung außen vor. Die Darsteller/innen sind bestenfalls durchschnittlich. Da der Film eh hauptsächlich auf seine Bildsprache setzt - ist dieses weniger von Bedeutung.

Fazit: Mit HIDEKI: THE KILLER werden die meisten Filmkonsumenten Probleme bekommen. Mir gefallen die Bilder und das schräge Ende. Empfehlen will ich das Teil trotzdem nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 02.08.2016 13:24 
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SCARFACE

Alternativer Titel: Der Mann mit der Narbe, Narbengesicht, Shame of the Nation
Produktionsland: USA
Produktion: Howard Hawks
Erscheinungsjahr: 1932
Regie: Howard Hawkes, Richard Rosson
Drehbuch: Ben Hecht
Kamera: Lee Garmes, L. William O'Connell
Schnitt: Edward Curtiss, Lewis Milestone
Spezialeffekte: Howard A. Anderson
Musik: William Snyder
Länge: ca. 90 Minuten
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Paul Muni, Ann Dvorak, Karen Morley, Osgood Perkins, C. Henry Gordon, George Raft, Vince Barnett, Boris Karloff, Purnell Pratt, Tully Marshall, Inez Palange, Edwin Maxwell


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Tony Camonte ist ein kleiner Gangster, mit großer Narbe (im Gesicht), der für Louis Costillo arbeitet. Die Geschäft der Gangsterbosse sind Alkohol und Drogen. Ein Business in dem sich Tony wohl fühlt. Für ihn ist die Zeit gekommen aufzusteigen, und für dieses Ziel geht die Narbenfresse (nicht nur im übertragenden Sinne) über Leichen.

Howard Hawks hat mit SCARFACE einen Meilenstein des Gangsterfilms geschaffen. Ein Film der, in seiner kurzweiligen, ruppigen und sarkastischen Art, ein Vorbild für zahlreiche Genrefilme war und ist.

Brian De Palma drehte 1983 ein grandioses SCARFACE-Remake. De Palmas Stärke: er kopierte nicht 1:1, sondern verfilmte seine eigene Interpretation des Stoffs. Dieses ist auch der Grund, warum De Palmas Film so stark ist. Gleiches gilt für Hawks Original. Beide Filme sind unverzichtbar für die Filmgeschichte. Man darf sie vergleichen, sollte aber beide niemals anzweifeln.

„Das wird eine Schlagzeile: Krieg! Bandenkrieg!

Die Presse ist heiß auf den Terror in den Straßen. Tony Camonte ist einer der es krachen lässt. Die Leichen stapeln sich, und die „Gangsterehre“ nimmt sich eine lange Auszeit. Tony Camonte zum Helden zu küren, lehnt der Film klar ab. Es wird (von einem Journalisten) klar definiert, dass niemals ein Mythos entstehen darf. Dieses ist im Fall Tony Camonte auch nicht so schwierig. Als skrupellose Bierfassverkäufer und menschliches Arschloch mit übersteigertem Selbstbewusstsein erntet Tony: Neid, Angst und Hass. Das Valentinstag-Massaker wird bald folgen.

„Eine Legende kann immer liefern.“ (Zlatan Ibrahimovic)

Howard Hawks liefert mit SCARFACE einen Film der sich keine Auszeit nimmt. Das Teil ist knackig, rasant und schwarzhumorig. Mit seinem Hauptdarsteller Paul Muni hat Hawks einen sehr guten Griff getan. Muni spielt die facettenreiche Rolle des aufstrebenden Gangsters sehr gut. Man kann an den unterschiedlichen Gefühlwelten (Überheblichkeit, Skrupellosigkeit und Angst) erfolgreich teilnehmen. Auch die restlichen Parts sind bestens besetzt. So z.B. Vince Barnett als Tonys Sekretär Angelo. Ein Typ der nicht schreiben kann, ernsthafte Probleme beim Telefonieren hat und der den Telefonhörer gar erschießen will. Coole Knallcharge.

THE WORLD IS YOUR´S!

Fazit: Ein hervorragender Gangsterfilm der (auch heute noch!) voll zu überzeugen weiß.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 04.08.2016 20:02 
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EXITUS 2 - HOUSE OF PAIN

Produktionsland: Deutschland
Produktion: Andreas Bethmann
Erscheinungsjahr: 2008
Regie: Andreas Bethmann
Drehbuch: Andreas Bethmann
Kamera: Andreas Bethmann
Schnitt: Andreas Bethmann
Spezialeffekte: Andreas Bethmann
Musik: Andreas Bethmann, Mr. Ismanfat, Happy Feelings
Länge: ca. 94 Minuten
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: Renee Pornero, Mia Magic, Natascha We, Alisha Lane, Katharina Bukowski, Marco Simonelli, Suzi-Anne


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Seit den Morden im Exitus-Haus, sind 2 Jahre vergangen. Moniques Leiche wurde bisher nicht gefunden. Ihre Schwester, Sophie, will nun genauer nachforschen. Zusammen mit ihrer Freundin Lena sucht sie das „Haus des Grauens“ auf. Ein ganz großer Fehler, denn der Tod erwartet sie bereits.

Zwei Jahre nach (jedenfalls ungefähr) EXITUS INTERRUPTUS ließ Andreas Bethmann (die Schlampen und Psychos im Exitus-Haus) erneut zum frivolen Abenddinner bitten. Nach kurzen Anlaufschwächen kommt der Film - mit dem Eintritt ins „Todeshaus“ - gut in die Gänge. Es werden viele Nachtaufnahmen geboten die für eine angenehm gruselige Atmosphäre sorgen. Der Wind heult, und die begleitende Musik wurde passend komponiert und eingebracht. Es gelingt dem Film für eine stetige Spannung zu sorgen. Auch wenn man den Ablauf erahnt, man fühlt sich im Exitus-Haus gut aufgehoben.

Die Sex-(HC-)Szenen sind nicht penetrant und stellen nur einen kleinen Teil des Films dar. Überwiegend ist der Hauch von Terror- und Haunted-House-Filmen zu spüren. Dabei wird sogar eine Scream Scene (Frau, Skelett, Schrei) aus HOUSE OF HAUNTED HILL fast identisch nachgestellt. Ferner findet man Anleihen bei Ridley Scotts HANNIBAL, SAW und CANNIBAL GIRLS. Auch eine Standuhr – welche uns durch die Werke von Jean Rollin begleitet – wurde ins Exitus-Mobiliar aufgenommen.

„Der Doktor und ich sind der Meinung…“


Der Abschlusssong der für den Film gewählt wurde kommt nicht unbedingt aus der Abteilung: Erwartet. Aber er lässt den Film in einem passenden Licht erscheinen. Bei EXITUS 1 hat mich der finale Song enttäuscht, dieser hier passt jedoch wie die (gern zitierte) Faust aufs (übelst strapazierte) Auge.

Gefällt mir einen Tick besser wie der Vorgänger.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 08.08.2016 13:41 
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THE RAID

Alternativer Titel: Serbuan maut
Produktionsland: Indonesien, Frankreich, USA
Produktion: Rangga Maya Barack-Evans, Nathaniel Bolotin, Todd Brown, Irwan D. Musry, Ario Sagantoro
Erscheinungsjahr: 2011
Regie: Gareth Evans
Drehbuch: Gareth Evans
Kamera: Matt Flannery
Schnitt: Gareth Evans
Budget: ca. 1.100.000$
Musik: Aria Prayogi, Joseph Trapanese, Fajar Yuskemal
Länge: ca. 101 Minute
Freigabe: FSK Keine Jugendfreigabe
Darsteller: Iko Uwais, Doni Alamsyah, Ananda George, Pierre Gruno


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Eine Spezialeinheit von 20 Polizisten will ein 15stöckiges Hochhaus stürmen. Ihr Ziel ist die Verhaftung von Gangsterboss Tama. Die Polizisten können problemlos bis in die sechste Etage vordringen - doch dann bricht die Hölle los. Die Spezialeinheit steht einer Übermacht von Gangstern gegenüber. Die Bullen werden nach und nach (bis auf drei Ausnahmen) abgeschlachtet. Wer gewinnt in diesem ungleichen und barbarischen Spiel?

Wow!!! Was für ein geiler Film. Bei THE RAID lautet die Maxime: Bitte anschnallen, es wird rasant… und es wird saubrutal. Bisher habe ich (Vollidiot) den Film nicht beachtet, da ich mit Mainstream-Rotze rechnete. Am Arsch! Der Film ist wie für mich gemacht. Das Teil rockt wie eine Wildsau auf Speed.

„Das Haus stürmen und den Mann ausschalten!“

So der (überschaubare) Auftrag einer Einheit von Spezialbullen. Nix Routine, die Jungs landen in einem Schlachthaus. Die Gangster springen aus allen Ecken und lassen Macheten und Messer für sich sprechen. Mit rasantem Schnitt und Schnörkellosigkeit treibt Gareth Evans den Zuschauer durch die Flure und Zimmer eines schäbigen Hochhauses. Verschnaufpausen sind gestrichen. Ich wollte die Augen keine Sekunde vom Panel abwenden, da die Gefahr bestand etwas verpassen zu können. THE RAID gibt bis zum letzten Moment Vollgas. Es gibt auf die Fresse, es wird blutig und die Leichen stapeln sich in bester John Woo-Tradition. Somit wären wir auch schon bei einem Film der für THE RAID Pate stand: HARD BOILED. Woos grandioses Action-Spektakel ist einer der Taktgeber. Ferner findet man Einflüsse aus Romeros DAWN (Treppenhaus), Matalons DIE BESTIEN und Carpenters DAS ENDE. Weiterhin lässt Chang Che grüßen. Messeraction - im Stile von DER PIRAT VON SHANTUNG, DUELL OHNE GNADE und KUAN DER UNERBITTLICHE RÄCHER. Dazu kommt eine Portion Muay Thai sprich Thaiboxen. Richtig geil und (wie man nicht oft genug sagen kann) saubrutal.

Die Atmosphäre (THE RAID) ist sehr dreckig und düster. Ich fühlte mich in diesem schäbigen Hochhaus - mit seinen zu „Menschen“ mutierten Kakerlaken – extrem wohl. Mich hat es nur angekotzt, dass ich nach ca. 100 Minuten aus dem Schlachthaus raus musste. Aber egal, ich werde eh zurückkehren, denn dieser Film ist definitiv eine Zweit- und Drittsichtung wert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 09.08.2016 12:53 
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POWERMAN 2

Produktionsland: Hongkong
Produktion: Sammo Hung
Erscheinungsjahr: 1985
Regie: Sammo Hung
Drehbuch: Barry Wong Ping-Yiu
Kamera: Arthur Wong
Schnitt: Peter Cheung Yiu-Chung
Musik: Anders Nelsson, Tang Siu-Lam
Länge: ca. 90 Min.
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Sammo Hung Kam-Bo, Richard Ng Yiu-Hon, Stanley Fung Sui-Fan, Michael Miu Kiu-Wai, Eric Tsang Chi-Wai, Charlie Chin Chiang-Lin, Jackie Chan, Yuen Biao, Sibelle Hu Hui-Chung, Walter Tso Tat-Wah, John Shum Kin-Fun, Rosamund Kwan Chi-Lam, Jaime Chik Mei-Jan, Anthony Chan Yau, Melvin Wong Gam-San, Billy Lau Nam-Kwong


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Eine Polizistin soll in Hongkong einen Brief mit wichtigen Informationen über die Drogenmafia abfangen. Dabei wird sie von den beiden Cops Fastbuck und Muscles unterstützt. (ofdb)

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Ich übernehme die Filmbeschreibung von der ofdb, da ich keine genaue Handlung erkennen kann. POWERMAN 2 aka TWINKLE TWINKLE LUCKY STARS konzentriert sich vornehmlich auf Albernheiten und vergisst eine Story aufzubauen. Der Auftakt, der über die „Heldentaten“ der USA, sowie den Falkland-Krieg berichtet, bietet eine witzige Pointe die besagt, dass alles nichts mit dem folgenden Film zu tun hat. Das war es auch schon mit dem gelungenen Humor. Fortan gibt es schlechte Scherze im Zehn-Sekunden-Takt. Das Ganze wirkt zum einen blöd - und zu anderen auch noch extrem öde.

Mit Beginn der zweiten Hälfte kommt es zumindest zu ein paar wenigen Actionsequenzen. Die Kampfszenen sind gut choreografiert und Jackie Chan erhält den ersten - seiner wenigen - Auftritte. Der Film bietet zahlreiche bekannte Gesichter wie Richard Norton, Scherzkeks Richard Ng Yiu-Hon, Stanley Fung Sui-Fan und Topleute wie Yuen Biao (der einen richtig geilen Kick vorführt) und Kurata Yasuaki. „Glänzen“ kann hier keiner, was allerdings an dem scheiss Drehbuch liegt.

Bei dem pausenlosen Gesabbel verliert man immer mehr den Faden. Der Film nervt streckenweise gewaltig. Die finalen Fights (Jackie, Chung Fat etc.) können auch nichts retten.

Fazit: Ziemlich übel.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 11.08.2016 13:29 
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THE RAID 2

Alternativer Titel: Serbuan maut 2: Berandal
Produktionsland: Indonesien
Produktion: Nate Bolotin, Todd Brown und Aram Tertzakian
Erscheinungsjahr: 2014
Regie: Gareth Evans
Drehbuch: Gareth Evans
Kamera: Matt Flannery und Dimas Imam Subhono
Schnitt: Gareth Evans
Stunt Koordinator: Bruce Law
Musik: Aria Prayogi, Joseph Trapanese und Fajar Yuskemal
Länge: ca. 148 Minuten
Freigabe: FSK Keine Jugendfreigabe


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Soeben ist Rama dem Todeskampf im Hochhaus entkommen, schon wartet der nächste Auftrag auf ihn. Als Undercover-Cop wird er ins Gefängnis eingeschleust. Dort soll Rama das Vertrauen von Uca, dem Sohn des mächtigen Untergrundboss Bangun, gewinnen. Ziel ist, in Banguns Organisation aufgenommen zu werden und, die Korruption aufzudecken. Ein Himmelfahrtskommando.

Mit einer Weit-Einstellungsgröße startet die THE RAID 2. Die Landschaft wird in seiner Weite eingefangen und die Menschen erscheinen extrem klein. Eine Ansicht die nicht nur einmal bei RAID 2 eingesetzt wird und in Großaufnahmen von Gesichtern mündet. Kameratechnisch ist mal wieder alles bestens. Von der brillanten Action ganz zu schweigen.

Rama ist zurück!

Nach seinem infernalischen Auftritt in THE RAID haut der scheinbar unsterbliche Bulle erneut auf den Putz. Das gilt allerdings nicht nur für Rama, denn bei THE RAID 2 machen wirklich alle Beteiligten gewaltig Bambule. Rama präsentiert Thaiboxen auf engstem Raum (Knastscheißhaus, Auto). Andere sind mit Klauenhammer und Baseballschläger im Einsatz. Es ist – wie auch beim Vorgänger – scheißenbrutal. Ein gravierender Unterschied ist, dass RAID 2 mehr auf eine Story wert legt. Diese konzentriert sich auf das bekannte und geliebte Yakuza-Thema. Somit fühlt man sich an Regiearbeiten von Kinji Fukasaku, Takeshi Kitano und Takashi Miike erinnert. Dazu kommt natürlich eine gute Portion John Woo.

„Wir sind nur Teil eines großen Spinnennetzes.“


So sieht es aus und deshalb sterbt ihr auch alle wie die Fliegen. THE RAID 2 nimmt nämlich auf nichts und niemand Rücksicht. Wer im Weg steht wird „alle gemacht“. Intrigen, Hass und Größenwahn eliminieren die Ganovenehre. Hier muss jeder damit rechnen dass er (im nächsten Moment) in die ewigen Jagdgründe geschickt wird. Lebensversicherungen, Freundschaften – vergiss es. Hier zählt nur die Macht und so etwas wie einen sauberen Krieg gibt es nun mal nicht.

Ein bombastisches Actionfest. Blutig, böse, brutal, rasant. Technisch einwandfrei und spannend inszeniert.

Ich bin begeistert!

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 15.08.2016 13:41 
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DIE RASENDEN ROCKER VOM THUNDERSTRIP

Produktionsland: USA
Produktion: David L. Hewitt, Mick Mehas
Erscheinungsjahr: 1966
Regie: David L. Hewitt
Drehbuch: Pat Boyette, David L. Hewitt
Kamera: Gary Graver
Schnitt: Gary Graver
Spezialeffekte: Harry Woolman
Musik: Al Quick
Länge: ca. 77 Min.
Freigabe: FSK 18
Darsteller: Maray Ayres, William Bonner, Lindsay Crosby, Casey Kasem, Gary Kent, Bruce Kimball, Jody McCrea, Mick Mehas, Jack Starrett, Megan Timothy, Randee Lynne Jensen


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Bei einer Messerstecherei wird eine junge Frau verletzt. Der Sheriff nimmt die Verantwortlichen (drei Rocker) fest. Kurze Zeit später kommen (auch noch) zwei Schnapsbrennerinnen in den Knast. Als deren Schwester die beiden Mädels befreit, nimmt man die drei Biker mit.

„Der folgende Film ist eine der extremsten Synchronarbeiten von Rainer Brandt.“

So lehrt uns die warnende Texttafel die vor Beginn dieses 1966er David L. Hewitt-Vehikels eingeblendet wird. Ferner werden wir darauf hingewiesen, dass die Bildqualität ziemlich übel ist. Scheiss egal, wenn’s denn sein muss höre ich mir dieses "Brandsche Oratorium" auch ohne Bildbegleitung an.

DIE RASENDEN ROCKER VOM THUNDERSTRIP kann man nicht als reinen (Rocker-) Bikerfilm bezeichnen. Hier handelt es sich (eher) um einen Film der in die Richtung von Russ Meyer-Werken wie DIE SATANSWEIBER VON TITFIELD und MOTORPSYCHO… WIE WILDE HENGSTE tendiert. Drei Mädels die illegalen Schnaps brennen und anschließend mit drei beschmierten Bikern auf der Flucht sind. Auch wenn die weiblichen Protagonisten (natürlich!!!) nicht annährend an die Klasse des Titfield-Trios (erstens haben sie kaum Spielzeit, und zweitens wird es eh niemals gelingen den Göttinnen das Wasser zu reichen) heran kommen, lassen sie eine soziale Inkompetenz nicht missen. Demnach kann man dem Film einige Roughie-Elemente bescheinigen.

Das Dialogbuch von Rainer Brandt gibt dem allenfalls durchschnittlichen Film einen heftigen Kick nach vorn. In manchen Italo-Western ist diese Art des Schnodders zwar unpassend und überflüssig, aber bei den RASENDEN ROCKER VOM THUNDERSTRIP unverzichtbar. Brandt, Rode, Petruo, Kindler und Co. veranstalten eine gewaltige Sprachbambule. Das dabei die eigentliche Story vor sich in plätschert… who cares?

Fazit: Rainer ermöglicht seinen Jüngern den Zugang zum „Gral des Königsgeschnodder“. Lass es krachen Alter, denn Kohlrübenhengst, Altmeister Teach, Animal der Bänkelsänger, Dumpfmeister und - nicht zu vergessen - Fräulein Theolinde schütteln schon die Sektpullen. Auf das der Rotfuchs gepicknickt wird. Wow!!!!

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 16.08.2016 13:10 
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THE LOSERS - VERDAMMT, VERKOMMEN, VERLOREN

Alternativer Titel: Hells Angels - Verdammt in Vietnam
Produktionsland: USA
Produktion: Joe Solomon
Erscheinungsjahr: 1970
Regie: Jack Starrett
Drehbuch: Alan Caillou
Kamera: Nonong Rasca
Schnitt: Richard K. Brockway, James Moore
Spezialeffekte: Roger George, Joe Zomar
Budget: ca. 350.000$
Musik: Stu Phillips
Länge: ca. 91 Minuten
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: William Smith, Bernie Hamilton, Adam Roarke, Houston Savage, Eugene Cornelius, Paul Koslo, John Garwood, Ana Corita, Lillian Margarejo, Paraluman, Paul Nuckles, Ronald C. Ross


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Ein Diplomat wird in einem Militärlager in Kambodscha gefangen gehalten. Die US Army schickt zur Befreiung eine spezielle Kamptruppe. Fünf Motorradrocker.

Das hört sich doch richtig geil – und nach einem Trashfest – an. Leider muss ich diesbezüglich eine „Entwarnung“ aussprechen. THE LOSERS ist nicht das was man von so einem Plot erwartet. Der Film nimmt sich einige Auszeiten und lässt gar zwei Liebesgeschichten einfließen. Unsere Biker sind weniger (bis auch Speed und Denny) verdammt, verkommen, verloren. Sie sind eher sentimental und sehnen sich nach einem bürgerlichen Leben. Ihr Anführer posaunt Stellungsnahmen gegen die gesellschaftlichen Vorurteile raus und ist fast den Tränen nahe. Nee, Alter ich will brutale Action und Vollassis sehen, keine pseudosozialen Statements hören. Da sagt mir Cirio H. Santiagos HELLS ANGELS IN VIETNAM schon eher zu. Die LOSERS werden übrigens als HELLS ANGELS – VERDAMMT IN VIETNAM firmiert. Ein Titel der vollkommen daneben ist, denn es handelt sich nicht um „Hells Angels“, sondern um einen Club der sich „Devils Advocates“ nennt.

Der Auftakt des Films ist recht hoffnungsvoll. Fünf dreckige Kuttenträger springen von einem LKW und fragen: „Hast du uns wenigstens ein paar Bienen mitgebracht.“ Zwei der Typen sind recht sympathisch. Der eine (Denny) fett und versoffen, der andere (Speed) ein Hippieverschnitt mit Hakenkreuzstirnband. Die anderen sind Tagträumer.

„Jetzt ist bei mir gleich Sense, ihr Bumsköppe.“

Datt sach ich dir. Wenn man nämlich mit den falschen Erwartungen (so wie ich) an den Film geht, dann entwickelt sich hier ein kleiner Schnarcher. Als das Erscheinungsjahr (von THE LOSERS) wird das Jahr 1970 angegeben. Das Teil wirkt allerdings eher wie späte 1980er Jahre. Die Story ist minimal (ja was denn sonst?). Spannung mag auch nicht aufkommen. Die wenigen Gewaltszenen werden nicht verherrlicht. Nett gemeint, aber irgendwie unpassend.

Fazit: Schade. Ich wollte Spacken und Asoziale in Vietnam randalieren sehen. Geboten wurde mir eine Gang von Heulsusen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 19.08.2016 14:07 
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HONDO

Produktionsland: USA
Produktion: Robert Fellows
Erscheinungsjahr: 1953
Regie: John Farrow
Drehbuch: James Edward Grant
Kamera: Robert Burks, Archie Stout
Schnitt: Ralph Dawson
Spezialeffekte: Al Gonzales
Musik: Hugo Friedhofer, Emil Newman
Länge: ca. 85 Min.
Freigabe: FSK 12
Darsteller: John Wayne, Geraldine Page, Ward Bond, Michael Pate, James Arness, Rodolfo Acosta, Leo Gordon, Tom Irish, Lee Aaker, Paul Fix, Rayford Barnes, Frank McGrath


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Der Armeekurier Hondo kommt zu einer Ranch die von Angie Lowe und ihrem Sohn bewohnt wird. Da der Herr des Hauses unterwegs ist, meint Hondo sich Mutter und Sohn verbunden zu fühlen. Die Apachen befinden sich in Kriegslaune und das Leben wird von Tag zu Tag gefährlicher. Als Vittorio und seine Hunde des Krieges auf der Ranch auftauchen…

Mutter, der Mann mit dem Hund ist da!“

Den meisten wird Hondo wohl nur wegen Al Bundys diversen Hinweisen innerhalb „Eine schrecklich nette Familie“ bekannt sein. TV-Junkie-Pack!!! „Hondo“ sollte eigentlich jeden (zumindest halbwegs interessierten) Filmfan ein Begriff sein. Nicht weil der Film sonderlich gut ist, sondern weil der Duke (wie so oft) für klare Verhältnisse im „Wilden Westen“ sorgt. Einer der zahlreichen Kriege zwischen Rot und Weiß. Und mittendrin (statt nur dabei) Hondo, der Mann der keinen Schmerz kennt und immer die Wahrheit spricht. Der Mann, der selbst unter den Apachen lebte und eine Squaw hatte. Wem sollte man glauben, wenn nicht diesem Paradehelden?

„A woman should be a good cook. Good cook myself.”

Damit sind die Grenzen abgesteckt. Die Frau gehört hinter den Herd, und wenn der Eroberer keine Frau hat, dann kocht er eben selber (und natürlich genauso gut). Gibt es irgendetwas was Hondo nicht kann? Ich glaube nicht. Hondo ist der Paradeamerikaner. Stark wie eine deutsche Eiche die niemand zerbrechen kann. John Wayne spielt einen Part der auf ihn zugeschneidert wurde. Leider verliert sich der Film ab und an in Melancholie und ein angestrebtes Familienglück. Mit dem Eintreffen von Vittorio und seinen Jungs ist allerdings wieder für Stimmung gesorgt. Die deutsche Synchro geht dabei mit einigen – grammatisch - selten dämlichen Zitaten in die Offensive.

„Bald kommen große Sommerregen. Dein Mann bis dahin zuhause – gut. Wenn nicht - nimmst du tapfere Apache.“

Jau, höre auf große Häuptling, weiße Frau. Hondo noch weg und nicht kann dich und tapfere kleine Krieger beschützen. Die Apachen sind blöd, böse und feige. Das alte Schema in dem der Duke aufblüht. Der einzig wahre Präsi of the United States of America. Der einzig wahre Scharenführer der jede Schlacht gewinnt und dem Land, mit jedem neuen Erfolg, zu weiterem Ruhm und Glanz verhilft.

Unter dem Strich ist HONDO ein ordentlicher und (dass sollte nun jeder wissen) patriotischer US Western. Die sentimentalen Momente können etwas nerven, der Rest ist allerdings sehr unterhaltsam. Der Duke spielt mit seiner bekannten Selbstherrlichkeit (wie so oft) alle anderen Beteiligten an die Wand. Einzig Michael Pate kann ihm als Vittorio etwas Konkurrenz machen. Der Part des Bösewichts Ed Lowe ist viel zu kurz angelegt, zweitens halte ich Leo Gordon auch für eine Fehlbesetzung. John Ireland hätte dem Film wesentlich besser zu Gesicht gestanden.

„That will be the end of the Apache.” (Buffalo Baker)
„End of a way of life. Too bad, it´s a good way.” (Hondo)

Ja, mein Freund. Die nächste Schlacht wartet schon auf dich. Wir sehen uns beim „Kommunistenklatschen“ am „Gelben Fluss“ ...

“...and the star-spangled banner in triumph shall wave
over the land of the free and the home of the brave!”

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 22.08.2016 12:45 
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MY DEAR KILLER

Alternativer Titel: Mio caro assassino
Produktionsland: Italien, Spanien
Erscheinungsjahr: 1972
Regie: Tonino Valerii
Drehbuch: Roberto Leoni, Franco Bucceri, José Gutiérrez Maesso, Tonino Valerii
Kamera: Manuel Rojas
Schnitt: Franco Fraticelli
Musik: Ennio Morricone
Länge: ca. 94 Minuten
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: George Hilton, Salvo Randone, William Berger, Manuel Zarzo, Patty Shepard, Piero Lulli, Helga Liné, Tullio Valli, Dante Maggio, Dana Ghia, Alfredo Mayo, Mónica Randall


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Inspektor Peretti untersucht den Mord an einem Versicherungsangestellten. Dieser Todesfall ist der Auftakt einer Mordserie, die scheinbar mit einer Entführung im Zusammenhang steht. Verdächtige gibt es viele, doch die Ungereimtheiten sind noch zahlreicher.

Höre ich den Namen Tonino Valerii, dann denke ich an zwei hervorragende Italo-Western (BLUTIGES BLEI, DER TOD RITT DIENSTAGS). Doch auch auf dem Boden des Giallo-Thrillers konnte Valerii fruchtenden Samen säen. MY DEAR KILLER ist ein Genre-Vertreter der mit den üblichen Gattungselementen spielt. Schwarze Handschuhe, bestialische Morde und viele Verdächtige. Dabei werden dem Zuschauer nach und nach zusätzliche Informationen geboten. Der Mörder ist dem Opfer nicht immer unbekannt, so dass er sich (auch gewaltfrei) den Zugang zu einer Wohnung verschaffen kann. Wer bei der Filmsichtung mit den Gedanken woanders ist, der sollte sich die Sichtung allerdings sparen. Die Anzahl der Charaktere ist recht umfangreich und die Beziehungen untereinander sind für das Filmverständnis unverzichtbar. Unaufmerksamkeit kann somit „tödlich“ enden. Also reisst euch mal für 90 Minuten zusammen!

Inmitten des geliebten Giallo-Ambientes werden wir mit einigen Requisiten vergangener Tage konfrontiert. So z.B. der gute alte Telefonmarkenapparat der neben dem Fernsprecher (in der öffentlichen Italo-Telefonzelle) installiert war. Als weiteres kleines Bonbon läuft im TV eines Opfers die Auspeitschszene aus Corbuccis DJANGO.

Fazit: Ein gelungener Giallo, der seine Mörderfrage bis zum letzten Moment offen lässt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 23.08.2016 12:50 
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RED SCORPION

Alternativer Titel: Red Exterminator, Le Scorpion Rouge
Produktionsland: Namibia, Südafrika, USA
Produktion: Paul Erickson, Jack Abramoff, Robert Abramoff, Daniel Sklar
Erscheinungsjahr: 1988
Regie: Joseph Zito
Drehbuch: Arne Olsen
Kamera: João Fernandes
Schnitt: Daniel Loewenthal
Budget: ca. 16.000.000$
Musik: Jay Chattaway
Länge: ca. 105 Minuten
Freigabe: FSK Keine Jugendfreigabe
Darsteller: Dolph Lundgren, M. Emmet Walsh, Al White, T.P. McKenna, Carmen Argenziano, Alex Colon, Brion James, Ruben Nthodi, Vuzi Dibukwana, James Mthoba, Dinky Motsemme, Ernest Ndhlovu


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Nikolai ist Spezialist für (erfolgreiche) Himmelfahrtkommandos. Eine Killermaschine die handelt und nicht nach dem Hintergrund fragt. Sein neuer Aftrag: die Liquidierung eines Rebellenführers.

Nikolai Petrovich Rachenko, Speznas, Sondereinheit!

So stellt sich die Killermaschine vor und erwartet gespannt seine neuen Anweisungen. Nachdem diese definiert (und die Hauptcharaktere vorgestellt) wurden, lässt sich bereits erahnen in welche Richtung, Rachenko tendieren wird. Die Killermaschine - erkennt dass sie ein Gewissen hat und - wirft den blinden Gehorsam über Bord.

RED SCORPION ist einer von Dolphs ganz frühen Kinoaufträgen. Von der Kritik überwiegend verrissen, von mir hingegen geschätzt. Der Film bietet eigentlich alles was man von einem unterhaltsamen Actionfilm erwartet. Eine übersichtliche Story, einen sympathischen Hauptdarsteller, gute Action, Gewaltverherrlichung und etwas Melancholie. Dass die Russen dabei nicht gut weg kommen, sollte selbsterklärend sein.

„Let´s kick some ass.“ (Nikolai)

Ein absolutes Highlight (und eine zugleich unvergessliche Szene) ist Dolphs Einmarsch in eine schäbige Kneipe. Das Singen der russischen Nationalhymne, das Verteilen von Klätschen und Kopfnüssen. Klasse, das macht einfach Laune. Es folgt rustikale Action, akustische untermalt mit Little Richards “Long tall Sally”.

Fazit: Dolph bittet zum Desert Rock´n´Roll. Coole Action und ein paar witzige Momente lassen einen kurzweiligen Afrika-Trip resultieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 25.08.2016 12:20 
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CHURCHILLS LEOPARDEN

Produktionsland: Italien, Spanien
Produktion: Roberto Capitani, Marcello Ciriaci
Erscheinungsjahr: 1970
Regie: Maurizio Pradeaux
Drehbuch: Federico De Urrutia, Arpad DeRiso, Maurizio Pradeaux
Kamera: Miguel Fernández Mila
Schnitt: Enzo Alabiso
Musik: Franco Salina
Länge: ca. 85 Min.
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Richard Harrison, Klaus Kinski, Pilar Velázquez, Giacomo Rossi Stuart, Frank Braña, Angela Covello, Helga Liné, Claudio Biava, Massimo Righi, Antonio Casas, Alfredo Santacruz, Giovanni de Angelis


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Hans und William sind Zwillinge. Der Vater - Engländer, die Mutter – Deutsche (oder umgekehrt?). Jedenfalls kämpft William für die Engländer und Hans für die Nazis. Um eine Mission erfolgreich ausführen zu können, lässt man Hans ermorden. William nimmt nun die Gestalt von Leutnant Hans Müller an. Mit diesem „trojanischen Pferd“ will man eine der zahlreichen Kriegsschlachten für sich entscheiden. Aber Vorsicht: SS-Hauptsturmbannführer Holtz wittert bereits Verdacht.

CHURCHILLS LEOPARDEN weißt zwar ein paar Längen auf, ist aber unter dem Strich ein ordentlicher Kriegsfilm. Zum überwiegend positiven Urteil, tragen besonders Richard Harrison und Klaus Kinski bei. Die Story ist okay, allerdings (wie bereits angerissen) etwas träge ausgelegt.

Der Film startet mit Archivmaterial. Anschließend werden wir zu 80% mit Außenaufnahmen konfrontiert. Die Landschaften wissen zu gefallen, und vermitteln ein behagliches Gefühl. Ebenfalls angenehm ist das Mitwirken von Pilar Velázquez. Ein gern gesehenes Gesicht das man zumindest aus SEINE KUGELN PFEIFFEN DAS TODESLIED kennen sollte. Ein weiterer Blickfang ist Helga Liné als Naziliebchen Marlene Schulman. Leider hat die Helga viel zu wenig Spielzeit.

Der Film wurde in Deutschland bisher nur von Best Entertainment veröffentlicht. Bei der X-Rated DVD handelt es sich um ein Repack. Pest hat mal wieder ganze Arbeit geleistet, und präsentiert (innerhalb der ersten 15 Minuten) zahlreiche Bild- und Tonfehler. Danach wird es - für Pest-Verhältnisse - besser.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 26.08.2016 12:58 
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DIE WÄCHTER DER NINJA

Produktionsland: Taiwan
Produktion: William Cheung Kei, Alan Wu Yu-Ling
Erscheinungsjahr: 1984
Regie: William Cheung Kei, Kim Jung-Yong, Choe Dong-Joon
Drehbuch: George Ma Joi-Man
Kamera: Jeong Il-Man, Miyamoto Yukio
Länge: ca. 87 Min.
Freigabe: FSK 18
Darsteller: Alexander Lo Rei, Chin Fei, Eagle Han Ying, Mike Wong Lung, Lee Aau-Suk, Kim Fan, Lee Hoi-Hing, Robert Tai Chi-Hsien, Kim Won-cheol, Yip Yung


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Vier Shaolin-Mönche wollen den letzten Wunsch ihres Meisters erfüllen. Dazu müssen sie nach Tibet reisen. Der Weg dorthin birgt zahlreiche Gefahren, denn das Quartett wird pausenlos angegriffen.

Shaolin-Mönche und Ninja präsentieren gleich zu Beginn ihn Können. Es wird gut ausgeteilt, und der Anteil an Kampfszenen ist mit ca.80% recht hoch angesiedelt. Die minimale Story rückt infolgedessen in den Hintergrund. DIE WÄCHTER DER NINJA reiht seine Action (beinahe) in Fließbandmanier aneinander. Nichts Schlimmes, denn der Film macht wirklich Spaß. Hier ist ständig was los, und die Fressbretter müssen einige harte Hiebe verkraften. Manche Kampfszenen werden etwas schneller abgespielt. Eine Unsitte die mich schon immer angekotzt hat.

Die deutsche Synchronisation ist durchschnittlich. Die teilweise eingesetzten Albernheiten kann man allerdings verkraften. Überwiegend geben die Sprecher einen „ernsthaften Unsinn“ von sich. Die englische Tonspur sagt mir allerdings mehr zu.

Die bekanntesten Darsteller sind Robert Tai Chi-Hsien und Alexander Lo Rei. Der Rest der Belegschaft wird nur den knallharten Insidern bzw. den knüppelharten Eastern-Freaks bekannt sein.

Fazit: Eine unterhaltsame „Wald und Wiesen Wuxia Sause“, die allerdings nur in zwei Szenen mit den legendären Schattenkriegern konfrontiert. Eastern-Fans sollten mal reinschauen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 29.08.2016 12:19 
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DAS TODESLIED DER STÄHLERNEN KETTEN

Produktionsland: Mexiko
Erscheinungsjahr: 1974
Regie: Alfredo Salazar
Drehbuch: Alfredo Salazar
Kamera: José Ortiz Ramos
Schnitt: Jorge Busto
Musik: Gustavo César Carrión
Länge: ca. 79 Min.
Freigabe: FSK 18
Darsteller: Jorge Rivero, Armando Silvestre, Jacqueline Voltaire, Mabel Luna, Lance Hool, Conrad Hool


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Sechs Biker-Hippies überfallen eine Kupfermiene und erbeuten dabei 50.000 Dollar. Bei dem Überfall kommt es zu Toten und die Diebesgemeinschaft muss in die Wüste fliehen. Kate – das jüngste Mitglied der Truppe – kommt auf die Idee die Wasserflaschen der Truppe zu entleeren. Ohne Wasser in der unbarmherzigen Wüste - was nun? Der Indianer-Biker Masabi, der eben mit seinem jungen Freund vorbei kommt, soll das Problem lösen.

DAS TODESLIED DER STÄHLERNEN KETTEN (was für ein wundervoller Titel) ist allerbeste Mexpoitation. Ein Film der sich durchgehend ernst nimmt, und dabei einen teilweise vorzüglich-unfreiwilligen Humor auf den Zuschauer los lässt. Der Überfall auf die Kupfermiene präsentiert die Hippie-Biker mit Cowboyhüten und Revolvergurten. Es wird – wenn es denn sein muss – aus der Hüfte geschossen, so dass die Kontrahenten umgehend zur Hölle geschickt werden. Darunter auch ein Faschingcowboy mit Sheriffstern.

Die Geldräuber sind eine amüsante Truppe von Hippie-Biker-Cowboys. Drei Kerle und drei Schlampen. Mike, der Anführer der Truppe, trägt einen Revolvergurt, ein Janies Joplin-Shirt und eine Kutte mit überdimensionalen Stinkefinger, unter dem „Love me“ geschrieben steht. Die Hymne der Hippie-Desperados ist „Apache“ von den Shadows, nicht mit Klampfen, sondern einer Orgel interpretiert. In der Wüste treffen sie zwei weitere Biker, den Indianer Masabi (Mexikos Antwort auf Navajo Joe) und seinen jungen Kumpel. Dem Bengel wird schnell das Licht ausgepustet und Masabi denkt nur noch an Rache. Dabei kommt es zu einige Psychospielchen, und die Hippies dezimieren sich untereinander.

Fazit: Hippies, Indianer, Crosskarren und kein Wasser. Eine beschmierte Reisegesellschaft die durchweg skrupellos und brutal wirken will. Hahahahaha, ich mag die Truppe. Geheimtipp für Trashfans.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 30.08.2016 12:12 
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SPREE – TÖDLICHES WOCHENENDE

Produktionsland: USA
Produktion: Lance Hool
Erscheinungsjahr: 1979
Regie: Larry Spiegel
Drehbuch: Frederic Shore, G.M. Cahill, Larry Spiegel
Kamera: Álex Phillips Jr.
Musik: Gary William Friedman
Länge: ca. 84 Min.
Freigabe: FSK 18
Darsteller: Peter Graves, Ray Milland, Vincent Van Patten, Cosie Costa, Robby Weaver, Susan Pratt, Marianne Sauvage, Randi Meryl, Daniel Ades, Pedro Armendáriz Jr., Gonzalo Vega, Anthony Charnota


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Eine Gruppe von Jugendlichen will es bei einem Ausflug krachen lassen. Natürlich ist der Fahrer so dämlich, dass er einen Abhang übersieht. Die Karre ist platt, und die Clique befindet sich mitten in der Wüste. Nach kurzer Zeit treffen sie auf ominöse Fremde, die angeblich Ausgrabungen machen. In Wirklichkeit handelt es sich um Waffen- und Drogenhändler. Für die Teenager beginnt ein Kampf um ihr Leben…

Was hat SPREE – TÖDLICHES WOCHENENDE in der Rocker & und Biker Reihe von MIG zu suchen? Der Film hat mit Rockern und Bikern nichts am Hut. Bei einer Verfolgungsjagd durch die Wüste werden drei Karren benutzt, das war es auch schon.

Macht überhaupt nix. Was mir allerdings extrem übel aufstößt, ist die grottenschlechte Bildqualität. Das Schlechteste was mir bisher (und ich habe einiges gesehen und toleriert) bisher zu Gesicht gekommen ist. Es gibt Szene in denen man überhaupt nichts erkennen kann. Die Wüste sieht aus wie Schnee und ein schwarzer Punkt rennt durch die Gegend. Eine unzumutbare Veröffentlichung. Von Bildschärfe will ich erst gar nicht reden… Ach so, eine ca. 2minütige Szene wird zweimal hintereinander gezeigt. Was soll das? Kontrolliert das Keiner?

Wirklich traurig, da es sich um einen unterhaltsamen Film handelt. Die Story macht irgendwie Spaß und es ist immer was los. Sei es das dämliche Gesabbel der Protagonisten, Vergewaltigung, Mord und eine ausgiebige Verfolgungsjagd. Ohne Scheiss, der Film sollte den Trashfans munden.

Bekannte Gesichter gibt es auch. Die Kobra Peter Graves übernimmt den Wüstenfall, Ray Milland hatte wohl Geldprobleme und Vincent Van Patten checkte im gleichen Jahr in der „Rock 'n' Roll High School“ ein. Drei Highschool-Schlampen sind auch dabei. Passt also alles – außer die scheiss Bildqualität. Echt schade.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 01.09.2016 12:58 
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PROM NIGHT 3

Produktionsland: Kanada, USA
Produktion: Ilana Frank, Dan Johnson, Ray Sager, Peter R. Simpson
Erscheinungsjahr: 1990
Regie: Ron Oliver, Peter R. Simpson
Drehbuch: Ron Oliver
Kamera: Rhett Morita
Schnitt: Nick Rotundo
Musik: Paul Zaza
Länge: ca. 95 Minuten
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Tim Conlon, Cynthia Preston, David Stratton, Courtney Taylor, Dylan Neal, Jeremy Ratchford, Roger Dunn, Tom Nursall, George Chuvalo, Juno Mills Cockell, Lesley Kelly, Terry Doyle


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Mary Lou Malony ist zurück. Diesmal hat sie sich es auf den durchschnittlichen College-Schüler Alex Grey abgesehen. Eigentlich läuft es für die Pfeife seitdem gut. Seine Noten sind top, und im Footballteam ist er der neue Star. Nachdem die ersten Leichen in seinem Umfeld auftauchen weiß Alex jedoch, dass er sich auf einen ziemlichen Scheiss eingelassen hat. Es kommt noch schlimmer, denn die Bullen halten ihn für den Mörder.

PROM NIGHT 3 ist ein unterhaltsamer Film der sich mit den Genres Horror und Comedy „auseinandersetzt“. Dazu kommt ein wenig Mediensatire. Überwiegend macht das Teil Spaß, man muss sich jedoch auf einige Längen gefasst machen. Mir persönlich haben die anderen Filme der PROM NIGHT-Reihe besser gefallen.

Die Story ist Genretypisch. Mary Lou kehrt aus dem „Reich der Toten“ zurück und stiftet mal wieder Unruhe. Ihre Opfer sind ebenso schnell absehbar wie der gesamte Filmverlauf. PROM NIGHT 3 erfindet das Genre nun wirklich nicht neu. Nicht nur der Jahrzehntelange Filmfan kennt die Abläufe dieser Highschool-Horror-Filme schon vor der Ansicht in und auswendig. PROM NIGHT 3 bestätigt diese These und kann nichts Neues vermitteln. Man weiß halt worauf man sich einlässt. Ein Teil des Soundtracks ist übrigens „La Bamba“. Ich möchte gerne mal wissen in wie vielen US-B-Filmen dieser Song eingesetzt wurde? Die Amis scheinen den Song zu lieben.

Fazit: Ganz nett.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 02.09.2016 11:30 
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LONDON´S BURNING

Produktion: ZDF
Erscheinungsjahr: 2016
Regie: Hannes Rossacher, Simon Witter
Länge: ca. 85 Min.



40 Jahre nach der Revolution, ist Punk ein Teil der Londoner Persönlichkeit. Per Sightseeing Tour geht es für die Touristen zu den damaligen Clubs – jedenfalls zu dem, was von ihnen übrig blieb. Unter der Reiseleitung von Campino bekommt der ARTE-Zuschauer die Gelegenheit in die Vergangenheit zu reisen.

1976: Die englische Wirtschaft ist am Boden, und Malcolm McLaren hat aus den USA etwas Neues mitgebracht: den Punk. Ein Begriff der im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ als Schimpfwort gilt. Ein Mitbringsel das die Welt verändern sollte.

Campinos Streifzug durch Londons Geschichte konfrontiert uns mit einigen Persönlichkeiten. So z.B. Bob Geldorf (ich hätte den nicht unbedingt interviewt, da er mit der Szene kaum was am Hut hat), der von einem Zeitungsartikel berichtet, welcher ihn erstmals auf Punk aufmerksam machte. Mit der Schlagzeile „Untergang der Titanic“ wurde dem „aufgeblähtem Rock“ der Niedergang prophezeit. Was hatte Malcolm McLaren da nur aus den USA mitgebracht? Er sah die Ramones, die in Fließbandmanier ihre Songs „runterratterten“. Und er traf Richard Hell, dem seine Freundin das T-Shirt zerschnitt und der – eben aufgewacht, mit wirrem Haar – die Wohnungstür öffnete. Ein neues (per Zufall entstandenes) Outfit war geboren.

Neben vielen Infos (ja, das Meiste ist bekannt, aber was soll man sonst noch rauszaubern?) zu McLarens Kommerzialisierung des Punks, trifft Campino (natürlich) weitere Genregrößen. Der Regisseur Julien Temple (THE GREAT ROCK´N´ROLL SWINDLE, FILTH AND THE FURY, JOE STRUMMER – THE FUTURE IS UNWRITTEN) erzählt vom damaligen Skandal in der William Grundy TV-Show. Ein Ereignis, das auch dem letzten Langschläfer vermittelte, dass in London etwas ganz Schlimmes und Abartiges im Gange war.

Neben den bekanntesten Szenebands („Sex Pistols“, „Ramones“, „Damned“, „Clash“, „Gen X“) bringt die Dokumentation die „Slits“ und die legendäre „London SS“ ein. Viv Albertine und Tony James plaudern aus dem Nähkästchen.

Vom gegenwärtigen Punkstatus und den „neuen“ Bands („Ramonas“) in London wird ebenfalls gesprochen. Auf die zweite Punk-Generation („Partisans etc.) geht man allerdings nicht ein.

Fazit: Für Alt-Punker nichts Neues. Kann man sich anschauen.

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BeitragVerfasst: 06.09.2016 12:49 
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INSEL DER DÄMONEN

Produktionsland: Deutschland
Produktion: Andreas Bethmann
Erscheinungsjahr: 1998
Regie: Andreas Bethmann (als A.M. Bertucci)
Drehbuch: Andreas Bethmann
Kamera: Andreas Bethmann
Schnitt: Andreas Bethmann
Spezialeffekte: Andreas Bethmann
Musik: Aradia Nygard
Länge: ca. 70 Minuten
Freigabe: FSK Keine Jugendfreigabe
Darsteller: Erich Amerkamp, María Moreno, Anita Carrillo, Werner Kila


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Mario lernt in einer italienischen Kleinstadt Ramona kennen. Man verabredet sich zu einem Inseltrip. Als Mario beim Tauchen eine seltsame Truhe findet und öffnet, weiß er nicht dass er das Böse befreit hat. Na dann Prost Mahlzeit, du Vollidiot.

INSEL DER DÄMONEN ist im Prinzip der Abschluss der (reinen) Horrorfilme die Andreas Bethmann inszenierte. Ein Film der nach Jung-Matationen-Vehikeln wie TOTENHÜGEL 1 & UND 2 und TANZ DER KÜRBISKÖPFE entstand. Ein Film der mit einer Laufzeit von 71 Minuten kurz bemessen, aber trotzdem ziemlich langatmig ist.

Der Auftakt gestaltet sich recht interessant und tendiert (in optischer Hinsicht) ein wenig in Richtung MANEATER. Ein verlassenes Dorf, Häuser die Ruinen gleicht, und eine Frau die sich den Fuß verstaucht. Anschließend zieht sich das Teil wie Kaugummi. Bis der Dämon aus der Hölle kommt, bedarf es einige Wartezeit. Ist er endlich da, lässt er sich das Menschenfleisch schmecken. Die Effekte gehen so eben noch durch. Weniger okay, um nicht scheisse zu schreiben, ist die Synchronisation. Es wird ein ziemlicher Müll gefaselt.

Der Score ist recht umfangreich. Unmelodiöse, die Effekte und Atmosphäre unterstützende Klänge, sowie etwas Metal. Beteiligt sind Bands wie Phase V, Aradia, Nil Monkey Department und Materialschlacht. Das Highlight ist der Song „Das Tier in dir“.


Der Soundtrack:

01. Phase V - Das Tier In Mir
02. Aradia - Demoni/Vampirliebe
03. Nil Monkey Department - Die Begegnung
04. Nil Monkey Department - Die Motorbootfahrt
05. Aradia - Auf Dem Meeresgrund
06. Phase V - Halluzination
07. Nil Monkey Department - Die Kiste/Die Verletzung
08. Nil Monkey Department - Die Verwandlung
09. Nil Monkey Department - Die Ruine
10. Nirgard - Firewatch
11. Headshot - Mother Earth Meltdown
12. Nil Monkey Department - Das Versteck
13. Nil Monkey Department - Das Kreuz
14. Headshot - Day Of The Dead
15. Nygard - Rule The Youth
16. Materialschlacht - Das Tier In Dir

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BeitragVerfasst: 10.09.2016 10:10 
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DURCH DIE WÜSTE

Produktionsland: Deutschland
Produktion: Lothar Stark
Erscheinungsjahr: 1936
Regie: J.A. Hübler-Kahla
Drehbuch: Carl Junghans
Kamera: Georg Muschner, Paul Rischke
Schnitt: Walter von Bonhorst
Musik: Gottfried Huppertz
Länge: ca. 85 Min.
Freigabe: FSK 12
Darsteller: Fred Raupach, Heinz Evelt, Erich Haußmann, Katharina Berger, Aruth Wartan, Gretel Wawra, Herbert Gernot, Berthold Reißig, Franz Klebusch


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Kara Ben Nemsi und sein Diener Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah reisen durch die Wüste. Sie sind auf der Suche nach der „Heiligen Stadt. Dabei erleben sie allerlei Abenteuer, kämpfen gegen den Räuber Abu Seif und retten die Tochter eines Scheichs.

J.A. Hübler-Kahlas DURCH DIE WÜSTE ist die vierte Karl May-Verfilmung und zugleich der erste Tonfilm der sich am literarischen Stoff des Schriftstellers aus Sachsen orientiert. Wer bisher nur die Rialto- und die Atze Brauner-Karl May-Verfilmungen kennt, der wird mit dem 1936er Karl May-Werk vor einige Überraschungen gestellt. Denn zwischen diesen Filmen liegen nicht nur Jahrzehnte, sondern Welten. Aber das wird eh Jedem klar sein, denn von der „Knackigkeit“ der Rialto-Filme war in den 1930er Jahren natürlich nichts zu spüren.

Die Geschichte eines deutschen Abenteurers in einem fremden Land. Kara Ben Nemsi reitet, zusammen mit seinem Diener, in die Wüste ein. Dabei lässt die Optik an Don Quichotte und Sancho Pansa erinnern. Bereits hier ist klar, dass die Schlussszene ähnlich wirken wird. Denn nach dem Eintritt, folgt das Abenteuer, und nach verrichteter Dinge, das Verlassen den Wüste. Das gute alte Schema, das zigmal von diversen Regisseuren angewendet wurde.

„Lass mich dein Führer sein, Sidi.“ (Hadschi Halef Omar)

Haben sich die Dialogschreiber einen kleinen Scherz erlaubt? 1936 ist die Rede von einem Führer, und einem Christen unter Moslems. Man kann sich seinen Teil denken oder es bleiben lassen. Es ist jedenfalls eine interessante Konstellation, dass ein Deutscher (1936) mit einer fremden Kultur konfrontiert wird, welche ihn allerdings nicht überfordert. Er bleibt seiner Linie treu und erntet damit (auch als Ungläubiger) durchaus Sympathien. Ein mutiger, heldenhafter Typ ist überall gefragt, und erst recht wenn er eine fast überdimensionale Rotzbremse im Gesicht trägt, wie es beim Hauptdarsteller Fred Raupach der Fall ist.

Filmtechnisch gibt es ein paar feine Bilder. In erster Linie denke ich an ein Schattenspiel in einem Palast. So etwas haut - bei mir zumindest - immer positiv rein. Ich mag diese Bilder, die sich am „Caligari-Stil“ orientieren. Ansonsten gibt es nichts Revolutionäres. Ganz im Gegenteil, denn es macht sich in vielen Situationen die Langeweile breit. DURCH DIE WÜSTE ist alles andere als ein fesselnder und begeisternder Ausflug ins Wüstenland. Die Musik hat wenig Wiedererkennungswert und kann die Situationen auch nicht nach vorn „peitschen“. Ein absolutes Gegenstück zu den auditiven Hymnen der Rialto-Werke.

Fazit: Zumindest als Vergleichsobjekt zu den „Rialtos“ und „Atze Brauners“ relativ interessant.

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BeitragVerfasst: 13.09.2016 12:12 
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TETSUO – THE BULLET MAN

Alternativtitel: Tetsuo 3, Tetsuo III
Produktionsland: Japan
Produktion: Shin-Ichi Kawahara, Masayuki Tanishima, Shinya Tsukamoto
Erscheinungsjahr: 2009
Regie: Shinya Tsukamoto
Drehbuch: Shinya Tsukamoto
Kamera: Shinya Tsukamoto
Schnitt: Shinya Tsukamoto
Spezialeffekte: Shinya Tsukamoto
Musik: Chu Ishikawa
Länge: ca. 71 Minuten
Freigabe: FSK Keine Jugendfreigabe
Darsteller: Eric Bossick, Akiko Monô, Yûko Nakamura, Stephen Sarrazin, Tiger Charlie Gerhardt, Prakhar Jain,Shinya Tsukamoto


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Nach dem Tod seines Sohnes mutiert Anthony zu einer Maschine. Er ist der Bullet Man, der sich auf die Suche nach dem Mörder macht, und dabei mit einem dunklen Geheimnis aus seiner Vergangenheit konfrontiert wird.

„Hochgeschätztes Publikum, lassen wir es krachen.“ (Der Mörder)

Superman, Batman, Spiderman, Blindman. Hier in Bochum gibt es gar den Regenmantelmann und den Radlermann. Shin'ya Tsukamoto präsentiert uns - nach dem Iron Man - den Bullet Man. Eine Maschine, die Rache nehmen will. TETSUO – THE BULLET MAN ist (wie kann es anders sein) sehr abgedrehte Kost. Der Clipartige Start lässt (anhand von schnellen Schnittabfolgen) viel Hektik resultieren. Das ist nicht einfach. Ich hatte nach ca. 10 Minuten schon ernsthafte Probleme. Mit der Zeit gewöhnt man sich an diese Hektik, und fühlt sich eigentlich relativ gut aufgehoben. Die Story ist natürlich extrem schräg, die Erklärungen noch schräger.

Fazit: TETSUO – THE BULLET MAN ist auf jeden Fall eine Sichtung wert. Ich bin Kōji Wakamatsu Fan, demnach kann mich abgedrehter Stoff auch nicht aus der Fassung bringen.

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BeitragVerfasst: 17.09.2016 11:11 
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DER LÖWE VON BABYLON

Produktionsland: Deutschland, Spanien
Produktion: Heinz Neubert, Jesús Sáiz
Erscheinungsjahr:
Regie: Johannes Kai, Ramón Torrado
Drehbuch: Ramón Torrado
Kamera: Ricardo Torres
Schnitt: Gaby Peñalba, Claus von Boro
Musik: Ulrich Sommerlatte
Länge: ca. 95 Min.
Freigabe: FSK 6
Darsteller: Helmuth Schneider, Georg Thomalla, Theo Lingen, Fernando Sancho, Rafael Luis Calvo, Mara Cruz, Pilar Cansino, Pedro Giménez, Barta Barri, José Manuel Martín, Xan das Bolas, Francisco Montalvo


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Hadschi Halef Omar und Kara Ben Nemsi kommen einem Beamten auf die Schliche, der sich mit Drogen- und Waffenschmuggel bereichert. Die angeblichen Kinder des Bösewichts, sind in Wirklichkeit die Sprösslinge des Polizeihauptmanns Dosorza. Kara und Hatschi sollen für klare Verhältnisse sorgen. Film ab!

Nachdem ich mir kürzlich den Schnarcher DURCH DIE WÜSTE angetan habe, folgte gestern die Sichtung der sechsten Karl May-Verfilmung, DER LÖWE VON BABYLON. Man merkt, dass wir uns so langsam in Richtung Horst Wendlandt und Atze Brauner bewegen. DER LÖWE VON BABYLON wartet mit vielen bunten Farben auf. Wirklich schön anzusehen. Die Musik hat einen hohen Wiedererkennungswert, und die Charaktere sind nicht so langweilig wie es bei DURCH DIE WÜSTE der Fall ist. Das soll nicht bedeuten, dass mir die Figuren besonders zusagen. Regisseur Johannes Kai hat nämlich einige Situationen parat, die mir auf die Nerven gehen. Anstatt die Spannung zum Höhepunkt zu treiben, setzt der Film vielmehr auf schlechte Scherze. Georg Thomalla (Hadschi Halef Omar) ist dafür absolut prädestiniert. Unterstützung bekommt er von einem noch schlimmeren Theo Lingen als Sir David Lindsay. Kein Wunder das beide Protagonisten später dafür bestraft wurden. Diese Strafe war sehr, sehr hart, denn sie mussten innerhalb der „Lümmel“-Filme mit Uschi Glas zusammenarbeiten.

Aufgrund der deutsch-spanischen Zusammenarbeit treffen wir in „Babylon“ übrigens bekannte IW-Gesichter wie Ángel Álvarez (Barbesitzer, Corbucci-Django), José Riesgo (ABRECHNUNG IN VERACRUZ, SEINE KUGELN PFEIFFEN DAS TODESLIED) sowie Fernando Sancho und Rafael Luis Calvo. Der Hauptakteur, die Heimatfilmikone Helmuth Schneider, macht als Kara Ben Nemsi einen ordentlich Eindruck. Vom draufgängerischen Lex Barker ist er aber noch ganz weit entfernt.

Fazit: DER LÖWE VON BABYLON verfügt durchaus über gute Ansätze. Diese verrennen sich allerdings immer wieder in blöden Scherzen. Nostalgiker können gern reinschauen, alle anderen sollten bei den Wendlandts und Brauners bleiben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 19.09.2016 13:27 
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ZERO TOLERANCE

Produktionsland: Schweden
Produktion: Björn Carlström, Joakim Hansson
Erscheinungsjahr: 1999
Regie: Anders Nilsson
Drehbuch: Jacob Jørgensen
Kamera: Jacob Jørgensen
Schnitt: Darek Hodor
Spezialeffekte: Karl-Johan Fröjd
Musik: Bengt Nilsson
Länge: ca. 104 Min.
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Jakob Eklund, Peter Andersson, Marie Richardson, Hanna Alsterlund, Jacqueline Ramel, Fredrik Dolk, Lennart Hjulström, Stig Torstensson, Erik Ståhlberg, Torkel Petersson, Hans Mosesson, Claudio Salgado


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Nach dem Überfall auf ein Juweliergeschäft, wird ein Passant erschossen. Es gibt drei Augenzeugen, die Leo Gaut als den Mörder identifizieren, doch am Folgetag revidieren sie ihre Angaben. Anstatt Leo Gaut, kommt der Polizist Johan Falk in die Bredouille. Der Mörder hat die Zeugen eingeschüchtert und schreckt auch vor weiteren Schandtaten nicht zurück.

Im Durchschnitt schaue ich mir vier skandinavische Filme pro Jahr an. Umso erfreulicher, dass es sich immer wieder um Volltreffer handelt. Das Nordland hat einfach ein gutes Händchen um mir den Filmabend zu versüßen. ZERO TOLERANCE ist ein gutes Beispiel dafür wie man auf unspektakuläre Weise ein großartiges Gesamtergebnis kreieren kann.

Der Film startet mit einer düsteren Musik, und lässt die Kamera über einen Fluss und die Innenstadt von Solna „fliegen“. Alles ist ruhig und idyllisch, doch für den Polizisten Johan Falk wird sich in dieser Nacht das Leben verändern. Eine Geschichte die dem Zuschauer (mit sehr guten Wendungen) ein spannendes Filmerlebnis beschert.

Die wenigen Actionmomente sind gut und real inszeniert. Eine Autoverfolgungsjagd sorgt für fette Blechschäden, und für einen Mord. Was sich daraus entwickelt, ist ein absolut überzeugender Polizeifilm. Nicht nur im Vergleich zum US-Kino, verzichtet ZERO TOLERANCE auf ein übertriebenes Acting seiner Darsteller. Man kennt und schätzt die Darbietungen der Protagonisten innerhalb von skandinavischen Filmen. Alles wirkt sehr nah an der Basis, sprich am Leben. Das ist eine der großen Stärken, da dem Rezipienten viele Identifikationspersonen geboten werden. Jakob Eklund (Johan Falk, der Gute) und Peter Andersson (Leo Gaut, der Böse) stechen hierbei natürlich besonders hervor. Weiterhin seien Marie Richardson als die eingeschüchterte Zeugin Helén Andersson sowie die charismatische Jacqueline Ramel als die Polizistin Anja Månsdottir lobend erwähnt.

Wie komme ich eigentlich darauf, dass der Film in Solna spielt? Nun, in einer Situation besuchen wir ein Spiel der Eishockeymannschaft Allmänna Idrottsklubben, kurz AIK. Da sollte ein weiteres Kombinieren nicht schwierig sein.

Fazit: Es brodelt im Land der Waräger. Die Skandinavier haben uns wieder einmal gezeigt, dass man mit kleinen Mitteln einen hervorragenden Film schaffen, und den Rezipienten zum Nägelkauen animieren kann.

Geheimtipp.

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