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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 10.10.2010 21:43 
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Wow! Der war mal wirklich klasse. Ungemein spannend, die Darsteller sehr gut und auch der Plot hat mir überaus gefallen. Keine Ahnung ob ich den besser finde als die Stecknadel, aber sie sind beide auf sehr hohem Niveau. Schade das man danach die Giallo/Wallace Produktionen eingestellt hat.


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 19.10.2010 18:29 
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Uh ah,

Das original Filmplakat DinA0 eben auf ebay erworben,
zusammen mit dem Plakat des Films

DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL.

Ohoh, ich werde arm!

TIPP: Fantasticstore bietet fast alle Wallace-Filmplakate und Aushangfotos an!

Oh, ich werde arm! Muss Hunger leiden...
Aber man soll Prioritäten setzen!


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 09.08.2011 21:15 
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Einige Frauen werden bestialisch ermordet und der Täter hinterlässt am Tatort stets ein Amulett in Form eines Halbmonds. Der Mordanschlag auf ein weiteres Mordopfer, Giulia schlägt jedoch fehl. Um sie vor dem Mörder zu schützen, wird Giulia für tot erklärt. Giulia und ihr Mann Mario versuchen den Täter zu finden, dabei stellen sie fest, dass alle Opfer des Mörders, zum gleichen Zeitpunkt in einem Hotel waren. Ein Indiz, das zu einem unbekannten Amerikaner führt.

Das Rätsel des silbernen Halbmonds kam ca. 4 Monate nach Das Geheimnis der grünen Stecknadel in die deutschen Kinos. Auch hier handelt es sich um eine deutsch/ italienische Koproduktion, die vom klassischen Wallace-Schema abwich und eindeutig als Giallo fungierte. Regisseur Umberto Lenzi ist zwar eher mit seinen Poliziescos und Kannibalenfilmen, zu dem ihr gebührenden Ruhm gekommen, allerdings kann man ihm als Regisseur eines Gialli, ebenfalls eine sehr gute Leistung attestieren. Lenzi geht gekonnt vor und es gelingt ihm den Zuschauer bis zur letzten Sekunde in seinen Film einzubinden. Dieses wird durch eine sich stets steigernde Spannung und die ein oder andere härtere Szene verstärkt.

Was Lenzi hätte vermeiden sollen, ist die Besetzung der Rolle von Giulia, denn diese wird von niemand schlimmeren, als Uschi Glas, dem visuellen Alptraum meiner Jugend, gespielt. Ich frage ernsthaft ob es denn nicht möglich war, Edwige Fenech für diese Rolle zu gewinnen. Schließlich ist man es aus einem Giallo gewohnt, erotische Frauen zu sehen. Aber um dieses zu erreichen… da geht Uschi Glas überhaupt nicht. Ohne jegliches Charisma, mit nervender Mimik und hölzernen Handlungsweisen, bewegt sich Frau Glas durch einen guten Film, den sie mit ihrer, unglaublich miesen Präsens zu zerstören versucht. Niemals war das Wort: Fehlbesetzung so angebracht, wie in diesem Fall.

Fazit: Ein spannender und intelligenter Giallo, der mit Edwige Fenech noch wesentlich besser hätte sein können... wenn da bloß nicht Frau Glas gewesen wäre.


8,5/10

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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 09.08.2011 23:36 
Ach, die Frau Glas stört überhaupt nicht, wenn man auch eine scharfe Frau Mell zu sehen kriegt. :)

Meiner Meinung nach einer der absoluten Top Gialli und auch noch ein super stylishes Ding!
Zum Beispiel wenn Antonio Sabato am Flohmarkt Erkundigungen einholt und zwischen den relaxten Hippies mit cooler Sonnenbrille zur chilligen Musik von Riz Ortolani umherwandelt ist das schon verdammt geil.
Antonio Sabato hat in keinem Film besser und cooler ausgesehen.

10 von 10 Punkten

Dies ist einer der 3 Filme, wegen denen ich ein Fan des Giallo Genres geworden bin.


Was würde ich für diesen Soundtrack auf einer schönen CD geben. :schilder_bitte:


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 10.08.2011 17:23 
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Ach die Frau Glaß hat doch nen kultigen lacher! Also ich kenne keine andere Schauspielerin die so herzhaft lachen konnte ;)
Nun gut eine erotischere Hauptdarstellerin hätte diesem Giallo sicher besser gestanden, aber da der Film ja bein uns als Wallace durchgehen musste...
Oder die Glaß hätte sich etwas erotischer anziehen müssen....
Die Komödien mit ihr und Roy Black hab ich als Bub immer gerne gesehen ;) :lol:

Die Szene, die der Italo beschreibt, fand ich auch sehr gelungen!

Ne dumme unverständlich szene war, wo Sabato die Scheibe eingeschmissen hat um die Glaß zu retten , der Mörder aber weit und breit nicht in sicht war..... Was das sollte möchte ich den guten Lenzi echt mal fragen...

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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 10.08.2011 18:39 
reggie wrote:
Ach die Frau Glaß hat doch nen kultigen lacher! Also ich kenne keine andere Schauspielerin die so herzhaft lachen konnte ;)
Nun gut eine erotischere Hauptdarstellerin hätte diesem Giallo sicher besser gestanden, aber da der Film ja bein uns als Wallace durchgehen musste...
Oder die Glaß hätte sich etwas erotischer anziehen müssen....
Die Komödien mit ihr und Roy Black hab ich als Bub immer gerne gesehen ;) :lol:

Die Szene, die der Italo beschreibt, fand ich auch sehr gelungen!

Ne dumme unverständlich szene war, wo Sabato die Scheibe eingeschmissen hat um die Glaß zu retten , der Mörder aber weit und breit nicht in sicht war..... Was das sollte möchte ich den guten Lenzi echt mal fragen...



So sind halt die Italos, nicht immer nachvollziehbar aber trotzdem geil.


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 10.01.2013 15:40 
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Super Film, tolle kamera, toller score vom maestro Riz Ortolani.
Ich mag einfach die Filme vom guten alten Lenzi, nicht sein bester Giallo aber dennoch grossartig und die Darsteller/innen fand ich super, auch Uschi Glass fand ich in den film mal inordnung


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 18.01.2015 18:17 
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Das Rätsel des silbernen Halbmonds (D)
Sette orchidee macchiate di rosso (IT)
Siete orquídeas manchadas de rojo (ES)
Le tueur à l'orchidée (F)
Seven Blood-Stained Orchids (Int.)


D / IT 1972

R: Umberto Lenzi
D: Antonio Sabato, Marisa Mell, Uschi Glas , Pier Paolo Capponi, Rossella Falk, Petra Schürmann, Claudio Gora, Gabriella Giorgelli, Bruno Corazzari, Nello Pazzafini, Marina Malfatti u.a.


dt. Synchronsprecher

Score: Riz Ortolani

OFDb



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Ein unbekannter Frauenmörder treibt in Rom sein blutiges Unwesen und hinterlässt der ermittelnden Polizei an den bisherigen beiden Tatorten als Erkennungszeichen ein Medaillon in Form eines silbernen Halbmonds.
Auch nachdem ein dritter Mordversuch an der frisch verheirateten Giulia (Uschi Glas) scheitert, tappt Inspektor Vismara (Pier Paolo Capponi) mit seiner Ermittlungsarbeit weiterhin im absoluten Dunkeln und verkündet daher der Öffentlichkeit zunächst einmal das Gelingen des erneuten Mordanschlags.

Enttäuscht von der bisherigen Polizeiarbeit nehmen die offiziell für tot erklärte Giulia und ihr frisch-angetrauter Gemahl Mario (Antonio Sabato) die Untersuchungen nach dem unbekannten Täter selbst in die Hand und können auch schon kurz darauf die ersten Ermittlungserfolge vorweisen:
Bereits zwei Jahre zuvor hatte Giulia das hinterlassene Halbmond-Medaillon an einem Schlüsselbund eines amerikanischen Hotelgastes gesehen, wobei sich damals auch noch alle bisherigen Opfer zur gleichen Zeit in diesem Hotel befanden. Nach Abgleich deiner alten Gästeliste stellen die beiden zu ihrem Schrecken fest, dass scheinbar auch noch 3 weitere Damen existieren, die dem wahnsinnigen Killer als potenzielle Opfer dienen könnten. Es beginnt ein mörderischer Wettlauf um das Leben der verbliebenen Damen, in dessen Verlauf es zu einigen unerwarteten Wendungen, aber auch zu weiteren grausamen Bluttaten kommt....


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Dieser recht spannend inszenierte Giallo von Maestro Lenzi stellt gleichzeitig den letzten Teil der dt. Edgar-Wallace Filmreihe dar. "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" gehört neben Das Gesicht im Dunkeln und Das Geheimnis der grünen Stecknadel zu den 3 mit den Italienern co-produzierten Teilen der Reihe, die in Italien als reguläre Gialli und in unseren Breitengraden (mit kleineren Fassungsänderungen) in der EW Reihe vermarktet wurden.

Hatte mir gestern mal wieder die (ungeschnittene) engl. Langfassung m. UTs angeschaut, die im Vergleich zur dt. Kinofassung neben längeren Einstellungen der Gewaltszenen auch noch so einige fehlende Handlungsszenen vorzuweisen hat und somit im Gesamten viel runder wirkt.

Der dramaturgische Spannungsaufbau dieser gut durchdachten Geschichte ist Herrn Lenzi tadellos gelungen, da der Filmverlauf zu fesseln weiß. Darüberhinaus verbreitet der Film eine sehr angenehme Wohlfühlatmosphäre und wartet mit sehr schönen Bildern auf.

Aufgrund des stellenweise sehr überzogen- und etwas künstlich-wirkenden Schauspiels einiger Hauptprotagonisten (insbesondere Frau Glas), hinkt dieser Wallace-Giallo seinem Vorgänger etwas hinter her, da die "Stecknadel" ganz klar mit den besseren Schauspielern aufwartete.
An den Auftritt von Gesichtscreme-Uschi kann ich mich bis heute nicht richtig gewöhnen und freue mich immer, wenn endlich Frau Mell (in diesem Glücksfall sogar in einer Doppelrolle) die Filmbühne betritt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die beiden Damen in keiner einzigen Szene persönlich aufeinander treffen, da die Uschi in einem Direktvergleich bestimmt maßlos abgestunken hätte.... :D

Der Score von Riz Ortolani geht gut ins Ohr, wobei eine der Hauptkompositionen die Titelmelodie von Così Dolce... Così Perversa dar stellt.



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dt. Trailer:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com


it. Trailer:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com


Vorspann:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com



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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 18.01.2015 19:04 
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Oh ja, "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" ist für mich mit Abstand der interessanteste Wallace und darüber hinaus auch einer meiner persönlichen Lieblingsfilme. Deine Beurteilung erinnert mich daran, dass meine angefangene Besprechung hier schon ewig auf Halde gammelt.
Ich sollte mal mit diesem angefangenen Roman weiter machen. :lol:

Was die Besetzung angeht, so stimme ich dir beim Vergleich zu "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" nicht unbedingt zu, hier würde ich sie nicht schlechter nennen, sondern eher unkonventionell für deutsche Verhältnisse, und mehr abgestimmt auf den italienischen Markt. Lediglich Uschi Glas bahnt einen wirklichen Wallace-Bezug an, Petra Schürmann und Marisa Mell mit jeweils nur einem vorher gegangenen Auftritt schaffen das nur bedingt, wenngleich es natürlich sehr erfreulich ist, sie hier wieder zu sehen.

Uschi Glas ist so ein Thema. Ich bin sicherlich alles andere als einer ihrer Fans, und wenn ich nur bei den Wallace-Verfilmungen bleibe, lieferte sie tatsächlich hauptsächlich Grauenhaftes, aber hier muss ich schon sagen, dass sie mich mit ihrer beinahe erwachsen wirkenden Leistung von Anfang an nicht nur überrascht, sondern auch überzeugt hat. Am Ende der Reihe war sie wenigstens in der Reihe angekommen, das fabriziert bei mir einen versöhnlichen Blick. Man darf nicht vergessen, dass sie für die deutsche Version der einzige wirkliche Star der Produktion war, in Italien war es bei den Damen natürlich Marisa Mell, die allerdings auch nur drei Drehtage hatte, aber dem Vernehmen nach ein Mehrfaches an Gage wie Uschi Glas bekam.


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 18.01.2015 20:15 
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Prisma wrote:
Was die Besetzung angeht, so stimme ich dir beim Vergleich zu "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" nicht unbedingt zu, hier würde ich sie nicht schlechter nennen, sondern eher unkonventionell für deutsche Verhältnisse, und mehr abgestimmt auf den italienischen Markt. Lediglich Uschi Glas bahnt einen wirklichen Wallace-Bezug an, Petra Schürmann und Marisa Mell mit jeweils nur einem vorher gegangenen Auftritt schaffen das nur bedingt, wenngleich es natürlich sehr erfreulich ist, sie hier wieder zu sehen.

Uschi Glas ist so ein Thema. Ich bin sicherlich alles andere als einer ihrer Fans, und wenn ich nur bei den Wallace-Verfilmungen bleibe, lieferte sie tatsächlich hauptsächlich Grauenhaftes, aber hier muss ich schon sagen, dass sie mich mit ihrer beinahe erwachsen wirkenden Leistung von Anfang an nicht nur überrascht, sondern auch überzeugt hat. Am Ende der Reihe war sie wenigstens in der Reihe angekommen, das fabriziert bei mir einen versöhnlichen Blick.


"Schlechter" war freilich etwas zu hart formuliert, aber ich empfinde das Schauspiel von Sabato und Glas ein wenig "too much" im "Direkt-"Vergleich zu der etwas gesetzteren Spielart des Ensembles der "Stecknadel". Ansonsten geht das Gesehene schon in Ordnung.

Bei den Wallace-Gialli habe ich immer das Problem, dass ich diese 3 Teile mit dem italienischen Auge betrachte. Kann mich nicht daran erinnern, diese Filme damals im Rahmen der Reihe gesehen zu haben. Meine Filmpremieren fanden dann schon mit dem entsprechenden Hintergrundwissen und somit in der Giallo-Wahrnehmung statt und aus diesem Blickwinkel mutet mir die Uschi weiterhin etwas seltsam an.... ;) ...aber grundsätzlich schlägt sie sich in diesem Film für ihre Verhältnisse recht gut.


Da auch noch ein kleiner Überschuss an Bildern vorliegt, folgt hier der 2. Teil zu "die vielen Gesichter der Marisa":

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:)


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 18.01.2015 20:22 
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Richie Pistilli wrote:
Da auch noch ein kleiner Überschuss an Bildern vorliegt, folgt hier der 2. Teil zu "die vielen Gesichter der Marisa":

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Ah, sehr schön. Mit dieser Reihe solltest du aber unbedingt weiter machen!
Überhaupt hast Du ein gutes Händchen & Timing bei deinen Screenshots, ich meine generell.
Bei den MM-Bilderrn fällt mir aber gerade auf, dass für meinen Beitrag jetzt gar nicht mehr so viel übrig bleibt. :lol:


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 18.01.2015 20:34 
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Richie Pistilli wrote:
Bei den Wallace-Gialli habe ich immer das Problem, dass ich diese 3 Teile mit dem italienischen Auge betrachte.

Bei mir ist es genau anders herum. Ich habe diese Filme alle als Kind gesehen und das natürlich im Rahmen der Edgar-Wallace-Reihe. Den Begriff Giallo habe ich erst viele Jahre später kennen gelernt, daher zählen die italienischen Co-Produktionen für mich auch unbedingt zur Reihe und tragen das Prädikat echt auch ohne jeden Zweifel zurecht. Ich trenne daher nicht zwischen Wallace und Giallo, muss ja auch nicht sein. Ein Film kann mit dem Gütesiegel Wallace genau so gut sein, wie mit der Umschreibung Giallo. Viele trennen da ja rigoros und in konservativen Wallace-Fankreisen gilt "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" ja als einer der schlechtesten Beiträge, wobei er als Giallo gewisse Zugeständnisse bekommt.


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 18.01.2015 21:41 
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Prisma wrote:
Ich trenne daher nicht zwischen Wallace und Giallo, muss ja auch nicht sein. Ein Film kann mit dem Gütesiegel Wallace genau so gut sein, wie mit der Umschreibung Giallo. Viele trennen da ja rigoros und in konservativen Wallace-Fankreisen gilt "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" ja als einer der schlechtesten Beiträge, wobei er als Giallo gewisse Zugeständnisse bekommt.


Objektiv besteht bei mir auch keine Trennung, wobei ich für mich persönlich die Wallace Reihe folgendermaßen einordne:

* Teile die ich bereits in Kindheit / Jugend im TV sah
* die 3 Gialli, durch die ich wieder auf die Reihe aufmerksam wurde und mich daraufhin intensiver mit dieser beschäftigte
* die restlichen Teile, die ich dann erstmals auf DVD sehen durfte

Objektiv kann ich das Ganze mittlerweile aber auch rückblickend als eine komplette Reihe ansehen ;)


Prisma wrote:
Ah, sehr schön. Mit dieser Reihe solltest du aber unbedingt weiter machen!
Überhaupt hast Du ein gutes Händchen & Timing bei deinen Screenshots, ich meine generell.
Bei den MM-Bilderrn fällt mir aber gerade auf, dass für meinen Beitrag jetzt gar nicht mehr so viel übrig bleibt. :lol:


Danke für die Blumen... fällt je nach Tagesform und Zeit mal etwas schlechter oder besser aus ;) Im letzten Monat hat sich filmmäßig so einiges angestaut und daher dürfte in der kommenden Woche endlich mal wieder "Nackt über Leichen" als nä. MM Film über den Bildschirm flimmern. Mal schauen was der Film so an Bildern abwirft ;)

Und Sorry, wollte eigentlich nicht alle Bildstrecken der Mell aus dem Film plündern :oops: Hoffe mal, dass noch etwas zum screenen übrig geblieben ist.... :boys_0222:


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 18.01.2015 21:58 
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Richie Pistilli wrote:
Und Sorry, wollte eigentlich nicht alle Bildstrecken der Mell aus dem Film plündern :oops: Hoffe mal, dass noch etwas zum screenen übrig geblieben ist.... :boys_0222:

Selbst bei den wenigen Szenen wird schon noch etwas dabei sein, ich verwende in der Regel ja nur vier Bilder und die können ja nicht alle nur von ihr sein. :mrgreen:
Nur weiter so!!!

Mein erster der drei Wallace-Filme mit italienischem Einfluss war damals "Das Geheimnis der grünen Stecknadel", ich erinnere mich aber daran, dass ich den nicht zu Ende schauen durfte, wegen der - für Kinderaugen - zu expliziten Szenen. Ich wurde dann ins Bett geschickt. :lol:
"Das Gesicht im Dunkeln" war mein zweiter, der wurde mir für den nächsten Tag aufgezeichnet. Meinem Vater sagte ich dann nach der Ansicht, dass der wieder überspielt werden kann. Der hatte mir in Anlehnung an die anderen Farbfilme überhaupt nicht gefallen. Und der "Halbmond" kam ziemlich zum Schluss. Da weiß ich noch, dass ich Marisa Mell, die ich zu diesem Zeitpunkt nur aus "Das Rätsel der roten Orchidee" kannte, nicht erkannt hatte. Das dürfte mir heute wohl nicht mehr passieren! :lol:
Heute mag ich diese drei quasi als Wallace-Prosa sehr gerne, mitunter am liebsten.


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 19.01.2015 10:36 
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Für meine Wallace-Premiere war damals "Der Frosch mit der Maske" verantwortlich.
Kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass dieser im Rahmen des ZDF als einer von drei Sommerwunschfilmen gelaufen ist. Weiß auch noch, dass ich die ganze Woche über ganz aufgeregt war und tatsächlich: Samstags wurde der Frosch vom Publikum als Wunschfilm gewählt und ich war von dem Film völligst beeindruckt.


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 19.01.2015 20:12 
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Meine Premiere war "Der Mönch mit der Peitsche", den ich ja heute nicht mehr so berauschend finde, und überhaupt hatte ich einen kompletten Farbfilm-Einstieg, damals auf Sat1. Die S/W-Filme habe ich dann auf Band gesehen, die hatte mein Vater aufgezeichnet, aber kaum einen der Farbfilme. Offensichtlich hatten die ihm nicht besonders gefallen.


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 19.01.2015 20:18 
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Ich hab die damals alle gesehen als die mal auf Kabel 1 gelaufen sind, kann mich aber nimmer erinnern welchen ich von den Frühen am besten fand. Was ich weiß das ich damals (auch heute noch) das Geheimniss der Grünen stecknadel total abgefeiert hab. Fand ich damals total bedrückend als das Mädel da abgetrieben hat....
Ja und der mit der Schlinge oder Halstuch, der war auch cool...

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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 19.01.2015 23:15 
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Ich glaube, das hieß damals noch Kabelkanal. ;)
Da habe ich dann die Filme gesehen, die ich vorher nicht sehen durfte, das waren "Das Geheimnis der grünen Stecknadel", "Im Banne des Unheimlichen" und "Das Rätsel des silbernen Halbmonds". Meine abschließenden Filme waren übrigens "Der Fluch der gelben Schlange" und "Der Gorilla von Soho", ich weiß noch wie aufgeregt ich war, als ich aus dem ein paar Szenen bei "Otto - Die Serie" gesehen hatte. :lol:


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 17.06.2015 18:36 
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Antonio Sabato   Uschi Glas   Marisa Mell   in

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DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS / SETTE ORCHIDEE MACCHIATE DI ROSSO / SEVEN BLOOD-STAINED ORCHIDS (D|I|1971)
mit Petra Schürmann, Ella Falk, Marina Malfatti, Renato Romano, Claudio Gora, Gabriella Giorgelli, Franco Fantasia, Bruno Corazzari und Pier Paolo Capponi
eine Co-Produktion der Rialto Film Preben Philipsen | Flora Film | National Cinematografica | im Constantin Filmverleih
ein Film von Umberto Lenzi


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»Vielleicht bist du es gewesen!«


Ein rätselhafter Mord erschüttert Rom. Eine junge Prostituierte (Gabriella Giorgelli) wird auf einem Parkplatz brutal ermordet, und am Tatort findet die Polizei in ihrer Hand das Medaillon eines silbernen Halbmonds. Zum Täter gibt es keine Hinweise. Kurz darauf geschehen weitere entsetzliche Morde an Frauen, und jedes Mal hinterlässt der Killer sein Markenzeichen. Welche Verbindung besteht zwischen den Ermordeten? Als auch Giulia (Uschi Glas) während ihrer Hochzeitsreise von dem Täter überfallen wird, tappt die Polizei vollkommen im Dunkeln da sich kein Zusammenhang herleiten lässt. Mario (Antonio Sabato), der Mann von Giulia, versucht dem Täter auf eigene Faust auf die Schliche zu kommen und kann nach kurzer Zeit bereits einige Zusammenhänge aufdecken, doch der Mörder ist gewarnt und attackiert auch Mario...

Eine Reihe von leichten Damen wartet auf einem Parkplatz auf gute Gelegenheiten, die Finanzen merklich aufzubessern, und plötzlich fährt eine schwarze Mercedes-Limousine vor, in die das erste Opfer des Halbmond-Mörders einsteigt. Unter einer Brücke soll das Geschäft stattfinden, und noch bevor sich die nichtsahnende Marcella vollkommen entblößen kann, gibt es ein böses Erwachen, beziehungsweise gar keins mehr. »Na, gefalle ich dir nicht?«, fragt sie ihren Kunden erwartungsvoll, doch dieser hat alles andere als sein Vergnügen im Sinn. Er massakriert sie mit einer Machete und lässt sein Markenzeichen, den silbernen Halbmond zurück. Bereits in den ersten Szenen präsentiert Regisseur Umberto Lenzi seinen Film in sehr eindeutigen, beziehungsweise prosaischen Bildern und setzt dabei auf konsternierende Erlebnisse. Da die Constantin Film diesen Beitrag unter dem Edgar-Wallace-Banner vermarktete, waren es der Schocks wohl doch ein bisschen zu viel für die empfindlichen Gemüter zahlreicher treuer Fans der Serie, so dass sich der Film, zumindest in der Bundesrepublik, keines großen Zuspruches erfreuen durfte. Das Konzept des Beitrags bietet mehrere Vorteile in einem. Der Zuschauer bekommt einen packenden Thriller geboten, darüber hinaus einen hervorragenden Giallo, außerdem handelt es sich um einen spannenden, mit neuen Impulsen angereicherten Überraschungscoup innerhalb der langjährigen Wallace-Reihe. Nimmt man "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" als Giallo, so fährt man vermutlich am besten mit dieser beklemmenden Angelegenheit. Umberto Lenzi legt den Fokus auf eine größtenteils unmissverständlich wirkende Bildsprache, die Geschichte an sich wirkt lange nicht so weit hergeholt wie in vergleichbaren Produktionen, auch der Aufbau ist sehr gut strukturiert und durchdacht worden, so dass Komponenten wie Spannung, Tempo und sogar Tragik deutliche Konturen liefern.



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Das Prinzip des Serienmordes garantiert eine lange, im Dunkeln liegende Geschichte mit tiefen Abgründen und ein regelrechtes Mitfiebern mit den Haupt- und Nebenpersonen, nach deren Leben ein Unbekannter trachtet. Die üppige Besetzungsliste und die recht ausgefeilte Dramaturgie liefern genügend Tatverdächtige, auch dass der Mörder hier offensichtlich keine unnötige Zeit verliert, vermittelt ein ganz klassisches Zeitdiktat. Lenzis Spielfilm hat im Gegensatz zu den im gleichen Jahr entstandenen "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" insbesondere im Rahmen der Crew kaum mehr Züge der obligatorischen, deutschen Herangehensweise zu bieten, was diesen Beitrag nicht nur zusätzlich von seinem Konkurrenten trennt, sondern ihn auch im Sinne der kriminalistischen Herangehensweise alternativ dastehen lässt, weil der Gerechtigkeit im Grunde genommen nicht Genüge getan wird. Dieser Spritzer Tragik tut dem Verlauf sehr gut und unterstreicht den Eindruck, dass man es mit sehr interessanten Charakteren zu tun hat, wobei man von einem Brillantschliff zugegebenermaßen weit entfernt ist. Das Prinzip, einen privaten Ermittler zu integrieren, erweist sich stets als gerne genommene Variante, da es sich in der Regel um einen der Sympathieträger der jeweiligen Produktion handelt, und diese Personen dem Zuschauer meistens näher sind, als sachlich und steril agierende Urgesteine der Polizei, deren Rolle auch hier zugunsten der Protagonisten untergeordnet wurde. Der Polizeiapparat und ganz Rom steht vor einem Rätsel, Anhaltspunkte werden mühsam wie in einem Puzzlespiel zusammengetragen, bis sich erste Erkenntnisse manifestieren. Jedoch wird diese verstreichende Zeit ihre Opfer fordern und die Mordszenen wurden spektakulär, und reichlich brutal in Szene gesetzt. Serienmord bedeutet nicht gleichzeitig, dass es sich immer um die selbe Vorgehensweise handeln muss, nur der silberne Halbmond wird als Markenzeichen hinterlassen um eine Kausalität zu demonstrieren.

Das Ziel ist der Tod, jedoch beinhaltet der Weg dort hin eine, für den Mörder wichtige Kleinigkeit. Er will seine Opfer vorher quälen, er möchte, dass sie vorher mit ihm konfrontiert werden. Der Halbmondmörder will die Todesangst sehen um im Rahmen der Rache Genugtuung verspüren zu können. In diesem Zusammenhang sind die sehr nüchtern, und nicht minder atmosphärischen Ermordungsszenen zu erwähnen und natürlich die beteiligten Schauspielerinnen. Umberto Lenzi beweist hierbei eine gute Dosierung im Spektrum der Vorgehensweise. Manche Morde werden nahezu exemplarisch auf einem Silbertablett serviert, gepfeffert mit einigen Gewaltspitzen und brutalen Details. Auf der anderen Seite sieht man bestimmte Tathergänge nicht, so dass sie sich in der Fantasie abzuspielen haben, was unter Umständen noch viel intensivere Blüten treiben wird. Die Chronologie des Todes eröffnet die Prostituierte Marcella, gespielt von der überaus attraktiven Gabriella Giorgelli, die ein ziemlich erbarmungsloses Ende finden wird. Die Tatsache, dass sie wenig später als einfaches Mädchen mit gutem Herzen charakterisiert wird, erzeugt Mitleid, außerdem entsteht eine globale Fassungslosigkeit wenn sich am Ende herausstellt, wer sein bitteres Ende überhaupt nicht verdient hatte. Kathy Adams, ein Party Girl, versehen mit dem passenden Gesicht von Marina Malfatti, wird genau wie die psychisch labile Elena Marchi, alias Rossella Falk, vor ihrem Tod gequält, die Mordmethoden sind eigentlich wahllos und daher stets unterschiedlich. Zwischendurch bekommt der Zuschauer eine rasant geschnittene Messer-Attacke auf Uschi Glas zu sehen, jedoch sind die Szenen von Petra Schürmann und Marisa Mell in diesem Zusammenhang die eindringlichsten geworden. Der Mord an Concetta di Rosa geschieht im Off-Screen, wirkt aber umso bestürzender aufgrund des Settings Kirche und Beichtstuhl, wenn man bedenkt, wie sich das Ganze wohl abgespielt haben muss. Maria Sartori hingegen muss genau wie der Zuschauer eine barbarische Bekanntschaft mit einer Bohrmaschine machen, und diese Aktion wird sich am nachhaltigsten in die Erinnerung einbrennen.



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Ein Frauenmörder wählt sich also seine Opfer anscheinend völlig zusammenhanglos aus, sie kannten sich nicht, sie hatten eigentlich nichts gemeinsam, doch der Schlüssel zur Lösung wird dem unfreiwilligen Ermittler-Duo Antonio Sabato und Uschi Glas zugespielt. Erneut steht die Polizei ziemlich hilflos im Gesamtgeschehen da, es geschehen tödliche Fehler, wohlgemerkt für die anderen, aber auch die Dramaturgie offeriert in dieser Richtung ein paar kleinere Ungereimtheiten. Geschenkt, kann man sich sagen, da sich der Film durchaus bemüht, einen realen, greifbaren Transfer herzustellen, denn Mörder, Opfer und Polizisten sind ja sozusagen auch nur Menschen. Die Rollenverteilungen wirken insgesamt strikt voneinander abgegrenzt und sind - wenn man so sagen darf - recht italienisch, angesichts des Aufbaus von männlich-weiblichen Konstellationen und der Unterteilung in Haupt- und Nebenrollen. Die meist kurzen Auftritte von vielen Schauspielern garantieren einen sehr flexiblen Erzählfluss, es entsteht der Eindruck, dass ständig etwas Neues passiert, auch wenn man den roten Faden der Geschichte stets vor Augen hat. "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" liefert insgesamt ein hervorragendes Gesamtbild, vor allem im stilistischen Sinne. Die aufmerksame Kamera wird in Verbindung mit der präzisen Montage zum Volltreffer und ist hauptsächlich an Prosa interessiert, verliert dabei allerdings auch nicht den Sinn für die Schönheit. Vor allem die bemerkenswerte musikalische Unterstützung von Riz Ortolani wird hierbei zum klassischen Verstärker und man bekommt ein sehr rundes, in sich abgeschlossenes Gesamtpaket geboten, dessen klarer Aufbau immer wieder überzeugend wirkt. Genau betrachtet, handelt es sich bei Lenzis Film um einen eher konservativen Giallo, aber auf der anderen Seite um einen progressiven Wallace, so dass man ihn - um allen Seiten gerecht zu werden - vielleicht Wiallo nennen kann.

Last but not least sind die Personen zu nennen, die hier ebenfalls wichtige Überzeugungsarbeit leisten. Antonio Sabato als Modezeichner Mario macht einen hervorragenden Eindruck. Sein junges Glück wird direkt von schwarzen Handschuhen bedroht, die Macheten, Messer, Telefonkabel oder Bohrmaschinen auswählen, um die Opfer damit zu beseitigen. Sabato wirkt souverän und agil und es besteht eigentlich kein Zweifel, dass er den Wettlauf gegen die Zeit nicht gewinnen könnte. Neben ihm sieht man eine Uschi Glas, die glücklicherweise in die Reihe hineinwachsen konnte und somit eine reife Leistung offeriert. Im Sinne einer italienischen Frauenrolle wirkt sie vielleicht etwas zu bourgeois, weiß aber insgesamt zu überzeugen, wenn nicht sogar zu gefallen. Viele Gegenspielerinnen im Sinne von Ausstrahlung und Exposition können ihr dennoch das Wasser nicht abgraben. Marisa Mells Auftritt ist kurz gehalten worden, aber aufgrund der Anlegung und Bedeutung ein wichtiges Puzzlestück für die Story, außerdem präsentiert sie einen regelrechten Rundumschlag aus ihrem ausgiebigen Repertoire. Pier Paolo Capponi als Inspektor zeichnet eine sehr überzeugende Variante des strebsamen Polizisten, dem man ansieht, dass ihn die Arbeit über all die Jahre desillusioniert hat, und dem trotz aller Planung und Organisation manchmal Fehler unterlaufen können. Die kurzen bis ultrakurzen Auftritte von beispielsweise Petra Schürmann, Claudio Gora, Renato Romano, Marina Malfatti oder Gabriella Giorgelli bescheren Wiedersehensfreude und Präzision. Insgesamt bietet "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" alle schmackhaften Zutaten, die ein überzeugender, kurzweiliger und packender Film braucht. Die Tatsache, dass sich alles, aber wirklich alles nur um eine Kettenreaktion tödlicher Irrtümer handelt, kann letztlich sogar etwas nachdenklich zurück lassen. Lange Rede, kurzer Sinn: Mein absoluter Lieblingsfilm!


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 17.06.2015 18:40 
Prisma wrote:
Lange Rede, kurzer Sinn: Mein absoluter Lieblingsfilm![/align]



Da pflichte ich bei!
Es gibt nichts cooleres als Antonio Sabato mit Sonnenbrille in Rom auf dem Markt, zwischen all den Hippies.


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 18.06.2015 09:09 
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Darf auch gerne auf Blu kommen, ungekürzt. ;)


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 19.07.2018 22:56 
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Ein ganzer Thread so voll von (teils überschwänglichen) Lobpreisungen, aber jede Serie muss einmal enden...
Ich war nicht gar so begeistert von dem Film, würde ihn eher als Durchschnittsgiallo sehen.
Die teilweise noble Ausstattung erfreut zwar das Auge, die Besetzung überzeugt durchaus (bis auf Uschi Glas, bei der es eher so wirkt als wäre sie Lenzi als Hauptdarstellerin aufgezwungen worden, von Wendlandt).
Damit ist schon viel gewonnen, darüber hinaus legt sich so manche Melodie des Scores von Riz Ortolani auch noch angenehm im Gehörgang fest.
Aber eigentlich ist die Musik schon wieder zu gut für den Film, denn die ist teilweise wirklich erstklassig, was ich vom Film an sich leider in keinster Weise behaupten kann.
Sogar für damalige Verhältnisse wirkt er manchmal noch recht bieder (was natürlich an den Kürzungen liegen kann) und Spannung aufzubauen ist auch nicht gerade eine Stärke.
Alles in allem aber solide, gediegene Krimi-Kost.
Wahrscheinlich im Rahmen der Edgar-Wallace-Reihe immer noch eines der krassesten Beispiele, das mich persönlich aber nicht vom Hocker reißt.
Auch ohne den Wallace-Rahmen betrachtet, ist es m.E. eines der schwächeren Exemplare des Giallo dieser Zeit.
6/10


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 20.07.2018 05:25 
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Sbirro Di Ferro wrote:
Ein ganzer Thread so voll von (teils überschwänglichen) Lobpreisungen, aber jede Serie muss einmal enden...
Ich war nicht gar so begeistert von dem Film, würde ihn eher als Durchschnittsgiallo sehen.
Die teilweise noble Ausstattung erfreut zwar das Auge, die Besetzung überzeugt durchaus (bis auf Uschi Glas, bei der es eher so wirkt als wäre sie Lenzi als Hauptdarstellerin aufgezwungen worden, von Wendlandt).
Damit ist schon viel gewonnen, darüber hinaus legt sich so manche Melodie des Scores von Riz Ortolani auch noch angenehm im Gehörgang fest.
Aber eigentlich ist die Musik schon wieder zu gut für den Film, denn die ist teilweise wirklich erstklassig, was ich vom Film an sich leider in keinster Weise behaupten kann.
Sogar für damalige Verhältnisse wirkt er manchmal noch recht bieder (was natürlich an den Kürzungen liegen kann) und Spannung aufzubauen ist auch nicht gerade eine Stärke.
Alles in allem aber solide, gediegene Krimi-Kost.
Wahrscheinlich im Rahmen der Edgar-Wallace-Reihe immer noch eines der krassesten Beispiele, das mich persönlich aber nicht vom Hocker reißt.
Auch ohne den Wallace-Rahmen betrachtet, ist es m.E. eines der schwächeren Exemplare des Giallo dieser Zeit.
6/10



Falls Du die deutsche Kinofassung gesehen hast, kann ich dein Urteil durchaus nachvollziehen. Da wurde einige meiner absoluten Lieblingsszenen fast komplett rausgeschnitten.
Mein absoluter Lieblings Wallace Giallo, der in der Langfassung schon mit einer wunderbar antosphärischen Titelsequenz beginnt, die in Deutschland einfach durch ein Standbild ersetzt wurde.


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 20.07.2018 09:03 
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Sbirro Di Ferro wrote:
Ein ganzer Thread so voll von (teils überschwänglichen) Lobpreisungen, aber jede Serie muss einmal enden...

Das tut dem Gesetz der Serie keinen wirklichen Abbruch. :mrgreen:


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 20.07.2018 09:16 
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Gibt es denn irgendwo die längere internationale Fassung zu erwerben? Man kann ja nicht von "gekürzt" sprechen, da die eine (deutsche) Schnittfassung ja von der Länge und der Art des Schnitts in die Eggar-Wallace-Reihe passen musste und der Film in Italien ja nicht als Wallace-Film, sondern als waschechter Giallo verkauft wurde.


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 20.07.2018 09:23 
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dr.freudenstein wrote:
Gibt es denn irgendwo die längere internationale Fassung zu erwerben?

Die englische Langfassung des Films ist als Bonus auf der DVD in der Wallace-Edition 8 zu finden.


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 20.07.2018 11:08 
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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 20.07.2018 12:08 
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Prisma wrote:
dr.freudenstein wrote:
Gibt es denn irgendwo die längere internationale Fassung zu erwerben?

Die englische Langfassung des Films ist als Bonus auf der DVD in der Wallace-Edition 8 zu finden.


Echt??!!? Die Scheibe habe ich. Dass dort auch die längere Fassung enthalten ist, habe ich noch nicht einmal bemerkt!!! :o :D


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 20.07.2018 12:15 
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dr.freudenstein wrote:
Dass dort auch die längere Fassung enthalten ist, habe ich noch nicht einmal bemerkt!!! :o :D

Manchmal ist es eben einfacher, als man denkt! :mrgreen:
Die Sprachfassung gibt es als extra Menüpunkt.


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 Post subject: Re: DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS - Umberto Lenzi
PostPosted: 20.07.2018 16:43 
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Ryan wrote:
Sbirro Di Ferro wrote:
Ein ganzer Thread so voll von (teils überschwänglichen) Lobpreisungen, aber jede Serie muss einmal enden...
Ich war nicht gar so begeistert von dem Film, würde ihn eher als Durchschnittsgiallo sehen.
Die teilweise noble Ausstattung erfreut zwar das Auge, die Besetzung überzeugt durchaus (bis auf Uschi Glas, bei der es eher so wirkt als wäre sie Lenzi als Hauptdarstellerin aufgezwungen worden, von Wendlandt).
Damit ist schon viel gewonnen, darüber hinaus legt sich so manche Melodie des Scores von Riz Ortolani auch noch angenehm im Gehörgang fest.
Aber eigentlich ist die Musik schon wieder zu gut für den Film, denn die ist teilweise wirklich erstklassig, was ich vom Film an sich leider in keinster Weise behaupten kann.
Sogar für damalige Verhältnisse wirkt er manchmal noch recht bieder (was natürlich an den Kürzungen liegen kann) und Spannung aufzubauen ist auch nicht gerade eine Stärke.
Alles in allem aber solide, gediegene Krimi-Kost.
Wahrscheinlich im Rahmen der Edgar-Wallace-Reihe immer noch eines der krassesten Beispiele, das mich persönlich aber nicht vom Hocker reißt.
Auch ohne den Wallace-Rahmen betrachtet, ist es m.E. eines der schwächeren Exemplare des Giallo dieser Zeit.
6/10



Falls Du die deutsche Kinofassung gesehen hast, kann ich dein Urteil durchaus nachvollziehen. Da wurde einige meiner absoluten Lieblingsszenen fast komplett rausgeschnitten.
Mein absoluter Lieblings Wallace Giallo, der in der Langfassung schon mit einer wunderbar antosphärischen Titelsequenz beginnt, die in Deutschland einfach durch ein Standbild ersetzt wurde.

Ja, so war es auch.
War die Ausstrahlung gestern auf ORF 3.


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