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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 24.10.2013 01:10 
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Wirklich sehr schöne Rezension, bravo!

TRAXX wrote:
(Mal abgesehen davon, dass auch du das böse Doppel-L-Wort benutzt... ;) )


:lol:

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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 24.10.2013 21:13 
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Der New York Ripper wrote:
Das lässt sich bei Giallo Filmen kaum vermeiden :D

Sehr gut gekontert, aber.. Gerade bei denen sollte man es vermeiden! ;)

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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 24.10.2013 22:28 
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TRAXX wrote:
Der New York Ripper wrote:
Das lässt sich bei Giallo Filmen kaum vermeiden :D

Sehr gut gekontert, aber.. Gerade bei denen sollte man es vermeiden! ;)


Meinst Du Leben, Lieben... ?


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 24.10.2013 22:39 
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trady wrote:
TRAXX wrote:
Der New York Ripper wrote:
Das lässt sich bei Giallo Filmen kaum vermeiden :D

Sehr gut gekontert, aber.. Gerade bei denen sollte man es vermeiden! ;)


Meinst Du Leben, Lieben... ?

Nee... "Logik-Loch" ... :mist: :krank3:

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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 13.02.2014 11:50 
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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 13.02.2014 15:02 
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Bluntwolf wrote:
http://www.nischenkino.de/der-schoene-koerper-der-deborah/

Wußte nie so richtig was ich von Johnnie Walker halten soll ...
Aber genau,der Kerl ist ein Fluchthelfer :lol:
Klasse Erkenntnis,Bluntwolf ;)


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 23.02.2014 18:24 
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Toller Früh-Giallo mit einer bezaubernden Carroll Baker und überraschenden Wendungen. Pistilli wie so oft in einer Schurkenrolle, die ihm aber auch gut zu Gesicht steht. George Hilton als mysteriöser Nachbar, auch keine Besetzung die man auf den ersten Blick erwartet. Ist aber herrlich in der Rolle anzusehen. Nur Ida Galli agiert recht farblos, hat dafür aber auch nicht viel Screentime.

Bis dato kannte ich nur in die Brunnemannsche Kinofassung, die Tage hab ich auch mal die sehr viel später entstandene DDR-Sychro gesehen. Mit dieser wirkt der Film in der dt. Fassung noch etwas runder als der bekannte BRD-Synchro. Die ist auch sehr gelungen (grade für Brunnemann-Verhältnisse, der mit Rainer Brandt viele Blödelsynchronisationen auf dem Kerbholz hat), aber gewisse Formulierungen konnten die sich hier auch nicht verkneifen, so z.B. nach der erster Begegnung mit Hilton kommt aus dem Munde von Jean Sorel ein nachgeschobenes "Chefkomiker oder was?" - im Original sagt er nichts. Kleinigkeiten, die bei der soliden Synchro dann trotzdem negativ hervorstechen.


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 23.02.2014 19:03 
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Ach, woher haste denn die DDR-Synchro?

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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 23.02.2014 20:16 
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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 23.02.2014 20:24 
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Es soll ja auch Label geben, die sich bemühen genau so etwas auch auf eine DVD-VÖ mit draufzunehmen. Manche auch nicht.


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 24.02.2014 00:27 
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Edition Tonfilm und Mühe? :lol:


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 16.11.2015 18:47 
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Ich habe mir den Film gestern noch mal in Erinnerung gerufen und muss gestehen, dass er so ca. eine Stunde lang doch ziemlich auf Sparflamme kocht. Sicher, man sieht sich gerne mal schöne Menschen in schönen Kulissen an - sonst wäre man wahrscheinlich auch kein GialloAficionado. Aber spannend ist der vorrangig auf Bettgerangel und 'mysteriöse' Andeutungen ausgelegte erste Teil des Films - wobei hier und da auch mal ein "Nippelgate" aufblitzt - nicht wirklich. Als es dann zu den Garstigkeiten kam, konnte er mich aber in den Bann ziehen. Der Schluss ist zwar hanebüchen, aber nett auf "hier kommt der Clou" gemacht.
Die Orlandi mag ich ziemlich gerne und hier ist ihr auch wieder ein netter Score gelungen.
Insgesamt ein hübscher Swinging Sixties - Thriller, aber kein verkanntes Früh - Giallo - Meisterwerk.


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 16.11.2015 21:14 
DEBORAH ist nebenbei bemerkt ein ziemlich unlogischer Film, selbst für Genre Verhältnisse. Sicherlich stimmt es, dass der Film in der ersten Hälfte keine besonderen Spannungsmomente setzt und etwas dahinplätschert aber das ändert nichts daran, dass das Werk sowohl optisch als auch akkustisch wunderschön anzuschauen ist und zum Ende hin richtig Spannung aufbaut, abgesehen von der hervorragenden Besetzung. Das ist schon ein kleiner Leckerbissen.

8/10


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 16.11.2015 21:42 
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italo wrote:
DEBORAH ist nebenbei bemerkt ein ziemlich unlogischer Film, selbst für Genre Verhältnisse. Sicherlich stimmt es, dass der Film in der ersten Hälfte keine besonderen Spannungsmomente setzt und etwas dahinplätschert aber das ändert nichts daran, dass das Werk sowohl optisch als auch akkustisch wunderschön anzuschauen ist und zum Ende hin richtig Spannung aufbaut, abgesehen von der hervorragenden Besetzung. Das ist schon ein kleiner Leckerbissen.

8/10


Na ja, 8/10 ist vielleicht mit Gunjah - Bonus zu vergeben. ;) Aber ich habe wahrscheinlich ein anderes Punktesystem. Eine 8 wäre bei mir z. B. "Der Schwanz des Skorpions" und der macht schon mehr her als die "Deborah".


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 16.11.2015 22:48 
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Jimmy Stewart wrote:
Aber ich habe wahrscheinlich ein anderes Punktesystem. Eine 8 wäre bei mir z. B. "Der Schwanz des Skorpions" und der macht schon mehr her als die "Deborah".


Ich mag beide gleich gern :P


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 22.11.2015 19:52 
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Schöne Ausgabe von X-Rated.

Ehrlich gesagt kann ich die Begeisterung so vieler nicht teilen. Ja, sieht gut aus der Film, auch wenn mich Caroll Baker kalt lässt. Irgendwie kommt sie rüber wie ein Typ, der sich in die falsche Dekade verirrt hat.

Ich habe auch kein Problem mit langsamen Filmen. Ich mag so was. Aber das hier ist mir von der Handlung zu sinnfrei, um spannend oder wenigstens interessant zu sein. Ich kaufe hier keine Motivation. Dazu passiert über weite Strecken zu wenig.
Wegen einem blöden Anruf und einer verbalen Konfrontation ist unser Paar dermaßen von der Rolle? Glaube ich nicht. (Auch wenn es bei einem nur gespielt war.)

Und wenn es nicht um die angeblich tote Geliebte geht – okay, bei der Enthüllungsszene im Bett musste ich grinsen; wie bescheuert muss man sein, seiner frisch Angetrauten zwischen den Laken über die verlorene Liebe seines Lebens vorzuschwärmen. War lustig, was aber bestimmt nicht so beabsichtigt war :D – dann um Beziehungskram. Und da kommt unsere Heldin auch nicht gerade gut rüber. Deborah ist genauso unsympathisch als Figur wie ihr Toyboy-Mann.

Das Ganze "Treiben wir Deborah in den Wahnsinn" kommt viel zu spät, ist viel zu zimperlich und unentschlossen inszeniert und erweist sich dann auch noch als völlig hohl und so wie es erzählt wird als überflüssig. Und der "Twist" am Ende ist nur dämlich.


Die einzige Szene neben ein paar für das frühe Produktionsjahr netten Nippelblitzern, die hängen bleibt, war die Disco mit den SF-Comics an der Wand. Das ist wirklich authentisches "swinging 60s".

Muss ich nicht noch mal sehen.


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 22.11.2015 22:13 
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@Wentworth

Bitte Spoilertags setzen, danke!

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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 24.11.2015 12:45 
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TRAXX wrote:
@Wentworth

Bitte Spoilertags setzen, danke!


Okay. Ich denk dran.

Gibt es im Forum eigentlich eine Faustregel für die Spoilertags? Ich meine, bei "Der Mörder ist XY" oder "Dann fährt er in den Sonnenuntergang" ist das schon selbstverständlich, ;) aber ansonsten?


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 24.11.2015 12:51 
Wentworth wrote:
TRAXX wrote:
@Wentworth

Bitte Spoilertags setzen, danke!


Okay. Ich denk dran.

Gibt es im Forum eigentlich eine Faustregel für die Spoilertags? Ich meine, bei "Der Mörder ist XY" oder "Dann fährt er in den Sonnenuntergang" ist das schon selbstverständlich, ;) aber ansonsten?


Ja es gibt eine Fausregel: "Fingerspitzengefühl". :mrgreen:
Das habe ich zwar auch nicht immer aber man sollte halt keine wesentlichen Handlungselemente, die überraschend oder der Spannung dienen, verraten.


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 24.11.2015 12:56 
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italo wrote:
Wentworth wrote:
TRAXX wrote:
@Wentworth

Bitte Spoilertags setzen, danke!


Okay. Ich denk dran.

Gibt es im Forum eigentlich eine Faustregel für die Spoilertags? Ich meine, bei "Der Mörder ist XY" oder "Dann fährt er in den Sonnenuntergang" ist das schon selbstverständlich, ;) aber ansonsten?


Ja es gibt eine Fausregel: "Fingerspitzengefühl". :mrgreen:


:mrgreen: Das hatte ich befürchtet


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 25.11.2015 13:30 
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Wentworth wrote:
Carroll Baker (...) Irgendwie kommt sie rüber wie ein Typ, der sich in die falsche Dekade verirrt hat.


Schön gesagt. Gerade das macht für mich ihren besonderen Reiz aus.


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 25.11.2015 15:45 
samgardner wrote:
Wentworth wrote:
Carroll Baker (...) Irgendwie kommt sie rüber wie ein Typ, der sich in die falsche Dekade verirrt hat.


Schön gesagt. Gerade das macht für mich ihren besonderen Reiz aus.


Ich habe nur die letzten zwei Postings gelesen aber falls ich das richtig verstanden habe, ging es mir genauso. Die würde auch heute noch durchgehen, rein optisch und besonders figurmäßig.


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 07.12.2015 10:03 
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Ein schöner Krimi, der noch ganz den Geist der Hitchcockfilme der späten 30er, 40er Jahre seiner amerikanischen Schaffensperiode atmet. Wer vielleicht einen Schlitzer-Film erwartet, der wird enttäuscht werden, aber für Fans von Hitchcocks ausgefeilten Krimis à la SUSPICION unbedingt empfehlenswert.

Ein schönes Bild übrigens, im dicken Scope-Format. Gibt es für den Anfang eigentlich eine alternative Fassung? Ich hatte den Film schon lange nicht mehr gesehen, aber meine, die Urlaubssequenzen zu Beginn des Films wären anders und kürzer geschnitten gewesen??? Werde heute das Bonusmaterial anschauen und das Booklet lesen, vielleicht werde ich dann schlauer... :D


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 10.01.2016 21:57 
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Sehr schön, dass es jetzt eine brauchbare deutsche Auswertung gibt. Die Musik von Nora Orlandi ist ja der reinste Zucker und Signora Wardh scheint ja auch eine mentale Verbindung zu Deborah zu haben.

Ansonsten hatte ich zu dem Film ja schon früh hier im Fred geschrieben.


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 12.04.2016 12:57 
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Alternativer Titel: Married to Kill
Produktionsland: Italien, Frankreich
Produktion: Tony Garnett, Mino Loy, Luciano Martino
Erscheinungsjahr: 1968
Regie: Romolo Guerrieri
Drehbuch: Ernesto Gastaldi
Kamera: Marcello Masciocchi
Schnitt: Eugenio Alabiso
Musik: Nora Orlandi
Länge: ca. 95 Min.
Freigabe: Ungeprüft
Darsteller: Carroll Baker, Jean Sorel, Ida Galli, Luigi Pistilli, Michel Bardinet, Valentino Macchi, Mirella Pamphili, Domenico Ravenna, Giuseppe Ravenna, Renato Montalbano, George Hilton, Sisto Brunetti


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Deborah und Marcel befinden sich in den Flitterwochen. Angekommen in Marcels alter Heimat, wird dieser auch gleich von einem alten Freund als Mörder beschimpft. Der Grund ist Marcels Vergangenheit und seine damalige Beziehung zu Suzanne. Es folgen telefonische Morddrohungen in Richtung Deborah. Doch was hat sie mit Marcels Vergangenheit zu tun?

DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH ist (in meinen Augen) kein typischer bzw. üblicher Giallo. Ich mag dieses nicht an fehlenden Ingredienzien (wie den visuell harten Morden und den ominösen Handschuhkiller) festmachen. Romolo Guerrieri der (mit JOHNNY YUMA und 10.000 BLUTIGE DOLLAR) zwei exzellente Italo Western gedreht hat, lässt seine Bildsprache weniger italienisch wirken. Auf mich wirkt DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH teils amerikanisch. Die Musik und der Look präsentieren weniger die bekannten Schemen des italienischen Genrekinos. Die Klänge lassen sich zwischen Easy Listening und Klassik nieder. Nichts Negatives aber - wie schon erwähnt – eher Genreuntypisch.

Der Film lässt sich mit David Millers MITTERNACHTSSPITZEN und einigen Werken von Hitchcock assoziieren. Dieser Eindruck entsteht u. a. durch die Rollenpräsentation von Carroll Baker. Diese stellt – überwiegend - das Naive und Schüchtere einer Grace Kelly oder Doris Day dar. Das verletzliche Persönchen welches mit einer sie überfordernden Lage konfrontiert wird. Dazu gesellt sich eine kleine Portion Tippi Hedren. Auch die Spielweise von Jean Sorel erinnert eher an den typischen Protagonisten des US-Thrillers. Optisch erinnert mich der Franzose Sorel (immer wieder) an Robert Wagner.

DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH verliert während seiner Spielzeit oft sein Rätsel - und das damit verbundene Hoffen auf die Lösung - aus dem Auge. Der Film kommt vereinzelnd als Melodram daher. Erst ab Minute 70 konzentriert sich der Streifen auf das; was er innerhalb seiner ersten 10 Minuten aufbaut. Diese Schlussphase lässt die Ereignisse in einer sich überschlagenden Form zu Tage treten. Eine Konstellation die an (die ebenfalls überschlagende finale Vorgangsweise von) DER KILLER VON WIEN erinnert. Von weiteren Vergleichen, bezüglich der beiden Filme, nehme ich Abstand.

Im Prinzip kann man DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH als eine Mixtur aus Thriller und Melodram sehen. Das Ganze wirkt (wie bereits mehrfach erwähnt) amerikanisch. Somit stellt sich der Film als ein andersartiger sowie eigenständiger Beitrag innerhalb des italienischen Genrekinos dar. Ach so: Ida Galli macht, in ihrer kleinen Rolle, einen guten Eindruck. Gefällt mir besser als Carroll Baker.

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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 28.07.2017 22:27 
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Wenn man als Italo-Fan und speziell auch Giallo-Fan Namen wie Jean Sorel, Carroll Baker, Luigi Pistilli, Ida Galli und George Hilton versammelt in einem Film liest, schnellen die Erwartungen natürlich blitzartig in die Höhe.
Zusätzlich werden die Erwartungen noch gesteigert, nachdem im Vorspann zu lesen ist, dass beide Martino-Brüder in die Produktion involviert waren und Ernesto Gastaldi das Drehbuch verfasst hat, der ja, wie wir wissen, in den folgenden Jahren ein paar hervorragende Gialli für eben Sergio Martino geschrieben hat.
Die ersten Einstellungen lassen ebenfalls einen herrlichen Film erwarten.
Zuerst sieht man nur die Füße von Carroll Baker, die vom Meereswasser umspült werden, in der nächsten Einstellung das Liebespaar, gelassen am Strand stehend, schaut dem Sonnenuntergang zu.
Es sind also sehr romantische Bilder, die diesen Film eröffnen, dazu der schöne Score von Nora Orlandi... - ein sehr vielversprechender Beginn.
Soweit lässt aber noch nichts auf einen Giallo schließen, die erste Zeit ist es eher ein Liebesfilm, der sich dann doch ganz allmählich in Richtung (Psycho)thriller bewegt und auch erstmals leichte Anklänge des Melodrams aufweist.
Bis dahin plätschert das Ganze trotz vereinzelten Spannungsmomenten gemächlich vor sich hin, langweilt nicht, hält für den Zuschauer aber auch keine großartig erwähnenswerten Besonderheiten bereit.
Mit dem ersten Erscheinen des Nachbars (George Hilton) ändert sich dies.
Das Geschehen nimmt Fahrt auf, wendet sich vom Melodram zunehmend ab, immer mehr dem Thriller zu.
Die in der Anfangsphase dominierende Ruhe und Gelassenheit verschwindet ganz und in den Mittelpunkt wird die Frage gestellt: "Wer will wen in den Wahnsinn treiben?"
Von da an erweist sich der Film zunehmend deutlicher als eine Vorstufe, eine Art Vorläufer, des zwei Jahre später erschienenen FRAUEN BIS ZUM WAHNSINN GEQUÄLT, den ebenfalls Ernesto Gastaldi geschrieben hat.
In der letzten Viertelstunde häufen sich die Twists, was in dieser kurzen Zeit zwar viel, aber, Gott sei Dank, nicht zuviel des Guten ist.
Gesamtheitlich finde ich den Film, trotz seiner Schwächen in der Geschichte, sehr gelungen, denn eines ist er ganz gewiss auch:
Ein vorzüglicher Augen- und Ohrenschmaus vom Anfang bis zum Ende und das ist auch nicht zu verachten.
Dementsprechend gibt's von mir zumindest 7,5/10.


Last edited by Sbirro Di Ferro on 29.07.2017 15:58, edited 1 time in total.

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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 29.07.2017 14:26 
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Wentworth wrote:
Ehrlich gesagt kann ich die Begeisterung so vieler nicht teilen.
Ich halte es hier eher wie Wentworth.

Habe den Film nun ein zweites Mal gesehen und finde ihn im Gesamt- Ranking gesehener Gialli (so der Film denn überhaupt ein lupenreiner Giallo ist, maximal ein schwächelnder Giallo pseudofantastico) eher unterdurchschnittlich bis schnarchig.


Last edited by Bizarro on 29.07.2017 15:54, edited 1 time in total.

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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 29.07.2017 15:34 
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Bizarro wrote:
Wentworth wrote:
Ehrlich gesagt kann ich die Begeisterung so vieler nicht teilen.
Ich halte es hier eher wie Wentworth.

Habe den Film nun ein zweites Mal gesehen und finde ihn finde ihn im Gesamtranking gesehener Gialli (so der Film denn überhaupt ein lupenreiner Giallo ist, maximal ein schwächelnder giallo pseudofantastico) eher unterdurchschnittlich bis schnarchig.


Bin ich auch bei euch! :D


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 22.02.2019 14:43 
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"Der schöne Körper der Deborah" (Il dolce corpo di Deborah) (Italien / Frankreich 1967/68)
mit: Carroll Baker, Jean Sorel, Evelyn Stewart, George Hilton, Luigi Pistilli, Domenico Ravenna, Michel Bardinet, Renato Montalbano, Valentino Macchi, Mirella Panfili, Sisto Brunetti, Lella Cattaneo, Silvio Klein u.a. | Drehbuch: Ernesto Gastaldi nach einer Idee von Luciano Martino | Regie: Romolo Guerrieri

Deborah und Marcel haben in den USA, der Heimat der Braut, geheiratet. Nun reist das Paar in die Schweiz, um dort seine Flitterwochen zu verbringen. Bald fällt ein Schatten auf das Glück der Eheleute: Philip, ein Freund von Marcel, wirft diesem vor, dessen ehemalige Verlobte in den Tod getrieben zu haben. Marcel trifft diese Anschuldigung schwer, denn er hängt noch an Suzanne, derentwegen er ursprünglich nach Amerika ging, um dort das große Los für sie beide zu ziehen. Für Deborah hat die Berührung mit der Vergangenheit lebensbedrohliche Folgen....

Das Leben der Reichen und Schönen zeigte schon früh seine Faszination auf der Leinwand. Gerne weidet sich das gemeine Volk an den attraktiven Menschen, den weitläufigen Anwesen und den Annehmlichkeiten, mit denen Angehörige dieser Gesellschaftsschicht stets rechnen können. Der kleine Mann vergibt die mannigfaltigen Vorzüge der einflussreichen Minderheit jedoch nur, wenn er als Ausgleich für seinen eigenen Ausschluss aus dem exklusiven Zirkel Einblicke ins Private der Protagonisten erhält. Diese Anteilnahme am Leben der "oberen Zehntausend" ist geprägt von Neugier, Missgunst, Schadenfreude und manchmal auch Mitleid. So wundert es nicht, dass die beneidenswerte Idylle von Deborah und Marcel bald ins Negative umkippt und das Schicksal sie tausendfach einholt. Die Leichen der Privilegierten liegen zwar nicht zwangsläufig im Keller ihrer Luxusvillen, tauchen aber immer gerade dann auf, wenn die Personen mit einem Champagnerlächeln darüber hinweggehen wollen. Die Intimität von Deborah und Marcel scheint vorwiegend aus dem Intimen zu resultieren. Den Großteil ihrer Zeit verbringen sie mit Müßiggang, denn jeder Tag der Woche ist für die beiden ein Sonntag. Da es sich hier jedoch um einen Thriller handelt und das sensationsgierige Publikum sich wünscht, dass die Platte endlich einen Sprung bekommt, greift der blanke Schrecken nach den beiden und belädt sie mit Vorwürfen. Das suggerierte schlechte Gewissen kommt nur teilweise zum Tragen, weil Selbstverliebtheit und Täuschung blind machen und anfällig für die Verdrängung von Negativem. Die Rivalität zweier Frauen um die Gunst eines Mannes erhält zusätzliche Würze durch den Umstand, dass eine davon nicht mehr unter den Lebenden weilt und Deborah somit keine Gelegenheit erhält, sich mit ihrer Vorgängerin direkt zu messen. Das Traumbild der Toten belastet ihre Beziehung zu Marcel, der Vergleiche anstellt und deren neue Partnerin nur ein optisch gleichwertiger Ersatz für seine große Liebe zu sein scheint. Bald gibt es Heimlichkeiten auf beiden Seiten und die Devise der gemeinsamen Stärke gegen Angriffe von außen wird von Misstrauen und Lügen unterminiert.

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Die Darsteller haben mehr zu tun als nur gut auszusehen und stellen dies in den Stunden der Wahrheit deutlich unter Beweis. Leider dauert es 71 Minuten, bis das erste Messer aufblitzt und die Kamera zeigt, dass sie mehr kann als schöne Körper ins rechte Licht zu setzen. Carroll Baker hatte bereits in den Fünfziger Jahren einen Namen in den USA und wirkte in Klassikern wie "Giganten" (1956) und "Baby Doll" (1956) mit. Ihr Umzug nach Italien bewirkte in den Sechziger Jahren, dass sie sich noch einmal neu erfinden konnte und in mehreren Gialli mitspielte. Deborah ist keineswegs die Sympathieträgerin des Films, obwohl das Drehbuch es anfangs so auslegt und am Ende noch einmal bekräftigt. Ohnehin fällt es schwer, eine Figur auszumachen, der bedenkenlos vertraut werden kann. Die Einteilung der Personen in Opfer und Täter verschwimmt und macht es dem Zuschauer unmöglich, sich festzulegen. Evelyn Stewart als geheimnisvolle Schöne im Hintergrund erhält einige sehr stimmungsvolle Szenen und ihr Erbe für Deborah lastet schwer auf dem honeymoon der Frischvermählten. Stewart vermittelt stets den Eindruck, dass sie gar nicht die eigentliche Hauptrolle spielen muss, um einen Film nachhaltig zu prägen. Jean Sorel und George Hilton als Antipoden sind wie Hund und Katze und streiten um die Gunst der Frauen auf und vor dem Bildschirm. Ihre Absichten ähneln sich im Prinzip, unterscheiden sich jedoch in der Ausführung. Hilton wirkt animalischer und weniger vornehm als der gefällige Jean Sorel und lenkt in seinen Szenen von den finsteren Plänen des Schönlings ab. Um zu vermeiden, dass der Zuschauer das doppelte Spiel der Hauptfiguren durchschaut, erblühen am Ende gegen alle Personen Verdachtsmomente. Mit der Absicht, das beschauliche Tempo der ersten Filmhälfte aufzuheben, überschlagen sich nun die Ereignisse und warten mit überraschenden Momenten und perfiden Enthüllungen auf. Trotz der genretypischen Bedrohung durch einen Messermann lässt sich "Der schöne Körper der Deborah" besser in das Thriller-Fach einordnen als in den Bereich der Gialli. Das Publikum genießt vor allem die erlesenen Aufnahmen und den Rätselfaktor als die wenigen brutalen Szenen.

Fazit: Eleganter Psychothriller mit Giallo-Elementen und einem Ensemble, das alle Anforderungen an die Erwartungshaltung des Publikums erfüllt. Über lange Zeit sonnt sich der Film im eigenen Glanz und verpasst damit beinahe, seine boshafte Mission zu erfüllen. Denn unter der exquisiten Oberfläche lauern Abgründe, die nur sorgfältig versteckt waren, deren Existenz jedoch schon lange währte.


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 Post subject: Re: DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH - Romolo Guerrieri
PostPosted: 22.02.2019 17:11 
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Nach wie vor ein feiner Film, wie ich finde. Der fließt so schön elegant dahin. Die Thriller-Handlung ist für mich reine Nebensache und die Klamotten von Frau Baker sind ein Träumchen; besonders der tolle grüne Strampelanzug beim Twister-Spiel.

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