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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 24.11.2009 00:33 
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Originaltitel: La Tarantola Dal Ventre Nero
Darsteller: Giancarlo Giannini, Barbara Bouchet, Barbara Bach, Claudine Auger,...
Jahr: 1972

Inhalt:
Ein geheimnisvoller Killer paralysiert seine Opfer zuerst mit einer Akkupunkturnadel, bevor er sie tötet. Alles scheint sich im Zusammenhang mit einem Wellness-Tempel abzuspielen. Ein junger Polizist will den Fall aufklären. Was steckt hinter den sinnlos erscheinenden Morden?

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
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(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 27.11.2009 23:33 
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The black Belly of the Tarantula

Maria Zani (Barbara Bouchet) ist ein scharfes Gerät, seit ein paar Monaten lebt sie getrennt von ihrem Ehemann. Eines Abends streitet sie sich heftig mit ihrem Noch-Gatten Paolo (Silvano Tranquilli), dabei kommt es sogar zu Handgreiflichkeiten. Am nächsten Tag findet man die Leiche der jungen Dame vor. Umgehend gerät Paolo unter Mordverdacht, der sich dadurch erhärtet, dass sich der Bursche auf Tauchstation begibt. Vorher hatte ihn der ermittelnde Inspector Tellini (Giancarlo Giannini) ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er sich zwecks weiterer Befragung zur Verfügung halten solle. Weitere Morde geschehen, Tellini ist von seinem Job mehr und mehr angeekelt, fühlt sich überfordert. Derweil beauftragt Paolo einen Privatdetektiv mit Nachforschungen, wodurch er selbst in grosse Gefahr gerät. Kann Inspector Tellini den Serienkiller stoppen, der seine Opfer mit einer Akupunkturnadel paralysiert, um sie anschliessend bestialisch mit einem Messer aufzuschlitzen...???

"La tarantola dal ventre nero" (1971) aka "The black Belly of the Tarantula" kam in Deutschland unter dem Titel "Der schwarze Leib der Tarantel" auf den Markt, lief im Frühling 1972 in deutschen Kinos an. Regisseur Paolo Cavara verstarb leider bereits 1982 im Alter von nur 56 Jahren. "Der schwarze Leib..." gilt als einer der Klassiker seines Genres, die gelungene Inszenierung dürfte jeden Giallo-Fan mehr als zufriedenstellen. Die Story bleibt durchweg packend, die Auflösung zählt vielleicht nicht zu den kreativsten der Thrillerhistorie, kommt aber logisch und nachvollziehbar daher. Diverse Schönheiten geben sich die Klinke in die Hand. Da wäre das spätere Bond-Girl Barbara Bach (Der Spion der mich liebte, 1977) zu nennen, Claudine Auger aus "Feuerball" (1965) ist ebenfalls mit von der Partie. Allerdings sticht die hier ultraheisse Barbara Bouchet alle anderen Damen locker aus, der Lechzfaktor erreicht Pegel 10! Leider, leider ist die scharfe Babs nur recht kurz dabei, schade, schade! Giancarlo Giannini kommt als gestresster Ermittler gut rüber, jüngere Zuschauer kennen ihn eventuell aus den beiden letzten Bond-Filmen mit Herrn Craig.

Wer einem guten Giallo nicht abgeneigt ist, der wird auf Dauer nicht an diesem Film vorbeikommen! Starke Besetzung, schöne Bilder und eine spannende Story, was will man mehr? Ok, ich hätte Frau Bouchet gern länger gesehen, doch das Leben ist bekanntlich kein Wunschkonzert! Die US-DVD von Blue Underground kann mit einer sehr schönen Bildqualität glänzen, ein paar kleine Extras sind auch vorhanden. Der Ton liegt in englischer und italienischer Sprache vor. Die englische Synchro wirkt ein wenig lieblos, hier bietet sich der italienische Originalton mit englischen Untertiteln als Alternative an!

Sehr guter Stoff für den Giallo-Fan, sicher auch für Einsteiger in dieses faszinierende Genre gut geeignet!

8/10

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Blap V 3.0 regaining paradise

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 28.11.2009 19:34 
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... und auch wieder ein Filmwerk, daß eine schöne deutsche VÖ allemal verdient hätte: Camera Obscura, bitte übernehmen Sie! Liegt die Lizenz hierzulande noch bei MGM, sähe es wohl allerdings düster aus!?
So oder so: Die Blue Underground ist ein Must-Have.

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 16.12.2009 15:24 
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Sehr starker Film, habe ihn das erste Mal im örtlichen kommunalen Kino gesehen und war begeistert. Mit Sicherheit einer der besten Giallos, speziell Giancarlo Giannini weiss zu überzeugen. Empfehlenswert!


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 16.12.2009 18:44 
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Den fand ich auch sehr gut, bis auf das Ende, das wirkt im Gegensatz zum außergewöhnlichen Rest schon fast zu normal.
Da muss man sich doch fragen, ob dieser plakative Schluss einen tieferen Sinn hat oder ob Cavara einfach die Ideen ausgegangen sind.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 16.12.2009 20:23 
Deutsche DVD muß her!


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 28.05.2010 18:10 
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Chet hat geschrieben:
Den fand ich auch sehr gut, bis auf das Ende, das wirkt im Gegensatz zum außergewöhnlichen Rest schon fast zu normal.
Da muss man sich doch fragen, ob dieser plakative Schluss einen tieferen Sinn hat oder ob Cavara einfach die Ideen ausgegangen sind.

Ich finde gerade der Schluss des Films, wo die Genre typische Erklärungen ja schon fast formelhaft runtergeleiert wird, völlig karikiert wird in dem der Protagonist gelangweilt und genervt abwinkt und das Ganze zurzeit gar nicht hören will.
Das fand ich eine wunderbare Gleichschaltung zum übersättigtem Giallo-Konsumenten (also uns), die schon zigmal irgendeine verschwurbelte Erklärung präsentiert bekommen haben. Denn genau das, diese finale Sinngebung zum Gezeigten, ist der einzige Schwachpunkt dieses Genres.

Abe rmal was anderes: mir kam diese Sache mit dem Kokain im Terrarium der Taranteln völlig bekannt vor, so Deja-Vu-mäßig dass ich das schonmal irgendwo gesehen habe.

Kann es daher sein dass der Film mal vor etlichen Jahren im TV gelaufen ist?

Oder gab es das in einem anderen Film?

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 12.12.2010 17:15 
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Hatte irgendjemand von euch Probleme mit der Blue Underground Scheibe? Bei mir im Player läuft sie einfach nicht. Er zeigt nach einigen Ladeversuchen nur "No Disc" an.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 12.12.2010 17:22 
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Läuft bei mir einwandfrei, konnte keinen Fehler feststellen... Was hastn für nen Player?
Laut Aufdruck ist es eine Region 1 DVD. Vielleicht liegts daran???

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 12.12.2010 17:37 
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Ich habe einen Marantz DV 7001 der jeden Regionalcode frißt. Die anderen RC 1 laufen einwandfrei. Die Disc ist nagelneu und war verschweißt. Keine Ahnung woran es liegt :evil:


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 13.12.2010 19:31 
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So etwas gibt's leider. Bei Import-DVDs besonders ärgerlich. TARANTULA läuft beim mir tadellos, ich hatte das aber mal bei einer COMPANEROS von Anchor Bay. Musste ich dann eben wieder übern Teich umtauschen.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 14.12.2010 09:43 
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Dasselbe Problem (No Disc!) hatte ich bei meiner US-DVD dieses Films auch - und das obwohl ich einen Codefree-Player besitze. Aber ich konnte den Film dann doch noch genießen. Wie? Ganz einfach: Ich musste bei den DVD-Player/Recorder-Einstellungen bei TV-Anschluss das PAL in NTSC umnormen und - siehe da: Ich konnte den Film doch noch genießen.

Ein schöner und vor allem gut gespielter Giallo, klar bei den besten, wenngleich die Auflösung doch etwas vorhersehbar wie enttäuschend für mich kam.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 14.12.2010 11:52 
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Vielleicht, weil du vor Jahren mal im Fernsehen DER HUND VON BLACKWOOD CASTLE gesehen hast, in dem Diamanten in Schlangen-Terrarien versteckt werden. :?: :mrgreen:

Ich hoffe, dass von diesem Film irgendwann irgendwo doch noch eine deutsche Kinokopie auftaucht, die an den großen Kopien-Vernichtungen bei MGM vorbeigerutscht ist. Immerhin hängt bei mir zuhause sogar das deutsche Kinoplakat, welches ich vor einigen Jahren niegelnagelneu für nur 10 Euro bei ebay erstehen konnte. Und wenn man von einem Film noch originalverpackte (die Folie war definitiv aus den 70igern) Plakate bekommt, dann stimmt das doch irgendwie zuversichtlich, dass irgendwann mal irgendjemand sich eine 35mm-Kopie unter den Nagel gerissen hat, statt sie an den Verleih zurückzusenden.

Allerdings habe ich den Film nur als gehobenes Mittelmaß in Erinnerung (meine BU ist zwischenzeitlich einem Unfall zum Opfer gefallen) - da habe ich seither wesentlich interessantere Giallo-Perlen jenseits des DVD-Marktes entdeckt.

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"Wir haben zulange Menschen, denen Film als Kunstform nichts bedeutet, das Geschäft bestimmen lassen, und jetzt pissen sie ihm das letzte Fleisch von den Knochen."
- Tim Lucas (im Zusammenhang mit diesem Artikel)

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 14.12.2010 11:53 
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Wann waren denn diese großen Kopienvernichtungen und warum ?

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 14.12.2010 12:00 
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Die fanden früher alle paar Jahre statt, vor allem bei Titeln großer Verleiher, von denen man sich nichts mehr versprach, aber auch generell werden ja die meisten Filmkopien nach der "Haupt-Laufzeit" eingestampft. Um logistischen Aufwand und Platz zu sparen. :roll: Auf diesem Wege sind schon unheimlich viele Fassungen oder auch schon ganze Filme völlig sinnlos ins Nirvana gegangen und heute verschollen. MGM hat hierbei den Ruf, besonders rigide zu sein (sind sowieso ein liebloser Rotzverein, wenn man sich ihre Klassiker-DVDs so ansieht), genauso wie beispielsweise auch Universal oder Buena Vista / Disney. Letztere haben laut Insider-Gerüchten gerade ihr gesamtes deutsches Archiv (u. a. mit seltenen Erst-Synchronfassungen ihrer älteren Filme) in den Ofen gefahren. :x
Da muss man schon froh sein über Warner und Sony, die auch in ihren alten Filmen noch Kapital für die Zukunft sehen und sie zumindest im Archiv liegen lassen (wenn sie sie schon nicht herausbringen) und teilweise auch noch an Kinos verleihen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 14.12.2010 12:11 
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Solche deppen :evil: So darf man ja über jede lieblose MGM Dvd froh sein... Bei Disney ist es ja arg schlimm mit ihren neuen syncros , gottseidank gabs die meisten alten syncros auf VHS, so das doch noch ein rankommen ist..

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 14.12.2010 18:07 
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McKenzie hat geschrieben:
@ TRAXX:

Vielleicht, weil du vor Jahren mal im Fernsehen DER HUND VON BLACKWOOD CASTLE gesehen hast, in dem Diamanten in Schlangen-Terrarien versteckt werden. :?: :mrgreen:

Mmmh, nee, das waren schon Taranteln auf Koks, keine Schlangen und Diamanten.
Müsste in den gaaanz frühen 80ern oder gaaanz späten 70ern gewesen sein, ZDF, ARD oder im WDR mehr gabs damals ja nicht... :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 08.06.2011 20:52 
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La Tarantola dal Ventre Nero
(Black Belly of the Tarantula / Der schwarze Leib der Tarantel)
Italien/Frankreich 1971 - Directed by Paolo Cavara


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Stell Dir vor, Du wirst nachts in Deinem Haus von einer dunkelgekleideten Gestalt attackiert, die Dich nach kurzem Kampf überwältigt und Dir eine lange, mit paralysierendem Gift präparierte Akupunkturnadel tief in den Nacken sticht. Du wirst sofort bewegungsunfähig, kannst keinen Finger mehr rühren. Deine schreckgeweiteten Augen starren ins Leere, und doch bist du bei vollem Bewußtsein, nimmst jedes Detail wahr. Dann zückt der Unbekannte ein Messer und macht sich an die Arbeit, und Du kannst nichts dagegen tun...

So ergeht es Maria Zani (Barbara Bouchet), einer hübschen Blondine, deren außereheliches Verhältnis kurz zuvor zu einem heftigen Streit mit ihrem Mann Paolo (Silvano Tranquilli) geführt hat. Der ist nun der Hauptverdächtige und taucht prompt nach dem Verhör durch den für den Fall zuständigen Inspektor Tellini (Giancarlo Giannini, der es viele Jahre später mit den Herren Lecter und Bond zu tun bekommen wird) unter, nur um den Privatdetektiv Catapult (Ettore Mattia) zu beauftragen, den Mann ausfindig zu machen, mit dem sich seine nymphomane Frau zuletzt vergnügt hat. Während der desillusionierte Inspektor gegenüber seiner Frau Anna (Stefania Sandrelli) Selbstzweifel hegt, ob er der Richtige für den Job ist, wird eine weitere Frau auf dieselbe schreckliche Weise ermordet. Und sie wird nicht das letzte Opfer des geheimnisvollen Killers bleiben...

Anfang der 1970er Jahre verirrte sich allerlei Getier in die mysteriösen Titel italienischer Giallos; es tummelten sich fröhlich Katzen, Fliegen, Skorpione, Schmetterlinge, Eidechsen, Libellen... selbst Enten, Leguane und Widder gesellten sich munter dazu. In Paolo Cavaras brillantem La Tarantola dal Ventre Nero lockte 1971 nicht nur das achtbeinige Spinnentier, sondern auch die erstklassige weibliche Besetzung: Barbara Bouchet, Claudine Auger, Barbara Bach, Rossella Falk und Annabella Incontrera erfreuen die leuchtenden Augen des Betrachters. Cavaras Genrebeitrag ist im Prinzip ein konventioneller Giallo klassischen Zuschnitts, ohne große Überraschungen, ohne gewagte Experimente. Die Ingredienzien (schöne Frauen, grausame Morde, ein mysteriöser Killer, ein zu Unrecht Verdächtigter, etc.) sind altbekannt, und trotzdem entwickelt sich La Tarantola dal Ventre Nero zu einem großartigen, geschickt inszenierten und überaus eigenständigen Whodunit-Thriller, nicht zuletzt aufgrund des extrem grausamen Modus Operandis des Killers (angelehnt an die Wegwespe, welche eine betäubte Tarantel als Nahrung für ihre Larven mißbraucht). Der Film ist bedächtig und großteils unaufgeregt inszeniert, beeindruckt mit Marcello Gattis eleganter Kameraarbeit und zwei überraschend sympathischen Protagonisten, und hat darüber hinaus einen zwar nicht unbedingt eingängigen, nichtsdestotrotz aber grandiosen Score von Ennio Morricone spendiert bekommen. Zugegeben, übermäßig spannend ist der Film nicht, auch wenn Cavara die eine oder andere schöne Suspense-Sequenz gelingt; erst als il grande finale näher rückt, wird gekonnt und genußvoll an der Spannungsschraube gedreht. Aber wie bei vielen tollen Giallos sind es auch hier die illustren Charaktere, die bedrohliche, erotisch aufgeladene Atmosphäre, der sexuelle Subtext, das virtuose Zusammenspiel von Bild und Musik, und die fulminant gestalteten Set-Pieces (herausragend: der Mord in einem Raum voller Mannequins), welche die eigentümliche Faszination des Filmes ausmachen. Schon die wunderbare Eröffnungsszene, in der sich die nackte Frau Bouchet eine Massage gönnt, entfacht - verstärkt durch Morricones suggestiven Score - einen unwiderstehlichen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Und dem man sich auch gar nicht entziehen möchte. Fazit: La Tarantola dal Ventre Nero ist ein nahezu perfekter Giallo, der mich vollauf begeistert hat. Den 14teiligen deutschen Kinoaushangsatz kann man sich hier ansehen.

Bild . Bild . Bild

Bild . Bild . Bild

PS: Während der exzellenten "Mannequin-Szene" kann man übrigens einen Blick auf den Regisseur erhaschen, vorausgesetzt, man hat Argusaugen oder stellt rechtzeitig auf Standbildfortschaltung um. Es sind wirklich nur drei, vier Einzelbilder, in denen Cavara zu sehen ist. Wer im Besitz der amerikanischen DVD ist und das gerne überprüfen möchte, sollte sich die ersten paar Sekunden der Minute fünfundzwanzig mal genauer ansehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 14.06.2011 15:35 
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Schönes Review! Prima :good:

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 14.06.2011 16:10 
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Dieser Film ist meines Erachtens nicht DER große Wurf, als der er gern bezeichnet wird. Vielleicht gehen aber den männlichen, heterosexuellen Betrachtern auch nur ein bisschen die Pferde durch wegen der hübschen Damen-Riege. Optisch ist der Film durchaus gelungen, die Story allerdings ist Schema F und nicht sonderlich raffiniert. Da gibt es im Giallo-Genre deutlich besseres. Die Figur des ermittelnden Kommissars hingegen ist erstaunlich menschlich gezeichnet und wird im Verlauf des Films zur tragischen Figur. Das wertet das Ganze doch noch etwas auf. Morricones Score gefällt mir sehr gut, die Kameraarbeit ebenso und die Besetzung ist auch rein schauspielerisch sehr ordentlich. Knappe 7/10, auch wenn ich diese Punktewertungen nicht sonderlich mag. Cavaras zweiter Giallo "...e tanta paura" ist meines Erachtens der deutlich interessantere Film.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 14.06.2011 16:29 
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Geschmackssache, wie immer.

E TANTA PAURA fand ich eher schwach. Der hat aber auch eine gänzlich andere Herangehensweise. Er ist deutlcih sleaziger und trashiger. Unterhaltsam ist er ohne Zweifel, aber für mich bleibt DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL der bessere, interessantere Film.

OT:
Es gab, glaub ich, mal eine Folge der DREI FRAGEZEICHEN, DER RASENDE LÖWE (oder so?) der eine recht ähnliche Story wie E TANTA PAURA hatte, wenn ich mich nicht täusche... :?: :?

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 14.06.2011 16:34 
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Malastrana hat geschrieben:
OT:
Es gab, glaub ich, mal eine Folge der DREI FRAGEZEICHEN, DER RASENDE LÖWE (oder so?) der eine recht ähnliche Story wie E TANTA PAURA hatte, wenn ich mich nicht täusche... :?: :?


DOX ROX NOX EX REX BOX :D


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 14.06.2011 16:36 
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Wie jetzt? Stimmts?

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 14.06.2011 16:38 
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Malastrana hat geschrieben:
Wie jetzt? Stimmts?


Jepp ... die Folge hat so ziemlich den gleichen Plot :D


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 14.06.2011 16:40 
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Wusst ichs doch noch dunkel... bei ausgerchnet dieser Folge ist mir das Band gerissen :(

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 20.08.2011 00:11 
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Hab ihn gerade angeschaut, vielleicht liegt es ja an den vielen guten Kritiken, dass ich mir zuviel erwartet habe, aber ich fand ihn allenfalls durchnittlich. Die Handlung war ok, aber der Funke wollte einfach nicht überspringen. Der Cast haute mich überhaupt net vom Hocker, allen voran der Hauptdarsteller, der einfach zu weich und weinerlich wirkte. Bei uns in Bayern würde man so jemanden als "Zwetschgenmanderl" bezeichnen. Auch die Morde waren weder besonders spannend, geschweige denn, brutal inszeniert. Den Score fand ich auch nix besonderes, er war halt da, mehr aber auch nicht. Die Auflösung war jetzt auch nicht besonders überraschend.

Alles in allem absolut durchschnittlich in meinen Augen....5,5/10 Pkt

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 05.02.2012 00:05 
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Für mich DER Perfekte Giallo, meiner Meinung so gar vor Dario Argento´s so oft gerühmten DEEP RED. Der Film ist spannend gemacht, die Musik von Ennio Morricone erstklassig, die Mormethode auch mal was anderes, ein Stylischer Klassischer Giallo Mörder, ein für mich unglaublich gute Darsteller Regie, vor allem witzig, dass auch Bond Girl´s dabei sind.

Die Kamera mag zwar nicht so experimentell sein, wei bei einem Argento, aber trotzdem hatte ich mich unglaublich in den Film mitgerissen gefühlt.

Wer zu diesem Film oder meiner Wertung was negatives schreibt, dem hetze ich alle Giallo Mörder die mir gut gefallen auf dem Hals ! :D ^^

Also Fazit, ich bin von diesem film geplättet, zuvor hatte ich Malastrana gesehen und hatte nach der Guten Gurke einen Top Giallo im DVD Player, der ist einfach Klasse, die Schwarze Tarantel muss man gesehen haben, wer den verpasst ist selber Schuld.

10+++/von 10

(Und mekkert nicht wieder rum, es kommen noch die Gialli, die vernichtende Wertungen erhalten werden!)

Gruß,

Janek


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL - Paolo Cavara
BeitragVerfasst: 17.02.2012 03:05 
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Zuletzt geändert von dottore am 17.02.2012 03:07, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 17.02.2012 03:06 
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Hab den Film noch gar nicht gesehen, aber vorliegend. Nur leider auf englisch. Dabei gibt es eine deutsche Synchro und erhoffe mir da auch endlich eine deutsche offizielle Auswertung !!!


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BeitragVerfasst: 17.02.2012 12:01 
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Der Film ist seit seinem Kinostart nicht mehr auf Deutsch gelaufen und aus dieser Zeit gelten auch einige andere MGM-Synchros als verschollen. Mag sein, dass noch irgendwo Material rumgeistert, aber nur weil es mal eine Synchro GAB, ist es noch keine Selbstverständlichkeit, dass man hier ne dt. VÖ gebacken kriegt.

Sebst wenn die Synchro noch verfügbar sein sollte, wird MGM den sicher nicht releasen und wer weiß, ob die die Rechte rausgeben, sofern die die noch haben.
Allerdings wurde bei "Mercenario" ja auch immer behauptet, dass der wegen MGM niemals auf DVD erscheinen wird.
Ja ne, is klar....^^

Ich mag den Film auch sehr, zumal er eine besonders gute Täterdarstellung vorzuweisen hat. Einzig finde ich, dass er mit 2,35:1 besser aufgehoben gewesen wäre.

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Luc Merenda in "A Man Called Magnum" zu einer minderjährigen weiblichen Zeugin von vielleicht 13 Jahren, nachdem diese ihm vorher einen Kuss auf die Wange gedrückt hat, nur weil er ihre Bilder lobte... :D


Zuletzt geändert von Detective Lloyd am 04.03.2012 22:33, insgesamt 1-mal geändert.

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