Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 10.07.2013 17:21 
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Unglaublicher Film, für mich war der beider ersten Sichtung eine unglaublich Bereicherung. Irgendiwe 60er Jahre poppig und knallig, mit einer Prise Freud , voller schmieriger Andeutungen,. Warum mich der Streifen an "DIE REIFEPRÜFUNG" erinnert hat weiß ich aber nicht so genau, muss wohl der Pool gewesen sein. Aber ein irrer Ritt, stylisch bis zum Gehtnichtmehr mit einer unglaublichen sexy Dagmar. Funktioniert auch als Partyfilm


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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 15.07.2013 14:28 
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Nun geb ich auch mal meinen Senf ab: ich finde den Film sensationell großartig, visuell zum Niederknien, großartige Musik und Dagmar ist eh eine Wucht. Für solche Filme liebe ich das europäische Kino der 60er und 70er.

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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 15.07.2013 18:21 
Lesotho wrote:
Nun geb ich auch mal meinen Senf ab: ich finde den Film sensationell großartig, visuell zum Niederknien, großartige Musik und Dagmar ist eh eine Wucht. Für solche Filme liebe ich das europäische Kino der 60er und 70er.



Das ist einer von den Filmen, bei denen ich während des Ansehens nicht wusste ob ich ihn gut finden soll. Nach der Sichtung verspürte ich bereits wieder den Wunsch in nochmals anzusehen und fand ihn dann plötzlich großartig. Oftmals werden das dann die besonders geliebten Schätzchen.


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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 15.07.2013 19:33 
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Bei mir war es sofortige Liebe ;) Von der ersten Minute an war ich fasziniert...

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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 22.08.2013 21:30 
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italo wrote:
Das ist einer von den Filmen, bei denen ich während des Ansehens nicht wusste ob ich ihn gut finden soll. Nach der Sichtung verspürte ich bereits wieder den Wunsch in nochmals anzusehen und fand ihn dann plötzlich großartig. Oftmals werden das dann die besonders geliebten Schätzchen.

Perfekt ausgedrückt! Einige Zeit wusste ich wirklich nicht was ich davon halten sollte, aber so etwa nach 30 bis 40 Minuten war ich absolut gebannt von den Schauspielern und dem Duell zwischen den beiden. Meine persönliche Lieblingsszene war tatsächlich das Showdown im Pool mit der megagenialen Westernmusik *dahinschmelz*.

Die Musik gibts bei Amazon zum Runterladen (und läuft auch gerade im Hintergrund), und die zweite Sichtung wird sicher nicht lange auf sich warten lassen. Der absolute Höhepunkt dieser ersten Koch-Box. Erinnert gefühlt habe ich mich übrigens gelegentlich an Das zehnte Opfer (La decima vittima) mit Marcello Mastroianni und Ursula Andress. Das Setting und die z.T. ähnliche Stimmung ... Ich glaub der muss auch her :D

Irgendjemand hat hier geschrieben, dass solche Filme der Grund sind, warum er das Kino der 60er und 70er so liebt. Und auch das unterschreibe ich sofort. Solche wundervollen, abgedrehten, skurillen, herrlichen, erotischen Filme werden heute nicht mehr gedreht. Ausser gelegentlich in Japan ...

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 23.06.2014 21:52 
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Femina Ridens (1969)


Wer zuletzt lacht, lacht am besten ! -

Der eigenbrötlerische Dr. Sayer (Philippe Leroy) entführt eine junge Frau namens Maria (Dagmar Lassander) in seine exzentrisch eingerichtete Villa. Hier jagt er ihr mit Todesdrohungen Angst ein und unterwirft sie verschiedenen erniedrigenden Praktiken. Der Grund dafür ist seine Befürchtung, die Frauen der Welt würden in naher Zukunft die Männer unterwerfen und biologisch überflüssig machen. Maria muss sich nun etwas einfallen lassen, um nicht in seiner Gewalt ihr Leben zu beschließen...
Im Jahre 1969 drehte Piero Schivazappa seinen Debüt Film „Femina Ridens“. Es entstand ein Hybrid aus den Film Genre des Giallo, der schwarzen Komödie, auch ein Hauch von Undefinierbarkeit ist enthalten und somit umgibt diesem Film eine ganz besondere Aura.

Die Hauptrolle in diesem Film spielen Dagmar Lassander und Philippe Leroy, die Italienischen Film Kennern bekannt sein sollten. Durch das natürliche Auftreten der jungen Lassander, dass durch eine bestechende Natürlichkeit unterstrichen wird, gewinnt ihre Figur schnell den Zuschauer. Somit wird man in einen traumhaften Alptraum hineingezogen, der jedoch wiederum zu einem Traum wird. Phillipe Leroy tritt dabei als blonder Todesengel auf, der jedoch einen durchaus schwachen Charakter hat und eine liebenswerte kindliche Naivität an den Tag legt. Diese unterstreicht aber wiederum, vor allem in der ersten Hälfte des Filmes seine durchaus unberechenbare Un-menschliche Natur.

Sein Anwesen, genaugenommen eine exzentrische Villa irgendwo im nirgendwo - auch der Handlungsort ist undefinierbar – hat ein wunderschönes modernes Design, mit vielen technischen Raffinessen und hat anscheinend etwas unendliches, zumindest in den Augen des Zuschauers. Es gibt kaum Fenster, kein Hausmädchen, keine Diener – keine menschlichen Wesen außer „Adam“ und „Eva“.In diesem Fall allerdings musste Adam seine Eva allerdings entführen. Gerade auf die Thematik Adam und Eva und den Konflikt zwischen Eros und Thanatos (also Liebe und Tod) nimmt der Film Bezug und somit ein Grundmotiv des Italienischen Giallo Genres vorweg. Auch wenn es sich hierbei um einen „undefinierbaren“ Hybrid handelt. Dabei bedient sich der Film, natürlich einiger Motive des Giallo Kino´s aber auch der Italienischen Liebesfilme und intellektuellen Komödien, denn in der zweiten Hälfte wechselt der inszenatorische Stil des Filmes und somit auch die Atmosphäre. Aus der klaustrophobischen Villa, brechen die Charaktere im zweiten Teil des Filmes aus und entfliehen in die Freiheit, in die Weite der Welt. Der Garten Eden scheint unendlich zu sein und wird mit einem Amphibien- Fahrzeug erkundet, begleitet werden die Liebenden dabei von einem schwelgerischen eleganten Easy Listening Soundtrack des Komponisten Stelvio Cipriani, der sofort für eine leichte Gänsehaut sorgt. Natürlich ist die Musik Ciprianis auch in der ersten „Hälfte“ des Filmes zu hören, dort sind die Klänge aber eher unterkühlt oder haben einen treibenden, fieberhaften Klang. Die Musik unterstreicht dabei vor allem die angespannte sexuell geladene Atmosphäre zwischen Leroy und Lassander. Am Ende des Filmes kommt es dann letztendlich auch zu einem Liebes Kampf der beiden Liebenden, der mit Western Klängen Ciprianis untermalt wird.

Die Anspielungen, die im Film gemacht werden, sind meistens recht eindeutiger Natur.
Piero Schivazappa erwähnte im Interview selber, dass es zum Beispiel kein Zufall sei, dass als die beiden Protagonisten Leroy und Lassander an einem Bahnübergang in ihrem Auto sitzen und ein „Sonderzug“ an ihnen vorüberzieht, die Kapelle auf dem Waggon hinter der Lokomotive Blasinstrumente spielt. Diese werden zudem von gutaussehenden Frauen gespielt, zudem ist das ganze mit Weichzeichner gefilmt worden, was die abstruse Situation, die einer Fata Morgana gleich kommt, zusätzlich unterstreicht und der gesamten Szenerie einen surrealen Touch verleiht.
Ähnliche Szenen, die einen durchaus eindeutigen, zweideutigen Charakter besitzen lassen sich alle paar Minuten in diesem Film finden.

Natürlich, kann ein Film nicht nur aus Musik, Guter Kameraarbeit und tollen Schauplätzen bestehen, ein wenig zum Filmvergnügen, tragen auch die Schauspieler bei . Gerade das Schauspiel, welches in vielen Italienischen Genre Filmen, leider, teilweise auch berechtigt als Beiwerk abgetan wird, ist es, was den Film in vielen Szenen trägt. Die wenigen Dialoge sind passend geschrieben, es liegt immer eine untergründige Spannung in ihnen, da der Ausgang ungewiss ist. Somit weiß man als Zuschauer lange Zeit nicht, was als nächstes passieren wird. Dadurch kann man durchaus von einem einigermaßen spannenden Handlungsablauf sprechen. Zwar schleicht sich hier und da die ein oder andere Länge ein, diese wird jedoch durch die tolle Inszenierung wieder revidiert.

Die Schluss Pointe, führt sogar den ganzen Film ad absurdum und lässt den Betrachter ein weiteres mal schmunzeln und auch ein wenig nachdenklich werden, was den nun eigentlich passiert ist. Ja und wer Lacht, verrät eigentlich schon der Titel des Filmes. Dem Film zu zuschreiben, dass der für die Emanzipation stehen würde, wäre zu viel des guten, denn dann müsste man auch „Sumuru – Die Tochter des Satans“ (1967) da zuzählen.Denn bei dieser Art von Frau, wären Phillip Leroys Ängste, dass die Frauen auf der Welt in naher Zukunft die Männer unterwerfen und biologisch überflüssig machen begründet gewesen. Nein, man sollte diesem Film wirklich nicht zwanghaft eine hohe Intellektuelle Botschaft zuschreiben, aber ihn als gutes, in einer besonderen Form Entspannendes Filmisches Kunstwerk betrachten, dass reicht schon. Als Kunstwerk sollte man auch das ganze Set Design des Filmes betrachten, vor allem der Anfang in einem wunderbaren Palazzo, gibt dem Film einen passenden Rahmen und stimmt den Zuschauer schon auf den weiteren Verlauf der Handlung ein.


Was für einen Eindruck hinterlässt dieser Film letztendlich beim Zuschauer ?

Auf jeden Fall einen besonderen. Ob man dies nun eher im positiven oder negativen Sinne sieht, sei jedem selber überlassen. Jedenfalls ist dieser Film ein sehr eigenständiges Werk und es gibt wenig vergleichbares innerhalb der Genre Landschaft. Anzumerken wäre da, dass der Film sogar recht „Gesellschaftsfähig“ ist und auf Brutalitäten weitestgehend verzichtet. Im Grunde genommen zieht nur der seichte Hauch von untergründiger Soft-Erotik und viel schwarzem Humor durch den Zuschauer Raum. Dieser Umstand zaubert mir zumindest ein Lächeln aufs Gesicht und ich bin froh, einen solchen Film zu Gesicht bekommen zu haben, der zumindest bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Ich ziehe den imaginären Hut und vergebe gerne 10/10 Punkten.

Der Film ist in Deutschland in der „Koch Media Giallo Collection Teil 1“ erschienen. Der Film wurde nie synchronisiert, deswegen kann man ihn nur mit deutschen Untertiteln und Italienischen Ton genießen. Das Bild ist insgesamt als gut zu bezeichnen, lediglich einige Verschmutzungen sind stellenweise auszumachen. Der Ton ist für das alter des Filmes gut, allerdings kommt die Musik an einigen stellen nicht so gut zur Geltung wie sie sollte. Als Bonus ist ein ca. 30 Minütiges, interessantes und vor allem unterhaltsames Interview mit Regisseur Piero Schivazappa enthalten. Des weiteren befinden sich auf der Giallo Collection 1 noch „Tödliches Erbe“ und „Die Waffe, die Stunde, das Motiv“.


Janek Rekos (Der NYR)

(überarbeitete und erweiterte Version auf nischenkino)


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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 16.11.2014 17:33 
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Femina ridens (IT) Gioco d'amore, gioco di morte (IT - ergänzender Slogan)
The Frightened Woman - Femina ridens (D - DVD)
Le duo de la mort (F)
Os Profissionais do Sadismo (Brasilien)
The Laughing Woman (USA)
The Frightened Woman

IT 1969

R: Piero Schivazappa
D: Philippe Leroy, Dagmar Lassander, Lorenza Guerrieri, Varo Soleri, Maria Cumani Quasimodo, Mirella Pamphili


dt. DVD Premiere (OmU): 15.03.2013

Score: Stelvio Cipriani

OFDb



"Aber es ist essentiell, dass die Fruchtbarkeit des Mannes absolut unangetastet bleibt!"


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"Dreh Dich um - Komm näher. Du ahnst nicht welches Vergnügen es mir bereitet, eine zu Tode verängstigte Frau von Nahen zu betrachten. Es wäre wundervoll zu fühlen und zu spüren, was in Dir in diesem Moment vorgeht.
Die Nebennierendrüsen schütten in erhöhtem Maße Adrenalin aus. Das Adrenalin zieht die Blutgefäße zusammen und erschwert den Blutkreislauf. Und es erzeugt die Blässe in Deinem Gesicht. Gleichzeitig erhöht es den Blutdruck und den Herzrhythmus. Das Herz erhöht die Schlagfrequenz und es scheint als ob Dir ein Loch in den Magen gegraben würde. Die Schweißdrüsen erhöhen die Sekretion und die Hände werden von einem kalten Schweiß durchnässt. Die Speicheldrüsen hingegen versteifen sich. Du bekommst einen trockenen Mund und einen ausgetrockneten und brennenden Hals. Die Zunge klebt am Gaumen und Du nimmst einen herben Erdbeergeschmack wahr.
Deine Individualität existiert nun nicht mehr. Du bist bereit, blind zu gehorchen. Ich könnte Dir jegliche Anweisungen geben und Du würdest gehorchen, stimmt's?
Eine gefangene Frau vor den Augen zu haben und zu wissen, dass sie dem Tod geweiht ist, ist ein äußerst faszinierender Anblick. Aber das Aufregendste ist, zu wissen, dass in ihrem Hirn, trotz der Angst, von der sie geplagt wird, ein Funke von Hoffnung überlebt. Genau hier liegt der Spaß: Diese Hoffnung auf Rettung zu nähren. Und dann, in dem Moment, indem sich das Opfer einbildet dem Tod entkommen zu sein, zerstört man diese auf grausame Weise
"





Soviel erst einmal zu den kranken Gedankengängen des Philantropen Dr. Sayer (Philippe Leroy). Eines Tages wird dieser von der jungen Journalistin Maria (Dagmar Lassander) in seinem Büro aufgesucht, die von ihm Textunterlagen für ihren Artikel über "Zwangssterilisation bei Männern als Lösung des Welt-Bevölkerungsproblems" erhalten möchte.
Was die reizende Maria aber nicht weiß: Dr. Sayer hat aufgrund eines Kindheitstraumas (er musste miterleben, wie abgrund-böse Skorpion-Weibchen nach dem gemeinsamen Liebesspiel ihre männlichen Partner verspeisen) absonderliche sexuelle Neigungen i.V.m. mit einem angstbesetzten Frauenbild entwickelt und ehe sich die attraktive Journalistin versieht, findet sie sich gefangen im Wochenenddomizil des Hobby-Marquis de Sade wieder und bekommt von diesem seine Sicht der Dinge mit den obigen Worten aufs nachdrücklichste erläutert.

Degradiert und herabgewürdigt zu einer Wochenend-Sklavin ist Maria hilflos den perfiden Machtspielen des Docs ausgeliefert und muss im Folgenden so manche Erniedrigung über sich ergehen lassen. Ihr einziger Wunsch besteht nur noch in der sofortigen Flucht von diesem Anwesen der grausamen und kranken Gelüste, aber ihr erster Fluchtversuch wird unverzüglich durch den Herrn des Anwesens unterbunden und im Anschluss mit einem weiteren Programmpunkt aus dem pathologischen Bedürfnis-Befriedigungs-Spiele-Katalog bestraft. Maria wird mehrmals gefesselt, kalt geduscht, bekommt den Kopf geschoren, muss erotische Fußmassagen ausüben, den Befehl zum Liebesspiel mit einer des Doktors ebenbildähnlichen Gummipuppe befolgen oder für diesen nur in Leinen gehüllt eine super-heiße Sohle aufs Parkett legen.

Doch Maria versucht dem Doc eine Alternative für seine krankhafte Weltanschauung und sein angstbesetztes Frauenbild in einer sehr empathischen Art aufzuzeigen, bei der er die Frauen letzt endlich nur noch durch seine reine Manneskraft dominiert und an deren Ende seine Heilung steht. Aber auch die recht unwiderstehlichen Reize der Journalistin bleiben nicht ohne Folge und gepaart mit einer Portion weiblicher List und einer breitgefächerten Triebhaftigkeit tritt bei Maria nach und nach die Verwandlung in eine Art fürchterliche Gottesanbeterin ein. Am Ende bleibt dann nur noch die Frage: Wer lacht zuletzt? :? :unknown: ;)





"Und außerdem, immer die übliche Folter, das übliche Geschreie. Auf lange Sicht ähneln sich die Opfer auch irgendwann alle. Und Blut bleibt auch immer nur Blut.
Ich bin überzeugt dass Sie mittlerweile keinen Spaß mehr daran haben... Sie sind ein reicher und intelligenter Mann. Sie könnten jede Frau haben die Sie möchten. Wenn Sie denen ein wenig den Hof machen würden, könnten Sie hunderte erobern. Dann würden Sie Ihren Spaß daran finden, sie schmachten zu lassen. Sie leiden und weinen zu lassen und sie vielleicht in den Selbstmord zu führen.
Glauben Sie mir, Sie brauchen nicht zu quälen und zu töten um Ihre sadistischen Gelüste zu befriedigen. Es gibt ebenso amüsante erotische Techniken, die aber weitaus weniger riskant sind....
Eines Tages werden Sie entdecken, dass Ihnen eine Frau auf eine ganz neue Art gefällt. Auf eine besondere Art. Das wird dann die Frau Ihres Lebens sein. Und dann werden Sie glücklich und geheilt sein....
Sie müssen es schaffen, dass Sie geheilt werden. Sie müssen sich von ihren Komplexen und Ängsten befreien. Sie müssen Vertrauen in Ihre Männlichkeit haben.
Denken Sie doch mal daran, wie aufregend das sein kann. Und wieviel Befriedigung es Ihnen geben kann, eine Frau mit Ihrerer Manneskraft zu dominieren, mit Ihrem männlichen Charme
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Einfach nur Wow! Dieses bombastische Film-Werk des Wahnsinns ist eine für die damalige Zeit sehr fortschrittliche, sehr ironische und sehr durchdachte Geschichte gepaart mit purer Bildgewalt.

Der Film ist von Vorne bis Hinten durchgehend mit großartigen Bildern abfotografiert, das Bühnenbild mit einer detailverliebten, extravaganten und futuristisch-wirkenden Innenausstattung versehen und über allem breitet sich dann auch noch eine recht unrealistisch-wirkende und künstliche Atmosphäre aus. Diesem optische Spektakel wurde dann auch noch die richtige Humornote (intelligent und ironisch) verliehen, so dass am Ende ein wahrliches Meisterwerk einer weiteren auf Zelluloid gebannten Unglaublichkeit heraus gekommen ist.

In einer Art Kammerspiel wird von Frau Lassander und Herrn Leroy eine unglaublich gute Darbietung geboten und es ist eine pure Freude den beiden Akteuren bei ihren Interaktionen zu zusehen. Dagmar Lassander punktet aufgrund ihrer intensiven und bannenden Reizausstrahlung und Philippe Leroy aufgrund seiner großartigen Darstellung des psychisch-verkappten Ober-Machos.

Und wäre das alles noch nicht genug wird dem Ganzen als Krönung noch einer der großartigsten und schönsten Soundtracks durch Stelvio Cipriani verliehen.
Sehr ärgerlich, dass die physischen Medien des Soundtracks mittlerweile unerschwinglich erscheinen und die MP3 Version lediglich eine Notlösung dar-, aber nicht zufrieden stellt :cry:

Etwas traurig stimmt die Tatsache, dass es bei dieser Perle scheinbar unmöglich war, die "tatsächliche" ursprüngliche Schnittfassung des Regisseurs wieder her zustellen, nachdem diese direkt nach der it. Kinopremiere vorübergehend beschlagnahmt und mit einigen Szenenerleichterungen wieder frei gegeben wurde. Und wie der Regisseur bestätigt, ist ihm bis heute ausschließlich die zensierte Fassung immer mal wieder unter die Augen gekommen.
Dafür um so schöner zu sehen, dass diese zumindest in einer etwas schlechteren Bildqualität und mit engl. Ton als DVD Extras (wohl erstmals?) mitgeliefert wurden. Existiert demnach vielleicht doch eine englischsprachige Gesamtfassung des Films oder wurden diese Szenen aus den entfernten Filmschnipseln wieder angefügt? :unknown:

Auf jeden Fall gehörte diese Perle für mich im letzten Jahr mit zu den absoluten VÖ-Highlights und beansprucht somit als Meisterwerk in der 1. Giallo Box zurecht und ganz klar die Spitzenposition für sich, gefolgt von dem auch sehr ansehnlichen Tödliches Erbe auf Platz 2 und dem etwas weiter abgeschlageneren Die Waffe, Die Stunde, Das Motiv auf dem letzten Platz.


Ein traumhaftes Exemplar eines filmischen Juwels aus den italienischen Filmschmieden der 60er :good:


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Trailer:

[BBvideo]http://vimeo.com/58505492[/BBvideo]

www.youtube.com Video from : www.youtube.com



Dagmar Lassanders unglaubliche Tanzdarbietung:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com



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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 16.11.2014 18:06 
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Wie schön. Danke, Richie, für diesen inspirierenden Text zu einem meiner Lieblingsfilme und die sorgfältig zusammengestellten Bilder. "Femina Ridens" ist einer der wenigen Gialli, die mich bereits bei der ersten Sichtung und vor meiner relativ spät entflammten Begeisterung für das Genre (zuerst kam der Horrorfilm, der Poliziottesco und der Italowestern), so richtig gepackt haben.
Für mich ist "Femina Ridens" (genauso wie "Liebe und Tod im Garten der Götter") einer jener Filme, die ich mir gerne immer wieder mal ansehe und bei denen ich das Gefühl habe, sie noch gar nicht in allen Details erfassen zu können.

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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 17.11.2014 20:54 
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Bin auch immer wieder dermaßen beeindruckt von diesem Film.

Er war wohl damals schon seiner Zeit sehr (oder sogar zu) weit voraus und ist heute von seiner Thematik eigentlich immer noch TOP-aktuell ;) Zunächst erscheint diese Perle wie ein visuell wunderschön in Szene gesetzter Genrefilm mit den üblichen zur Schau gestellten (ausgebeuteten) nackten Tatsachen, der aber aufgrund seines sehr intelligenten und gut durchdachten Unterbaus diese am Ende auf eine geniale Art instrumentalisiert und das bis dato gewohnte Gefüge komplett auf den Kopf stellt. Die dezente, sehr feine und eigentlich bitterböse Humornote gibt dem Ganzen dann noch den letzten Schliff.
Hier waren auf jeden Fall schlaue Köpfe am Start, die dazu auch noch mit dem richtigen Humor gesegnet waren :D

Einfach nur großartig!


Schade, dass sich der Film wohl bei seiner damaligen Kinopremiere als ein Flop an der Kasse herausstellte (war wohl damals für die meisten etwas zu fortschrittlich bzw zu befremdlich/beängstigend) ;)

Das Interview mit Piero Schivazappa in den Extras finde ich dann auch noch sehr interessant und recht aufschlussreich. Der Regisseur hinterließ dabei einen sehr sympatischen Eindruck...

ps: Auf "Liebe und Tod..." bin ich natürlich auch seeeeehr gespannt und dieser dürfte dann endlich im Laufe dieser Woche mit meiner verspäteten Monatsbestellung eintreffen... :)


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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 18.11.2014 18:08 
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Mit euren Reviews hier ist mir aufgefallen das ich den noch gar nicht auf der neuen Koch scheibe begutachtet habe...

Schon ein sau Stylischer Film, genauso ein Saustück von Film.... Der Anfang als er sie Quält ist nicht unbedingt so mein Fall, aber die zweite Hälfte als sie das Ruder in die hand nimmt, die ist sehr dufte! Der Score ist auch geil!
So wie Leroy in dem Film zu wohnen ist sehr Reizvoll, natürlich ohne die Sado untensilien 8-)

8/10

Das Interview mit dem Regisseur ist auch super Informativ!

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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 18.11.2014 19:20 
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reggie wrote:
Mit euren Reviews hier ist mir aufgefallen das ich den noch gar nicht auf der neuen Koch scheibe begutachtet habe...

Schon ein sau Stylischer Film, genauso ein Saustück von Film.... Der Anfang als er sie Quält ist nicht unbedingt so mein Fall, aber die zweite Hälfte als sie das Ruder in die hand nimmt, die ist sehr dufte! Der Score ist auch geil!
So wie Leroy in dem Film zu wohnen ist sehr Reizvoll, natürlich ohne die Sado untensilien 8-)

8/10

Das Interview mit dem Regisseur ist auch super Informativ!


Wieso ohne die Utensilien? :D

Was würde ich für eine Synchro für den Film geben. Dann hätte ich die 10 von 10 gezückt. ;)

Wenn ich das Geld und die Erfahrung hätte, ich würde glatt ein Remake drehen. Mit Jean Dujardin und Scarlett Johansson.


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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 18.11.2014 19:36 
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Ich brauch doch kein Folterwerkzeuge im Haushalt :o

Erstell doch ne Syncro für den Film, du kennst dich doch da aus! Wäre cool ;)

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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 18.11.2014 20:31 
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reggie wrote:
Mit euren Reviews hier ist mir aufgefallen das ich den noch gar nicht auf der neuen Koch scheibe begutachtet habe...

Genau das dachte ich auch. Weiß eigentlich gar nicht, warum ich den ausgelassen habe und bislang noch nicht geschaut habe.
Wie ich so heraus hören kann, sollte es sich ja tatsächlich lohnen!


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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 18.11.2014 20:34 
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Ja und wie ! Schau dir doch die Bilder vom Pistilli an! Was ein Stylischer Film! Und unsere Daggi ist auch voll hübsch anzuschauen in dem Film ;)

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PostPosted: 18.11.2014 20:37 
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Oh ja, die Bilder sind wirklich eine Wucht und mit Dagmar Lassander freunde ich mich auch immer mehr an. ;)


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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 18.11.2014 22:08 
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Prisma wrote:
reggie wrote:
Mit euren Reviews hier ist mir aufgefallen das ich den noch gar nicht auf der neuen Koch scheibe begutachtet habe...

Genau das dachte ich auch. Weiß eigentlich gar nicht, warum ich den ausgelassen habe und bislang noch nicht geschaut habe.
Wie ich so heraus hören kann, sollte es sich ja tatsächlich lohnen!


Ich habe mich auch ehrlich gesagt schon gewundert, warum gerade von Euch beiden noch nichts zum Film geschrieben wurde ;)

@ Reggie: Freut mich sehr, dass er Dir gefallen hat (davon war aber bei diesem Kaliber von Film auch auszugehen) ;)

@ Prisma: Wie ich mittlerweile Deinen Filmgeschmack so einschätze, bin ich fest davon überzeugt, dass es im Anschluss an Deine Filmpremiere zu einem großartigen Jubelsturm kommen wird :D Wünsche Dir viel Spaß bei diesem Augenschmaus der Extraklasse... Du wirst ihn lieben ;)


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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 28.11.2015 01:23 
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Endlich nun auch mal die Koch-Disc gesehen. :oops: Mir war schon klar, dass es sich nicht wirklich um einen Giallo handelt, dennoch wusste ich nicht wirklich, was mich erwarten würde.

Tatsächlich handelt es sich um ein 2-Personen-PopArt-Psychodrama-Kammerspiel mit hervorragenden Leistungen von Philippe dem König und La Lassander mit tollem Cipriani-Soundtrack, das sich sehr anders entwickelt als man vermuten würde. Einen Punktabzug gibt es für die schwächelnden traumartigen Sequenzen wie die mit den "blasenden" Frauen auf dem Zug, die wirkt, als hätte man sich eben in die "Magical Mystery Tour" der Beatles verirrt. Anyway, dieser Film lohnt das Ansehen definitiv.

Und nun werde ich sehen, dass ich genügend Geld zusammenspare, um mir ein Amphicar zu kaufen. Da baue ich dann einen Flux-Kompensator ein und reise in das Jahr 1969, um dann Daggi Lassander zu entführen. :mrgreen:


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 Post subject: Re: THE FRIGHTENED WOMAN - Piero Schivazappa
PostPosted: 01.04.2016 23:08 
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Das ist wieder einer der Filme, wo ich wieder weiß, warum ich gerade die 60er liebe.
Die Optik des ganzen Films ist einfach nur grandios.
Wenn man daran denkt, wie bunt das alles ist, wie viele komplett verrückte Ideen da drinstecken, wie sehr style over substance das Ganze ist (diesmal im wahrsten Sinne des Wortes), da sieht man sofort, der Film kann nur aus den 60ern sein!
An eine halbwegs vernünftige Geschichte braucht man gar nicht erst denken, aber das sollte sich nicht groß negativ in der Bewertung niederschlagen.
Denn man will ja auch gar nicht irgendeine großartige Geschichte erzählen, was hier zählt ist einzig und allein das Visuelle und darin ist der Film mehr als überzeugend.
Natürlich sind Philippe Leroy und Dagmar Lassander als Protagonisten-Duo mit ihren Pseudo-SM-Spielereien auch nicht ganz unwesentlich für den hohen Unterhaltungsgrad verantwortlich, aber das ist bei weitem nicht die Hauptsache.
Stelvio Cipriani liefert dazu einen lässigen Easy Listening/Lounge Score.
Zwischendurch gibt's neben zarten Harfenklängen und natürlich einer Melodie, die von der wunderbaren Stimme von Edda Dell'Orso veredelt wird, zum Ende hin auch eine Melodie in bester IW-Manier zu hören.
Diese Szene gerät dann auch zu einer der besten des Films.
Da hat man Leroy und Lassander gemeinsam im Pool, er bewegt sich langsam auf sie zu, während sie immer weiter zurück geht.
Auch bezüglich Kameraarbeit eine äußerst gelungene Szene, hat man doch auch die extremen Nahaufnahmen, wie im IW.
Sicher eine der in ihrer Gesamtheit stimmigsten Szenen des Films.
Das Ende ist dann auch noch einmal eine sehr schöne Szene, denn da ist (bis auf die Brille von Dagmar Lassander) wirklich alles in schwarz/weiß gehalten.

Also: Nur nicht viel über die Geschichte nachdenken, sondern einfach die Bilder wirken lassen, dann passt's schon!
8,5/10


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