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 Betreff des Beitrags: HEXENHAUS - BLUT FÜR DIE ZOMBIES - James Riffel
BeitragVerfasst: 30.06.2018 12:12 
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The Dead Come Home
(Hexenhaus - Blut für die Zombies / Hexenhaus / Dead Dudes in the House / The House on Tombstone Hill)
USA 1989 - Written & Directed by James Riffel
Starring: Mark Zobian, Victor Verhaeghe, Sarah Newhouse, Douglas Gibson, J.D. Cerna, Naomi Kooker, Eugene Sautner...


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Ob sich der 1961 in New Jersey geborene James Riffel gegen Ende der 1980er-Jahre, kurz bevor er das Projekt The Dead Come Home in Angriff nahm, gedacht hat, "was Sam Raimi kann, kann ich schon lange", ist nicht überliefert. Falls ja, widerlegt das Ergebnis seine Gedanken eindrucksvoll. Denn The Dead Come Home ist bloß ein weiteres leidlich unterhaltsames Gorefest nach der The Evil Dead-Masche, das dem großen Vorbild in keinster Weise das Wasser reichen kann. Während Sam Raimi beim Teufelstanzdreh ein junger, hungriger, wilder, aufstrebender und engagierter Filmemacher mit beachtlichem Talent war, ist James Riffel bestenfalls ein passabler Handwerker ohne jegliches Gespür für Dramaturgie und Timing und ohne Ahnung, wie man wuchtige Horror-Action inszeniert und kreative Splatter-Set-Pieces in eine simple aber launige Geschichte integriert. Die einzelnen Zutaten sind in The Dead Come Home allesamt vorhanden, aber dem Koch ist es nicht gelungen, daraus etwas Schmackhaftes zu zaubern.

In dem alten, abgelegenen Landhaus soll es spuken, heißt es, hat sich dort doch vor vierzig Jahren ein schrecklicher Mord zugetragen. Nun hat es sich eine kleine Gruppe Jugendlicher in den Kopf gesetzt, das heruntergekommene Gebäude zu renovieren. Kaum sind sie drinnen, kommen sie nicht mehr raus. Die Türen sind verschlossen, die Fenster lassen sich nicht öffnen, und das Glas entpuppt sich als unzerbrechlich. Dann taucht plötzlich eine uralte, runzelige Frau auf, welche die Gruppe erst sondiert und anschließend seelenruhig nach oben schlurft. Einer der Jungs folgt ihr, und als der nicht mehr zurückkommt, sieht ein Mädel nach dem Rechten. Die blutbespritzten Wände deuten darauf hin, daß sie ihren Kameraden wohl nicht mehr lebendig antreffen wird. Und so ist es auch. Der Typ ist mausetot, abgestochen von der alten Hexe. Leider ist es ihm nicht vergönnt, die ewige Ruhe zu finden, kehrt er doch sofort als mordlüsterner Zombie wieder. Das unvermeidliche Blutbad in der abgeriegelten alten Villa nimmt seinen Lauf.

Und dieses "Blutbad" ist es auch, was den geneigten Fan mehr oder minder bei Laune halten sollte, insbesondere, wenn er ein Faible für handgemachtes Gekröse aus den späten Achtzigern hat. Für die Spezialeffekte zeichnen immerhin Ed French (Blood Rage), Bruce Spaulding Fuller (Rejuvenatrix) und Erik Schaper (Bride of Re-Animator) verantwortlich, und diese Herren verstehen ihr Handwerk, selbst wenn ihnen nur geringe Mittel zur Verfügung stehen. Egal ob Hände von einer Machete amputiert werden, ein Körper mittig entzweit wird oder sich ein Sägeblatt tief in einen Schädel bohrt, das sieht alles sehr ansehnlich aus. Was den Gore-Szenen jedoch fehlt, ist der Druck, die Intensität. Das Gebotene ist nett, ja, aber auch rasch wieder vergessen. Hinzu kommt, daß die saftigen Kills nun niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken, hat sich das Genre doch in den letzten Jahrzehnten beständig weiterentwickelt, sodaß der Streifen gegen das, was man heutzutage so serviert bekommt, glatt harmlos erscheint.

Was gibt es über James Riffels von Troma Entertainment vertriebenen Debütfilm noch zu sagen? Die Teenager sind überwiegend unsympathische Flitzpiepen, denen man keine Träne nachweint. Besonders der halbstarken Knalltüte, welche gleich zu Beginn einen Grabstein zertrümmert, gönnt man sein schmerzhaftes Ableben von Herzen. Das Make-up der (von einem Mann im Kostüm gespielten) Old Lady ist billig aber recht effektiv. Und auch die begrenzte Location ist irgendwie cool. Schauspielerisch werden keine Bäume ausgerissen, eher Grashalme geknickt. Die Kameraführung ist okay; beim dreihundertsechzig Grad Kameraschwenk kann man sich z. B. ein Grinsen kaum verkneifen (nicht der einzige dreiste Szenenklau aus The Evil Dead). Die Musikuntermalung ist mir weder positiv noch negativ aufgefallen. Der Ton schwankt zwischen locker und ernst, der eingestreute "Humor" ist unlustig, und das Geschehen dümpelt spannungslos vor sich hin. Es gibt also nur einen Grund, diesem Hexenhaus einen Besuch abzustatten. Und der ist blutrot.

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