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 Betreff des Beitrags: ABSURD - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 09.08.2018 13:07 
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Absurd aka Ausgeburt der Hölle ("Rosso Sangue" Italien 1981, Regie: Joe D'Amato)

Ein kräftig gebauter Mann (Luigi Montefiori) ist auf der Flucht vor einem Priester. Es stellt sich heraus, dass dieser Priester in Wirklichkeit ein Wissenschaftler ist, der Experimente mit radioaktiver Strahlung gemacht hat. Der Mann, den er jagt, ist ein Versuchskaninchen - und er ist mordsgefährlich! Als der Mann über einen Zaun klettern will, spießt er sich versehentlich auf den Metallspitzen auf, schafft es aber noch zum nahe gelegenen Haus. Die Gedärme schon in den Händen tragend, wird er ins Krankenhaus eingeliefert. Doch er ist ziemlich schnell wieder auf den Beinen, denn er verfügt über unglaubliche Selbstheilungskräfte. Außerdem hat er die unschöne Angewohnheit, jeden, der ihm über den Weg läuft, brutal niederzumetzeln...

Italiens Antwort auf die Slasherwelle, die Anfang der 80er über die Filmwelt schwappte, gab hier Billigfilmer Aristide Massaccesi, der unter seinem Pseudonym Joe D'Amato auch Werke wie "Man Eater - Der Menschenfresser" und "Sado - Stoss das Tor zur Hölle auf" abgeliefert hat.

Es gibt den kleinen Jungen, der Angst vorm "schwarzen Mann" hat. Er liebt es außerdem die Erwachsenen mit Horror-Masken zu erschrecken, ähnlich, wie Corey Feldman in "Friday the 13th- The Final Chapter" (1984), oder der Junge in Romano Scavolinis "Nightmare In A Damaged Brain" (1981). Die Story weist auch große Ähnlichkeit mit der von "Silent Rage" ("Das stumme Ungeheuer") auf, aber auch der kam erst ein Jahr später. Zwar ist auch hier die Handlung auf ein Minimum beschränkt (und auch recht billig an den Haaren herbeigezogen), aber im Gegensatz zu den US-Vorbildern ist hier alles etwas ruppiger und ungeschminkter. Luigi "George Eastman" Montefiori gibt uns hier den Jason-Verschnitt und kommt auch ohne Maske bestens zurecht. D. h. er chargiert. :D Manchmal hat es den Anschein, als ob die Darsteller gar nicht so recht wussten, was sie nun eigentlich zu spielen haben. Die deutsche Synchro (sofern es sich nicht gerade um die nachsynchronisierten Szenen handelt) passt sich den Gegebenheiten mal wieder perfekt an. ^^

Begleitet wird das Ganze von einem sehr schönen Synthie-Score, typisch für solche Italo-Produktionen. Und die Effektarbeit versteht es mit einfachen Mitteln richtig herbe Schockbilder zu kreieren, die z. T. recht lange ausgekostet werden. Da purzeln Gedärme, wird ein Kopf von einer Bandsäge (fast) zerteilt, es wird rumgematscht, wie zu jener Zeit bei Lucio Fulci. Die Bluteffekte bestechen durch ihre Einfachheit, sind aber sehr effektiv - und sie gewähren ungeahnte Einblicke in die Physik. Da rutscht der Bohrer noch an der Schläfe eines Opfer hin und her, obwohl das Teil schon im Schädel steckt. :lol: Die Mordszenen sind dann auch unverhohlen selbstzweckhaft. Brauchen die US-Slasher immer noch irgendeine (nicht selten ziemlich aufgesetzte) Moral, mordet dieser Killer einfach sinnlos in der Gegend rum. Und man kann nie sicher sein, wie weit es Filmemacher, wie Joe D'Amato treiben. Mit genüsslicher Detailiertheit wird gesägt, gebohrt und geschlitzt.

Diesen Film als bloßes Abspulen brutaler Mordszenen zu bezeichnen, würde ihm dennoch nicht gerecht werden. Gerade das Ende überrascht mit einer originellen Variation von Rotkäppchen und der Wolf und entlässt den Zuschauer mit einem Augenzwinkern. Wirklich schön makaber und geschickt umgesetzt. Auch leistet sich Joe D'Amato zwischendurch immer wieder ein paar amüsante Seitenhiebe auf das gutbürgerliche Leben. Die dichte und bedrückende Atmosphäre von "Man Eater" erreicht Joe D' Amato hier allerdings nicht, aber das hatte er auch nicht beabsichtigt.

Der Streifen wurde auch als "Antropophagus 2" vertrieben, hat aber mit "Man Eater" ("Antropophagus" 1980) storymäßig rein gar nichts zu tun. Parallelen (außer dem Regisseur) gibt es aber schon:

- In beiden Filmen ist Luigi Montefiori (aka George Eastman) der Killer.
- Gleich zu Anfang rutschen Montefiori die Gedärme aus dem Bauch. Insofern schließt "Absurd" sogar irgendwie an "Man Eater" an.
- Beide Männer sind Griechen. "Man Eater" spielte in Griechenland.
- In beiden Filmen wird kräftig und selbstzweckhaft rumgesaut. :mrgreen:

Jo, ganz schön doof und schundig das Ganze - aber eben auf eine Art, wie es damals nur die Italiener hinbekommen haben. Angenehm trashig und - rückblickend betrachtet - auch irgendwie skurril. Solche Filme werden heute einfach nicht mehr gemacht. Würde man mich (vielleicht bei einem Filmabend) vor die Wahl stellen, zwischen zeitgenössischem Splatter ("Saw", "The Purge", "Hostel", etc.) oder einem alten Schinken, wie "Absurd" zu wählen, würde ich mich immer für den alten Schinken entscheiden. Die machen mir (im Gegensatz zu den zeitgenössischen Genre-Filmen) immer noch Spaß und derbe finde die Old School-Effekte auch heute noch. :-)

Fazit: Trash Al Dente! :-D

7/10 Kult-Trash-Splatter

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PHOBOS (Trailer - deutsch)


THC statt TTIP!


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