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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 04.12.2009 16:24 
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The packaging for this film is quite misleading, which may account for all the ill will towards it: first the title itself implies this is a vampire movie (it's not) and the cover picture shows an actress (Krista Nell?) with a vaguely Bride-of-Frankenstein-esque hairstyle, which also gives a misleading impression of the subject of this film. And it must be acknowledged at the outset that "Bloodsucker Leads the Dance" is a trifle, more of an excuse to get its actresses naked than a serious attempt at filmmaking.

That said, however, I don't think the film is entirely without redeeming characteristics, especially for fans of giallo (Italian thrillers), the major characteristics of which this film displays in its plot (a murderer with supernatural overtones is stalking a bevy of sexy houseguests at the remote country mansion of a count) and its gothic setting. If you take it for what it is (a flimsy giallo made on a shoestring budget) and not high art, you notice a few fun things about this production while viewing it: a cool soundtrack, nice costumes and sets, a perverse view of human nature and of course lots of female skin. It can be a fun movie to watch if you approach it in the right spirit. Probably not for those not already "hooked" on giallo, though.

(c) IMDb


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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 28.01.2010 18:43 
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"The Bloodsucker Leads the Dance" ist ein Film , dem kein besonders guter Ruf vorrauseilt . Die überwiegende Meinung zu dem Werk lautet "beschissen bis mäßig " ! Dementsprechend konnte ich es kaum erwarten , die Videokassette aus dem grausligen Cover zu befreien und in den Rekorder zu legen !

Zur Story: Graf Richard Marnack (Giacomo Rossi-Stuart) lädt aus unerfindlichen Gründen ein paar Schauspielerinnen (besser:Nutten) auf sein Schloß ein um sich promt in eine der Damen zu verlieben , da sie seiner verschwundenen Frau erstaunlich ähnlich sieht (Tut sie NICHT !!!) .Die Bediensteten des Grafen hegen jedoch eine Abneigung gegen die Edelfräulein und deren leichten Lebenswandel .Zudem lastet ein gar schröcklicher Fluch auf dem Geschlecht der Marnack , der besagt daß untreue Frauenzimmer schnell einen Kopf kürzer gemacht werden . Nach einer Stunde gibt es dann auch die erste Enthauptung zu bewundern , und das große "wer ist der Mörder" -Spielchen geht los ...

Was für ein miserables Meisterwerk ! Dem Film dürfte ein Telefonat mit diesem Inhalt vorrausgegangen sein :"Wir haben ein paar Flittchen , die es umsonst vor der Kamera treiben... ruf Giaccomo an , der schuldet mir eh noch Geld " !

Die Handlung und Dialoge ("We`re no castle-type") sind vollig bekloppt , aber das ist nicht besonders tragisch , denn sie dienen lediglich als Vehikel für den eigentlichen Inhalt des Films: den Sleaze !!! Und der ist schon so unfaßbar selbstzweckhaft ausgefallen , daß man denken könnte , einzelne Handlungsstränge (die wiederholt ins Leere laufen...) dienen lediglich als Lückenfüller zwischen den einzelnen Sex-Szenen . Lustigerweise sind diese Füllszenen sehr unterhaltsam ausgefallen, der fanatisch-religiöse Buttler liefert eine beispiellose Performance ab Die schauschpielerischen Leistungen pendeln zwischen Overacting und absoluter Arbeitsverweigerung ,Giacomo Rossi-Stuart wirkt völlig perplex und kichert sich durch den Film . Optik und Soundtrack sind durchaus solide , allerdings sorgt die mehrfache Verwendung eingefügter Szenen ( "Meeresbrandung in schwarz-weiß") für begeistertes Kopfschütteln !

Alles in allem ein ziemlich debiler Film , wer ihn durchhält wird mit dem blödesten Ende belohnt das ich je gesehen habe !


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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 28.01.2010 18:53 
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Den hab ich auch noch rumliegen, mich aber noch nicht getraut den anzuschauen :cry:

Aber dein Text macht Lust auf eine Sichtung :mrgreen:

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 30.01.2010 17:39 
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Muss ich sehen! :mrgreen:

Der Trailer sah schon recht interessant aus.

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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 19.05.2010 01:03 
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Ich muss es nochmal sagen, der könnte genau nach meinem Geschmack sein.

Ich liebe diese trashigen, sleazigen, aber gleichzeitig in schönen Gothic-Style getauchten Filmchen aus den 70ern. So Filme in der Art von NUDE FOR SATAN, DEVIL'S WEDDING NIGHT, BLACK MAGIC RITES, MALABIMBA, MÖRDERBESTIEN ... Und ich bin immer auf der der Suche nach mehr. :mrgreen:

Kann es sein, dass die DVD von Redemption inzwischen schon schwerer zu bekommen ist? Ich hab sie jetzt auf die Schnelle nur im Amazon-Marketplace gefunden. Preis geht in Ordnung, also gleich mal bestellt. :lol: Wer sie also auch noch sucht, sollte dort mal schauen.

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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 19.05.2010 01:14 
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Chet wrote:
Kann es sein, dass die DVD von Redemption inzwischen schon schwerer zu bekommen ist? Ich hab sie jetzt auf die Schnelle nur im Amazon-Marketplace gefunden.


Bei Amazon.co.uk ist die Scheibe im Sortiment. Status: Only 1 left in stock--order soon (more on the way).

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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 19.05.2010 01:20 
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Chet wrote:
Ich muss es nochmal sagen, der könnte genau nach meinem Geschmack sein.

Ich liebe diese trashigen, sleazigen, aber gleichzeitig in schönen Gothic-Style getauchten Filmchen aus den 70ern. So Filme in der Art von NUDE FOR SATAN, DEVIL'S WEDDING NIGHT, BLACK MAGIC RITES, MALABIMBA, MÖRDERBESTIEN ... Und ich bin immer auf der der Suche nach mehr. :mrgreen:

Kann es sein, dass die DVD von Redemption inzwischen schon schwerer zu bekommen ist? Ich hab sie jetzt auf die Schnelle nur im Amazon-Marketplace gefunden. Preis geht in Ordnung, also gleich mal bestellt. :lol: Wer sie also auch noch sucht, sollte dort mal schauen.


Ich bin schon auf Deine Kritik gespannt ;)


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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 30.05.2010 19:17 
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Vielen, vielen Dank nochmal für den Tipp! War genau nach meinem Geschmack. Ist doch immer schön, wenn ein Film perfekt die Erwartungen erfüllt. Wer Batzella und Polselli schätzt, sollte sich auch diesen Film nicht entgehen lassen.

Ein Graf lädt ein paar Theater-Darstellerinnen auf sein Schloss ein, bald geschehen Morde...

Ähm ja, mehr kann ich zur Handlung nicht sagen. Ein absoluter Brüller ist auch die engl. Synchro, insbesondere die Stimme von Giacomo Rossi Stuart (da kann man in vielen Sätzen schon froh sein, wenn man wenigstens ein Wort versteht!). Die Frauen sind schön (Femi Benussi, Krista Nell, Patrizia Webley - muss ich mehr sagen?), die schaupielerischen Leistungen rangieren zwischen akzeptabel und höchst amüsant und die Story ist, wie schon gesagt, kaum existent. Nicht unerwähnt bleiben sollten auch die zahlreichen und oft total unmotivierten Nudity- und Sex-Einlagen. Man könnte also meinen, Trash-Fest deluxe, aber...
Im krassen Gegensatz dazu - und genau diese Mischung liebe ich an den ital. Gothic-Streifen dieser Zeit - steht die prachtvolle Inszenierung. In Punkto Ausstattung und Setting verdient sich der Film bei mir locker Bestnoten. Location ist mal wieder dieses Schloss, in dem schon unzählige Filme dieser Art gedreht wurden (wird dem einen oder anderen bestimmt bekannt vorkommen). Sehr gut gefällt mir auch die Musik von Marcello Giombini, der sich hier mal wieder ordentlich in Zeug gelegt hat. Luciano Pigozzi hat übrigens auch wieder seine typische Rolle als Schloss-Diener. Ein Film, bei dem sich der Italo-Fan also gleich zuhause fühlt.

Und genau diese sympathische Kombination aus Inkompetenz und Könnerschaft ist es doch, was das Italo-Kino oft auszeichnet und so lässt sich dieses obskure Werk vielleicht auch am besten beschreiben. Sicher mag's Leute geben, die den Film als langweilig bezeichnen würde, von mir gibt's aber eine ganz klare Empfehlung.

Die Bildqualität der DVD sieht gut aus, der Ton knistert und knackt immer mal, aber das sollte nun wirklich niemanden vom Kauf abhalten.


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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 30.05.2010 20:45 
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Du hast mich überzeugt, die Scheibe ist so gut wie gekauft! :)

Chet wrote:
Location ist mal wieder dieses Schloss, in dem schon unzählige Filme dieser Art gedreht wurden (wird dem einen oder anderen bestimmt bekannt vorkommen).


Ist das nicht dasselbe ranzige Gemäuer wie in SCARLETTO und BLACK MAGIC RITES?

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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 30.05.2010 21:27 
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Diabolik! wrote:
BLACK MAGIC RITES?


Du meinst...zitter...Rita...Marcia...war...stammel...dort...?¿

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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 30.05.2010 21:54 
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Marcia war dort... Herbert war dort...
Sollen wir uns dort trauen lassen?

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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 30.05.2010 23:26 
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Diabolik! wrote:
Du hast mich überzeugt, die Scheibe ist so gut wie gekauft! :)


Wirst es nicht bereuen!

Diabolik! wrote:
Chet wrote:
Location ist mal wieder dieses Schloss, in dem schon unzählige Filme dieser Art gedreht wurden (wird dem einen oder anderen bestimmt bekannt vorkommen).


Ist das nicht dasselbe ranzige Gemäuer wie in SCARLETTO und BLACK MAGIC RITES?

Ranziges Gemäuer? Ich liebe dieses Schloss, alle guten Filme wurden dort gedreht! ;)

Nicht nur Marcia und Herbert waren dort, auch Malabimba, sowie Mark Damon u. Rosalba Neri (DEVIL'S WEDDING NIGHT) waren dort. :mrgreen: Und auch Radley Metzgers LICKERISH QUARTET (ansehen!) wurde dort gedreht.

Wen es interessiert: Ein Blick in die IMDB hat ergeben: Balsorano Castle, L'Aquila, Abruzzo, Italy

Wäre das nicht der ideale Ort für ein Forentreffen? :D

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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 30.05.2010 23:59 
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Ranzigkeit ist immer ein Zeichen von Qualität! :mrgreen:
Zumindest lag ich mit meiner Vermutung richtig...

Chet wrote:
Wäre das nicht der ideale Ort für ein Forentreffen? :D


Perfekt! Ich fang schon mal an, mir die scharlachrote Kapuze und den Strampelanzug zu nähen. Blap schlage ich eine Geschlechtsumwandlung zu Rita Calderoni vor. Dann wird die Party dufte!

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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 31.05.2010 00:56 
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Diabolik! wrote:
Marcia war dort... Herbert war dort...
Sollen wir uns dort trauen lassen?


Wo, wenn nicht an diesem unheiligen Ort? Ich muss nur aufpassen, dass ich auf dem Pflaster nicht mit meinen High Heels umknicke!

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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 12.06.2010 16:29 
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1. Sollte der Thread in "Horror". Mit einem Giallo hat das nun wirklich kaum was zu tun.

2. Hab ich mir den Film inzwischen nochmal angsehen und er gefällt mir immer noch. Handlung und Synchro konnte ich diesmal sogar einigermaßen folgen. Aber die Punkte, bei denen der Film am meisten überzeugt, sind immer noch Setting, Atmosphäre und Giombinis Score. Ein feiner Streifen!

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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 12.06.2010 17:43 
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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 06.08.2016 14:19 
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Die Redemption-Ausgabe war gerade relativ preiswert zu bekommen. Ich hatte keine hochgeschraubten Erwartungen, aber ich fand das Teil einfach nur langweilig. Mit handlungsarm habe ich kein Problem, auch mit langsam nicht, aber das ist so schleppend und uninspiriert inszeniert. Die paar zahmen Sexszenen konnten das auch nicht wirklich verbessern. Die Auflösung ist ein holprig gemachter Antihöhepunkt. Die unterirdische englische Synchro gab dem Teil dann den Rest. Warum müssen englische Synchros immer so erbärmlich sein?

Bizarr ist der Trailer bei den mageren Extras. Da ist dann drin, was man bei dem Film bei den Bettszenen nicht verwendet hat - was sie bedeutend weniger statisch macht als im Endprodukt und auch - relativ gesehen - viel mehr zeigt.


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 Post subject: Re: THE BLOODSUCKER LEADS THE DANCE - Alfredo Rizzo
PostPosted: 21.07.2020 21:43 
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The bloodsucker leads the dance
La sanguisuga conduce la danza
Italien 1975
Regie: Alfredo Rizzo
Femi Benussi, Giacomo Rossi Stuart, Krista Nell, Patrizia Webley, Luciano Pigozzi, Mario De Rosa, Barbara Marzano, Caterina Chiani, Lidia Olizzi, Susette Nadalutti, Pier Paola Succi, Leo Valeriano


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OFDB

Italo-Cinema


Lord Marnac lädt eine Gruppe Schauspieler auf sein, auf einer Insel gelegenes, Schloss ein. Die eine Schauspielerin, Evelyn, sieht seiner verschwundenen Frau ausgesprochen ähnlich, und da er von der Sohle bis zum Scheitel ein Gentleman ist, dürfen alle ihre Freundinnen sowie das Faktotum der Truppe ebenfalls mit. Zuerst vergnügt man sich, sehr zum Missfallen des reaktionären Personals, ein wenig, Mädels mit Jungens, Mädels mit Mädels, doch eines Morgens wird plötzlich der Kopf der nymphomanen Cora gefunden. Und dies war beileibe nicht der letzte Mord. Hat der Fluch der Marnacs wieder zugeschlagen, der immer die Frauen der männlichen Nachkommen als Opfer fordert? Ist der unheimliche Hausdiener Gregory vielleicht genau das Monster, für den ihn alle halten? Oder lebt am Ende der Butler Jeffrey seine puritanischen Rachegefühle aus? Fakt ist: Ein Mörder geht um, Frauen verlieren ihre Köpfe, und die Insel ist durch einen Sturm von der Außenwelt abgeschnitten …

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Fakt ist auch, dass ich überhaupt keine Ahnung habe, wie ich diesen Film einordnen soll. Ein Softcore-Streifen ohne Erotik? Ein Krimi ohne Spannung? Ein Grusler ohne Grusel? Was zur Frage führt: Was hat dieser Film denn überhaupt?

BLOODSUCKER schafft es, nicht nur an jeglicher Erwartungshaltung fröhlich vorbeizuschrammen, sondern er weigert sich auch noch, diese dadurch entstandene Leere mit irgendwas zu füllen. Theoretisch könnte man, so wie Roberto Curti, den Film als Giallo ansehen. Allerdings finden alle Morde im Off statt, und die Eleganz eines italienischen Krimis selbst der Mitt-70er geht ihm vollkommen ab. Spannend ist in dem Zusammenhang, dass der Kommissar erstens auftaucht wie das Teufelchen aus der Kiste, zweitens Fragen stellt die nahe legen, dass er sich schon mindestens wochenlang mit dem mysteriösen Fall beschäftigt hat, und drittens so genau weiß wie er den Mörder entlarven kann, als ob er das Drehbuch gelesen hätte. Diese ganze Agatha Christie-artige Schlussentlarvung wirkt allerdings ziemlich deplatziert. Zu dem Rest Film irgendwie nicht ganz zugehörig …? Der weitaus größere Teil von BLOODSUCKER ist halt in erster Linie Ringelpiez mit Anfassen auf und um eine Burg herum, jede Menge Gespräche, und die paar herumliegenden Leichen sorgen zwar für stiere Blicke, fallen aber nicht wirklich ins Gewicht. Doch urplötzlich steht der Kommissar da, stellt Fragen und sucht einen Mörder? Der Fairness halber muss ich zugegeben, dass trotz des überschaubaren Casts eine gewisse Grundüberraschung bei der Mörderwahl durchaus gegeben ist, auch wenn das ganze in Bezug auf die Glaubwürdigkeit ein wenig an Cluedo erinnert: Wer ist der Mörder des Tages?

Man könnte das Teil auch als Gruselfilm ansehen. In dem Fall allerdings fehlen die meisten klassischen Gruselzutaten, und die Kombination aus Gewitter, Schloss und toter Frau reicht noch nicht so ganz. Fußspuren? Christlich-eifernder Butler? Nee, langt immer noch nicht. Ein armer Teufel, der durch den Regen schlurchen muss, und der als Unhold zu dienen hat alleine deswegen, weil ihn alle so bezeichnen? Könnte helfen, aber da hätte es durchaus etwas mehr Anstrengung in Bezug auf Stimmung und Narration gebraucht. Nein, Grusler ist das beim besten Willen keiner!

Aber vielleicht geht BLOODSUCKER als Erotikstreifen durch? Patrizia Webley, Femi Benussi, Krista Nell – Da kommt doch einiges an Kompetenz in Bezug auf die Darstellung nackter Tatsachen zusammen. Patrizia Webley, die mit diesem Film ihre Karriere so ziemlich begann, ist noch nicht so zeigefreudig wie später in Krachern wie MALABIMBA – KOMM UND MACH’S MIT MIR oder PLAY MOTEL. Jenseits der kurzen Oben ohne-Szenen gibt es nur noch die HC-Inserts der französischen Version, und das war’s. MALABIMBA geht da zum Beispiel erheblich deftiger zur Sache. Femi Benussi ist fast den gesamten Film über hochgeschlossen gekleidet, bis auf eine kurze Vergewaltigungsszene mit Luciano Pigozzi (Schauspielerinnen haben es wahrlich nicht immer leicht), und Krista Nell, die mit diesem Film ihre Karriere beendete und kurz nach den Dreharbeiten an Leukämie starb, steuert die Erotik in erster Linie über den Ausschnitt ihres Kleides und ihre tolle Ausstrahlung. Beides zugegeben verdammt sexy!

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Trotzdem, dreimal der Versuch den Film einzuordnen, dreimal daneben gegriffen. Vielleicht könnte man sich auf Erotik-Krimi einigen? Nun ja, jenseits von BASIC INSTINCT gibt es eine ungeheure Menge Filme, die diese Bezeichnung auch wirklich verdienen. BLOODSUCKER gehört definitiv nicht dazu. Was ja nicht weiter tragisch wäre, wenn BLOODSUCKER denn wenigstens aufregend wäre. Oder, wie der Titel suggeriert, etwas mit Vampiren zu tun hätte. “Der Blutsauger führt den Tanz an“, was hätte ein Sergio Bergonzelli aus diesem Titel alles herausholen können … Aber auch hier Fehlanzeige: Die Handlung ist eine klassische Krimihandlung ohne besondere Fisimatenten, und die Inszenierung ist ausgesprochen langweilig. Alfredo Rizzo mag ich als Schauspieler sehr gerne - Er gab irgendwie immer so den Knuffel vom Dienst, wie zum Beispiel den Manager der Bauchtanztruppe in DAS UNGEHEUER AUF SCHLOSS BANTRY, und wirkte in diesen Rollen sehr sympathisch. Aber als Regisseur scheint er nicht die Wucht gewesen zu sein. Vier Filme listet die OFDB von ihm, CARNALITÀ von 1974 habe ich mir mal organisiert, und werde zu gegebener Zeit Bericht erstatten.

A propos UNGEHEUER AUF SCHLOSS BANTRY: Welch hübscher Vergleich, geht es doch in beiden Filmen darum, dass eine Gruppe von (leichtlebigen) Künstlerinnen auf einem Schloss einkehrt und dort ihrer Nemesis begegnet. Renato Polsellis DIE GELIEBTE DES VAMPIRS geht auch so in diese Richtung. Aber während die beiden alten Schwarzweiß-Schinken mit Stimmung und Atmosphäre punkten, mit richtigen Charakteren und einer spannenden und abwechslungsreichen Handlung, ist bei BLOODSUCKER, man ahnt es wahrscheinlich bereits, nichts. Gedreht wurde unter anderem auf Schloss Balsorano, aber aus dieser tollen Location wurde sehr wenig herausgeholt. Die Szenen sind oft viel zu hell ausgeleuchtet, die Settings nicht aufeinander abgestimmt, die im Hintergrund trällernde Musik weist alles, was jemals in den 80ern in Pornos lief, auf die Ränge, und erzeugt insgesamt eine nüchtern-lustlose Stimmung, ähnlich wie in Bruno Gaburros DAS GASTHAUS ZUR WOLLUST. Wenn ich da an den bereits genannten MALABIMBA denke, oder an SEXORGIEN IM SATANSSCHLOSS, da geht mir doch das Herz in der Hose auf. Hier hingegen … Nun ja, die Worte spröde oder blutarm dürften es recht gut reffen.

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Ein Wort noch zu den vorhandenen Fassungen: Bei der Erstveröffentlichung 1975 in Italien wurden die freizügigen Szenen beanstandet, insbesondere die Lesbelei zwischen Caterina Chiani und Lidia Olizzi, sowie die Liebesszene zwischen Evelyn und Lord Marnac. Ob die Szenen daraufhin entfernt wurden entzieht sich meiner Kenntnis, in der französischen Erstaufführung 1977 waren sie aber auf jeden Fall dabei. Zusätzlich wurden dort noch HC-Inserts dazugepackt, die so aussehen, wie HC-Inserts der damaligen Zeit halt so aussahen: Haarig, großformatig, weitenteils unerotisch. Ein wenig mehr Mühe als bei so manch anderem Flick war wohl sichtlich dabei, aber nicht wirklich viel. Die Laufzeit dieser Inserts beträgt so ungefähr 8 bis 9 Minuten, was dann zu einer in Fan-Kreisen kursierenden “Integralfassung“ von 94 Minuten führt. Die offiziell erhältliche DVD hat 89 Minuten inklusive einer Einführung, dürfte also die Version ohne HC-Anteil sein.

4/10

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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