Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 19:19 
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Kein sehr guter Film. Die Geschichte hätte man auch in 98 Minuten erzählen können. Der Anfang erinnerte mich an die deutsche Bahn, da wartet man auch oft ewig auf das Züglein.

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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 20:56 
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mike siegel hat geschrieben:
Kein sehr guter Film. Die Geschichte hätte man auch in 98 Minuten erzählen können. Der Anfang erinnerte mich an die deutsche Bahn, da wartet man auch oft ewig auf das Züglein.


Ja, der letzte öde Scheiß. Gut zum einschlafen immerhin ...

Mein Arzt verschreibt die DVD auf Rezept, seitdem schlafen meine Eltern ganz prächtig, jedoch sind die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen. Na ja, fällt eigentlich unters Betäubungsmittelgesetz ...


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 21:23 
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RIO BRAVO ist auch so ein Schnarcher - 159 Minuten "Lassen wir den jetzt frei, oder bleibt er in der Zelle..." Gähn.

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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 21:27 
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Ich halte den Film tatsächlich für zu lang und zu langsam. Wenn ich die Wahl zwischen diesem und ZWEI GLORREICHE HALUNKEN habe, würde ich immer den letzteren schauen. Tatsächlich finde ich sogar, dass LIED VOM TOD Leones schwächster Western ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 21:29 
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Stanton hat geschrieben:
mike siegel hat geschrieben:
Kein sehr guter Film. Die Geschichte hätte man auch in 98 Minuten erzählen können. Der Anfang erinnerte mich an die deutsche Bahn, da wartet man auch oft ewig auf das Züglein.


Ja, der letzte öde Scheiß. Gut zum einschlafen immerhin ...

Mein Arzt verschreibt die DVD auf Rezept, seitdem schlafen meine Eltern ganz prächtig, jedoch sind die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen. Na ja, fällt eigentlich unters Betäubungsmittelgesetz ...


Sozusagen ein Metarezept.

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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 21:45 
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CDexWard hat geschrieben:
Tatsächlich finde ich sogar, dass LIED VOM TOD Leones schwächster Western ist.

JETZT kommt Stimmung in die Bude...
Junge, ich will dir ein bisschen das Gehirn massieren...Bild
(Frei zitiert nach Felipe [Duccio Tessari] aus EINE PISTOLE FÜR RINGO)


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 21:54 
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Djabartana hat geschrieben:
Claudia Cardinale ist wunderschön und passt auch hervorragend in die Rolle, aber mir war dieses böse, niemals lächelnde Gesicht unsympathisch. Man könnte auch sagen, dass die nix zu lachen hat in ihrer Rolle, aber mir gehen diese wie es so schön heißt "Resting-Bitch-Faces" auf den Sack :mrgreen:

Dem ersten Teil des ersten Satzes stimme ich uneingeschränkt zu, beim zweiten Teil möchte ich allerdings widersprechen.
Gerade ihr Gesicht macht sie so - kultiviert ausgedrückt - attraktiv (für mich zumindest).
Es ist eigentlich ob sie lächelt oder nicht, dieses Gesicht könnte ich mir stundenlang anschauen und mir würde nicht langweilig werden.
Und dein zweiter Satz stimmt sowieso nicht, da ist dir wohl etwas entgangen.
Mir fallen auf Anhieb zwei Szenen ein, in denen sie (zumindest kurz) lächelt.
"Hey, Cheyenne und müde?", da lächelt sie kurz.
Und auch am Ende nach dem Duell, als sie die Tür hört und plötzlich Harmonica dasteht, lächelt sie.
Soviel also dazu...


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 21:58 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
CDexWard hat geschrieben:
Tatsächlich finde ich sogar, dass LIED VOM TOD Leones schwächster Western ist.

JETZT kommt Stimmung in die Bude...
Junge, ich will dir ein bisschen das Gehirn massieren...Bild
(Frei zitiert nach Felipe [Duccio Tessari] aus EINE PISTOLE FÜR RINGO)


Ich sage dir auch, warum ich das finde. Mit diesem Film hat Leone seine eigenen Ideale aufgegeben und genau die Art von Film gemacht, die er zu Beginn seines Schaffens im Western vermeiden wollte. Christopher Frayling hat z.b. geschrieben, dass Leone den Westen von den "labernden Charakteren und Frauen" säubern wollte, die die Handlung nur unnötig verlangsamen und stattdessen den Fokus auf kurze und prägnante Dialoge, sowie schnelle Action gelegt hat. Mit SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD gibt Leone diese Absicht aber komplett auf und befüllt ihn mit genau den labernden Charakteren, die er zuvor immer vermieden hat. Der ganze Handlungsstrang mit Claudia Cardinale zieht sich wie Kaugummi und die ganzen kleinen Intrigenspiele machen es auch nicht wirklich besser.

Natürlich ist der Film handwerklich perfekt gemacht, der Unterhaltungswert liegt aber in meinen Augen hinter den DOLLAR-Filmen und TODESMELODIE.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 22:06 
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Ihr seid ja alle gefühlskalt.... brrrrrh, mich friert...

In (fast) jedem Forum dieses anonyme Bashing von Meisterwerken,
da vergeht's einem irgendwie. Ich glaub' ich klinke mich
ne Weile aus und nehme ein paar AK's auf... :) .

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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 22:16 
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Eigentlich hat er nichts aufgegeben, sondern nur seinen Stil immer weiter entwickelt. Letztlich ist er schon in Für ein paar Dollar mehr in die Breite gegangen, und gelabert wurde bei ihm schon in Für eine Handvoll Dollar recht viel. Und der Actionanteil ging danach, gemessen an der Laufzeit, schon im Verlauf der Dollar Trilogie immer weiter zurück.
Und mit den Frauenrollen meinte er die überflüssigen, diejenigen die die Handlung nicht benötigt, und dafür gibt es viele hübsche Beispiele im US Western, jedoch nicht Frauenrollen an sich.
Überflüssige Frauenrollen finden sich jedoch auch im IW, und auf Frauenrollen an sich wurde da auch nur ungern verzichtet.

Na ja, für mich ist C'era una volta il West jedenfalls Leones unterhaltsamster Film. Sein kurzweiligster, sein spaßigster, sein bester.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 25.03.2018 22:36 
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CDexWard hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
CDexWard hat geschrieben:
Tatsächlich finde ich sogar, dass LIED VOM TOD Leones schwächster Western ist.

JETZT kommt Stimmung in die Bude...
Junge, ich will dir ein bisschen das Gehirn massieren...Bild
(Frei zitiert nach Felipe [Duccio Tessari] aus EINE PISTOLE FÜR RINGO)


Mit diesem Film hat Leone seine eigenen Ideale aufgegeben und genau die Art von Film gemacht, die er zu Beginn seines Schaffens im Western vermeiden wollte. Christopher Frayling hat z.b. geschrieben, dass Leone den Westen von den "labernden Charakteren und Frauen" säubern wollte, die die Handlung nur unnötig verlangsamen und stattdessen den Fokus auf kurze und prägnante Dialoge, sowie schnelle Action gelegt hat. Mit SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD gibt Leone diese Absicht aber komplett auf und befüllt ihn mit genau den labernden Charakteren, die er zuvor immer vermieden hat.

Genau das Gegenteil ist doch hier der Fall.
Er hat keine Ideale aufgegeben, er hat hiermit genau das gemacht, was für ihn DAS Ideal des Western allgemein ist, hat gezeigt, was dabei herauskommt, wenn er seinen Stil mit Motiven des traditionellen US-Western kombiniert.
Er hat sich ständig weiterentwickelt und diese künstlerische Entwicklung findet hier ihren Höhepunkt.
Es gibt hier auch keine "labernden Charaktere und Frauen, die die Handlung unnötig verlangsamen".
Ich würde ihn sogar als den wortkargsten Leone-Western sehen und was die Frauenrolle betrifft, die ist hier ja das Zentrum von allem, um sie herum wird die ganze Geschichte aufgebaut.
All das, was hier zusammenkommt, wird zu einer tiefen Verbeugung Leones vor seinen Vorbildern wie Ford und zu einem, sozusagen, Hohelied und gleichzeitig Abgesang auf den Western generell.
Und ich wiederhole an dieser Stelle gerne noch einmal, was ich schon damals nach der Kinosichtung geschrieben habe:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Wer diesen Film sieht, sieht nicht nur irgendeinen Film, er sieht die Verwirklichung eines Traums.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 26.03.2018 13:14 
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CDexWard hat geschrieben:
Ich halte den Film tatsächlich für zu lang und zu langsam. Wenn ich die Wahl zwischen diesem und ZWEI GLORREICHE HALUNKEN habe, würde ich immer den letzteren schauen. Tatsächlich finde ich sogar, dass LIED VOM TOD Leones schwächster Western ist.


Ich möchte Dir ausdrücklich zustimmen - allerdings mit der Einschränkung, dass "schwacher" oder "schwächster" Film objektiv (?) betrachtet eben ein problematischer Terminus ist...denn objektiv betrachtet, finde ich, dass SPIEL MIR... der perfekteste Film Leones wäre, quasi seine Stil-Perfektionierung...handwerklich, inszenatorisch, die Bildkompositionen, die Zitat-Ebene (ich würde den Film als eine Art Puzzle aus USA-Western und dem eigenen Werk begreifen wollen, wenn es um den intertextuellen Bezug geht)... - so gesehen: ein perfekter Film...

dennoch muss der Film ja auch auf einen Zuschauer treffen, der sich darauf einlässt - und hier haben wir mindestens drei Erzähl-Ebenen: wir haben das frontier-Motiv, das durch das Eisenbahnthema gegeben ist, die Outlaw-Story sowie der Rache-Plot; dies wir alles technisch grandios zu einem Film geformt und durch den Soundtrack - mit den unterschiedlichen Musikthemen der einzelnen Charakteren - veredelt...

wenn der Film nun auf den geneigten Cineasten trifft, dann kann der einiges erleben: er kann der höchst komplexen Geschichte mit ihren zahlreichen Sub-Plots folgen, er kann die unendlichen Referenzen dechiffrieren, er kann sich an den Dialogen sowie an der performativen Affektebene (nicht zuletzt durch die Musik) ergötzen usw...

aber: ich weiß nicht, wie damals - beim Kinostart - der Film aufgenommen wurde; ich denke, dass er weniger als ein neuer "Western" aus Italien, sondern vielmehr als neuer "Leone" erwartet worden ist - und so gesehen fügt sich SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD folgerichtig ins Gesamtwerk Leones als wesentlicher Entwicklungsschritt ein...

wenn wir uns nun aber einmal von dieser Künstler-immanenten Perspektive fortbewegen und den Film als Western und dazu noch als Italo-Western wahrnehmen, dann erscheint der Film - für mich jedenfalls - als Fremdkörper, der eher den USA-Western re-aktiviert, als den Italo-Western fortschreibt...

wenn ich jetzt eher an einem "Italo-Western" interessiert wäre, dann - so meine These - wäre ich mit SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD möglicherweise schlechter betraten, als wenn ich mir zum Beispiel DJANGO - KREUZE IM BLUTIGEN SAND anschauen würde...

da sich Leone eben künstlerisch weiterentwickelt hat, sieht SPIEL nun einmal so aus, wie er ausschaut - ein großartiges Meisterwerk...

gleichwohl verliert sich in der epischen Breite des Films der kapitalistisch kritische (?) Zynismus, die Gewaltspitzen "funkeln" nur noch aus der Handlung hervor - was sie noch nachhaltiger in ihrer Wirkung macht - und der Film wird überhaupt von einer edlen Romantik verklärt, wie ich sie eher in den Siedler-Western aus den USA her kennen, als aus den graphisch überspitzten und nihilistischen Western aus Italien (x), wie sie seit dem ersten Leone-Western entstanden sind...

damit möchte ich sagen: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD ist cineastische Kunst - ohne Frage; doch fehlen dem Film einige Elemente, beziehungsweise: diese werden von anderen überdeckt, die beispielsweise bei den ersten drei Leone-Western ein ganzes Sub-Genre, nämlich den Italo-Western, beeinflusst haben...

das heißt: derjenige, der den Italo-Western in seiner Typisierung liebt - so wie ich -, der muss bei SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD schon Abstriche machen, sollte er einen Italo-Western erwarten - vielleicht finde ich ihn eben deshalb zu episch...
lange bevor ich den Film zum ersten Mal im TV gesehen habe, hatte ich nur davon gehört und schon ein paar andere Italo-Western gesehen; als dann der Film lief, war ich schon etwas enttäuscht und es hat mehrere Jahre gebraucht, bis ich jetzt mit dem Film eigentlich "ganz gut klarkomme" - kann man das - trotz des Status als Meisterwerk - nachvollziehen?


x = ich weiß natürlich, dass auch der USA-Western - das Vorbild für den Italo-Western - brutal, zynisch, nihilistisch sein kann und es war, dennoch sind gerade diese Stil-Idiome im Italo-Western extrem verdichtet, so dass ich diese verkürzte Stil-Charakterisierung als typisch für den Western aus Italien darstellen möchte, um so meinen Standpunkt zur unterschiedlichen Rezeptionserwartung zu bekräftigen...


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 26.03.2018 13:52 
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Howard Vernon hat geschrieben:
wenn wir uns nun aber einmal von dieser Künstler-immanenten Perspektive fortbewegen und den Film als Western und dazu noch als Italo-Western wahrnehmen, dann erscheint der Film - für mich jedenfalls - als Fremdkörper, der eher den USA-Western re-aktiviert, als den Italo-Western fortschreibt...

Ich würde das wiederum ganz anders sehen, nämlich weder als richtige "Reaktivierung" des US-Western, noch als Fortsetzung des Italowestern.
Er nimmt einfach den traditionellen Western, wie er ihn in jungen Jahren kennen (und wohl auch lieben-) gelernt hat, verflicht das mit seinem eigenen Stil und führt den Western an sich zu Ende.
SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD ist der Endpunkt des gesamten Genres, egal ob von amerikanischer oder italienischer Seite betrachtet.
Damit ist alles gesagt oder erzählt, was es in einem Western zu sagen/erzählen gibt, dieser Film stellt quasi die Quintessenz des Western dar.
Und nicht wenigen gilt der Film eben (aus meiner Sicht vollkommen zurecht) als DER Italowestern schlechthin.
OBWOHL es genau genommen ein halber US-Western ist.

Ich glaube auch (und das bezieht sich jetzt NICHT direkt auf das von dir geschriebene, Howard), dass Leone mit dieser langsamen, man kann schon sagen, andächtigen Inszenierung, dem Zuschauer genau das Gefühl vermitteln wollte, das er hatte, als er in seiner Jugendzeit die Filme von bspw. Ford gesehen hat.
Ich würde es vergleichen wollen mit dem Gefühl eines kleinen Kindes, das mit leuchtenden Augen und total fasziniert vor dem von Kerzenlicht strahlenden, geschmückten Christbaum steht.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 26.03.2018 14:34 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Ich würde das wiederum ganz anders sehen, nämlich weder als richtige "Reaktivierung" des US-Western, noch als Fortsetzung des Italowestern.
Er nimmt einfach den traditionellen Western, wie er ihn in jungen Jahren kennen (und wohl auch lieben-) gelernt hat, verflicht das mit seinem eigenen Stil und führt den Western an sich zu Ende.
SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD ist der Endpunkt des gesamten Genres, egal ob von amerikanischer oder italienischer Seite betrachtet.
Damit ist alles gesagt oder erzählt, was es in einem Western zu sagen/erzählen gibt, dieser Film stellt quasi die Quintessenz des Western dar.
Und nicht wenigen gilt der Film eben (aus meiner Sicht vollkommen zurecht) als DER Italowestern schlechthin.
OBWOHL es genau genommen ein halber US-Western ist.


Ich finde auch, dass man den Western als Genre nicht so sehr zwischen dem USA-Western und dem Italo-Western separiert betrachten sollte, gleichwohl es natürlich gute Gründe gibt, im "Italo-Western" ein eigenes, oder besser ein Sub-Genre zu sehen, wobei man dann diskutieren könnte, ob die Unterschiede nicht vor allem formal statt inhalticher Natur wären - aber egal...

von daher gebe ich Dir recht, dass man in SPIEL einen gewissen Endpunkt für das Western-Genre erkennen könnte - die Summe aller Teile in einem Film quasi vereint - mein Argument der Re-Aktivierung bezog sich dann auch mehr auf die Rezeption, also dass "Freunde" des USA-Western möglicherweise einen schnelleren Zugang zum Film finden, als Leute, die eher die ganz archaische Form des "Italo-Western" mögen - zu denen ich gehöre, weshalb mir da der Film am Anfang "Schwierigkeiten" bereitet hatte...

gehen wir jetzt einmal von einem Endpunkt für das Genre aus, das sich mit SPIEL verabsolutiert hätte, dann würde jeder weitere Western ja, der nach SPIEL gedreht wurde, ein NEO-Western sein - ein Film, der WIEDER das Genre belebt...

in Italien selbst hatte sich das Genre ja bald an den Kino-Kassen überlebt und man versuchte mit Komödien und Parodien noch die letzte Kraft zu mobilisieren; in den USA: was kam nach den großen Edelwestern, die sich mit ihrer stärken Psychologisierung ihrer Figuren hervorgetan hatten? Es begann das NEW-HOLLYWOOD-Kino mit seinem re-visionistischen Ansatz: mit der Dekonstruktion der großen Western-Mythen, es kam der sogeannte Spätwestern etc.

so gesehen finde ich Deine Analyse, in SPIEL ein (Zwischen-)Fazit (aber kein Schlussfazit) für ein etabliertes, jedoch im kommerziell Abgesang befindliches Genre zu sehen, durchaus treffend... zumal sich in SPIEL eben der USA-Western als auch der Italo-Western (für mich allerdings nur noch spurenhaft) integrieren...


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 26.03.2018 14:46 
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Sehr interessante Diskussion der ich auch nicht groß im Weg stehen will - nur kurz soviel:
'Spiel mir das Lied vom Tod' ist für mich genau so nicht nur ein Italo-Western wie Kubricks '2001' nicht nur Science-Fiction ist.
So - weiter machen ... :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 26.03.2018 14:56 
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Howard Vernon hat geschrieben:
von daher gebe ich Dir recht, dass man in SPIEL einen gewissen Endpunkt für das Western-Genre erkennen könnte - die Summe aller Teile in einem Film quasi vereint - mein Argument der Re-Aktivierung bezog sich dann auch mehr auf die Rezeption, also dass "Freunde" des USA-Western möglicherweise einen schnelleren Zugang zum Film finden, als Leute, die eher die ganz archaische Form des "Italo-Western" mögen - zu denen ich gehöre, weshalb mir da der Film am Anfang "Schwierigkeiten" bereitet hatte...

Naja, muss nicht sein.
Bei mir war es z.B. nicht so und das obwohl ich lange, sehr lange gebraucht habe, bis ich mich mit dem US-Western halbwegs "arrangieren" konnte (und da auch heute noch sehr wählerisch bin).
SPIEL MIR... war einer meiner ersten IW nach den drei Colizzi-Western, einigen Giuliano-Gemma-Western und ein paar Komödien.
Damals war ich sicher noch keine 10 Jahre alt und habe wohl noch nicht wirklich etwas von dem Film verstanden, aber zahlreiche Bilder und Szenen sind mir schon damals in Erinnerung geblieben.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 26.03.2018 17:05 
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Hab mir Samstag Nacht direkt noch die Blu-Ray bei Amazon bestellt und die lag heute schon im Briefkasten? Wie ist das möglich???
Jedenfalls hat die Blu-Ray mich so angelächelt, dass ich sie schon wieder eingelegt habe. Scheinbar hat mich der Film voll erwischt trotz meiner "Kritik". Wie er jetzt nochmal besser wirkt im Vergleich zur DVD kommt ihm auch nochmal zu gute. Sieht echt klasse aus!

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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 14.05.2018 17:40 
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Interessant, was alles so bei YouTube drin ist. Ich kenne das, aber ich stelle das mal hier auch rein.
Mirelle Mathieu, gut bei Stimme, singt Ennio Morricone. Da hatten sich damals im Jahre 1974 zwei
gefunden und mehrere Kompositionen vom Maestro musikalisch etwas neu aufbereitet. Obwohl natürlich
nicht zum Meisterwerk gehörend, passt es wunderbar als schönes Musik Extra :)
Eine Stimme hat sie,.... :)

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 11.07.2018 17:03 
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Fotos von den Dreharbeiten:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 14.08.2018 18:41 
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Stanton hat geschrieben:
Die Paramount Version: ca 165 min

Seit den 90ern auf VHS, Laser Disc, DVD, Blu und neuestens auch mal im TV.
Es fehlen 70 Sek in der ersten Szene, dafür gibt es eine 91 Sek lange zusätzliche Szene am Anfang, die den Film jedoch erzähltechnisch beschädigt, und nach meiner Meinung auch nicht in den Film gehört. Außerdem ist die Schlußmusik ist verkehrt.


Hallo, habe mich eben angemeldet da ich zu den Infos von dir hier gerade keine weiteren Informationen finden kann. Und da du dich gut auszukennen scheinst mit dem Film, hab ich mich direkt mal angemeldet. Habe den Film vor ein paar Tagen zum ersten mal gesehen (bin 33 Jahre) und er hat sich direkt zu einen meiner absoluten Lieblingsfilmen katapultiert. Aber wegen der Sache mit den Fassungen, ich selber kenne nur die von der BD (Kinofassung), aber nicht die von dir angesprochene, wirkliche Kinofassung die eben NICHT auf der BD zu finden ist:

- Was ist das genau für eine zusätzliche Szene am Anfang, die dem Film schadet, was passiert dort genau?

- Du sagst die Schlußmusik ist verkehrt ... welche Musik müsste denn die korrekte sein? Ich habe mir, nachdem ich den Film geschaut hatte, noch die Soundtrack-CD gekauft (die Extended mit 27 Liedern). Entspricht der Track "27 - C'era una volta il west (Finale)" der Musik der BD-Fassung, oder ist auf BD eine andere falsche Musik?


Hoffe du kannst mich da ein wenig aufklären :)

LG


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 15.08.2018 12:49 
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Einsiedler hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:


- Du sagst die Schlußmusik ist verkehrt ... welche Musik müsste denn die korrekte sein? Ich habe mir, nachdem ich den Film geschaut hatte, noch die Soundtrack-CD gekauft (die Extended mit 27 Liedern). Entspricht der Track "27 - C'era una volta il west (Finale)" der Musik der BD-Fassung, oder ist auf BD eine andere falsche Musik?[/b]



Ja genau, diese Finale genannte Stück steht an sich am Ende des Films. Sollte es jedenfalls, und auch so wie der Film auf der Blu drauf ist müsste das Stück Finale bis zum Ende durchlaufen, stattdessen bricht es nach etwas über 3 min plötzlich ab und wird durch das Cheyenne Thema ersetzt.

In der deutschen Kinofassung ist das alles richtig, und auch auf der italienischen Langfassung. Nur auf allen Paramount Discs ist das verkehrt, aber das betrifft den Großteil der Welt, das ist die Fassung wie sie heute fast jeder kennt.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 15.08.2018 13:00 
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Einsiedler hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:


[b]- Was ist das genau für eine zusätzliche Szene am Anfang, die dem Film schadet, was passiert dort genau?



Das ist eine kurze 'Szene nach der Schießerei am Bahnhof. In der sieht man daß Bronson nur verletzt wurde, man sieht wie er aufwacht, sich den Arm verbindet und dann weggeht.
Im Drehbuch stand diese kurze Szene übrigens nicht drin.

Jetzt überlege einfach mal, wie das wäre, wenn du den Film zum ersten mal siehst, und diese Szene fehlt. Was sich alles dadurch verändert.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 15.08.2018 16:18 
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Stanton hat geschrieben:
Jetzt überlege einfach mal, wie das wäre, wenn du den Film zum ersten mal siehst, und diese Szene fehlt. Was sich alles dadurch verändert.

Mhmm...
Ich habe den beim ersten Mal ohne die Szene gesehen (war eine Premiere-Ausstrahlung, habe ich sicher auch noch irgendwo) und in allen (oder zumindest den meisten) später gesehenen TV-Ausstrahlungen und der DVD war sie dann drin.
Und auch in der Fassung, die im Filmmuseum gezeigt wurde, war sie drin...
Scheiße, ist echt besser ohne diese Erweiterung.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 10.09.2018 14:54 
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Danke für deine Antwort @Stanton. Auch wenn meine Antwort etwas spät kommt, habe ich jetzt doch mal die Zeit darauf zu antworten.

Und in der Tat, wenn ich mir den Film vorstelle ohne diese Szene ... das hätte schon viel besser gewirkt, diese "Aufklärung" braucht man in diesem Moment gar nicht. Es wäre besser gewesen, man sieht ihn erst wieder wenn er das erste mal auf Cheyenne trifft. Das mit der Musik habe ich nun auch direkt verglichen, und ich verstehe auch absolut nicht wieso das Cheyenne-Thema da zum Ende hin auf einmal wieder einsetzt, macht irgendwie gar keinen Sinn ...

Ich habe inzwischen irgendwo im Internet gelesen dass es wohl eine "Kabel 1-Fassung" geben soll. Hier sind wohl manche Sätze im deutschen entfernt worden, und ausserdem sagt das Gruppenmitglied von Frank auf der McBain-Farm nach dem Massaker nicht "Haben wir den Richtigen erwischt, Frank?" sondern sowas wie "Was machen wir jetzt mit dem da, Frank?" - also korrekt so Übersetzt, wie es auch im englischen gesagt wird. (Diesen Satz fand ich in der deutschen Original-Synchro beim ersten anschauen des Films schon total unlogisch .... wieso sollten sie sich auch nicht sicher sein ...?!)

Also weiss jemand von euch näheres über diese "Kabel 1-Fassung", gibt es sie wirklich, und wie kann ich mir diese mal anschauen? (wahrscheinlich warten, bis dieser mal auf Kabel 1 wieder läuft?).


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BeitragVerfasst: 20.09.2018 19:53 
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Seit Mitte der 90er lief im deutschen TV (auf Pro 7 und Kabel 1) auch immer wieder mal eine italienische Langfassung, deren Herkunft nach wie vor etwas dunkel ist. Es könnte eine Privatfassung Leones gewesen sein (z.b. einen Schritt vor dem letzten Feinschnitt), es könnte aber auch eine Vor-Kinofassung gewesen sein, die zwar der Zensurbehörde vorgelegt wurde, aber dann doch nicht so im Kino lief, jedoch gibt es auch einige die doch meinen es sei die ursprüngliche italienische Kinofassung. Jedenfalls wird sie nicht wirklich als DC eingestuft, bzw ist sie in der Hinsicht umstritten.

Alle Änderungen dieser Fassung im Vergleich zur Paramount Fassung (alle deutschen DVDs und Blus) findest du hier: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 20.09.2018 19:58 
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Hier habe ich noch mal einen älteren Post hervorgeholt der die verschiedenen Fassungen kurz dokumentiert:

Es gibt von C'era una volta il West in Deutschland momentan folgende Fassungen:

Die Kinofassung: ca 165 min

Wer den Film im Kino sieht, wird wahrscheinlich diese Fassung sehen. Gab es in den 80ern auch auf VHS (aber ich glaube nur in gruseligem Vollbild) und bis in den 90ern im TV (in 1,85:1)

Die Paramount Version: ca 165 min

Seit den 90ern auf VHS, Laser Disc, DVD, Blu und neuestens auch mal im TV.
Es fehlen 70 Sek in der ersten Szene, dafür gibt es eine 91 Sek lange zusätzliche Szene am Anfang, die den Film jedoch erzähltechnisch beschädigt, und nach meiner Meinung auch nicht in den Film gehört. Außerdem ist die Schlußmusik ist verkehrt.

Die "Scorsese" Restauration: ca 166 min

Als Bonus auf der Blu, und von Arte im TV.
Von den fehlenden 70 Sek wurden 14 wieder eingefügt (aber warum nur 14?), aber auch die zusätzliche Szene läuft noch länger. Die Schlußmusik ist seltsamerweise immer noch die Falsche. Es sollte laut Intention die Kinofassung wieder hergestellt werden, also eine vertane Chance. Auch in den Farben ist sie angeblich der Paramount Version sehr ähnlich.
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Die italienische Langfassung: ca 178 min

In Italien oft, aber nicht immer auf DVD und Blu, in Deutschland seit Mitte der 90er öfter im TV.
Keine wirklich neue Szene, sondern nur viele kleine Verlängerungen bekannter Szenen, die auch bis auf eine kurze Ausnahme keine Dialoge enthalten. Es gibt ein paar alternative Einstellungen und am Ende fehlt eine kurze Szene (im Schnittbericht bei 2:30:50). Das Einzige was ich halbwegs als neue Szene ansehen würde sind die 38 Sek bei 1:25:24
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Ich persönlich betrachte die Kinofassung als den DC. Die Langfassung ist ok zum Anschauen, aber sie macht den Film für mich nur unnötig länger, ohne ihm zu nutzen.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 23.09.2018 10:16 
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Danke nochmal für die Auflistung, die hatte ich auch schon mal in dem Thread hier gefunden :)

Jedoch ist keine Version dabei die dieser angeblichen "Kabel 1-Fassung" gleicht, wo manche Sätze im deutschen geändert wurden. Vor allem das "Haben wir den richtigen erwischt, Frank?" fand ich beim anschauen immer schon befremdlich und ist ja auch absolut falsch übersetzt worden. Und in der Version die auf Kabel 1 läuft soll dieser Satz eben (unter anderem) korrigiert worden sein.

Da ich aber auch nichts genaueres dazu weiss, ausser diesen Infos aus einem anderen Forum, werde ich sobald der Film mal wieder auf Kabel 1 läuft ihn mir anschauen und aufnehmen. Mal schauen ob dem dann wirklich so ist. Wäre aber dann definitiv noch eine weitere Schnittfassung die man in die Liste mit aufnehmen könnte, da dort wie erwähnt noch andere Dinge Synchromässig anders sein sollen. Ich schau nochmal ob ich den Link dazu wiederfinde und editiere dann meinen Post.

EDIT: Hier ist der Direktlink zu dem Beitrag: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

"Vor einigen Jahre hab ich meine eigene Aufzeichnung des Films (März 2002 auf Kabel1) mit einer etwa 10 Jahre älteren verglichen. Dabei sind mir einige Dialogunterschiede aufgefallen.
Nachdem Frank mit seinen Leuten die McBains erschossen hat und auf die Farm zukommt, fragt ihn einer seiner Leute in Bezug auf den Jungen in der Kabel1-Fassung: "Frank, was machen wir mit dem da?". In der alten Aufzeichnung lautete die Frage dagegen: "Frank, haben wir den Richtigen erwischt?". Die Antwort ("Du sollst nicht meinen Namen nennen!") blieb naürlich in beiden Fällen gleich.
Als Mundharmonika im letzten Drittel des Films die Tür zu Jills Zimmer auftritt, während sie badet, sagte er in der alten Fassung "Jetzt brauch ich heißes Wasser" (oder so ähnlich); bei Kabel1 bleibt diese Stelle stumm. In derselben Szene enthält die Kabel1-Fassung allerdings eine zusätzliche Dialogstelle. Mundharmonika sagt zu Jill: "Tun Sie (!) einfach so, als ob ich nicht da wäre", und zwar mit der Stimme von Gernot Duda! Offensichtlich wurde dieser Satz erst nachträglich eingefügt, aber warum man hier nicht Chevalier genommen hat, ist mir schleierhaft, denn der war 2000/2001 ja noch im Geschäft. Sein Alter kann auch nicht der Grund gewesen sein, denn Chevalier klang auf Bronson ja schon 1969 älter, als er damals war, und es war ja nur ein Satz. Außerdem war Gernot Duda ja noch ein paar Jahre älter.
Bei der Dialogregie hat man zusätzlich geschlampt, denn im übrigen Film duzt Mundharmonika Jill ja durchgehend."


Ausserdem noch folgendes auf dem Forum:

"Chevaliers Satz, als er dem sterbenden Frank die Mundharmonika in den Mund steckt, fehlte bei der im März 2002 auf Kabel1 gezeigten Fassung ebenso wie Borcherts hämisches "Pazifik, hm?", als Frank dem sterbenden Morton zusieht. Könnte es sein, dass hier der Redaktion aufgefallen war, dass die Wirkung von im Original stummen Szenen hier gestört wurde, und man deshalb diese Textstellen wieder entfernt hat?"

Also wie man sieht, wurde hier schon einiges noch verändert, anscheinend wohl durch die Redaktion von Kabel 1? Wenn da jemand näheres zu weiss, würde mich schon interessieren!


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 23.09.2018 10:31 
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Einsiedler hat geschrieben:
Danke nochmal für die Auflistung, die hatte ich auch schon mal in dem Thread hier gefunden :)

Jedoch ist keine Version dabei die dieser angeblichen "Kabel 1-Fassung" gleicht, wo manche Sätze im deutschen geändert wurden.


Doch, das ist die oben genannte italienische Langfassung mit 178 min Laufzeit.

Für diese Fassung wurden einige Dialoge der deutschen Syncro weggelassen, und zwar solche die in Deutschland einfach an Stellen hinzuerfunden wurde, in denen im Original tatsächlich nicht gesprochen wird. Es wurde also das weggelassen was an sich falsch war.
Die Badeszene enthält als Ausnahme ein paar alternative Einstellungen, und dort findet sich dann auch die einzige Ergänzung die einen Dialog enthält (und der deswegen neu synchronisiert werden musste). Alle anderen der zusätzlichen 13 Min sind also komplett dialogfrei.

Was die Pro7/Kabel 1 Fassung betrifft, so wird die wahrscheinlich vorläufig nicht mehr gezeigt werden, da davon wahrscheinlich kein HD Master existiert. Tatsächlich läuft er am 3.10. auf Kabel 1, jedoch die angegebene Laufzeit lässt vermuten, daß es sich um die übliche Paramount Fassung handelt, also das was auf DVD und Blu erhältlich ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 23.09.2018 10:35 
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Einsiedler hat geschrieben:

Ausserdem noch folgendes auf dem Forum:

"Chevaliers Satz, als er dem sterbenden Frank die Mundharmonika in den Mund steckt, fehlte bei der im März 2002 auf Kabel1 gezeigten Fassung ebenso wie Borcherts hämisches "Pazifik, hm?", als Frank dem sterbenden Morton zusieht. Könnte es sein, dass hier der Redaktion aufgefallen war, dass die Wirkung von im Original stummen Szenen hier gestört wurde, und man deshalb diese Textstellen wieder entfernt hat?"



Genau hier wurde die Syncro an das Original angepasst. Was nicht jedem gefällt.

Der deutsche Titel, und auch seine Verwendung im Dialog, ist ebenfalls eine rein deutsche Erfindung. Der Satz ist aber zumindest noch einmal vorher auch in der Langfassung zu hören, obwohl auch dort im Original etwas ganz anderes gesagt wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD - Sergio Leone
BeitragVerfasst: 23.09.2018 10:49 
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Achso, dann ist diese "Kabel 1-Fassung" wovon in dem Forum alle sprechen also die italienische Langfassung .... das hatte mich irritiert und da in dem Schnittbericht nicht auf den ausgetauschten deutschen Satz des Bandenmitglieds von Frank eingegangen wird, dachte ich Kabel 1 hätte hier vielleicht noch ein eigenes Ding gedreht ...

Aber danke für die Aufklärung! :) Ich finde die deutsche Synchro an vielen Stellen im Film echt schrecklich übersetzt, jedoch sind die Sprecher alle Top besetzt. Am liebsten würde ich die italenische Langfassung besitzen mit dt. Synchro und dann die Kinoversion dahingehend anpassen. So dass beispielsweise die beiden Sätze entfernt bleiben die im deutschen dazugedichtet wurden, und auch den Satz des Bandenmitglieds von Frank austauschen, denn der stört mich weiterhin am meisten in dieser Szene :roll:

Aber immerhin weiss ich nun dass es die italienische Langfassung ist von der hier die Rede ist und es daher keine seltsame, weitere Kabel 1-Fassung gibt und sich das nur auf die deutsche Synchro bezieht.


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