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 Betreff des Beitrags: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 05.07.2010 23:29 
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ZWEI WILDE COMPANEROS („Viva la muerte…tua!“, Deutschland/Italien/Spanien 1972) R: Duccio Tessari

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Dimitri Orlowski (Franco Nero) ist ein umherreisender russischer Ganove, der als protestantischer Priester verkleidet, reichen Bürgern bei Hochzeitsfeiern die Börse konfisziert um seinen privaten Klingelbeutel zu füllen. Per Zufall erfährt er durch einen Sterbenden, dem er die letzte Ölung erteilen soll, von einem vergrabenen Goldschatz. Um diesen zu heben, muss er jedoch zuvor den zum Tode verurteilten mexikanischen Banditen Lozoya (Eli Wallach) aus dem Kittchen befreien, denn nur der kennt das genaue Versteck. In einer notgedrungenen Zweckgemeinschaft raufen die beiden Galgenstricke sich zusammen, begleitet von der penetranten Journalistin Mary (Lynn Redgrave), die Lozoya für den legendären Revolutionsführer Salvador hält und eine Bildreportage über ihn und sein ruhmreiches Leben machen will. Ihnen auf den Fersen ist der Cousin des Russen, ein Sheriff (Horst Janson), der seit einem Zusammenstoß mit Dimitri eine Halskrause samt Brustharnisch tragen muss, sowie ein mexikanischer General (Eduardo Fajardo) samt kompletter Armee. Wie die brennenden Lunten an einem Pulverfass, so führen sämtliche Wege im kleinen Dörfchen Piedas Negras zusammen, wo es mächtig krachen wird…


Was soll ich sagen: Der Film ist klamaukig und albern, der Humor überkandidelt und infantil. Aber… ich gebe es zu, ich oute mich: ich habe mich köstlich amüsiert! Ja, an manchen Stellen kullerten gar ein paar Lachtränen, ich habe mich hier und da gar nicht mehr eingekriegt. Offensichtlich bin ich ein schlichter Geist, den man mit primitivsten Mitteln zufrieden stellen kann. Der ohnehin schon als markige Komödie konzipierte Film wird zu höheren Weihen des Schwachsinns erhoben durch die schier unfassbare Kalauer-Synchro aus dem Hause Karl Brunnemann. Was die Synchron-Legenden Rainer Brandt, Arnold Marquis & Co hier wieder mal abliefern, sucht selbst im Olymp der dummen Sprüche seinesgleichen – es werden Zoten gerissen, daß die Schamhaare nur so qualmen.
Beispiele gefällig?

Mary: „Halt!! Ein Ehrenmann lässt keine Dame im Stich!“
Lozoya: „Wie kommen Sie denn auf ‚Dame’? Und den Stich können wir später nachholen.“

Mary: „Warum sind sie eigentlich aus Russland wegegegangen?“
Russe: „Ich hab was gegen Schneeschippen.“
Mary: „Ist das der einzige Grund?“
Russe: „Das russische Roulette stört mich auch.“
Mary: „Sie hätten da bleiben sollen. Russland braucht sicher Männer wie sie.“
Russe: „Hier wird ich aber mehr gebraucht, das seh ich doch an ihnen. Sie sind ja schon ganz wuschig.“

Lozoya vor seiner Hinrichtung: „He, Sie da, darf ich mir noch ´nen letzten Kotzbalken genehmigen?“

Und hier der Unglaublichste:

Lozoya: „Sachma, hast du eigentlich ´ne Mutti?“
Mary: „Na, sicher hab ich eine Mutter. Die ist zuhause in Irland.“
Lozoya: „Muss ja ´n selten dummes Schwein sein!“

Keine Peinlichkeit wird ausgelassen, es gibt sogar die unvermeidliche Szene, in der ein Pferd plappert… er kann´s nicht lassen, der Brandt. Aber was soll´s: Ich habe gelacht!

VIVA LA MUERTE… TUA! gibt sich inhaltlich als Revolutionswestern mit deutlichen Anleihen bei Corbuccis LASST UNS TÖTEN, COMPANEROS und IL MERCENARIO, die Story weist im Übrigen Parallelen zu ZWEI GLORREICHE HALUNKEN auf. Viel Neues gibt es hier also nicht zu verzeichnen, die gängigen Revolutions-Topoi werden weidlich ausgereizt. Was den Streifen zu einem wachechten Vergnügen werden lässt, ist (neben der Synchro!) seine halsbrecherische Geschwindigkeit. Nach einer Stunde Spielzeit meint man, der Film laufe schon doppelt so lange, soviel passiert hier – ein Ereignis jagt im Eiltempo das nächste, Rapid Fire aus allen Rohren. Leerlauf ist hier ein Fremdwort, phlegmatische Naturen könnten sich eher beklagen, daß es ihnen zu fix geht. Das Drehbuch erweist sich hierbei als absolutes Meisterstück und serviert eine Überraschung nach der anderen, Plottwists und Wendungen werden im Jumbopack geliefert. In dieser Hinsicht lehnt sich die Geschichte an den ähnlich aufgebauten ZWEI GLORREICHE HALUNKEN an, nur ist das Tempo hier noch enormer, da VIVA LA MUERTE…TUA! mit 105 Minuten auch deutlich kürzer ausfällt. Außerdem präsentiert sich das verspielte Skript extrem zitierfreudig – Genrekenner werden etliche Anleihen aus berühmten Spaghettiwestern antreffen!

Die Inszenierung von Duccio Tessari ist virtuos, jede Szene sitzt genau auf dem Punkt, das Timing ist perfekt. Mir gefielen bislang alle Filme, die ich von ihm gesehen habe ganz vorzüglich. Er zeichnet für die beiden tollen Western EINE PISTOLE FÜR RINGO und RINGO KOMMT ZURÜCK verantwortlich, sowie für den sehr gelungenen Thriller DAS GRAUEN KAM AUS DEM NEBEL und die beiden hervorragenden Ausnahme-Gialli BLUTSPUR IM PARK und DER MANN OHNE GEDÄCHTNIS. Sein zu unrecht unterschlagener Gangster-Thriller TÖDLICHER HASS mit Alain Delon zählt zu meinen Lieblingsfilmen. Tja, auch hier beweist es sich mal wieder: Tessari rockt gewaltig!

Das Ensemble schien derselben Ansicht gewesen zu sein, denn man merkt deutlich, daß alle Beteiligten mit viel Freude bei der Sache waren. Nero und Wallach präsentieren sich in Höchstform; unserem Franco bietet sich hier mal reichlich Gelegenheit, seinem Hang zum Over-Acting nachzugeben, während Eli – was in der Natur des Stoffes liegt – seine Performance als Tuco neu interpretiert. Zwar fehlen seiner Figur im vorliegenden Fall die feinen Nuancen und Charaktereigenarten, trotzdem verleiht er dem Banditen Lozoya eine gehörige Portion brodelndes Leben. Neros Charakter ähnelt seinen Rollen in Corbuccis Revolutionswestern, der Pole ist hier ein Russe, geht aber fast identisch zuwerke. In jedem Fall ist es ein Genuss, Nero und Wallach Seite an Seite zu sehen, im ständigen Wechselspiel von Freund und Feind und dem pausenlosen Jonglieren mit Motivationen.
Sehr reizvoll finde ich den Kniff, den rachsüchtigen Sheriff mit Horst Janson zu besetzen, dessen sanftmütiges und etwas fades Äußeres im krassen Kontrast zu seiner Rolle steht. Einer seiner Handlanger wird von Dan van Husen gegeben, der hier eine besonders fiese Haar- und Barttracht zur Schau trägt. Der bewährte Eduardo Fajardo (DJANGO, MERCENARIO – DER GEFÜRCHTETE) spielt einen sadistischen General mit kochendem Testosteron und darf ein paar herrlich überdrehte Verführungs-Szenen mit Lynn Redrave zum Besten geben. Überhaupt: die recht derbe Lynn Redgrave (die Schwester von Neros langjähriger Lebensgefährtin Vanessa) ist eine gute Wahl – sie spielt die irische, rothaarige Reporterin Mary, die zuschlagen kann wie ein Kerl und mit ihrem resoluten Auftreten und der runden Nickelbrille wahrscheinlich eine Spitze auf die 68er Feministinnen-Bewegung sein soll.

Der Film muss über ein recht üppiges Budget verfügt haben, bedenkt man die Materialschlacht, die vor allem im Finale abgefeuert wird und die prominente Besetzungsliste. Die Fotografie von José F. Aguayo ist bravourös gelungen – jede Einstellung ist ein Schmuckstück, die flotte, präzise Bildmontage tut ihr Übriges. Bombig ist auch die abwechslungsreiche Musik von Gianni Ferrio, die mit tollen Melodien auftrumpft, erzeugt von schallenden Bläsern, Teufelsgeigen, Maultrommeln, Spieluhren und Chören und stellenweise den Scores von Morricone in nichts nachsteht.

Kurzum: Ein ganz toller Spätwestern und ein Heidenspaß – vorausgesetzt, man ist bekloppt genug. Es gibt gewiss einige, die den Film hassen werden. Ich liebe ihn!


Lieblingszitat (der Film besteht nur aus Lieblingszitaten):

"Als ich 13 Jahre alt war hat mir irgendein Schwein eine Tortilla gestohlen, aber ich hab sie ihm dann wieder weggenommen.“
“Das ist doch keine Sünde.“
“Ich hab die Sau erschossen.“
“Das zählt zu den kleinen Sünden.“


Einen hab ich noch:

“Wir Mexikaner sind richtige Männer. Merk dir das! Und einem richtigen Mann fasst man nicht an den Arsch. Der hat gar keinen!! – Ist das klar?“


***

So gut mir der Film gefallen hat, so scheußlich ist die Scheibe von VPS, welche die Bezeichnung DVD nicht annähernd verdient hat. Das damalige Kultlabel hat doch tatsächlich die Unverfrorenheit besessen, eine schäbige VHS-Kopie 1:1 auf Silberling zu brennen, als Vorlage diente zudem eine Kinokopie, die man offensichtlich zum Kartoffelschälen verwendet hat. Die Farben sind blass, das Bild unscharf und verwaschen, ständige Störungen verursachen Wutanfälle. Da entschädigt auch das korrekte Bildformat nicht viel. Obendrein ist die Fassung gekürzt, denn die italienische DVD aus dem Hause Fabbri läuft satte 7 Minuten länger. Hier ging es augenscheinlich nur um schnöde Kohlemacherei, und das ist Verarsche am Kunden und eine niederträchtige Verhöhnung von Filmfreunden.
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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 05.07.2010 23:44 
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Schönes Review.

War eher enttäuscht von dem Film, albern und harmlos. Mit der Synchro hat man sich übernommen. :(

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 06.07.2010 10:36 
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Ja, die deutsche Syncro.

Für mich natürlich ein Grund sich den Film nie wieder auf deutsch anzusehen. Es gibt einen englischen Fandub der uncut ist, und einige Szenen in ital. mit UTs enthält . Wobei die eigenliche englische Fassung an anderen Stellen gekürzt war als die deutsche.

Der Film hat leider hier und da Komödienelemente, ohne aber durchgehend komödiantisch zu sein. Eigentlich ist es ein eher ernster IW, wenn auch mit einem Augenzwinkern serviert. Und wenn dann zwischendurch mal eine Actionszene als Klamauk daherkommt (während die meißten eher ernst gehaltne sind), dann ist das schon ein glatter Stilbruch.

Die Inszenierung ist durchweg gut, ohne zu brillieren, leidet dann aber auch an der Unentschlossenheit des Filmes, der sich nicht entscheiden mag was er eigentlich will.

Insgesamt ist der Film zwar unterhaltsam, aber niemals aufregend, und am Ende auch in der bessern Uncutfassung eher eine kleine Enttäuschung. Gemessen an den Möglichkeiten.


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 06.07.2010 12:41 
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Problem für mich ist noch die schlechte Musik. Kein Vergleich zu den Morricone-Arbeiten in den Corbucci-Filmen.

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 06.07.2010 13:17 
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So verschieden sind die Geschmäcker. Mir gefiel die Musik sehr gut - sie ist zwar unnötg stark akzentuiert, passt aber gut zum Gesamtbild des Films.

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 06.07.2010 18:14 
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Respekt, Reviews schreiben kann er gut der Diabolik ;)

Meine kleine bescheidene Meinung zum film:

Zwei Wilde Companeros 7,5/10

Ist einer dieser Revolutions/Comedy/Italo- Western den man sich immer wieder geben kann! Der Film spielt schon etwas Später in einer Zeit wo die "Eisengäule" schon weit verbreitet sind. Aber Pferde gibts natürlich auch noch, aber die klasische Westernstimmung kommt da natürlich nicht so auf. Ist auch eher als Abenteuerfilm zu sehen.
Die Comedy ist genau richtig portioniert und nicht zu arg albern. Den Film über ist fast immer Action, somitt wird es nie langweilig. Und ist mal etwas stillstand, macht es Wallach´s coole Syncro mit derben Sprüchen wieder wett! Nero gibt seine an den anderen Companeros Film angelehnte Rolle perfekt zum besten! Einzig "Die Rotthaarige mit dem Apfelsinenarsch" wäre gegen was hübscheres austauschbar gewesen... Aber als olle Zeitungstante doch passend! Fajardo als Kommandant der mexikanischen Truppen war auch wieder mal die perfekte Rolle!
Der Soundtrack wandert von Ok - Superb...
Gehört in jede IW Sammlung!

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 06.07.2010 20:03 
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Diabolik! hat geschrieben:


***

So gut mir der Film gefallen hat, so scheußlich ist die Scheibe von VPS, welche die Bezeichnung DVD nicht annähernd verdient hat. Das damalige Kultlabel hat doch tatsächlich die Unverfrorenheit besessen, eine schäbige VHS-Kopie 1:1 auf Silberling zu brennen, als Vorlage diente zudem eine Kinokopie, die man offensichtlich zum Kartoffelschälen verwendet hat. Die Farben sind blass, das Bild unscharf und verwaschen, ständige Störungen verursachen Wutanfälle. Da entschädigt auch das korrekte Bildformat nicht viel. Obendrein ist die Fassung gekürzt, denn die italienische DVD aus dem Hause Fabbri läuft satte 7 Minuten länger. Hier ging es augenscheinlich nur um schnöde Kohlemacherei, und das ist Verarsche am Kunden und eine niederträchtige Verhöhnung von Filmfreunden.
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Den sollte ich mir auch mal wieder geben, hab noch das alte Tape von VPS. Mit der kurzzeitigen Vermarktung ihrer letzten Spielfilmlizenzen scheint sich VPS wirklich keinen Gefallen getan zu haben. So um 1999/2000 hatten die Münchner sich aus dem Filmgeschäft zurückgezogen und verkamen leider zum Pornovertrieb. So ist's bis heute. Ein bitterer Weg für dieses bereits 1977 gegründete Label.


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 06.07.2010 23:09 
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Ich fand den Streifen durchweg gelungen, und die Synchro in diesem Fall passend, auch wenn ich mit Brandt allgemein so meine Probleme habe. IMO hatte Tessari seinen Film schon vom Ansatz her ziemlich eindeutig als Komödie angelegt, daher passt's. OK, brillant ist er nicht, aber es ist doch Tessaris Talent zu verdanken, dass dieses Konglomerat aus zusammengeklauten Idee - heute nennt man das wohl "Sampling" ;) - im Endergebnis nicht auseinanderfällt.

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 07.07.2010 13:39 
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Also ich finde nicht das es eine Komödie ist. Außer in ein paar einzelnen Szenen, die dann aber auch kaum zum Rest passen.

Es ist natürlich auch kein bierernster und düsterer Film. Der Film ist eigentlich eine ernste Abenteuergeschichte die mit einer gewissen Leichtigkeit dargeboten wird. Nicht unähnlich den Sabata Filmen.

Ich glaube der war ja auch ursprünglich mit Corbucci als Regisseur vorgesehen, wenn sich Corbucci und Nero nicht bei Companeros überworfen hätten.
Und in einer Reihe betrachtet nach Il mercenario und Companeros dann fällt schon auf wie die "pikaresken" Elemente und die Intelligenz von Il mercenario zunehmend durch Klamauk und einfaches Abenteuer ersetzt werden, aber ohne dass die nachfolgenden Filme richtige Komödien wären.

2 wilde Companeros benutzt die Revolution nur noch als Hintergrund für einen Actionwestern, einen Inhalt hat er nicht mehr. Was aber auch nicht schlimm ist, weil das muß er nicht um gut zu sein.
Enttäuschend ist nur, dass Tessari sich anscheinend nicht entscheiden mochte, ob er seinen Film überhaupt noch ernstnehmen wollte. Aber da war er nicht der einzige.


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 07.07.2010 22:36 
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Sehe ich anders ;-). Doch interessant, Stanton, finde ich deine Bemerkung mit dem Zerwürfnis Corbucci/Nero. Was ist denn da vorgefallen, und hatte Nero den Einfluss, Corbucci als Regisseur zu verhindern? Wo haste denn die Info her?

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 07.07.2010 23:17 
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Ich fand den Film rundherum gelungen, obwohl ich das Gefühl hatte (ohne daß ich sagen kann warum), als sei zum Schluß das Geld für die Produktion ausgegangen.
Mich würde auch der Grund für das Zerwürfnis interessieren. Für Stantons These sprechen zumindest dieselben Drehbuch-Autoren (wie bei "Zwei Companeros") und daß Tessari keinen Anteil daran hat. Corbucci kann ja auch von sich aus geschmissen haben, weil er keinen Bock mehr auf Nero hatte.


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 07.07.2010 23:35 
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Mailman hat geschrieben:
Ich fand den Film rundherum gelungen, obwohl ich das Gefühl hatte (ohne daß ich sagen kann warum), als sei zum Schluß das Geld für die Produktion ausgegangen.
...

Aber wurde nicht gerade im Finale ein nicht enden wollendes Feuerwerk abgebrannt?

Meinung zum Film: Ich fand ihn recht unterhaltsam, aber besonders ist er mir nicht in Erinnerung geblieben.

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 08.07.2010 10:28 
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Da Filme selten chronologisch gedreht werden, muß das Fehlen von Geld nicht unbedingt den Schluss betreffen. wobei ich jetzt hier wirklich nicht wüsste wo der Schluß nach Einsparungen aussieht. Ganz im Gegenteil.

Corbucci und Nero. Keine Ahnung wo ich das her habe. Ich meine das in unterschiedlichen Quellen gelesen zu haben, aber ohne jedwede Details. Ich meine auch Nero deutet in einem Interview über Castellari so etwas an, ohne Corbuccis Namen zu nennen.


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 08.07.2010 13:52 
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Er hat auch mal gesagt, dass Corbucci nach Companeros weiter mit ihm solche Filme drehen wollte, aber dann gab es wohl "einen kleinen Streit" und man sprach eine Zeit nicht miteinander. Das ist natürlich sehr schade, da Corbucci ab 1970, nach Companeros ,keinen guten Film mehr gedreht hat. Nero immerhin noch eine handvoll. Und viele davon hätte Corbucci besser gemacht.

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 30.08.2011 17:39 
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Da ich den Film mal ungeschnitten sehen wolltehab ich mir eine Kopie der Wild East besogt. Bild ist wirklich schön, aber die Fassung selbst nicht 100 % UNCUT. Ich weiß nicht genau wie viel das fehlt, aber zumindest fehlt die Szene in der Redgrave zu Fajardo sagt das er schön lächeln soll fürs Foto. In der Wild East setzt es gleich mit der Explosion ein.
Hier erstmal ein Bildvergleich zwischend er deutschen VPS und Wild East.
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BeitragVerfasst: 30.08.2011 19:01 
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Gestern mal wieder angesehen. Da weiß ich, dass ich keine neue DVD brauche

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BeitragVerfasst: 30.08.2011 19:09 
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Anti-Hero hat geschrieben:
Gestern mal wieder angesehen. Da weiß ich, dass ich keine neue DVD brauche

Gefällt dir nicht oder ist die Fassung ausreichend ?


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 30.08.2011 19:17 
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Gefällt ihm nicht ;)
Ich find den Film spitze. Deshalb find ich es auch so schade, das die Wild East nicht 100 % uncut ist. Ist zumindest länger als die VPS. :| Bis auf die Schnitte könnt ich aber auch mit der deutschen DVD leben...

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BeitragVerfasst: 30.08.2011 19:34 
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ja,der reißt mich nicht vom Sockel. Ich weiß noch wie ewig lang ich nach der VPS-Kassette gesucht habe, damals ja noch indiziert und wieviel ich bezahlt hab.

Und die 1 zu 1 DVD-Kopie vom gleichen Label hab ich dann für 2,75 bei Saturn gekauft. :roll:



Warum eigentlich die Indizierung ? Wollte da jmd. VPS wirtschaftlich schaden ? Der Film wär doch sogar zum Kinostart reif für ne 12er gewesen...

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BeitragVerfasst: 30.08.2011 19:37 
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Anti-Hero hat geschrieben:
Warum eigentlich die Indizierung ?

Vielleicht wollte jemand nicht das man den Arsch von Victor Israel zeigt :-D

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 30.08.2011 19:42 
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Den hätte man sicher geschnitten, wenn er nicht wichtig für diese blöde Schatzsuche wäre... :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 31.08.2011 16:02 
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Anti-Hero hat geschrieben:
Und die 1 zu 1 DVD-Kopie vom gleichen Label hab ich dann für 2,75 bei Saturn gekauft. :roll:



Preis ist wohl noch 2,- Euro zu teuer für die gebotene Qualität. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 31.08.2011 17:58 
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Ahh, da gibts weit schlechteres. Die DVD ist zwar nur ein VHS rip sieht aber ganz OK aus. Nur das sie nicht anamorph ist und geschnitten ist. Mir würds reichen wenn sie uncut wäre.

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 24.05.2013 12:27 
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Was für ein Film :mrgreen: Ein Feuerwerk an Action und Gags am laufenden Band. Der wird echt zu keiner Sekunde langweilig. Das ist mal wieder so ein Film den man sich immer wieder anschauen kann wenn man mal schlechte Laune hat :)

8,5/10 vergeb ich sogar!

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 24.05.2013 14:22 
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Interessant finde ich, dass anstelle des Filmposters bei meiner Rezension im ersten Posting nun das Bild einer scheinbar minderjährigen Japanerin im Slip zu sehen ist. :? :?

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 24.05.2013 14:26 
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Das ist noch nichtmal das schlimmste. wird uns einiges an Arbeit kosten...

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 24.05.2013 20:16 
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Ich sehe leider nur das nicht minderjährige Poster ...


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Zu spät... aber es ist sicher noch ausreichend vorhanden

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 Betreff des Beitrags: Re: ZWEI WILDE COMPANEROS - Duccio Tessari
BeitragVerfasst: 31.07.2013 20:02 
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Ein großartiger Film mit einer noch besseren Synchro.
Ich liebe diese Kalauer-Synchros.
Rainer Brandt, Arnold Marquis, Martin Hirthe & Co. mal wieder in Höchstform.
Ein paar bekannte Gesichter gibt´s auch zu sehen z.B.: Eduardo Fajardo, Victor Israel
Insgesamt würde ich sagen sowohl für Film, als auch Synchro:10/10


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BeitragVerfasst: 19.11.2013 17:47 
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Nun mal eine ordentliche Bewertung dazu.

Der Film fängt schon großartig an, wenn Franco Nero die Braut stehenlässt.
Die Szene im Gefängnis gehört zu meinen Lieblingsszenen.
Die Schießerei in der Kaserne finde ich auch ganz witzig. (Pistole auf den Mund geschossen, der Ein Schuss-drei Treffer-Kill)
Besonders hervorheben möchte ich noch die Endschießerei. (Rundherum kracht´s aber die Mariachis spielen einfach als wenn überhaupt nichts wäre)
Eigentlich müsste ich sagen der ganze Film ist grandios und wird niemals langweilig.
Denn wenn gerade mal nicht geschossen oder geprügelt wird gibt´s eine Synchro vom Feinsten zu hören.
Rainer Brandt auf Franco Nero, Martin Hirthe auf Eli Wallach und Arnold Marquis auf Eduardo Fajardo.
Na wenn das mal keine Garantie für eine geniale Synchro ist...
Dazu gesellt sich noch ein sehr guter Score von Gianni Ferrio und fertig ist eine perfekte Westernkomödie.
10/10


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