Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
Aktuelle Zeit: 17.10.2018 11:06

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 
AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: OKTOBER NOVEMBER - Götz Spielmann
BeitragVerfasst: 06.10.2018 00:06 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 07.2013
Beiträge: 6714
Geschlecht: nicht angegeben
Bild

Produktionsland/Jahr: Österreich 2013
Darsteller: Nora von Waldstätten, Peter Simonischek, Ursula Strauss, Sebastian Koch, Johannes Zeiler, Andreas Ressl, Samuel Finzi, Sebastian Hülk
Drehbuch: Götz Spielmann
Produziert von: Götz Spielmann, Martin Gschlacht, Antonin Svoboda, Bruno Wagner
Musik: -

Zwei Schwestern (Nora von Waldstätten und Ursula Strauss) und ihr alter Vater (Peter Simonischek) kommen im Haus der Familie, einem ehemaligen Dorfgasthof in den österreichischen Alpen, zusammen. Sonja lebt inzwischen in Berlin und hat als Schauspielerin Karriere gemacht, Verena hingegen hat das Dorf nie verlassen.
Über die Jahre sind sie einander fremd geworden, und so bringt das Wiedersehen langsam und unerbittlich die Konflikte zwischen den Frauen ans Licht. Der Vater weiß nach einem Herzinfarkt, dass er für die Offenbarung eines Geheimnisses nicht mehr lange Zeit hat.
(Moviepilot)

Wenn man die Inhaltsangabe so liest, könnte man denken: "Einer von vielen Filmen vom Typ "Verborgene Geheimnisse kommen ans Licht und für die Beteiligten ist nichts mehr wie es war"".
Aber nein, dem ist nicht so.
Zu Beginn zeigt uns Spielmann einen Ausschnitt aus dem Leben von Sonja, einer gefeierten Schauspielerin und ihrem glamourösen, aber irgendwie auch ziemlich sterilen Umfeld.
Wir sehen sie mit ihrem Partner für den nächsten Film im Nobelrestaurant sitzen.
Mit starrem Blick sitzt sie da, scheint angespannt, scheint sich im tiefsten Inneren unwohl zu fühlen, ihr Lächeln wirkt gezwungen.
Auch später verliert sich diese Starre im Blick und die Anspannung nicht, egal was sie tut und wo sie ist.
Solange sie in Berlin ist, sich in ihrem Arbeitsumfeld bewegt, meint man, ihr wäre dieses Leben zutiefst zuwider.
Doch dann, eines schönen Morgens, erhält sie einen Anruf ihrer Schwester.
Der Vater, dem sein Herz schon länger zu Schaffen macht, hat einen Infarkt erlitten.
Seit Jahren schon hat sie zuhause nichts mehr von sich hören oder sehen lassen; Vater, Schwester, Neffe - alle kennen sie schon lange nur mehr aus dem Fernsehen.
Aber jetzt geht es um das Leben des Vaters und erst das veranlasst sie nach Hause zurückzukehren.
Und mit dieser Heimkehr lässt Spielmann völlig unterschiedliche Schwestern zusammenkommen, zwei Welten aufeinanderprallen, die kaum weiter voneinander entfernt sein könnten.
Die erfolgsverwöhnte und (eben durch den Erfolg und die Bekanntheit) ziemlich abgehobene Sonja und die geerdete Verena, die sich seit Jahren um den Vater kümmert.
Aber dieses Wiedersehen nach langer Zeit bewirkt auch schnell ein Umdenken, eine innere Wandlung von Sonja.
Trotz des traurigen Anlasses ihres Besuchs wirkt sie zunehmend freier, entspannter, ihr Blick hellt sich auf - als hätte dieser Besuch zuhause die Fesseln ihres Berufsalltags gelöst.
Weg von all der Hektik und dem Termin- und Erwartungsdruck, der auf ihr lastet.
Und damit sind wir beim Kern der Sache angekommen.
Beim Familiendrama, beim stillen, aber dichten und sehr intensiven Familiendrama.
Übertriebene Emotionen, Rührseligkeiten und Pathos spart sich Spielmann, setzt auf Reduktion und Purismus und ebendas zeichnet den Film aus.
Nach und nach wird auch klar(er), wieso der Film gerade OKTOBER NOVEMBER heißt.
Denn beobachtet man die atmosphärische Entwicklung des Films, wird man merken, wie treffend sich diese mit der allgemeinen Wetterlage in den titelgebenden Monaten beschreiben lässt.
Kühl, trüb, nebelverhangen - der prädestinierte Herbstfilm.
Musik braucht der Film kaum - bis auf Anfang, Ende und 2, 3 Stellen dazwischen kommt er komplett ohne Musik aus.
Natürlich liegt dabei aber auch viel an der Besetzung und auch da hat Spielmann ein gutes Händchen bewiesen.
Nora Waldstätten und Ursula Strauss passen als Schwestern wunderbar zusammen und als deren Vater könnte ich mir kaum einen besseren vorstellen als Peter Simonischek.
OKTOBER NOVEMBER hat sich letztendlich als große positive Überraschung entpuppt, lässt kaum in irgendeinem Bereich zu Wünschen übrig.
So gehört sich das!
8,5/10

Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker