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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 03.01.2010 14:52 
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Originaltitel: Gli assassini sono nostri ospiti
Erscheinungsjahr: 1974
Herstellungsland: Italien
DarstellerInnen: Anthony Steffen, Margaret Lee. Luigi Pistilli, Gianni Dei, Livia Cerini ua.

Inhalt (Zitat DVD-Cover): Ein Juwelierladen in Mailand wird von einer brutalen Gangsterbande ausgeraubt, es kommt zu einer blutigen Schießerei. Die drei Ganoven können entkommen, doch ein Komplize wird auf der Flucht angeschossen. Die Anführerin Elena hat einen Plan, sie versteckt sich mit ihrer Bande in der Vorstadtvilla des Arztes Malerba und seiner Frau. Dieser soll den verletzten Freund behandeln und vor dem Verbluten retten. Es beginnt ein grausamer Nervenkrieg mit dem Ehepaar, denn die gnadenlosen Gangster schrecken vor nichts zurück.

Meinung:
Ein ungemein unterhaltsamer Exploitation-Kracher mit einer Prise Sleaze und der notwendigen Portion Unkorrektheit.
Margaret Lee ist wahrlich eine Augenweide (und ich frage mich gerade, warum sie in eurem Exploitation-Göttinnen-Thread keine Erwähnung findet) und spielt die eiskalte Gangsterbraut ziemlich überzeugend.
Ihr rothaariger Gangsterkollege (Castellano) ist so schmierig wie eine Frittenbuden-Theke und die Frau des Arztes ist ein Biest sondergleichen. Mit ihren demütigenden und bösartigen Kommentaren, die sie ihrem Mann gegenüber immer wieder fallen lässt, wirkt sie zum Teil wie eine Besessene. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn sich plötzlich ihr Kopf um 360 Grad gedreht hätte und sie angefangen hätte, Erbsensuppe zu spucken. :mrgreen:
Pistilli als werwolfähnlicher Kommissar kommt leider ein bisschen zu kurz mit seiner Rolle.
Alles in allem ist der Funfaktor bei "Killer sind unsere Gäste" recht hoch :mrgreen:

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Last edited by Asa Vajda on 25.01.2015 16:45, edited 1 time in total.

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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 03.01.2010 15:20 
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Über den Film selbst kann ich jetzt mal wieder gar nicht so viel schreiben, da es schon eine ganze Weile her ist, das ich den gesehen habe. Aber an und für sich fand ich den Film, wenn auch (aus meiner Erinnerungen heraus) mit einigen kleinen Längen behaftet, gar nicht mal so übel.

Ich melde mich da schon eher wegen folgender Aussage:

Asa Vajda wrote:
und ich frage mich gerade, warum sie in eurem Exploitation-Göttinnen-Thread keine Erwähnung findet


Da haste mein Posting in dem Thread überlesen? Dort habe ich Margaret Lee nämlich erwähnt! :D


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 03.01.2010 15:31 
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Ich nehme alles zurück! :mrgreen:

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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 03.01.2010 15:46 
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Ich fand den eher mau, ohne besondere Höhepunkte.

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 03.01.2010 15:56 
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Also, Höhepunkte hatte die Frau des Arztes (gespielt von Livia Cerini) während des Films wohl mehrere :o

Ist meiner Meinung nach einer der unterhaltsamen Streifen der zweiten Reihe.


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 03.01.2010 15:58 
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conte Tiepolo wrote:
Also, Höhepunkte hatte die Frau des Arztes (gespielt von Livia Cerini) während des Films wohl mehrere :o


:lol: Stimmt, das hab ich ganz vergessen.

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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 04.01.2010 12:07 
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Der beste Höhepunkt war der in der Küche! ;)

Mir gefällt der Film auch sehr gut!

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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 04.01.2010 14:54 
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Ein sehr schwacher Film, der sich sich selbst durch sein ernüchterndes Ende(man sollte sich beim Autodiebstahl nicht sehen lassen) den Todesstoß versetzt!


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 31.01.2010 12:22 
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conte Tiepolo wrote:
Ist meiner Meinung nach einer der unterhaltsamen Streifen der zweiten Reihe.


Da stimme ich zu 100% zu. Fand mich gut unterhalten ohne daß ich Ernüsse in mich reinfressen mußte.


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 01.02.2010 16:28 
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Bin auch einer derjenigen, dem der Film gut gefällt. Nette Reisser mit einigen unvorhergesehenen Wendungen. Erfrischend gute Musik, saubere Kameraarbeit, solide Darsteller. Sogar Antony Steffen kann mal überzeugen!


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 23.11.2010 11:35 
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Fand ihn nach dem 2. Mal schauen sogar sehr gut. Hoffentlich erscheint mal eine Vernüftige DvD - Fassung , denn die
Marketing kann ja nur eine Zwischenlösung sein !


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 23.11.2010 12:56 
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Fand den auch sehr gelungen mit einem coolen Ende.


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 01.03.2011 09:31 
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Also, der Film zerfällt für mich in drei Teile. Einmal der Anfang mit dem Überfall und anschließender Flucht, dann die Geschehnisse im Haus Malerba und schließlich der große "Twist" mit anschließendem Finale. Den ersten und den dritten Teil finde ich cool, da ist Spannung drin, der dritte Teil eine gute Idee.

Aber der Mittelteil, der gefühlte 80% des Films ausmacht...da liegt das große Problem. Da passiert nämlich gar nichts, was die Story voranbringt. Die Vergewaltigungs-Szenen sind völlig überflüssig und die Momente, die Spannung bringen sollten (Besuche der Polizei und der Besoffenen) sind einerseits absolut nicht innovativ, andererseits ziemlich schwach umgesetzt.
Das zieht sich eigentlich durch den ganzen Film, Vincenzo Rigo scheint kein so guter Handwerker zu sein wie z.B. Umberto Lenzi, Sergio Martino oder Enzo Castellari. Die hätten wahrscheinlich selbst aus diesem arg durchwachsenen Drehbuch noch mehr herausholen können.

Was auch auffällt, ist der ebenfalls nicht ganz perfekte Schnitt. Z.B. ist in einer Szene ein paar Sekunden lang eine Treppe zu sehen, bis dann endlich jemand herunterkommt. So etwas kommt öfter vor und es stört tlw. den Filmfluss. Da lernt man zu schätzen, dass auch der Cutter einen gewissen Anteil am Gelingen des Films hat. Ein Eugenio Alabiso hätte hier vielleicht auch noch was retten können.

Die Besetzung ist gut. Mit Anthony Steffen, Margaret Lee und Luigi Pistilli sind drei echte Kult-Größen im Cast, wobei letzterer, den ich sehr schätze, leider etwas wenig Screentime hat. Gianni Dei wird leider als verletzter (bzw. dann toter) Gangster völlig verheizt. Der Mann ist normalerweise auch immer für eine schön schmierige Darbietung gut. Giusppe Castellano sieht ein bisschen aus wie Julius Caesar in den Asterix-Comics und kommt als Widerling ziemlich gut.
Die Musik ist auch in Ordnung, typische Italo-Crime-Klänge.

Insgesamt also meiner Meinung nach ein sehr durchwachsender Film, den man mal anschauen kann, aber nicht unbedingt zu den Essentials gehört.


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 26.06.2011 01:05 
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Hat mir sehr gut gefallen, wunderbare Musik, tolle Optik, super Schluss.

8/10

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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 21.08.2013 23:55 
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KILLER SIND UNSERE GÄSTE / GLI ASSASSINI SONO NOSTRI OSPITI (1974)

mit Anthony Steffen, Margaret Lee, Luigi Pistilli, Gianni Dei, Sandro Pizzochero, Giuiseppe Castellano und Livia Cerini
eine Produktion der Lombarda Films | Produzione Palumbo
ein Film von Vincenzo Rigo


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»Diese Nutte!«


Eine Gangsterbande überfällt einen Juwelierladen in Mailand, und diese Aktion endet trotz lückenloser Planung blutig. Sie begeben sich mit dem erbeuteten Schmuck auf die Flucht, doch ein Unfall mit ihrem Wagen fordert ein weiteres Todesopfer. Einer der Gangster ist bei dem Raub schwer verletzt worden und das Trio sucht sich nun Unterschlupf in der feudalen Villa eines Arztes. Doktor Malerva (Anthony Steffen), der den schwer Verwundeten versorgen soll, wird zusammen mit seiner Frau Mara (Livia Cerini) als Geisel genommen. Schnell stellt sich für die Ganoven heraus, dass sie in einer unerträglichen Ehehölle gelandet sind und es entsteht ein Nervenkrieg, der sich immer mehr zuzuspitzen droht. Elisa (Margaret Lee), die kühle Anführerin der Bande, kommt derweil der neurotischen Hausherrin näher, die jedoch Fluchtpläne schmiedet. Als die Situation völlig außer Kontrolle gerät, steht plötzlich auch noch die Polizei vor der Türe. Ist der Coup damit bereits gescheitert...?

Das Auswahlkriterium Schauspieler (in diesem Fall Margaret Lee) bringt mitunter einige Überraschungen in den Player, mit denen nicht im Entferntesten zu rechnen war. "Killer sind unsere Gäste" ist so ein glücklicher Zufall gewesen, denn der Film, der sich dezent einiger Giallo-Anleihen bedient, stellte sich in jeder Hinsicht als richtiger Volltreffer heraus. Von der Beschreibung her wirkt er sehr unscheinbar und vielleicht sogar wenig originell, doch die Inszenierung ist überzeugend und trotz der räumlichen Gebundenheit sehr abwechslungsreich. Regisseur Vincenzo Rigo inszenierte einen grundsoliden Film (mit einiger Fantasie mag man ihn Thriller nennen), der mit schubartiger Spannung, unwirschen Tempowechseln, rasanten Schnittfolgen und eindringlichen Bildern überzeugen kann. Hinzu kommt, dass sich das Geschehen nur langsam erschließt und lange nicht preisgibt, wo dieser Alptraum hinführen wird. Die Schauspieler liefern verhältnismäßig überzeugende Studien und beeindrucken mit aufgeweckten Interpretationen.

Margaret Lee, unlängst Expertin für erotische (oder vorzugsweise lesbische) Einlagen, liefert hier eine ihrer besten Darstellungen die ich von ihr kenne. Elisa ist einfach nicht zu entschlüsseln und sie stellt eine eiskalte Fassade zur Schau. Die Kamera schmeichelt ihr permanent mit umwerfenden Großaufnahmen und dokumentiert ein in jeder Situation beinahe unbeeindrucktes Gesicht. Ihre wachen Augen observieren alles und jeden und dabei verliert sie keine unnötigen Worte. Sie manipuliert auf non-verbaler Ebene und ist der kühle, berechnende Kopf der Bande. Als sie die Frau des Doktors verführt, sieht man eine von Margaret Lees erotischsten Darbietungen überhaupt. Die große Überraschung in diesem Film ist die Leistung von Livia Cerini, die mir bis hierher unbekannt war. Als sie zum ersten mal in der Szenerie erscheint, weiß man sofort mit wem man es zu tun hat. Sie degradiert Elisa sofort vollkommen gleichgültig, aber mit bitterem Zynismus als Flittchen ihres Mannes, allerdings scheinen aber an ihrem eigenen Bettpfosten auch schon unzählige Kerben eingeritzt zu sein. Als sich die "Gäste" dann schließlich vorgestellt haben, legt Frau Doktor so richtig los. Vor versammelter Mannschaft stellt sie ihn als langweiligen Waschlappen hin und kritisiert ihn wo sie nur kann. Doch nicht nur im Bereich der teils köstlichen Dialoge sorgt die attraktive Livia Cerini für Aufsehen, sie serviert eine sagenhafte, multifunktionelle Vorstellung, das heißt sie muss wirklich für alles oder jeden herhalten. Mehrmals setzt sie ihrem Mann in aller Konsequenz Hörner auf, was ihr trotz aller spürbaren Abneigung wegen der beteiligten Personen sichtliche, perverse Freude bereitet. Sagenhaft diese Damen!

Anthony Steffen als Arzt und frustrierter Ehemann agiert ebenso sicher. Die hysterischen Anflüge seiner Frau hat er schon längst satt, und die beiden übertrumpfen sich gegenseitig im Abschießen von Torpedos unter die Gürtellinie. Dabei scheinen sie manchmal zu vergessen, dass sie eigentlich als Geiseln genommen wurden. Das Ehepaar hat keine Hemmungen sich vor ihren ungebetenen Gästen zu zerfleischen. Doktor Malerva erscheint dabei allerdings genau so zu sein, wie er von seiner Frau charakterisiert wird. Seine inadäquate Ruhe und Gleichgültigkeit hat Methode. Als Ermittler sieht man Luigi Pistilli, der durch eine weniger Aufsehen erregende Darbietung auffällt. Er hat den Juwelenraub und die Morde aufzuklären und es erscheint insgesamt etwas rätselhaft, wie er diesen verzwickten Fall überhaupt lösen kann. Gianni Dei als Mitglied des Gangster-Trio zeichnet einen gewaltbereiten, rücksichtslosen und abstoßenden Zeitgenossen. Um die Tiraden von Frau Doktor ertragen zu können, nimmt er einige Drinks zu sich und verkündet schließlich, dass er sie, bevor er sie abknallt, noch ausprobieren wird. Diese Szene ist bemerkenswert inszeniert worden, denn man sieht eine traumartige Sequenz, in der die Zweisamkeit mit Margaret Lee eingeblendet wird. Insgesamt hat man es mit sehr guten Leistungen zu tun, die sogar noch durch eine geistreiche Ausreizung von etlichen Klischees überrascht.

Da dieser Fall eigentlich ziemlich herkömmlich ist, musste man sich einiger Alternativen bedienen. So kann man die Hauptdarsteller dabei beobachten, wie sie viele Irrwege gehen müssen, die zunächst für das Gesamtgeschehen völlig irrelevant erscheinen. Aber das Mosaik setzt sich langsam zusammen und kann mit einem gelungenen und abwechslungsreichen Finale zur Kenntnis genommen werden. Trotz der örtlichen Gebundenheit kommt es kaum zu Ausfällen, beispielsweise die Szenen im Garten der Malervas, wo eine rasante Hetzjagd stattfinden wird, beweist ein besonderes Gespür für Atmosphäre mit Licht- und Schattenspiel, in beinahe stahlblauem Schimmer. Wer Blut, üble Effekte und haufenweise Brutalität erwartet, der wird mit "Killer sind unsere Gäste" sicher unzufrieden sein, aber der Film setzt abwechslungsweise auf andere Komponenten. Die Musik passt sehr gut zum Geschehen, die Schauspieler sowieso, und abschließend möchte ich diesem Filmchen einfach ein großes Lob aussprechen, denn er konnte die zugegebenermaßen geringen Erwartungen weit übertreffen. Sehr unterhaltsam!


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 25.01.2015 15:50 
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Killer sind unsere Gäste (D)
Gli assassini sono nostri ospiti (IT)
Os Assassinos São Nossos Hóspedes (Portugal)
The Killers Are Our Guests (USA)


IT 1974

R: Vincenzo Rigo
D: Anthony Steffen, Margaret Lee, Luigi Pistilli, Giuseppe Castellano, Livia Cerini, Sandro Pizzochero, Gianni Dei u.a.


dt. VHS Premiere

dt. Synchronsprecher

Score: Roberto Rizzo

OFDb



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Während eines brutalen und bewaffneten Raubüberfalls auf einen Juwelierladen kommt es zu einer Schießerei, wobei einer der Gangster angeschossen wird. Zur Bande gehören die sehr aufreizende Elisa (Margaret Lee), der schmierige und unberechenbare Mario (Giuseppe Castellano), der lebensgefährlich verletzte Franco (Gianni Dei), ein namenloser Fluchtwagenfahrer, der während der Flucht den Wagen gegen eine Mauer setzt, dabei verletzt wird und letztendlich von seinen sauberen Kollegen in die ewigen Jagdgründe geschickt wird und zu guter letzt der an der Volkskrankheit Diabetes erkrankte Kopf der Bande, Eddie (Sandro Pizzochero).

Da die Polizei unter der Leitung von Inspektor Di Stefano (Luigi Pistilli) bereits die ganze Stadt mit Strassensperren abgeriegelt hat, suchen die Verbrecher auf ihrer Flucht Unterschlupf auf dem Privatanwesen des Arztes Dr. Guido Malerva (Anthony Steffen) und nisten sich gegen dessen Willen in seiner Villa ein. Der Doc wird massiv unter Druck gesetzt, damit er dem angeschossenen Franco medizinische Hilfe zukommen lässt.
Als dann auch noch plötzlich seine verbitterte Frau Mara Malerva (Livia Cerini) das Haus betritt, beginnt ein nerven zerreißender Kampf ums Überleben. Dabei müssen die Gangster zunächst einmal fest stellen, dass sie inmitten eines schon länger bestehende Beziehungsclinchs herein geraten sind, da Mara ihrem phlegmatischen Gatten unentwegt Vorwürfe unterbreitet und diesen dauernd als Schlappschwanz und Schwachmat hin stellt. Aber auch Mara muss im weiteren Verlauf noch so einiges über sich ergehen lassen. Kann sich das unglückliche Ehepaar letztendlich aus den Fängen ihrer Peiniger befreien?


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Diese kleine Perle des it. Gangsterfilms ist jetzt wahrlich alles andere als ein Meisterwerk, kann aber (zumindest mich einmal) trotz seines geringen Budgets, des recht überschaubaren Drehbuchs und der manchmal etwas holprig gestalteten Inszenierung eigentlich jedes mal aufs Neue begeistern.
Das zur Verfügung gestandene Budget war wohl sehr gering ausgefallen und somit inszenierte der Regisseur Vincenzo Rigo sein Filmdebut als eine Art Kammerspiel, da sich der Großteil der Handlung in den vier Wänden des Arztes mit einem festen und überschaubaren Ensemble abspielt. Weiterhin empfand ich das überraschende Ende als sehr positiv.

Vincenzo Rigo war mir bis dato unbekannt, und nach einer kurzen Recherche konnte schnell in Erfahrung gebracht werden, dass der damals zuvor als Dokumentarfilmer tätige Regisseur neben "Killer sind..." lediglich noch mit "Lettomania" einen abendfüllenden Spielfilm anfertigte.

Die Darsteller geben alle ihr Bestes, bekommen aber aufgrund des etwas limitierten Drehbuchs einige Grenzen hinsichtlich ihrer Möglichkeiten auferlegt. Hier wäre noch einiges an Luft nach oben offen gewesen.
Margaret Lee verzückt in ihrer Rolle der Gangsterbraut und macht in ihrem adretten, schwarzen Outfit eine blendende Figur. Am nachhaltigsten bleibt aber der einzigartige Blick dieser Femme Fatale in Erinnerung.
Vetter Luigi mimt dieses Mal den bissigen Inspektor Di Stefano und trägt dabei seine unglaublichen Mörder-Ko­te­let­ten als Gesichtsbehaarungsschmuck stolz zur Schau.
Giuseppe Castellano darf dann als schmieriger und niederträchtiger Entführer so richtig die Sau rauslassen.

Den Namen Roberto Rizzo als Urheber der vorliegenden Filmmusik hatte ich bis dato auch noch nie wahr genommen und war mir somit auch neu. Der Score ist ganz nett geraten, wobei das Titelstück neben einer weiteren ohrwumträchtigen Komposition kurz vor Ende des Films ganz klar hervor sticht.

Die dt. Synchro ist jedes Mal ein wenig gewöhnungsbedürftig und gewinnt bestimmt keinen Preis. Der Film wurde in unseren Breitengraden wohl erstmals auf VHS veröffentlicht und nach Infos aus dem Netz sollte diese (entgegen der OFDB Angabe) mit einer Laufzeit von 72 min gekürzt gewesen sein? :unknown:

Die Bildqualität der Marketing DVD ist leider sehr bescheiden und das Bild wirkt an einigen Stellen kurzzeitig wie eingefroren. Schätze mal, dass zwischen der Marketing DVD und der Starmedia Auflage kein qualitativer Unterschied besteht?


Alles in Allem eine recht einfach produzierte Exploitation-Perle des it. Genrefilms mit einem recht guten Unterhaltungswert. :good:


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it. Vorspann:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com


Eröffnungszene (Überfall auf Juwelierladen):

www.youtube.com Video from : www.youtube.com


Score (Titel Sequenz):

www.youtube.com Video from : www.youtube.com



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Asa Vajda wrote:
Margaret Lee ist wahrlich eine Augenweide und spielt die eiskalte Gangsterbraut ziemlich überzeugend.


Das sehe ich genau so und daher bekommt die hübsche Dame gleich mal eine Galerie mit Schnappschüssen aus diesem Film verliehen.... ;)


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 25.01.2015 16:30 
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Richie Pistilli wrote:
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Jetzt sieht man es noch einmal auch einen Blick. Ich bleibe dabei, dass ich Margaret Lee nie wieder so schön gesehen habe.


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 25.01.2015 16:33 
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mir gefällt die Cerini eindeutig besser. :)

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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 25.01.2015 16:40 
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Anti-Hero wrote:
mir gefällt die Cerini eindeutig besser. :)

Ja, die Cerini ist hier wohl die allergrößte Überraschung gewesen.
Leider gibt es mit ihr ja nicht so viele Vergleichsmöglichkeiten, bei ihrer schmalen Filmografie.


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 26.01.2016 09:32 
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Richie Pistilli wrote:
Der Film wurde in unseren Breitengraden wohl erstmals auf VHS veröffentlicht und nach Infos aus dem Netz sollte diese (entgegen der OFDB Angabe) mit einer Laufzeit von 72 min gekürzt gewesen sein? :unknown:


Ich habe die VHS jetzt mal "richtig" eingetragen: *** The link is only visible for members, go to login. ***

Der andere Eintrag (falsch und unvollständig) wurde freundlicherweise entfernt.


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 26.01.2016 10:12 
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Super. Die Welt braucht Sachverstand ;)

Welchen Fassungen ich schon nachgejagt bin wegen falscher Einträge.

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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 26.01.2016 18:29 
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Grinder wrote:

Ich habe die VHS jetzt mal "richtig" eingetragen: *** The link is only visible for members, go to login. ***

Der andere Eintrag (falsch und unvollständig) wurde freundlicherweise entfernt.


Sehr löblich! :dh:


Hat eigentlich schon jemand irgendwann einmal die ungeschnittene Originalfassung gesehen und kann ggf. etwas zum Ausmaß der fehlenden Szenen sagen? :unknown:


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 01.02.2016 11:14 
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Stilvoller guter Film, wie ein guter Wein wird er mit jedem angucken noch besser.

Einziges Manko: Es hätte noch mehr italienische Designmöbel vorkommen können.


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 01.02.2016 11:17 
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Prisma wrote:
Richie Pistilli wrote:
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Jetzt sieht man es noch einmal auch einen Blick. Ich bleibe dabei, dass ich Margaret Lee nie wieder so schön gesehen habe.


Optisch klasse. Ihr (böses) Spiel hat mir auch sehr zugesagt.

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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 01.02.2016 18:39 
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Kent wrote:
Einziges Manko: Es hätte noch mehr italienische Designmöbel vorkommen können.




Dafür macht aber alleine schon das tierische Möbelstück von Anthony Steffen so einiges daher.... :P


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 13.06.2016 14:25 
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habe ihm mir die tage mal genehmigt.

die musik fand ich ein wenig und unpassend, sonst doch eigentlich ganz gut gemacht.

das ende hat mich überrascht, und dafür bin ich heutzutage schon dankbar.

wobei ich das ende dann doch zu sehr in die länge gezogen fand.

allerdings hatte man zeitweise als zuseher das gefühl eine totaler anfänger am schnitt und an der kameraarbeit zugange ist.


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 13.06.2016 16:57 
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Sternom wrote:
das ende hat mich überrascht, und dafür bin ich heutzutage schon dankbar.

Hier musste ich ordentlich mit dem Kopf nicken, weil ich mir das auch ganz oft denke. Das ist schon viel wert, wenn man an so manchen Verlauf denkt.
Bei "Killer sind unsere Gäste" reißt das Ende nochmal viel raus, zu lang fand ich es jetzt nicht, sondern als ausgiebige Konstruktion richtig gelungen.


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 19.06.2016 13:06 
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Soeben zum ersten mal gesehen.
Hat mir ganz gut gefallen. Bekannte Gesichter und eine umwerfend gut aussehende Hauptdarstellerin. 8-)

Fande ihn überhaupt nicht träge und der von mir geliebte Sleazefaktor war auch vorhanden.
Das Ende war auch richtig stark.

Die DVD von Starmedia ist zwar nicht der Renner aber immerhin uncut und ansehbar.


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 11.02.2019 12:10 
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Samstag hatte ich einen schönen Abend, den in meinem DVD Player fand sich die Starmedia Ausgabe von Killer sind unsere Gäste.

Mailand in den 70er Jahren war ein heißes Pflaster und wer verstehen möchte was weder das amerikanische noch das deutsche Kino mit deutlich mehr Geld nicht können, der sollte
einen Blick auf diesen Film richten.
Nach einem missglückten Raubüberfall ist das Gangstetrio bei einem Arzt und lässt dort einen Mitstreiter behandeln.
Das ist alles wahnsinnig dicht inszeniert. Das zwischenmenschliche Spiel ist raffiniert und was Ehen für Abgründe haben können, Wahnsinn.
Die Darstellerriege ist mit Anthony Steffen, Luigi Pistelli und Magareth Lee glänzend besetzt.
Ein Film auf den man sich einlassen muss und wirklich überzeugt.
Von mir gibt es 5 von 5 Sternen :)


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 Post subject: Re: KILLER SIND UNSERE GÄSTE - Vincenzo Rigo
PostPosted: 11.02.2019 14:51 
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Wieder so ein Italofilm der mit jedem neuen Ansehen besser wird.
Würde mir ein leidenschaftliches Label ( Mittlerweile kann ich mir da mehrere vorstellen ) wünschen der sich diesen Streifen annehmen wird.
Verdient hätte er es alle mal !


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