Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL - Roberto Montero
PostPosted: 30.12.2012 18:32 
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Schön, nackt und liebestoll (OT: Rivelazioni di un maniaco sessuale al capo della squadra mobile; Italien; 1972; Roberto Bianchi Montero)

Fremdgehende Ehefrauen aus der High Society Roms fallen einem maskierten Mörder zum Opfer...

Da sich recht schnell ein bisschen Enttäuschung und Langeweile breitmachten, musste ich mich unweigerlich fragen: Hat das Giallo-Genre für mich mit der Zeit an Reiz verloren oder liegt es schlichtweg an diesem Vetreter seiner Art? Bis ich mich nicht mal wieder intensiver dem Genre gewidmet habe, möchte ich bei letzterer These bleiben, für die allerdings auch einiges spricht. Im sehr sehenswerten Interview auf der CO-Scheibe bezeichnet Komponist Giorgio Gaslini den Film als das Werk eines "Kunsthandwerkers", in Abgrenzung zum Schaffen von Künstler bzw. Genie. Ohne dass man so einer Unterteilung nun zu viel Bedeutung beimessen sollte, finde ich diese Sichtweise in diesem Fall doch sehr nachvollziehbar. So ist dann Roberto Bianchi Monteros Regie eben wirklich eher handwerklich-versiert als künstlerisch-inspiriert. Selbst der angenehme Look und die gefällige musikalische Untermalung können somit nicht vollständig darüber hinwegtäuschen, dass sich hier inhaltlich arge Schwächen auftun. Als besonders auffällig empfand ich den ewig gleichen, formelhaften Ablauf (erotisch inszeniertes Fremdgehen - Mord - verzweifelter Kommissar), der sich praktisch bis zum Ende stetig wiederholt und nur gering variiert wird. Lediglich die so rabiate wie interessant ambivalent gehaltene finale Auflösung setzt zum Abschluss noch einen kleinen Akzent.

Letztlich wohl ein Giallo, der doch deutlich generischer und mittelmäßiger daherkommt, als man z.B. aufgrund der Sahnebesetzung anfangs noch annehmen möchte. Schade, da wäre deutlich mehr drin gewesen!

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 Post subject: Re: SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL - Roberto Montero
PostPosted: 29.04.2013 12:31 
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Die Frauen der schönen und Reichen werden bei diversen Seitensprüngen von einem schwarz Maskierten beobachtet und Fotografiert. Dieser sorgt daraufhin für ein schnelles ableben dieser Frauen wobei er am Tatort mehrere Fotos hinterlässt die die Damen ihrer Tat überführen. So gibt es bei der Polizei zwar schnell Klarheit über die Motive des Killers, seine Indentität bleibt Kommissar Capuana jedoch im unklaren. Bis der Killer ihm gegenüber einen persönlichen Trumpf aus dem Ärmel zieht.
Schön, Nackt und Liebestoll ist für mich einer der klassischsten Gialli die ich kenne. Jedoch hebt er sich über den Standard dieser klassischen Gialli durch seine doch recht kunstvolle Art und nicht zuletzt durch den schönen Soundtrack von Giorgio Gaslini. Der Film hat eine gute Story und Montero schafft es sehr gut den nette Killer immer wieder nett in Szene zu setzen, wie zum Beispiel in der grandiosen Szene am Strand wo der Killer sehr groß und mächtig wirkt. Farley Granger kommt als Kommissar äußerst glaubwürdig rüber und auch die weibliche Riege ist stark besetzt auch wenn mit ihr sehr verschwenderisch umgegangen wird :mrgreen: Hier gibt es z.B. Sylva Koscina, Annabella Incontrera und Femi Benussi. Der Film ist in allen Punkten Top.
Dieser großartige Film kriegt von mir 9,5 bis 10/10 Punkten.


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 Post subject: Re: SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL - Roberto Montero
PostPosted: 27.01.2014 21:20 
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Durchschnittlicher Giallo, der sich aber Dank einiger netter Einfälle doch noch über den Durchschnitt hebt.
Mit guten Einfällen meine ich die Flashbacks (besonders beim letzten Mord) das ist genial gemacht.
Die Herangehensweise des Killers (Frauen beobachten, fotografieren, umbringen) und nach getaner Arbeit die Beweisfotos zu hinterlassen, so etwas hat man zwar in abgewandelter Form schon 1000 Mal gesehen, aber trotzdem fand ich den Film unterhaltsam.
Die Morde sind meistens eher einfallslos, denn sie laufen immer genau gleich ab.
Da hätte man sich noch etwas einfallen lassen können, z.B. verschiedene Mordwaffen und Methoden.
Eine Szene sticht aber doch hervor und zwar der erste Mord. (Die Szene als Femi Benussi am Strand vor dem Killer davonläuft)
Wie sie läuft und man merkt, wie sie immer schwächer wird, hinter ihr der Killer, im Hintergrund sieht man das Meer und hört das Wasser rauschen und das ganze in Zeitlupe, das ist einfach perfekt.
Das Finale ist auch sehr gut, eben, wie gesagt, durch das Flashback.
Die Musik von Giorgio Gaslini ist auch sehr gut und erinnert manchmal sogar an Cipriani.

Fazit: Rein inhaltlich ein Durchschnittsgiallo, hebt sich aber aufgrund des unkonventionellen Mordmotivs und einiger wirklich gelungener Szenen locker über den Durchschnitt.
7,5/10


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 Post subject: Re: SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL - Roberto Montero
PostPosted: 11.02.2014 00:31 
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Malastrana wrote:
Auch Mörder können erkältet sein! ;)

Warum trägt er einen Hut?
Warum trägt er Schuhe?
Warum hat er einen Mantel an?
....
Fragen über Fragen...


und wieso hat er ein Strumpf überm Kopp? :jc_hmmm:


Ich hab mir den Film jetzt auch mal gegönnt, fühlte mich gut unterhalten, hat auf jeden Fall Spaß gemacht aber die deutsche Synchro ist auch nicht zu verachten, die wertet den Film irgendwie auf :mrgreen:


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 Post subject: Re: SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL - Roberto Montero
PostPosted: 11.02.2014 01:23 
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Die wichtigste Frage überhaupt bleibt nach wie vor:

"Wieso liegt denn hier Stroh?" :mrgreen:


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 Post subject: Re: SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL - Roberto Montero
PostPosted: 01.02.2016 15:03 
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SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL

● RIVELAZIONI DI UN MANIACO SESSUALE AL COPO DELLA SQUADRA MOBILE / SO SCHÖN - SO NACKT - SO TOT (I|1972)
mit Farley Granger, Sylva Koscina, Silvano Tranquilli, Annabella Incontrera, Krista Nell, Chris Avram, Femi Benussi,
Angela Covello, Fabrizio Moresco, Andrea Scotti, Irene Pollmer, Luciano Rossi sowie Philippe Hersent und Susan Scott
eine Produktion der Produzioni Cinematografiche Romane | im Verleih der NWDF
ein Film von Roberto Bianchi Montero


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»Eure Nachforschungen waren eine einzige Blamage!«

Ein maskierter Serienkiller macht Rom unsicher. Seine Zielscheiben sind ausschließlich schöne und gut gestellte Frauen der High-Society, die sich ihre Langeweile gerne mit außerehelichen Aktivitäten vertreiben. Der Mörder fotografiert seine Opfer beim Liebesspiel und bringt sie schließlich auf bestialische Weise um. Am Tatort werden die Beweisfotos hinterlassen, allerdings sind die Köpfe der jeweiligen Liebhaber herausgeschnitten. Kommissar Capuana (Farley Granger) steht vor einem Rätsel und sucht verzweifelt nach irgendwelchen Ansatzpunkten, doch die Mordserie geht weiter. Hat man es mit einem Wahnsinnigen zu tun und wo lässt sich ein Motiv finden? Bei seiner mühsamen Arbeit stößt er auf erste Hinweise, doch der Druck, den Fall endlich zu lösen, wächst unaufhörlich...

Regisseur Roberto Bianchi Montero inszenierte mit "Schön, nackt und liebestoll" einen sehr klassisch wirkenden Genrebeitrag, der sich vor allem im visuellen und stilistischen Bereich nicht vor Konkurrenten zu vertecken braucht. Betrachtet man die zunächst sehr ausgefallen wirkende Story allerdings genauer, platziert sich der Film eher im gehobenen Giallo-Mittelfeld. Aufwendig und extravagant in seinen Bildern, trivial, wenn auch nachvollziehbar in seiner Intention, außerdem mitreißend und spannend, wenn auch nicht immer durchgehend, beweist die Regie ein gutes Fingerspitzengefühl um die Zielgruppe zufrieden zu stellen. Der Aspekt der gelungenen Unterhaltung steht hier außer Frage, denn alle Zutaten für einen mehr als unterhaltsamen Beitrag sind im in genügendem Ausmaß vorhanden, dennoch neigt die spektakulär konstruierte Geschichte dazu, in Belanglosigkeiten zu münden. Leider ist die Vorhersehbarkeit nicht wegzudiskutieren, der Schlüssel ist für den geschulten Zuschauer im weitesten Sinne und hier rückblickend gesehen quasi schon aus dem Vorspann zu erahnen, allerdings handelt es sich nicht um vorhersehbare Elemente im Sinne von Motiv oder Auflösung, sondern leider in Richtung des verpassten Überraschungsmoments. Dass der Film sich im Großen und Ganzen vieler, bereits schon einmal da gewesener Elemente sowie Veranschaulichungen bedient, macht wenig aus, da die Umsetzung sehr geglückt ist und einen einladenden Charakter vermittelt. So viel Kritik sei bei einem Film, der sich seiner Kapazitäten nicht in aller Konsequenz bewusst war, aber diese gut wegzustecken weiß, ruhig angemerkt, da man dennoch einen geglückten Giallo serviert bekommt, der eben letztlich genauso ausgefallen ist, wie es sich zahlreiche seiner Konkurrenten nur hätten träumen lassen. Selten gab es übrigens einen derartigen Spielfilm mit solch prominenter und darüber hinaus atemberaubender weiblicher Besetzung, die dem zunächst so reißerisch klingenden Titel die oberste Glaubwürdigkeit ausstellen.

Überhaupt ist die Geschichte mit vielen bekannten Gesichtern angereichert worden, sodass man sich gerne auf das bunte Geschehen einlässt. Farley Grangers Kommissar Capuano bekommt einen recht typischen Stempel aufgedrückt. Bei seiner sachlichen Arbeitsweise kommt es immer wieder zu persönlichen Grenzen und allerhand Komplikationen, die er mit seiner Erfahrung und seinem Scharfsinn bekämpfen kann. Dabei erscheint er überhaupt nicht unkonventionell zu sein, er vermittelt beinahe eine merkwürdig pragmatische Ruhe und offenbart letztlich, dass er nicht gerade unfehlbar ist, vermutlich weil er beim Thema Mord und Verbrechen einfach genug Abartiges gesehen hat. Auch beim Privatmann Capuano zeigen sich einige Macken im Ansatz, die ihn noch mehr greifbar werden lassen. Des Weiteren ist die Darstellerriege unter anderem mit Silvano Tranquilli und Chris Avram sehr prägnant besetzt, wobei man bei den Damen mit einer schier beispiellosen Besetzung konfrontiert wird. Sylva Koscina, Susan Scott, Annabella Incontrera, Krista Nell, Femi Benussi, wohin soll man nur schauen? Ja, man wünscht sich tatsächlich, dass diese Liste unendlich sein würde. Alle Damen unterscheiden sich hauptsächlich in ihrem Äußeren, denn sie sehen im luxuriösen Leben nur noch wenige Möglichkeiten, sich einen Kick zu verschaffen, folglich muss selbstverständlich jeweils ein strapazierfähiger Liebhaber zum Zeitvertreib her. Wegen dieser Tatsache haben alle eines gemeinsam, denn sie werden zu potentiellen Todeskandidatinnen. Alle Darstellerinnen geben ihren zu interpretierenden Charakteren eine besondere Note, insbesondere Annabella Incontrera sticht durch ihre elegante und kühle Erscheinung hervor. Betrachtet man sich die unerbittliche Vorgehensweise des Killers, so ist es beinahe bestürzend, wie viel Schönheit und Verführung hier gezielt zerstört wird und welches Ende einige der Damen in diesem Szenario finden müssen.

Die weibliche Hauptrolle be- und entkleidet die wieder einmal umwerfende Sylva Koscina. Nicht nur schön, nackt oder liebestoll, lieferte sie immer sehr packende und glaubhafte Leistungen. In ihrem Repertoire konnte sie die unterschiedlichsten Anforderungen ohnehin spielend abrufen. Das aufmerksame Auge der Kamera hebt ihre aparte Erscheinung vornehmlich mit ausgiebigen Großaufnahmen hervor, oder wahlweise auch in horizontalen Einstellungen. Barbara, die Ehefrau des Kommissars, ist ebenfalls Mitglied der gefährdeten Gruppe von Luxusweibchen, sie wirkt sehr direkt, steht aber auch für den ruhigeren Pol in dieser Konstellation. Ein Genuss, die Wahl-Italienerin in dieser Rolle bewundern zu können. Insgesamt ist "Schön, nackt und liebestoll" ein Giallo, den Freunde des Genres selbstverständlich gesehen haben sollten. Gerade in diesem Bereich wurde es nach einer Schwemme von Beiträgen immer schwerer, das Rad neu zu erfinden und etwaige Wiederholungen zu vermeiden. Es ist aber nicht weiter schlimm, da eine angenehme Verlässlichkeit ausgestrahlt wird. Der rote Faden wird in diesem Szenario nie aus den Augen verloren, dass man als Zuschauer aber Bahnbrechendes aufspüren könnte, bewahrheitet sich eher selten. Charakteristisch hierfür steht das Finale, das in seiner eher holprigen Auflösung zwar einen ordentlichen Paukenschlag setzen wollte, dies aber leider nicht glücken wollte, denn wer sich in der bunten Welt der Gialli etwas auskennt, wird anstelle von Überraschungen leider zu viele eindeutige Hinweise finden. Musikalisch fühlt man sich angenehm bis klassisch begleitet, die Untermalung greift in vielen Szenen sehr gut. Unterm Strich ist dieser Film also nur, oder also doch, ein halber Volltreffer, von dem man ohne größere Erklärungen allerdings sagen kann, dass er auf bestimmte, oder sogar unbestimmte Art und Weise gefällt. Der größte Vorteil bei "Schön, nackt und liebestoll" bleibt deswegen, dass das Ergebnis kaum kurzweiliger hätte ausfallen können, die teilweise beklemmende Atmosphäre sorgt für gute Spannungsmomente und letztlich kann sich Monteros Beitrag angenehm in der Erinnerung festsetzen.


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 Post subject: Re: SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL - Roberto Montero
PostPosted: 01.02.2016 17:46 
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Diesen unfassbaren Film hatte ich mir vor Kurzem auch mal wieder in der noch unfassbareren dt. Sprachausgabe angeschaut und wurde dabei
ein weiteres mal bestens unterhalten :laie_60a:

Der dazugehörige Informationsgaudi der Herren Keßler und Stiglegger ist zudem aller erste Sahne und wurde gleich auch ein weiteres mal (mit)genossen.


Ein immerwährender Garant exotisch-giallohafter Inszenierungskunst :D


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 Post subject: Re: SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL - Roberto Montero
PostPosted: 22.02.2016 01:43 
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● SYLVA KOSCINA als BARBARA CAPUANA in
SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL (I|1972)




Bei der atemberaubenden Damenriege in "Schön, nackt und liebestoll" obliegt es einzig und alleine dem Zuschauer, die ultimative Krönung für sich ausfindig zu machen, was beim ersten Blick auf so viel weibliche Schönheit sicherlich nicht ganz einfach ist. Nach den eigenen Kriterien liegt Sylva Koscina schließlich vorne, wenn auch nur um Nasenlängen. Vor "Schön, nackt und liebestoll" war Sylva Koscina in beinahe 100. Filmen zu sehen und diese beeindruckende, um nicht zu sagen fast unglaubliche Marke sollte wenig später erreicht werden. Bei einer solchen Vielzahl an Rollen ist es vollkommen klar, dass die Interpretin auch die unterschiedlichsten Charaktere in verschiedensten Genres zu interpretieren hatte. Ihre Auftritte im Schimmer der gelben Filmkunst zählen zu den absoluten Bereicherungen dieser Beiträge und hier schaut man gerne auf die schöne Frau von Inspektor Capuana, die zunächst unscheinbar in das Geschehen integriert wird. Mit Geduld und Tatkraft steht sie ihrem Mann zur Seite, geht im Alltag allerdings ihre eigenen Wege. In ihrer Clique stellt sie, wie jede andere der Frauen auch, eine Art Abziehbild der italienischen Filmfrau dieser Zeit dar, zumindest im Rahmen der gängigen Präsentationen. Im Beauty-Salon lässt Frau es sich gut gehen und der Zuschauer bekommt ein Ritual geschildert. Oberflächlichkeiten und die dazu passenden Gespräche dominieren die Atmosphäre, selbst unter der Voraussetzung, dass ein bestialischer Mord im Raum steht. Barbara stellt für den Moment die einzige der Freundinnen dar, die in deren Augen anders reflektiert wird. Eine Frau, die über jeden Verdacht des Ehebruches erhaben ist und daher wohl nicht auf der Liste des Mörders stehen wird. Der Zuschauer nimmt es erleichtert zur Kenntnis, dass wenigstens eine von ihnen nicht in Gefahr zu sein scheint, aber der Verlauf wird die Reihen noch empfindlich lichten.

Sylva Koscina sieht in dieser Produktion so atemberaubend aus, dass es manchmal wirklich nur schwer zu fassen ist, nicht zuletzt wegen ihrer hochgradigen Wandlungsfähigkeit in optischen und rollentechnischen Belangen. Die weibliche Hauptperson unterscheidet sich in grundsätzlichen Aspekten von den anderen Frauen, da man einige bereits bei ihren außerehelichen Aktivitäten beobachten konnte und Koscina als die Starke Frau an Capuanas Seite vorgestellt wurde. Sie hört ihm zu, sie gibt konstruktive Ratschläge und fängt ihn offensichtlich gerne auf, wann immer es nötig ist. Vielleicht wirkt diese Anlegung dieses Charakters etwas unscheinbar und vergleichsweise zu brav, aber für Kontraste nach Art des Hauses Koscina war bislang noch fast jeder Film dankbar. Wie so häufig orientiert sich das aufmerksame Auge der Kamera an der Attraktivität und Makellosigkeit der Darstellerin, denn alte Liebe rostet ja bekanntlich nicht, außerdem gewährt Sylva Koscina dem Zuschauer ganz obligatorisch tiefere Einblicke. Dem Empfinden nach läuft ihr so mache Dame hier eigentlich den Rang ab, da es einfach eindringlichere oder spektakulärere Szenen zu sehen gibt, aber der Regisseur Roberto Bianchi Montero verschenkt seine Hauptdarstellerin nicht und vertraut ihr noch sehr gute Bildstrecken und hervorragende Szenen an. Insgesamt gesehen, handelt es sich sicherlich um eine von Sylva Koscinas bemerkenswertesten Auftritten im zeitgenössischen Film, der wie üblich in Erinnerung bleibt, aber auch durch besondere Finessen für Aufsehen sorgen kann. Letztlich liefert sie eine ganz eindeutige Expertise in Sachen Publikumswirksamkeit, und es wird nochmals vollkommen deutlich, dass die attraktive Wahl-Italienerin nicht umsonst eine Viel-Spielerin gewesen ist. Eine Performance, die man gar nicht häufig genug gesehen haben kann!


➥ SYLVA KOSCINA


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