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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DIE INSEL DER BLUTIGEN PLANTAGE - Kurt Raab
PostPosted: 27.11.2009 00:35 
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Originaltitel: Insel der blutigen Plantage, Die
Herstellungsland: Deutschland/ Philippinen
Erscheinungsjahr: 1982
Regie: Kurt Raab / Celso Ad. Castillo
Darsteller: Udo Kier, Barbara Valentin, Tet Antiquiera, Karl-Otto Alberty, Karen Lopez, Hans Zander, Karina Fallenstein

Inhalt:
Die Insel ist ein Paradies, ihr Leben ist die Hölle: Bildschöne Südsee-Mädchen werden versklavt und sexuell missbraucht. Bis einer der Peiniger sich ins schönste seiner Opfer verliebt und sich gegen seine Anführer auflehnt....

Quelle: *** The link is only visible for members, go to login. ***


Bemerkung:
Diese magere Inhaltsangabe vermag natürlich nicht annähernd wiederzugeben, mit was für einem Trash-Heuler allererster Kanone wir es hier zu tun haben! Udo Kier und Barbara Valentin (in der Rolle der "blutigen Olga" !!) sind ja eigentlich schon Grund genug, den Film kultisch zu verehren, aber man muss einfach gesehen haben was die Macher Raab & Castillo dem Zuschauer hier vor den Latz knallen. Ein Insel-Straflager-Söldner-Streifen, der sich obendrein teilweise den Anstrich einer Faschismusparabel gibt, was aber im Exploitation-Sumpf restlos versinkt - zum Glück! Die Fassbinder-Crew, die hierbei mitmischte, will heutigentags gern das Mäntelchen des peinlich betretenen Schweigens über das Machwerk hüllen. Zu allem Überfluss stammt der Soundtrack von Jürgen Marcus und beinhaltet den Titelsong "The Island of the Bloody Plantation" von Shane Colin... seeing bzw. hearing is believing!
Die DVD gibt´s von Mediawith Classics / Splendid, ist ungekürzt, präsentiert sich im 2,35 : 1 - Format und enthält ein 26-minütiges Interview mit Produzent und Darsteler Peter Kern, der von den stressigen Dreharbeiten erzählt.
Partyfilm-Empfehlung!

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 Post subject: Re: DIE INSEL DER BLUTIGEN PLANTAGE - Kurt Raab
PostPosted: 27.11.2009 19:59 
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In der Tat ein unglaubliches Teil! :mrgreen:


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 Post subject: Re: DIE INSEL DER BLUTIGEN PLANTAGE - Kurt Raab
PostPosted: 28.11.2009 15:21 
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Oh ja, der is unfassbar... Hab den mal in Wien im Kino gesehen - ich glaub wir waren zu fünft oder so -, einer davon war der Regisseur Peter Kern. Kern, der bei den Dreharbeiten die Regie übernommen hat, "wenn der Kurti zu besoffen war", hat während dem Film am lautesten von allen gelacht. :lol:
Kern hat erzählt, dass Karl-Otto Alberty, der grossartige Bösewicht des Films, bei den Dreharbeiten andauernd auf Heroin war, so dass er fast alle Szenen mit ihm im Sitzen drehen musste. :mrgreen:

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 Post subject: Re: DIE INSEL DER BLUTIGEN PLANTAGE - Kurt Raab
PostPosted: 28.11.2009 19:14 
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Geile Infos! :shock: (Peter Kern ist ja offiziell nur als Produzent genannt, und was Celso Castillo eigentlich an Regiehilfe geleistet hat, weiß man nicht so genau.) Auf jeden Fall waren die Dreharbeiten wohl eher ne große Sause als alles andere. Auch wenn Kern in Interviews gern raushängen lässt, wie stzrapaziös alles war.

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 Post subject: Re: DIE INSEL DER BLUTIGEN PLANTAGE - Kurt Raab
PostPosted: 29.11.2009 00:10 
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Wenn man dem Interview mit Peter Kern auf der exzellenten Mediawith DVD glauben schenken darf hat Castillo ja quasi nur die erste Szenen mit den Mädels gedreht die auf der Insel aufkreuzen und selbst dafür hat er wohl schon zig Tage benötigt. Danach ist dann wohl Kurt Raab eingesprungen.

Unglaublicher Film und ein super Titelsong. Ebenfalls sehr lesenswert ist das Booklet der DVD mit "Reflexionen über Dreharbeiten in einem schönen Land" von Kurt Raab.


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 Post subject: Re: DIE INSEL DER BLUTIGEN PLANTAGE - Kurt Raab
PostPosted: 27.03.2012 00:03 
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DIE INSEL DER BLUTIGEN PLANTAGE
[BRD/PHI][1983]

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Regie: Kurt Raab
Darsteller: Udo Kier, Barbara Valentin, Tet Antiquiera, Karl-Otto Alberty, Karen Lopez, Hans Zander, Karina Fallenstein, Mike Monty, Rosemarie Sarita, Kurt Raab, Peter Kern, Fouad Mediouni-Zaoud


Es gibt Fälle, da ist die Entstehungsgeschichte eines Films fast aufregender als das Ergebnis. Willkommen auf der INSEL DER BLUTIGEN PLANTAGE:

Anfang der 80er Jahre kommt der deutsche Produzent Peter Kern auf die Idee, einen billigen Exploitationfilm auf den Philippinen drehen. Die südostasiatische Insel wurde in den 70er und 80er Jahren speziell von amerikanischen Low-Budget-Filmern regelrecht überfallen, die dort - aufgrund der niedrigen Gagen und laxen Sicherheitsbestimmungen - zahlreiche billige Actionstreifen herunterkurbelten, welche hauptsächlich an die niederen Instinkte des (zumeist männlichen) Publikums appellierten: Viel Sex, viel Gewalt, möglichst wenig Handlung.

Ganz nach diesem Vorbild plant Kern ein ebensolches Werk, um mit dessen Einnahmen größere Wunschprojekte zu finanzieren. So tut er sich mit dem philippinischen Regisseur Celso Ad. Castillo zusammen, welcher anbietet, die Regie zu übernehmen und ein Produktionsteam zu formieren.

Doch als die deutsche Crew nach wochenlanger Vorbereitung am Drehort eintrifft, stellt sich heraus, dass der dortige Produzent Felipe G. Ortega Jr. völlig pleite und versprochene Set nicht mal im Ansatz errichtet ist.
Um zu retten, was zu retten ist, macht sich Crew nach der ersten Schocksekunde (und der Entlassung Ortegas) zusammen mit den Dorfbewohnern ans Werk und beginnt, die halbe Insel auf den Kopf zu stellen, um das benötigte Motiv doch noch im Eilverfahren zu arrangieren: Bäume werden gefällt, Fassaden hochgezogen, Zäune gezimmert, Wachtürme gebaut, ein Betonschacht zum Verlies umfunktioniert - ein halber Palast wird erschaffen.

Tatsächlich schafft man es, den geplanten Drehbeginn einzuhalten, doch die Freude währt nicht lang: So stellt sich bald heraus, dass fast das gesamte Produktionsteam aus Mitgliedern der Familie von Regisseur Castillo besteht, welche ebenso abgebrannt wie unfähig sind, einen Film zu produzieren.
Castillo selbst erweist sich indes gleichfalls als Katastrophe: Zwar hat der Mann in der Vergangenheit wohl ein paar in seinem Lande vielgeachtete Filme gedreht, doch seine große Zeit scheint vorbei und er selbst inzwischen der Megalomanie anheim gefallen zu sein. So bemerkt er immer wieder, wie überragend sein Talent sei, doch anstatt Interesse an Handlung und Umsetzung zu zeigen, starrt er oft stundenlang lediglich vor sich hin, schüttet den Fusel in sich hinein, beschimpft grundlos die Crewmitglieder oder stiefelt schwadronierend über die Insel, um auf seine Intuition zu warten.

Als man nach drei Tagen außer der Anfangssequenz immer noch nichts gedreht hat, übernimmt schließlich kurzerhand Kurt Raab (eigentlich vorgesehen als Autor, Schauspieler und Ausstatter) die Regie. Castillo droht ihm, befiehlt den Abbruch der Dreharbeiten. Raab dreht weiter – bis die philippinischen Schauspieler plötzlich verschwunden sind, von ihren Managern gewaltsam weggeschleppt.

Eine neue Darstellerriege wird zusammengestellt. Die Dreharbeiten gehen weiter, doch nun erscheint Felipe G. Ortega Jr., der ursprüngliche Produzent, wieder auf der Bildfläche: Sich um um seinen Film betrogen fühlend, versucht er, das Unternehmen zu sabotieren, lässt laufend Material und Ausstattung gerichtlich beschlagnahmen. Die Crew muss handeln: Kameras werden versteckt, Negative in Sicherheit gebracht, Kartons stattdessen heimlich mit Steinen gefüllt.

Nur langsam kommen die Dreharbeiten voran.
Als mittendrin das Geld ausgeht, müssen 200000 DM ins Land geschmuggelt werden, um die Arbeiter bezahlen zu können.
Crewmitglieder sind betrunken oder tagelang verschwunden.
Karl-Otto Alberty, der die Schurkenrolle übernommen hat, ist ständig auf Heroin, so dass die meisten seiner Szenen im Sitzen gedreht werden müssen.
Der Besitzer der Insel beginnt, das Team mit übertrieben hohen Drehgebühren zu erpressen.
Der Effektmann kann keine Explosionen machen, weil er vergessen hat, Dynamit zu kaufen.
Der Generator explodiert. Nach notdürftiger Reparatur funktioniert er nur noch mit halber Kraft - der Rest der Szenen muss im Halbdunkel gedreht werden.
Erdbeben brechen über die Insel herein.

Und mittendrin steht die gebeutelte Crew und arbeitet bis zum bitteren Ende an ihrem spekulativen Trashstreifen, dessen Produktion schließlich wahre Unsummen kostet und das Team an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit katapultiert.

Allen Widerständen zum Trotz gelingt die Fertigstellung dennoch. Das Ergebnis mit dem blumigen Titel DIE INSEL DER BLUTIGEN PLANTAGE ist nicht nur aufgrund seiner unglaublichen Entstehungsgeschichte ein grandioses Meister-Machwerk, dessen leidenschaftliche Infantilität einen nahezu überwältigt.

Eine Handlung gibt es übrigens auch noch - und diese unterscheidet sich auch gar nicht großartig von vergleichbaren amerikanischen Trashperlen, welche ebenfalls auf der Insel entstanden:

Der ehemalige Nazi Otto Globocnik [Karl-Otto Alberty] errichtet gemeinsam mit seiner sadistischen Freundin [Barbara Valentin] (die gar liebevoll 'Blutige Olga' genannt wird und sich auch so benimmt) auf einer paradiesischen Insel eine grausame Schreckensdiktatur: Die Bevölkerung wird zur Arbeit gezwungen (die hauptsächlich darin besteht, den ganzen Tag Kokosnüsse aufzuspalten - denn wie jeder weiß, ist der illegale Kokosnuss-Handel ein Millionengeschäft), die Frauen zu Lustobjekten versklavt. Hermano [Udo Kier], einer der obersten Vertrauten Globocziks, verliebt sich jedoch in die attraktive Insulanerin Cora [Karen Lopez] und will sie heimlich von der Insel schaffen. Doch sein Plan fliegt auf. Cora wird ausgepeitscht, Hermano als Olgas persönlicher Lustsklave missbraucht. Doch Rita [Rosemarie Sarita], eine der Geknechteten, zettelt heimlich einen Aufstand an. Schon bald ist auf dem Eiland die Hölle los...

Einen simpel gestrickten, äußerst spekulativen Unterhaltungsfilm, der lediglich die niederen Bedürfnisse des Publikums befriedigen soll – das und nicht mehr wollten die Produzenten erschaffen (wie sie selbst in sympathischer Offenheit zugeben).
Und dieses Unterfangen ist definitiv geglückt, werden doch tatsächlich so ziemlich alle Ingredienzen primitiver Filmkunst vereint.

DIE INSEL DER BLUTIGEN PLANTAGE ist ein schier unglaubliches Werk, für dessen Existenz man einfach nur dankbar sein muss, ein kaum zu fassender, nahezu schwindelerregend abstruser Cocktail aus Frauenlagerfilm, Naziploitation und Söldner-Action, mit Horror-Elementen verrührt und vor paradiesischer Kulisse erzählt – in traumhaft schönen Bildern und in allerfeinstem Cinemascope, eingerahmt von einem gefährlich kitschigen Soundtrack, der selbst die härtesten Kerle zum Schluchzen bringt.

Mehr als einmal reibt man sich die Augen, wenn – zwischen Vergewaltigung, Voodoo-Zauber und feinfühligen Dialogen wie "Ich dachte, du wärst ne gute Mösenakrobatin – früher hattest du mehr Feuer im Arsch!“ - plötzlich halbgare Bruce-Lee-Imitatoren über die Insel springen (die allerdings jämmerlich zu weinen anfangen, sobald sie jemand 'warmer Kanake' nennt), während völlig sinnlos über die Insel tobende Kleinwüchsige sich mit Kommentaren wie „Lass das, du geiler Zwerg!“ gegenseitig befummeln.

Und mittendrin in diesem Wust aus perfektionierter Sinnbefreitheit begegnet man gestandenen Schauspielgrößen wie Udo Kier und Barbara Valentin, die den sagenhaften Unfug mit dermaßen tapferer Seriösität darbieten, als ginge es darum, die kommende Oscar-Verleihung im Alleingang abzuräumen.

Und da DIE INSEL DER BLUTIGEN PLANTAGE jedoch trotz allem ein deutscher Film der 80er Jahre bleibt und das Team sogar aus dem Dunstkreis der Autorenfilm-Ecke stammt, schleicht sich zu guter Letzt auch noch ein Hauch FITZCARRALDOesker Züge in das absurde Geschehen. Die zarten Anflüge von Gesellschaftskritik und Faschismusanalyse versinken freilich nahezu völlig im tosenden Meer der Merkwürdigkeiten, was den Kuriositätsfaktor zusätzlich nochmal ins fast Unermessliche steigert.

Das Ergebnis ist Exploitation in Vollendung, eine sich aus Drogennebel manifestiert zu haben scheinende, realitätsuntaugliche Eigenart in formal perfekten, epischen Hochglanzbildern, abgeschmeckt mit einem Hauch künstlerischen Anspruchs und von solch überwältigendem Engagement, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Das APOCALYPSE NOW des Trashfilms.

Großes Kino! Endlich!

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Last edited by DJANGOdzilla on 25.10.2012 17:25, edited 1 time in total.

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 Post subject: Re: DIE INSEL DER BLUTIGEN PLANTAGE - Kurt Raab
PostPosted: 27.03.2012 00:56 
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Herrlich, DJANGOdzilla! :D
Eine wunderbare Rezension, die es auf den Punkt bringt. Der Film ist eine Splittergranate!

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PostPosted: 27.03.2012 02:21 
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Die Enstehungsgeschichte ist (fast) genauso geil wie der Film selbst .... wird Zeit den Film mal wieder reinzuschmeissen ! :jc_doubleup:


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PostPosted: 27.03.2012 10:02 
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Allein die Besetzung Udo Kier und Barbara Valentin... und dann auch noch die Regie von Kurt Raab. Ich werde mich auf die Suche machen.

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Wo haste den denn so billig geschossen? :shock:

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Bei Filmundo. Originalverpackt und mit den 24seitigem Booklet.

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Alternativer Titel: Die Insel der blutigen Plantage
Produktionsland: Deutschland
Produktion: Peter Kern
Erscheinungsjahr: 1982
Regie: Kurt Raab
Drehbuch: Kurt Raab
Kamera: Rudolf Blahacek
Schnitt: Karl Aulitzky
Spezialeffekte: -
Budget: ca. -
Musik: Jürgen Marcus, Warner B. Ryder
Länge: ca. 84 Minuten
Freigabe: FSK 18
Darsteller:
Udo Kier: Hermano
Barbara Valentin: „blutige Olga“
Tet Antiquiera: Otto Globocnik
Karl-Otto Alberty: Aufseher
Hans Zander: Aufseher
Karen Lopez: Cora
Karina Fallenstein: Eva, Olgas Tochter
Rosemarie Sarita: Rita



Einige Südsee-Mädchen werden auf einer Insel als Sklavinnen gehalten und sexuell missbraucht. Einer der Aufpasser verliebt sich jedoch in eines der Mädchen und will ihr zur Flucht verhelfen. Dieser Plan schlägt fehlt und die Bestrafung der Peiniger nimmt ihren Lauf.

Rainer Werner Fassbinder Darsteller Kurt Raab gibt als Regisseur und Darsteller Vollgas bei einer Reise in den absoluten Trash. Peter Kern, der Produzent des Film sagt in seinem Vorwort zum Film, bitte nur in Gruppen ansehen. Recht so, denn dann ist eine Menge Spaß garantiert.

Die Reise beginnt mit schlechten Darstellern und endet sozusagen in unterirdisch schlechten Dialogen. Dem Film ist nichts aber auch rein gar nichts zu blöd. Barbara Valentin spielt innerhalb des Camps in dem die Mädchen gefangen gehalten werden, die Aufseherin mit dem wunderschönen Namen: Die blutige Olga. Das die blutige Olga neben Sadismusbegeisterung auch noch Sexbesessen ist kommt natürlich noch hinzu. Wie auch die weiteren Aufseher ist die blutige Olga in eine SA ähnliche Uniform verhüllt und wird vereinzelnd von einigen völlig beschmierten Liliputanern begleitet. Kurt Raab selber hält sich für den römischen Kaiser Tiberius und setzt dem Ganzen die Krone auf. Neben den genannten Darstellern begegnet uns weiterhin Udo Kier, den ich als Schauspieler sehr schätze. Allerdings gelingt es auch Udo sich dem unterirdischem Niveau der restlichen Darstellerriege anzupassen. Olgas Tochter, die warum auch immer, ebenfalls auf der Insel gastiert wird von Karina Fallenstein gespielt, die man aus Schlingensiefs „Deutschem Kettensägenmassaker“ kennen sollte.

Die Musik des Films stammt übrigens von Jürgen Marcus. Ob dieser auch für den 70er-Urlaubs-Style-Easy-Listening-Titelsong verantwortlich ist, vermag ich nicht zu sagen.

Fazit: Peter Kern erwähnt im Nachwort, dass er hier den schlechtesten Film der Welt produziert hat. Ganz so schlimm ist es aber nicht, denn dieser Film kann sehr, sehr viel Freude bereiten, aber nur wenn ihm ein geeignetes Publikum zugewandt ist.

Geheimtipp für Trash-Fans.

6/10

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 Post subject: Re: DIE INSEL DER BLUTIGEN PLANTAGE - Kurt Raab
PostPosted: 01.04.2012 13:27 
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hat der fassbinder den noch sehen können?

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Jeder Mensch braucht mehr Liebe als er verdient.


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