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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 27.11.2009 22:11 
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Originaltitel: Casa D'Appuntamento
Darsteller: Robert Sacchi, Anita Ekberg, Barbara Bouchet, Howard Vernon, Rosalba Neri
Jahr: 1973

Inhalt:
In einem Bordell wird eine Prostituierte ermordet. Ein junger Mann wird der Tat beschuldigt und inhaftiert. Bei einem Fluchtversuch enthauptet er sich. Sämtliche Personen, die in diesen Fall involviert sind, kommen auf mysteriöse Weise ums Leben ... (Hölle auf Erden/OFDb.de)


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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 27.11.2009 22:15 
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Ist ja nicht so, daß ich nur gute Gialli sehe und kenne. Auch ich erwische ab und an mal einen Rohrkrepierer, wobei DAS AUGE DES BÖSEN mit der größte Fehlgriff überhaupt für mich war. Der Film zeigt anschaulich, daß ein großes Staraufgebot nicht unbedingt gleich einen guten Film ausmacht. Zwar kommt laut Alternativtittel der Ripper auf leisen Sohlen, was man aber bald merkt: er bringt seinen Kumpel, die ausgemachte Langeweile, gleich mit. Wie schrieb ich mal in meinem DTM-Review über den Film? Das ist wirklich filmgewordenes Valium!


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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 27.11.2009 23:05 
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Im Großen und Ganzen kann ich dir zustimmen, aber ich fand den so schlecht, dass er schon wieder unterhaltsam war :mrgreen:

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 27.11.2009 23:09 
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Der Film ist sicher trashig und billig aber trotzdem mag ich ihn...ein Giallo in dem sich Gordon Mitchell und Rolf Eden prügeln und Peter Martell (war ers, glaube ja) enthauptet wird, KANN doch gar nicht langweilig sein. :lol:

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"Ihr Name ist Luzifer. Ihr vertraue ich mehr als meinem besten Freund. Sie spricht nicht, sie hört nicht, betrügt nicht. Sie ist taub, ist blind, ist stumm. Sie tötet nur!"


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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 28.11.2009 00:21 
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Canisius wrote:
Der Film ist sicher trashig und billig aber trotzdem mag ich ihn...


Du bringst es auf den Punkt.

***

Der Ripper kommt auf leisen Sohlen

Paris. Im Bordell der Madame Colette (Anita Ekberg) wird eine der Damen brutal ermordet. Der Verdacht fällt sofort auf einen flüchtigen Verehrer, der nach recht kurzer Zeit von der Polizei ergriffen wird. Das Gericht verurteilt den vermeintlichen Killer zum Tode. Diesem gelingt jedoch erneut die Flucht, bei der er aber -im wahrsten Sinne des Wortes- seinen Kopf verliert. Inspector Pontaine (Robert Sacchi) ist längst klar, dass der Tatsächliche Mörder noch auf freiem Fusse ist. Er wird bestätigt, denn eine Serie grausiger Morde nimmt ihren Lauf...

Ein Giallo dessen Handlung in Paris angesiedelt ist, warum auch nicht. Regisseur Ferdinando Merighi gehört nicht unbedingt zu den geläufigen Regisseuren des italienische Genrekinos. Wer "Der Ripper kommt auf leisen Sohlen" aka "Das Auge des Bösen" gesehen hat, wird sich über diese Tatsache nicht wundern. Doch obwohl irgendwie "dahingeschludert" hat der Film seine Reize. Die Besetzung ist durchaus ansprechend gewählt, Anita Ekberg nimmt man die Puffmutter jederzeit ab. Beliebte Damen wie Barbara Bouchet, Rosalba Neri und Evelyne Kraft (die leider im Januar 2009 verstorben ist) erfreuen das Auge. Ermittler Robert Sacchi ist ein herrlicher Bogart-Imitator, die Fratze von Howard Vernon sieht man ebenfalls immer wieder gern.

An der Besetzung liegt es sicher nicht, dass der Streifen seine deutlich trashige Schlagseite nicht verheimlichen kann. Irgendwie scheint dem Regisseur ab und an der rote Faden entglitten zu sein, wirken die Szenen merkwürdig aneinander geklatscht. Die Morde durch verschiedene Farbfilter zu jagen und mehrfach zu zeigen wirkt ein wenig befremdlich. Dazu sind die Effekte prima zum Auslachen geeignet, selbst abgetrennte Köppe belustigen mehr als das sie schocken. Besondere Erwähnung verdient auch die teils unglaubliche, wundervolle, deutsche "Sleaze-Synchro". Wenn die holde Barbara Bouchet in voller Schönheit ihren Peiniger als "Impotentes Saustück" beschimpft, dann sorgt das schon für feuchte Augen und Schmerzen in der erschlafften Bauchmuskulatur. Weitere Zitate verkneife ich mir, sonst greift vermutlich die Zensur ein.

Fazit: Man kann diesem Machwerk aus dem Jahre 1972 vieles vorwerfen und negativ ankreiden. Mit grosser Filmkunst hat das alles wenig zu tun. Der Unterhaltungswert ist meiner Meinung nach jedoch grossartig. Sicher, ich würde Einsteigern diesen Titel eher nicht ans Herz legen. Der tolerante Giallo-Fan wird aber vermutlich viel Freude mit "Casa d'appuntamento" haben können. Mir liegt der Film als grosse Hartbox von X-Rated vor, die Qualität ist durchaus ansprechend ausgefallen, da kennt man von diesem Label schwächere Veröffentlichungen. Es gibt auch eine "Kaufhaus-Version" im Amaray, mir ist jedoch die Hartbox lieber. Als Bonus gibt es ein paar zusätzliche -belanglose- Szenen zu sehen, weiterhin fünf nette Trailer zu anderen Titeln aus dem Programm des Labels.

Ein echtes "Saustück" von Film. Ich muss dieses Teil einfach gern haben.

7/10

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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 28.11.2009 00:25 
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Canisius wrote:
Der Film ist sicher trashig und billig :


kann ein film ja auch gerne sein, macht ihn ja deshalb nicht gleich schlecht. wenn mir aber nach 20 minuten die augen zufallen, stimmt was nicht.

der film ist total stulle.

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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 28.11.2009 00:27 
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Cobra wrote:
der film ist total stulle.


Aber mit Babs zwischen den Scheiben. Da beisse ich gern rein! :mrgreen:

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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 28.11.2009 00:38 
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Leicht Stümperhafter aber trotzallem unterhaltsammer Giallo ....

Gieb deutlich schlechtere Filme um seine Zeit zu verschwenden - Die Grosse Hartbox sieht nett aus, nur das Cover gehört mal wider nicht zum Film ....


Peter

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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 28.11.2009 01:22 
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Canisius wrote:
Der Film ist sicher trashig und billig aber trotzdem mag ich ihn...ein Giallo in dem sich Gordon Mitchell und Rolf Eden prügeln und Peter Martell (war ers, glaube ja) enthauptet wird, KANN doch gar nicht langweilig sein. :lol:


So ist es!

Und die Effekte in diesem Fall sind doch nun wirklich vom feinsten... 8-)


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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 29.11.2009 16:39 
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Cobra wrote:
Canisius wrote:
Der Film ist sicher trashig und billig :


kann ein film ja auch gerne sein, macht ihn ja deshalb nicht gleich schlecht. wenn mir aber nach 20 minuten die augen zufallen, stimmt was nicht.

der film ist total stulle.


Ha, Mr. Cobretti, sie haben beim Zitieren, meine Begründung, warum ich den Film mag, einfach weggelassen. So macht das wenig Sinn! :lol:

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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 29.11.2009 20:07 
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Canisius wrote:
Cobra wrote:
Canisius wrote:
Der Film ist sicher trashig und billig :


kann ein film ja auch gerne sein, macht ihn ja deshalb nicht gleich schlecht. wenn mir aber nach 20 minuten die augen zufallen, stimmt was nicht.

der film ist total stulle.


Ha, Mr. Cobretti, sie haben beim Zitieren, meine Begründung, warum ich den Film mag, einfach weggelassen. So macht das wenig Sinn! :lol:


war auch nicht direkt auf dein posting bezogen sondern eher generell ein gesichtspunkt unter dem ich filme bewerte, also nichts für ungut ;)

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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 25.06.2010 13:43 
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Weiss jemand, was das hier für eine Fassung ist: *** The link is only visible for members, go to login. *** Identisch mit der X-Rated oder irgendwas anderes? Würde den gerne mal mit der deutschen Synchro sehen.

Danke :)


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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 25.06.2010 21:52 
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Ist der gleiche Film, allerdings läuft die X-Rated 89 Minuten.

82 Minuten = cut

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 21.08.2010 00:49 
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In einem Pariser Puff wird das Liebesmädchen Francine (Barbara Bouchet) tot aufgefunden. Für den Mord wird ihr zu ungezügelten Aggressionen neigender Freund Antoine (Peter Martell) zum Tode verurteilt. Antoine flieht aus dem Knast, doch verläuft seine Flucht eher, äh, kopflos... ;)

Doch bald darauf wird die Puffmutter Madame Colette ermordet aufgefunden, und damit fängt das große Morden erst richtig an...

Zugegeben, von einem Meisterwerk ist das sehr weit entfernt, aber Spaß macht das Werk schon, auch wenn mein Exemplar (VHS) nicht 89, auch nicht 82, sondern schlappe 76 Minuten läuft (der Trailer zu "Halleluja pfeift das Lied vom Sterben" nicht mitgerechnet)

Immerhin warb das Cover mit "5 Weltstars in einem Film", nämlich

-Barbara Bouchet (lechz!)

-Peter Martel (Philipp Boa: Lord, habe mercy with the one-eyed)

-Robert Sacchi (OK, der hat später noch "Der Mann mit Bogarts Gesicht" gemacht, aber Weltstar??)

-Howard Vernon (Weltstar? Na ja, aber ein stets gern gesehener Exploitationfilmfreund)

-Anita Ekberg (die sich in einer Szene beklagt, wo die goldenen 50er-Jahre geblieben seien. Wo ist nur der Trevi-Brunnen, wenn man ihn mal braucht?)

Daneben weist der Cast noch
-Rosalba Neri (Natürlich lechz!)

-Rolf Eden (Morissey: The last of the famous international playboys) und

-Evelyne Kraft (durch Freude)

auf.

Die deutsche Fassung fällt außerdem dadurch, dass in einem Film aus dem Jahr 1973 mehrfach Goblins "La via della droga" aus Castellaris "Dealer Connection" von 1977 verwendet wird. Auch jenes berüchtigte Bontempi-Orgel-Geblubber, das man aus dem (deutschen) Vorspann von "Verflucht zum Töten" und ca. 10245 anderen Filmen taucht hier schon auf. Ein verzerrtes Raum-Zeit-Kontinuum, an dem man schier verzweifeln könnte... ;)

Für die Special effects war laut Credits übrigens ein Prof., dessen Name mir entfallen ist, verantwortlich, was ich angesichts der Kopf-ab-Szene und dem Sprung vom Eiffelturm sofort glaube.

Fazit: Unverzichtbar!


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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 04.09.2010 23:46 
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Habe ihn gerade gesehen und fand ihn eher mäßig. Evelyn Kraft war allerdings sehr nett anzuschauen ;) Irgendwie wirkten die Szenen einander gestümpert und die Wiederholung der Morde unter verschiedenen Farbfiltern merkwürdig. War aber trotzdem ganz okay.


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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 05.09.2010 08:12 
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deadlyfriend wrote:
Irgendwie wirkten die Szenen einander gestümpert und die Wiederholung der Morde unter verschiedenen Farbfiltern merkwürdig.


Vollkommen richtig!

Aber die zahlreichen Schwächen, die unbestreitbar zu Genüge vorhanden sind, machen den Reiz der Sause aus! Lass das Erlebnis ein wenig sacken, schau dir das Teil mit ein wenig Abstand erneut an, dieser Unsinn macht wirklich Spass! :D

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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 05.09.2010 09:41 
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Ach, Spaß machte der trotzdem. Alleine "Bogie" mit der Synchronstimme von Clint Eastwood war göttlich. :D Die weibliche Belegschaft war durchgehend nett anzuschauen, aber im Plot und auch eben im Schnitt hatte er doch einige Defizite. Im Vergleich zu den großen des Genres, war er halt eben nur mäßig. Ich möchte ihn aber trotzdem nicht mehr in der Sammlung missen!


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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 26.09.2012 15:56 
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"Berlin (EZ) | 10. Mai 2012 | Deutsche Fernsehzuschauer und Kinofans können aufatmen: Hamburger Studenten haben eine Software entwickelt, die Til Schweiger aus Filmen entfernt und damit eine erhebliche Qualitätssteigerung garantiert."


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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 12.02.2013 03:28 
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"Das Auge des Blöden" aka "Der Stripper kommt auf leisen Sohlen" ^^

Der Ripper kommt auf leisen Sohlen aka Das Auge des Bösen ("Casa D'Appuntamento" Italien/BRD 1973)

*** The link is only visible for members, go to login. ***ösen

ACHTUNG - Inhaltsangabe enthält leichte Spoiler! :!:

In dem nach der Leiterin Madame Colette (Anita Ekberg) benannten Bordell wird eine ihrer Mädchen ermordet. Inspektor Pontaine (Robert Sacchi) kann auch bald einen Verdächtigen präsentieren: den recht gewalttätigen Psychopathen Gottvalles (Peter Martell), der das Opfer zuvor schon übel zugerichtet hatte. Tatsächlich wird er des Mordes für schuldig befunden, verflucht aber noch im Gerichtssaal alle an dem Prozess und seinem Tod Beteiligten, ehe er noch vor seiner Hinrichtung flüchtet, allerdings bei einem Motorradunfall seinen Kopf verliert. Das hindert aber einen mysteriösen Killer im Anorak nicht daran, Gottvalles Fluch Wirklichkeit machen zu lassen. Oder hat der seltsame Wissenschaftler Waldemar (Howard Vernon) etwas damit zu tun, nachdem er den Kopf zu Untersuchungszwecken mit sich nehmen durfte...?
(OFDb)

Die Spoiler in der Inhaltsbeschreibung habe ich ganz bewusst drin gelassen, damit der geneigte Zuschauer wenigstens halbswegs weiß worum es geht.
Ich wusste es nach spätestens der Hälfte nämlich nicht mehr. Und es hat mich -ganz ehrlich- auch nicht mehr interessiert. :lol:
Der Film beginnt mit einer ziemlich merkwürdigen Verfolgungsjagd am und auf dem Eiffelturm bei der ein Mann zu Tode stürzt (-ganz schön mies getrickst! :? ).
Am Ende wird sich herausstellen, dass es sich eigentlich um das Finale des Films handelt. Netter Aha-Effekt, ergibt aber null Sinn. :roll:

Robert Sacci sieht Humphrey Bogart nicht nur ziemlich ähnlich, sondern versucht auch in dessen Fußstapfen zu treten, was ihm jedoch zu keinem Zeitpunkt gelingt.
Howard Vernon ist allerdings großartig. Er bereicherte schon einige Filme von Jess Franco um so manche grandios-skurrile Darbietung. :D
In einer lustigen Barszene ist Gordon Mitchell zu sehen, wie er gerade eine Bordellmieze verprügelt. Und die Dame auf der Bühne trällert einen Chanson dazu.
Der Gordon hat aber auch wirklich nichts anbrennen lassen, was miese Filmrollen angeht. :P
Das Motiv des Täters ist dann noch das Sahnehäubchen schlechthin. Jau! Der Mörder ist impotent und ein Sadist. Wer hätte das gedacht? :wink:

Anscheinend lag der Film fast 10 Jahre auf Halde und wurde dann auf Video veröffentlicht. Vorher hat man dem Streifen aber noch eine Schnoddersynchro verpasst, die sich gewaschen hat. :mrgreen:
(Vorher wurden allerdings eine Menge Handlungsteile entfernt, die auf DVD [X-Rated] untertitelt wurden.)

*Der Soundtrack wird Bruno Nicolai zugeschrieben, was aber so nicht stimmt.
Mindestens ein Stück stammt von Goblin -aus DEALER CONNECTION (1977) und wurde auch in Lucio Fulcis (m. E. brillianten) SYNDIKAT DES GRAUENS verwendet.
Die Stücke von Nicolai(?) wurden auch in KOMMANDO TODESFORMEL (1978 - nur deutsche Fassung!) und DIE OASE DER GEFANGENEN FRAUEN (1981) verwendet.
Andere Stücke (Robert Pregadio?) hört man auch in VERFLUCHT ZUM TÖTEN und DIE GNADENLOSEN SIEBEN >> *** The link is only visible for members, go to login. ***
(*Quelle z. T. Bloodsuckerz Board)

Die Musik stammt jedenfalls aus späteren Filmen. Interessantes Kuddel-Muddel.

Für den Schnitt war Bruno Mattei zuständig, der später noch unter einem anderen Namen Filmgschichte [...hüstel...] schrieb: Vincent Dawn. 8-)
Hier montiert er nahezu jede Mordszene gleich viermal hintereinander, unterschiedlich eingefärbt. Richtig Popart eben. :D

Hat mich etwas an Andrea Bianchis DIE NACHT DER BLANKEN MESSER erinnert, macht aber m. E. mehr Spaß. Ein deliriöses Chaos aus Overacting, Erotik und Dialogen zum Kopfschütteln. :lol:

Einer der miesesten Giallos, die ich je gesehen habe, hat aber trotzdem was. Die schmissige Synchro und die geschmackvoll geklaute Musik werten diesen Heuler mMn erheblich auf. 8-)

Macht durchaus Spaß. :mrgreen:

7/10 Sleaze-Trash

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PHOBOS (Trailer - deutsch)


THC statt TTIP!


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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 12.02.2013 15:38 
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Ja, der Film ist schon äußerst kurios. Die deutsche VHS gehört in jeden guten Haushalt, da gerade die Synchro unverzichtbar ist. Normalerweise stehe ich nur auf originalgetreue Synchros, hier bereitet das Geschmiere jedoch große Freude. Die Besetzung ist wirklich sehr schräg, der Produktion merkt man stilistisch aber die US-Beteiligung an. Insofern erinnert dieser irgendwie zuammengestückelt wirkende Giallo auch in Teilen eher an US-Trash als an die typischen Italo-Filme. Aber genau das macht den Film aus - eine krude Mischung in jeder Hinsicht: Stil, Story, Besetzung.
Gefällt mir.

Die Musik von Goblin und Roberto Pregadio ist allerdings nur in der deutschen Fassung zu hören, die ja auch ein paar Jahre später entstanden ist.


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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 08.09.2013 22:06 
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DAS AUGE DES BÖSEN / CASA D'APPUNTAMENTO / FRENCH SEX MURDERS (1972)

mit Evelyne Kraft, Howard Vernon, Rosalba Neri, Barbara Bouchet, Renato Romano, Peter Martell, Rolf Eden und Anita Ekberg sowie Robert Sacchi
eine Produktion der Costantino International Films | Gopa-Film
ein Film von Ferdinando Merighi




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»Zieh dich aus, damit du deiner Strafe entgegen kommen kannst!«


Ein Frauenmörder geht um. Die Polizei ist kurz davor ihn zu fassen. Vor Gericht schwört der gewalttätige Psychopath jedem den Tod, der an seinem Prozess beteiligt war. Schuldig gesprochen gelingt ihm die Flucht. Dieses Unterfangen kostet ihn jedoch bei einem Motorradunfall seinen Kopf. Kurz danach scheint der Fluch des Gewalttäters Wirklichkeit zu werden: Grausame Morde geschehen, der Ripper meuchelt weiter! Sein Tatwerkzeug: Ein scharfes Messer! Besonders das Umfeld eines hiesigen Bordells scheint Schwerpunkt der Verbrechen zu sein. Kann Inspektor Pontaine das blutige Treiben beenden und herausfinden, wer für die immer schrecklicher werdenden Greueltaten verantwortlich ist? [Zitat "Das Auge des Bösen", erschienen bei FilmArt]

In der FilmArt Giallo Edition hat man sich mit "Das Auge des Bösen" eine recht eigenartige Premiere auserkoren, die zunächst wegen der interessant klingenden Geschichte, aber auch wegen der hochklassigen Besetzung schon einmal für pure Neugierde und Vorfreude sorgt. Dieser in Paris spielende Giallo fängt direkt sehr atmosphärisch mit einer Verfolgungsjagd vor dem Eiffelturm an, gipfelt aber in einem schlampig inszenierten Showdown, oder besser gesagt in einem der stümperhaftesten Effekte, und leider ist es so, dass sich diese Tatsache immer mal wieder zu häufig bemerkbar macht (wobei ich nicht von einem roten Faden sprechen möchte). Schnell entpuppt sich die Geschichte, die doch so vielversprechend mit der Ankündigung unerbittlicher Blutrache eines zum Tode verurteilten begann, als inkohärent und dermaßen verworren, dass es zu keinen besonders guten Gesamteindruck kommen kann, weil sie schlicht und einfach in beinahe uninteressante und recht langweilige Bahnen geleitet wurde. Dass zwar immer wieder herrliche Kostproben eines ganz besonderen Unterhaltungswertes auftauchen, kann den Film als Ganzes leider nicht retten. Die fieberhafte, und im Verlauf ermüdende Suche nach einem offensichtlich Wahnsinnigen (übrigens erneut mit äußerst schwachsinnigem Motiv), läuft ins Blaue, und könnte genau so gut durch den Zufall gelöst worden sein. Als fast skandalös mochte ich das schnelle und verschwenderische Ausrangieren einiger Stars dieser Produktion bezeichnen, weil sich die eher schwache Inszenierung dadurch zusätzlich den Boden unter den Füßen wegzieht. Gut funktionieren auf der anderen Seite die klassischen Giallo-Zutaten, und hier sieht man glücklicherweise immer wieder, dass sich die Regie doch sehr bemühte und nicht vollkommen uninteressant inszenierte. Insbesondere die Ermordungsszenen halte ich in ihrer serialen Aufmachung für äußerst gelungen, und ich persönlich habe bezüglich einer Inszenierung schon lange nichts vergleichbares und verblüffendes mehr gesehen.

Wie bereits erwähnt, es werden so einige Köpfe in diesen 86 Minuten rollen, und noch schockierender als die dazu gehörige Darstellung ist die Tatsache, dass es sich um die Stars des Films handelt. Anita Ekberg war zu jener Zeit bereits weniger Star- als Stammbesetzung in diversen belanglosen Produktionen, aber sie hatte ja schließlich noch einen großen Namen übrig. Mir hat sie hier als Chefin des Bordells wieder einmal sehr gut gefallen, denn ich mag ihre späten Rollen, in denen der Lack oftmals schon fast ab war. Bereits etwas üppiger und gezeichneter, nimmt man ihr daher erfahrene Frauen mit moralischen Abgründen sehr gut ab. Der heimliche Star des Films kommt für mich in prachtvoller Schönheit in Form einer ganz besonderen Dame daher. Nein, man nennt sie nicht Barbara Bouchet und auch nicht Rosalba Neri, sondern es handelt sich um die leider viel zu früh verstorbene Schweizerin Evelyne Kraft, die hier in ihrem filmischen Debüt diskret zu begeistern weiß. Für Wiedersehensfreude, oder Giallo- und Trash-Faktor sorgen beispielsweise noch Renato Romano, Peter Martell und Howard Vernon. Gerade bei letzterem ist es erstaunlich zu sehen, wie er wirken kann, wenn die Regie ihn richtig anpackte. In unzähligen Jess Franco-Werken wirkte er jedenfalls häufiger einmal unterfordert und leblos. Die Rolle des Inspektors vertraute man Robert Sacchi an, dessen Darstellung und Interpretation ich leider für vollkommen uninteressant und missglückt halte, wobei aber die Meinungen jedoch sicherlich weit auseinander gehen dürften, da es sich mal definitiv um eine etwas anders angelegte Rolle handelt. Das größte Rätsel der Besetzungsliste stolpert jedoch in Form von Rolf Eden umher, bei dem ich mich tatsächlich fragen musste, wie er in einem derartigen Film gelandet sein mag. Im Endeffekt hören sich die teils großen Namen der Besetzung jedenfalls besser an, als ihre tatsächlichen Leistungen aussehen, doch eines garantieren sie wohl uneingeschränkt, nämlich einen im Genre typischen Wiedererkennungswert.

Mit Ferdinando Merighis Beitrag ist sicherlich kein Meisterwerk geboren worden, dafür ist der Mix aus allen möglichen Komponenten einfach zu diffus und zu wenig stilvoll oder elegant ausgefallen. Ein Psychopath, dubiose Wissenschaftler, ein berüchtigtes Bordell mit allerhand zwielichtigen Gestalten, grausame Morde mit teils deftiger Exposition, sporadische Sex-Würze, und sogar ein mysteriöser Horror-Einschlag reißen jedenfalls nichts wirklich Außergewöhnliches heraus, ganz im Gegenteil, denn man bekommt eher den Eindruck, dass man unbedingt einen wirkungsvollen Beitrag zusammenbasteln wollte. Es ist in der Tat nicht weiter schlimm, wenn diese Masche trotz Vorhersehbarkeit wenigstes zu unterhalten weiß. Dabei ist es begrüßenswert, dass man meistens ordentlich auf die Effekt- und Spannungstube drückte, viele Szenen sind sehr rasant ausgefallen und können im Endeffekt mit einem bestimmten Flair punkten, wenn die Atmosphäre auch oftmals kleinere Aussetzer vorzuweisen hat. Der Aufbau von "Das Auge des Bösen" ist bei nicht permanentem Hinterfragen der Logik (was ohnehin im Bereich der Gialli wenig ratsam ist) ganz ordentlich gelungen, der Anfang des Films zeigt auch gleichzeitig sein sprödes Ende. Hin und wieder gibt es einige sehr gute Einfälle aufzuspüren, die das Anschauen bedeutend begünstigen, auch die musikalische Untermalung deckt die unterschiedlichen Stimmungen, Bilder und Szenen blendend ab. Natürlich gibt sich die Produktion auch effekthascherisch, wobei schnelle Schnitte zum Tragen kommen, Köpfe dürfen rollen, das Blut kann in Fontänen sprudeln; Brutalität fehlt also insgesamt bestimmt nicht, und die hauptsächlich umgangssprachlich-trivialen Dialoge machen sehr großen Spaß, sorgen in Verbindung mit den richtigen Gesichtern sogar für eine enorm hohe Glaubwürdigkeit. Als Film ist "Das Auge des Bösen" eher durchschnittlich, als Giallo sogar zu wenig extravagant ausgefallen, aber in Sachen Unterhaltung, Besetzung und Spaßfaktor kann man sich letztlich sicherlich nicht beklagen.


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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 09.09.2013 07:45 
Von der ganzen Machart her, könnte der Film auch ein deutscher St. Pauli Krimi der siebziger Jahre sein.


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PostPosted: 09.09.2013 17:14 
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italo wrote:
Von der ganzen Machart her, könnte der Film auch ein deutscher St. Pauli Krimi der siebziger Jahre sein.


Vergleichst du jetzt wirklich Herr Merighi mit den Herren Olsen, Roland oder Staudte?

Da laust mich doch echt wieder der mit dem langen Zottelfell!


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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 09.09.2013 17:23 
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Den Vergleich finde ich auch seltsam. So könnte dann ja quasi jeder Film, in dem ein ordentliches Bordell vorkommt, ebenfalls ein St.-Pauli-Reißer sein.
Damit hat "Das Auge des Bösen" eher weniger, beziehungsweise gar nichts zu tun.


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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 09.02.2015 00:37 
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Heute im Kino als 35mm-Print gesehen. Erstaunlicherweise kam er mir auf großer Leinwand gar nicht sooo trashig vor, wie ich ihn in Erinnerung hatte.


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 Post subject: Re: DAS AUGE DES BÖSEN - Ferdinando Merighi
PostPosted: 09.02.2015 09:55 
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ugo-piazza wrote:
Heute im Kino als 35mm-Print gesehen. Erstaunlicherweise kam er mir auf großer Leinwand gar nicht sooo trashig vor, wie ich ihn in Erinnerung hatte.


Nicht nur, weil ich gestern schon einen vollen Tag hatte, habe ich den im BC sausen lassen. Ich fand ihn auf DVD schon so unglaublich trashig, auf der großen Leinwand wollte ich ihn mir dann doch nicht geben. :D


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