Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 04.07.2013 21:14 
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Santorro wrote:
3. Die dt.Synchro wurde schlecht andie Langfassung angelegt. Sehr schön ist dies zu hören, als Stefania von ihrem Cheffe zu Beginn 'beglückt' wird. Es gibt noch mehrere solcher Momente die einfach abgehackt und wieder zusammengeführt wurden.


Hatte Kim Jong Italo da nicht was ganz anderes gesagt? Gibt es noch ein dritte Meinung zu den "Einschüben". Denn wenn, dann möchte ich mir auch die Langfassung ansehen. Doch da sind jetzt schon einige Abstriche aufgezählt worden... :x


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 04.07.2013 21:31 
Marco wrote:
Hi, das ist anscheinend eine andere Version, sieht so aus:

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Es ist es eine Art Pappschachtel zum Aufklappen, in deren Innenseitte ein Schlitz geschnitten wurde, in der die DVD zur Hälfte klemmt. Die Seite, die in der Schachtel war, weist die Spuren auf. Ich vermute, dass es die Beilage einer Zeitschrift war, die am Kiosk aushing (da die Folie, in der die Packung eingeschweist war, entsprechende Klebestreifen aufwies und ich ähnliche Teile schon in Italien am Kiosk gesehen habe. Das würde auch den Preis erklären...)



Ich habe die andere Version in der hochwertigeren Packung. Die ist leider mittlerweile sauteuer geworden.


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 04.07.2013 21:35 
Santorro wrote:
möchte ich betonen: ICH HABE SIE GUT GEKANNT ist ein Juwel der italienischen Filmgeschichte, da gibt es nix dran zu rütteln..


Das freut mich sehr! :D


Santorro wrote:
Werbetummel der für die VÖ geschürt wurde, auch ausserhalb von DP in DVD-Magazinen etc.



Welches DVD Magazin?

Ich lese eigentlich nur die Deadline und DVD Special aber die kommen ja erst raus.


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 04.07.2013 21:40 
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Cinema hatte eine Vorschau drin...auch screen ein 'coming soon'...und Amazon hatte ja auch dick die Werbebanner für die DVD geschürt...zumindest hatte ich diese oft beim stöbern als header in der film+tv rubrik...

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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 04.07.2013 21:40 
Logan5514 wrote:
den "Einschüben". Denn wenn, dann möchte ich mir auch die Langfassung ansehen. Doch da sind jetzt schon einige Abstriche aufgezählt worden... :x



Also, ich habe die Premiere Fassung unzählige Male gesehen und mir ist wirklich nicht aufgefallen, dass der Ton an die Langfassung schlecht angelegt wäre.
Bei dem Film fällt mir wirklich jeder Pups auf, so gut kenne ich den.
Es gibt aber tatsächlich ein oder zwei Stellen, die meiner Meinung nach schon in der Premiere Fassung "draufgelegt" klingen aber dies hängt sicherlich mit der Ur Kino Synchro zusammen.
Das gibt's in hunderten Filmen.
Ich werde mir die Langfassung demnächst noch einmal zu Gemüte führen und penibel darauf achten.


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 04.07.2013 21:44 
Santorro wrote:
Cinema hatte eine Vorschau drin...auch screen ein 'coming soon'...und Amazon hatte ja auch dick die Werbebanner für die DVD geschürt...zumindest hatte ich diese oft beim stöbern als header in der film+tv rubrik...



Cinema Juli liegt mir vor aber da finde ich nichts.


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 04.07.2013 21:45 
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Bei mir war ein kleiner Flyer mit Filmjuwelen-VÖs mit drin...in der Juni Ausgabe.

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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 04.07.2013 21:48 
Santorro wrote:
Bei mir war ein kleiner Flyer mit Filmjuwelen-VÖs mit drin...in der Juni Ausgabe.



Achso eine Beilage.
Die hatte ich nicht drin.
In der Cinema steht eh nur Mainstream zu 95%.
Ich weiß schon warum ich die fast gar nicht mehr lese.


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 05.07.2013 18:12 
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Santorro wrote:
Ich will hier kein Label schlechtreden, aber wenn filmart, Subkultur, Koch oder CO so eine Nummer gebracht hätten wäre das ein Shitstorm Güteklasse 1A geworden...

Man muss jedoch fairerweise auch dabei anmerken, dass besagte Labels 5-10 € mehr für ihre VÖs berappen - und das auch völlig zu Recht, wenn man, wie hier jetzt, den Vergleich anstellt. ;)

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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 07.07.2013 08:52 
In der neuen DVD Special Juli2013 bekommt der Film auch die Höchtbewertung. :)

Zitat DVD SPECIAL:
Wer kennt diesen Film? Wahrscheinlich selbst viele Cineasten nicht. Aber was für ein Meisterwerk hat man uns hier wieder zugänglich gemacht.

Zitat DVD Special:
Die kleinsten Rollen werden von Stars übernommen, eine Parade italienischer Prominenz, kleine Episoden, die sich zusammenfügen zu einem faszinierenden Portrait, realistisch, lyrisch, eindringlich, unwiderstehlich. Ein Filmjuwel.


Bestnote 5 Punkte


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 07.07.2013 09:02 
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Ich habe ihn nun gestern auch gesehen, diesen wunderschönen Film. Obwohl ich nicht gleich so mitgerissen wurde, wie ich es gehofft hatte, hat sich die Wirkung doch spätestens am Ende doch noch in voller Blüte entfaltet. Die Starparade, die einem da vorgeführt wird, gerät schnell völlig in den Hintergrund gegenüber dem Interesse an Adriana und ihrem Weg. Ich muss mir den Film unbedingt nochmals anschauen. Da bin ich noch nicht durch mit, der beschäftigt mich noch.

Das Ende hat mich sehr traurig gemacht. Hätte sie sich doch mit Franco Nero aus dem Staub gemacht, vielleicht in ein anderes Land...aber es fügt sich, so wie es gekommen ist, genau konsequent in die Handlung ein. Manchmal ist ein trauriges Ende schon hart. Aber es muss so sein. :oops:


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 07.07.2013 09:08 
Der Hexer wrote:
Ich habe ihn nun gestern auch gesehen, diesen wunderschönen Film. Ich muss mir den Film unbedingt nochmals anschauen. Da bin ich noch nicht durch mit, der beschäftigt mich noch.




Vielleicht hast Du es überlesen aber ich habe den Film beim ersten mal gar nicht toll gefunden und beim zweiten mal hat er mich total begeistert.
Das Ding wächst mit jedem Sehen und wird besser und besser. Spätestens beim zweiten mal dürftest Du richtig begeistert sein.

Allein der eigentliche Filmhöhepunkt ist so unspektakulär und trotzdem der Hammer schlechthin.
Die dreieinhalb minütige Fahrt im Mini durch das frühmorgendliche Rom. Wow!


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 07.07.2013 11:18 
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Der Händler hat mir übrigens jetzt die Ersatz-DVD geliefert. Hat zwar ähnliche Spuren auf der Scheibe, läuft aber (falls noch jemand die tial. DVD kaufen will. Gutes Bild, ital. Subs und anamorph)


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 08.07.2013 20:55 
Die CD mit dem Original Soundtrack von Piero Piccioni kam heute bei mir an und ich bin begeistert.
8 Jahre lang hätte ich alles für diese Filmmusik gegeben und nun ist die CD ganz zufällig fast gleichzeitig mit der DVD erstmals auf einem Tonträger erschienen. :)
Man hat die Bänder laut Booklet gut erhalten in einem Archiv gefunden. Einfach wunderbar!
Die CD beinhaltet fast alle Instrumental Stücke des Films und verschiedene Arrangments des Haupthemas aber auch die treibenden, knackig, groovigen Beats der Clubszenen, wenn Adriana unterwegs ist und Party macht.
Wer Interesse an der CD hat, sollte meiner Meinung nach nicht zu lange zögern, weil die kleine Auflage von 500 Stück bestimmt bald vergriffen sein wird und man dann Mondpreise für die letzten 100 Exemplare bezahlen muss.
Soundtrack Note 10 von 10
Der Soundtrack steht meiner Meinung nach auch für sich alleine, weil er einfach wunderbar 60s Lounge mit knackigen Beats bietet.

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:D :D :D

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 Post subject: Re: AW: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 08.07.2013 21:25 
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28,99 Euro? Bei Soundtrack Corner 16,95!


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 Post subject: Re: AW: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 08.07.2013 23:35 
ephedrino wrote:
28,99 Euro? Bei Soundtrack Corner 16,95!


Ich habe über Beat Records bestellt. 15 Euro + 5 Euro Porto.


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 09.07.2013 17:43 
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Das bei Cede müsste der gleiche Soundtrack sein, oder?

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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 09.07.2013 19:01 
blanco wrote:
Das bei Cede müsste der gleiche Soundtrack sein, oder?

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Es gibt ja nur diese Veröffentlichung und außerdem ist das Erscheinungsdatum das gleiche. Das passt schon.


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 10.07.2013 07:38 
Eine meiner vielen Lieblingsszenen in IO LA CONOSCEVO BENE.
Die große Clubszene.
Leider ist das Musikstück nirgendwo zu finden.
Vielleicht weiß jemand von Euch Rat aber ich glaube es ist hoffnungslos. Gottseidank ist die Szene im Film noch länger als im YouTube Clip.
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 11.07.2013 06:47 
Im Wallace Forum gibt es den User Prisma, der ICH HABE SIE GUT GEKANNT sehr ausführlich und genauso kritisch analysiert hat. Diese tolle Review möchte ich Euch hier gerne zugänglich machen und habe ihn gefragt ob ich den Text ins DP Forum stellen darf.
Ich darf. Danke! :)
Ich wünschte, er hätte den Booklet Text geschrieben, weil er den Film in vielen Punkten mit den Nagel auf den Kopf trifft.
Prisma ist sowieso schon am Überlegen ob er sich bei uns anmelden soll. Hoffentlich tut er das, weil seine Texte jedes Forum bereichern. ;)
Also Prisma, melde Dich auf DP an! :)


Zitat Review zu ICH HABE SIE GUT GEKANNT von User Prisma aus dem Edgar Wallace Forum:

»Danke dass Sie mir die Zeit vertrieben haben!«

--------------------------------------------------------------------------------

Adriana (Stefania Sandrelli) zieht es aus der Provinz nach Rom, wo sie versucht, sich mit unterschiedlichen Jobs über Wasser zu halten. Ob als Friseurin in einem kleinen Laden, Kosmetikerin, Platzanweiserin im Kino oder Mannequin, sie hat ein großes Ziel vor Augen, nämlich Filmschauspielerin zu werden. Doch reichen ihre Schönheit und der bloße Wille dafür letztlich aus? Adriana lernt in kurzer Zeit viele unterschiedliche Männer kennen, sei es bei Diskotheken-Besuchen oder am Strand, bei Veranstaltungen oder wenn es der Zufall gewollt hat, und jeder ist fasziniert von ihren Reizen, die sie jedoch eher defensiv einsetzt, und schließlich erscheint die Verwirklichung ihrer Träume in genau so weiter Ferne zu sein, wie die Suche nach der Liebe, denn so unterschiedlich die sich schnell abwechselnden Männer auch sind, Adriana findet immer nur dasselbe Ergebnis...

Diese Arbeit von Antonio Pietrangeli kann sicherlich als eines der Prunkstücke des italienischen Neorealismus betrachtet werden, auch wenn "Ich habe sie gut gekannt" seinerzeit eher nur wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde, beziehungsweise keinen riesigen Durchbruch feiern konnte. Die Beschreibung »Meisterwerk« eilt dieser Produktion immer wieder voraus, und spätestens wenn der Film dann nach der Erst-Ansicht für wenig Aufsehen sorgen konnte, fühlt man sich in seiner Skepsis bestätigt. Obwohl der Verlauf mit vielen beachtlichen Feinheiten angereichert wurde, und man den glasklaren Aufbau bemerkenswert findet, und den Eindruck einer sehr subtil und geradlinig angelegten Geschichte bekommt, machte sich bei der italienischen Langfassung immer wieder eine schraubzwingenartige Langatmigkeit, im Schutzgriff einer überaus hochwertigen Inszenierung breit. Hätte bei der Veröffentlichung durch Filmjuwelen nicht zusätzlich die deutsche Kinofassung zur Verfügung gestanden, hätte ich mir den Film so schnell auch kein zweites Mal angesehen, und ich hätte ihn dann vermutlich ungerechtfertigt verrissen. Qualitäten und Sinnhaftigkeit erschließen sich tatsächlich bei der zweiten Chance, und es ist interessant darüber zu spekulieren, wie "Ich habe sie gut gekannt" wirken wird, wenn man sich das Werk ein halbes Dutzend Mal angesehen hat. Eigentlich ist das gesamte Konzept des Films sehr simpel und definiert sich hauptsächlich über Darstellung und unzählige Details, so dass man es im Endeffekt mit einer nicht uninteressanten Variante zu tun hat, wenn dramatische oder theatralische Anteile und schwer formulierte Kritik in Form deutlicher Angriffe, ausnahmsweise einmal nicht auf dem Silbertablett serviert werden, und daher eine eher minimalistische Strategie verfolgt wird, die den Zuschauer aber genauso ansprechen, treffen und bewegen kann, weil sie sehr nah wirkt. Genau betrachtet hat man es hier eigentlich mit einem Film zu tun, der wesentlich leichter hätte misslingen können, wenn nicht alle Zahnräder so optimal funktioniert hätten.


Die 1946 geborene Italienerin Stefania Sandrelli verleitet dazu, einen halben Roman zu schreiben. Zunächst möchte ich die Faszination um die damals erst Anfang 20-jährige beschreiben, eine Faszination nach der ich im Film stets suche, und die, wenn sie sich plötzlich entfaltet, für die ganz großen Momente im Filmleben sorgt. Neben ihr habe ich eine solch begeisternde Leistung in diesem Jahr bislang vielleicht nur von Belinda Lee gesehen, wenn auch nur vom einfachen Prinzip der Faszination her. Stefania Sandrelli nur als schön oder attraktiv zu bezeichnen, wäre eine schamlose Untertreibung, denn sie vermittelt wesentlich mehr, als man pauschal in irgend einem Film erwarten dürfte. Es fängt mit ihrer Leichtfüßigkeit an, die so natürlich und spontan wirkt, mündet in Sinnlichkeit, die man in jeder simplen Bewegung, in jedem Augenaufschlag und in jedem einzelnen Blick verfolgen kann, nimmt in den Bereichen Lebensfreude, Interaktion, Ernüchterung und Resignation deutliche, oder verständliche Formen an, die mitunter tatsächlich das tägliche Leben schreibt. Adriana wirkt verträumt und in Verbindung mit einer tief melancholischen Note sehr greifbar. Dabei wirft sie aber auch etliche rhetorische Fragen auf. Da dieser Film aber glücklicherweise die Schicksalsfrage ignoriert, fragt man sich bei fortlaufender Zeit tatsächlich, warum alle sie so gut gekannt haben. Warum stellt diese junge Frau (unbewusst oder nicht) fließbandartige Freibriefe aus, warum verfolgt sie ihre Ziele so unzureichend, warum zeigen sich keine wichtigen Lerneffekte? Adriana ist im übertragenen Sinne wie das Gras, das keine Ahnung davon hat, wie grün es eigentlich ist, wie die Blüte, die keinen Schimmer davon hat, wie süß sie wirklich duftet; diesen Dreh haben nur die Beobachter, die Interessenten, ihre Männer heraus, die sie aus Eigennützigkeit und Gleichgültigkeit allerdings auch nicht darüber aufklären werden. Stefania Sandrelli zeichnete jedenfalls eine der sichersten Interpretationen, die ich seit langem miterleben konnte, und deren Aura durchdringend, und für alle Beteiligten indirekt auffordernd ist. Hochklassig und mitreißend!

Die Darsteller der deutschen Seite wurden so auffällig konträr besetzt, dass es trotz Kleinstauftritten sehr beachtlich, oder wahlweise sehr erfrischend wirkt. Man muss tatsächlich von entgegengesetzt im Sinne der üblichen Einsatzgebiete von Karin Dor und Joachim Fuchsberger sprechen, weil sie angesichts des bestehenden Images vollkommen verändert, und dem Empfinden nach sogar stichhaltiger wirken. Karin Dor halte ich zum Beispiel für eine Pionierin, was den deutschen Film angeht, doch ihre Auftritte im Rahmen der europäischen, beziehungsweise internationalen Bühne sind damit nicht annähernd, bezüglich Präzision und Aura, zu vergleichen. Vergleichsweise halte ich ihre Leistungen global gesehen, oder fernab des Üblichen daher für wesentlich interessanter, was ich allerdings von Joachim Fuchsberger gar nicht einmal sagen möchte. In diesem Film wirkt seine ebenfalls kurze Darbietung etwas zu derb konstruiert, aber nicht minder interessant. Selbst Robert Hoffmann gibt seiner Figur einen Hauch Ambivalenz, ja und Véronique Vendell spielt tatsächlich das, was sie eigentlich immer zu spielen hatte, auch wenn sie im Rahmen ihrer eigenen Filmografie hier jedoch deutlich heraus sticht. Was bei "Ich habe sie gut gekannt" so erstaunlich bleibt, ist im Endeffekt nicht, dass das Szenario von Anfang bis Ende mit großen Namen angereichert wurde, die lediglich nur Gäste bleiben; nein, die Perfektion besteht darin, dass keiner von ihnen verheizt wurde, da selbst Darbietungen die nur wenige Minuten umfassen, einen deutlichen, wenn nicht sogar tiefen Schliff offerieren. Auf den ersten Blick scheint die Konstruktion nämlich ausschließlich wegen ihrer Hauptdarstellerin zu funktionieren, doch ein Mosaik braucht definitiv mehrere Steinchen. Es ist also egal, wie man den Film schließlich auffasst, Fakt ist aber, dass man es mit einem grandiosen Schauspieler-Film zu tun bekommt, der in dieser Hinsicht vielleicht nicht beispiellos ist, aber im Sinne eines runden Ergebnisses nachweislich immer nur schwer zu bewerkstelligen war. Ob Jean-Claude Brialy, Mario Adorf, Claudio Camaso oder Ugo Tognazzi; das Stargast-Karussell dreht sich in Schwindel erregender Art und Weise, und von diesen bemerkenswerten Leistungen sollte man sich ruhig selbst, und ohne Fremdeinschätzung überzeugen lassen.

Auf die handwerkliche Inszenierung einzugehen sprengt ebenfalls den Rahmen, also sei nur kurz erwähnt, welch herrliche, teils sinnliche Bildkompositionen hier zum Tragen kommen, wie die Musik beinahe Tag und Nacht im Kopf herumschwirrt und dass man einfach sehr viel in diesem, auf den ersten Blick, unscheinbaren Film geboten bekommt. Zunächst erschien mir das alles selbst für ein herkömmliches Drama zu wenig, vor allem weil Elemente wie feiner Humor, lapidar-offene Dialoge und schnelle Ortswechsel und Gedankensprünge etwas verwirrend erscheinen. Die Stärken gibt der Verlauf früher oder später preis, wenig verschachtelt, ohne sprachliche Klippen und ohne unnötige Steigerungen in der Komplexität der Geschichte. Das Fazit des Zuschauers ist wohl also ein sehr einfaches: Jeder glaubt, sie wohl schon einmal, zweimal oder gar mehrmals gut gekannt zu haben, aber im Endeffekt ist das eigentlich überhaupt nicht der Fall, da der Titel des Films ausschließlich eine Umkehrreaktion anbahnt: Ich habe (stets) mich gut gekannt, könnte man möglicherweise sagen. Daher muss SIE nicht unbedingt Adriana, oder Stefania Sandrelli heißen. Der Film wirkt unterm Strich ereignisreich und gut komprimiert (wohlgemerkt bei deutscher Kinofassung), obwohl er eigentlich nur ein Thema abhandelt, welches allerdings durch seine Darsteller zahlreiche Facetten bekam. Ansonsten ist "Ich habe sie gut gekannt" - ich möchte beinahe sagen - überqualifiziert, dennoch sollte man den Film alleine schon wegen dieser so umwerfenden Stefania Sandrelli gesehen haben, deren Blick den selben Effekt hat, wie der einer gewissen Medusa. Eine einfachere, aber nicht minder packende Schlüsselszene in einem Film habe ich übrigens selten einmal erlebt. Adriana tut sich Glycerin ins Auge, ihr dunkles Make-Up hinterlässt eine sanfte Spur auf ihrer Wange, plötzlich fixiert sie unmittelbar den Zuschauer, und stellt dabei die ganz bestimmte, indirekte Frage, oder sie macht einen deutlichen Vorwurf, was sich aber vor allem der Titel des Films vorbehält, in dem man Frage und Antwort gleichermaßen herausfiltern kann. Augenscheinlich erteilt Regisseur Antonio Pietrangeli der Komplexität eine deutliche Absage, indem er aus der tragenden oder empfundenen Einfachheit eine erstaunliche Umkehrrektion kreierte. Auf die Begrifflichkeit »Meisterwerk« mag ich mich allerdings schlussendlich noch nicht einlassen, da dieser Status ausschließlich beim dutzendfachen Anschauen entstehen kann, aber ein stiller Hochkaräter ist ohne jeden Zweifel entstanden. Klingt jedenfalls auch nicht mehr so prosaisch, wie ich nach der ersten Ansicht befürchtet habe.


Noch ein kleiner Anhang, seiner Reaktion auf mein Antwort Posting.

Zitat User Prisma aus dem Edgar Wallace Forum:

Vielen Dank für die Rückmeldung! Dabei habe ich den Film erst zweimal gesehen. Die erste Ansicht ließ mich tatsächlich etwas ratlos zurück, weil der Produktion so viel Positives vorausgeeilt war. Ich will nicht sagen, dass ich die Qualitäten nicht zur Kenntnis genommen hatte, aber ich habe schon an meiner Auffassungsgabe gezweifelt. Daher habe ich ihn mir erneut angeschaut und mir dabei vorgenommen, genauer auf Details zu achten, was aber eigentlich gar nicht großartig nötig ist, da sie dem Zuschauer förmlich ins Auge springen. Vermutlich hat es an der Langfassung gelegen, die wirkte zu arg gestreckt und hatte bei mir immer wieder kleinere Aussetzer in der Aufmerksamkeit zur Folge. Und über das Thema »Meisterwerk« sprechen wir in einem halben Jahr noch einmal!


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 11.07.2013 09:25 
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Ich rätsele ja immer noch darüber, wie der Film es schafft, einen von der ersten Minute an zu faszinieren. Man wird sofort in den Film hineingezogen. Oftmals brauchen Filme ja eine gewisse "Anlaufzeit", aber hier ist man sofort in der Geschichte! Ich vermute mal, dass es hauptsächlich an der guten Stefania Sandrelli liegt - mit der möchte man(n) sofort durchbrennen.


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 11.07.2013 10:46 
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italo wrote:
Diese tolle Review möchte ich Euch hier gerne zugänglich machen und habe ihn gefragt ob ich den Text ins DP Forum stellen darf.

Das ist wirklich sehr nett von ihm, er ist aber auch herzlich eingeladen sich hier anzumelden um seine Reviews hier im Alleingang zu posten. Wir würden uns freuen über ein neues Mitglied.

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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 11.07.2013 11:09 
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AL NORTHON wrote:
italo wrote:
Diese tolle Review möchte ich Euch hier gerne zugänglich machen und habe ihn gefragt ob ich den Text ins DP Forum stellen darf.

Das ist wirklich sehr nett von ihm, er ist aber auch herzlich eingeladen sich hier anzumelden um seine Reviews hier im Alleingang zu posten. Wir würden uns freuen über ein neues Mitglied.



absolut. :)

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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 11.07.2013 11:40 
Anti-Hero wrote:


Absolut. :)


Vodka? :mrgreen:

Prisma soll sich anmelden! :)


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 11.07.2013 15:44 
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italo wrote:
Anti-Hero wrote:


Absolut. :)


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Klar! Mit oder ohne Fusel - gute Schreiberlinge brauchen wir hier immer! 8-)

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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 11.07.2013 17:27 
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Tolles Review! Gerne mehr ;)

Was würde ich darum geben solche Texte schreiben zu können :|

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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 11.07.2013 17:32 
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Das Review trifft so ziemlich den Nagel auf den Kopf! Wirklich hervorragend geschrieben!
Solche Leute braucht das DP-Land!^^

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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 12.07.2013 11:16 
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Dann danke ich euch demütig für die netten Rückmeldungen! Dabei kann ich doch so schlecht mit Lob umgehen...und mit Kritik auch! :mrgreen:


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 14.07.2013 22:37 
Prisma wrote:
Dann danke ich euch demütig für die netten Rückmeldungen! Dabei kann ich doch so schlecht mit Lob umgehen...und mit Kritik auch! :mrgreen:



Dann schreib mal wie der Film auf dich wirkt, wenn du die dritte Sichtung hinter dir hast.


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 Post subject: Re: ICH HABE SIE GUT GEKANNT - Antonio Pietrangeli
PostPosted: 15.07.2013 12:47 
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italo wrote:
Dann schreib mal wie der Film auf dich wirkt, wenn du die dritte Sichtung hinter dir hast.

Das erwarte ich auch schon mit Spannung. Ich habe mir den Film beim zweiten Mal per Beamer angeschaut und das hat nochmal einen ganz anderen, intensiveren Eindruck zur Folge gehabt. Aber jetzt muss der Film erst mal ein wenig warten, da ich noch einen Berg an anderen DVDs abzuarbeiten habe. Klingt immer so nach Schwerstarbeit. :mrgreen:


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