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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 15.11.2013 18:14 
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DAS FINSTERE TAL

Österreich/Deutschland 2013
Kinostart: 20. Februar 2014
Budget: 6.350.000 Euro

Darsteller:
Sam Riley, Tobias Moretti, Helmut Häusler, Martin Leutgeb, Johannes Nikolussi, Clemens Schick,...

Inhalt:
Ein abgelegenes Hochtal, Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Fremder, Greider, bittet die verschworene Dorfgemeinde um Quartier über den Winter. Er kennt das blutige Geheimnis der Dorfbewohner. Eine mysteriöse Todesserie beginnt.
Quelle: YT

Der Logan hat mich im "Demnächst in unseren Kinos" Thread drauf aufmerksam gemacht, und der Film hat mir seitdem keine ruhe mehr gelassen ! Ich bin vom Teaser mehr als beeindruckt, weshalb ich mich kurzerhand entschloss dem Film gleich nen Thread aufzumachen, damit er ein bisschen mehr aufmerksamkeit bekommt ! ;)
Lasst mal ein paar Meinungen zum Teaser hören...

www.youtube.com Video from : www.youtube.com

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 15.11.2013 18:26 
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Hochtal,blutiges Geheimnis ... könnte ne dichte Atmosphäre haben.
Gut möglich daß ich mir den anschaue.


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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 15.11.2013 18:29 
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Für mich bereits jetzt Pflichtprogramm für 2014 ! ;)
Genauso wie die Monuments Men ! :D

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 15.11.2013 19:40 
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Schaut ja richtig genial aus. Die besten Western spielen halt doch im Schnee ... :a75-1: Auf jeden Fall Pflicht, gleich ob im Kino oder als DVD.

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 15.11.2013 21:22 
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Sieht klasse aus. Bin gespannt.

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 16.11.2013 13:17 
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Sind ja doch ne Handvoll ! :D

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PostPosted: 16.11.2013 15:53 
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Auf den Film freue ich mich schon seit Monaten. Ein Bekannter von mir war am Set und hat für das "making of" Interviews mit den Darstellern geführt, er war auch total begeistert. Ich finde Prochaska überhaupt einen ziemlich guten Genreregisseur, der hats verstanden ;)
Die Romanvorlage ist übrigens auch ziemlich spannend und echt gut geschrieben.

Vor ein paar Tagen war Prochaska mit seinem Drehbuchautor zu Gast in der Sendung "erLesen", wo er ein bisschen über den Film plaudert.
Auch zu Gast war übrigens Christian David, der letztes Jahr einen ganz hervorragenden "Wien-Giallo" veröffentlicht hat.
Hier der link zur Aufzeichnung: *** The link is only visible for members, go to login. ***

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 16.11.2013 17:33 
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Bin auch sehr interessiert, der Teaser macht Lust auf mehr. Kommt der auch in Deutschland ins Kino? ...auf hochdeutsch? :lol:

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 24.11.2013 19:08 
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Nach einem tollen Teaser gibts jetzt auch einen noch besseren Trailer ! Der Film wird genial !!!
www.youtube.com Video from : www.youtube.com

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PostPosted: 24.11.2013 20:27 
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Fantastisch!! Ich kanns kaum erwarten, den endlich zu sehen...

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 24.11.2013 20:45 
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Sind wir schon zu zweit !
Ich mach schon überall Werbung für den Film, in der Arbeit weiß schon jeder davon ! :lol: und in der SWDB hab ich auch schon was ins Forum gepostet...

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 24.11.2013 21:24 
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Recht so ;)
Wenn du das Buch liest, wirst du dich garantiert noch mehr darauf freuen!

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 25.11.2013 19:09 
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"I call it a Schnitzel Western" :lol:
Nette einblicke in die Dreharbeiten...
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


Nanni Vitale wrote:
Wenn du das Buch liest, wirst du dich garantiert noch mehr darauf freuen!

Hab schon überlegt mir das Buch zu holen, aber ich fürchte ich versau mir dadurch das Ende des Films ! ;)

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 26.11.2013 16:51 
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Italo-West-Fan wrote:
Hab schon überlegt mir das Buch zu holen, aber ich fürchte ich versau mir dadurch das Ende des Films ! ;)


Vielleicht hat der Film ja ein völlig anderes Ende. :mrgreen:

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 26.11.2013 18:33 
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Sieht wirklich nicht so schlecht aus der Trailer.
Allerdings hoffe ich auf eine Untertitelte fassung :D :mrgreen: :lol:


Nanni Vitale wrote:
A
Auch zu Gast war übrigens Christian David, der letztes Jahr einen ganz hervorragenden "Wien-Giallo" veröffentlicht hat.


Wie heißt der Film ??


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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 26.11.2013 19:08 
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Nanni Vitale wrote:
Italo-West-Fan wrote:
Hab schon überlegt mir das Buch zu holen, aber ich fürchte ich versau mir dadurch das Ende des Films ! ;)


Vielleicht hat der Film ja ein völlig anderes Ende. :mrgreen:


Du weißt sachen die ich nicht weiß... ;) ...und ich will sie garnicht wissen ! :mrgreen:

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 26.11.2013 20:00 
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Minos wrote:
Wie heißt der Film ??


Ist ein Roman, Titel: "Mädchenauge" ;)

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 28.01.2014 19:36 
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so nach ca 15 Minuten
Making Of Szenen,Worte vom Regisseur und Filmszenen

tvthek.orf.at/program/Sondersendung-zum-Oesterreichischen-Film/7387835


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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 01.02.2014 14:00 
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Freue mich schon sehr auf diesen düsteren Ösi-Western. Bei dem Regisseur (In 3 Tagen bist du tot 1 & 2, Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott, die drei Spuren des Bösen) kann da eigentlich nichts schiefgehen. Oder?

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 17.02.2014 16:06 
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DAS FINSTERE TAL

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„Es gibt Sachen über die darf man nicht reden. Sachen, die früher passiert sind. Vor langer Zeit. Aber dass man nicht über sie reden darf, heißt nicht, dass man’s je vergessen kann. Es gibt nämlich Sachen, die lassen sich nie mehr vergessen.“ – Luzi



Inhalt:

Ein unbekannter Fremder, der sich als Greider vorstellt, reitet in ein namenloses und abgelegenes Bergdorf irgendwo in den Alpen. Die Einheimischen beäugen ihn misstrauisch. Er will über den Winter bleiben und sucht Quartier. Nur ein Sack voller Münzen überzeugt die Söhne des Patriarchen Brenner, der die Geschicke des Bergdorfes lenkt, ihn nicht sofort davonzujagen. Er wird von ihnen in der Hütte der Witwe Gader einquartiert, die diese gemeinsam mit ihrer Tochter Luzi bewohnt. Die Brenner-Söhne machen dem Fremden jedoch eindringlich klar, dass sie ein eisenhartes Regiment führen und er sich ihnen besser nicht widersetzt. Kurze Zeit später kommt der erste Schnee und das Bergdorf ist von der Außenwelt abgeschnitten. Schon sehr bald läutet indessen zum ersten Mal die Totenglocke: Bei einem tragischen Unfall ist einer der Brenner-Söhne ums Leben gekommen. Doch die Totenglocke hat nicht zum letzten Mal geläutet, denn Greider hat noch eine Rechnung offen...


Kritik:

Ich habe bewusst eine eigene Inhaltsangabe formuliert und nicht diejenige von der offiziellen Film-Homepage übernommen, da sie meines Erachtens schon etwas zu viel von der Handlung vorweg nimmt. Ich würde daher auch jedem, der das Buch noch nicht gelesen hat, raten, diese Inhaltsangabe nicht vor dem Anschauen des Filmes zu lesen. Und anschauen sollte man ihn sich auf jeden Fall, so viel sei vorab gesagt.

Bei "Das finstere Tal" handelt es sich um eine Adaption des gleichnamigen Romans von Thomas Willmann. Der Autor bedankt sich im Nachwort ausdrücklich bei Ludwig Ganghofer und Sergio Leone, die ihn inspiriert haben. Es ist schon eine ganze Zeit lang her, dass ich das Buch gelesen habe. Und damals habe ich mich schon gefragt, ob eine mögliche Verfilmung diesen großen Vorbildern auch nur ansatzweise gerecht werden würde. Freilich stand damals eine Verfilmung des Stoffes noch nicht einmal im Raum. Aber wer das Buch kennt, der weiß, dass es regelrecht nach einer Verfilmung "geschrien" hat. Und diese ist ja dann auch schneller als erwartet zur Realität geworden.

Regisseur Prochaska war mir vorher nicht wirklich ein Begriff. Seine Slasher-Filme "In 3 Tagen bist du tot 1 & 2" habe ich nicht gesehen. Von daher war ich ein wenig skeptisch, ob es ihm gelingen würde, die grandiose Atmosphäre des Romans einzufangen. Ich ging also zwar ohne extrem hohe Erwartungen, wohl aber mit einer begründeten Hoffnung auf einen tollen Film (auch schon aufgrund des Trailers) ins Kino. Und glücklicherweise sollte diese Hoffnung vollends erfüllt werden.

Es gelingt Prochaska außerordentlich gut, die schroffe Landschaft zum Teil der Handlung zu machen. Immer wieder wechseln sich tolle Weitwinkel-Landschafts-Aufnahmen mit Nahaufnahmen ab. Die Härte der Natur wird an manchen Stellen regelrecht greifbar, etwa wenn es in Strömen regnet oder alle Männer des Dorfes beim Herbeiholen des Feuerholzes im Schneegestöber helfen müssen. Diese Schroffheit der Natur (zu der natürlich das Alpen-Setting enorm beiträgt) passt auch zur Schroffheit der meisten Charaktere. Ein großer Teil des Films besteht aus Außenaufnahmen, und man kann sich beim Anschauen des Films sehr bildlich vorstellen, unter welch schwierigen Bedingungen die Dreharbeiten abgelaufen sein müssen.

Vom Stil der Aufnahmen her erinnert der Film - wie ich es mir erhofft hatte - in der Tat an den Stil der Italo-Western aus den 60er Jahren. Ja selbst die Bauten erinnern zum Teil an die Häuser aus den Italo-Western-Dörfern (Ist nur mir eine gewisse äußere Ähnlichkeit des Brenner-Hofes mit der McBain-Ranch aus Spiel mir das Lied vom Tod aufgefallen?). Dies gilt auch für die Dialoge. Nahezu alle beteiligten Personen sind sehr wortkarg und sagen nur das Nötigste, wobei an erster Stelle hier natürlich der wortkarge Greider als Hauptakteur zu nennen ist. Als absoluter Volltreffer erweist sich meines Erachtens die Idee der Filmemacher, den Film nicht auf den internationalen Markt auszurichten, sondern ihn anstatt auf Englisch komplett auf Deutsch zu drehen. Wobei die Bewohner des Dorfes alle breiten Dialekt sprechen. Dies passt hervorragend zum Charakter des Films und verleiht ihm eine ordentliche Prise Authentizität.

Folgerichtig wird Greider, der ja in Amerika aufgewachsen ist, von einem Engländer (Sam Riley) verkörpert, der nicht synchronisiert wurde und im Film Deutsch spricht (dies natürlich ebenso mit einem entsprechenden Dialekt). Riley macht seine Sache ziemlich gut, auch wenn er mich optisch ein wenig an Leonardo di Caprio zu Titanic-Zeiten erinnert. Man nimmt ihm jedenfalls jederzeit den verbitterten und von Rache getriebenen wortkargen Einzelgänger ab.

Der Handlung des Films ist vielschichtiger als man auf den ersten Blick meint. Neben dem offensichtlichen Rache-Thriller im Western-Setting beinhaltet die Story nämlich auch Elemente des Familiendramas und des Heimatfilmes. Zudem erweist sich der Film gerade zum Ende hin auch als ungeschönter Blick auf eine äußerst bittere Wahrheit, die in der "Idylle" des Bergdorfes schlummert. Im Vergleich zum Roman kommt der Film etwas schneller "zur Sache", das Buch bietet eine deutlich ausführlichere Einleitung, die allerdings keineswegs langweilig ist. Soweit ich mich erinnere gibt es keine allzu großen Veränderungen der Handlung im Vergleich zum Roman. Die zwei augenscheinlichsten dürften wohl sein, dass Greider im Film Fotograf (im Roman: Maler) ist und dass die Geschichte aus der Sicht von Luzi (die stellenweise auch aus dem Off kommentiert) erzählt wird.

Einziger Schwachpunkt dieses ansonsten hochklassigen und spannenden Filmes ist der Soundtrack. Moderne Songs in einem solchen Setting mögen vielleicht funktionieren, wenn man einen derartigen Film wie Tarantino in Django Unchained inszeniert (und schon dort fand ich sie unpassend). Hier jedoch wirken die 3 bis 4 Songs vollkommen deplatziert und zerstören meines Erachtens zum Teil die im Übrigen tolle Atmosphäre. Dieser Film mit einem "klassischen" Morricone-Soundtrack - das wäre wohl das Non-Plus-Ultra geworden.


Doch trotz dieser Schwäche bleibt festzuhalten, dass Prochaska ein weit überdurchschnittlicher Genre-Film gelungen ist. Die straffe und spannende Inszenierung gepaart mit den tollen Landschaftsaufnahmen der schroffen Bergwelt ergeben eine außergewöhnliche Atmosphäre. Die (wenigen) Shootouts sind authentisch und durchaus blutig inszeniert (von daher verwundert mich die 12er-Freigabe ein wenig, aber die FSK ist ja bekanntlich liberaler geworden). Wer also die klassischen Italo-Western mag und insbesondere ein Faible für Schneewestern hat, der macht mit diesem Film auf keinen Fall etwas falsch.

9/10


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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 18.02.2014 20:18 
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Die Vorfreude wächst, ich seh ihn mir am Samstag an ! :D

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 18.02.2014 20:33 
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Italo-West-Fan wrote:
Die Vorfreude wächst, ich seh ihn mir am Samstag an ! :D


Bin auch schon ganz gespannt, am 20. läuft er hier bei uns an. :D

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 20.02.2014 19:19 
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Starker Alpenwestern vor imposanter Naturkulisse. Sehr stimmig, sehr wortkarg, ungeheuer kompromißlos. Und entschleunigt bis zum Exzeß, herrlich. Einige Szenen scheinen unendlich lange zu dauern, und trotzdem hätten sie gerne noch weitergehen dürfen. Dauert auch einige Zeit, bis man die Zusammenhänge erfährt. Schon extrem heftig, was in diesem Tal abgeht. Schauspielerisch gibt man sich minimalistisch, kein Overacting weit und breit. Die Musik hat mir ebenfalls gut gefallen, und die langen Kameraeinstellungen sind in Zeiten von Michael Bay & Co purer Genuß. 9/10 halte ich nach der Erstsichtung für durchaus angemessen.

PS: Läuft der in deutschen Landen eigentlich mit Untertitel oder synchronisiert? Der Dialekt ist jedenfalls ziemlich heftig.

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 21.02.2014 00:14 
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Bin gerade zurück vom Kino. Zuerst hatte ich Zweifel, dass der Film bei mir funktioniert und die (anfängliche) Befürchtung, dass er wie ein Heimatfilm bzw. Bauerntheater wirkt, kann ich nicht verleugnen. Aber der Film hat tatsächlich funktioniert.
Prochaska zeigt Tarantino wie man einen Western macht. Ausdrucksstarke, markante Gesichter, karge Landschaft und wortkarge ProtagonistInnen. Hier stimmt alles, auch der Soundtrack. Die Story ist simpel und in der Umsetzung kompromisslos. So muss es sein!

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 23.02.2014 18:58 
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So, gestern gesehen ! Meine erwartungen waren verdammt hoch und ich wurde in keinster weise entäuscht ! Für mich ganz klar das Highlight des Kinojahres, wobei dieses Jahr nicht viel interessantes läuft, Monuments Men ist noch so ein Film, aber da sind die Kritiken ja nicht so prickelnd ! Mal abwarten...
Das Finstere Tal jedenfalls ist jedenfalls ein starkes Stück Kino, ich würd sogar behaupten der beste Western seit Jahren ! Besser als der von mir verehrte Django Unchained ! Irgendwie hab ich langsam das gefühl das man mir jedes Kinohighlight versauen will, bei Django Unchained war es dieser pubertierende Sack, und gestern als ich ins Kino fahren will, dreh ich das Fenster vom Auto kurz runter und was passiert, das Seil reißt und die scheibe kracht runter ! :evil: Die ersten 5-10 minuten hab ich deshalb vom Film verpasst... :!:
Aber zurück zum Film.... Vieles wurde ja schon gesagt, was die tollen Kulissen, die durch das Wetter noch besser zur Geltung kommen und zur dichten Atmosphäre beitragen, toll fande ich auch einige Zeitlupeneffekte gegen Ende ! Musikalisch hatte ich auch nichts auszusetzen ! Das Lied "How dare you" bei der letzten Schießerei fand ich richtig klasse !
Schauspieler finde ich ebenfalls allesamt passend gewählt, Tobias Moretti der für seine Rolle den bayrischen Filmpreis erhalten hat, hatte meines Erachtens aber relativ wenig Screentime ! Sam Riley hat mich da mehr zugesagt ! Einziger Kritikpunkt für mich ist die Rückblende, die die genauen Beweggründe von Greider erklärt ! Optisch war diese zwar genial gemacht, aber ich weiß nicht ob ich sie heute einfach nicht mehr richtig in erinnerung habe, oder ob die Erklärung von Luzi doch etwas konfus geraten ist. Das wird sich bei der zweitsichtung herausstellen, warscheinlich sehe ich ihn mir ein zweites mal im Kino an !
Jedenfalls kann ich jedem nur empfehlen den Film anzusehen ! Kaum zu glauben das es sich um eine Österreichisch/Deutsche Produktion handelt ! Aber da hatte ich seit dem Trailer keine Zweifel mehr das das nichts wird ! Für mich ganz klar 10/10

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PostPosted: 24.02.2014 01:17 
Auf den Film Film ich schon sehr gespannt.


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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 24.02.2014 12:31 
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Der interessiert mich auch. Der läuft bei uns in der Nähe in einem kleinen Kunstkino, da wollte ich sowieso mal rein :) Vielleicht klappts ja demnächst.


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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 25.02.2014 00:45 
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Fesselnde Mischung aus Drama und Western aus österreichischen Landen. Könnte man als eine Mischung aus "Das Weiße Band" und "Leichen pflastern seinen Weg" beschreiben. Klasse Darsteller, tolle atmosphärische Bilder der verschneiten und düsteren Alpenkulisse und eine sehr gelungene Soundkulisse. Die FSK12 Freigabe hat mich aufgrund einiger Gewaltspitzen etwas überrascht.

8/10

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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 25.02.2014 15:10 
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Wie schon vielseits beschrieben, eine klare Empfehlung. Ich konnte mir den Film in einem schönen Programmkino hier in Köln anschauen. Es war wenig los, was aber nichts zu bedeuten hat - vielleicht lag es einfach am Kino, oder daran, dass es in der Woche war...egal.

Zuerst vielen mir die genialen Landschaftsaufnahmen auf. Parallelen zu LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG sind im Film unverkennbar (da gebe ich opera definitiv recht!). An den Dialekt (so nenne ich es mal) musste ich mich in den ersten 5 Minuten erst gewöhnen, finde es aber absolut genial, dass hier dem Handlungsort entsprechend auch die Sprache beibehalten wurde. (Mich nervt schon zu genüge, wie amerikanisiert viele Spielfilme in ihrer nachträglich deutschsynchronisierten Aussprache sind..."wow wow wow...."ehh Fuuuck"....usw anderes Thema). Der Film kommt nebenbei bemerkt sowieso mit recht wenig Text aus.

Der Film hat mir im weiteren Verlauf (auch von der musikalischen Untermahlung) richtig gut gefallen. Bis etwa zur Hälfte bis 2/3 ist der Streifen dermaßen stimmungsvoll / melancholisch, dass es eine echte Wucht ist. Und dann geht es los. Was vorher vereinzelt angedeutet wurde, entfaltet sich gegen Ende hin immer weiter. Die eigentliche Motivation des Hauotprotagoniosten wird immer ersichtlicher, dass man in der weiteren Ausführung kaum noch ruhig auf dem Sitz bleiben kann. Tolle Sache! An Brutalität (aber nicht zum Selbstzweck) wird nicht gegeizt.

Den Film sollte man gesehen haben, wenn man auf stimmungsvolle und harte Kost steht. Die Darsteller machen ein überaus gutes Bild. Allen voran Sam "Joy Division" Riley.


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 Post subject: Re: DAS FINSTERE TAL - Andreas Prochaska
PostPosted: 01.03.2014 22:06 
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Western die im Schnee spielen sind ... Ja ja hatten wir schon. Auf jeden Fall ein wunderschöner, dichter Film, der Peckinpah, Corbucci und Ganghofer gleichermaßen zitiert, und der fast alles richtig macht was ich an guten Filmen mag: Er hat eine feine und böse Geschichte die nur langsam aufgerollt wird, das Erzähltempo ist äußerst gemächlich und trotzdem höchst spannend, und der Film basiert auf guten Schauspielern und einem guten Stab, nicht knalligen Effekten. Apropos Effekte: Die 12-er Freigabe war schon erstaunlich, fand ich. Vor allem im Showdown wurde die alte Dame neben mir sichtlich unruhig. Aber das ist eh kein Film für die Youngsters, ich glaube das Durchschnittsalter heute Abend war so um die 40.

Nicht so überragend war die Musik. Der Original-Soundtrack war klasse, aber die eingetreuten modernen Lieder haben für mich nicht gepasst. Gerade im Peckinpah'schen Showdown hätte ich mir was düster-symphonisches gewünscht.
Was mir aber auffiel war die Kameraführung: Immer ganz nah dran an den Schauspielern, jede Bewegung mitmachend, dadurch wird unheimlich Enge erzeugt. Enge, die in diesem finsteren Tal sowieso vorherrscht, und die die Menschen im Tal auch dicht umgibt. Durch die Kameraführung wird diese Enge spürbar, und Prochaska zeigt nicht einmal die Weite ÜBER den Bergen, weil diese andere Welt für die Bauern dort sowieso nicht existiert. Nur die Actionszenen waren dadurch leider oft etwas unübersichtlich.
Auf der anderen Seite dann wieder diese Charakterfressen, die ich in jedem italienischem Genrefilm so gerne sehe, aber in einem Film mit dem Entstehungsjahr 2013 nie und nimmer erwartet hätte. Und dann hält die Kamera auch noch auf die Gesichter drauf und bleibt dort, so wie es die Meister vor 40 Jahren gemacht haben. Wunderbar!!! So schön, dass im Abspann die Dorfbewohner alle gleich noch einmal zu sehen sind.

Fazit: Ich freu mich auf die DVD :D Denn warum ich kaum noch ins Kino gehe, das wurde mir heute mal wieder gründlich vorgelebt. Asoziale Penner, die zu blöde sind ihre Popcorn-Kilos zu fressen, und sie stattdessen auf dem Fußboden verteilen. Volldeppen, die beim Showdown das Quatschen anfangen. Ehrlich, da kommt in mir der Keoma hoch. Oder der Greider ... :twisted:

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