Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
It is currently 17.11.2019 08:59

All times are UTC + 1 hour




Post new topic Reply to topic  [ 36 posts ] Go to page  Previous  1, 2
AuthorMessage
 Post subject: Re: DIE MÜHLE DER VERSTEINERTEN FRAUEN - Giorgio Ferroni
PostPosted: 11.01.2015 19:32 
Offline
User avatar

Joined: 11.2009
Posts: 2506
Location: Aquae Mattiacorum
Gender: Male
Ein schickes Avatar hat Subkultur derzeit! ;)

_________________
Image
support your local nischenlabel


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: DIE MÜHLE DER VERSTEINERTEN FRAUEN - Giorgio Ferroni
PostPosted: 26.09.2016 08:00 
Offline
User avatar

Joined: 12.2013
Posts: 4284
Location: Provinzmetropole an Rhein und Mosel
Gender: Male
Auf SB gibt es einen aktuellen Schnittvergleich zwischen der italienischen Fassung und der internationalen Fassung


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: DIE MÜHLE DER VERSTEINERTEN FRAUEN - Giorgio Ferroni
PostPosted: 05.10.2016 23:11 
Offline
User avatar

Joined: 12.2013
Posts: 4284
Location: Provinzmetropole an Rhein und Mosel
Gender: Male
Seit eben gibt es auch einen Schnittvergleich zwischen der italienischen Fassung und der französischen Fassung


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: DIE MÜHLE DER VERSTEINERTEN FRAUEN - Giorgio Ferroni
PostPosted: 29.11.2016 22:08 
Offline
User avatar

Joined: 11.2009
Posts: 7502
Location: Zwischen Rübenbergen und dem schönen Nordharz
Gender: Male
• Die Mühle der versteinerten Frauen (Italien, Frankreich 1960) - Zu diesem kleinen Schätzchen habe ich bereits 2013 ein paar Zeilen geschrieben. Damals lag die DVD von NEW im Player, zur erneuten Sichtung wanderte die BD aus dem Hause Subkultur in den Schacht. Stattliche vier Versionen (!) findet der geneigte Zuschauer auf der Scheibe, ich habe eben die italienische Fassung geschaut, offenbar die von Regisseur Giorgio Ferroni angedachte Version.

Ich bleibe bei meiner damaligen Einschätzung, "Die Mühle der versteinerten Frauen" ist ein sympathischer kleiner Gruselfilm für Liebhaber. Langsam bauen sich Spannung und Atmosphäre auf, nach rund 45 Minuten ziehen Tempo und Terror sanft an. Ein niedliches Knuffelchen aus der leicht angestaubten Kiste, sehr angenehm.

_________________
Blap V 3.0 regaining paradise

***
Vom Ursprung her verdorben


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: DIE MÜHLE DER VERSTEINERTEN FRAUEN - Giorgio Ferroni
PostPosted: 01.05.2017 15:33 
Offline

Joined: 11.2009
Posts: 4743
Gender: Male
Schön klassischer Gothic-Horror aus dem Jahr 1960, hat mir sehr gefallen. Den Versuch, die deutsche Kinofassung zu schauen, hab ich allerdings nach kurzer Zeit abgebrochen: Die Schäden waren mir doch zu heftig.

Aber dafür endlich mal ein Film mit Messer

Image

und Gabel

Image

:mrgreen:


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: DIE MÜHLE DER VERSTEINERTEN FRAUEN - Giorgio Ferroni
PostPosted: 09.07.2019 12:43 
Offline

Joined: 11.2017
Posts: 231
Gender: Female
"Die Mühle der versteinerten Frauen" (Il mulino delle donne di pietra) (Italien / Frankreich 1960)
mit: Pierre Brice, Scilla Gabel, Wolfgang Preiss, Dany Carrel, Herbert Boehme, Marco Guglielmi, Liana Orfei, Olga Solbelli, Alberto Archetti u.a. | Drehbuch: Remigio Del Grosso, Ugo Liberatore und Giorgio Ferroni nach der Novelle "Racconti Fiamminghi" von Pieter van Weigen | Regie: Giorgio Ferroni

Der junge Hans van Arnim soll ein Buch über die historische Drehbühne in der Mühle des Professors Gregorius Wahl schreiben. Um sich mit dem Thema vertraut zu machen, sucht er den Bildhauer auf und nimmt Einblick in dessen Unterlagen. Er begegnet Elfie, der Tochter des Professors, die ihn bittet, sie in der Nacht aufzusuchen. Sie lebt völlig isoliert in der alten Mühle und wahrt ein Geheimnis, über das ihr Vater nicht sprechen möchte. Elfie verliebt sich in Hans und will mit ihm fortgehen, doch dieser plant eine bürgerliche Zukunft mit seiner Jugendfreundin Liselotte. Daraufhin erleidet Elfie einen tödlichen Anfall, der Hans zutiefst erschreckt. Als er wieder zu sich kommt, behauptet der Professor, er habe sich alles nur eingebildet und litte unter Halluzinationen. Hans sucht die Krypta mit Elfies Sarg auf, doch dieser ist leer....

Image Image Image


Das historische Panoptikum als Aushängeschild des Professors unterstreicht die morbide Atmosphäre, in der sich die handelnden Personen bewegen, sobald sie sich in die Einsamkeit der alten Mühle begeben. Die Figuren stellen Todesszenen nach; sei es nun auf dem Scheiterhaufen, am Galgen oder am Pranger. Dem Ambiente angemessen präsentieren sich die Bewohner des Hauses ebenfalls verschroben, abweisend und distanziert. Das Eintreffen des jungen, unbelasteten Mannes, sorgt für einen Funken, der eine Glut anfacht, die sowohl bedrohlich für die Verschwiegenheit eingespielter Rituale als auch befreiend für unterdrückte Emotionen wirkt. Es werden Reaktionen ausgelöst, die zunächst Veränderung und die Lösung verkrusteter Strukturen erhoffen lassen, letztendlich jedoch in die Katastrophe münden. Pierre Brice füllt seinen Part mit Ernst und Würde aus. Sein Bedürfnis, behilflich zu sein, kostet ihn fast Kopf und Kragen. Seine elegante Unnahbarkeit lässt ihn zunächst unbeteiligt wirken, was Raum für Spekulationen lässt, wohin ihn sein Weg führen wird. Er verkörpert glaubhaft den Zwiespalt, in den er ungewollt geraten ist und der ihn verpflichtet, sich mit den Vorkommnissen in der Mühle über seinen Auftrag hinaus zu befassen. Seine Partnerinnen stehen anfangs mit ihren Gefühlen auf verlorenem Posten, hat er sich doch noch nicht entschieden, ob und wen er lieben soll. Scilla Gabel ist die verbotene Frucht, die überreif an den Zweigen hängt und sich gefährlich tief nach unten neigt. Sie zu pflücken, bedeutet Tod und Verderben für beide Seiten. Sie lebt im Elfenbeinturm und ist vom Wohlwollen und der ärztlichen Kunst eines zweifelhaften Mediziners abhängig. In gewisser Weise stellt sie das Dornröschen eines Gruselkabinetts dar. Ihre schauspielerischen Mittel setzt sie betont sparsam ein; vielmehr lockt sie durch den schnellen Wechsel von Nähe und Distanz. Sie ist ein Traumbild, das sich immer wieder verflüchtigt. Die verzweifelten, tränenerstickten Rufe nach Elfie erinnern in ihrer Eindringlichkeit an die anklagende Suche nach dem Mädchen Elsie in "M - Eine Stadt sucht einen Mörder". Hier wie dort ist das weibliche Element in einer Welt der neurotischen Männer rettungslos verloren. Der visuelle Fingerzeig auf die heimlichen Verbrechen in der einsam gelegenen Mühle steht symbolisch für die Banalität des Todes, der in seiner kalten Schönheit konserviert und emotionslos gemacht wird.

Tote werden zu Objekten, zu Projektionsflächen morbider Fantasien und führen dem Betrachter vor Augen, dass die Grenze zwischen Leben und Tod von erschreckender Fragilität ist und jederzeit verschoben werden kann. Das Grauen entsteht durch die Verschiebung in beide Richtungen, für die eine faszinierende Scilla Gabel die besten Voraussetzungen mitbringt. Ihre passive Spielweise lässt viel Raum für Interpretationen und zeigt eine Persönlichkeit von komplexem Charakter, deren Facetten durch Einflüsse von außen herausgearbeitet werden und sie zur tragischen Heldin der Geschichte machen. Sie wirkt stellenweise irreal und wie ein Gebilde aus einem Märchen, dennoch lastet ihre Präsenz schwer auf jenen Personen, die ihre Wirkung fürchten, weil sie eine zerstörerische Lawine lostritt, die rücksichtslos Unbeteiligte opfert. Die Restriktion ihrer Lebensweise hungert ihre Seele aus, denn jede Aufregung oder Anspannung bedroht ihren Körper, der unter dem Druck kollabiert. Die Isolation ist der hohe Preis, den sie für den Erhalt ihres Lebens bezahlt, ein Leben in stiller Trauer - Trauer über vorbeiziehende Jahre und verpasste Freuden. Dany Carrel stemmt sich tapfer gegen das Traumbild, welches ihre italienische Schauspielkollegin entwirft, vermag jedoch das Auge des Zuschauers weit weniger zu fesseln als beispielsweise Liana Orfei, deren Annelore wie der güldene Herbst im jähen Winterfrost abstirbt und nur die Erinnerung an das flammende Rot ihrer Haarpracht zurücklässt. Als Liselotte obliegt es Dany Carrel, die Normalität darzustellen, die erfahrungsgemäß wenig verlockend ist. Es scheint ein ungleicher Kampf zu sein, der sich zwischen den Frauen abspielt und Carrel liefert eine saubere Leistung. Wolfgang Preiss und Herbert Boehme erinnern an das große Vorbild aus der klassischen Schauerliteratur: den Forscher Dr. Frankenstein. Ihre Intentionen sind ebenso verwegen wie experimentell und haben nur einen Sinn: die Schaffung eines Idealbildes, das ihre eigenen menschlichen Unzulänglichkeiten kaschieren soll. Der Film provoziert mit Bildern, die dem Zuschauer den Spiegel vorhalten und ihn je nach Situation als pietätlosen Spanner oder als stillschweigenden Komplizen entlarven. Sicherheiten gibt es nicht in einer Welt, deren Selbsterhaltungstrieb sich auf Kosten anderer stützt. Mühlen als Orte des Rückzugs und der isolierten Gefahr sind ein beliebtes Sujet des Kriminalfilms. Die sorgsam inszenierte Atmosphäre des Schreckens bedient sich ihrer ausgewählten Darsteller wie Professor Wahl seiner Puppen: am Ende bleibt ein Gefühl der Beklemmung zurück.


Top
 Profile  
 
Display posts from previous:  Sort by  
Post new topic Reply to topic  [ 36 posts ] Go to page  Previous  1, 2

All times are UTC + 1 hour


You cannot post new topics in this forum
You cannot reply to topics in this forum
You cannot edit your posts in this forum
You cannot delete your posts in this forum
You cannot post attachments in this forum

Search for:
© phpBB® Forum Software | phpBB3 free Forum by UserBoard.org | All Rights Reserved.
» Contact & Abuse Support-Forum Gooof Webdesign free forum Dein Forumo Forum web tracker