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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: SLOW WEST - John Maclean
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UK/NZ 2015
Kinostart: 30.7.2015

Darsteller:
Michael Fassbender, Kodi Smit-McPhee, Caren Pistorius, Rory McCan,...

Inhalt:
Ende des 19. Jahrhunderts macht sich der 17-jährige schottische Aristokraten-Sohn Jay Cavendish (Kodi Smit-McPhee) auf in den Wilden Westen Amerikas, um seine verlorene Liebe aufzuspüren. Denn Rose (Caren Pistorius) musste mit ihrem Vater (Rory McCann) aus Schottland fliehen. Anstatt im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nun ihre Freiheit zu genießen, müssen Vater und Tochter stetig um ihr Leben bangen, da ein Kopfgeld auf die beiden ausgesetzt wurde.
Auch Jay gesteht sich schon bald seine törichte Weltsicht ein, macht er doch, kaum dass er im Westen angekommen ist, Bekanntschaft mit Gewehrläufen. Zum Glück ist Silas (Michael Fassbender) zur Stelle. Der mysteriöse Reisende kann Jay gerade noch das Leben retten und bietet ihm gegen Bezahlung an, seine Reisebegleitung zu werden. Unterwegs stellt sich das ungleiche Duo Kopfgeldjägern und den Gefahren der Gesetzlosigkeit. Kann Jay den Absichten des ruppigen Silas wirklich trauen?


Ist das was letztes Jahr The Salvation war dieses Jahr Slow West ? Britischer Western der in Neuseeland gedreht wurde. Die beiden Trailer sehen zumindest vielversprechend aus...
www.youtube.com Video from : www.youtube.com

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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
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Und alle fangen sie damit an, dass ein Europäer nach Amerika geht...


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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 19.06.2015 00:42 
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SLOW WEST
[GB/NZL][2015]

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Regie: John Maclean
Darsteller: Michael Fassbender, Kodi Smit-McPhee, Rory McCann, Ben Mendelsohn, Brooke Williams, Jeffrey Thomas, Caren Pistorius, Stuart Martin, Kalani Queypo, Madeleine Sami


Inhalt:

Colorado, Ende des 19. Jahrhunderts: Das 16jährige Greenhorn Jay Cavendish [Kodi Smit-McPhee] ist auf der Suche nach seiner großen Liebe Rose Ross [Caren Pistorius]. Dabei begegnet er dem raubeinigen Haudegen Silas Selleck [Michael Fassbender], der den naiven Jungen unter seine Fittiche nimmt und gegen eine großzügige Bezahlung zustimmt, ihn sicher durch das Land zu geleiten. Was Jay jedoch nicht ahnt: Silas tut das nicht uneigennützig. Auf Roses Kopf ist eine Belohnung ausgesetzt, die sich das Schlitzohr nur allzu gern unter den Nagel reißen würde. Doch damit ist er nicht allein: Dem Zweiergespann folgt der brutale Payne [Ben Mendelsohn] und seine Bande von Kopfgeldjägern, die ebenfalls ihr Stück vom Kuchen abhaben möchten.

Kritik:

„Es war einmal...“


Mit diesen Worten beginnt John Macleans cineastische Heldenreise SLOW WEST - ein mythisch aufgeladener Einstieg, der bereits erahnen lässt, dass die folgenden 90 Minuten trotz ihrer eindeutigen Western-Deklarierung eher weniger den typischen Genreregeln einer gewöhnlichen Pferdeoper gehorchen werden. Und in der Tat schildert das Langzeit-Debüt des in Schottland zur Welt gekommenen Regisseurs seine Ereignisse in einem leicht märchenhaft angehauchten Duktus, der die durchaus stattfindenden bekannten Elemente des klassischen Wildwest-Abenteuers in ein erfrischend unkonventionelles Licht taucht. Besagte Einleitung wird gesprochen von Michael Fassbender, der hier neben seiner darstellerischen Funktion als leicht zwielichtiger Draufgänger Silas Selleck auch als erzählerische Instanz für das Publikum fungiert und mit dezentem Schwermut und verträumter Nuance von seiner Bekanntschaft mit dem noch jugendlichen Jay Cavendish berichtet und von der Reise, welche beide im Anschluss unternehmen und die sie für immer verändern wird.

Bereits der Titel deutet an, dass Freunde schneller Schnitte und hastiger Narration dabei nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen werden. Mag der von Maclean erschaffene Westen bisweilen auch mal ein wenig wild sein, in erster Linie herrscht in ihm, ungeachtet aller inneren und äußeren Konflikte, eine entspannt-meditative Langsamkeit. Trotz gelegentlicher Schusswechsel verzichtete man auf ausufernde Actionfeste und rückte stattdessen den zwar etwas vorhersehbaren, aber dennoch fein ersponnenen Entwicklungsprozess der Charaktere in den Fokus, insbesondere den der eigentlichen Hauptfigur Cavendish. Der käsegesichtige, aus privilegiertem Hause stammende Jüngling passt in den rauen Westen zunächst wie Frischluft in die Mottenkiste, und sein ungelenkes Hantieren mit dem Schießeisen erntet, sofern überhaupt beachtet, höchstens hämisches Gelächter. Der Gegensatz zum harten Hund Selleck könnte größer kaum sein, und doch sind die beiden aufeinander angewiesen. Die Idee, aus dem anfänglichen Abhängigkeitsverhältnis zunächst eine zarte Freundschaft, später dann gegenseitigen Respekt entstehen zu lassen, ist weder neu, noch originell, wirkt hier jedoch, als hätte sie nie zuvor existiert.

'Ho! To the West' - Auf in den Westen! So lautet der Titel des Buches, das Cavendish zu Beginn am Mann trägt und das später symbolischerweise Opfer einer heftigen Naturgewalt wird. Der kindliche Einfallspinsel, der arg- und bedingungslos seiner großen Liebe in ein gefährliches Land folgt, kennt das ungeschliffene Leben zunächst nur aus Ratgebern und glaubt, damit im Fall der Fälle ausreichend gewappnet zu sein. Doch die Realität holt ihn im Laufe der Zeit gleich in mehrerer Hinsicht ein, denn so wenig ihm seine Lektüre in der Anwendung tatsächlich nützt, so sehr ist auch der Traum, dem er hinterherjagt, lediglich ein schönes Trugbild, eine Nachwirkung verblassender Erinnerung. Eine anfängliche Rückblende zeigt Cavendish und seine Auserwählte bei der noch sorglosen Balz, beim harmlos-neckischen Kinderspiel der Marke 'Peng! Peng! Du bist tot!' - ein romantischer Augenblick zwar, doch allzu offenkundig gleichzeitig auch böser Vorbote für kommende Geschehnisse. Denn seine Reise konfrontiert den Jungen mit zuvor ungeahnter Grausamkeit (die trotz sichtbaren Blutflusses nicht graphisch explizit, sondern emotional ans Publikum gebracht wird), was sein Weltbild erschüttern lässt und ihn eine Zeitlang mit seinem Begleiter entzweit.

Sein anschließender Alleingang ist (wie auch der Rest von SLOW WEST) geprägt von subtiler Komik und einem Hauch des Surrealen, der vor allem durch teils ungewöhnliche Bilder und absurd anmutende Momente gestützt wird. So fängt Macleans Kameramann Robbie Ryan [→ FISH TANK] manche Szenen aus geradezu grotesk verwinkelter Perspektive ein, während das Skript dazu ein paar ziemlich skurrile Situationen kreiert. Cavendishs Begegnung mit einem Intellektuellen und ihre hintergründige Abhandlung, ausgetragen auf zwei Stühlen sitzend, mutterseelenallein auf weiter Flur, weckt gar Erinnerungen an die schrägen Szenarien eines Terry Gilliam oder Alejandro Jodorowsky. Glücklicherweise übertreibt es Maclean nicht mit solchen Motiven, das hätte seiner Geschichte, die im Kern doch sehr weltlich und erdgebunden daherkommt, am Ende womöglich geschadet. Stattdessen präsentiert er immer wieder auch prächtige Landschaften, welche, in ausladendem Breitbild serviert, in ihrer Majestätik die Verwurzelung der Vorkommnisse in der Wirklichkeit betonen und gleichzeitig die eigentliche Kleinheit des menschlichen Daseins anschaulich demonstrieren.

Weniger klein, dafür aber von angenehm uneitler Zurückhaltung, sind die Leistungen der überaus passend besetzten Darsteller. Für Kodi Smit-McPhee [→ THE ROAD] war es die erste große Rolle, und er meisterte sie mit Bravour. Sein Jay Cavendish wirkt ungemein authentisch, nicht nur wegen seines tatsächlich noch jugendlichen Alters, sondern vor allem aufgrund der trotz diesen Umstands bereits vorhandenen Souveränität seines Schauspiels. An seiner Seite bildet Michael Fassbender [→ PROMETHEUS] einen gelungenen Gegenpart, der als sattelfester Vagabund Silas Selleck mit seiner Abgebrühtheit und zweifelhafter Moralvorstellung noch am ehesten dem bekannten Westernhelden entspricht (zumindest dem Anti-Helden italienischer oder späterer amerikanischer Herkunft). Ben Mendelsohn [→ LOST RIVER] gibt dazu als Kopfgeldjäger Payne abermals den schrägen Vogel vom Dienst und erschafft eine undurchsichtige Gestalt zwischen drohender Gefahr und harmloser Belustigung. Und in der Rolle von Cavendishs Wunschobjekt Rose Ross (so muss man erstmal heißen!) sieht man die Neuseeländerin Caren Pistorius, die zuvor nicht weiter auffiel, hier jedoch die Bandbreite von zart bis hart zufriedenstellend abdeckt.

SLOW WEST zelebriert auf langer Strecke die Kunst der Entschleunigung und verlangt daher von seinem Publikum ein Mindestmaß an Geduld. Diese macht sich allerdings bezahlt, entwickelt das Werk doch gerade durch sein gedrosseltes Tempo eine gewaltige Wucht, bis sich am Ende alles in verblüffender Leichtigkeit zusammenfügt. Dabei kann man Macleans beachtlichen Leinwand-Erstling auch als Allegorie auf die Formung Amerikas begreifen: Der Schotte Jay Cavendish steht sinnbildlich für die arglosen Europäer, die in den Westen kamen, um dort buchstäblich ihr Glück zu suchen; Silas Selleck ist Ire, ebenfalls ein Zugereister, doch bereits firm genug mit Sitten und Gebräuchen, um sich keiner Träumerei mehr hinzugeben; und Kopfgeldjäger Payne ist letztendlich tatsächlich waschechter Amerikaner, doch die durchtriebenste Person von allen, stets auf eigenen Vorteil bedacht und ohne jede verbliebene Illusion. Naive Unschuld trifft auf bodenständige Lebenserfahrung, der Glaube an das Gute auf bittere Wahrheit. Zwei Welten prallen aufeinander, was schließlich in einem mit zynischem Spott garnierten Showdown gipfelt, in einem Kugelhagel, dessen elegische Inszenierung an das Finale von Johnny Tos EXILED erinnert (der ja letztendlich auch nichts anderes als ein verkappter Western war). Alle Wünsche und Hoffnungen werden von der Realität eingeholt und die Teenager-Träume werden begraben unter einem Berg aus Blei und Blut. Das Märchen ist vorbei.

s. auch: SLOW WEST

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Das liest sich alles doch sehr gut. So Schnittgewitter strapazieren meine Synapsen auch eher als gemächlichere Filme. :D


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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 19.06.2015 15:34 
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Dann können deine Synapsen sich hier mal so richtig entspannt zurücklehnen. :mrgreen:

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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 20.06.2015 16:52 
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Man du hast mir jetzt mächtig lust auf den Film gemacht :o
Ich bezweifle leider das der mir in der Nähe in einem Kino laufen wird :|

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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 20.06.2015 17:34 
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Italo-West-Fan wrote:
Ich bezweifle leider das der mir in der Nähe in einem Kino laufen wird :|


Wo genau wohnst du denn? Läuft z. B. auch auf dem Münchner Filmfest, das nä. Woche startet.

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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 20.06.2015 19:03 
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Oh, jetzt habe ich verdammt Lust auf den Film.
Spätestens zur BR Veröffentlichung ist er fällig, Danke für den Tip


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PostPosted: 22.06.2015 10:18 
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Auf den bin ich im Kino auch schon gespannt. Interessant, dass der wohl in 1,66:1 ist.

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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 22.06.2015 13:29 
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MMeXX wrote:
Interessant, dass der wohl in 1,66:1 ist.


Keine Sorge, das kriegen die Kinos schon korrigiert ...


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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 22.06.2015 15:51 
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Stanton wrote:
MMeXX wrote:
Interessant, dass der wohl in 1,66:1 ist.


Keine Sorge, das kriegen die Kinos schon korrigiert ...

Das verstehe ich gerade nicht? Was sollte da zu korrigieren sein?

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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 22.06.2015 17:34 
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DJANGOdzilla wrote:
Italo-West-Fan wrote:
Ich bezweifle leider das der mir in der Nähe in einem Kino laufen wird :|


Wo genau wohnst du denn? Läuft z. B. auch auf dem Münchner Filmfest, das nä. Woche startet.


In den tiefen des bayrischen Waldes, nahe der tschechischn Grenze ;)
Kommt öfters vor das ein Film erst lange nach dem offizielen Starttermin anläuft oder eben garnicht. Dieser ist so einer der wohl garnicht laufen wird :( Kann man mit der Zeit ganz gut abschätzen was man zu sehen bekommt und was nicht

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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 22.06.2015 18:24 
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Herrje... Da hilft wohl wirklich nur noch Umzug. ;)

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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
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Ach ist ganz gemütlich hier ;)
Zudem steht hier das tollte kleine Kino das es gibt :D Auch wenn es mit dem Programm immer so ne Sache ist würd ich nur ungern in ein anderes gehen
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Sry, für das Off-Topic 8-)

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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 04.08.2015 19:44 
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Läuft ja nun seit einigen Tagen in den Kinos; Hat ihn noch jemand gesehen ?
ich muss warten bis er auf BD erhältlich ist, im umkreis von 100 km kein einziges Kino das den Film im Programm hat bei mir :roll:

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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 04.08.2015 20:17 
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MMeXX wrote:
Stanton wrote:
MMeXX wrote:
Interessant, dass der wohl in 1,66:1 ist.


Keine Sorge, das kriegen die Kinos schon korrigiert ...

Das verstehe ich gerade nicht? Was sollte da zu korrigieren sein?


Einfach oben und unten ein wenig mehr maskieren, und schwupps ist die Leinwand gefüllt.

Aber in dem Kino in dem ich ihn sah lief er in 1,66:1.

Schöner Western, der zunächst wie ein weiterer dieser Gegen-Western a la Meek's Cutoff oder The Homesman wirkt, die weniger Genre Filme sind als der Versuch eines realistischen Gegenentwurfs, sich dann aber doch eher in Richtung Genre bewegt, wo alles auf den Showdown hin aufgebaut wird. Und der ist deftig, wenn auch inszenatorisch weit entfernt von Hollywood. Das Paradies wird erst zerstört und dann wieder aufgebaut. 8/10


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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
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Bei uns ist er ab morgen im Programm. Ich werde in anderthalb Wochen rein, dann kommt er als OV.

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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 05.08.2015 18:45 
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Hm, wen Stanton eine 8/10 zückt, sollte der Film ja fast Pflichtprogramm sein.


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PostPosted: 05.08.2015 18:49 
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Der Gedanke kam mir auch gerade, 8/10 von Stanton, das soll was heißen :)

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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 19.08.2015 20:20 
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Auf dem Münchner Filmfest hatte ich kürzlich die Möglichkeit, dem Regisseur des Films, John Maclean (dessen Name sich übrigens genauso ausspricht wie der des berühmten Actionhelden), ein paar Fragen zu stellen.

Das Ganze bleibt leider recht oberflächlich, da wir nur ein paar Minuten zwischen Tür und Angel hatten, aber vielleicht interessiert es ja trotzdem den ein oder anderen:

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Hat ihn jemand gesehen? Ich leider noch nicht. In Wien wurde er anscheinend in Cineasten-Kreisen enthusiastisch aufgenommen.


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 Post subject: Re: Slow West
PostPosted: 27.08.2015 00:36 
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Auch für dich gilt: Bitte das hier lesen und dementsprechend umsetzen!!!

Danke.

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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 26.12.2016 04:33 
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Hab den nun auch endlich gesehen, nachdem ich ihn letztes Jahr im Kino vorgeführt hatte, und dann ausgerechnet während der Mittagspause, als ich ihn mir entspannt selbst zu Gemüte führen wollte, die ungeplante Putzkolonne mein Vorhaben zunichte machte.

Schöner Film, prinzipiell einfallsreich und eigenwillig, der aber leider die üblichen Kinderkrankheiten vieler Western der letzten 30 Jahre mit sich herumschleppt: er glaubt, er hätte eine Ahnung, was das Westerngenre ausmacht (hat er nicht) und er glaubt er würde etwas originelles auf originelle Art erzählen (weit gefehlt) - was manchmal leider ein halbgares arthousig-tarantinoesques Pastiche von altbekannten Ideen aus unzähligen um ein vielfaches gelungeneren Vorbildern ergibt. Postmoderne (Ignoranz) ick hör dir trapsen.

Also in erster Linie (leider) eher ein Film für Leute die keine wirklichen Westernfans sind bzw. wenige kennen. Für Westernliebhaber aber mit Abstrichen dennoch zu empfehlen, da SLOW WEST im großen und ganzen ein liebevoll und inszenatorisch sauber gemachter Film ist, der weiß was er will, so manchen schönen Moment anbietet und definitiv kurzweilig unterhält.

Ein bisschen hat mich der Film auch an Kristian Levrings THE SALVATION (2014) erinnert: ein ordentlicher Regisseur inszeniert mit talentierter Crew einen ansehnlichen Film. SLOW WEST hat zwar keinen herausragenden Darsteller wie Mads Mikkelsen zu bieten (und Fassbender weiß mit seiner Rolle nichts anzufangen), punktet aber mit abwechslungsreichen Landschaften und gelungenen Shootouts. Wie bei THE SALVATION sollte man jedoch lieber nicht allzuviel über die Story und deren Inszenierung nachdenken, denn auch hier wird viel vom Potenzial des Skripts verschenkt.

Fazit: eine zwar etwas anspruchslose und abgelutschte Angelegenheit, hat SLOW WEST dennoch genügend Charme und Unterhaltung anzubieten, dass der geneigte Westernfan auf seine Kosten kommt. 6/10

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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 26.12.2016 21:40 
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Dr. Zombi wrote:
Hab den nun auch endlich gesehen, nachdem ich ihn letztes Jahr im Kino vorgeführt hatte, und dann ausgerechnet während der Mittagspause, als ich ihn mir entspannt selbst zu Gemüte führen wollte, die ungeplante Putzkolonne mein Vorhaben zunichte machte.

Schöner Film, prinzipiell einfallsreich und eigenwillig, der aber leider die üblichen Kinderkrankheiten vieler Western der letzten 30 Jahre mit sich herumschleppt: er glaubt, er hätte eine Ahnung, was das Westerngenre ausmacht (hat er nicht) und er glaubt er würde etwas originelles auf originelle Art erzählen (weit gefehlt) - was manchmal leider ein halbgares arthousig-tarantinoesques Pastiche von altbekannten Ideen aus unzähligen um ein vielfaches gelungeneren Vorbildern ergibt. Postmoderne (Ignoranz) ick hör dir trapsen.

Also in erster Linie (leider) eher ein Film für Leute die keine wirklichen Westernfans sind bzw. wenige kennen. Für Westernliebhaber aber mit Abstrichen dennoch zu empfehlen, da SLOW WEST im großen und ganzen ein liebevoll und inszenatorisch sauber gemachter Film ist, der weiß was er will, so manchen schönen Moment anbietet und definitiv kurzweilig unterhält.

Ein bisschen hat mich der Film auch an Kristian Levrings THE SALVATION (2014) erinnert: ein ordentlicher Regisseur inszeniert mit talentierter Crew einen ansehnlichen Film. SLOW WEST hat zwar keinen herausragenden Darsteller wie Mads Mikkelsen zu bieten (und Fassbender weiß mit seiner Rolle nichts anzufangen), punktet aber mit abwechslungsreichen Landschaften und gelungenen Shootouts. Wie bei THE SALVATION sollte man jedoch lieber nicht allzuviel über die Story und deren Inszenierung nachdenken, denn auch hier wird viel vom Potenzial des Skripts verschenkt.

Fazit: eine zwar etwas anspruchslose und abgelutschte Angelegenheit, hat SLOW WEST dennoch genügend Charme und Unterhaltung anzubieten, dass der geneigte Westernfan auf seine Kosten kommt. 6/10


Da habe ich anscheinend einen anderen Film gesehen, einen der jedoch lustigerweise ebenfalls Slow West heißt, einen der gerade wirklichen Westernfans Spaß machen kann, denjenigen Genre-Fans die bei dem Mag 7 Remake/Sequel oder dem 3:10 to Yuma Remake sich öfters fragen was der Scheiß denn nun wirklich soll, und meinen daß QT oder Los Coens aus ihren Western mehr hätten herausholen müssen.
Na ja, wer weiß schon wie viele Slow Wests noch so alle gedreht wurden, bei der heutigen Remake und Sequel/Pequel/Ekel Flut blickt man ja kaum noch durch, zumindest schon mal einer zuviel ...


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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 27.12.2016 00:32 
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Nur weil Hollywood heutzutage im Westernbereich gerne viel Mittelmaß produziert, falle ich bei jedem kleineren und (etwas) ambitionierteren Western noch nicht vom Hocker. ;)

Und so halbgare Gebrauchsfilmer wie Tarantino oder die Coens sollten nun wirklich kein Maßstab für gar nichts sein...

SLOW WEST fand ich wie gesagt ziemlich gut, und meine Wertung signalisiert ja auch einen überdurchschnittlichen Film. Noch etwas besser gefallen haben mir aber beispielsweise THE TIMBER oder MEEK'S CUTOFF, wenn auch diese beiden zuweilen ebenfalls an einer Attitüde gegenüber 'dem Western' kranken (den es als solchen ja sowieso nicht gibt, und der in der heutigen lausigen musealen Wahrnehmung nichts anderes als Ignoranz gegenüber dem wahnsinnigem Reichtum der Filmgeschichte der letzten 110 Jahre ist).

Noch ne Stufe drüber und in jeder Hinsicht souverän wäre dann für mich ein Western wie THE ASSASSINATION OF JESSE JAMES BY THE COWARD ROBERT FORD. Der Film hätte so auch zu jeder anderen Zeit gedreht werden können (und die Performance von Hauptdarsteller Casey Affleck gehört für mich mit zum Grandiosesten was man von einem Schauspieler überhaupt erwarten kann). Da würde ich bedenkenlos deine 8/10 geben: dieser Film ist so gut wie unzählige Klassiker des Genres (und wird einmal selbst einer sein).

Ein jüngerer Western bei dem mir dann aber der Sabber läuft, wäre beispielsweise THE HOMESMAN. Das ist für mich pure Genreware die vor Western(film)historie nur so trieft und über jeden Punkt der Hommage oder Imitation weit hinaus denkt (sowieso das Ödeste, was das Kunsthandwerk zu bieten hat, wie ja bereits die Nouvelle Vague 'eindrucksvoll' unter Beweis stellte...). Da zücke ich dann auch gerne sofort ne 10/10.

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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 27.12.2016 12:45 
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Da habe ich je wider das Glück in einer Welt zu leben in der ein QT haufenweise innovativer und komplexer Filme abgeliefert hat (bevor er "richtige" Western drehte), und auch los Coens ab und an mal was Großes raushauen. Was dann auch noch weitaus besser ist als der sehr vergnügliche Slow West.

Und die "Attitüde gegenüber 'dem Western'" von Meek's Cutoff ist auch mehr einem anderen Verständnis vom Filmemachen geschuldet, als einer wirklich Haltung gegen den Western.

Und Hollywood, wie auch Cinecitta, haben, ob Western oder nicht Western, immer mehr mittelmäßiges produziert als Gutes, alles andere wäre auch ein Wunder. Also was das betrifft nicht Neues im Western.


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 Post subject: Re: SLOW WEST - John Maclean
PostPosted: 27.12.2016 17:31 
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Da hast du definitiv Glück gehabt! Ich gehe den Dreien inzwischen lieber aus dem Weg...

Ja, kann von Kelly Reichardt außer MEEK'S CUTOFF keinen Film leiden, und ich habe immerhin noch drei andere über mich ergehen lassen. Da erscheinen mir dann selbst Los Coens und QT im Vergleich als Großmeister. Das muss man erst einmal 'schaffen'!
Stimme daher wohl hinsichtlich deiner Einschätzung ihrer Haltung gegenüber dem Western mit dir überein. Ich mag es halt generell nicht besonders, wenn Filmemacher 'etwas mit dem Westerngenre anstellen' wollen, anstatt einfach einen zu drehen (da es ja beispielsweise auch schon in den 10er und 20er Jahren des letzten Jahrhunderts viele verschiedene Arten einen Western zu drehen gab, und ich lieber persönliche Ansätze als 'Auseinandersetzungen mit dem Genre' - zumal so halbgare wie in den letzten Jahrzehnten - sehe). Reichardts eigenwilliger Stil passt in diesem Fall für mich aber gut zu der von ihr gewälten Thematik, und ich empfand den Film auch visuell und akustisch als Genuß.

Und um an Hollywood nicht nur rumzumäkeln: THE LONE RANGER fand ich im Vergleich zum üblichen Westernbrei zum Beispiel geradezu grandios! Und Verbinskis RANGO war auch nicht schlecht.

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