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 Betreff des Beitrags: BOOMERANG - Urs Aebersold
BeitragVerfasst: 06.01.2018 16:27 
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BOOMERANG

● BOOMERANG (D|1971)
mit Christiane Krüger, Günther Ungeheuer, Michaela May, Hanns Zischler, Paul Lys, Patricia Reimann, Emil Markgraber
eine Produktion der Hochschule für Fernsehen und Film München
ein Kurzfilm von Urs Aebersold


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»Im Grunde ist es eine sehr traurige Geschichte«

Bei einem Banküberfall wurde eine hohe Summe Geldes erbeutet, die jedoch spurlos verschwunden ist. Der alternde Gangster Philipp (Günther Ungeheuer) ist nun auf der Suche nach der Beute, da es sein Halbbruder war, der den Überfall zu verantworten hatte und von der Polizei getötet wurde. Er muss nicht lange überlegen, wo das Geld sein könnte und so begibt er sich mit seinem Gefährten (Hanns Zischler) zu der Freundin (Christiane Krüger) seines toten Halbbruders, welcher sie das Diebesgut abnehmen. Doch ganz so einfach, wie der Gangster sich die Aktion vorstellt, ist sie letztlich nicht...

Das Durchforsten diverser Filmografien von persönlichen Lieblingsinterpreten und die immer andauernde Suche nach dem Unbekannten hat naturgemäß zur Folge, dass sich die eigene Nachfrage mitunter deutlich nach dem Angebot zu richten hat. Angesichts der Tatsache, dass Christiane Krüger in diesen 35-minütigen Kurzfilm mit kriminalistischem Hintergrund eine Rolle spielt, war die Freude umso größer, "Boomerang" sehen zu können. Inszeniert wurde diese Produktion der Hochschule für Fernsehen und Film München vom Schweizer Urs Aebersold, der als Regisseur zwar weniger in Erscheinung treten sollte, aber als Drehbuchautor einige Ideen für bekannte deutsche Kriminalserien wie "Ein Fall für Zwei" oder "Tatort" beisteuerte. Die meisten Kurzfilme aus älteren Produktionsjahren haben meistens eines gemeinsam, nämlich, dass man von ihnen gerade einmal weiß, dass sie überhaupt existieren, aber ansonsten vollkommen in der Versenkung verschwunden sind. Dies ist letztlich sehr schade, da sich doch sehr alternative Herangehensweisen zeigen, die schon allein wegen der bemessenen Zeit erforderlich sind. Hier ist die Strategie dieses Beitrags allerdings eine eindeutige Limitierung aller Bereiche und das Ganze wurde sehr eng abgesteckt.

HFF München hat geschrieben:
Boomerang ist ein Kurzkrimi über eine späte Abrechnung. Der Film ist ein Versuch, Muster des amerikanischen Trivialfilms auf europäische Verhältnisse zu übertragen. Nicht Äußerlichkeiten wie Gesten, Sprech- und Verhaltensweisen, die hierzulande oft zu Inhalten werden, sind dabei wichtig, sondern eine gewisse Selbstverständlichkeit, Personen zu exponieren, Nebenhandlungen zu entwickeln, und die Ruhe, eine Geschichte zu ihrem Ende zu bringen.

Tatsächlich ergeben sich in diesem kurzen Verlauf wenige, aber dafür ziemlich ausladende Sequenzen, die in einem normalen Spielfilm unter Garantie radikal gekürzt worden wären. Es zeigen sich Strecken, die beinahe komplett auf Dialoge oder initiative Handlungen verzichten müssen und wie Füllmaterial wirken. Auch die Tatsache, dass die Darsteller unheimlich reserviert wirken und so gut wie nichts an Emotionen liefern, verfrachtet deren Intentionen beinahe ins Dunkel. Es ist kein Film, dem man folgt, um ihn großartig verstehen oder unterhaltend finden zu wollen - weil er dafür sicherlich auch nicht gemacht worden ist. Das Hauptaugenmerk liegt tatsächlich auf einer regelrecht sterilen - oder wenn man so will - mechanischen Abhandlung des Rohzustands. Interessant ist die Tatsache, bekannte Interpreten wie beispielsweise Günther Ungeheuer oder Christiane Krüger zu beobachten, bei denen man direkte Vergleiche zu ihren Auftritten in Beiträgen mit ähnlicher narrativer Struktur, etwa in Kriminalfilmen, sowie Serien mit derartiger Handlung ziehen kann. "Boomerang" ist ein Film, der eklatante Unterschiede aufzeigt, um ein wenig hinter die Kulissen der Inszenierung zu leuchten. Schön, dieses durchaus bildgewaltige "Experiment" gesehen zu haben.


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